Posts by Andreas

    Was steht am am Schluss was auf eine Satire hinweist?


    Es ist von einem "Deckmantel der Satire" die Rede

    Für mich ist das Satire (auch wenn ich befürchten muss, dass dies Meinungsäußerung bei Einigen wieder Zensurgelüste nach sich ziehen wird) .


    Satire hat natürlich immer den Zweck eine Meinung zu transportieren und dazu wird etwas überspitzt dargestellt. Es geht aber doch nicht um den Abriss des Domes. Die Argumente für und gegen einen solchen werden dann in dem Artikel auf kurioser Weise gegenübergestellt. Vielmehr scheint es den Verfassern eher um eine Umgestaltung er Gesellschaft zu gehen und das daran festzumachen, dass Veränderung auch da denkbar ist, wo dies eigentlich als undenkbar angesehen wird.


    Es wundert mich ein bisschen, dass dieser Ansatz bei den Diskutanten, die bei jeder Gelegenheit darauf hinweisen, das unsere Gesellschaft schlecht ist, nicht gut ankommt (auch wenn die Autoren des Artikels selbstredend eine Veränderung in eine anderen Art und weise möchten.)


    Die Satire finde ich jedenfalls nicht schlecht gemacht, wenn man sie als solche versteht. Den Veränderungswunsch der Autoren kann ich aber trotzdem nicht teilen, weil mir nicht nur der Kölner Dom, sondern auch das Gesellschaftssystem in Deutschland sehr gut gefällt.

    Überall wo er das nicht tut, wo Polizei in ihrer Funktion nicht so sehr gewertschätzt wird bzw. stark liberale Vorstellungen und ggf. sogar Gleichgültigkeit zum öffentlichen Raum herrschen, herrscht auch die Sprayerszene besonders ungehemmt (klingt doch eigentlich logisch?).

    Klingt es nicht. Was haben den liberale Vorstellung mit der Sprayerszene zu tun? Machen die Sprayer, dass weil sie die Polizei nicht wertschätzen? Machen die das aus "Gleichgütigkeit" oder vielleicht doch eher, weil ihnen besprayte Wände gefallen?


    Es ist aus meiner Sicht doch eher eine Frage des Respekts von fremden und öffentlichen Eigentums, als einer zu wenig liberalen Einstellung.

    Das sehe ich auch so. Ein solches Gebäude sollte eigentlich und Denkmalschutz stehen und könnte auch säkular genutzt werden, wenn Orden keinen Bedarf mehr hat. Das setzt allerdings voraus, dass bei einem Verkauf auch der Kaufpreis sich nicht an dem eines unbebauten Grundstücks in bester Lage orientiert. Vielleicht war das, das Problem.


    Edit: das an der Stelle der Kirche errichtete Gebäude ist wohl ein Campus der katholischen Universität Lille. Da wäre dann mit Sicherheit eine Nutzung, und sei es als Aula oder Mensa möglich gewesen.


    Es soll zu letzt noch versucht worden sein in einem gerichtlichen Verfahren die Unterschutzstellung zu erreichen. dies ist aber wohl gescheitert und kurz darauf mit dem Abriss begonnenen worden.


    Hier noch ein paar Bilder:


    https://actu.fr/hauts-de-franc…lie-a-lille_33903071.html

    Nun ja, daß Mieter umgesiedelt werden müßten, steht ja außer Frage - aber da sollen die sich drum kümmern, welche Nürnberg erst diese Scheußlichkeiten angetan haben!

    Leben die noch?


    Aber im Ernst: Da werden sich schon die drum kümmern müssen, die an der Stelle des Bestandsbaues ein neues Gebäude errichten wollen.


    Was die Bilder von unify (danke dafür) zeigen, ist wie mit der Rekonstruktion eines einzigen, allerdings auch kunsthistorisch bedeutenden, Hauses zwei ganze Straßenzüge aufgewertet werden können. Die anderen Bauten der Nachkriegszeit fügen sich als Füllbauten dann (fast) alle ganz gut in das Stadtbild ein. (Edit: Habe mir gerade mal die Umgebung aus Streetview angesehen: Die Nachbarhäuser bedürfen auch einer "Überarbeitung" zumindest was die Fenster und Portale angeht. Das Haus an der Stelle des Toplerhauses, ist allerdings aus meiner Sicht das Schlimmste - neben dem gegenüber mit den Balkonen zur Gasse)


    Das spricht für mich auf jeden Fall dafür, Rekonstruktionen wie die des Toplerhauses immer ins Gespräch zu bringen. Vielleicht findet sich ja wirklich ein Bauherr der die damit verbundenen Kosten nicht scheut. Ob damit allerdings Mieten erzielt werden können, die das ganze wirtschaftlich machen, halte ich doch für fraglich. Wenn ein Wille dazu da wäre, ist dies sicher ein fall für eine öffentliche Förderung, zumal die Allgemeinheit ja etwas von der Aufwertung des Straßenbildes, gerade in so prominenter Nachbarschaft hat.

    Zu viele Menschen im Denkmalbetrieb wie Frau Enss mit ihrer Haltung statt wissenschaftlicher Expertise sind das Problem, nicht etwa die scharfe Kritik an diesen Personen und ihrer Motivation. Dieser entscheidende Punkt in der Kritik an der staatlichen Denkmalpflege wird in der Debatte hier im Forum aber leider auch immer wieder relativiert und negiert mit dem Ergebnis, dass sich nichts ändern kann, solange solche Köpfe tonangebend sind und Gehör finden.

    Sicher überzeugt man im Diskurs dann schon eher mit Argumenten wie diesem:

    Die heutige Architekten (die Generation nach 1960) sind total unfähig, ihres Versagen in D. ist sichtbar und erdruckend.....

    Der Nachkriegsbau ist zwar aus den Fünfziger Jahren und der Architekt auch vor 1960 geboren. Aber egal, Hauptsache mal was kritisiert.

    Wir leben (noch) in einer freiheitlichen Gesellschaft und es soll bitteschön jeder nach seiner Facon glücklich werden und der Staat soll sich nicht einmischen wo und vor allem wie ich wohnen möchte.

    Mit der Begründung kann aber auch der Eigentümer eines bedeutenden Kulturdenkmals in der Altstadt von Rothenburg oder Quedlinburg dieses abreissen, weil er am selben Ort lieber in einem Flachdachbungalow wohne möchte oder sozial Schwachen preiswerten Wohnraum mit qualitativ hochwertiger Ausstattung in einem 20 Stockwerke Hochhaus anbieten möchte.


    Natürlich muss man staatliches Handeln immer auf seine Zweckmäßigkeit überprüfen. Aber: Bauleitplanung ist kein Sozialismus und wird hier ja auch bei jeder Gelegenheit (zu Recht) gefordert.

    Das "Haus der Jugend" wird saniert.


    https://www.mittelhessen.de/lo…-allen-schikanen_23074572


    Bei dem Haus handelt es sich um ein barockes Gebäude aus dem 17. Jhd.


    https://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/24809/


    Im Rahmen einer Renovierung in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die zunächst nicht als Sichtfachwerk konzipiert Fassade freigelegt. Dies ist wohl (neben einer Erweiterung des Gebäudes zu einer den Domberg abstützenden Mauer) einer der Gründe für am Gebäude aufgetretenen Schäden.


    Für die auch im Inneren aufwändige Sanierung und Verbesserung der Ausstattung, haben in der Stadtversammlung von den Linken bis zur NPD alle Fraktionen gestimmt, mit Ausnahme der CDU.

    Wenn jetzt hier jeder eine Geschichte erzählt bei der es Probleme mit Nachbarn gab ( und da könnte ich von Berufs wegen viel erzählen) wird man vermutlich feststellen, dass da Menschen vieler Schichten und Herkunft drinnen vorkommen.


    Das lässt für mich nur den Schluss zu, dass es vielleicht gar nicht so sehr darauf ankommt, ob der Nachbar aus einer Familie stammt die seit Jahrhunderten in ihrem Dorf wohnt oder erst vor 5 Jahren nach Deutschland gekommen ist.


    Und Heimdall: Selbstverständlich ist ein Sachverhalt so zu erzählen, wie er passiert ist. Aber zu einer guten Sachverhaltsdarstellung gehört auch, dass man Wesentliches ausführlich wiedergibt und unwesentliches weg lässt. Da wir hier in einem Architekturforum sind, scheint mir die Herkunft von Personen unwichtig. Wichtig wird sie dann, wenn es dem Schreiber eigentlich um was anderes geht. Und davon möchte ich jetzt mal nicht ausgehen.

    Wo Andreas in den letzten Beiträgen „parteipolitisches Wunschdenken“ ausmacht ist mir schleierhaft. Langsam wird diese reflexhafte Empörung unserer „woken“ Teilnehmer wirklich lächerlich.

    Dein Vorwurf war aber auch sehr reflexhaft :wink:


    Was ich mit dem "parteipolitischen Wunschdenken" meinte, habe ich ja ober erläutert.


    Ansonsten bin ich doch was das Graffitiproblem angeht mit Dir weitgehend einer Meinung.

    These des parteipolitischen Wunschdenkens

    Damit meinet ich nicht das Wunschdenken die Täter kämen aus einer bestimmten politischen Richtung, sondern das Wunschdenken Politiker einer bestimmten Partei seien erfolgreicher bei der Verhinderung von Graffitis als andere.

    Wobei Graffiti nicht per se zu verurteilen ist. Zum Teil wird es auch von den Städten gefördert.

    Ich denke hier geht es in erster Linie um Graffitis die ohne Wissen und Wollen des Grundstückseigentümers an Gebäuden angebracht werden,. Diese sind per se zu verurteilen.

    Es ist aber auffallend, wenn man mal einen Stadtspaziergang in München mit einem in Berlin vergleicht. Da braucht es keine Statistik, sondern einfach zwei Augen.

    Warst Du in den letzten 5 Jahren einmal in Berlin oder München? Hast Du gezielt Orte aufgesucht an denn Graffitis üblicherweise sind? Hast Du hierbei auf Graffitis explzit geachtet?


    Offensichtlich geht es in diesem Strang nicht um eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern um subjektive Wahrnehmungen oder parteipolitisches Wunschdenken.


    Das hat allerdings dann null Erkenntniswert, so dass ich mich hier ausklinke.

    Wen es interessiert, kann sich gern auf der Seite Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration - Startseite - Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (bayern.de) informieren.

    Leider eben nicht. Eine die einzelnen Delikte aufführende Kriminalstatistik ist dort nicht zu finden. Alles nur "Hochglanzbroschüren" ohne Daten. Das machen die anderen Bundesländer aber nicht anders. Nur für Hessen habe ich eine Kriminalstatistik gefunden.


    https://www.polizei.hessen.de/…e99-pks-hessen-2017_1.pdf

    seltsamerweise sind Schmierereien in Bayern verhältnismäßig selten jedoch in anderen Bundesländern wie Berlin

    Ist das wirklich so oder ist hier eher ein Stadt-Land Gefälle zu sehen? Da müsste man mal wirklich Zahlen zu haben. Ich werde mal schauen, ob sich sowas ermitteln lässt.


    Auf die Schnelle aus der Straftatenstatistik:


    Sachbeschädigung durch Graffiti im gesamten Bundesgebiet (angezeigt):

    2015: 96.623

    2016 105.094 davon in Hessen 3258 (in Hessen leben 7,73 % der Einwohner der BRD)

    2017 in Hessen 3244, im Bereich der Polizeidirektion Bamberg: 244


    Die Aufklärungsrate ist überall sehr gering. Die bayrischen Zahlen sind von mir so schnell nicht zu finden. Repräsentativ wird dies natürlich alles erst, wenn man alle Zahlen (am besten nach wesentlich kleineren Einheiten als Bundesländer nebeneinander stellt.



    Wäre aber vielleicht auch möglich, dass es in den 80ern erst aufkam mit den Sprayern in Deutschland. Und damit fast schon zu spät für die DDR

    Ob das der Grund ist? Eher dann doch die größere Angst der DDR Bürger vor Sicherheitskräften aller Art. Auch wenn es weniger Graffitis gab, die DDR Verhältnisse möchte ich trotzdem nicht zurückhaben (zumal die heute beschmierten Bauten zu DDR Zeiten ganz anderen Gefährdungen ausgesetzt waren).