Posts by tegula

    Da hier auch in den letzten Tagen nicht der Bogen zum eigentlichen Thema - nämlich zum Potsdamer Stadtschloss - zurückgeschlagen werden konnte, möchte ich an Franka folgenden Vorschlag richten: Alles ab meinem eigenen Post: RE: Potsdamer Stadtschloss in einen neuen Thread packen und in beiden Strängen, also am Anfang und am Ende, einen Hinweis hinterlassen, wohin bzw. woher ausgeschnitten wurde.

    Werter Konstantindegeer,

    wir diskutieren hier von Rekonstruktionsfreund zu Rekonstruktionsfreund. Das sind persönliche Anfeindungen - wie oben zu lesen - vollkommen fehl am Platz. Wir müssen nicht in jedem Punkt gleicher Ansicht sein und ich diskutiere sehr gerne und sehr intensiv über meine Rezension zu Oswalts Buch - inhaltlich, nicht ad hominem! Ich habe das Buch von der ersten bis zu letzten Seite studiert, manche Kapitel mehrfach, über Wochen. Ich schreibe solche Rezensionen nicht, um Menschen zu gefallen, sondern um mich mit Thesen eingehend auseinanderzusetzen, so wie ich das in meiner wissenschaftlichen Ausbildung gelernt habe. Ich wäge Argumente ab und komme vielleicht zu dem Schluss, dass ich auf beiden Seiten Nachvollziehbares finde. Das hat nichts mit meinem "Geschäft" zu tun, wie du es nennst, sondern mit meinem Anspruch so gut wie möglich unvoreingenommen zu agieren. Wenn Menschen glauben, mich dafür anfeinden zu können, wie hier ganz offen geschehen, finde ich das im höchsten Maße irritierend, zumal mancher Forist selbst eine akademische Ausbildung genossen hat.

    Kurzum: Oswalt ist nicht mein Feind, Zimmerer auch nicht und auch Trüby nicht. Und so halte ich es mit jedem Rekonstrutionsgegner. Feindbilder zu pflegen, finde ich nicht erstrebenswert (schon gar nicht, wenn ich nicht persönlich in irgendeiner Form selbst zur Zielscheibe werde). Sie führen in der Regel nicht zu einer angemessenen Auseinandersetzung mit der eigentlichen Materie, sondern zu immer radikalerer Frontenbildung. Ich habe diesen Respekt vor Kollegen in meiner akademischen Ausbildung vermittelt bekommen, wofür ich dankbar bin.

    Noch vor einigen Tag hast du dich hier im Forum mit anderen Foristen über deinen Einzug ins Stadtparlament von Potsdam zurecht gefreut. Das, was du hier aber über mich schreibst, ist dessen nicht würdig. Denke bitte mal darüber nach.

    Aber jemanden aus diesem Milieu als "geschätzten Kollegen" zu bezeichnen ist schon reichlich befremdlich.

    Vielleicht in deiner Welt. Ich kann die wissenschaftlichen Leistungen von Kollegen schätzen, auch wenn ich so manche daraus abgeleiteten Forderungen so gar nicht verstehen kann. Und schon gar nicht nehme ich das zum Anlass, die Person zu beschimpfen und zu beleidigen. Das ist Teil meiner Erziehung und meines Respekts gegenüber anderen Ansichten. Dass du mich dafür kritisierst, nehme ich dann mal zur Kenntnis.

    Danke für den Artikel, der sicher wichtige Problemfelder anspricht. Nur: Daraus den Umkehrschluss zu ziehen, dass jeder, der postkoloniale Studien betreibt, Antisemitismus und Gewalt befördere, wäre eine bösartige Unterstellung. Immerhin gibt es an der Uni Hamburg seit 2014 eine Forschungsabteilung für Postkolonialismus. Will man sich nun hinstellen und behaupten, die Uni fördere Gewalt und Antisemitismus, wie hier geschehen? Dagegen stelle ich mich doch entschieden.

    Ein einfacher Blick an die Universitäten in den USA und GB, wo die "postkolonialen" Debatten (u.a. deines "geschätzten Kollegen Zimmerer") zu Gewalt, Antisemitismus, Ausgrenzung und Ausschreitungen führen, würde genügen.

    Magst du das mal bitte präziser ausführen. Inwiefern führt die akademischen Arbeiten Zimmerers zu Antisemitismus und Gewalt an Universitäten?

    Die Positionen von Oswalt & Co. haben sich dadurch - erwartungsgemäß - nicht geändert. Das ist bei dir ja auch so.

    Diese Bemerkung kann ich nicht nachvollziehen. Die Ausführungen von Bodenschatz und mir zielen in vielen Punkten in die gleiche Richtung oder sind sogar deckungsgleich. Das hat mich in meiner Auffassung von Oswalts Thesen zusätzlich bestärkt. Das bedeutet selbstredend nicht, dass ich alles grundsätzlich ablehne, was aus Richtung Oswalt an die Außenwelt dringt. Dies dürfte Herr Bodenschatz ebenfalls für sich in Anspruch nehmen.

    Nun hat Herr Zimmerer nicht nur einen "Megaschaden", sonders ist auch noch "quartalsirre"? Und auf der Website der Universität ist seit Jahren von Ideologie triefende Propaganda zu lesen? Manchmal überrascht mich dieses Forum selbst in der Heftigkeit der persönlichen Anschuldigungen noch. Auf Grundlage solcher überschäumenden Polemik möchte ich dann doch keine Diskussion führen. Man kann über vieles in der Sache streiten, aber sicher nicht auf diesem Niveau.

    Was auffällt ist, dass die überwiegende Zahl der Aktivisten Hochschullehrer sind. Das betrifft über die drei genannten Professoren hinaus auch eine Reihe von Mitarbeitern aus deren akademischen Umfeld und Fans. Hier hatten wir einen Hochschulassistenten, der sich in Chats bei Facebook mit rekonstruktionsfreundlichen Parolen Eintritt verschafft hatte und dann fantasiereich über das Innenleben der Gruppe als antidemokratischer Stammtisch berichtete.

    Das bedingt sich gegenseitig. Weil der Diskurs verkopft ist, wird er vorwiegend von Akademikern geführt. Und weil Akademiker den Diskurs führen, wirkt er vielfach verkopft.

    Auch wenn es dir und vielleicht anderen Foristen nicht schmeckt, erlaube mir dennoch die Frage nach dieser Unterwanderung durch einen Hochschulangehörigen. Damit dies ja bekannt wird, muss er ja seine Eindrücke irgendwo publik gemacht haben. Wo kann man das nachvollziehen? Mir geht es darum, ein möglichst vollständiges Bild der Debatte zu erhalten und da ist es wenig hilfreich, wenn solche weitreichenden Vorwürfe einfach in den Raum gestellt werden.

    Das akademische Umfeld hat sich in den letzte Jahren massiv radikalisiert.

    Ich würde nicht so weit gehen, aus einer Handvoll Aktivisten gleich auf das ganze akademische Umfeld zu schließen. Mit dieser Frontenbildung verschließt man sich einem fruchtbaren Diskurs. Und daran schließt sich dann auch gleich meine nächste Bemerkung an:

    Der Kreis arbeitet gänzlich unwissenschaftlich, weil er an Meinungsaustausch überhaupt nicht interessiert ist.

    Den Vorwurf würde ich so nicht formulieren. Immerhin ist Oswalt in den letzten Monaten durch zahlreiche Institutionen getingelt. Bei den dortigen Podiumsdiskussionen sind regelmäßig auch kontroverse Meinungen vertreten worden. Als Stichwort ist zum Beispiel Harald Bodenschatz zu nennen, der Oswalt mehrfach in Diskussionen und auch in Artikeln widersprach. Da ist schon so etwas wie ein akademischer Austausch entstanden.

    Jürgen Zimmerer ist ein geschätzter Kollege, der sich in der Erforschung der Kolonisation verdient gemacht hat. Weder er noch die anderen Akteure haben einen "Megaschaden", wie es mancher hier scharmant von sich gibt. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass sich der Diskurs verselbständigt und immer ideologischer geführt wird. Ich verstehe nicht so recht, warum sich Zimmerer dafür hergibt. Ich betone immer, dass manche Beobachtungen, die aus diesen Kreisen kommen, durchaus richtig und wert sind, diskutiert zu werden. Wie kann man daraus aber den Schluss ziehen, das Berliner Schloss sei antidemokratisch besetzt und würde die Geschichte des Holocaust ausklammern?

    tegula Ich habe Dir nicht vorgeworfen, selbst Leute denunziert zu haben, sondern das Problem nicht bei den Denunzianten, sondern den "Rechtslastigen" zu verorten.

    Das habe ich schon verstanden, weshalb ich dir geraten habe, meine Artikel zu der Thematik zu lesen. Meine letzte Kritik dazu:

    Architektur als Identitätspolitik - eine Kritik an Philipp Oswalts Thesen
    Rezension und Buchbesprechung: Philipp Oswalt, Bauen am nationalen Haus - Architektur als Identitätspolitik
    www.zeilenabstand.net

    Falls dieser Eindruck nicht stimmen sollte, kannst Du mich ja gerne korrigieren.

    Korrektur: Mir geht es um keine Schuldzuweisungen, sondern um Erklärungsmuster, warum Spender sich nun zurückhalten, speziell am Potsdamer Stadtschloss.

    Das hat gar nichts "nebulöses" sondern ist - wie gesagt - öffentlich nachlesbar.

    Dann verlinke es doch bitte für mich Unwissenden! Um mehr habe ich dich doch gar nicht gebeten.

    Warum also nimmst du wieder einen fanatischen Linken in Schutz

    Ich nehme niemanden in Schutz. Eine solche Interpretation ist absurd.

    Da könnte man zusätzliche Informationen auch Erweiterung seines Wissens zur Kenntnis nehmen, stattdessen hälst Du dich hier - nicht zum ersten Mal - für einen Richter.

    Ja, um diese Erweiterung meines Wissens bitte ich dich jetzt zum dritten Mal.

    Stattdessen hältst Du dich hier - nicht zum ersten Mal - für einen Richter. Dir steht es auch nicht zu das Adjektiv "unbescholten" - oder nicht - über jemanden zu verhängen, da du weder Verfassungsschutzpräsident noch auf anderem Wege in der Lage bist die politische Haltung von Personen im Sinne einer "Unbescholtenheit" zu prüfen. So etwas steht in einem Rechtsstaat nur den Polizeibehörden zu, keinen Politikaktivisten wie Dir.

    Was ist dir denn über die Leber gelaufen? Das Vokabular stammt hier aus dem Forum von Rekonstruktionsfreunden und von Herrn Boddien daselbst: https://berliner-schloss.de/wp-content/upl…_Ausgabe-97.pdf

    Der Grund, weshalb viele Leute mit einer Spende zögern, ist die zu befürchtende Denunziation und gesellschaftliche Diffamierung, die von der radikalen und sehr lautstarken Gegenseite inszeniert wird. Es dürfte in vielen Fällen also genau umgekehrt sein als das, was Du behauptest.

    Gerade aber Gegenseite betont ausdrücklich (siehe Oswalt), dass die überwältigende Mehrheit der Spender "unbescholten" ist. In Hinblick auf das Potsdamer Stadtschloss, das ja hier der Diskussion zugrunde liegt, sind mir solche Kontroversen schon gar nicht bekannt. Insofern haben diese Spender doch gar nichts zu befürchten, außer genau das, was ich anführe: Menschen, die Differenzierungen nicht so beherrschen, könnten alle Spender von Rekonstruktionen einfach in einen Topf werfen.

    Es wäre also eigentlich angebracht, sich mit aller Macht gegen diese denunziatorische und völlig undemokratische Praxis zu positionieren, Leute heraus- und anzugreifen, bloß weil sie eine andere Meinung haben als man selbst. Aber in diese Richtung hört man von Dir leider nichts, im Gegenteil: Du schreibst von "unbescholtenen Spendern" im Gegensatz zu "rechtslastigen Spendern", was impliziert, dass Spender, die eine politisch abweichende Meinung haben, damit "bescholten", also anstößig, unmoralisch, beschuldigt sind. Du machst also letztendlich mit bei dem ganzen Spiel. Denk' mal drüber nach.

    Und du denke mal darüber nach, warum ich "rechtslastig" ganz bewusst in Anführungszeichen setze. Das hat nämlich seinen Grund. Dass du glaubst, von mir nichts zu Denunziationen zu lesen, könnte daran liegen, dass du meine Artikel zu der Thematik nicht gelesen hast. Musst du natürlich nicht, aber dann solltest du dich mit solchen Vorwürfen zurückhalten.

    Dann setzte solche doch nicht gerade nachvollziehbaren Dinge bitte nicht in die Welt, wenn du nicht bereit bist, konkreter zu werden und die Behauptungen zu belegen. Das machst du nun nicht zum ersten Mal. Das ist kein guter Diskussionsstil. Nebulöse Andeutungen helfen niemandem weiter.

    Doch, das ist so. Dafür gibt es in Berlin und Potsdam zahlreiche Beispiele. Du solltest die Breite deiner Lektüre und den Kreis deiner Gesprächspartner erweitern.

    Ich lese mich gerne entsprechend ein. Dann mal her mit der Lektüre.

    Das reicht dann nicht nur zur Erwähnung in irgendwelchen Listen sondern kann in Einzelfällen auch zu Besuchen unter der Privatadresse und Beschimpfung der eigenen Kindern führen, auch wenn das nicht immer im Neustrelitzer Tagesanzeiger steht.

    Verstehe ich es richtig, dass du gerade behautest, man würde Besuch an der Privatadresse erhalten (von wem überhaupt?), weil man z. B. für das Potsdamer Schloss gespendet hat. Das sind schon ziemlich weitreichende Aussagen, die bei mir auf große Skepsis stoßen. Magst du das bitte mal belegen?

    Tatsächlich ist die Frage der Gesinnung von Spendern irrelevant.

    Sie ist insofern nicht irrelevant, als dass man als durchschnittlicher Spender eben nicht auf einer Liste auftauchen möchte, die mit Radikalen oder gar Extremisten besetzt ist. Ich finde, das ist ein sehr nachvollziehbarer Grund, um mit einer Spende zu zögern. Und genau das ist doch das perfide Kalkül von Rekonstruktionsgegnern: Indem man einige "rechtslastige" Spender aufdeckt, macht man es unbescholtenen Spendern nicht gerade attraktiv, sich zukünftig bei diesem Projekt finanziell zu engagieren. Das ist doch ein ganz simpler Mechanismus, der eigentlich keiner Erklärung bedurfte.

    Für so etwas zu spenden gilt doch heute als moralischer Straftatbestand.

    Das ist doch Unsinn. Niemand ist allein wegen der Tatsache beschimpft worden, dass er für eine Rekonstruktion gespendet hat. Was schon eher als Argument herhalten kann: Man möchte nicht als Spender in einer Liste auftauchen, in der auch vermeintliche oder wirkliche Rechtsradikale stehen. Und das kann leider schnell geschehen, zumal solche Listen mittlerweile intensiv durchleuchtet werden.

    Das Missverständnis liegt wohl darin, dass man von Mario Barth objektiven Journalismus erwartet. Das ist kein Journalismus und er will schon gar nicht objektiv sein. Hier geht es doch vielmehr um Einschaltquoten durch Polarisierung. Das ist weniger Vorwurf als Feststellung. Insofern ist Barth kein Maßstab für die Einschätzung der journalistischen Berichterstattung über die Garnisonkirche.

    Oder es ist tatsächlich nicht das Areal gemeint, sondern die Grundflächen der einzelnen Räume summiert. Dann wird es aber schwierig bei der Vergleichbarkeit mit Burgruinen, bei denen nicht alle Räume erhalten sind. So oder so ist das eine Krux mit solchen Größenangaben und den daraus abgeleiteten Superlativen. Ich halte davon nicht viel. Warum schreibt man nicht einfach, es sei eine der weltweit größten Burgen? Damit ist man dann immer auf der sicheren Seite.

    Wir (demokratischen) Rechten haben mit den Verdächtigungen und Unterstellungen nicht angefangen.
    Und es ist legitim, dass wir uns wehren.

    Wer ist denn "wir"? Frau Lengsfeld kann ja nicht gemeint sein, wenn sie hier immer wieder als absolute Mitte dargestellt wird.

    War aber klar, dass jemand aus dem fernen Westen, der in seinem Leben nie Diktatur am eigenen Leibe erfahren hat, hier sofort rummeckern muss.

    Du hast nicht den blassesten Schimmer, wie viele Jahre meines Lebens ich in einer Diktatur gelebt habe, haust hier aber Sprüche raus, dass sich die Balken biegen. Ad hominem, nur leider verfehlt...

    Ich würde mir wünschen, man würde zum Berliner Schloss nicht nur von ganz links und ganz rechts etwas hören. Das ermüdet und vermiest der gemäßigten Mitte die Freude an und den unvoreingenommenen Blick auf dieses Projekt. Denn eigentlich stammt dieses Rekonstruktionsvorhaben aus der Mitte der Gesellschaft, legitimiert durch unser Parlament. Indem wir hier immer wieder die beiden Positionen vom politischen Rand verbreiten und diskutieren, lassen wir uns in diesen Zwist hineinziehen. Gemäßigte Kräfte und Botschaften dringen da kaum noch durch. Diese Polarisierung scheint aber gerade den Zustand unserer Gesellschaft abzubilden - leider.

    Das dachte ich mir auch!? Und Abgrenzung zu Festung? Gestern sah ich einen Film über eine indische Festung aus dem 15.Jh mit insgesamt 35 km Mauerwerk. Wurde als größte Festung der Welt bezeichnet!

    Solche Zuschreibungen sind meist nicht mehr als überbordender Lokalpatriotismus und werden gern von der Tourismusbranche getragen. Einer wissenschaftlichen Überprüfung können sie häufig nicht standhalten. Im konkreten Fall stellt sich zudem die Frage, wie "gößte" definiert wird. Größte Grundfläche, größte Fläche der Räumlichkeiten, größtes Bauvolumen, meisten Räume, längste Außenmauer? Zudem: Welche zeitliche Zuordnung nehmen wir vor? Gründungszeit, Zeit der größten Ausdehnung, heutiger Zustand? Da gibt es unzählige Möglichkeiten und Variablen.

    Gerne wird auch mit "älteste" geworben. Da gibt es meist ähnliche Problematiken.