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    Literaturtipps zu Baden- Baden:

    Einen guten Überblick bietet der handliche Reiseführer mit dem Titel

    Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden:https://www.bad-bad.de/kunst/kunst_ra_bad.htm


    Bereits 1996 erschien der DuMont Kunst-Reiseführer Baden-Baden:https://www.amazon.de/DuMont-K…-Kurbetrieb/dp/3770130863

    Er enthält auch Informationen zu Rastatt!


    Sehr ausführlich ist der 680 Seiten starke Architekturführer Von Aquae bis Baden-Baden von Ulrich Coenen, der die Baugeschichte der Kurstadt von der Römerzeit bis in die Gegenwart beleuchtet. Der Preis (24,80 Euro) kann sich auch sehen lassen:

    https://verlag-mainz.de/verlag/von-aquae-bis-baden-baden/

    Ich konnte dazu leider auch nichts finden. Das Haus scheint aber recht interessant zu sein, denn hinter dem nach 1905 erneuerten Vordergebäude befinden sich noch Teile eines älteren Fachwerkhauses, dessen Fassade noch hier zu sehen ist:https://www.ansichtskartenvers…mit-Maximilianbrunnen.jpg

    Nach meinen Recherchen handelt es sich um das frühere Gasthaus zum schwarzen Bären. Seit 1873 nannte es ich Zum deutschen Kaiser. Das wurde es zum Kaufhaus Fritz Krämer.

    Auf diesem Foto ist das dahinter befindliche Fachwerkhaus mit seinem Satteldach gut zu erkennen:https://www.shoppen-in-reutlin…reutlingen_marktplatz.jpg

    Die Vorderfront, die heute sachlich-schlicht daherkommt, war ursprünglich sehr viel aufwändiger gestaltet und zwar im Stile des Neobarock mit Jugendstilanklängen:https://encrypted-tbn0.gstatic…bntNlFXiI-XsObns&usqp=CAU

    Doch schon wenige Jahre später scheint man die Fassade vereinfacht zu haben, wie diese Vorkriegsaufnahme beweist:https://i.pinimg.com/originals…1deda74c332f63197c82b.jpg
    Sie passte offenbar nicht mehr so recht zu dem Nachbargebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit (links im Bild).

    Kann jemand etwas zu dem etwas kurios wirkenden Fachwerkhaus des Historismus sagen, das sich rechts anschließt?

    Foto aus den 1960er Jahren:https://encrypted-tbn0.gstatic…gM-3yLgRxLA11C6w&usqp=CAU

    Bei solchen Sanierungen, man spricht auch vom "Ausblasen" des Fachwerks, werden gut 50 % des Gebäudes zerstört. Es geht viel historische Substanz verloren.

    Wir erinnern uns: an der Detmolder Straße 69/Ecke Teutoburger Straße wurden vor einigen Jahren diese Gründerzeithäuser abgerissen:https://www.nw.de/_em_daten/_c…2117-271e9219e6588f99.jpg

    https://www.nw.de/lokal/bielef…sse-von-in-Bielefeld.html

    https://www.nw.de/_em_daten/_c…2117-76a65c2986c3cc3a.jpg


    Hier entsteht nun dieser Klotz, der in der Presse gnadenlos abgefeiert wird:https://www.nw.de/lokal/bielef…r-zur-Stadt-aussehen.html

    Bild:https://www.nw.de/_em_daten/_c…210625-1800-333004071.jpg

    Hier der gesamte Artikel (man hat den Eindruck, dass hier fleißig aus der Werbebroschüre des Architekten zitiert wird):

    Neuer Hingucker an der Detmolder An der Ecke zur Teutoburger Straße entstehen 67 Wohneinheiten und eine „Premiumfläche“ für Geschäftsleute. Auch nachts soll der Komplex auffallen.

    Eike J. Horstmann, Bielefeld. An dem mit 10Millionen Euro veranschlagten Großprojekt mitten in der Bielefelder Innenstadt waren Dutzende Entscheidungsträger und Gremien beteiligt. Das wichtigste und endgültige Wort hatte jedoch am Ende eine einzelne
    ältere Dame: Erst als die Besitzerin eines an das Bolwin-Areal an der Detmolder Straße Ecke Teutoburger Straße angrenzenden Gartens zustimmte, ihr Grundstück zu verkaufen, konnte für den Bau nach Jahren des Stillstandes endlich grünes Licht gegeben werden.
    „Das war das entscheidende Puzzlestück“, sagt Architekt Frank H. Stopfel, der das neue Wohn- und Geschäftshaus jetzt erstmals offiziell vorstellte. Jetzt rollen wieder die Bagger auf dem 2.800 Quadratmeter großen Baugrundstück, bis Ende 2022 sollen hier
    4.400 Quadratmeter Wohnfläche und 870 Quadratmeter für Gewerbe und Dienstleister entstehen – und das in „hochwertiger Architektur“, die dem prominenten und viel gesehenen Standort gerecht werde, wie Stopfel betont: Immerhin würden die Kreuzung pro Tag rund
    40.000 Autos passieren. „Es ist das Tor zur Bielefelder Mitte“, sagt der Architekt. Wartete der 2019 abgerissene, rund 100 Jahre alte Vorgänger-bau noch mit einem charakteristischen Türmchen auf, sorgen nun fünf Geschosseund eine aus viel Glas und tonbeigen
    Klinkern bestehenden Fassade für eine „städtebauliche Dominante“. Dabei legten die Planer großen Wert darauf, dass die Gebäude nicht wie ein Klotz in der Landschaft landen, sondern auch entlang der Detmolder Straße „Dynamik und Leichtigkeit“ verströmen.
    „Ich habe mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, als im Beirat für Stadtgestaltung die Idee aufkam, einen kompakten Riegel entlang der Straße zu bauen“, sagt Stopfel. Stattdessen werden drei separate Gebäudeteile errichtet, die von einem durchgehenden und
    verglasten Sockelgeschoss verbunden werden. Dadurch werde der Komplex heller und luftiger, was wiederum „qualitätsvolleres Wohnen“ ermögliche, da nicht jeder Blick aus dem Fenster oder vom Balkon zwangsläufig auf den vorbeirauschenden Verkehr falle.
    Der Verkehr ist ohnehin bei dem ganzen Projekt ein weiterer, ebenfalls entscheidender Faktor. Bereits bei der Sanierung der Detmolder Straße in den Jahren 2009 bis 2011 war das seit Jahren brach liegende Bolwin-Arealschon einmal beschnitten worden, 2018
    bat die Stadt dann darum, weitere 300Quadratmeter abknapsen zu dürfen. Denn genau in der Kurve vor dem Neubau soll der Hochbahnsteig für die Stadtbahn-Haltestelle „Teutoburger Straße“ entstehen – und genau deshalb waren die ersten Pläne für den Neubau damals
    zunächst einmal hinfällig. Erst der hinzugekaufte Garten der älteren Dame machte den Weg für den Bau frei. „Ich habe ihr unlängst noch einmal gesagt, wie dankbar wir ihr sind“, sagt Stopfel. Doch auch mit der gelösten Frage nach dem nötigen Platz blieb das
    Unterfangen kompliziert. Da der Bahnsteig aus technischen Gründen rund 80 Meter lang und pfeilgerade sein muss, wurde die Position der Haltestelle haargenau zwischen zwei Kurven vor den Neubau festgelegt. „Wir haben mit MoBiel um jeden Zentimeter gefeilscht“,
    sagt Stopfel. Wann hier die Bauarbeiten beginnen, vermag er allerdings nicht zu sagen, vermutlich im Jahr 2023. Sicher sei, dass die Detmolder Straße in dem Bereich zweispurig bleibe. Ob beide für Autos oder eine als Fahrradspur, wisse er wiederum nicht.
    „Das ist nicht meine Baustelle“, sagt Stopfel. Dass die Linie 2 der Stadtbahn genau vor einer der drei Türen hält, sieht der Architekt durchaus alsVorteilfür die zukünftigen Mieter, die in insgesamt 67 Einheiten von einer Vier-Zimmer-Wohnung bis zum Ein-Zimmer-Appartement
    wohnen werden. Auch durch abschließbare Fahrradboxen und weitere Fahrradstellplätze auf dem Gelände werdederVerzichtauf einAuto attraktiv gemacht. Für diejenigen, die auf ein Auto nicht verzichten wollen oder können, steht eine Tiefgarage mit rund 40 Plätzen
    zur Verfügung – zehn davon mit E-Ladestellen. Ohnehin wird in dem Neubau auf Klimaschutz und erneuerbare Energien gesetzt. Die Dächer werden entweder begrünt oder mit Solaranlagen bestückt, zudem werde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert. „Leider
    gibt es hier keine Fernwärmeleitungen, sonst hätten wir einen noch höheren Standard erreicht“, sagt Projektleiter FrederikLaghusemann.Aber auch so würden es „hochmoderne Gebäude“. Wie modern das Gebäude sein wird, sollen die Passanten undAutofahrer auchnachts
    erkennen können. „Wir planen nach Einbruch der Dunkelheit eine Illuminierung“, verrät Frank H. Stopfel. Wie genau die aussehen werde, steht allerdings noch nicht fest, es solle dem Ort und dem Komplex „angemessen“ sein: „Wit lassen uns was einfallen.“


    Das hier gefällt mir schon etwas besser (Detmolder Straße 60):https://www.competitionline.com/de/projekte/67884

    Ja, kalt und abstoßend. So wohnt man heute. Puristisch und absolut clean. Damit wird dem Gebäude der historische Charme wohl leider endgültig ausgetrieben. Offenbar will man somit ein modernes, junges und hippes Publikum nach Dinkelsbühl locken.

    Ein neuer Apartmentkomplex in der Münchner Innenstadt zeigt: Auch auf einem entfesselten Immobilienmarkt ist architektonische Qualität machbar:https://www.faz.net/aktuell/st…in-muenchen-17401614.html

    Tatsächlich? Ich finde nicht, dass sich das Gebäude gut in die gründerzeitliche Häuserzeile einfügt.

    Für die Planung engagierte Euroboden den Berliner Architekten Thomas Kröger, der sich einen Namen gemacht hat mit Wohn- und Ferienhäusern jenseits des Durchschnitts – bildstarke Gebäude, aufgeladen mit Referenzen auf lokales Bauen.

    Der Komplex, der aus vier Gebäudeteilen und zwei Höfen besteht, nimmt auch den Stadtraum wahr. Nach vorne, zur Isar, fügt sich das Haus mit seiner Fassade in die Reihe denkmalgeschützter Altbauten ein, ohne sich pseudohistorisch anzubiedern.

    Bisher wurde die Wiederaufbauleistung Rothenburgs von der Denkmalpflege leider kaum gewürdigt, denn nur wenige Bauten dieser Epoche stehen bisher unter Schutz. Hierzu gehört Galgengasse 8 von 1946:

    Wohn- und Geschäftsbau

    Damit wurde ausgerechnet ein Gebäude ausgewählt, das schon damals aus dem Rahmen fiel, da es sehr taditionalistisch daherkommt und mit seinen Vorkragungen Fachwerk vortäuscht, was eigentlich nicht den Vorgaben entsprach und abgelehnt wurde.

    Eigentlich gehören alle Häuser der Wiederaufbauzeit in Rothenburg unter Schutz, zumal sie durch Veränderungen zunehmend bedroht sind.


    Bei der so genannten Gerlachschmiede, die eine Erfindung der Nachkriegszeit ist und es in dieser Form nie gegeben hat, muss ich immer an dieses putzige Spielzeughäuschen denken:https://assets.catawiki.nl/ass…63b-aea3-5e7912646db2.jpg

    Ob sich der Spielzeughersteller von dem Rothenburger Gebäude wohl inspirieren lassen hat?