Posts by Schloßgespenst

    Wieso brennt eine steinerne Kirche eigentlich wie eine Fackel und lässt sich kaum löschen? Der Dachstuhl, die Kirchenbänke und die Orgel - wie kann das so ein Inferno verursachen -es ist doch kein Fachwerkhaus und keine Scheune. Ich hoffe nur, dass wenigstens die Außenmauern und die beiden Haupttüme stehenbleiben und immerhin eine ausgebrannte, aber wiederaufbaufähige Ruine bleibt, so wie bei den - meisten - Kirchen, die im Zweiten Weltkrieg in Brand gerieten.

    Zur Erinnerung, es wurde von den beiden Klötzchen gesprochen, welche Treppenaufgänge, Personen- und Lastenaufzüge beherbergen. Man kann über die Lösung streiten,

    Kann man das? Gibt es denn ein Argument für diese Verschandelung? Darüber hatten wir hier vor einiger Zeit schon mal gesprochen (z.B. hier) - wer eine brauchbare Lösung finden will und soll, der findet meist auch eine. Wer die Schlossarchitektur nur als Mittel zum Zweck begreift und sich um die Dachansicht nicht schert (so wie verschiedene Bauherren auf dem Dresdner Neumarkt), der macht sich erst gar keine Mühe.


    Ansonsten magst Du vielleicht Recht damit haben, dass man die kleinen Kuppeln gerade noch auf das verstümmelte, nur noch angedeutete Dach (auf Deinen Vergleichsbildern gut zu erkennen) draufquetschen könnte. Aber das wird nicht passieren, weil das Dachrestaurant die Dachpartie prägen wird und die Kuppel da nur stören würde, da bin ich mir ziemlich sicher.

    Eine Rekonstruktion ist derzeit nicht vorgesehen (was man auch unschwer auf der Webcam erkennen kann, da die Ecken bereits mit Kupfer gedeckt sind), ist aber prinzipiell möglich, siehe: Warum erhält das Schloss nicht mehr die beiden kleinen Seitenkuppeln? Einen Zusammenhang mit den zusätzlichen Dachaufbauten gibt es nicht.

    Entschuldige mal, das glaubst Du doch selbst nicht - natürlich gibt es da einen Zusammenhang, und zwar einen entscheidenden: Durch den Bau der Dachterrasse ist eine Seitenkuppel auf der Nord-West-Seite nicht mehr möglich. Die würde dann ja auf einem Flachdach stehen und einen großen Teil der Dachterasse einnehmen. Das Thema ist wegen des Dachrestaurants passé.

    Hocherfreuliche Meldung von Pro Altstadt:


    "Ja, es wird weitergehen!
    Es gab ein Gespräch, das auf eine erfreuliche Weiterentwicklung hoffen lässt. Die Stadt ist von sich aus bereit zu mehr. Ich wurde um Diskretion gebeten. Einen schönen Pfingstmontag noch und danke für Eure begeisterten Kommentare! Ich kann es selbst noch nicht glauben
    - Cornelia Bensinger"


    https://www.facebook.com/perma…509682&id=106171139432387

    Nennst Du eine gewisse Cornelia Bensinger, die angeblich um Diskretion gebeten wurde, dann aber im Fratzbuch gleich mal etwas erzählt, eine zuverlässige Quelle? Der Link ist auch schon nicht mehr abrufbar. Und die bisherigen Äußerungen von den Stadtvätern besagten das Gegenteil.

    Die neue Altstadt bildete für die unverhoffte Pokalfeier sicher einen tollen Rahmen und hatte dadurch einen nachhaltigen Eigenwerbeeffekt über die Stadt hinaus - so unmittelbar nach der Eröffnung.

    Eher nicht, da das Ganze wie immer auf dem Römerberg stattfand und damit nur die Ostzeile und die mäßigen Nachkriegsbauten ins Bild gerückt wurden, wie man z.B. hier sieht. Anders wäre es gewesen, wenn der Mannschaftsbus am Dom gehalten hätte und die Mannschaft den Krönungsweg zum Römer abgelaufen wäre. Aber wer weiß, wie die nagelneue Altstadt dann jetzt aussähe... :zwinkern:

    Wieso Fensterlöcher? Die Fenster können doch an derselben Stelle der Außenwand wie beim Original angebracht werden, das ist ja keine Dämm-Pampe, an der nichts hält wie bei nachträglich gedämmten Gebäuden. Von außen sähe das genauso aus wie beim Original. Innen wären die Fenster natürlich um einiges tiefer. Würde man aber z.B. zwei Fenster hintereinander, also ein Doppelfenster einbauen, würde das Ganze auch von hinten nicht mehr ganz so auffallen. Aber auf eine Ausnahmegenehmigung würde ich nicht hoffen - wieso sollte man für die Reko eine Ausnahme bekommen? Das ist ein Neubau, und wir sind in Deutschland. Für die rekonstruierten Altstadthäuser in Frankfurt wurde auch keine Extrawurst gebraten, da musste ja z.B. das Erdgeschoss der Goldenen Waage aus Beton (mit vorgeblendeten Sandsteinarkaden) errichtet werden, da massive Sandstein-Erdgeschosse nicht mehr zulässig sind. Ganz ohne Kompromisse geht es eben nicht mehr.

    Vielleicht etwas dicker machen wie original, aber keinesfalls 1 m oder mehr.

    Warum denn nicht? Das wäre doch die bestmögliche Lösung. Wenn die Außenmauern, um die EnEV-Dämmwerte zu erreichen, 1,20 m dicke sein müssen, dann baut man sie eben so dick. Dann ist es immer noch ein Vollziegelbau, wie das historische Vorbild.

    So ist es, im Rhein-Main-Teil wurde eigentlich immer wohlwollend berichtet. Nur berichtet dort jetzt eben, wie bereits erwähnt, ein Redakteur, der (nach meiner Ansicht) einen der schlechtesten Füllbauten für einen der besten hält und diese Ansicht als Tatsache verkauft.

    Du hast Dich ja recht genau informiert. Soll die Bauakademie vielleicht Dein nächstes Reko-Projekt werden? :zwinkern:


    - Schade - gerade die Außenwand hätte ich für wesentlich dicker als 36,5 cm gehalten - das ist ja fast nüscht.
    - Dass die oberen Fenster zu klein sind, überrascht mich ebenfalls; dann sollten das eben Archivflächen und Technikräume werden, die müssen ja auch irgendwo hin.
    - Die Barrierefreiheit des Haupteingangs müsste man aber mit einer Rampe lösen können. Da ist eben ein wenig Tüftelei gefragt, etwa so eine Konstruktion oder so etwas (obwohl es hier weniger Stufen sind).
    - Zum Innenhof habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. Aber es gibt doch massenweise Bürogebäude mit etagenfüllenden Büros, die überhaupt keinen Lichthof haben. Auch bei der Rekonstruktion des Coselpalais am Dresdner Neumarkt hat man ja den Lichthof einfach weggelassen, um mehr Bürofläche reinzustopfen.

    Unsinn. Selbst wenn ALLE die Bauakademie aussen UND innen orginalgetreu errichten wollte wäre das:


    1) aufgrund der Baugesetzgebung nicht möglich

    Bist Du da sicher? Das Original war doch ein massiver Ziegelbau mit mutmaßlich richtig dicken Mauern und könnte damit vielleicht sogar heute gültige Dämmwerte erreichen. Zu niedrige Decken oder zu kleine Fenster wird das Ding wohl auch kaum haben. Der Brandschutz wird natürlich ein Thema sein, aber sonst?

    Der ZDF-Kommentar von Trüby bezeugt einen geistig armen Menschen, dessen vorgetragene Ideologie ja erst zum Flächenabriss deutscher Städte geführt hat und nun keinerlei Freude bei der Wiederkehr eines winzigen Teils des alten Stadtbildes empfinden kann und - noch schlimmer - seinen Landsleuten die Freude darüber auch nicht gönnt.


    Ein typischer Vertreter der gemütslosen deutschen Pseudoelite!

    Ich kannte den Mann bislang nicht und habe ihn dann neulich in einer kurzen Stellungnahme gesehen, in einer der Altstadt-Reportagen im Fernsehen am 9. Mai. Ich war direkt ein bisschen erschrocken - aber weniger wegen des Textes den er losgelassen hat ("Hier wird versucht, einfach einen Teil der Geschichte zu tilgen"; den Vorwurf gab es ja schon ganz am Anfang um 2005), sondern vielmehr wegen seines Gesichtsausdrucks; er macht wirklich den Eindruck eines verbissenen Fanatikers.

    Die FAZ widmet heute ihren Leitartikel der Neuen Altstadt und bringt im Rhein-Main-Teil einen vierseitigen, reich bebilderten Artikel über das Dom-Römer-Projekt, in dem sämtliche Häuser noch einmal vorgestellt werden. Der Autor Rainer Schulze überschüttet ausgerechnet Markt 30 mit Lob, behauptet allen Ernstes:

    Quote

    Das "Alte Kaufhaus", wie der Neubau nach seinem Vorgängerbau heißt, ist eines der besten Gebäude in der Altstadt.

    Nun, abgesehen davon, dass Herr Schulze seinen persönlichen Geschmack durch die Wortwahl "ist" sprachlich zur Allgemeingültigkeit erhebt, meint er auch noch, gegen Andersdenkende austeilen zu müssen:


    Quote from Rainer Schulze

    Angeblich ist es ein Qualitätsmerkmal, wenn neue Gebäude schnell Spitznamen bekommen. Bedeutet dies doch, dass der Betrachter etwas mit Ihnen assoziiert. Architektur will die Menschen bewegen, was mehr kann man sich als Architekt also wünschen. Einige Spitznamen sind allerdings weder einfallsreich noch schmeichelhaft oder gar zutreffend. Sie sind einfach nur dumm. So wird das "Alte Kaufhaus" in einem Internetforum als "Hundehütte" geschmäht. Das zeugt von Ignoranz und von blinder "Früher war alles besser"-Mentalität. Und überhaupt: Seit wann wohnen Hunde mehrstöckig?

    Mit Verlaub, Herr Schulze - so ein Spruch ist nicht gerade geistreich, zeugt von allenfalls flüchtigem Mitlesen und darüber hinaus von massiver Arroganz.

    Quote from UrPotsdamer

    Wenn du deinen kleinen Privatkrieg gegen mich weiterführen willst, dann bitte ich dich, stringenter zu argumentieren und genauer zu lesen. Florettfechten macht nur Spaß, wenn beide sich an die Regeln halten. Du bist ein zu leichtes Ziel; gib dir ein bißchen mehr Mühe!

    Du scheinst Dich ja für wesentlich wichtiger zu halten, als Du bist. Warum sollte ich gegen jemanden wie Dich einen "Privatkrieg" führen wollen? Du bist mir unfassbar egal - aber Du hast Dich über ein Schlagwort beschwert, das in diesem Forum benutzt wurde, und erbse hat die ganze Diskussion der letzten zwei Jahre einfach mal auf dieses eine Schlagwort reduziert. Darauf habe ich nur reagiert und etwas richtiggestellt.


    Keine Sorge, DEN Job mach ich dir nicht streitig!

    Bevor Du mir noch mehr unterstellst: Wo soll ich mich denn über von einen von einem anderen Nutzer verwendeten Begriff beschwert haben? Jetzt begibst Du Dich also auch noch auf Kindergartenniveau ("selber!").

    Wenn Du in diesem Forum schon länger mitgelesen hättest, wäre das für Dich nichts neues; genau diese Kritik haben wir in dem betreffenden Strang schon vor einiger Zeit ausgiebig diskutiert. Oktavian hat das Ganze jetzt extra für Dich nochmal in in einem Satz zusammengefasst, nachdem er und andere das Thema immer wieder ausführlich erörtert und erläutert hatten, bis es nach Blobels Tod plötzlich kaum noch jemanden interessierte. Statt Dir diese Diskussion erst einmal durchzulesen, hängst Du Dich hier an dem einen Begriff auf, den irgendwann irgendjemand mal reingeworfen hat und den dann andere eben übernommen haben und der so dermaßen unwichtig ist im Vergleich zu dem eigentlichen Thema, zu dem Du Dich gar nicht erst geäußert hast. Das finde ich schon etwas kleinkariert. Bist Du hier, um über Architektur, über Rekonstruktionen zu reden oder hast Du Dich angemeldet, um andere zu belehren, wie sie sich auszudrücken haben?

    Es schwächt somit ohne weiteren Kontext unser Anliegen,

    Zur Erinnerung: Was unser Anliegen schwächt, ist das, was Blobel da am Neumarkt bauen lässt, nämlich dieses nach persönlichem Geschmack komplett ohne Sachkenntnis zurechtgepimpte Bauwerk, welches den historischen Vorgängerbau verfälscht und karikiert - und Bauherr und Architekt rühmen sich auch noch, mehr von Proportionen zu verstehen als der Baumeister des historischen Originals und es besser zu machen. Solche Neubauten von d beratungsresistenten Menschen sind geeignet, Rekonstruktionen allgemein in Verruf zu bringen, sie sind Wasser auf die Mühlen der Reko-Gegner und der Modernisten. Schon vergessen? So etwas wird inzwischen offenbar von Leuten wie Dir weggelächelt, und nun wird so ein Machwerk auch noch verbissen gegen jegliche sprachliche Verballhornung verteidigt? Gut, wenn Dir das gefällt, bitte - über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber damit hast Du Dich aus dem Kreis der ernsthaften Rekonstruktionsbefürworter verabschiedet - willkommen bei den Freunden der beliebig historisierenden Architektur.



    Quote

    Abschätzige/abwertende Bezeichnungen dieser Art sind dazu geboren, Zwietracht, Abscheu, Neid und/oder Schlimmeres zu schüren

    Jetzt wird es wirklich lächerlich: Ist hier irgendein rassistischer Begriff gefallen? Wir reden immer noch von dem Wort "Bude", oder? Ich war es übrigens nicht, der den Begriff "Blobelbude" erfunden hat, aber ich finde es abwegig, ja wirklich lachhaft, diesen Begriff mit den oben zitierten in Verbindung zu bringen.

    Weil wir hier so viel konstruktive Kritik geübt haben, dürfen wir als Bonus alle mal "Blobel-Bude" sagen oder was?

    Nein, das darf auch jeder andere sagen. Die Meinungsfreiheit gilt seit 1990 auch in Dresden und sogar in Potsdam, falls Dir das entgangen sein sollte. Und ein solcher, vielleicht etwas schnodderiger, aber keineswegs beleidigender Ausdruck für ein umstrittenes Bauprojekt ist selbstverständlich von der Meinungsfreiheit gedeckt und gehört zu den Begriffen, die Du nicht mögen oder verwenden, wohl aber hinnehmen musst.


    Quote

    Meine Güte - Blobelbude kann man jetzt natürlich als respektlos empfinden (in Hinblick auf den kürzlich verstorbenen Mäzen

    Auch nicht wirklich, weil der Ausdruck bereits lange vor seinem Tod aufkam.

    Ja, solche Bezeichnungen finde ich auch peinlich und unangemessen. Kann wirklich gern drauf verzichtet werden.
    Konstruktive Kritik ist eben etwas anderes.

    Entschuldige mal - konstruktive Kritik zu diesem Thema gab es hier seitenweise, und konstruktive Kritik wurde auch mehrfach an den "Freund der Dresdner Altstadt" herangetragen, der sie arrogant und selbstherrlich zurückwies. Also tu doch bitte nicht so, als hätte hier einfach jemand "Blobelbude" gerufen, weil ihm die Haarfarbe des Bauherrn nicht passt.
    :augenrollengruen:


    Zum Apothekerflügel habe ich meine Meinug ja schon gesagt. Ich kann mir diesen in Kombination mit der aktuellen Ostfassade nicht vorstellen, das würde insbesondere von der Spreeseite doch arg grotesk wirken, weil die Stellafassade dafür einfach nicht ausgelegt ist. Wenn sie überhaupt eine eigenständige Qualität hat, dann liegt sie in ihrer momumantalen Einfachheit und in ihrer Wikrung als freistehendes Objekt. So sehr ich mich über das Eckrondell einerseits gefreut habe, so muss ich gestehen, dass schon diese Veränderung der optischen Wirkung der Ostseite nicht gut getan hat. Baute man jetzt auch noch den Apothekerflügel dran, dann wäre das Bild völlig dahin, ich glaube, damit wäre am Ende niemand glücklich.
    Die einzige Lösung hier wäre gewesen, dass man sich für einen anderen Entwurf zur Ostseite entschieden hätte, denn bei allen Stärken des Stellaentwurfs in den restlichen Teilen, war die Ostfassade schon immer der schwächste Teil seines Entwurfs. Man hätte hier also besser eine Kombination aus zwei Entwürfen gebaut. Dann wäre der Apothekerflügel auch möglich gewesen.

    Es ist, wie's ist - man hätte einfach diesen Entwurf umsetzen sollen, der war einfach besser. Und da hätte der Apothekerflügel auch noch eher drangepasst.

    Ja, eine Reko an einem anderen Standort (= nicht nur ein paar Meter) ist immer ein bisschen problematisch bzw. macht das Ganze ein wenig angreifbar, obwohl es etwa in Berlin-Mitte ja auch ein paar "translozierte" Häuser gibt, die in Wahrheit mehr oder weniger auch nur Rekonstruktionen an anderer Stelle sein dürften. Aber ansonsten ein schönes Projekt.