Posts by Nibelgauer

    Piefke, Marmeladinger ... Mich als Allgäuer lassen so Garstigkeiten eh immer relativ ratlos zurück. Butter gab's bei uns eigentlich immer - auch in dunkelsten Kriegszeiten. Und unser Dirigent hat Freitagabend in den Proben nie was von Piefke und Konsorten aufgelegt, sondern (fast) ausschließlich österreichische Märsche ... Seither liegt mir der Florentiner sehr viel mehr im Blut als Preußens Gloria und Petersburger ... :biggrin:

    Um zum Thema zurückzukehren ... Mein persönliches Überraschungs-Highlight (international gesehen): Buenos Aires! Eine gigantische Stadt, von Wirtschaftskrisen gebeutelt, aber der Reichtum, der sie einst groß machte, ist immer noch erkennbar. Gerade das Zentrum dieser Mega-Metropole ist bei allem Zerfall von (immer noch) prächtigen Bauten geprägt. Die teils recht uneuropäisch hohen aber trotzdem europäisch anmutenden Bauten schaffen ein ganz eigentümliches Mittelding aus Neuer und Alter Welt. Besonders beeindruckend: Gebäude wie das Palacio Barolo an der Avenida de Mayo. Dazu kommt noch der kulturelle Reichtum der Stadt … das saugute Essen …die sehr gastfreundlichen Menschen …

    Wenn Ihr in eurem Leben irgendwann mal die Chance dazu habt: Schaut euch das an!

    Quote

    Unsere heutigen Nationalstaaten sind bekanntermaßen nicht flächenidentisch mit alten Sprachgemeinschaften.

    Das stimmt. Aber gleichzeitig ist unser Land eben entstanden aus dem Bestreben der Menschen unseres Sprachraums, in einem einigen durch diese Sprache geprägten Land leben zu wollen. Insofern geht es mir zu weit, alle - in welcher regionaler Ausformung auch immer - „Deutschsprachigen“ aus vornationaler Zeit komplett von der Zuschreibung „deutsch“ abzugrenzen. Vielmehr sehe ich historisch alle Menschen, die deutsch gesprochen haben, aber außerhalb des heutigen Bundesgebiets lebten, (zumindest AUCH) als Deutsche - zumindest bis zu jener Periode, in der ihre Heimatregionen möglicherweise eine eigene nationale vom restlichen Sprachraum abgegrenzte und anders als durch Sprache definierte Identität entwickelten … Bei den Schweizern war des recht früh, möglicherweise kurz nach dem Schwabenkrieg zum Ende des Mittelalters, bei den Niederländern etwas später, ca. nach dem 30-jährigen Krieg … Bei den Österreichern – hm, schwer zu sagen – vermutlich irgendwann zwischen 1866 und 1945. Dass dies nur ein mögliches Narrativ ist und die Bewohner der "kontinentalgermanischen" Länder um uns rum andere haben, ist mir klar. Deswegen kann man über Fragen wie „War Mozart Deutscher oder Österreicher?“ oder „War Rubens Belgier oder Deutscher?“ auch so wunderbar und vollkommen unergiebig streiten …

    Der FAZ-Artikel verrät ein pikantes Detail. Wenn es stimmt, dass diese von ihren Fans so gefeierte Glasfassade des Foyers zunächst durch einen Vorhang abgehängt war, um die innen versammelte Kulturgesellschaft vor den neugierigen Blicken der Draußen-Bürger zu schützen, entlarvt dies das ganze Geschwafel von der ach so demokratischen Offenheit dieser Architektur als fromme Legende.

    Ja, ich weiß ... Da gibt's unterschiedliche Ansichten.

    Jahn-Entwurf


    Ich finde beide Entwürfe monströs - wobei der alte eher "obszön monströs" war, der neue "belanglos monströs". Mich stört an modernen Bauten immer eher, wenn sie belanglos monströs sind, wie in diesem Fall, wo man beim Betrachten der Gebäude eine spontane Depression entwickelt ...

    Aber: Das ist alles Schnee von Gestern und nur (meine belanglose :-)) Geschmacksache! Ich bin den Altstadtfreunden unbedingt dankbar, dass sie auch hier aktiv geworden sind und alles versucht haben!


    Jetzt ist eher die Frage: Wie kann man mithilfe solcher Ergebnisse wie dieser Fassade die Sinne der Verantwortlichen dafür schärfen, dass solche schwierigen Groß-Projekte in Altstädten vielleicht doch mal besser gelingen ... (Beispiele dafür, wie's besser ginge, gibt es ja mittlerweile genug - wie wir alle wissen ...). Jetzt kann man nur hoffen, dass angesichts solcher bzw. im Vergleich der Ergebnisse endlich die Augen aufgehen ...

    Besonders traurig, wenn man bedenkt, dass an dem Projekt über 20 Jahre lang herumgeplant wurde ... Und das kommt am Ende raus. Ich weiß ehrlich nicht, was die Veratwortlichen da geritten hat bzw. reitet. Dieses Monstrum sollte tatsächlich als Mahnmal dienen dafür, was rauskommt, wenn man Stadtplanungsämter, Architekten und Investoren ungebremst machen lässt ...

    Wobei: Zur ganzen Wahrheit gehört, dass m. W. die Altstadtfreunde da durchaus aktiv waren und versucht haben, mäßigend einzuwirken. Aber der Erfolg war in diesem Fall nur, dass der einen schlimme Plan durch einen noch schlimmeren abgelöst wurde ...

    Wobei: Die eigentliche Fläche der „neuen Altstadt“ mag ja klein sein. Ihr Wert liegt darin, dass einige bislang isoliert stehende Rest-Inseln der Altstadt verbunden wurden, nämlich der Komplex Römer-Samstagsberg mit der Paulskirche, die Braubachstraße und der Dom mit ein paar angrenzenden Bauten. Unterm Strich ergibt sich damit schon ein sehr viel größeres Ganzes, mit einem doch recht umfänglichen „Altstadt-Erlebnis-Raum“, der immerhin ca. 1/6 der Fläche der Dresdner Rekonstruktionsfläche mit seinen weitläufigen Plätzen ausmacht – wie Eryngium das weiter oben so schön ausgewiesen hat.

    Die Geschichte von dem Sklavenhandel-finanzierten Schloss ist ja schon arg an den Haaren herbeigezogen. Meines Wissens war diese durchaus grauselige Unternehmung unterm Strich doch ein eher defizitäres Geschäft für die Hohenzollern – und im Umfang in keiner Weise vergleichbar mit dem, was die Briten, Spanier, Franzosen und Portugiesen da abgezogen haben. Insofern: Als vernünftiger Ort für ein gut sichtbares Mahnmal, das an das europäische Sklavenhändler-Geschäft erinnert, würde sich der Buckingham-Palace in London ja wohl besser eignen, oder? Dann aber bitte schön deutlich an der Fassade anbringen, dass es bei der nächsten Prinzenhochzeit nicht zu übersehen ist … Zudem: Würde man an alle feudalistischen Bauaktivitäten des Hochadels der letzten paar hundert Jahre die hehren heutigen moralischen Maßstäbe ansetzen, müsste man fast überall draufschreiben: Von primär eher faulen, machtgierigen Kriegstreibern auf dem Buckel und mit dem Geld unterjochter und ausgebeuteter Völker errichtet. Versailles, Louvre, Schönbrunn, Escorial, Windsor usw. … Künftig sollte da kein Mensch mehr durchgelassen werden, der vorab nicht darüber zwangsinformiert wird, dass das alles von - aus heutigem Rechtsverständnis - Kriminellen errichtet wurde! Oder?

    Der Satz holpert ein wenig:
    Durch das geplante Neubauvorhaben wird hier die Möglichkeit erbracht, dass bisher wenig


    korrekt:
    Das geplante Neubauvorhaben bietet die einmalige Möglichkeit, das bisher ...
    Diesen Satz:


    Durch die behutsam an der Geschichte des Ortes, aber auch an der Nachkriegsbebauung orientierte Neubauplanung kann hier die Chance ergriffen werden, den Fischmarkt mit seinen angrenzen Fachwerkhäusern,



    korrigieren in:


    Durch die behutsam an der Geschichte des Ortes, aber auch an der Nachkriegsbebauung orientierten Neubauplanung kann hier die Chance ergriffen werden, den Fischmarkt mit seinen angrenzenden Fachwerkhäusern,



    Sonst prima!

    Naja … Da isch halt mal jemand auf die ausgefallene Idee gekommen, bei einem Großprojekt von Anfang an, seriöse Angaben zu machen. :-)
    Man könnte auch kommunizieren, dass die (reine) Opernsanierung „nur“ mit ca. 250 Mio. veranschlagt ist - und damit "in den Ring" gehen. Da drauf gehört (seriöserweise) aber noch ein Risikoaufschlag von 70 Mio. … und 3,5%/Jahr Baukostensteigerung – und schon ist man bei ca. 380 € … Dazu kommen dann noch ca. 400 Mio. € für ein neues Kulissengebäude (was eine gute Tat wäre, denn das alte schaut grauslig aus) und ein Verwaltungsgebäude + ein paar kleinere Sachen + ein Ausweichsquartier für die Oper während der Umbauzeit – und schon hat man die Milliarde beinander. So wahnsinnig ist die Milliarde übrigens gar nicht, wenn man guckt, dass die Stuttgarter 2,5 Milliarden auf der hohen Kante haben … wobei ich ja das Geld eher für die Unter-die-Erde-Legung der Hauptstätter-Straße nehmen würde, um die beiden zerschnittenen Altstadt-Teile wieder zusammenzuführen – aber das ist eine andere Geschichte …

    Heinzer:


    • Mea culpa. Ich habe deine Aussagen der besseren Lesbarkeit halber gekürzt. M. E. stand da inhaltlich aber genau das. Doch ich gebe dir Recht: Der Klarheit wegen wäre es besser gewesen, die 1:1-Zitierfunktion zu verwenden. Trotzdem werde ich es jetzt nicht verändern, weil sonst deine Gegenrede nicht mehr passt.
    • Danke für deinen nun ausgewogenen Beitrag. Er beschreibt sehr gut und angemessen die Ambiguität im Bezug auf Deutschland, seine aktuelle Situation und seine Geschichte, die auch ich empfinde.
    • Besonders an der Stelle, an der du über die „Mutlosigkeit“ unseres Landes schreibst, bin ich ganz bei dir. Diese Ängstlichkeit ist wahrscheinlich (mal abgesehen von der miserablen (menschen)rechtlichen Siuation der damaligen Zeit) das Haupt-Manko, wenn man das heutige Deutschland mit dem des Kaiserreichs vergleicht. Klar. Zum Teil war es auch das übergroße Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Stärke, die unser Land ab 1914 in die Katastrophe geführt hat. Aber ich wäre doch sehr dafür, dass wir dieses zaghafte „Nach-hinten-blicken“ über zwei Generationen nach 1945 endlich mal ablegen und wieder mehr Zuversicht in die eigenen Möglichkeiten entwickeln. Nein, es geht mir nicht um einen „Schlussstrich“! (Frei nach Monty Phyton: „Steinigt Ihn! Er hat Schlussstrich gesagt, er hat Schlussstrich gesagt!!“) Zu oft wird mir aber mit den „schlimmen Erfahrungen der Vergangenheit“ argumentiert, wenn politische Entscheidungen anstehen. Hier ginge es mir nicht um eine Rückkehr zur sog. „Großmannssucht“ (Gab es die? Waren wir im Kaiserreich wirklich „großmännerischer“ als die anderen europ. Nationen?) – sondern einfach das Bewusstsein, dass man mit etwas Mut und Entscheidungsfreude für sich selbst, für Europa und die Welt mehr erreichen könnte als mit diesem ewigen Klein-klein, das die deutsche Politik, auf fast allen Ebenen auszeichnet. Ich bin mir sicher, dass ein so von oben vorgelebter Optimismus, ein größeres Vorleben an Gestaltungsfreude sehr positiv aufs restliche Land ausstrahlen könnte, mit vielen positiven Ausstrahlungsaffekten – angefangen von den Geburtenzahlen, über einen größeren „kulturellen Output“ bis hin zu einer endlich deutlich bunteren, lebensfreundlicheren Architektur.

    Nochmals zum gegenseitigen Verständnis: Deinen Befund, dass Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts einen hohen Grad des Glücks erreicht hatte, das es - aus mir bis heute unerfindlichen Gründen - in kompletter geistiger Umnachtung in die Tonne gekloppt hat, teile ich umfänglich. Ich wehre mich nur gegen die Einschätzung, dass heute – im Vergleich zu damals – mit diesem Land so viel schlechter bestellt sein soll. Das hält einer objektiven Betrachtung schlichtweg nicht stand

    Eigentlich habe ich mir ja geschworen, mich aus diesen leidigen „Selbstbegeißelungs-Diskussionen“ herauszuhalten. Aber ganz ohne Gegenrede kann man das, was Heinzer im Vorpost zur aktuellen Situation Deutschlands formuliert, ja wohl kaum stehen lassen. Am Ende glaubt das sonst noch jemand ...



    „Wissenschaftlich ist das Land tot. Das letzte Stündlein der Technologie hierzulande hat geschlagen“



    Eh, nein. Deutschland hat nach wie vor eine der dichtesten Hochschul- und Wissenschaftslandschaften der Welt. Sogenannte Elite-Unis haben wir wenige. Aber in der Breite ist das was an universitärer Bildung abgeliefert wird doch nach wie vor Champions-League. Bei den technischen Studiengängen wahrscheinlich Weltspitze. Auch was den industriell-technologischen Output angeht.



    „Der Zustand des Gemeinwesens ist bedenklich“



    Ich empfehle eine Rundreise in so ziemlich jede andere Weltgegend. Mir geht’s eigentlich immer so: Sobald ich zurückkehre bin ich heilfroh über unser Gemeinwesen und wie (weitgehend) reibungslos, (weitgehend) korruptionsfrei und sozial alles funktioniert. Das einzige was immer irritiert ist das krasse Missverhältnis zwischen einer grassierenden Unzufriedenheit – und der tatsächlichen Situation hierzulande.



    „vollkommende kulturelle Bedeutungslosigkeit im Vergleich zu den Nachkriegsjahren“



    Wünschst du dir wirklich diesen Mief der 50er und 60er Jahre zurück? Als Alt-Nazis noch in den Beamtenstuben und in Gerichten saßen, als Homosexualität unter Strafe stand und Frauen die Erlaubnis des Ehegatten bedurften, wenn sie arbeiten wollten? Nee … Die aktuelle Freiheit der heutigen Zeit schätze ich schon sehr. Die deutsche Kunstszene kann sich ja wohl absolut sehen lassen … Sogar mit der Filmindustrie geht’s meinem Empfinden nach leicht aufwärts. Von der Dichte der kulturellen Angebote und der Vielfalt wollen wir gar nicht reden … Nur die deutsche Architektur lässt aktuell (noch) zu wünschen übrig … Aber deswegen sind wir ja hier ...

    Und ausgerechnet gegenüber diesem Bau befindet sich die m. E. inferiorste Ecke der Linden ... Diese unbebaute Raumkante nordwestlich der Komischen Oper sieht aus wie der Hinterhof eines Baumarkts. Ich warte seit nun schon fast 30 Jahren darauf, dass da endlich mal was passiert ... Vor knapp 25 Jahren gab's glaub ich sogar mal eine Visualisierung, die eine neuurbanistische Lösung vorschlug - und gar nicht schlecht aussah ... Aber das Ganze ist wohl schon seit ewigen Zeiten im Sand verlaufen. Muss man da Angst haben, dass bezüglich dieses DDR-Längsriegels irgendwann der Denkmalschutz zuschlägt?


    Google maps

    Rastrelli: Aus der Reaktion der französischen Politik auf die Katastrophe abzuleiten, es würden „Welten zwischen den Kulturen Frankreichs und Deutschland“ liegen, halte ich für übersteuert bzw. nicht legitim - zumal wenn dies wertend gemeint ist. Zunächst gibt es im föderalen Deutschland anders als im zentralistischen Frankreich keine Kirche, die ähnlich wie Notre Dame als Träger nationaler Symbolik und Emotion dient. Zum Zweiten: Gesetzt den Fall es gäbe so eine Kirche (am ehesten vielleicht noch der Kölner Dom?) und sie wäre teilzerstört – wir wissen schlichtweg nicht, wie die deutsche Politik und Gesellschaft darauf reagieren würde. Zumal: Als vor 15 Jahren die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar (fast) vernichtet wurde, war m. W. die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit soweit ich mich erinnere durchaus beeindruckend, emotional und solidarisch.

    Ein sehr informativer Film vom SWR über die Arbeit einer kleinen Firma aus dem oberschwäbischen Rot an der Rot, die auf die Rettung baufälliger Fachwerkhäuser spezialisiert ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=0mZHd3EuFS0&t=103s
    Am besten finde ich, mit welchem Engagement, ja geradezu Liebe zu der alten Substanz die zur Sache gehen.
    (schon ein paar Monate alt ... aber ich glaube bisher wurde der Film nicht verlinkt)

    Noch was - ganz und gar unerwartet - erfreuliches aus Stuttart. Tatsächlich wird erwogen einige Räume, des im 2. WK fast komplett zerstörten Neuen Schloss zu REKONSTRUIEREN ... (Entschuldigung wg. der Großschreibung, aber allein, dass dieses Wort im öffentlichen Disput in dieser Stadt von maßgeblichen Personen offen verwendet wird, ist eine Sensation. Die letzten 70 Jahre nach dem Krieg galt hier die Philosophie des: "Was wellat ihr denn mit dem alta Dreck ... Reißet's weg bevor's von alloi zammafallt". Wie bestimmt allseits bekannt: Die Reste des Neuen Schlosses wurden 1957 fast abgerissen ... für ein Hotel und u.a. auf Betreiben des damaligen OB).


    Kann sein, dass über erste Ansätze dazu schon andernorts oder weiter oben berichtet wurde. Aber die Hinweise, dass das Vorhaben tatsächlich ernsthaft umgesetzt werden könnte, verdichten, sich jetzt. In der gestrigen Stuttgarter Zeitung war ein großer Bericht enthalten, der ausführt, dass 2000 hochwertige Möbel, Gemälde und weitere Einrichtungsgegenstände "wieder entdeckt" wurden, die seit dem Krieg im Ludwigsburger Schloss quasi "abgestellt" waren. Der Verdienst gebührt einer jungen Konservatorin, die diesen Umstand in mühevoller Kleinarbeit nach und nach aufgedeckt hat und bemüht ist, nachzuweisen, WO genau im Neuen Schloss die Sachen standen.
    Das besondere an diesen Gegenständen ist, dass diese damals z. T. mit der russischen Prinzessin und nachmaligen Königin Katharina nach Stuttgart kamen, die einen recht erlesenen Geschmack hatte und mit der Geldbörse des Zaren-Papas Sachen erwerben konnte, die zum damaligen absoluten kunsthandwerklichen Top-Niveau zählte. Mit anderen Worten: Es ist absolut naheliegend, diese Dinge an den eigentlichen Ort ihrer Bestimmung zurückzuführen und quasi als Hülle für diese Kostbarkeiten auch die entsprechenden Räumlichkeiten drumrum zu rekonstruieren. Was da entstünde wäre ein Schlossmuseum von europäischem Rang!


    Ich würde gerne den großen Bericht hier verlinken ... finde ihn aber leider im Netz nicht. Deswegen hier nur der Link zu dem dazu gehörigen Kommentar:


    Klick

    Auf den Seiten des Brückenbauvereins Frankfurt, die für den Aufbau trommeln, ist von dem Turm keine Rede.
    Hier geht es immer wieder explizit um den fehlenden "Hut" des langen Franz.


    Beim kleinen Turm gibt es m. E. zwei Probleme:
    1. Geld. Muss halt finanziert sein ... und der große Turm hat Priorität.
    2. Der Name. "Kleiner Cohn" hört sich süß an - geht aber (wohl) auf ein antisemitisches Lied zurück. Das war 1905 zwar (ebenfalls) mindestens geschmacklos - gesellschaftlich aber kein Problem ... Heute ist es das. Vermutlich muss für das Bauwerk also erstmal ein neuer Name gefunden werden kann, bevor in Spendenkampagnen dafür geworben werden kann - was ich übrigens (meine Meinung) völlig o.k. fände. Geht ja schließlich um das Bauwerk. Der Name ist verzichtbares Beiwerk - zumal, wenn er evtl. einen für eine Minderheit diskriminierenden Hintergrund hat.