Posts by Tübinger

    Und wie wir sehen, ist das nicht ganz präzise, denn es müssen nicht zwangsläufig 12 Sterne sein. Mein obigen Beispiele besitzen 8 bzw. 9 Sterne.

    Der Sternenkranz von Tiepolos Madonna besteht mit Sicherheit aus 12 Sternen. Drei sind durch den Kopf Mariens verdeckt, man muss sich die Sterne dazudenken. [Edit: Andreas war schneller]


    Zur Madonna in Maikammer: "Um den nach rechts geneigten Kopf windet sich ein Kranz mit acht Sternen. [...] In der Regel wird der Sternenkranz mit 12 Sternen dargestellt. [...] Die Hintergründe für die Darstellung von acht Sternen im Falle der Madonnenfigur in Maikammer konnte zwischenzeitlich auch geklärt werden. Dazu schreibt der Eigentümer des Anwesens: 'Die Immaculata war bei Übernahme des Anwesens ohne jeglichen Sternenkranz. Der Restaurator Hilmar Brucker (Mutterstadt - Kirchenrestaurator) ergänzte die Madonna nach seinen Vorstellungen mit dem Kranz und den acht Sternen.' Die Erneuerung fand im Jahre 1981 statt." [Quelle] Diese Madonna taugt daher nicht als Argument, was die Zahl der Sterne betrifft.

    Wikipedia ist übrigens Spitze, wenn es um moderne Waffen geht.

    wäre eine Bestückung der S-75 mit einem Kernsprengkopf sinnlos gewesen.

    Nun, zur S-75 lese ich in der Wikipedia: "One version, the SA-2E, mounted a 295 kg (650 lb) nuclear warhead of an estimated 15 kiloton yield". Boden-Luft-Raketen mit nuklearem Sprengkopf besaßen auch die Amerikaner: https://en.wikipedia.org/wiki/Nike_Hercules

    Das ist so nicht ganz richtig. Gerade nach der Eroberung Konstantinopels 1453 war es eine äußerst bunte Stadt:

    25 Jahre nach der Eroberung stellten die Christen also noch knapp ein Drittel der Bevölkerung. Was werden die Christen sich gefreut haben, dass Konstantinopel dank dem "toleranten Islam" eine so "bunte" Stadt geworden ist! Wo bleibt eigentlich die Dankbarkeit der Tibeter gegenüber den Chinesen? Endlich ist Lhasa multikulturell! Und Mexiko und Peru - vor der Ankunft der Spanier lebten dort nur Indianer. Wie haben die das nur in dieser monokulturellen Einöde ausgehalten? Ach ja, in Instanbul machen die griechischen Christen heute nur noch 0,03% der Bevölkerung aus. Anscheinend wollten die intoleranten Christen einfach nicht mehr mit den toleranten Muslimen zusammenleben. Anders kann man diesen Rückgang doch gar nicht erklären!?!

    Beweis, dass Respekt, Toleranz und Diversität sich nicht ausschließen müssen und koexistieren können.

    Inwiefern ist Istanbul, bzw. die Hagia Sophia ein solcher Beweis? Konstantinopel, immerhin zusammen mit Rom einst die wichtigste Stadt des Christentums, wurde von den Muslimen mit Gewalt erobert und die christliche Bevölkerung in den folgenden Jahrhunderten fast komplett ausgerottet. Die Hagia Sophia diente als Moschee, dann machte man sie zum Museum (den Christen hat man sie natürlich nicht zurückgegeben), nun wird sie wieder zur Moschee. Was hat das mit Respekt und Toleranz zu tun?

    Wenn hier sogar Exkursionen nach Konstantinopel erlaubt sind, dann darf ich auch Bologna erwähnen, wo der mutmaßlich höchste profane Turm des europäischen Mittelalters steht, der Torre Asinelli, 97 Meter groß. Kennt jemand einen höheren Turm, der kein Kirchturm war?


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    2tours bologne 082005 Patrick Clenet / CC BY-SA (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)


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    https://commons.wikimedia.org/…i_di_Bologna,_Bologna.jpg]Torri di Bologna, Bologna
    Fabio Ciminelli / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

    Wobei die Nazis, glaube ich, nicht viel an dem Haus verändert haben. Die Fensterfront im Erdgeschoss wurde strenger gestaltet:


    Vorher: https://img.welt.de/img/kultur…f-Hitlers-Geburtshaus.jpg


    Nachher: https://www.merkur.de/bilder/2…s-braunau-lGxAa6Hatee.jpg


    Und ausgerechnet das Nazi-Erdgeschoss bleibt beim neuen Entwurf weitgehend unverändert erhalten: https://oekastatic.orf.at/mims…_salzburger_vorstadt.jpg?


    (Leider habe ich kein Photo gefunden, das das Haus eindeutig vorm Dritten Reich zeigt.)

    Muss es dann nicht unseren Zielen nah kommen, wenn diese Umformung rückgebaut wird?

    Man könnte aber argumentieren, dass der Zustand, den die Nazis geschaffen haben, der historisch interessanteste und daher auch erhaltenswerteste ist. Denn ohne seine Verbindung zu Hitler ist das Haus ja mehr oder weniger unbedeutend.

    Es hat ja niemand behauptet, die Architektur sei "Nazi".

    Der Standard hat sowas nahegelegt: "Der Entwurf sieht vor, das mehrfach überformte und 1938 von den Nationalsozialisten bewusst zum Monument dramatisierte Biedermeier-Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert in seinen ursprünglichen Zustand rückzuführen." (Quelle) Und: "Der denkmalgeschützte Altbau, ein Biedermeierhaus aus dem 17. Jahrhundert, ein sogenanntes Seitenflurhaus, wurde im 18. Jahrhundert in ein Gasthaus umgebaut sowie in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten mehrfach überformt." (Quelle)

    (Warum Der Standard das Biedermeier hartnäckig ins 17. Jahrhundert datiert, ist eine andere Frage...)

    Tübingen hats mal ohne Erfolg versucht, zusammen mit Marburg, als Musterbeispiel einer deutschen Universitätsstadt: https://www.tagblatt.de/Nachri…burg-bewerben-153642.html

    Die Idee kam wohl von den Marburgern und weil die alleine keine Chance hatten, haben sie Tübingen ins Boot geholt. Wirklichen Elan habe ich damals in Tübingen nicht gespürt. Auch als Lokalpatriot muss ich sagen, dass Tübingen an Bamberg und Regensburg nicht heranreicht und der Abstand ist kein geringer, v.a. zu Regensburg (sicher die großstädtischste Altstadt in Deutschland).

    Rothenburg ist eine Kleinstadt, ich kenne niemanden, der etwas anderes behauptet. Die aktuelle Größe entspricht nicht immer der historischen Bedeutung, das ist klar. Nur mal zum Vergleich die aktuellen Zahlen: Rothenburg 10.000, die von dir genannten Tübingen und Esslingen gut 90.000 Einwohner.

    Das ist mir alles klar. Rothenburg war nach den Maßstäben vergangener Zeiten, sagen wir: des Jahres 1600, keine Kleinstadt, sondern eine mittelgroße Stadt. Die Stadtbefestigung spiegelt das wider, das Rathaus und die Kirche auch, aber die restliche Bebauung kann, finde ich, da nicht ganz mithalten. Man merkt das auch im Vergleich mit anderen Mittelstädten der frühen Neuzeit, wie z.B. Tübingen, dessen Altstadt tatsächlich ein ganzes Stück kleiner ist als die von Rothenburg. Esslingen ist vielleicht ein bißchen kleiner als Rothenburg. Im übrigen will ich gar bestreiten, dass Rothenburg sehr hübsch ist und meinen Besuch habe ich auch nicht bereut. Ich bin nur mit übertriebenen Erwartungen hingefahren und somit milde enttäuscht worden.

    hat man aus Esslingen, das im Krieg nichts ernsthaft abbekam, 1/3 bis 1/2 der Altstadt ohne Not herausgerissen.

    Esslingen hat einiges erdulden müssen, aber gar so schlimm ist es dann doch nicht.

    Gibt es jemanden der von Rothenburg enttäuscht ist?

    Ja, ich. Die Lage überm Taubertal und die Stadtmauern sind großartig, aber die allermeisten Gassen empfand ich als eher flau. Mein subjektiver Maßstab waren die mir altvertrauten schwäbischen Altstädte wie Esslingen und Tübingen und da sind die Häuser im Durchschnitt um ein Stockwerk höher und die Gassen enger und verwinkelter. Rothenburg ist zwar der Fläche nach größer, aber die Bebauung wirkt kleinstädtischer. Und die äußeren, nach dem Krieg wieder aufgebauten Bereiche kamen wir ziemlich öde vor. Kurz gesagt: Rothenburg ist eine große Kleinstadt.

    Das Landgericht Koblenz hat seine Entscheidung vom 25.6.2019 in Kurzfassung hier veröffentlicht:


    https://lgko.justiz.rlp.de/fil…ls_-_Klage_abgewiesen.pdf


    Laut Gericht war die Burg kein Privateigentum der Hohenzollern, sondern gehörte "zum preußischen Kronfideikommiss, also einem gebundenen Sondervermögen der preußischen Familie zum dauerhaften Erhalt der wirtschaftlichen Kraft und des sozialen Ansehens der Familie. Dieses Sondervermögen wurde im November 1918 beschlagnahmt und der Verwaltung des preußischen Finanzministeriums unterstellt. Als beauftragte Behörde richtete das preußische Finanzministerium die preußische Krongutsverwaltung ein. Im Jahr 1924 übertrug diese Burg Rheinfels auf die Stadt St. Goar." Gegen die Stadt St. Goar könne daher heutzutage allenfalls der Rechtsnachfolger der Krongutsverwaltung klagen und dieser sei das Land Rheinland-Pfalz.


    Als Definition von Kronfideikommiss findet man in Meyers Lexikon von 1885: "In monarchischen Staaten der unveräußerliche Vermögenskomplex, welcher zum Unterhalt des fürstlichen Hauses bestimmt ist [...]. Das Kronfideikommißgut bildet einen Teil der Krondotation."


    Zur Krondotation steht ebenda: "Die Gesamtheit der Einkünfte, welche der Monarch und sein Haus aus Staatsmitteln beziehen. Den Gegensatz bildet das Privatvermögen des Fürsten. Die K. besteht entweder in einer jährlichen Rente, welche aus der Staatskasse gezahlt wird, oder es fließen die Einkünfte aus den Domänen ganz oder teilweise in die Hofkasse, oder es sind, wie in Preußen, gewisse Vermögenskomplexe als Kronfideikommiß erklärt, welche unveräußerlich sind, und deren Abwurf zur K. gehört."

    Laut Focus ist "eine unschätzbar wertvolle Perlenkette" noch da. Das dürfte diese hier sein:



    Bild 6: Diese Perlenkette (in der Vitrine oben links) scheint mir nach dem reinen Materialwert bei fehlender Provenienzangabe nicht besonders wertvoll. Es handelt sich um 177 sächsische Flussperlen, die vor 1734 gesammelt wurden (also zu Lebzeiten Augusts des Starken) und 1805 zu dieser Damenkette aufgereiht wurden.

    Die Plakette an einer Außenwand zeigt das Profilbild Peters I. Die russische Umschrift lautet: "Der Imperator Peter der Große war hier. 1697. 1711. 1712. 1713. 1716. 1717." Wann das Relief entworfen wurde, kann ich nicht sagen.

    Vielleicht hat man eine alte Plakette reproduziert, jedenfalls wurde die jetzige Plakette erst 2003 angebracht (falls ich nicht über die Sprachbarriere gestolpert bin):


    https://renatar.livejournal.com/590528.html (Unter Nr. 17/18)