Posts by Ravensberger

    Leider wird sich durch den Neubau auch der Süsterkirchhof massiv verändern, da das alte Druckereigebäude, dessen Außernwand mit Spitzbogenblenden verziert sind, verschwinden wird (rechts):

    Süsterkirche
    Reformierte Kirche aus dem Jahr 1491.
    www.teutoburgerwald.de

    Der unverputzte untere Teil des Gebäudes enthält noch ein älteres Mauerfragment (auf dem Foto rechts angeschnitten, unterhalb des Einbahnstraßenschildes), das noch werksteingerahmte Fensteröffnungen aufweist (wohl 16. Jh., hier nicht erkennbar).

    Dafür droht der Innenstadt an anderer Stelle neues Ungemach: https://www.nw.de/lokal/bielefel…ltstadt-v1.html

    Wie man diesen Investorenklotz auch nur ansatzweise als Schmucktsück verkaufen kann, ist mir ziemlich schleierhaft! Das Pfarrhaus der Süsterkirche (ehemals das Nonnenhauses des Kloster zu Mariental, dessen Dachstuhl noch aus dem frühen 16. Jh. stammt!) wird von dem Neubau optisch regelrecht erschlagen! Obwohl dieser Bau zum ältesten Baubestand der Bielefelder Altstadt gehört (die Fassade wurde neugotisch überarbeitet), steht es nicht unter Denkmalschutz!

    Zitat aus dem obigen Artikel: Geplant ist ein Neubau, der sich in die vorhandene Gebäudestruktur einfügen soll. (...) Profitieren soll von dem Neubau nach den Vortellungen der Planer vor allem der Süsterplatz. Er soll künftig großzügiger wirken. Das neue Gebäude soll in den Hintergrund treten, dafür der Süsterkirche, deren Ursprünge mehr als 500 Jahre zurückreichen und dem danebenstehenden Süsterhaus mehr Raum geben. Eine Planung, die auch Bertold Becker, Pfarrer der Evangelisch-reformierten Süsterkirchengemeinde überzeugt. "Es ist, als würde die Kirche eine andere Qualität bekommen", sagt er. (...) Die Räume von "Radio Bielefeld" befinden sich bislang im alten Rotationsgebäude der früheren "Westfälischen Zeitung". Dessen Denkmalwürdigkeit sei geprüft und abschlägig beschieden worden, sagt auf Anfrage Bielefelds Baudezernentin Claudia Koch. (...) Claudia Koch sieht das Vorhaben positiv. "Dieses Projekt zeigt, wie moderne Architektur und historische Stadstruktur sich gegenseitig stärken können, bewertet sie die bislang vorliegende Planung. "Es ist ein Beispiel für Stadtentwicklung mit Fingerspitzengefühl."

    Tatsächlich? Ich finde, dass die Planung jegliches Fingerspitzengefühl vermissen lässt! Und den Süsterplatz, der umgebaut werden soll, scheint man in eine Betonwüste verwandeln zu wollen! Fallen soll dieser hübsche Giebel, der eine gute Ergänzung zu dem Nonnehaus darstellt und dafür sorgt, dass die großen Geschäftshäuser dahinter nicht zu übermächtig wirken: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…o_Bielefeld.jpg Mit passenden Sprossenfenstern versehen, könnte der Giebel ein echtes Schmuckstück sein!

    Vor einiger Zeit hatte ich über die Sanierung des Hauses Hütten 84 in der Hamburger Neustadt berichtet. Man kann es jetzt als Ferienhaus mieten: https://www.huetten84.com/

    Vorzustand: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:H%C3%BCtten_Nr._84.JPG

    Das Ergebnis kann sich wirkich sehen lassen und beweist, was man alles auch einer alten "Bruchbude" machen kann, wenn man nur will. So geht Nachahltigkeit! Ein großes Dankeschön an den Eigentümer, der dieses Wagnis eingegangen ist.

    Die Meierei des ehem. Spitals wird derzeit zur Bibliothek umgebaut. Da Fachwerk ist wohl derart marode, dass es weitgehend ausgetauscht werden muss: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.baustel…8b58370eaf.html

    Zitat: Die Handwerker haben mittlerweile den Dachstuhl und das Fachwerk des Bestandsgebäudes entfernt beziehungsweise bis auf die Decke über dem Erdgeschoss zurückgebaut.

    Diese fast radikal anmutende Baumaßnahme war notwendig geworden, nachdem in den oberen Stockwerken ein massiver, großflächiger Pilzbefall des Holzes festgestellt worden war. 60 Prozent der Dachsparren im Altbau, der einstigen Meierei am Archivplatz, seien befallen, erklärte Schorndorfs Erster Bürgermeister Thorsten Englert kurz vor den Sommerferien 2024.

    Rekonstruktion für neue Stadtbibliothek | Stadt Schorndorf

    Der geplante Anbau ist natürlich mal wieder grausam:https://www.schorndorf.de/de/stadt-buerg…stadtbibliothek

    Der Bau eines Windparks mit insgesamt 18 Windrädern im Naturpark Reinhardswald hat begonnen. Die Sababurg wird dadurch visuell erheblich beeinträchtigt werden: https://www.hna.de/lokales/hofgei…d-94005345.html :gehtsnoch:

    https://www.hna.de/assets/images/40/203/40203136-sababurg-hofgeismar-windpark-reinhardswald-mit-erstem-windrad-turm-18-untere-haelfte-beton-und-kran-mit-einem-betonteil-fuer-den-zweiten-turm-wea-nr-2I70.jpg

    https://www.wp-reinhardswald.de/fileadmin/windpark-reinhardswald/bilder/Genehmigung/Lageplan_STW_2.jpg

    Auch das bislang wundervolle Landschaftsbild des angrenzenden Wesertales mit Klöstern Bursfelde und Lippoldsberg wird stark betroffen sein. Weiter südlich soll ein weiterer Park mit insgesamt 20 Windrädern entstehen, der sich vor allem auf das Stadtpanorama von Hann. Münden auswirken wird. Von einem Naturpark kann dann wohl keine Rede mehr sein. Das ganze Ausmaß der Planungen kann man in dieser Karte sehen: https://windpark-reinhardswald-dagegen.de/wp-content/upl…n-1024x1024.jpg :kopfwand:

    Für mich sind diese Planungen völlig überzogen, da Speicher bis heute so gut wie nicht vorhanden sind. Windkraftanlagen im Wald halte ich außerdem für völlig daneben, da in unseren Wäldern unser aller Trinkwasser entsteht. Neben der erheblichen Verschandelung des Landschaftsbildes kommt es zu starken Eingriffen in die natürlich gewachsenen Bodenschichten, zur Verdichtung und Versiegelung des Bodens. Warum löst man den Naturpark denn nicht gleich auf? Urlaub will nach dem Bau der ganzen Windparks hier sicher keiner mehr machen, nicht einmal die Anhänger der Grünen, die das doch eigentlich schön finden müssten!

    In Deutschland war es üblich, Steingebäude zu verputzen und farbig zu fassen. Das gilt im Übrigen auch für Quaderbauten. So war die Sandsteinfassade des Rathauses in Münster ehedem mit einer Farbfassung versehen (siehe unten). Der Regensburger Dom beispielsweise war ursprünglich weiß gestrichen, so dass er die gesamte Stadt regelrecht überstrahlte. Grund für die Farbfassung war u.a. die Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien. Selbst die aus sorgfältig bearbeiteten Sandsteinquadern errichtete Elisabethkirche in Marburg innen und außen farbig gefasst. Außen war sie rötlich gestrichen und wies ein weißes Fugennetz aus, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. So etwas wie Materialgerechtigkeit kannte man im Mittelalter nicht. Es gab auch in Deutschland in viele Städte, in denen der Steinbau dominierte und natürlich hat man dafür Steinmaterial verwendet, das auch vor Ort gebrochen wurde. Nur verschwand der Bruchstein in der Regel unter dem Verputz. Der Verputz von Steinbauten wurde nicht nur aus optischen Gründen vorgenommen, sondern diente auch dazu, die Wände vor Schlagregen und Durchfeuchtung und vor Verwitterung zu schützen. Wie das in Frankreich oder England war, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich den dortigen Forschungsstand nicht kenne. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MuensterRathaus1800.jpg

    Unfassbar: https://www.schwaebische.de/regional/zolle…usammen-3847587

    Rathausabriss in Schömberg: Nur noch ein Schuttberg – Gebäude komplett abgerissen
    Das Schömberger Rathaus ist Geschichte. Von dem geschichtsträchtigen Gebäude bleibt nur noch ein Geröllhaufen übrig.
    www.schwarzwaelder-bote.de
    Abrissbirne kommt: Die Tage dieses Baudenkmals sind gezählt
    Die Tage dieses historischen Gebäudes sind endgültig gezählt, bald rücken die Bagger an. Obwohl es unter Denkmalschutz steht, darf es abgerissen werden. Das…
    www.schwaebische.de
    Stadtverwaltung Schömberg auf Instagram: "Das Rathaus Schömberg wurde erfolgreich abgebrochen. #stadtschömberg #rathausneubau #abbruchunternehmen"
    86 likes, 1 comments - stadt.schoemberg am August 26, 2025: "Das Rathaus Schömberg wurde erfolgreich abgebrochen. #stadtschömberg #rathausneubau…
    www.instagram.com

    Ich bin natürlich schon in Bevern gewesen. Überhaupt kenne ich den Oberweserraum sehr gut. Erst zu Beginn des Jahres war ich in Hann. Münden, Bursfelde und Lippoldsberg. Den REWE-Neubau habe ich allerdings selbst "live" noch nicht bewundern dürfen. Ich verbringe aber schon bald meinen Urlaub an der Weser und da steht Bevern mit seinem Schloss natürlich auf dem Programm. Im Rahmen der Reisevorbereitungen bin ich auf das Bauprojekt gestoßen. - Selbstverständlich denken die Bewohner vor Ort zum Teil anders, viele hatten sich deutlich für einen Supermarkt-Neubau im Ort ausgesprochen. Kritische Stimmen gab es aber offensichtlich auch. Fakt ist, dass ein historisch gewachsener Ortskern nachhaltig zerstört wurde. Leider ist es oft so, dass die Bürger vor Ort oft selbst keinen Blick für das Besondere ihres eigenen Städtchens haben. Wie ließe sich sonst die Zerstörung vieler Stadt- und Ortsbilder nicht nur in der unmittelbaren Nachkriegszeit erklären? Heute sehen zahlreiche deutsche Städte leider so aus, als wären dort Bomben niedergegangen (z.B. Lübbecke, Tauberbischofsheim, Bad Hersfeld, Frankenberg/Eder, Lippstadt), stattdessen war die Abrissbirne schuld. Mit ein bisschen planerischem Sachverstand, mit ein bisschen mehr Umsicht hätte man auch hier sicher eine gute Lösung finden können. In Ortskernnähe gibt es übrigens ein Gewerbegebiet... Hier wurde nun, und das in Zeiten des Klimawandels, eine große Fläche im Zentrum des Fleckens mit einem riesigen Parkplatz und einem Flachdachbau versiegelt. Man vergleiche dazu die alten Häuser nebenan mit ihren großen Garten- und Grünflächen: https://www.google.com/maps/@51.85755…SoASAFQAw%3D%3D

    Blöder geht es doch wohl kaum! Und was ist mit dem Flachdach des Supermarktes? Dachbegrünung, Solaranlage? Fehlanzeige! Und auf dem Parkplatz findet sich nicht ein einziger Baum! Man kann sich denken, wie sich diese Flächen im Sommer aufheizen werden! Der helle Wahnsinn!

    Und wenn es nach so manchem Bürger in vielen Städten und Gemeinden ginge, dann würden noch alte Bauten, die nur noch als Schandflecken wahrgenommen werden, abgerissen. Das kann doch wohl nicht die Lösung sein!

    Hier noch Bilder des unzerstörten Ortskernes (Orientierungspunkt ist die Kirche):

    Auf einer alten Postkarte: https://i.ebayimg.com/images/g/z2YAAOSwkTVehkSY/s-l400.jpg

    Von 2020: https://www.luftbildsuche.de/info/luftbilde…and-468460.html

    Im Zentrum des noch immer von zahlreichen Fachwerkbauten geprägten Fleckens Bevern, bekannt durch sein berühmtes Weserrenaissance-Schloss (,https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Bevern) wurde 2021-22 ein neuer Supermarkt errichtet. Der alte befand sich zuvor in einem Wirtschaftsgebäude des genannten Schlosses. Der Bau bedeutete einen massiven Eingriff in das zuvor ansehnliche Ortsbild, dessen älteste Fachwerkbauten noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. Etliche Fachwerkbauten mussten weichen, diese hübsche Baugruppe an der Forster Straße verschwand (die vier rötliche markierten Bauten von links): https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:A…ysshOtjmhxHIQ&s

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    Nach dem Abbruch: https://www.tah.de/resizer/v2/TJY…ty=70&width=396

    So schaut es hier jetzt aus: https://www.part-ag.de/wp-content/upl…-Bevern-III.jpg

    Eine sterile Flachdachkiste, davor ein riesiger Parkplatz, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche: https://www.tah.de/resizer/v2/DYV…1441&smart=true

    Schöner kann man ein Ortszentrum wohl kaum gestalten: https://www.google.com/maps/place/For…SoASAFQAw%3D%3D

    Hier Infos und Fotos zu der abgebrochenen Hofanlage Forster Straße 1 von 1845: https://www.fotografie-architektur.de/stockphoto-galerie-1a-b3.html

    Entstanden ist ein Verbrauchermarkt, der gegenüber dem alten Markt in der Schlossscheune ein völlig neues Einkaufserlebnis bietet und in Bezug auf die Verkaufsfläche, die Einwohnerzahl und die Lage wohl seines Gleichen sucht. Gerade die Lage war in Bevern nicht unumstritten, mussten doch einige ältere Gebäude für die Umsetzung weichen. Auch der Standort „neben“ der Kirche stieß nicht bei jedermann auf Begeisterung. Zudem wollte seinerzeit ein anderer Investor auf demselben Areal eine Einrichtung zum altersgerechten Wohnen mit Pflegestation errichten. Letztlich hat sich der Rat des Flecken Bevern seinerzeit einstimmig dafür entschieden, die westlich neben der Kirche gelegenen Grundstücke zwischen der Forster Straße und der Raiffeisenstraße für die Errichtung eines Verbrauchermarktes zu überplanen. Eine gute Entscheidung, die Bevern als Grundzentrum stärkt, dem Ort einen neuen Treffpunkt beschert und die Kirche besser sichtbar macht, finden Gemeindevertreter und Marktbetreiber.

    „Für Bevern ein Sechser im Lotto“

    (...)

    Maria Altergott (d. i. die Betreiberin des Ladens): "Wir sind sehr zufrieden. Die Kunden sind begeistert und irgendwie auch dankbar. Viele berichten sogar von einem Großstadtfeeling, das sie durch die Größe des neuen Marktes empfinden.

    Die Häuser waren als Gruppendenkmale geschützt, genützt hat es ihnen nichts! So sieht Ortsbildpflege Anno 2021/22 aus!

    Im historischen Stadtkern gehen die Abrisse heiter weiter. Diesmal hat es mit Weserstraße 9 ein Fachwerkhaus erwischt, das zum ältesten Baubestand des Ortes gehörte. Es stammte wohl aus der Zeit um 1610:https://www.dewezet.de/lokales/hameln…T6PW6EGWKQ.html

    Zitat: Dass es nicht längst unter Denkmalschutz stand, verdankte das Haus der restriktiven Handhabung durch das Landesamt für Denkmalpflege in Hannover. Die personell überforderte und weitgehend mittellose Behörde kann aufgrund der niedersächsischen Landespolitik nicht einmal die allerwichtigsten Gebäude betreuen oder gar retten.

    Ein Grund dürfte aber auch gewesen sein, dass die Fassade verkleidet war und die Straßenfassaden massiv erneuert wurde. Das ist leider meist ein k.o.-Kriterium, wenn es um die Ausweisung von Baudenkmalen geht. Die Stadt selbst feiert sich freilich für diese Großtat:https://www.hessisch-oldendorf.de/portal/meldung…0522-33910.html

    Man spricht von Verschönerungsprojekten:

    Hessisch Oldendorf: Verschönerungsprojekte wie Perlen am grünen Band
    Mit weiteren Freiraumprojekten will die Stadtverwaltung im kommenden Jahr die Entwicklung Hessisch Oldendorfs weiter voranbringen. Dazu gehören Projekte wie…
    www.dewezet.de

    Hier wurden einfach Fakten geschaffen, ohne das genau klar ist, was man mit dem Gelände machen will. Der Abriss ist ein Ausdruck der Fantasielosigkeit unserer Politiker! Immer wieder wird von Nachhaltigkeit gesprochen, dabei gibt es doch nichts Nachhaltigeres, als ein historisches Gebäude zu ertüchtigen und wieder nutzbar zu machen! Hier aber landeten jahrhundertealte Balken und andere Baustoffe einfach auf der Bauschuttdeponie! Ein Skandal! Und für einen solchen Frevel kassierte man auch noch Gelder aus dem so genannten LEADER-Programm (Fördermaßnahme der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Das Programm dient der Strukturförderung des ländlichen Raums und wird finanziert aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums). Ein Blick auf die Rückfront des Hauses lässt erahnen, welches Schmuckstück im Falle einer fachgerechten Sanierung hier hätte entstehen können: https://www.dewezet.de/resizer/v2/6YF…ty=70&width=428

    Zwei Artikel aus der "Harke" zum Abbruch des Fachwerkhauses Lange Straße 49 (bez. 1568, siehe auch oben):

    Neue Geschäfte und Wohnungen in der Nienburger Innenstadt: Historisches Haus mit neuem Leben gefüllt
    Lange war in Nienburgs Fußgängerzone eine große Baustelle. Jetzt erstrahlt dort ein sehr altes Haus in neuem Glanz. Entstanden sind auch Wohnungen und…
    www.dieharke.de

    Zitat:

    Nienburgs Innenstadt soll saniert und auf Vordermann gebracht werden. Das gilt nicht nur für Wege, Plätze und Beleuchtung, sondern auch für die Häuser von Privatpersonen, die dafür finanzielle Unterstützung aus dem Städtebauförderungsprogramm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" beantragen können.

    Holger und Meike Steinbeck haben das getan: Das Ehepaar hat das aus dem Jahr 1568 stammende Elternhaus von Meike Steinbeck an der Langen Straße 49 abgerissen und neu gebaut. Entstanden ist dabei ein Gebäude, das im Inneren und energetisch auf dem neuesten Stand ist. Äußerlich ist die Fassade mit dem historischen Giebel nach Denkmalschutzvorgaben wieder hergestellt worden.

    Im Klartext heißt das, dass der Abbruch dieses wertvollen Hauses finanziell auch noch gefördert wurde mit Billigung der Denkmalbehörde? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Natürlich unter dem Denkmantel der Nachhaltigkeit. Der Abbruch eines alten Hauses kann niemals nachhaltig sein.

    Weiter unten heißt es: Die Idee zum Umbau des Gebäudes war 2011 entstanden. "Wir haben das Haus nicht gern abgerissen", sagt Meike Steinbeck. Eine Sanierung sei jedoch nicht wirklich realisierbar gewesen. Und so begann man im März 2021 mit dem Abriss des Hauses, das seit 1879 im Familienbesitz ist. (...) Was die beiden zum Abriss und Wiederaufbau motiviert hat, sind die zunehmenden Leerstände in Nienurgs Fußgängerzone. (...) Holger Steinbeck ist besonders stolz darauf, dass das neue Haus mit Fußbodenheizung sowie der Nutzung von PV-Anlage und Wärmepumpe nicht nur energetisch auf dem neuesten Stand ist, sondern darüber hinaus noch das standsicherste Haus in Nienburg sein dürfte.

    Dass der Altbau nicht zu sanieren gewesen wäre, glaube ich nicht!

    Auch die Presse ist begeistert:

    Etwas neuer Glanz in Nienburgs Innenstadt macht Hoffnung
    Ein Nienburger Ehepaar will die Innenstadt beleben und hat dafür ein sehr altes Haus abgerissen und wieder aufgebaut. Klar ist, dass das finanziell gesehen…
    www.dieharke.de

    Unfassbar! Da wird der Abriss eines historischen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes auch noch als mutig und nachahmenswert gelobt. Nicht ein kritisches Wort! Mal sehen, welche historischen Häuser in Niedersachsen dank des Städtebauförderungsprogramms "Wachstum und nachhaltige Erneuerung" bald noch abgerissen werden. Man hätte lieber einen Zuschuss für die Rettung des Hauses zahlen sollen!

    Die Entscheidung des OVG ist für mich nicht nachvollziehbar! Das Gebiet war eine absolute Tabuzone für Windräder. Das hätte das Gericht eigentlich so bestätigen müssen.

    Die Windräder auf dem Barnacken stellen natürlich eine Beeinträchtigung dar und stehen daher ebenso in der Kritik. Über diese muss aber noch entschieden werden. Die Politik ist selbstverständlich mit Schuld für diese ganze Misere, so hat sich die SPD in Schlagen z.B. vehement für den Bau der Windräder an der Gauseköte eingesetzt: https://www.westfalen-blatt.de/owl/kreis-lipp…rue&ueg=default

    In Schnlangen wurde bereits 2021 von der Ratsmehrheit das Einvernehmen zum Bau der Windräder erteilt:https://www.westfalen-blatt.de/owl/ratsmehrhe…rue&ueg=default

    Meines Wissens hat im November 2024 dann der Rat der Stadt Detmold das Einvernehmen erteilt, da man die Windräder angeblich ohnehin nicht verhindern könne! Im Februar wurde dann das Einvernehmen für eine weitere Anlage erteilt: https://www.facebook.com/story.php?stor…3817320089&_rdr

    Im Vorfeld der Sitzung des Rates der Stadt Detmold am Donnerstag, 6.2.2025, für die ein Antrag auf Erteilung eines Vorbescheides nach § 9(1a) BImSchG auf dem Oberen Gausekörer Berg auf der Tagesordnung stand, hatten wir die Gelegenheit bekommen, unsereren Standpunkt beim Bürgermeister der Stadt Detmold, Frank Hilker, darzustellen:
    Es darf doch nicht sein, dass der Stadtrat sein gemeindliches Einvernehmen für ein Projekt an einem völlig ungeeigneten Standort (Wald, Wasserschutzgebiet, Bereich für den Naturschutz) gibt, der nach dem bisherigen und dem in Kürze wieder rechtskräftig werdende Regionalplan nicht zulässig ist. Dies ist aus unserer Sicht ein weiterer Versuch, eine kurzzeitige Gesetzeslücke auszunutzen, um die Regionalplanung zu umgehen, obwohl bereits zwei eindeutige Gesetze dazu im Bundestag und im NRW-Landtag unlängst beschlossen wurden.

    Es entstand eine rege Diskussion, jedoch mussten wir leider feststellen, dass Herr Hilker weiterhin die Sichtweise der Beschlussvorlage teilte, dem Rat zu empfehlen, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

    Am Ende dieses kurzen Gesprächs überreichten wir Herrn Bürgermeister Hilker einen Aktenordner mit den Listen von 11.246 Unterschriften unserer Petition, davon 3.921 aus dem Kreis Lippe. Auch einen Ausdruck von 5.412 eindrücklichen und sachlichen Kommentaren, warum diese vielen Menschen die geplanten Windkraftanlagen im Teutoburger Wald ablehnen, konnten wir übergeben.
    Wir bedanken uns bei Bürgermeister Frank Hilker, dass wir den Menschen, die unsere Petition unterschrieben haben, eine Stimme geben konnten noch vor der Beschlussfassung des Rates und für das informative, aber kontroverse Gespräch.

    Wir wir inzwischen erfuhren, hat der Rat der Stadt Detmold dann anschließend mehrheitlich für den Beschlussvorschlag gestimmt und somit das gemeindliche Einvernehmung für eine weitere Windkraftanlage auf der Gauseköte gegeben.

    Quelle: https://www.openpetition.de/petition/blog/…toburger-wald-2

    Die Falkenburg und die Externsteine sind am stärksten betroffen. Die Flächen für die Windräder befinden sich unweit der Falkenburg die, diese mit Sicherheit beeinträchtigen werden. Auch hinter der Externsteinen werden Windräder zu sehen sein und von den Steinen aus wohl erst recht. Das gleiche gilt womöglich auch für das Hermannsdenkmal. Schließlich sind diese Monumente auch Aussichtspunkte, von denen aus man die wundervolle Landschaft rundherum genießen konnte.

    Die Lage der Windräder zeigt diese Karte: https://www.openpetition.de/images/blog/ke…10_original.jpg

    Damit wird es bald vorbei sein. Die Wälder ringsherum sollten ursprünglich einmal als Nationalpark ausgewiesen werden: https://www.bund-lippe.de/themen-und-pro…utoburger-wald/

    Kurzum: dieser Teil des Teutoburger Waldes gehört zu den touristischen Hotspots der Region Ostwestfalen-Lippe schlechthin! Man ist gerade dabei, das Tafelsilber zu verscherbeln. In Sachen Windkraft scheint es leider überhaupt keine Tabus mehr zu geben, jede noch so schöne Gegend wird mit Windkraftanlagen überzogen. Speichertechnologien? Fehlanzeige! Diese würden nämlich etliche dieser Anlagen überflüssig machen. Man fragt sich, wann das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wenn diese Entwicklung so weiter geht, wird es in ganz Deutschland bald so aussehen, wie auf der Paderborner Hochfläche: https://asc-images.forward-publishing.io/2021/6/1/d8ad5…024&auto=format

    Dort reiht sich ein Windpark an den nächsten, es ist der blanke Horror! So rettet man die Welt gewiss nicht!

    https://www.nw.de/_em_daten/_cache/image/1xTldRcVg2aFYyMkpORXVnbHZYQ3ZpS2ZsN1FSUVB4dG1sQjlhOGRtQ3FvMXFiZHZma29WOVQyZ3k3UjdKR0dWQThaRmUxekw2bnlBL3k0b3BpdnBZaFR5UHk3U3dzbDdxYnBSazduMDh4VzQ9/161214-191219121ebcecdb464b2b82.jpg

    Als Urlaubsland hat Deutschland dann ausgedient! Oder könnte ihr euch vorstellen, in einer solchen Gegend Urlaub zu machen? Keines unserer Nachbarländer würde sich so etwas erlauben! Es geht hier doch keineswegs mehr um Klimaschutz, es geht nur darum, möglichst viel Rendite zu erzielen! Der Schutz unserer jahrhundertealten Kulturlandschaften zählt gar nichts mehr! Und dann wundert man sich noch über Politikverdrossenheit?