Posts by tegula

    Was die gebotenen ethischen Grundsätze sein sollen, bzw nach welchem Gebot sie sich zu richten haben, wird in diesem Artikel nicht dargelegt, der von irgendeinem fiktiven moralischen Standard für den "deutschen Adel" auszugehen scheint.

    Nein, diese ethischen Standards sollen nicht spezifisch für den Adel Geltung haben, sondern sind allgemeingültig. Dazu gehört auch - und das habe ich an einem Beispiel dargelegt - , dass man einen der Gutachter mit einer unbegründeten Strafanzeige belegt, um ihn mundtot zu machen. Das Strafverfahren ist eingestellt worden. Es ist abseits jeder ethischen Grundsätze, wenn Wissenschaftler allein aus Profitgier unter Druck gesetzt werden. Und jetzt wird bestimmt jemand hervorbringen, dass dies auch sonst vorkomme. Natürlich tut es das, aber selten so offenkundig. Und besser wird es dadurch auch nicht.

    Ich habe mich in meinem Blog mit einem Randaspekt der Auseinandersetzung beschäftigt: dem Versuch der Hohenzollern, juristisch gegen Wissenschaftler und Journalisten vorzugehen. Zuletzt gegen die Open Knowledge Foundation Deutschland (FragDenStaat.de):


    Die von FragDenStaat gemachte Aussage, die Hohenzollern gehen zum Teil strafrechtlich gegen kritische Berichterstattung vor, soll laut Abmahnung ebenfalls eine falsche Tatsachenbehauptung darstellen. Dabei dokumentiert ein Interview mit dem Historiker Malinowski, den wir bereits als einen der vier Gutachter in der Angelegenheit kennengelernt haben, genau einen solchen Vorgang.

    Oldenburg hat mich etwas enttäuscht. Eigentlich eine angenehme und auch vornehme Stadt, aber ich habe es mir interessanter und besser erhalten vorgestellt, auch wirkte alles ein bisschen langweilig und mir blieb nur wenig in Erinnerung.

    Das ist spannend und eigentlich nicht das, was ich sonst von Auswärtigen zu Oldenburg höre. Ich habe sieben Jahre lang in Oldenburg gearbeitet, vis-a-vis zum Stadtschloss. Ich habe jährlich Dutzende Kursteilnehmer "durchgeschleust", die Oldenburg überwiegend nicht kannten und fast ausschließlich positive Reaktionen erlebt. Oldenburg ist charmant, wirkt nicht wie eine Großstadt, bietet aber auch keine pittoreske, sehr wohl aber kleinteilige, vom Krieg verschonte Altstadt. Uns es fehlen auch die großen bauhistorischen Highlights.


    Enttäuscht? Ich war - steinigt mich dafür - von Budapest und Wien enttäuscht, weil ich wohl das Falsche erwartet habe. Ich hoffte wohl zu sehr ein zweites Prag zu bekommen mit seinen Altstadtgassen und seiner mittelalterlichen Bausubstanz. Bei einem zweiten Besuch würde ich wohl anders darauf schauen.

    Demzufolge sollte wohl auch jede Gemeinde ihren individuellen Weg damit finden. Sie einfach abzubauen und irgendwo in eine Vitrine zu stellen...

    Zumal dies in den meisten Fällen gar nicht möglich ist. Da müsste dann der Meißel ran. https://de.wikipedia.org/wiki/Judensau


    Und sollte doch ein Gericht mal gegen das Relief entscheiden, dann könnte das einen Bildersturm zur Folge haben. Man denke nur an die vielen diskriminierenden Darstellungen von Schwarzen und Moslems in der Kunst.

    Wenn das Zitat antisemitisch zu deuten ist, dann ist die Entfernung eine nachvollziehbare Entscheidung. Allerdings maße ich mir nicht an, sie in ihrer Gänze interpretieren zu können. Insofern bleiben bei mir unbeantwortete Fragen zurück.

    Man kann das Ganze nur im Zusammenhang mit der politischen Geschichte Dessaus sehen. Die Nazis waren hier schon vor der Machtergreifung stark. D. wurde dann Gauhauptstadt und mit seinem vorzüglichen Theater das "Bayreuth des Nordens". Daraus eine (linke) Bauhausstadt zu machen, war deshalb oberstes Anliegen der Linkspartei, konkret ihres alten und neuen Vorsitzenden. Aber er stößt auf wenig Gegenliebe.

    Dessau ist nun mal der wichtigste Ort des Schaffens des Bauhauses. Wo sonst soll man auf dieses kulturelle Erbe setzen, wenn nicht dort? Vielleicht noch im Weimar, aber da hat das Bauhaus so viel Konkurrenz, dass es in Dessau weitaus besser aufgehoben ist. Mit Politik hat das gar nichts zu tun, allenfalls mit Kulturpolitik.

    Kulturpolitisch auf das Bauhaus zu setzen, ist eine nachvollziehbare und sinnvolle Vorgehensweise für Dessau. Damit hat die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal par excellance. Eine Alternative ist nicht zu sehen, weil Dessau - so bitter das klingt - nichts Adäquates zu bieten hat. Insofern kann ich die Kritik, auf dieses Pferd zu setzen, nicht nachvollziehen. Allenfalls darf man fragen, wie die Umsetzung erfolgt ist und wie gelungen und nachhaltig sie sich präsentiert. Das kann ich aber aus der Ferne nicht beurteilen.

    Mit dem ganz großen Kaliber unter den Ängsten, dem Weltuntergang, kann ich natürlich nicht dienen. Aber dafür haben wir ja dich.

    Was für eine blödsinnige Unterstellung. Für das Verharren in alten überkommenen Strukturen stehst dann ja du, nicht?


    Es geht bei diesem Vergleich um das Risiko, das Leben mit sich bringt. Ob man freiwillig oder unfreiwillig verunfallt oder stirbt, spielt im großen Ganzen keine Rolle.

    Es macht einen erheblichen Unterschied, ob man sich freiwillig oder von anderen verordnet in eine Gefahrenlage begibt. Im ersten Fall hat man die Chance, der Gefahr aus dem Weg zu gehen, im zweiten nicht.

    Dennoch muss man ab und an auch rationale Entscheidungen fällen und sich weniger von Ängsten leiten lassen.

    Ja, zum Beispiel die Ängste vor Stromausfällen, unbezahlbaren Strompreisen und die Vernichtung der deutschen Industrie durch Windenergie.


    Und die folgen eines Flugzeugabsturzes, das ich freiwillig betreten kann, mit einem Atomunfall zu vergleichen, dem niemand im Umkreis von 100 km und weit mehr entkommen kann, ist schon perfide!

    Es würde -global gesehen- genau so viel passieren, wie passiert, wenn Deutschland seine Deindustrialisierung fortsetzt: gar nichts.

    Das schätze ich anders ein. Und offensichtlich tun das immer mehr Menschen auf dieser Welt, die auch bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen. Von einer Deindustrialisierung kann übrigens keine Rede sein.


    Windräder sind ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Zerstörung von Kulturlandschaften.

    Mach einen Vorschlag, wie Energie erzeugt werden kann und Gleichzeit weniger Kulturlandschaften zerstört werden können.

    Niemand möchte die Aufgabe allein stemmen. Das ist Unsinn. Wenn sich aber jeder auf den Standpunkt stellt, man müssen nichts ändern, solange der andere handelt auch nicht, dann wird genau das passieren: nichts. Eine der dümmsten Argumentationen überhaupt.


    Und ich würde weniger predigend vorgehen, lieber Tegula. Man gewinnt nicht unbedingt allzu großen Beifall für seine Argumente, wenn man wie ein Apokalyptiker im Hyde Park auftritt.

    Du musst dir um mich keine Sorgen machen. Ich predige nicht, sondern schaue über den begrenzten Tellerrand anderer hinaus. Und Beifall dafür zu ernten, ist wohl nicht das, was im Fokus meiner Intention steht.


    Übrigens: Findest du nicht, dass das mit dem Thema Kulturlandschaften nicht mehr viel zu tun hat?

    Für mich ein zu hoher Preis für eine gute Gesinnung

    Das hat nichts mit einer guten Gesinnung zu tun, sondern ist der Vernunft geschuldet. Fossile Brennstoffe sind eine Sackgasse und zerstören unsere Kulturlandschaft sowie unseren Planeten. Erneuerbare Energien sind zur Zeit der einzige Ausweg. Dass jede Form der Energiegewinnung ein gewissen Maß an Nachteilen bedeutet, das ist wohl allen Beteiligten klar.

    Weisst Du eigentlich, das die nach der Wende auch hier eingeführte Luftbildarchäologie in Sachsen-Anhalt die höchste Dichte und Anzahl von prähistorischen und historischen Bodendenkmalen der BRD ermittelt hat? Vom Neolithikum über die Bronze-, Latene-, frühe und späte römische Kaiserzeit, Slawen, Mittelalter und Neuzeit. Und alles auf ganz gewöhnlichen Äckern, wenn die Bewuchsmerkmale sichtbar waren. Und auf diesen Äckern stehen heute tausende WKA oder ihre Überreste. Kein Vergleich zu den wenigen historischen Siedlungen, die nach ihrer archäologischen Dokumentation der Braunkohle weichen mussten.

    Du vergleichst auch weiterhin 9 Quadratkilometer Beton für Windkraft mit tausenden Quadratkilometern weggebaggerte Landschaft. Was wohl für die Kulturlandschaft gravierende Folgen hat? Allein die Dimensionen beantworten diese Frage.

    Richtig. Aber beim Baggern werden auch interessante Funde gemacht, wie z.B. der See-Elefant von Gröbern.

    Dieses Argument ist ungefähr so einzuschätzen, als würde man nach einem Verkehrsunfall sagen: Der Tote hatte einen Organspendeausweis dabei. So negativ ist sein Tod also gar nicht.


    Man kann doch archäologische Funde nicht damit rechtfertigen, dass man ganz Dörfer und ihre Kulturdenkmäler abreißt. Hier werden die abenteuerlichsten Konstrukte kreiert, um gegen Windkraft Stellung zu beziehen.

    Natürlich richten tagebaue einen großen Schaden an, aber erstens sehen den nur wenige, und zweitens belebt die Renaturierung und Nutzung bisher touristisch uninteressante Gebiete.

    Natürlich sehen das nur wenige. Erstens ist der Zugang meist nicht möglich und zweitens wird damit ein gesamter Landstrich ausradiert. Dorthin verirrt sich kein Mensch mehr. Nach dem Motto: Was ich nicht sehe, ist aus dem Sinn und ist auch nicht so schlimm.


    Eine Landschaft und deren Kunstdenkmäler für immer zu vernichten, um sie Jahrzehnte später zu renaturieren, das soll die bessere Alternative zu einer optischen Beeinträchtigung durch Windräder sein? Veräppeln kann ich mich selbst!


    Die ungezügelte Aufstellung immer größerer WKA wird aber von Millionen Bewohnern und Gästen gesehen und mehrheitlich verurteilt.

    Wo kann ich es nachlesen, dass Windkraft mehrheitlich verurteilt wird? Gibt es Studien dazu? Es ist doch wohl eher wie so häufig: "Alle" finden Windkraft toll, aber bitte nicht vor meiner Haustür. Kann ich nur bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen.

    In der Tat ist der humoristisch vorgetragene Beitrag von @CA_rotwang das Argument, das eigentlich alle Diskussionen wider Windkraft und pro Kohle beenden müsste. Wir diskutieren hier über 9 Quadratkilometer Beton (oder gerne auch mehr, falls die Windkraft weiter ausgebaut wird), unterschlagen dabei aber Tausende von Quadratkilometern weggebaggerte Landschaft inkl. ihrer Kulturdenkmäler. So etwas kann Windenergie nicht anrichten. Diese ganzen Argumente gegen Windkraft sind also nur Pseudoargumente, denn der Ausbau von Windkraft schützt Landschaften und Kulturgüter.

    @Valjean


    Das mag alles zutreffen. Dennoch sind erneuerbare Energien im Gegensatz zu fossilen und Atomkraft ökologisch das weitaus kleinere Übel. Zumal die fossile Rohstoffe auch zu Neige gehen. Wir brauchen jetzt eine neue Technologie zur Energiegewinnung, nicht in 100 Jahren!


    Ob man lieber auf Windkraftanlagen als auf Kohlekraftwerke aus seinem Fenster schauen möchte, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Und ob die Abstände zu bebauten Flächen nicht größer sein sollten, ist eine andere Frage.


    Das wird nicht reichen. Ich fürchte, dass "Klimaleugnen" bald unter Strafe gestellt wird.

    Das wird es sein! Geht noch ein bisschen mehr Verschwörungstheorie?

    ja, mancher will eben nachts auch noch Strom anliegen haben, wenn keine Sonne scheint und der Wind nachgelassen hat. Das Problem der Pufferspeicher wird auch gelöst werden. Bloß wann?

    Und du bist jetzt der Fachmann für den Energiesektor und kannst besser beurteilen als die verantwortlichen Stellen, was über erneuerbare Energien leistbar ist und was nicht? Klingt fast so.


    Ich hatte jedenfalls bisher immer Strom, auch nachts und bei Windstille.


    Das Problem der Pufferspeicher wird auch gelöst werden. Bloß wann?

    Vielleicht ungefähr dann, wenn du glaubst, dass das Problem mit dem Atommüll gelöst werden wird. Passt das so ungefähr?