Posts by tegula

    Der Bau war äußerlich tatsächlich fast vollständig intakt. Möglicherweise war er innen ausgebrannt. Aber selbst die Attikafiguren standen noch. Wie kann man denn so ein Gebäude wegen angeblicher Zerstörung abreißen und so einen unfassbar hässlichen Klotz dahinstellen? Von allen Freveln, die man so hier zu sehen bekommt, ist das einer der größten.

    Ich verstehe die Sorge der Parlamentarier, die noch die Bilder der Erstürmung der Reichstagstreppe oder gar die mit Todesopfern versehenen Ereignisse in Washington im Kopf haben. Dennoch frage ich mich, ob ein solcher Graben in unserer Demokratie das richtige Zeichen sein würde. Sind alle anderen Optionen alle schon abgewogen worden? Aber wenn der Graben kommen sollte, wird es sicherlich nicht der Untergang Deutschlands sein, wie mancher vielleicht meinen mag.

    Den Trierern wird es wohl bekannt sein, aber für mich war es neu: Die gotische Steipe am Hauptmarkt von Trier und die umgebende Bebauung (unter anderem das Rote Haus) wurde erst um 1970 rekonstruiert. Seite dem Krieg klaffte dort eine riesige Baulücke. Wir hatten es zunächst mit einem Totalverlust zu tun. Wie wunderbar, dass wir den Platz heute wieder in seiner vollen Pracht betrachten dürfen. Das ist einer geschichtsträchtigen Stadt wie Trier auch angemessen.



    Westseite des Hauptmarktes mit Steipe, dahinter das Rote Haus


    Hauptmarkt mit St. Gangolf und Steipe


    Das Rote Haus am Hauptmarkt

    Mittlerweile ist einer zunehmenden Zahl von Bundesbürgern die Einordnung von Wikipedia oder von gewissen dubiosen Bundesbehörden immer mehr egal. :biggrin:

    1. Ich kenne keine dubiosen Bundesbehörden und es ist auch nicht entscheidend, welches Abstimmungsergebnis das Volk mit den Füßen erzeilt.

    2. Wikipedia gibt ja nicht diese Einschätzung ab, sie fasst lediglich die Ergebnisse und Schlussfolgerungen zusammen, die in der öffentlichen Debatte erzielt werden.

    3. Ist das reichlich Off-Topic.

    Nunja. Das ist nunmal, wie er sich gerne und oft in der Öffentlichkeit präsentiert. Ob man nun das Buch gelesen hat oder nicht, das sind seine Botschaften, die vielen im Kultursektor in den Ohren hängen, sowie darüber hinaus.

    Das ist richtig und man kann sich dann ein Urteil über diese Auftritte erlauben. Das Buch selbst ist aber facettenreicher und es zu verreißen, verbietet sich, wenn man es nicht gelesen hat (was auch grundsätzlich gilt!). Nicht mehr und nicht weniger habe ich hier kritisiert.

    Nur mal als Verständnisfrage: waren beide zu vergleichenden Häuser auch hinsichtlich der Nettokaltmiete und des Standortes identisch?

    Der Standort ist vergleichbar. Die Kaltmiete ist im neuen Haus etwas höher, weil hier der Standard mit Fußbodenheizung, großzügiger ebenerdiger Dusche, Garage, Wall-Box etc. naturgemäß etwas besser ist. Es ist eben fast ein Neubau. Beide Mieten waren bzw. sind sehr angemessen. Ich verstehe allerdings nicht, was das mit den Heizkosten zu tun haben soll.

    Dass wir aber wieder darüber diskutieren, ob bei Bränden die Fassade eine Mitschuld tragen kann ist allein schon bitter genug. Hat man nicht schon im Mittelalter erkannt, dass eine steinerne Fassade entsprechende Vorteile hat? Heutzutage, wo moderne Fassaden Brände nicht mehr so widerstehen können wie noch vor 100 Jahren, gepaart mit zunehmender Brandlast an den Fassadensockeln durch E-Fahrzeuge und zunehmendem Müll sehe den Finger in der Wunde durchaus gerechtfertigt.

    Natürlich, ich bin da ganz bei dir, dass es zu hinterfragen ist, welche Dämmmaterialien Klimaschutz, Brandschutz und Wohnkomfort vereinen können. Aber das kann nur unter der Regie entsprechender Experten geschehen. Valencia ist erst zwei Tage her! Wozu soll es also dienen, wenn man reflexartig die Toten dem Klimaschutz zuschreibt? Das bringt uns in der Sache doch keinen Deut weiter. Zudem muss man schauen, inwiefern die Vorschriften und die Handhabungen in Spanien mit deutschen Verhältnissen vergleichbar sind.


    Im Übrigen können Dämmung und andere Maßnahmen erheblich zur Einsparung von Heizkosten beitragen. Wir sind vor einem Jahr aus einem Haus aus dem Jahr 1995 (also nicht wirklich alt) in ein Haus aus dem Jahr 2019 gezogen. Alter der Heizung und Wohnfläche sind identisch. Bessere Dämmung und zwei Solarpaneele führten jedoch dazu, dass wir unseren Gasverbrauch drastisch reduzieren konnten und über 500 € Rückzahlung erhalten haben. Die Maßnahmen zum Klimaschutz wirken auf diesem Sektor also erheblich!

    Das hilft hier wenig weiter. Es ist jetzt einige Tage her, dass ein Brand in einem Hochhaus in Valencia Tote gekostet hat. Und schon stehen die selbst ernannten Brandsachverständigen auf der Matte und behaupten, die Toten gehen auf das Konto der Klimaschützer. Das ist im besten Fall unseriös. Die Frage nach der Einschätzung eines Experten, der den Ort des Geschehens auch untersucht hat, wäre dagegen der Weg, der zu überzeugenden Argumenten führt. Warum wundert es mich nicht, dass dies hier im Forum anders gesehen wird? Diese Diskussion laufen bei jedem Brand gleich ab. Anstatt diejenigen Experten ihre Arbeit machen zu lassen, die es wirklich beurteilen können, werden Spekulationen und Zuschreibungen auf aggressive Weise verbreitet.


    So ist der wirkliche Stand der Dinge:


    Hochhausbrand in Valencia: Tödliche Fassade
    Nach dem Hochhausbrand in Valencia suchen Retter weiter nach Vermissten. Hat die Gebäudedämmung das Inferno beschleunigt?
    www.sueddeutsche.de


    Quote

    Welche Rolle die Fassade bei dem Brand genau gespielt hat, werden Fachleute in den kommenden Wochen zu klären haben. Ebenso wie die Frage, wie viele weitere Gebäude mit möglicherweise brandgefährlichen Fassaden in Spanien herumstehen und ob man diese umbauen wird. Das in Valencia abgebrannte Haus wurde 2005 kurz vor der aktuell in Spanien geltenden, 2006 eingeführten Bauordnung projektiert.

    Man muss nicht alles und jeden gleich als rrrrrächtsss bezeichnen, nur weil er - zumeist mit starker Überzeichnung - den Finger in die eine oder andere Wunde legt.

    Nein, ich habe dies getan, weil dies die Einordnung von Wikipedia und anderen Medien stammt. Aber wer dies Medium kennt, wird recht schnell zum gleichen Ergebnis gelangen. Das war jetzt nicht wertend gemeint, sondern lediglich eine Feststellung, die den Artikel einordnet. Aber letztlich beantwortet das nicht meine Frage nach einem unabhängigen Sachverständigen. Behauptungen unmittelbar nach einem Brand aufstellen, kann jeder. Mir geht es darum, zu schauen, ob diese Behauptungen unter entsprechender Expertise auch belastbar sind.

    Regionaltypisch, ambitioniert, ensemblebildend, vorbildlich, lehrreich, perfekt und hoffentlich vielmals inspirierend.

    Mir gefallen Holzhäuser auch fast immer, aber das Haus ist alles andere als regionaltypisch. In den Elbmarschen ist Holz absolute Mangelware gewesen. Backstein wäre hier regionaltypisch.

    Geht auch mit Toten:

    Dass Journalisten in einem rechten Blog schnell zu dem Schluss kommen, hier wären Menschen für den Klimaschutz gestorben, das ist nun keine Überraschung. Mich würde hier aber die Meinung eines unabhängigen Sachverständigen interessieren. Gibt es da auch seriöse Quellen, die belastbar sind, oder sind wir immer noch im Reich der Spekulationen? Denn erst dann kann man sich mit stichhaltigen Argumenten gegen bestimmte Praktiken des Dämmens positionieren.

    Wir waren im letzten Jahr erstmals in Prora und sind angesichts der Widersprüchlichkeit dieses Ortes hin- und hergerissen. Größenwahn, der in der Gegenwart zu erhebliche Problemen auf vielerlei Ebenen führt. Unser Bericht dazu:


    Prora - KdF-Seebad und NS-Architektur auf Rügen
    Prora: NS-Architektur für die Volksgemeinschaft - Propaganda der Deutschen Arbeiterfront und ihrer Unterorganisation "Kraft durch Freude"
    www.zeilenabstand.net


    Und hier noch ein sehr anschauliches Video des Dokumentationszentrums Prora, das die Anlage in seinen ganzen Dimensionen zeigt.


    External Content www.youtube.com
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    Eine weitere Empfehlung: DenkMALProra von Dr. Stefan Stadtherr-Wolter:


    Startseite | DenkMALProra - Die reale Geschichte von Prora und Mukran
    Denk-MAL-Prora e.V. bemüht sich darum, die reale Geschichte von Prora und Mukran nicht in Vergessenheit geraten zu lassen!
    denkmalprora.de

    Bloß ein kleines Nachhaken, in der Hoffnung, dass hier im Forum eventuell einige mehr zu wissen: Ist diese Sichtweise, dass im Mittelalter Planstädte eine absolute Seltenheit waren, nicht mittlerweile zu hinterfragen?

    Für Frankreich mag ich es nicht beurteilen, aber für Deutschland ist sie in der Tat nicht zutreffend. Im Norden und Nordosten trifft man sogar häufig mittelalterliche Planstädte mit rechtwinkligem Straßennetz an. Neubrandenburg ist so ein schönes Beispiel oder Kiel.

    Die Generationen, die eine persönliche Beziehung zu Ostpreußen oder anderen ehemaligen deutschen Ostgebieten haben, sterben in der Tat aus, aber immerhin bleibt das Interesse seitens der Wissenschaft, so dass ich guter Dinge bin, dass nicht alles aus dem Gedächtnis verschwinden wird. Zur Zeit darf ich die Website für die "Historische Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung" erstellen, die dann irgendwann im Sommer online gehen wird. Und so kommt dann wieder ein Puzzlestein hinzu.

    Ich erinnere nur daran, dass der Disput der letzten Tage damit losging, dass du in Beitrag 348 die Rezensionen über das Oswalt-Buch bei Amazon ziemlich pauschal und unfair abgewatscht hast.


    Du verdrehst schon wieder meine Worte. Ich habe geschrieben:


    Weder die Ein-Stern- noch die Fünf-Stern-Bewertungen kommen dem tatsächlich Gehalt des Buches nahe. Hier werden ideologische Grabenkämpfe ausgetragen, was allein daran zu erkennen ist, dass es zwischen diesen beiden Extremen gar keine Bewertung gibt. Ich bezweifle sogar, dass alle Kommentatoren das Buch gelesen haben.


    Wenn man bei einem Artikel eine Bewertungs-Skala vorfindet, die nur aus 5 Sternen oder 1 Stern besteht, kann man sich ausmalen, dass viele der Bewertungen nicht objektiv abgegeben wurden. Das kann sowohl für die 5 Sterne als auch für den 1 Stern gelten. Und diese banale Feststellung ist ganz unabhängig vom Produkt. Ebenso banal ist es, dass bei einer solchen Konstellation die Vermutung nahe liegt, dass nicht alle Kommentatoren das Buch gelesen haben, erst recht, wenn es Einzeiler bei den Bewertungen gibt.


    Was ich nicht geschrieben habe und was du mir hier dennoch seit mehreren Seiten unterstellst: Dass ich alle Bewertungen gegen Oswalt pauschal als falsch bezeichne, dass ich Oswalt in Schutz nehme, dass alle Kommentatoren das Buch nicht gelesen haben. Deshalb hat diese überflüssige Diskussion mit deiner (unten zitierten) bewusst provozierenden und falschen Unterstellung begonnen, wohlwissend, dass ich mich schon mehrfach in Artikeln kritisch mit Oswalts Thesen auseinandergesetzt habe:


    Immerhin kann sich der verkannte große Architekturtheoretiker darüber freuen, dass er in diesem Forum einen so treuen Advokaten hat.


    Da du dies nicht zum ersten Mal in Bezug auf meine Person machst (siehe die Löschungen vor einigen Tagen), muss ich davon ausgehen, dass es dir gar nicht um Oswalt geht, sondern um mich. Rezensiere doch mal selbst die Schriften von Oswalt, anstatt diejenigen permanent anzugreifen, die dies ernsthaft und unvoreingenommen tun.

    Geht es dir um Oswalt oder doch eher um mich? Wenn ich bedenke, dass du den gleichen Aufriss bereits vor wenigen Tagen in einem anderen Strang versucht hast, was dankenswerterweise unterbunden und gelöscht wurde, wirkt es so, als wäre letzteres dein Ansinnen. Ich sage es dir noch einmal: Lass es bitte sein!


    Anstatt sich den Sachfragen rund um Oswalts Thesen zuzuwenden, werden hier immer wieder Grabenkämpfe angezettelt, um Unruhe zu stiften. Dabei stehen in der Sache doch alle auf derselben Seite! Wieso ist es einigen nicht möglich, dieses Potenzial zu erkennen?