Nürnberg - realistisch in Bildern (Galerie)

  • Es gibt sogar Stimmen, die sind der Meinung dass die Leute genau deswegen kommen um zu sehen, wie Nürnberg eben nicht rekonstruktiv wiederaufgebaut wurde.

    Haha, genau. Deshalb sind ja auch Pforzheim, Bochum und Gießen die Touristenmagnete in Deutschland, während kein Schwein nach freiwillig nach Dresden, Freiburg oder Münster fährt. Ich dachte, Fasching wäre vorbei.

  • @Petersburg


    Gerade die "un-urbanität" des heutigen Dresdens hat aber die Wiedererstehung des Neumarktes ermöglicht! Da bin ich also eigentlich nur froh, dass die ganze Stadt in den 60'ern und 70'ern eben nicht vollständig "zugemüllt" worden ist, anders als Köln, Frankfurt, Stuttgart und eben auch Nürnberg! Heute wird aus Dresden langsam wieder Dresden, aber Nürnberg ist scheinbar für immer kaputt...

  • Richtig, Niederländer. Was nützen diese "Nürnberger Gassen" aus Sozialbauten, nur weil sie ein Dach haben? Allesviel zu schnell und zu schäbig hingeklotzt. Natürlich war nicht die gesamte Altstadt wiederherstellbar, aber bei ein paar Vierteln oder Winkeln hätte schonender vorgehen können.
    Überdies hat man die Ruinen der Sebaldusstadt großflächig zur Aufschüttung verwendet, wodurch irrsinnigviel Steinmaterial, aus dem man viele neue alte Fassaden wiedergewinnen hätte können, verloren gegangen ist. Wieviele Häuser hätte man auf diese Weise wiederrichten können, die damit sogar tatsächlich den Anspruch auf "Mittelalterlichkeit" erheben hätten könnnen? N. war eben nicht nur Fachwerkstadt.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Ich denke, erst dann wird auch dem Laien klar, wieso Nürnberg trotzdem noch "kaputt" ist.

    Ja, aber wohin soll dieser Ansatz letztlich führen? Wer Wohnungseigentümer ist und sich vergegenwärtigt, dass die meisten Altstadtwohnhäuser in Privatbesitz sind, im Eigentum von WEG's; wie und an wen will man denn einen Rekonstruktionsvorschlag adressieren? Die Antwort wäre stets: Ja kaufen sie's mir ab und bauen Sie selber. Die Stadtverwaltung hat schon ihre Mühe den bestehenden Ensembleschutz durchzusetzen und drauf zu achten, dass nicht gedämmt wird, dass das Dach nach der Sanierung nicht mit Frankfurter Pfannen eingedeckt wird, dass man statt Blechen aus Zink lieber Kupfer nehmen sollte, geteilte Holzfenster statt Plastikfenster usw.... Was ich damit sagen will: Die Umstände sind mit Dresden nicht zu vergleichen.
    Das ganze kann zwar nur von den Bürgern selbst kommen. Leider ruht sich die Stadt aber auch genau darauf aus und vergisst zu motivieren, stattdessen lässt man es geschehen dass man sich bei Fensterversand24 oder so eine Ladung Plastefenster ordert und die Samstag-nachmittags einbaut. Und man verzichtet dummerweise auf Chancen und gibt kein gutes Vorbild.
    Das sind die Dinge, die ich kritisiere, aber nicht dass Nürnberg so aufgebaut wurde wie es ist. Der Schlendrian ist heute leider größer und fataler, als er in den 15 Jahren nach dem Krieg war. Die Mittel und Möglichkeiten sind da für eine Pellerhausreko. Aber man will nicht, wie soll man dann von den Hausbesitzern verlangen dass sie wollen müssen? Die können genau so argumentieren dass ihr Plastikfenster in 30 Jahren selber zum Denkmal wird und dann ein geschütztesr Teil der Altstadt sei. Eine heute unterlassene Reko des Pellerhauses wird sich also zerstörerisch auf die Zukunft der Altstadt auswirken, und dieser Geist ist seit Jahrzehnten unterwegs.


    Deswegen muss, deswegen wird das Pellerhaus zurückkehren!

  • Gerade die "un-urbanität" des heutigen Dresdens hat aber die Wiedererstehung des Neumarktes ermöglicht! Da bin ich also eigentlich nur froh, dass die ganze Stadt in den 60'ern und 70'ern eben nicht vollständig "zugemüllt" worden ist, anders als Köln, Frankfurt, Stuttgart und eben auch Nürnberg


    Ja, völlig richtig! Ich sagte schon vor Jahren:


    "Das grosse Unglück Dresdens, nämlich dass alles weg war und nicht sofort wiederaufgebaut werden konnte, wird jetzt zum grossen Glück Dresdens". - Denn wäre Dresden in den Westzonen gewesen wo der Ami viel Milliarden US $ reingepumpt hatte, wäre DD bereits in den 60ern wieder aufgebaut worden, zwar urban - aber hässlich. Es hätte dann ausgesehen wie Frankfurt am Main.....mit nem Zwinger und - mit etwas Glück - einer Frauenkirche dazwischen.


    Verehrter Herr Nachbar aus den Niederlanden: Uw heeft gelijik ! Het klopt, hoor. :daumenoben:

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

    Edited once, last by Petersburg ().

  • Ja, aber wohin soll dieser Ansatz letztlich führen?

    Dahin,dass bei den Nürnbergern allgemein das Verständnis dafür wächst, dass ihre Stadt viel attraktiver sein könnte?!

  • @Petersburg


    Gerade die "un-urbanität" des heutigen Dresdens hat aber die Wiedererstehung des Neumarktes ermöglicht! Da bin ich also eigentlich nur froh, dass die ganze Stadt in den 60'ern und 70'ern eben nicht vollständig "zugemüllt" worden ist, anders als Köln, Frankfurt, Stuttgart und eben auch Nürnberg! Heute wird aus Dresden langsam wieder Dresden, aber Nürnberg ist scheinbar für immer kaputt...

    Mir gefiel Dresden bei meinen Besuchen. Allerdings ist dieses rekonstruierte - und sehr schöne - Viertel wirklich nur eine nicht sehr große Insel, umgeben von Mittelmaß bishin zum schlimmsten Brutalismus.
    Wer welche Stadt schöner findet, mag jeder selbst entscheiden. Mir gefällt Nürnberg besser, da es noch eine sehr großflächige Altstadt gibt, die bei allen Wunden immer noch authentisch wirkt. Zum alltäglichen Leben ist diese Urbanität doch auch viel angenehmer.
    Ich finde es gut, was in Dresden seit der Wiedervereinigung erschaffen worden ist. Nur sobald der freie Platz in der Innenstadt bebaut ist, werden auch nicht großflächig bestehende Häuser abgerissen und rekonstruiert.
    Nürnberg hat das Potential bei anderer politischer Führung, vieles mit geringem Aufwand zu bewirken. Die Altstadtfreunde gehen bis dahin die kleinen Schritte.
    Und: Bzgl. "zumüllen" und "kaputtsein" differenziere ich zwischen den Städten Frankfurt, Köln, Stuttgart und Nürnberg schon noch...

  • @Manuel Re: Gut! Man könnte sagen, das haben wir schon geschafft. Sie sind organisiert in den Altstadtfreunden. Und der Rest wird dafür wohl nicht vom Sofa aufstehen, weil andere Probleme.


    Aber die These, dass Nürnberg kaputt ist ist keine gute Diskussionsgrundlage. Wozu in etwas investieren das sowieso kaputt ist. Und wenn investieren heißt "alles abreißen" verlässt auch der letzte Hausbesitzer den Saal.
    Ich würde lieber postulieren dass Nürnberg besonders seit - willkürlich gewählt - 1990 immer mehr kaputt geht. Enev, Bauboom, Firmenpleiten, Billigheimermentalität und Liberalisierung der Vorschriften wirken sich verheerend aus. Rekofeindlichkeit ist sowieso ein Problem, wenn es um den Wert einer Immobilie in einem Touristenzentrum geht. Man müsste alle Besitzer dieser banalen Altstadtwohnhäuser dazu bringen dass sie die Stadt dazu auffordern das Pellerhaus zu rekonstruieren, einfach weil es den Wert ihrer eigenen Häuser steigert. Sie aber aufzufordern ihre eigenen Häuser abzureißen halte ich für wenig vielversprechend.

  • ut! Man könnte sagen, das haben wir schon geschafft.

    Nein, das haben wir noch längst nicht geschafft!

    Sie aber aufzufordern ihre eigenen Häuser abzureißen halte ich für wenig vielversprechend.

    Das hat auch niemand gefordert und behauptet -ich jedenfalls nicht! Du brauchst hier kein "Falsches Dilemma" eröffnen! Diskutiert wurde nur die Verbesserung des bestehenden Stadtbildes durch Fassadenverbesserungen.

  • Das Argument "Nürnberg wäre touristisch viel attraktiver wenn...." verfängt in Politik und Wirtschaft daher kaum, weil es eh schon brummt.

    Gut, dann bleibt fast nur, das Superlativ- und Ehrgefühl anzusprechen (eine der bedeutendsten Altstädte Europas vor dem 2. WK; ähnlich wie es in Frankfurt lief) und auf die Lebensqualität für die Nürnberger selbst abzustellen (ähnlich wie man es in Potsdam mit Mitteschön macht). Schließlich fühlen sich die Menschen nachweislich in einer richtigen (bzw. besser rekonstruierten) Altstadt einfach wohler.


    Ja, das gibt's schon, im Fembohaus Museum, wo auch die erhaltenen Innenräumen vom Pellerhaus zu sehen sind.

    Klasse! Haben wir davon Bilder im Forum, bzw. wo können wir welche finden? Hat das Modell einen Namen oder Wiki-Artikel?

  • Ich teile deine Kritik, daß man in Nürnberg (mehr) Bürgerhäuser hätte rekonstruieren sollen. Besser hat dies z.B. Mainz gemacht, wo eine zentrale Schneise historisch ist/aussieht. Wie ich erfahren habe, hat man dort die mittelmäßige Nachkriegsarchitektur um 1980 abgerissen und Altes rekonstruiert.


    Die Stärke Nürnbergs, wie auch Würzburgs, das in manchem ähnlich ist, liegt mMn darin, daß man es geschafft hat, ein relativ großes Areal erträglich bis ordentlich in der Innenstadt zu gestalten.
    Mich stört dort freilich auch manches: Wenn man schon kleinteilig aufgebautet hat, warum dann nicht mehr Liebe zum Detail und zur Historie? Die sehr mäßigen Bauten am Hauptmarkt sind Beispiele dafür.

    Das sehe ich als zentrale Aufgabe in Nürnberg an. Dass ein historischer Pfad geschaffen wird, der weitgehend authentisch rekonstruierte Traditionsinseln (wichtige Stadtplätze) miteinander verbindet. Sodass wieder ein geschlossener Eindruck entsteht, und man zwischen großartigen Wahrzeichen nicht von lauter Banalitäten erschlagen
    wird (wie leider auch in Würzburg).


    Dafür bietet sich natürlich als bekannter Rundgang die Historische Meile zwischen Königstor und Nürnberger Burg an.
    Dazwischen liegen vor allem die Königstraße, der Lorenzer Platz, der Hauptmarkt, die Burgstraße, der Maxplatz, die Weißgerbergasse und der Unschlittplatz.


    Wiki darüber: https://de.wikipedia.org/wiki/…ische_Meile_N%C3%BCrnberg
    Karte dazu: http://cjmedia.de/hm/Deutsch/hm-0003-Verlauf.html
    Eine etwas erweiterte Variante von der Tourismusagentur: https://tourismus.nuernberg.de…018-2019__Abreissplan.pdf



    Es spricht allerdings schon Bände, dass du via Google nicht mal eine ordentliche, vorzeigbare Seite zu diesem Rundgang findest. Die Stadt scheint kein wirklich einleuchtendes Tourismuskonzept zu haben.

  • Großartig, danke Tübinger! Dringende Empfehlung an die Nürnberg-Fans: Die Modelle (vor allem das von 1939) möglichst von allen Seiten detailliert abfotografieren und bei Wikimedia Commons hochladen, am besten auch einen Wikipedia-Artikel dazu verfassen (nach dem Frankfurter Vorbild).
    Hier ist zunächst mal vor allem Öffentlichkeitsbewusstsein zu schaffen, um das Gefühl der Stadtgesellschaft (und darüber hinaus) zu wecken! Nur Bilder wirken, Worte nicht! :buchlesen:


    Auch ließen sich natürlich noch neue Bücher über das Thema Alt-Nürnberg schreiben, YouTube-Videos mit Bildvergleichen früher-heute, Facebook-Seiten und -Gruppen, etc.pp...



    Ärgerlicherweise gibt es bei Wiki auch noch keinen richtigen Artikel zur Nürnberger Altstadt, nur solche Aufzählungsfetzen:


    https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberg#Bauwerke
    https://de.wikipedia.org/wiki/…r_der_Stadt_N%C3%BCrnberg
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sebald_(N%C3%BCrnberg)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Lorenz_(N%C3%BCrnberg)


    Selbst das sogenannte "NürnbergWiki" ist beim Thema Altstadt ein schlechter Scherz: https://www.nuernbergwiki.de/i…hp/Altstadt_N%C3%BCrnberg (immerhin zu den Altstadtfreunden siehts dort gut aus)


    (Wichtige Einzelbauten wie das Grolandhaus haben auch keinen eigenen Artikel..)


    Wer soll sich da ein zusammenhängendes Bild zusammensuchen? Ich konnte mir auch selbst mit dem Stadtbild-Forum ehrlich gesagt noch kein richtig verständliches Bild des alten Nürnbergs machen.
    Kein Wunder, dass es kaum öffentliche Wahrnehmung für Alt-Nürnberg gibt. Alles schaut sowas heute bei Wiki oder einem ähnlich gut zusammenfassenden Medium nach - und was findet man da? Höchstens Bruchstücke.


    Ich sehe hier Nürnberger Foristen und Freunde der Stadt wie @nothor in der Pflicht, diese Lücke zu füllen.


    Ein tolles Vorbild ist auch hier wieder Frankfurt, es ist nachweislich so, dass diese Vorarbeit enorm beim Dom-Römer-Projekt geholfen hat:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurt-Altstadt#Geschichte




    Letzte Frage für heute: gibt es relevante Seiten oder Gruppen bei facebook oder auf anderen Social Media Kanälen (YT, Insta, Pinterest, ...) zu Alt-Nürnberg?

  • Nein, das haben wir noch längst nicht geschafft!

    Das hat auch niemand gefordert und behauptet -ich jedenfalls nicht! Du brauchst hier kein "Falsches Dilemma" eröffnen! Diskutiert wurde nur die Verbesserung des bestehenden Stadtbildes durch Fassadenverbesserungen.

    Na ja, man bräuchte schon eine Mischung von mehreren Ansätzen, nicht nur Fassadenverbesserungen:


    1.) Fassaden- und Dachumbauten da, wo Grundriß und Kubatur des Vorgängerbaus aufgegriffen wurden.


    2.) Grundlegendere Umbauten über die Fassade hinaus da, wo Grundriß und Kubatur des Vorgängerbaus nicht aufgegriffen wurden, aber zumindest der Straßengrundriß erhalten geblieben ist (das ist quasi der Normalfall in der "Sebalder Steppe"). Also z.B. Umbau auf Giebelständigkeit, wo der Nachkriegsbau traufständig ist und/oder neue Unterteilung der Fassade, wo der Nachkriegsbau sich über das Areal mehrerer Vorkriegsbauten erstreckt.


    3.) Abrisse von maroden, häßlichen und/oder abgeschriebenen Großbauten, wie es sie vor allem in St. Lorenz gibt und Ersetzung durch Rekoprojekte wie in Frankfurt. Z.B. das Waschbetonmonster an der Stelle des Viatishauses oder der scheußliche Commerzbank-Klotz gegenüber vom Heiliggeistspital.


    4.) Punktuelle Abrisse und Ersetzung durch Rekos von Häusern, die an der Stelle stadtbildprägender Vorkriegsbauten stehen. Z.B. Grolandhaus oder Toplerhaus. Da wären nicht viele Aufkäufe und Abrisse notwendig, die bei gutem Willen auch die Stadt finanzieren könnte.


    All das könnte durch die Stadt auch gefördert und subventioniert werden, vielleicht sogar komplett finanziert. Wie das Burgviertel zeigt, können wenige Vorkriegsbauten in einer Gasse, die ansonsten mit angepassten Nachkriegsbauten befüllt ist, den Charakter dieser Gasse völlig verändern.

  • Seither bekämpft ein Zusammenschluss aus politisch Verantwortlichen, Architekten und bestimmte Gruppen von Kulturschaffenden jedes bewahrende und rekonstruierende. Ihr Narrativ ist, dass man erfolgreich wieder aufgebaut hat, das ist abgeschlossen, jetzt geht es mit Volldampf in die Moderne.

    Ja, und das Narrativ kann man eben nur brechen, indem man aufzeigt, dass man in Nürnberg eben nicht erfolgreich wiederaufgebaut hat.
    Der Wiederaufbau Nürnbergs ist nicht gut gelaufen, er ist auch schief gelaufen, nur vielleicht auf eine etwas weniger brutale Art. Es bringt nichts, ihn schön zu reden oder für akzeptabel zu erklären, denn damit spielt man diesen Leuten doch nur in die Hände. Deshalb sind Fotos wie die von Franka so wichtig.


    Motto muss sein: Nürnberg muss erst seine Geschichte wiedergewinnen; dann kann die Moderne meinetwegen kommen.

  • Wie gesagt, Worte sind diesbezüglich einfach wenig hilfreich und kaum wirkmächtig.


    Das einzige, was sich in menschliche Hirne einbrennt, sind BILDER. Wir denken in Bildern.
    Bislang sind die Informationen und Bilder und vor allem Videos im Internet viel zu spärlich, viel zu verstreut und es fehlen auch einfach die Vergleiche.
    Hier muss dringend angesetzt werden, soll sich bald etwas ändern. Sonst dauert es noch mehrere Generationen, bis ein Umdenken stattfindet, wenn nicht endlich systematisch damit begonnen wird, ein Bild von Alt-Nürnberg zu zeichnen.


    Und ich stimme Manuel zu, werte Franka: deine Bilder sind klasse, wirklich! Und noch viel wirkungsvoller wären sie, wenn wir genaue Adressen dazu hätten und jemand möglichst passgenaue Vergleichsbilder von Alt-Nürnberg einstellt.

  • Niederländer: Dank uw wel voor het foto! :daumenoben: Dieses Haus kannte ich noch gar nicht. Es scheint, die Niederländer haben heute von den Deutschen Städten mehr Ahnung als ich, haha.


    Mal im Ernst, das ist ja ein Unterschied wie Tag und Nacht! Der neue Bau ist ja abartig im Vgl. zu dem Schmuckstück das früher dort stand. Katastrophe.


    Ich bin dafür, alles wieder so aufzubauen wie es war! Ohne wenn und aber! OK kost nix, ich weiss.... :/:Shuh:)


    @Alle
    Ich weise noch mal alle darauf hin dass ich an Nürnberg nur die Elemente des Wiederaufbaus "gut" finde, die ich von Fotos kenne (war noch nie in Nürnberg). Dachlandschaft und Grundriss scheint gut, und die Innenstadt ist Urban, aber das war's dann anscheinend auch. Das hatte ich mit "teilweise gut" gemeint. Es ist sicher besser, Altstadtgassen mit grenzwertigen 60-er Jahre Fassaden zu haben, als Autobahnknotenpunkte auf freier Wildbahn ohne Häuser wie z.b. die Petersburger Strasse in Dresden (Ähnlichkeiten mit mir wären rein zufällig).


    Ich schaue mir alte Fotos von Nürnberg lieber erst gar nicht an, sonst reg ich mich wieder nur auf. rant:):weinenstroemen:

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Bei dieser Diskussion, würde ich Euch alle am liebsten nach Nürnberg beamen, um gemeinsam durch die "Altstadt" zu schlendern.
    Ich bin gebürtige Nürnbergerin und mit Nürnberg groß geworden. Es ist nicht so, dass ich einen Phantomschmerz fühle, wenn ich durch die Straßen laufe. Doch ist das mittelalterliche Nürnberg ein Sehnsuchtsort, den ich mit diesem Nürnberg nicht in Verbindung bringen kann.
    Als ob eine Bibliothek mit hochgeistiger Weltliteratur in Flammen aufgegangen ist, und man sich heute mit einfältigen Arztromanen und billigen Kriminalgeschichten vergnügt und wehe man schert aus, dann ist man reaktionär oder undemokratisch oder sonstwas. Dagegen bräuchte Nürnberg dringend Impulse, dazu müsste man, wie @ursus carpaticus schon sagte erkennen, dass es den Bedarf überhaupt gibt. Gerade jetzt wird in Nürnberg unglaublich viel gebaut und geplant, aber die Entscheidungsträger haben kein Kunstbewusstsein, kein künstlerisches Verlangen.

  • Auch wenn das jetzt nur Werbung für die DVD ist, ein paar alte Bilder von Nürnberg sind schon darauf zu sehen:



    Und hier mal ein Film wo alte Aufnahmen mit (fast) heutigen Stellen verglichen werden: