Posts by Nibelgauer

    Du hast danach auch nichts verpasst.

    Lieber Rastrelli, ich mag ja sonst eigentlich gern, was du schreibst. Aber damit hast du Unrecht. Ich fand in dem Video die Darstellung des Konzepts, wie durch Zugehen auf die Menschen, von deren Vorfahren diese Dinge gemacht wurden, die Hintergründe, Geschichten, Bedeutungen, die dahinter stecken, ans Licht gebracht werden, durchaus interessant. Ganz ehrlich: Ich find das sogar richtig gut, was die vorhaben. Man kann natürlich so wie andere große europäische "Völkerkunde"-Museen das tun einfach nur die kulturellen Einschätzungen aus europäischer Sicht auf Alu-Schildchen schreiben und daneben hängen und ansonsten einen Mantel des Tot-Schweigens darüber breiten ... Da ist es doch viel besser, in Erfahrung zu bringen und zu erzählen, was diese Dinge früher tatsächlich bedeutet haben, was sie "erlebt" haben, wie sie nach Deutschland gekommen sind ... usw. In meinen Augen machen diese "Kontextualisierungen" (unschönes Wort, ich weiß ...) das Ganze erst richtig interessant. Was in unseren Augen möglicherweise zunächst nicht mehr ist als ein hübsch gestalteter "Staubfänger" (böse gesagt) , erwacht dann erst zum Leben - wird dadurch m. E. wertvoller, meinetwegen "ehrlicher". Wenn dabei rauskommt, dass aus dem einen oder anderen Objekt unten "Blut raustropft" (Zitat: Frau Savoy) - ja, mei dann ist es so ... peinlich ist mir das nicht, es löst auch keinen Schuldkomplex aus - denn wie gesagt: Das ist weit über 100 Jahre her, die tatsächlich Schuldigen ebenso wie die Unschuldigen sind schon lange tot und so laufen die Dinge eben, seit es Menschen gibt, die in Nationen leben und sich ab an und die Köpfe einschlagen ... Juckt es einen Ami, dass aus seinem Land "unten Indianerblut raustropft". Ich hab noch von keinem gehört, der deswegen die Prärie an die Indianer zurückgeben möchte ... Und: Wenn wir tatsächlich das eine oder andere von den 500.000 Objekten im Besitz des Museums tatsächlich an die "Herkunftsvölker" oder deren Nachfahren zurückgeben (oder Völker, die glauben die Nachfahren zu sein ...) - ist das wirklich so schlimm? Sind wir dann wirklich die Doofen? Ich glaub nicht, dass dieses Museum irgendwann komplett leer sein wird und der Wind durchpfeift ... Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Die Leute von dort kommen zu uns - schaffen hier neue Kunstwerke, die dann z. T. auch hier ihr neues Zuhause finden werden ...


    Und zuletzt: Was ich besonders sehenswert fand war dieser nette alte Herr aus Ozeanien. Der hat mit ein paar Sätzen die ganze von Hr. Aly aufgebrachte Schärfe rund um die Geschichte des Luf-Boots in Luft aufgelöst. Er sei richtig stolz, dass die Deutschen in diesem Museum dieses alte Boot von seinem Volk zeigen. Er würde es sich da gerne mal ansehen - und ansonsten uns bitten, dass wir weiter gut drauf aufpassen ... :smile:Und die Papua-guineische Regierung hat sich wohl ähnlich geäußert. Das find ich Klasse - und so kann's ja auch mal laufen. So ist allen gedient - und solche Geschichten machen - wie gesagt - in meinen Augen die Dinge eher wertvoller. Mich freut's jetzt jedenfalls noch mehr drauf, wen ich zum ersten Mal in ein paar Wochen da rein gehen werde und mir endlich die alten Kähne anschauen kann ...

    O.K. Noch was inhaltliches:


    Bemerkenswert finde ich tatsächlich die geäußerte Ansicht, dass natürlich das Wettbewerbs-Ergebnis bezüglich der Bebauung des Königsufers weiterverfolgt werden soll (in Abstimmung mit dem LfD). Ausgeschlossen sei nun v.a. die Bebauung des eigentlichen Platzes .... Das lese ich so, dass durchaus südlich der Verkehrsschneise noch gebaut und weiter geplant werden soll/kann ... was sich hie und da ja schon anderes angehört hat. Platz freihalten, Königsufer trotzdem bebauen ... Das wäre zumindest mal eine einigermaßen verdaubare Perspektive ...


    Insgesamt ist das aber selbstverständlich viel zu vage, als dass man die Sache auf sich beruhen lassen könnte. Deswegen drücke ich unbedingt dem Bürgerbegehren der GHND die Daumen!!

    Ach, Exilwiener …. Im Prinzip kannst du dir die Zeit für die Lektüre sparen. Die Bürgermeisterin erklärt wortreich und sinngemäß:

    • Dass man sich nicht so aufregen soll.
    • Dass alles seine Ordnung hat
    • Dass das LfD (nach ausgiebiger Prüfung selbstverständlich) autonom entschieden hat
    • Dass natürlich von keiner Seite Einfluss genommen wurde
    • Dass hier das eine Angelegenheit zwischen Ämtern ist, Volksvertreter nicht involviert waren und das insofern ja auch nicht undemokratisch sein kann. Schließlich hat das Volk (bzw. irgendeine Vertretung desselben) da eh nix mitzureden (War das jetzt polemisch? … sorry)
    • Dass man sich nicht so aufregen soll.

    Die Frage, was aus dem Kaufhof-Parkhaus bzw. aus der von ihm überbauten Fläche wird, ist fast noch wichtiger als das Thema Züblin-Parkhaus (s.o.) im Leonhardsviertel, da es hier um die absolute Kernaltstadt geht - ein Areal, das direkt an das erhalten Viertel an der Geißstraße anschließt. Hier zeichnet sich ebenfalls ein Horror-Szenario ab - nämlich die Ersetzung des Baus durch einen Verwaltungsbau des Stuttgarter Rathauses ... Das sind so ziemlich die übelsten Vorbedingungen für eine entstehende Architektur, die man sich vorstellen kann ... Gottseidank sind dazu die letzten Messen noch gelesen. Solang diskutiert wird, besteht noch Hoffnung.


    Dabei halte ich es für ausgeschlossen , dass die Staat dieses Filetgrundstück tatsächlich für eine Verwendung zur Verfügung stellt, die dem Jugendrat so vorschwebt ... Das scheint mir eine typische Stuttgarter Diskussion zu sein. Man spricht viel über Kreativität, moderne Ideen usw. ... Aber am Ende macht man das, was am meisten Profit verspricht bzw. am wenigsten koschtet. Zudem scheinen mir die Ideen vom Jugendrat nicht so richtig ausgereift zu sein ... Das ist eine riesen Fläche - und darauf ein Begegnungszentrum für Jugendliche? Hm ... O.K. Man könnte da ein Café hinstellen, ein paar Bänke ... Und der Rest: Einfach unbebaut lassen? Einsäen? Bäume pflanzen?


    Mittlerweile hab ich einen Artikel gefunden, der ein bisschen die Diskussion zum Züblin-Parkhaus wiedergibt. Wenn ihr Euch für Stuttgarter Lokalpolitik interessiert: :wink: Link

    Ansonsten gibt's leider nicht so tolle Nachrichten von dem Parkhaus hinter der Leonhards-Kirche.

    Eigentlich war geplant dieses Monster, das die zwei besterhaltenen Altstadt-Reste (Bohnenviertel und Leonhardviertel) zerteilt relativ zeitnah abzutragen und neu zu überplanen.

    Entsprechend regten sich da natürlich ganz leise Hoffnungen, dass bei diesen Neuplanungen auch Aspekte wie "Kleinteiligkeit", "Altstadttauglichkeit" usw. eine Rolle spielen könnten ...

    Leider haben nun einige Architekten die absolut "hippe" Idee aufgebracht, man könnte doch - tataaaaa - das Parkhaus einfach stehen lassen - und dort (Sozial-)Wohnungen, Büros, Kneipen usw. "implantieren". Das wäre doch viel nachhaltiger, moderner, umweltschonender als einfach plump abzureißen ... Dem Vernehmen nach findet diese absurde Idee in der Stadtverwaltung wohl aktuell immer mehr Anhänger ...

    Das ist - m.E. wirklich - eine abseitige Vorstellung - und v.a. rücksichtslos: Die Planer, die das durchziehen möchten sind natürlich begeistert und freuen sich mutmaßlich schon über mögliche Architektur- oder Klimaschutzpreise. An die armen Menschen, die da drin ggf. wohnen müssten, denken sie m. E. aber eher sekundär. Zudem: Der Aufwand, um diesen Klotz bewohnbar zu machen, wäre meiner Einschätzung nach so extrem, dass man damit locker das Doppelte an Wohnungen auf der gleichen Fläche mit NORMALEN Häusern realisieren könnte - sofern man sich traut wieder bis an den Blockrand vorzurücken - und dann wären immer noch ein paar Sportplätze und Basketballplätze für die Kids drin ...

    (Dazu gab's vor ca. 3 Wochen einen Artikel im Regional-Teil der StZ ... Ich find ihn im Netz aber leider nicht mehr. Sorry!)

    Hier mal wieder ein kleines Update von dem Projekt hinterm Kaufhof an der Eberhard-Straße.

    Aktuell herrscht Tabula Rasa:





    Sieht doch gleich viel besser aus ... :zwinkern:

    Naja, Petersburg … Es gibt bei den Schwaben eben „solle und solle“ (solche und solche).


    Dem eher pietistisch angehauchten Menschenschlag nördlich des Albtraufs im ehemaligen Altwürttemberg ist eine gewisse Neigung zum Modernismus und zur Abrissfreude von Altbeständen („Was wellet ihr denn mit dem alte Dreck??“) nicht abzusprechen. In den unter Napoleon durch die Württemberger dazu erworbenen oberschwäbischen und v.a. katholischen Kolonien ist man dagegen eher dem Genuss und der Lebensfreude zugeneigt. Kein Wunder, denn dort ist man ja auch dem Himmel schon ein paar hundert Meter näher – und eher sicher, dass man es auch ohne übertrieben gottgefälliges Arbeiten dort hinein schafft … so tendenziell! (Sorry, liebe Unterländler ... Ja, ich weiß, Ausnahmen bestätigen die Regel ... Aber so im Großen und Ganzen ist das meine Erfahrung der knapp 35 vergangenen Jahren, in denen ich zwischen den beiden Welten pendle ...)


    Konkret in Stuttgart kommt noch dazu, dass man meiner Einschätzung nach an dem gewaltigen Minderwertigkeitskomplex leidet, dass man mit unserer Schwaben-Metropole was Weltläufigkeit, Bekanntheit und Schick anbelangt ständig mindestens eine altwürttembergische Meile hinter der bayrischen Schwestermetropole zurückhängt … Das möchte man natürlich ausgleichen und somit wenn möglich jeglichen Verdacht vermeiden, in irgendeiner Form hinterwäldlerisch zu sein - was z. T. erklärt, warum hier Bestrebungen nach einem Bauen nach menschengerechtem, ästhetischen, an die Historie angelehnten Maßstäben einen extrem schweren Stand haben (s.o.). Leider …

    Deutschland ist seit 1945 mental ein megakaputtes Land und wird gerade "auf links gedreht" bis zum get no.

    Ich glaube, da überdrehst du ein bissel. Ich halte unser Land für deutlich weniger dysfunktional als vor 45 ... nicht nur mental, sondern auch moralisch (zumindest wenn wir die 12 Jahre direkt davor anschauen ... als für meinen Geschmack alles in bisschen zu arg nach rechts gedreht war ... vorsichtig gesagt). Ich kann auch nicht erkennen, das derzeit irgendwas "auf links gedreht" wird. Aber ich weiß schon: Darüber gehen die Meinungen im Forum hier sehr auseinander. Deswegen lass uns darüber nicht streiten.


    Generell: Ich geb ja zu, dass bei mir solche Entscheidungen und Entscheidungs-Begründungen wie vom LfD ebenso gegen den Strich gehen. Mir wird's da ganz akut speiübel (buchstäblich). Trotzdem: Ich glaub, wir müssen verstehen, dass es eben tatsächlich Leute gibt, die aus tiefer, innerer Überzeugung raus solche Bau-Ensembles tatsächlich toll und und schützenswert finden. Ich glaube nicht wirklich, dass uns die Leute im LfD quälen wollen. Die haben halt ihre Überzeugungen - die uns zwar nicht passen. Aber ich würde aus einer solchen Entscheidung jetzt auch nicht den gesellschaftlichen Megatrend herauslesen ... Im übrigen: Hier in Stuttgart haben sie vor einigen Jahren die denkmalgeschützten Flügelbauten des Bonatz-Bahnhofs abgerissen - aus sozusagen übergeordnet städtbaulich-planerischem Interesse raus (Stuttgart 21). Insofern seh ich zumindest für den Durchbruch der Rähnitzgasse gar nicht so schwarz ... Ich könnte mir gut vorstellen, dass das eines Tages trotzdem möglich sein wird. Wenn der Denkmalschutz dann mit der zerstörten Symmetrie argumentiert, kann man ja empfehlen den gleichen Durchbruch auch auf der Gegenseite zu schaffen ... Dann ist die "Harmonie" wieder hergestellt floet:)

    Zitat: "Allerdings, so stellte Aaron Schirrmann vom Studio Malta nüchtern fest: In Stuttgart gibt es eine Tradition, im Zweifelsfall abzureißen.”


    Das stimmt. So oft hat galt das in den letzten Jahrzehnten für Vorkriegsbauten ... Jetzt gilt es Daumen drücken, dass diese "Tradition" nicht ausgerechnet bei diesem betonierten Furunkel unterbrochen wird ...

    Also, irgendwie ist das eine witzige Geschichte ... So hat sich dieser zunächst unsympathische, da oberlehrerhaft „edukatorische“, Von-oben-herab-Ansatz des Künstlers/der Künstlerin komplett ins Gegenteil verkehrt. Die eigentliche Intention mit dieser Installation war ja, dem Betrachter entgegenzuschreien: Hallo? Alles Fake! Was du dummer Touri da schön findest, lässt sich ganz billig und seriell reproduzieren und wenn du so was schön findest, bist du halt ein armer Wicht, der nicht begreift, dass Architektur eben nicht nur Fassade, sondern der Raum, die Menschen und die Nutzung dahinter ist usw. usw. bla bla … Und jetzt? 99% der Menschen, die ohne Erklär-Bär die beiden Gebilde im Hof des Stadtschlosses stehen sehen, halten sie für eine Art Werbe-Hinweis, sich unbedingt während des Besuchs der Stadt auch noch die barocken Schlösser-Highlights im Sanssouci-Park anzuschauen. Und witzigerweise taugen sie dafür offenbar tatsächlich gar nicht mal schlecht – und können insofern wegen meiner auch gerne stehen bleiben. Aber unterm Strich ist das doch v.a. ein prima Lehr-Beispiel dafür, wie „pädagogische Ansätze“ in der Kunst eben häufig (Gottseidank) in die Hose gehen ...

    In der Beziehung geb ich dir Recht … Der Begriff der Ehre – und die Folgen bei Verlust derselben – spielte in früheren Jahrzehnten und v.a. Jahrhunderten ein viel größere Rolle … Menschen, die damals in Amt und Würden waren und diese Würden aufgrund von persönlichen Verfehlungen einbüßten, waren zweifellos eher bereit, die damals üblichen Konsequenzen zu tragen – die mitunter zum äußersten führten … Heute gehen sie in die freie Wirtschaft und „starten“ eine neue Karriere als wäre nix gewesen - oder sie machen einfach weiter und setzen darauf, dass die Öffentlichkeit an der "Bagatelle" recht schnell das Interesse verliert ...

    Ich weiß nicht, Valjean. Ich denke, die Situation ist eher andersrum. Heute wird den Herr- und Frauschaften von so vielen Seiten auf die Finger geguckt, dass da jeder Misstritt sofort auffällt. Im Kaiserreich gab’s noch kein „Vroniplag“, kein „Lobby Control“, kein „Transparency international" usw. … Insofern denke ich eher, dass wir heute das am wenigsten korrupte deutsche Parlament der Geschichte haben. Lobbyismus ist sicher ein Problem – aber nun mal per se nicht verboten … Und meinst du tatsächlich, die Herren, die da in der Weimarer Republik oder im Kaiserreich in diesen schönen Hallen unser Volk vertraten, waren alles ausnahmslos selbstlose Engel mit weißer Weste, die niemals Vorteile aus ihrer Position gezogen haben? Mangels historischer Belege dafür, würde ich eher nicht davon ausgehen …

    Ja, sehr interessanter Beitrag. Danke! Aber in mancher Einordnung echt schwer erträglich. Ich versteh einfach nicht, wie offenbar vernünftig denkende Menschen Gebäude als „Fälschungen“ bezeichnen können. Das ist doch Schmarren. Man kann Gemälde fälschen, Münzen, Geldscheine …meinetwegen Impfzertifikate – aber Häuser? Da nickt der Bewohner dann einsichtig und gesteht: Mhm … Ja, ich geb zu. Ich wohn in einer Fälschung. Die ganzen Wände um mich rum, die Türen, Decken, die Badewanne, das mich vor Regen schützende Dach – alles in Wirklicheit gar nicht vorhanden, da Fälschung. Schon klar. Gemeint sind die v.a. die Fassaden als „Gesichter“ der Häuser. Aber, da eine Fassade im Allgemeinen einen konstruktiven Auftrag hat, kann auch sie per se keine Fälschung sein – denn sie trägt, was man z. B. von einem gefälschten Medikament nicht behaupten kann, das schlichtweg nicht wirkt. Zudem gehört m. E. zur Fälschung immer der Vorsatz, jemand zu täuschen. Aber wenn ich mir mein Haus einfach so wieder aufbaue oder neu baue, wie es mir gefällt, impliziert das keinen Täusch-Vorsatz, sondern birgt im Gegenteil die Ehrlichkeit, dass das Haus auch Jahrzehnte später noch das Lebensumfeld und den Stil widerspiegelt, in dem ich als Erbauer damals wohnen wollte … Hätte man den Rothenburgern damals vorgeschrieben, Beton-Glas-Geschwulste hinzusetzen – das wäre Täuschung … denn es würde den Betrachtern 50 Jahre später vorgaukeln … Aha, also das fanden die damals nach dem Krieg wohl schön und modern …

    Auf jeden Fall hat das Projekt, das Zeug einige Schritte in die richtige Richtung tun ... zumal in diesem Tabula-Rasa-Gebiet. Das ist toll!

    Was mich allerdings traurig stimmt: Wenn die künftigen neuen Bewohner dieses Gebiets fußläufig unterwegs die Innenstadt erreichen wollen, müssen sie erstmal dieses eigenartige Gebilde überqueren ...



    (Quelle: Screenshot, GoogleMaps)


    Es kann ja schon sein, dass da jede einzelne Straße für sich genommen ihre unbedingte Berechtigung hat - aber in seiner Gesamtheit wird doch jeder vernünftig denkende Mensch einsehen, dass bei diesem ... öhm ... Konstrukt...etwas schief gegangen ist?


    Sorry, ich neige sonst nicht zu Polemik, aber das sieht mir eher nach LSD-Rausch als nach Städteplanung aus ... Deswegen will es mir schlicht nicht in den Kopf, dass die für Städtebau Verantwortlichen nicht einsehen, dass hier unbedingt endlich eine Vereinfachung gemäß einem sinnvollen Masterplan her muss ... Oder soll das allen Ernstes für die nächsten paar 100 Jahre so konserviert werden? Das ist doch schon unter den Prämissen des sparsamen Umgangs mit innerstädtischem Raum ein Unfug

    Kleines Update von der Bau-/Abriss-Stelle Eberhardstraße:


    Die schreckliche Brücke über die Steinstraße ist endlich weg. Dahinter wird das leider nicht weniger schreckliche Kaufhof-Parkhaus sichtbar. Aber das könnte in den nächsten Jahren ebenfalls fallen, da es im allgemeinen Konsens als verzichtbar eingestuft wird. Was dahin kommen könnte, ist eine spannende Frage ...



    Der Blick durch die Steinstraße nach Südwest ist also endlich wieder offen, auf den Tagblatt-Turm als Blickfang ... so wie sich die Städtebauer der 20er Jahre das wohl auch vorgestellt hatten:



    Ansonsten geht der weitere Abriss leider sehr langsam vonstatten:



    Bonus-Bild: Das über 400 Jahre alte Hegelhaus (gegenüber):



    Nochmals zwei ältere Gesellen aus der Eberhardstraße ... Alter weiß ich leider nicht:



    Bonusbild Heimdall - die Baustelle Eberhardstraße 63.

    Antwort auf deine Frage: Ja, es tut sich definitiv was:




    Architektur, vermutlich/möglicherweise das hier.

    Heimdall: Zu den grünen Planen und der Lücke Eberhardstraße 63 neben dem Tagblattturm kann ich dir leider nichts sagen. Die Fassade Eberhardstraße 65 wurde ja schon länger wieder aufgerichtet (Gottseidank!). Aber auf der Leerstelle dazwischen tut sich soweit ich das erkennen konnte noch recht wenig. Ich kann mir das wenn ich das nächste mal unten bin aber gerne etwas genauer anschauen.

    Das Bild hatte ich noch vergessen.


    Dieser wunderschöne Anblick bietet sich einem, wenn man das obige schöne Plätzchen mit dem Hans-im-Glück-Brunnen drauf bewundert - und sich dann um 180° umwendet. Das wird durch dieses Bauvorhaben repariert - zumindest so, dass man keinen ästhetischen Schock mehr erleidet ...


    Im idealen Fall hat man danach einen (fast) bruchfreien 360°-Altstadt-Blick ... und das mitten in der Stuttgarter Innenstadt!


    Ich hoffe, dieser Strang passt ... Anbei mal ein paar Bilder von der Bau-Sitaution Eberhardstraße18-22 (aktuell eher noch: Abriss-Situation), die ich unten im Kessel vor ein paar Tagen gemacht habe ... vielleicht sind sie von Interesse, auch wenn man noch nicht viel sieht :-)

    Ich denke, das Vorhaben ist den meisten bekannt.


    Generell: Ich finde das Projekt ziemlich gut ... für Stuttgarter Verhältnisse.

    Die Architektur ist nicht wirklich der Brüller in Breitwand. Wie so oft bei Stuttgarter Projekten muss man sich aber auch hier die Ausgangssituation anschauen - und die ist eben leider unterirdisch. Dieser alte Anbau des Kaufhof-Gebäudes ist nicht nur auf den ersten Blick und für sich genommen hässlich, sondern er hat auch Blickbeziehungen vernichtet - gerade an einer Stelle, wo ein relativ intaktes Altstadtgefühl entstehen könnte. Dieser mehrgiebelige Bau repariert das recht wirkungsvoll und baut die bestehenden Altstadt-Reste nach Westen relativ bündig weiter ... was für Stuttgarter Verhältisse geradezu als Sensation bezeichnet werden kann. Noch besser: 1. Wettbewerb-Sieger war eine Schachtel-Architektur mit Schießscharten, die aber auch in den Augen der Stadtverantwortlichen nun so augenfällig hässlich war, dass sie ausnahmsweise rebelliert haben und den Auftrag an ein nachplatziertes Büro vergeben haben - einfach, weil deren Plan altstadtverträglicher ist ... (Wie gesagt: Für Stuttgart ein tatsächlich revolutionärer Vorgang ...)


    Der Anbau in seiner (bereits im Abriss befindlichen) ganzen Schönheit:




    Unter dem straßenüberbauenden Riegel mit Blick auf die Illustration dessen was kommt (die Gebäude ganz recht sind neu ... Die in der Mitte gibt's schon):



    Die Schokoladenseite des Anbaus ... Eigentlich befindet sich hier der Eingang in ein schönes Altstadtquartier. Und gerade hier war das Gebäude besonders abstoßend mit einer schlecht gepflegten, relativ versiffeten Anliefer-Hinterseite mit Müllcontainern ...




    Und das sieht man, wenn man ein Meter in die Geißstraße reingelaufen ist ... wodurch vielleicht klar wird, warum diese Reparatur für die Stuttgarter Innenstadt so wichtig ist:


    Ich hoffe, das hat funktioniert ... Ist da erste Mal, dass ich Bilder hochlade ...

    Auwei …Die PNN scheint da irgendwann langsam abzudriften. Ich hab nicht unbedingt was gegen Haltungs-Journalismus, aber wenn man das journalistisch sauber machen möchte gehört doch dazu, dass die geäußerten Meinungen nicht ständig nur auf einer Seite stattfinden. Zudem scheint mir die Truppe stilistisch überfordert:


    Zitat: „Es wäre nicht verwunderlich, wenn manch einem diese Bezeichnung (Europakirche) als Hohn erschiene.“


    Ich möchte der Frau Calvez nicht zu Nahe treten … Aber vielleicht hätte sie über den Satz nochmals nachdenken sollen. So wie er da steht, wäre er ein Fressen für jede Volo-Schreibwerkstatt.

    Und der Artikel von Herrn Kramer, Zitat: „Harsch fielen Internet-Kommentare von Gegnern der Garnisonkirche zum Mitteschön-Konzept aus – so spottete ... (n.n.) ..."

    Soso … Sind Internetkommentare für die die Redakteure der PNN also eine übliche Quelle für O-Töne?

    Natürlich gibt es überaus seriöse Internetforen (😊). Trotzdem sollte man als seriöse Tageszeitung mit Entnahmen aus dem Fundus äußerst zurückhaltend umgehen.

    Hm. Sag ich ja. Der Bundespräsident hätte in seiner Rede darauf hinweisen können/müssen, dass wir damals nicht „allein böse“ waren. Aber die Frage, ob wir nun chauvinistischer waren oder doch die anderen ist doch ein bisschen müßig, oder? Letztlich müssen wir ja in unserer eigenen Bude kehren – und damit zurechtkommen, was schieflief und warum. Sicherlich: Es hätte geholfen, wenn das Reich nach Bismarcks Aussagen, dass es „saturiert“ sei, auch dauerhaft so gehandelt und z. B. auf das Drängen nach kolonialem Besitz verzichtet hätte. Es hätte sicherlich – auch in der späteren Betrachtung – geholfen, wenn einige deutsche Militärs beim Ausbruch des 1. Weltkriegs nicht davon schwadroniert hätten, man könne sich bei der Gelegenheit ja gleich noch dauerhaft Flandern einverleiben. Man könnte andererseits sicher auch darauf hinweisen, dass z. B. die aktive „Chauvi-Phase“ der Briten über 400 Jahre angedauert – und erst in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts geendet hat. Aber was hilft’s? Und ich bleib dabei, lieber Heimdall: Dass die europäischen Mächte anno 1914 übereinander herfielen wie Raubtiere, war nicht zwangsläufig eine Folge der Tatsache, dass die handelnden Personen damals schlicht nicht das Wissen hatten, das wir heute haben (Stichwort: 2 Weltkriege). Es war ein fatales persönliches und nicht zwingendes Versagen der damaligen Verantwortlichen auf ganzer Linie. Das Bewusstsein für verbindende Linien in der europäischen Kultur war damals durchaus vorhanden – es hätte nur einige mutige Menschen an entscheidender Stelle gebraucht, die über ihren nationalen Schatten springen (Stichwort: Schlafwandler). Die gab’s bei uns nicht – und in anderen Staaten leider auch nicht. Somit fuhr das Kaiserreich gegen die Wand – die anderen nicht, deswegen können sie heute ihre Geschichte verklären und haben wunderbar perlweiße Nationalfeiertage – und wir haben schöne Diskussionen über Fehlstellen in präsidialen Ansprachen.