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Abrisse und Neubebauung zwischen Hauptbahnhof und Messe

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    • Meinst du den Abriss in der Hohenstaufenstraße? In der Hohenstaufenstraße wird gerade ein riesiger Gründerzeitbau abgerissen. Vorher war dort die Bahn oder sowas untergebracht. Das ganze ist ein ziemlich großes schmuckloses, deshalb wundert mich der Begriff Neobarock, Bauwerk. In der Seitenstraße hat es allerdings eine schöne Fassade aus rotem Sandstein.
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Und die (ein Stück davon) war auch in dem Artikel von Dieter Bartezko abgebildet. Ich war auch erschrocken und sauer, daß immer noch solche Dinge in Ffm verzapft werden. Wie üblich prangert Bartezko bei der Gelegenheit wieder an, wie überall in Frankfurt alte Bauten plattgemacht werden - ich gebe ihm fast ausnahmslos Recht, außer bei dem alten Fernmeldehochhaus, das schon allein deshalb den Abriß verdient hat, weil es an der Stelle des Palais T & T stand.
    • Bin da heute morgen vorbeigefahren und weiß jetzt auch um welches Gebäude es sich handelt, und zwar um den Rest der ehemaligen Reichsbahndirektion, einem schloßähnlichen Neobarockbau von der Jahrhundertwende, deren Hauptbau an der Allee zerbombt wurde und an dessen Stelle in den fünfziger Jahren die Bundesbahndirektion errichtet wurde. Selbst der Seitenflügel an der Hohenstaufenstraße war noch ein ziemlich stattliches Gebäude, naja, weg ist weg (oder auch nicht, neues Rekonstruktionsprojekt...)
    • Das ist shr schade... ich dachte, von der Reichsbahndirektion stünde gar nichts mehr... und nun sind die Reste auch noch weg. Hat jemand denn noch ein Foto von dem Seitenflügel oder ein Vorkriegsfoto des kompletten Baus?

      Zum Glück stehen aber noch einige andere ehem. Reichsbahndirektionen z.B. in Halle, elberfeld, Berlin...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Die letzten traurigen Reste (letzten Montag aufgenommen):



      Die Seitenflügel waren nicht durchgehend so prachtvoll, aber wenn man sich solche Details anschaut, dann ist es schon ein ziemlicher Frevel, sowas abzureißen. Für einen Moment konnte ich bei diesem Anblick ein wenig die Bartezkos verstehen, die immer darüber lästern, daß man einerseits seit Jahrzehnten verschwundene Fachwerkhäuser rekonstruieren will, während man richtige alte Gebäude bedenkenlos abreißt. Dann fiel mir zum Glück wieder ein, daß die, die rekonstruieren wollen, ganz bestimmt nicht die sind, die historisches auch abreißen wollen...



      Das sind die Reste des Hauptflügels an der Friedrich-Ebert-Anlage, der aus den 50er oder 60er Jahren stammte - und dafür meiner Meinung nach gar nicht mal so schlecht ausgesehen hatte.



      Kleiner (schwacher) Trost: Das Dach der gründerzeitlichen Seitenflügel war auch nicht mehr original, es war ein seltsam aufgesetzt wirkendes Schräg-Flach-Dach aus Schiefer mit eingelassenen Dachfenstern statt Gauben. Ich habe in dem Gebäude in der 90er Jahren mal ein Praktikum gemacht, und ich kann mich an keine Stuckdecken oder prachtvollen Treppenhäuser erinnern. Das Innere wirkte zwar nicht schäbig, aber doch recht einfach. Man hätte aus dem ganzen Komplex auf jeden Fall etwas machen können, ein Hotel etwa.

      Damals saß die Bahn noch in dem Gebäude. Um die Jahrtausendwende war das Oberlandesgericht hier untergebracht, während das etatmäßige (und unglaublich häßliche) Gebäude auf der Zeil saniert wurde.

      Weg ist weg. Besonders ärgerlich ist, daß noch nicht einmal eine Nachfolgebebauung feststeht.
    • rhein-main.net/sixcms/list.php…2_news_article&id=4222236


      Von der ehemaligen Bahndirektion an der Friedrich-Ebert-Anlage blieb zum Schluss nur noch ein kleines Element der Sandstein-Fassade übrig. Es landete nicht auf den Schuttbergen, sondern wurde sorgfältig eingelagert. Möglicherweise wird es in das neue Hochhaus integriert, das auf dem Areal entstehen soll, um das der Grundstückseigentümer Vivico aber ein großes Geheimnis macht.


      Tolle Wurst - das hätten sie sich dann auch sparen können. :augenrollen:

      Obwohl - dann haben wir ja immerhin etwas Originalsubstanz für die Reko der Bahndirektion in 30 Jahren.... :lachen:
    • Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit werden gerade zwei markante Gründerzeitler an der Ecke Ludwigstrasse/Mainzer Landstrasse 117-119 abgerissen (rückseitiges Viertel vom Hauptbahnhof). Die beiden stattlichen Gebäude, vor allem das Eckhaus mit Jugendstildekor und sehr hohen Decken, hätte man mit Sicherheit sanieren können. In den letzten Jahren wurden beide Gebäude systematisch in einem verwahrlosten Zustand gebracht . Das Ganze erinnert mich stark an "Westend-Sanierungen" Anfang der siebziger Jahren, anscheinend ist sowas aber auch 2008 noch möglich.
    • Das ist auch das was mich am meisten aufregt. Da kämpft man für den Aufbau einiger weniger Bauten im Altstadtbereich und auf der anderen Seite wird fleissig mit der Abrissbirne saniert. Alleine in den letzten Wochen wurden wieder hemmungslos einige historische Zeugnisse der Baukultur dem Erdboden gleich gemacht (z.B. die Villa in der Kennedyalle), die den Bombenhagel des 2. Weltkrieges und alle "Sanierungen" der 60iger und 70iger Jahre überstanden haben und nun im Jahr 2008, von der breiten Öffentlichkeit fast unbemerkt, platt gemacht werden. Deprimierend ist vor allem dieses "lautlose" verschwinden von Altbauten. Die jetzt vor dem Abriss stehenden Gründerzeitler im Bahnhofsviertel sind mir z.B. nur zufällig beim vorbeifahren aufgefallen. Nachdem ich mir die Sache nochmal nächer angeschaut habe war der Schock umso größer. Statt der vermuteten Sanierung der Häuser klebten Zettel der letzten Mieter an den Türen, dass die Häuser abgerissen werden. Da macht sich Wut und blankes Entsetzen breit und man fragt sich welchen Stellenwert das Thema "Stadtreparatur" wirklich besitzt.
    • An RobKriers:

      Welche Villa auf der Kennedy-Allee wurde abgerissen?

      Könntest du sie auf GOOGLE-MAPS markieren?

      Ich habe schon eine schlimme Befürchtung welche Villa das sein könnte, stand lange leer und war zu verkaufen. Standort: Stadteinwärts auf der rechten Seite unter der Eisenbahnbrücke durch, gleich nach der ersten Straße. Wurde die etwa abgerissen?
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Ich finde, man müsste mal ein Konzept finden, was sowohl die Interessen von Investoren, aber auch den Bestandschutz wichtiger Bauten, hier insbesondere von Villenarchitektur, zusammenführt. Oft ist doch das Problem, dass die Villen für heutige Verhältnisse "unglücklich" auf dem Grundstück stehen. Die Grundstücke in Frankfurt, München etc. sind Gold wert. Wenn man eine solche Villa abreißt und das Grundstück teilt, kann man ein Vielfaches dafür bekommen, bzw. Häuser, wie auch in diesem Fall draufsetzen, die deutlich mehr Mieter aufnehmen können und damit mehr Einnahmen bringen.
      Wenn ich Investor oder Eigentümer wäre, würde ich vielleicht auf ähnliche Gedanken kommen, schützen kann in solch einem Fall nur der Idealismus des Eigentümers. Es ist immer eine schwere Entscheidung.
      APH - am Puls der Zeit