Posts by Ravensberger

    Auf Bild 1 sind im Hintergrund 2 Fachwerkhäuser mit Krüppelwalmdach zu erkennen. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso diese beiden Bauten nicht unter Denkmalschutz stehen!

    Hier noch einige Infos zur aktuellen Farbfassung des Hexenbürgermeisterhauses:

    Überhaupt war die Suche nach der richtigen Farbfassung wesentlich bei der abschließenden Gestaltung der Ostfassade. Umfangreiche Befunduntersuchungen hatten nämlich ergeben, dass die ursprüngliche Farbfassung der Fassade fast monochrom war. Dies gilt sowohl für die Putzflächen als auch für den Fassadenschmuck aus Sandstein. Einzig ausgenommen davon war der figürliche Fassadenschmuck. Das stellte wiederum eine erhebliche Abweichung von der letzten, in den 1960er Jahren extrem bunt ausgeführten Farbfassung dar. „Jetzt lebt die Ornamentik des Fassadenschmucks vor allem von der Plastizität, die von Licht und Schatten hervorgehoben wird“, meint Restauratorin Schröder. Es folgten während der Restaurierungsarbeiten viele Gespräche, Überlegung und auch Bemusterungen auf der Suche nach einer für die Fassade passenden Farbfassung. Das Ergebnis aus den Besprechungen und Bemusterungen bezeichnet die Restauratorin Constance Schröder als: „Farbfassung in Anlehnung an den historischen Befund in Anpassung an den Zeitgeist“. Bunt gestaltet ist nach wie vor der figürliche Fassadenschmuck. Er hebe sich damit deutlich von den farblich eher zurückhaltend gestalteten Zierelementen und der Fläche ab. Die Vertiefungen der muschelförmigen Elemente, mit denen der abgetreppte Stufengiebel geschmückt ist, wurden ebenso wie die Rücklagen der Halbsäulen einen bis zwei Farbtöne dunkler gestrichen als die Grundfarbe, um die Plastizität des Fassadenschmucks und der Zierelemente hervorzuheben.

    Quelle:https://www.bauhandwerk.de/art…lige_Fassade_2541809.html

    Mir gefällt die aktuelle Fassung eigentlich ganz gut. Zuvor waren die Muschelverzerierungen in den Voluten farbig gefasst, wie man das heute vor allem von den Fächerrosetten her kennt, die ursprünglich wohl ebenfalls monochrom gefasst waren. Auf diese bunten Fassungen, die wohl sämtlich neueren Datums sind, geht sicherlich auch die irreführende Bezeichnung Fächerrosette zurück, da man diese Art von Verzierungen mit einem aufgeklappten Fächer assoziierte. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Muschelmotiv, das man bereits vom Steinbau her kannte und dann auf den Fachwerkbau übertrug. Später wurde diese Herleitung dann aber offenbar vergessen.

    Kann es sein, dass im oberen Bereich des Giebels bereits wieder die Farbe abblättert (Oberhalb der zweiten Volute von oben)?

    Anscheinend sollen die Häuser bald saniert werden: https://newsgo.de/350-000-euro-bundesfoerderung-fuer-lemgo/


    Der erfahrene Bau- und Restauratormeister Andreas Kramp wird mit Hilfe der Bundesförderung und Einsatz eigener Mittel die denkmalgeschützten Gebäude, mit rund 2,5 Millionen Euro Gesamtinvestition, sanieren. Zudem sollen auf dem hinteren Areal des ehemaligen Hanse-Centers über 3000 Quadratmeter innerstädtische Wohnfläche entstehen. Die beiden bekannten Denkmäler an der Breite Straße sollen dabei zehn Wohnungen sowie circa 400 Quadratmeter Gewerbefläche im Erdgeschoss enthalten.

    Der Neubau des Hotels Annenhof ist ja wirklich schauerlich! Ich frage mich, wie man einen derart unsensiblen Neubau in direkter Nachbarschaft des wohl prominentesten und bedeutendsten Bürgerhausesder Stadt (=Hexenbürgermeisterhaus) überhaupt zulassen konnte. Die großen Fenster und Dachgauben sind wirklich unterirdisch. Die rostigen Wände im EG setzen dem Ganzen die Krone auf. Das linke Nachbarhaus aus Fachwerk wird von diesem Hotel-Monstrum ja völlig erschlagen. Man hätte sich unbedingt a der Vorgängerbebauung orientieren müssen, die bekanntlich aus zwei Giebelhäusern bestand. Warum man hier nun einen Traufenbau genehmigte, ist mir absolut schleierhaft. Der Innenhof wirkt so öde und unwirtlich wie der Schulhof einer typisch deutschen Gesamtschule. Furchtbar auch die Straßenmöblierung vor dem Hexenbürgermeisterhaus. Was haben denn hier Sitzbänke verloren? Nicht besser ist die rote Pflasterung der Straße, die in den 1970er Jahren recht beliebt war.


    Beim Haus Wippermann wäre es schön, wenn man den Streifenputz wiederherstellen würde, den man hier bei Untersuchungen nachweisen konnte.

    Was hat denn eigentlich zuvor auf der Freifläche an der Stiftsstraße gestanden?

    Was wird aus der Martinsschule?

    https://www.wochenblatt.de/bou…nsschule-ist-abgesprungen

    Da der Deal mit dem Landshuter Investor, der in der Martinsschule zunächst sogar eine Tagesklinik errichten wollte, nun geplatzt ist, muss die Stadt den Verkauf neu ausschreiben. Vermutlich diesmal aber unter anderen Bedingungen: mit der Option, die ehemalige Bildungseinrichtung doch abzureißen und dort ein neues Gebäude entstehen zu lassen. OB Alexander Putz: „Der Vorschlag der Verwaltung wird auch den Abbruch des Gebäudes, das kein Einzeldenkmal ist, ermöglichen.“

    Hier ein Luftbild des Komplexes:https://www.idowa.de/media.med…51bde62f.original1024.jpg

    Es gibt auch eine BI für den Erhalt des Gebäudes:https://www.klartext.la/schlag…rettet-die-martinsschule/

    In der Neuen Straße/Ecke Leinstraße wurde das einstige Möbelhaus Vogel abgebrochen:

    https://www.dieharke.de/Nachri…rger-Fenstern-102193.html

    Erster Entwurf:

    https://www.blickpunkt-nienbur…se-entstehen-9947897.html

    Warum brennt es dort eigentlich ständig? Es gibt so viele Fachwerkstädte in Deutschland, aber immer wieder hört man nur von Hann. Münden über derartige Vorkommnisse.

    Mir ist völlig unverständlich, wie man derartige Neubauten innerhalb des historischen Stadtkerns überhaupt genehmigen konnte! Meines Wissens sind sowohl die Altstadt, die Neustadt als auch das Petriviertel nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz als Gesamtanlage ausgewiesen.

    Gesamtanlage:

    Neben einzelnen Gebäuden können sogar ganze Straßen-, Platz- und Ortsbilder mit Pflanzen- oder Wasserflächen unter Denkmalschutz stehen (§ 2 Abs. 2 Nr. 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz).

    Bei diesen so genannten Gesamtanlagen steht der Schutz historischer Ortslagen, die sich geschlossen und in typischer Weise erhalten haben, im Vordergrund. Allerdings können in einer Gesamtanlage auch "störende? Gebäude liegen, die sich nicht in den Gesamteindruck einfügen. Ziel des Denkmalschutzes ist dann bei diesen Objekten eine langfristige Veränderung zum Besseren.

    Als Eigentümer eines Objektes in einer Gesamtanlage dürfen Sie Veränderungen am äußeren Erscheinungsbild nur nach Erteilung einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung durchführen.

    Auch für Neubauten innerhalb einer Gesamtanlage benötigen Sie eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung. Neubauten sollen so gestaltet werden, dass sie die prägenden Merkmale der Gesamtanlage aufnehmen z.B. Stellung des Gebäudes, Dachneigung, typische Materialien. Dies alles dient dazu, das historische Ortsbild zu erhalten und von störenden Einflüssen freizuhalten. Quelle:https://www.wetteraukreis.de/s…samtanlage-denkmalschutz/

    Von einer Anpassung der Gebäude an die Umgebung kann hier doch wohl keine Rede sein, obwohl dies ja eigentlich vorgeschrieben ist. Wie konnte der Denkmalschutz das Vorhaben überhaupt genehmigen. Wurde hier geschlafen?


    In der Nähe des Petrihauses erfolgten mittlerweile weitere Abbrüche zugunsten eines Mehrgenerationenhauses:

    https://www.hna.de/lokales/hof…er-altstadt-90037532.html

    http://www.hofgeismar-aktuell.…eichern-_arid,743632.html

    Ob es dieses Gebäude war, das beseitigt wurde:https://mapio.net/pic/p-5655885/

    Das Folgende hört sich nicht gut an und lässt weitere Abrisse vermuten:

    Bürgermeister Markus Mannsbarth betonte, die Stadt mache sich bereits seit geraumer Zeit Gedanken darüber, die Innenstadt weiter zu entwickeln. Um den historischen Ortskern mit Leben zu füllen, brauche man die Möglichkeit, dass Menschen dort wohnen können. Die beiden Erfolgsmodelle Petrihaus und die Errichtung der modernen Einfamilienhäuser in der Brauhausgasse in Form eines solchen Wohnquartiers zusammenzuführen erscheint hier als eine hervorragende Lösung. So etwas gehe aber nur, wenn man Menschen habe, die dahinter stehen. "Die Stadt steht 100-prozentig hinter diesem Projekt und freut sich über die Umsetzung."

    Unterstützung erfährt das Vorhaben finanziell durch das städtebauliche Förderprogramm „Lebendige Zentren“, welches seit diesem Jahr die bisherigen Programme Aktive Kernbereiche in Hessen sowie Städtebaulicher Denkmalschutz bündelt.

    Städtebaulicher Denkmalschutz? Durch Abbruch, oder wie?

    Das Haus am Töpfermarkt ist offenbar fertig (rechts im Bild angeschnitten ):https://de.m.wikipedia.org/wik…fgeismar_20190621_001.jpg

    Hier weitere Fotos des Neubaus mit vorgeblendetem oder aufgemaltem Fachwerk:https://www.medicus-ks.de/sani…hofgeismar-sanitaetshaus/

    Es hätte sicher schlimmer kommen können, aber der Altbau ist nun mal wech! Leider wurde das Zwerchhaus offenbar nicht rekonstruiert,

    Der Vorgängerbau:https://mapio.net/images-p/14049798.jpg

    Ach ja, dieses Monstrum entstand an der Pfeffergasse/Ecke Petristraße (nördlicher Alstadtrand), das Petrihaus:https://www.hna.de/lokales/hof…roeffnet-pr-12281684.html

    https://www.naheimst.de/newsro…ismar-feierlich-eroeffnet

    Es wurden keinerlei Anstrengungen unternommen, den Bau in die historische Umgebung einzufügen. Wirklich grauenhaft! Ich habe manchmal den Eindruck, dass in den Randbereichen von historischen Altstädten mittlerweile alles erlaubt zu sein scheint. Nur an den wichtigsten Straßen und Plätzen scheint man sich noch ein wenig Mühe zu geben, der Rest ist völlig egal. Auch der Erhalt der historischen Dachlandschaft scheint niemanden mehr zu interessieren (siehe Nürnberg!).

    Doch die Verantwortlichen sehen das natürlich ganz anders:

    Dank seines schlichten und modernen Designs integriert sich der Neubau gut in den Altstadtkern Hofgeismarsund setzt Akzente in der historischen Bebauungsstruktur.

    Quelle: https://www.google.de/url?sa=i…-9pCw1ewCFQAAAAAdAAAAABAS


    Nicht so gut sieht es im Falle der ehem. Gaststätte "Barönchen" in der Münsterstraße aus, deren ältesten Teile aus dem 17. Jh. stammen sollen. Sie steht offenbar immer noch leer und wird von der klotzigen Emsgalerie arg in die Zange genommen:https://upload.wikimedia.org/w…C_Landkreis_Steinfurt.jpg

    Situation vorher:https://www.rheine-tourismus.d…56/3022_4._baroenchen.jpg

    Jetzt:https://upload.wikimedia.org/w…-Rheine_Baroenchen_02.jpg

    Bereits 2004 wurde das rechte Nachbarhaus abgerissen:https://lebenanderems.wordpres…fuer-die-neue-innenstadt/

    Historische Inennansicht:https://www.mv-online.de/lokal…gab-noch-einen-276587.jpg

    Mal was Positives aus Rheine! Zwei schlichte Nachkriegsbauten am Markt (Nr. 10 + 11) wurden für den Umbau zu einer Gaststätte (Zum roten Hirsch) im Sinne der so genannten Heimatschutzarchitektur umgebaut. Aber seht selbst:

    Entwürfe: https://www.mv-online.de/lokal…er-innenstadt-354009.html

    Ausführung:https://lebenanderems.files.wo…09/cropped-dsc_5624-1.jpg

    https://www.google.de/maps/pla…!3d52.2787482!4d7.4383798

    Vorzustand:https://www.ems-vechte-surfer.…hlossen-werden-470082.jpg

    Das rechte Gebäude hat - in Anlehnung an den Vorgängerbau - nun einen Treppengiebel erhalten, der auch sehr gut zu dem Nachbargebäude passt. Auch in puncto Balkon hat man sich am Vorgängerbau orientiert. Das linke Haus hingegen wurde verputzt und mit Fensterläden versehen, die Ganzglasscheiben durch Sprossenfenster ersetzt (dass sich das heute noch einer traut, wo doch bodentiefe Fenster angesagt sind!).

    Mir gefällt das Ergebnis jedenfalls!

    Und noch etwas Positives: Die Stadt Rheine hat das alte Fachwerk-Traufenhaus Münstermauer 27 aus dem 16. Jh. erworben, um es dauerhaft zu erhalten. Es wird vom 2019 gegründeten Verein Historische Altstadt Rheine e.V. betreut:https://historische-altstadt-rheine.de/projekte/

    https://www.bezreg-muenster.de…fenhaus-rheine/index.html

    https://www.denkmalschutz.de/p…-auch-2020-verliehen.html

    Der Bau sieht sicher nicht schlecht aus, allerdings scheint die halbe Memminger "Altstadt" mittlerweile fast nur noch aus Ersatzbauten zu bestehen.

    Mir gefällt es nicht wirklich. Der Bau kommt viel zu glatt daher, einige Vorkragungen hätten der Front gut getan. Außerdem scheint er höher zu sein als der Vorgänger. Mich stören zudem die (natürlich) bodentiefen Fenster und die donauseitigen Balkons vom Typ "Legebatterie". Auch die Dachgauben und -fenster halte ich für misslungen. Die Biberschwanzdeckung und der angedeutete Knick im Dach können da auch nichts mehr retten.