Posts by tegula

    Inwiefern eine Umbenennung in jedem Einzelfall nötig war, darüber ließe sich sicher reichlich streiten. Fakt ist aber, dass es sich bei weit über einer Million Objekten um einen verschwindend geringer Anteil handelt. Die Entscheidungen sind sicherlich auch in einer Arbeitsgruppe nach reiflicher Überlegung getroffen worden. So wie die Werke vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten durch Museen mit Titeln versehen worden sind, so sind sie nun mit einem neuen Titel verbunden. der alte wird dokumentiert. Das muss nicht gefallen, aber eine Tragödie ist es auch nicht.


    Befremdlicher finde ich, dass es hier Foristen gibt, die allen Ernstes von einem Bildersturm sprechen, ohne die Bedeutung des Wortes in Ansätzen erfasst zu haben. Schlimmer noch werden Opfer zu Tätern gemacht und umgekehrt:


    Und die, die sich von den Begriffen beleidigt fühlen sollten lieber mal an ihrer Toleranz und dem Verständnis gegenüber fremden Kulturen arbeiten.

    Welche Kultur maßt es sich in diesem Kontext an, über andere ihre Begrifflichkeiten, Wertvorstellungen und Weltanschaungen zu stülpen? Es würde sich anbieten, kurz mal inne zu halten, bevor man so etwas in die Tasten haut.

    Rastrelli


    Mir ging es darum, der alten Leier von linker Presse und der Politisierung des Themas etwas entgegenzusetzen, indem ich auf derselben Ebene antworte.


    Es ist zwar richtig, dass Steinmeier nicht alle Aspekte des Schlossneubaus angesprochen hat, aber diesen Anspruch hatte er gar nicht, wie er selbst in seiner Rede andeutet. Dennoch halte ich seine Worte für richtig und weise. Und ich halte auch den Vorwurf für falsch, der Bundespräsident sehe das Forum als konzeptionellen Unfall an. Die Freude über das Projekt klingt doch in diesen Zeilen durch:


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    Ich war immer dankbar, das Wachsen und Werden des Humboldt Forums zu begleiten: baulich aus nächster Nähe im Außenministerium und auch inhaltlich. Ich erinnere mich gut an einen lauen Sommerabend 1999 vor dem Kanzlerbungalow in Bonn, als Klaus-Dieter Lehmann dem damaligen Bundeskanzler die Idee vortrug, die gesamte Berliner Museumsinsel neu zu gestalten. Eine große Vision! Ich war fasziniert und begeistert. Und ebenso fasziniert war ich von dem Vorschlag, die Ethnologischen Sammlungen aus Dahlem in die Neugestaltung der Berliner Mitte miteinzubeziehen.

    Natürlich gibt es viel Kritikwürdiges im Detail und es ist noch vieles zu verbessern. Deshalb mahnt Steinmeier auch an, wir würden erst am Anfang stehen. Und mit der Kritik steht er auch nicht allein dar. Dazu reicht doch bereits ein Blick in die Tiefen dieses Forums, in dem sich ständig und immer über die Umsetzung des Projektes und der Konzipierung der Ausstellungen beklagt wurde.

    In der linken Zeitgeistpresse findet Herr Steinmeier für seine Rede - wie zu erwarten - daher viel Zustimmung.

    Und in der rechten Bubble wie immer substanzlose Kritik.


    Halten wir uns daher lieber an seine Worten, die ich für sehr wohl gewählt halte, weil sie eben weit über die Beurteilung der Ästhetik des Baus hinausgehen. Sie beschreiben die Bedeutung und Symbolkraft des Ortes in der Mitte Berlins, im Zentrum der deutschen Republik und eines geeinten Europas. Das Schloss ist ein Bau, der seine Stellung in der Geschichte, seine Rolle in einem demokratischen Gemeinwesen erst noch finden muss. Darüber wurde viel gestritten und es wird noch viel zu diskutieren sein.


    Besonders eindringlich beschreibt es diese Passage von Steinmeiers Rede:


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    Dieses Forum ist noch nicht fertig, aber es ist von heute an ein Herzstück in der Museumslandschaft Berlins. Ein großer Schritt, für den ich dankbar bin. Aber es ist eben erst ein Anfang. Es ist nicht der Abschluss, es ist der Beginn eines Projektes. So wie unsere Gegenwart ganz erkennbar eine Zeit des Umbruchs und der Anfänge ist. Hier, in diesem Forum, sollen sich nicht nur Wissenschaft, Kunst und Kultur begegnen. Es soll ein Ort des internationalen Dialogs werden, des kritischen und selbstkritischen Denkens und der Auseinandersetzung in der Welt und mit der Welt.

    Deutschland war das Land mit den meisten Kolonien.

    Das Gegenteil ist eher richtig. Deutschlands Kolonialpolitik im 19. Jh. startete spät und die kolonialen Besitzungen waren im Gegensatz zu Großbritannien, Frankreich oder Spanien dünn gesät. Gleichwohl prägte die Zeit die Länder nachhaltig.


    Kein Land war so grausam wie Deutschland unter der Monarchie.

    Ich halte nichts von solchen Vergleichen. Kolonialpolitik missachtete grundsätzlich Menschenrechte, egal von welcher europäischen Nation die Gewalt ausging. Natürlich hat Deutschland mit dem Genozid an den Herero und Nama in Namibia eine besondere Bürde zu tragen, aber auch die Belgier wüteten im Kongo grausam. Hier muss jedes Land seine Kolonialzeit aufarbeiten, ohne mit dem Finger auf andere zu zeigen. Vielleicht könnte auch ein gesamteuropäischer Ansatz fruchtbar sein.


    Ich könnte mir das Schloß als Mahnmal gegen die Monarchie gut vorstellen.

    Ich nicht. Die Gründe liegen auf der Hand. Zum einen ist das wieder aufgebaute Schloss ein Symbol für die Monarchie, insofern wäre ein Mahnmal paradox. Zum anderen ist eine Monarchie nicht per se verurteilungswürdig. In Europa haben wir zahlreiche Demokratien, die stolz auf ihr Königshaus sind und dieses weitgehend positiv assoziieren. In Deutschland ist die die Beziehung zur Monarchie ambivalent. Das hat historische Gründe: Der letzte Kaiser steuerte das Land in die Katastrophe des ersten Weltkrieges, was zu einem abrupten Ende der Monarchie führte. Hierzulande gab es entsprechend nicht die Möglichkeit, die Entwicklung zu einer repräsentativen Monarchie innerhalb einer parlamentarischen Demokratie zu vollführen.

    Kannst du mich zustimmen Tegula?

    Absolut! In den meisten der genannten Städte bin ich bereits gewesen. Nur der Norden ab Uppsala (auch sehr schön als Universitätsstadt) und Dalarna sind mir weitgehend unbekannt. Dort gibt es aber eh nur fast ausschließlich an der Küste stadtartige Siedlungen. Die schwedischen Städte faszinieren mich nicht nur durch ihr adrettes Erscheinungsbild und Sauberkeit, sondern auch durch ihre Naturnähe. Häufig gehen Siedlungsgebiet und dichter Wald ineinander über, so dass man sich manchmal gar nicht in einem urbanen Gebiet aufzuhalten glaubt. In den Orten selbst finden sich meist viele Grünanlagen.

    Das nehme ich auch so wahr. Wie sieht es dallerdings damit in Schweden aus? Ich war noch nie in Schweden, könnte mir aber vorstellen, dass Malmö oder Göteborg weniger attraktiv für Touristen sind als kleinere Städte in Schweden.

    Vielleicht darf ich diese Frage beantworten, nachdem ich mittlerweile hunderte schwedischer Städte bereist habe. Zunächst einmal gibt es in Schweden nur eine Handvoll Großstädte. Sie sind in der Regel gepflegter als in Deutschland. Insbesondere Grafitti ist dort kaum präsent. Auch habe ich typische Problemfelder wie die Bahnhofsviertel so nie wahrgenommen. Auch in Stockholm nicht, wo ich mit der Bahn unterwegs war. Auch habe ich weniger Menschen gesehen, die durch das soziale Raster gefallen sind. Das liegt sicher daran, dass Schweden ein ausgeprägter Sozialstaat ist und lange als weltweites Vorbild galt. Zudem ist die soziale Schere zwischen Arm und Reich dort weitaus kleiner als zum Beispiel in Deutschland.


    Was die kleineren Städte angeht, so ist das Bild sehr ambivalent hinsichtlich der Architektur. Es gibt eine ganze Reihe architektonischer Perlen, wenn die Holzbebauung wie in Sigtuna, Eksjö, Gränna etc. erhalten ist. Die meisten schwedischen Kleinstädte sind zwar adrett und sauber, aber durch gesichtslose Nachkriegsarchitektur geprägt. Insofern muss man da schon stark differenzieren.


    Malmö und Göteborg sind übrigens durchaus attraktiv für Touristen. Malmö besitzt sogar eine ansprechende historische Altstadt. Aber gerade als Hafenstadt und Einfallstor nach Schweden kämpft es in den letzten Jahren wohl mit erhöhter Kriminalität. Soweit ich das verfolge besitzt es damit eine Sonderstellung in Schweden. Das kann aber johan v2 vielleicht besser beantworten.

    Ich hatte die Doku bereits vor zwei Wochen gesehen, habe es aber vergessen, sie hier einzustellen, daher danke an thommystyle™ .


    Der Versuch einer neutralen Berichterstattung ist unübersehbar. Wirklich Neues zeigt sie aber nicht, sondern resümiert den Stand der Dinge. Der Prinz ist darum bemüht, sich als sympathischer Bürger aus der Mitte des Volkes zu präsentieren, was ihm phasenweise gelingt, wie ich finde. Dennoch legt der Film auch die undiplomatische und höchst problematische Vorgehensweise des Hauses Hohenzollern offen, die die Gesprächsatmosphäre zwischen den Parteien vergiftet hat. Solange die Klagen gegen Historiker und Journalisten weiterhin verfolgt werden, ist sicherlich keine Gesprächsbasis zu finden.


    Von den von Bohnenstange als Tatsachen präsentierten Behauptungen ist in der Doku nichts zu sehen. Mein Nachfragen aus dem April hat er leider bis heute nicht beantwortet. Schade!

    Dennoch kann man von Wahrscheinlichkeiten ausgehen. Ist es wahrscheinlich, dass visitberlin.de das Verwenden eines Bildes in einem Architekturforum, das explizit auf die Seite verweist und eine Fotografie lobt (ohne die geringsten gewerblichen Absichten), juristisch unterbinden möchte? Ich würde mal behaupten: Nein. Und wenn, dann käme zuerst eine Nachricht mit der Bitte, das Foto zu entfernen. Und erst im nächsten Schritt eine juristische Abmahnung. Bitte die Kirche mal im Dorf lassen…

    Ich habe lediglich eine Korrektur der rechtlichen Einschätzung vorgenommen. Was der Verein daraus macht, steht auf einem andern Blatt. Ich möchte nur darauf verweisen, dass Stadtbild Deutschland bereits wegen eine Urheberrechtsverletzung im Forum in große Schwierigkeiten geraten ist. Als Vereinsmitglied sehe ich es daher als meine Pflicht an, auf den korrekten Umgang bei Urheberrechtsfragen hinzuweisen.

    Das Foto ist urheberrechtlich geschützt und dürfte eigentlich nicht in bearbeiteter Form und ohne Quellenangabe hier veröffentlicht werden, sondern nur so, wie es Treverer gemacht hat - als Zitat mit Quellenangabe.

    Da muss ich dich leider korrigieren. Das Foto dürfte hier - insofern nicht die entsprechenden Rechte vorliegen - gar nicht auftauchen, egal ob die Quelle genannt wird oder nicht. Ausnahmen: Aus technischer Sicht eingebettet (Embadding) oder im Rahmen des Bildzitats, wofür die Hürden aber sehr hoch liegen. In unserem Fall handelt es sich nicht um ein Bildzitat und eingebettet ist es auch nicht.


    Ich habe beide Möglichkeiten ausführlich beschrieben:


    https://www.zeilenabstand.net/…e-und-technische-aspekte/

    https://www.zeilenabstand.net/…at-zitatrecht-fuer-fotos/

    Wenn ich mit einem normalen Ticket ins Residenzschloss gehe (14,- Euro), dann werde ich - je nach dem, wo ich hinlaufe - bis zu 4 statistische Museumsbesuche generieren.

    Ich bin zunächst Besucher in der Rüstkammer, gehe natürlich automatisch ins Grüne Gewölbe komme recht wahrscheinlich auch ins Münzkabinett und verirre mich evt. zusätzlich noch ins Kupferstichkabinett.

    Man kann beobachten, dass jeweils am Beginn eines anderen Museums auf dem Rundgang ein Wächter mit Zählwerk steht. Ich nehme an, dass diese Zählungen Grundlage für die Besucherzahlen der Einzelmuseen der SKD sind.

    Das kann ich mir schwer vorstellen. Grundlage dürfte der Verkauf von Eintrittskarten sein. Das ist doch viel einfacher zu erheben. Die Zählung an den einzelnen Abteilungen dürfte lediglich dazu dienen, einen Überblick über deren Anziehungskraft zu ermitteln.

    Kunstmuseen sind ja nur ein Aspekt der breiten Museums- und Kulturlandschaft. Ich könnte jetzt unzählige andere Museums-Schwerpunkte aufzählen. Und: Die Anzahl der Besucher sagt vielleicht etwas über die Kulturaffinität der Einheimischen aus, aber nicht unbedingt über den "Wert" der Kulturlandschaft. Zudem ist der Standortvorteil von Städten einzuberechnen, die von internationalen Touristen überrannt werden. Faktoren, die auf die Besucherzahl einwirken, gibt es unzählige. Über die Bedeutung der Kulturlandschaft sagt das nicht unbedingt etwas aus. Für mich macht eine Kulturlandschaft auch mehr aus, als ein Museum. Kulturlandschaft ist nicht gleichzusetzen mit Museumslandschaft.


    In diesem Kontext ist mir übrigens dieser Artikel über den Weg gelaufen, der sich mit dem Ungleichgewicht bei der Verteilung des UNESCO-Weltkulturerbes auseinandersetzt: https://www.zeit.de/kultur/202…benachteiligung-bewerbung

    Ich kann meinen Vorrednern nur beipflichteten. Auch wenn der Mix aus Rekonstruktion und Moderne vielfach nicht überzeugen kann, war es der bestmögliche Kompromiss. Und ist die Rekonstruktion erst einmal angenommen, so ist eine sukzessive Wiederherstellung einiger Innenräume sicher ein nicht ganz aussichtsloses Unterfangen. Alles braucht eben seine Zeit.

    In der Statistik, die er oben präsentiert, ist das Hochwasser 2013 gar nicht ablesbar. Die Statistik erfasst die Gesamtniederschläge pro Jahr in ganz Deutschland in Relation zu einem Referenzzeitraum. Über Starkregenereignisse sagt sie nichts aus. Nichts über die Verteilung der Niederschläge im Jahreslauf. Nichts über Hochwassergefahren. Nichts über regionale Unterschiede. Es ist absolut dilettantisch, diese Grafik hier zu präsentieren. Sie ist in dem Kontext nutzlos.

    So ist es! Ich hatte bereits weiter oben genau auf diesen Umstand hingewiesen:


    Eine Statistik über die Menge der Niederschläge ist deshalb nur bedingt aussagekräftig, weil sie nichts über die zeitliche Verteilung aussagt. Wenn im Juni und Juli absolute Dürre herrschen und im August sich die Starkregenereignisse die Klinke in die Hand geben, kommt im Mittel wahrscheinlich eine Niederschlagsmenge heraus, die sich durch nichts von einem Sommer vor 50 Jahren unterscheidet, nur dass damals weder Dürre noch Überschwemmungen herrschten. Dennoch haben wir ein verändertes Klima mit seinen zahlreichen Folgen. Statistiken sollten danach ausgesucht werden, welche Aussagegehalt sie bereit halten.

    Es würde sich also schon anbieten, das Thema zu lesen, um sich nicht mit immer denselben nicht hilfreichen Argumenten im Kreis zu drehen. Die Niederschlagsmenge im Jahresschnitt oder Sommerschnitt ist nicht aussagekräftig für die Veränderung des Klimas.

    Sie redet aber nicht von einem erhöhten Aufkommen von Starkregenereignissen und sie besagt ebenso wenig, dass das für Mitteleuropa gelten würde

    Gut, dann kommst du also zu dem Schluss, dass die Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren sich die Aussage über vermehrten Starkregen in Deutschland ausgedacht hat, obwohl man explizit auf diese Studie verweist. Da ich nicht die Zeit und Muße habe, mich durch diese und andere Studien zu wühlen, lasse ich das mal so stehen.


    Eine differenzierte Sichtweise auf Starkregenereignisse wurde 2016 übrigens vom DWD veröffentlicht (was deine Sichtweise zu bestätigen scheint): https://www.dwd.de/DE/leistung…_blob=publicationFile&v=3


    Auf der anderen Seite finde ich die mitteleuropäische Sichtweise auf den Klimawandel doch reichlich kurzsichtig. Wir können hier in Deutschland doch nicht so tun, als würde uns das kaum betreffen, weil der Rest der Welt weitaus stärker betroffen ist. Spätestens wenn das Eis der Polkappen vollends geschmolzen ist und der Golfstrom abreißt, haben wir auch in Europa ein ganz großes Problem. Gegensteuern müssen wir jetzt und da ist es unerheblich, ob die Flutkatastrophe 2021 vom Klimawandel verursacht war oder nicht. Entscheidend ist, dass der Mensch den Klimawandel maßgeblich zu verschulden hat und auch die Möglichkeiten hat, ihn abzumildern. Das ist es, was zählt, nicht der akademische Streit nach Starkregen in Deutschland. Der Mensch ist träge und egozentrisch. Wenn solche Katastrophen ihm vor Augen führen, dass es 5 nach 12 ist, dann haben sie zumindest einen positiven Effekt.

    Da ich selbst im Wissenschaftsbetrieb bin, tendiere ich immer dazu, Behauptungen, für die keine Belege oder Argumente angeführt werden, für gewissermaßen "inexistent" zu halten.

    Da ich nun auch aus dem Wissenschaftsbereich komme, verweise ich gerne auf Fußnoten. Mein obiges Zitat ist mit einer Fußnote belegt, die hierher führt: https://esd.copernicus.org/articles/10/73/2019/


    Du wirst es mir nachsehen, dass ich jetzt nicht die gesamte Studie, die sich dahinter verbirgt, lese, sondern darauf vertraue, dass die Experten (im Gegensatz zu uns!) des Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. diese Studien richtig wiedergeben können.


    Man kann der Forschungsgemeinschaft aber auch unlauteres Vorgehen unterstellen. Dann bin ich aber aus der Diskussion raus.

    findet sich etwas über die Niederschläge seit 140 Jahren.

    Eine Statistik über die Menge der Niederschläge ist deshalb nur bedingt aussagekräftig, weil sie nichts über die zeitliche Verteilung aussagt. Wenn im Juni und Juli absolute Dürre herrschen und im August sich die Starkregenereignisse die Klinke in die Hand geben, kommt im Mittel wahrscheinlich eine Niederschlagsmenge heraus, die sich durch nichts von einem Sommer vor 50 Jahren unterscheidet, nur dass damals weder Dürre noch Überschwemmungen herrschten. Dennoch haben wir ein verändertes Klima mit seinen zahlreichen Folgen. Statistiken sollten danach ausgesucht werden, welche Aussagegehalt sie bereit halten.

    Was extreme Starkregen angeht, die Flutkatastrophen auslösen können: Davon redet der erste Link gar nicht

    Ich kann gerne nochmal die Worte hinter dem ersten Link zitieren:


    Quote

    Eine Folge des Klimawandels in Deutschland ist die Zunahme von Starkregenereignissen. Andererseits nimmt vor allem im Sommer auch die Zahl aufeinanderfolgender Trockentage zu. Beide Vorgänge haben zur Folge, dass sich hydroklimatische Gefahren wie Dürren und Überschwemmungen erhöhen – ein Trend, der auch für die Zukunft prognostiziert wird.

    Diese Aussage wird in den Medien rauf- und runtergebetet, um zu suggerieren, dass die Flutkatastrophe doch irgendwas mit dem Klimawandel zu tun habe. Das aber reine Wahlkampfhilfe für die Grünen. Denn weltweit gesehen stimmt es zwar, aber eben nur weltweit. Für Mitteleuropa stimmt es gerade nicht. Der Klimawandel führt in Mitteleuropa gerade nicht zu einer Zunahme von extremen Starkregenereignissen, wie sie dieses Jahr zu Flutkatastrophe geführt haben.

    Die Feststellung von zunehmenden Extremwetterereignissen in Deutschland ist selbstredend keine Erfindung der Medien, sondern Fakt. Ich bin etwas entsetzt darüber, dass ein gebildeter Mensch wie du allen Ernstes meint, Medien würden hier lediglich Wahlkampf betreiben.


    Die Wissenschaft stellt auch für Deutschland eine Zunahme des Starkregens fest:


    https://www.helmholtz-klima.de…-duerre-und-starkregen-zu

    https://www.deutsches-klima-ko…enzeiten-deutschland.html


    Quote

    Eine Folge des Klimawandels in Deutschland ist die Zunahme von Starkregenereignissen. Andererseits nimmt vor allem im Sommer auch die Zahl aufeinanderfolgender Trockentage zu. Beide Vorgänge haben zur Folge, dass sich hydroklimatische Gefahren wie Dürren und Überschwemmungen erhöhen – ein Trend, der auch für die Zukunft prognostiziert wird.


    etc.

    Bevor man die immer wieder aufkommende Frage nach der Ursache der Flutkatastrophe auch nur im Ansatz beantworten kann, sollte erst einmal festgestellt werden, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Und dabei sind Trotzreaktionen wie...


    Genau mein Humor, über die Politisierung jammern und selbst das Unwetter für seine grüne Agenda missbrauchen "menschengemachter Klimawandel ist schuld" Fehlt noch dass die AfD dahinter steckt und die Nazis!


    .. wenig hilfreich.


    Diskutieren darf die Forschung gerne noch darüber, wie hoch der menschliche Anteil ist, aber es ist wissenschaftlicher Konsens, dass er maßgeblich dazu beiträgt, dass der Planet sich aufheizt. Siehe auch hier:


    https://www.dw.com/de/faktench…licher-prozess/a-57876170

    https://www.klimafakten.de/beh…n-konsens-zum-klimawandel


    Die Frage, ob nun dieser Klimawandel genau für die Flutkatastrophe in NRW und RP als Ursache heranzuführen ist, empfinde ich als müßig, denn der Klimawandel bewirkt, dass solche Extremereignisse in ihrer Häufigkeit deutlich zunehmen. Insofern dürfte es schwer sein, den Klimawandel für ein einzelnes Ereignis verantwortlich zu machen. Erst wenn ein Ereignis so extrem ist, dass es unter Klimabedingungen vor Jahrzehnten nicht denkbar war, kann man dies so präzise als Ursache eingrenzen. Dass wir aber immer häufiger mit den Folgen von Wettereignissen konfrontiert werden, das ist aber sehr wohl auf den Klimawandel zurückzuführen. Und dieser ist nun mal menschengemacht, auch wenn jetzt einzelne Foristen mit Nichtargumenten über AfD und Nazis dagegen ins Feld ziehen sollten.


    Dazu auch Carsten Schwanke: https://www.swr.de/swraktuell/…-so-katastrophal-100.html