Hamburg - Freie und Abrissstadt

  • Verweis zum letzten Beitrag im alten Forum: http://www.naanoo.com/freeboar…3224&forumid=16292&page=2


    Quote

    Freie- und Abrissstadt Hamburg
    Kaufmännisches Denken und Denkmalschutz stehen sich in der Hansestadt noch immer im Weg

    Die Welt vom 8. April 2002

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Weiß man eigentlich neues über die Bauten in der Trommlerstraße? Steht davon überhaupt noch etwas?


    Die Fassade vom Europahaus hätte ich stehen gelassen und den Giebel rekonstruiert... der Rest der Passage hätte ruhig kommen dürfen. Naja, nu ist's eh zu spät.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Komme gerade aus Hamburg und hab mir die Europapassagen-Situation mal live angeguckt.


    1. Ist so ein riesiges EKZ inmitten der City sinnvoll?


    2. Musste es sein, das Europahaus abzureißen? Die Fassade war wirklich schön, bis auf den fehlenden Giebel und korrespondierte mit dem Ballinhaus in der Nähe. Die neue Fassade ist gähnend langweilig.


    ... hab auch mal in 'nem Hamburg-Buch im Bahnhof geblättert, da war ein Foto wo das Europahaus noch stand... wirklich zum heulen.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Es mußte nicht sein...ein völlig unnötiger Vorgang und die Allianz Immobilien schert sich garantiert nicht übermäßig darum ob sich die Europapassage gut einfügt oder eine wirklich langlebige Architektur aufweist, selbst die jetzige Umsetzung wurde ja nur aufgrund durch Überarbeitung gewährleistet.
    Das Europahaus war ein schönes und gut nutzbares Gebäude, aber es mußte ja unbedingt diese Einkaufspassage her. :augenrollen:

  • Altbau weicht der Moderne
    Hochtief: Ehemaliger Sitz der Feuerkasse nicht mehr sanierbar
    INGA FRENSER


    Es ist amtlich: Der ehemalige Sitz der Hamburger Feuerkasse und ältesten aktiven Versicherung der Welt gehört der Vergangenheit an. Morgen beginnen die Abrissarbeiten in den Kurzen Mühren 20. Die Hochtief Projektentwickler will hier einen modernen Neubau errichten - angepasst an die historische Bebauung der Umgebung.


    "Uns bleibt leider keine andere Wahl", erklärt Projektentwickler Dr. Gerhard Hillebrand. "Wir haben verschiedene Gutachten zur Sanierung des Gebäudes eingeholt, doch die Bausubstanz und die Statik sind für einen Umbau nicht mehr geeignet." Im Sommer 2007 soll nun der Neubau "conSense7" fertig gestellt werden.


    (MOPO vom 20.01.2006 / SEITE 24)
    http://www.mopo.de/2006/200601…u_weicht_der_moderne.html



    Hier der "moderne" Neubau, wirklich enorm "angepasst an die historische Bebauung":
    http://www.hochtief-projektent…/pdf/Kurze_Muehren_HH.pdf

  • Quote

    Hier der "moderne" Neubau, wirklich enorm "angepasst an die historische Bebauung"


    Das ist ja wohl ein Witz. Das einzige, was hier angepasst ist, ist die Höhe und die Grundfläche.

  • Danke, Dirk! :)


    Quote

    "Wir haben verschiedene Gutachten zur Sanierung des Gebäudes eingeholt, doch die Bausubstanz und die Statik sind für einen Umbau nicht mehr geeignet."


    Sowas heisst hierzulande demolition through neglect. :(


    Manche Besitzer stecken eben so lange nichts in ihr Gebaeude bis es als unrettbar und darum abbruchreif deklariert wird um dann beim Neubau voll abzusahnen. :boese:

  • @ Pilaster, ja das kenne ich auch hier aus Trier.
    Hier standen zwei schöne Gründerzeitbauten direkt nebeneinander. Die waren schrecklich heruntergekommen aber sie waren noch im originalen Zustand, was ja sehr selten ist. Sogar Markisen und Sonnenschutz an den Fenstern waren komplett erhalten. Sie haben gewartet bis die ersten Simse auf die Straße krachten und dann haben sie beide vollkommen abgerissen. Nun hammer nen neuen provisorischen Parkplatz. :boese:

  • Nicht zu glauben... ich weiß zwar nicht wie der Altbau aussieht aber da es sich um ein Versicherungsgebäude handelt denke ich, dass es schon ziemlich prunkvoll sein wird. bzw. war.
    Zum Kotzen... genau wie der Neubau auch aussieht. Und das neben einem der wenigen Gebäude, die noch aus der Zeit von vor dem Feuersturm stammen.... ich glaub es einfach nicht, dass so etwas heute noch passiert.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • http://www.bildindex.de/bilder/MI11082c14a.jpg


    Das linke Gebäude müsste es sein, scheinbar ist das Türmchen unter der Verkleidung noch komplettt erhalten, zumindest sieht es so aus als wenn da oben noch ein Kupferdach rausguckt.


    ... was für ein Anti-Ersatz für so einen Gründerzeitbau.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich überlege wirklich ständig, wie wir gegen solche Aktionen vorgehen können, ohne jeden Abend Leserbriefe oder Stellungnahmen zu verfassen ... Das ist zwar wirksam aber alles so zeitraubend... Wir bräuchten da noch ein "Werkzeug" das einfach und schnell zu aktivieren ist. :?::?:

  • Quote

    Ich überlege wirklich ständig, wie wir gegen solche Aktionen vorgehen können, ohne jeden Abend Leserbriefe oder Stellungnahmen zu verfassen ... Das ist zwar wirksam aber alles so zeitraubend... Wir bräuchten da noch ein "Werkzeug" das einfach und schnell zu aktivieren ist.


    Vielleicht sollten wir regelmäßig einen "Preis" für den hässlichsten oder unangepasstetsten Neubau vergeben. Allerdings wären das wahrscheinlich monatlich dutzende Gebäude, die da in Frage kämen.

  • Dann ist das Gebäude aber schon weg. Ich denke Jürgen meint einen Weg, mit dem man einen Abriß evtl. in letzter Sekunde noch verhindern könnte. Wie es z.B. auch beim Karstadt-Haus in Essen oder der Bochumer Marienkirche nützlich wäre...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • In dem PDF noch besser zu sehen, daß der Neubau etwa der Bau ist, der von allen denkbaren Bauten am wenigsten zu den Nachbarbauten paßt, nicht einmal zum 70er-Bau links. Alles was entstehen wird, ist ein Platz der unschönen Gegensätze.


    Dabei wäre der Neubau an sich in einem Büropark gar nicht mal so schlecht. Doch er muß ja ausgerechnet an diesen Platz.

  • stattdessen sollte der haessliche bau links verschwinden!
    haetten wir solche bauten nicht schon millionenfach gesehen, waere es ja annehmbar, aber so?
    uebrigens finde ich den altbau auch nicht gerade schoen oder besonders (aber besser ;) ), was nicht an dem verstuemmelten dach liegt.

  • Quote from "Dirk"

    Es ist amtlich: Der ehemalige Sitz der Hamburger Feuerkasse und ältesten aktiven Versicherung der Welt gehört der Vergangenheit an.

    Ist das Gebäude Originalsitz oder nur einer von mehreren ehemaligen Sitzen dieser Versicherung?

  • @ Max: Soweit ich weiß das Hauptgebäude, allerdings nicht das erste, da die Versicherung älter als das Gebäude ist.


    @ Samuel: Danke für das Bild... das tut wirklich weh.... erst das Europahaus, jetzt die Feuerkasse... ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Gründerzeithäuser wieder mit Stuck etc. zu versehen.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)