Hamburg - Freie und Abrissstadt

  • Ganz bitter. Aber das sind alles Folgen der künstlichen Geldschwemme und der dadurch hervorgerufenen Inflation, die sich derzeit noch vor allem in den Sachwerten (Immobilien u.a.) zeigt. Bei den hier aufgerufenen Preisen wundert mich überhaupt nicht, dass die Gier der Bauträger ins unermässliche wächst.

  • "Stadthäuser" ist gut. Das sind allenfalls große Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus.


    Da gibt es zwei Visualisierungen, die aber beide die Rückseite zeigen. Wie soll der Balken denn von vorne aussehen? Na ja. Wahrscheinlich ist vorne die Terrassentür nur durch eine Haustür ersetzt, und sonst alles gleich.

  • In Bergedorf ist am Mohnhof 4 noch das so genannte Gerberzunfthaus erhalten, im Kern ein 1703 errichteter Fachwerkbau:

    Historische Postkarte:https://www.google.de/url?sa=i…ewbX8ze0CFQAAAAAdAAAAABAD

    Um 1900:https://www.google.de/url?sa=i…O44P5ze0CFQAAAAAdAAAAABAc

    Ca. 1968:https://www.google.de/url?sa=i…O44P5ze0CFQAAAAAdAAAAABAj

    Heute ist dies leider nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, denn die Fassade ist mit scheußlichen Platten verkleidet (wie kommt man eigentlich auf eine solche Idee?):https://www.google.de/imgres?i…6QKHWBdBk8QMygAegUIARCVAQ

    Es stand bis zum kurzem zum Verkauf:https://mapio.net/expose/2841446/

    Blick in den Dachstuhl:https://www.google.de/url?sa=i…gxvr7ze0CFQAAAAAdAAAAABAJ

  • Das Haus sieht schrecklich aus. In diesem Zustand befürchte ich, dass der Käufer kein Liebhaber, sondern ein Rendite-Hai sein wird, der abreißen lässt. Sofern das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht.

  • Das fürchte ich auch! Die Frage ist, wie es unter dieser furchtbaren Verkleidung aussieht und wie viel Substanz noch vorhanden ist.

  • Heute ist dies leider nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, denn die Fassade ist mit scheußlichen Platten verkleidet (wie kommt man eigentlich auf eine solche Idee?):

    Das Bild hat mir jetzt den Tag verdorben. Schlimmer geht nimmer. Heimdall: das fürchte ich auch, zumal ein Käufer vielleicht auch gar nicht davon ausgeht, ein historisches Gebäude zu kaufen, sondern eben ein hässliches etwas, das man ohne groß nachzudenken abreißen kann.

  • Ich habe traurige Botschaft: Das Gründerzeitgebäude wird gerade abgerissen: https://m.facebook.com/story.p…90787405144&__tn__=%2AW-R

    Lübeck, mein Lübeck, an der Waterkant
    Königin der Hanse, Perle am Ostseestrand.

  • Und noch genau an dieser Stelle in der ersten Reihe! Unfassbar!!! Nicht nur in Berlin und Wien regieren leider kulturlose Idioten.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Geistesgestörter Irren. Für ein Formenreicher Gründerzeitler kommen meistens wenig ansprechende einfallslosen langweiligen Kisten zurück

  • So ein Artikel ist beste Werbung für den Verein und das Forum. Falls Jemand dort im Kommentarbereich registriert ist, unbedingt immer auf Stadtbild Deutschland hinweisen!

  • Es braucht ein Gesetz, dass sämtliche Gebäude, welche älter als 100 Jahre sind, generell unter Schutz stellt und dass deren Fassaden in den Ursprungszustand versetzt werden müssen.

  • ^Die Idee ist schön, aber wer bezahlt es dem Hauseigentümer? Übernimmt der Staat die Kosten für die Restuckierungen, für die Veränderung von Fensterformaten oder den Abriss von Balkonbrüstungen?

  • Gute Idee! Es wäre in der Tat eine wunderbare Sache und würde zudem das regionale Handwerk stärken und die Attraktivität der Städte immens steigern (siehe Leipzig). Modell sollte und könnte die Denkmal-Afa sein. Der Bauherr bezahlt natürlich selbst die Handwerker, sollte aber die Investitionen wie bei der Denkmal-Afa komplett abschreiben dürfen. Am besten über eine verkürzte Abschreibungsdauer. In einem Land, wo Milliarden für nicht einsatzfähige Coronamasken oder einfach so eine halbe Milliarde für KEIN Mautsystem usw im Klo heruntergespült werden, da geht sich so etwas zur Abwechslung wirklich Sinnvolles jederzeit aus!

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Dazu müsste er aber erst mal das Kapital haben, eine solche Restaurierung durchzuführen. Und er müsste ausreichende Einnahmen haben, um die Kosten über die Abschreibung irgendwie relevant steuerlich abzusetzen. Mal ganz vom Eingriff in das Eigentumsrecht abgesehen, wenn man jemandem so etwas gesetzlich vorschreiben will.


    Also, ich bin für solche Restaurierungen. Aber dann sollte der Staat den Eigentümern schon ein richtiges Angebot machen, z.B. komplette Kostenübernahme mittels Steuergeldern.


    Wer sagt, dass das finanziell für den Staat nicht machbar sei, dem halte ich entgegen, dass demnächst wieder vermutlich Millionen Afghanen vor der Tür stehen und es heißen wird: "Wir schaffen das." Dann schaffen wir es auch, jedem Altbau-Eigentümer ein solches Angebot zu machen.

  • Wer sagt, dass das finanziell für den Staat nicht machbar sei, dem halte ich entgegen, dass demnächst wieder vermutlich Millionen Afghanen vor der Tür stehen und es heißen wird: "Wir schaffen das." Dann schaffen wir es auch, jedem Altbau-Eigentümer ein solches Angebot zu machen.

    ... wie immer geht es nicht ohne. Dabei kann ich deinem Beitrag sonst komplett zustimmen.

  • Eingriff in das Eigentumsrecht vs. Eingriff in das Stadtbild

    Wenn die Regel zur Rahmenbedingung wird, dann ist schon viel gewonnen, denn niemand ist zu Eigentum gezwungen.

  • Und weiter geht es mit dem Abrisswahnsinn in Hamburg. Diesmal wurde eine Abbruchgenehmigung für einen markanten Eckbau in der Zeughausstraße eingereicht. Das Gebäude von 1898 gehört zu den letzten Resten der Gründerzeit in dieser Ecke der Neustadt. Auch ökologisch gesehen, wäre der Abbruch absolut skandalös https://www.mopo.de/hamburg/es…oennte-der-abriss-drohen/

    Stadtbild Deutschland sollte bei diesem unfassbaren Fall tätig werden!

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!