Posts by Petersburg

    Dießen am Ammersee:

    Haus aus der Gründerzeit erhält modernistischen Anbau: https://www.sueddeutsche.de/mu…tektur-arzthaus-1.5582293


    Die Terminologie ist falsch. Ich denke es ist höchste Zeit, dass sich endlich herumspricht, dass eine solche Fehlplanung weder "modern" noch "modernistisch" ist. Sie ist einfach nur grottenschlecht, miserable Qualität und m.E. Ausdruck dessen, dass hier ein weiterer "Baukünstler" den falschen Beruf ergriff und lieber Steuerberater oder Eiskremverkäufer hätte werden sollen. Da kann er weniger Schaden anrichten.


    Ein solcher Karton hat mit "modern" überhaupt nichts zu tun, zumal dieser Schuhkarton-Stil über 100 (!) Jahre alt ist. Peinlich. Hier geht es offenbar nur noch um Ideologie und Destruktionswillen.


    Um es etwas simpler aber deutlicher zu formulieren: Das Ding sieht einfach abartig aus.


    PS: Es hat aber einen Vorteil -

    Es ist garantiert nicht "rechtsextrem" ! :lehrer:   :blink: :D

    Paul Clemen lebte nicht lange genug, um die Denkmalpflege nach dem Krieg wirklich aktiv zu beeinflussen. Er starb bereits 1947. Gleichwohl sind doch die Leitbauten in Deutschland in großer Anzahl wieder aufgebaut worden.


    Du bist echt anstrengend als Gesprächspartner......


    Nirgendwo schrieb ich Clemen habe die Denkmalpflege beeinflusst. Er hat sie eben leider nicht beeinflusst.

    Liest Du Beiträge. bevor Du sie kommentierst? :lachen: :lachen:


    Mein Punkt war, und ich denke den hast du auch sehr gut verstanden, dass Clemen seine Ansichten änderte, eben da er die Konsequenzen der Totalzerstörung kennenlernte. Dehio konnte sie nicht kennenlernen, da er sie nicht mehr erlebte. Also gründet sich seine Doktrin auf Annahmen die heute nicht mehr existieren d.h. die Doktrin ist obsolet.

    Was ist daran so unverständlich?


    Es geht nur darum, dass beide die gleiche Weltsicht hatten d.h. die des Kaiserreichs, aber der eine starb während der andere die Totalzerstörung der Denkmäler erlebte und entsprechend seine Ansichten bezüglich des Umgangs mit Denkmälern drastisch änderte. Es ist davon auszugehen, dass Dehio seine Sicht ebenfalls geändert hätte, hätte er einen Blick auf Köln oder Dresden 1945 geworfen.


    Und die Denkmalpflege vertritt noch heute die Doktrin eines Menschen der von unversehrten Städten ausging, was eine Fehlannahme ist.


    Noch einfacher kann man es nicht erklären, sorry. Und ich denke du verstehst auch sehr gut, was ich schrieb,


    Quote


    Woher möchtest du einschätzen, ob nicht auch Dehio angesichts der Verwüstung des Zweiten Weltkriegs seine Einschätzungen relativiert oder gar revidiert hätte?


    Oh weia.....Junge du bist echt anstrengend.


    Und warum hält dann die Denkmalpflege an einer 100 Jahre alten Doktrin fest, wenn sie nicht mehr zeitgemäß ist?`


    Und: vor allem da sie genau weiss, die Doktrin wurde auf Umständen aufgebaut (unzerstörte Städte, Monarchie) die schon lange nicht mehr existieren?


    Die Dehio-Doktrin war im Kaiserreich richtig, heute veraltet und eine Fehlannahme da wir nicht mehr im unzerstörten Kaiserreich leben - was aber Dehios Grundlage war.

    Na ja. Ich war damals auch mit dabei und fand das alles nicht so toll ..... Sportpalast usw.

    Friede seiner Asche. Der backt mittlerweile auch nur noch kleine Brötchen


    Seien die Brötchen klein oder gross, der Herr Dr. Hertzig hat noch heute seine Fangemeinde, und die Loyalität ist ungebrochen - seien Sie sich dessen versichert, Herr Resurrectus! :lehrer::harfe:


    Hat wirklich jemand den Dr. Hertzig damals mit "Göbbels" verglichen? Wenn ja , wäre dies nur das übliche intellektuelle Armutszeugnis der Krakeeler, die, anstelle von Argumenten, Beleidigungen und Denunziation als Waffe auffahren. Ausgerechnet diejenigen, die sich "gegen Nazis" auf die Fahnen schreiben, sind häufig die diktatorischsten.

    Es freut mich, dass ich dich erfreuen durfte, aber ich befürchte deine Maustaste klemmt ein wenig oder gehörst du zu den Leuten, die es nicht schaffen, sich ohne eine Horde Emojis zu artikulieren?


    Einige nennen es aus aus einer guten Portion Halbwissen heraus vielleicht Doktrin. Fakt ist, dass Dehio einer der Pioniere der Denkmalpflege ist. Ohne ihn hätte diese im 20. Jahrhundert nicht die hohen Standards entwickeln können, von denen wir heute profitieren. Natürlich darf die kritische Frage gestattet sein, wie sich die Denkmalpflege des 21. Jahrhunderts weiterentwickelt hat. Dehio aber derart herabzuwürdigen, das zeugt von keinem wirklich fachkundigen Verständnis der Materie. Daher hier vielleicht zur schnellen Orientierung ein kurze Geschichte der Denkmalpflege vom 18. Jahrhundert bis heute: https://www.zeilenabstand.net/…hichte-der-denkmalpflege/


    Stell dir vor, dass Dehio "Pionier" war, weiss ich. Wir leben aber nicht mehr im Kaiserreich - und ich denke du weisst sehr gut, dass der 2. Weltkrieg unsere Städte so ein bischen verändert hat, sehe ich das richtig ? Um zu wissen, wer George Dehio war, und was genau er postulierte - und inwieweit seine Lehre heute die Denkmalpflege beeinflusst - würde übrigens ein Viertelwissen ausreichen.


    Ich muss kein Kunsthistoriker sein, um zu sehen welcher Schrott und formensprachliche Makulatur seit 1945 unsere Städte "ziert". Dazu reicht es, ein sensibler Mensch mit künstlerischer Veranlagung zu sein (bin u.a. klassischer Musiker, d.h. Kenntnisse in mehr als 3 Akkorden und Polyphonie etc.). Hilfreich ist auch, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, eine Eigenschaft für die Du nicht nicht unbedingt bekannt bist, um es höflich zu formulieren. Es muss auch niemand Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen welche Katastrophenpolitik gewisse politische Parteien betreiben.


    Da die Denkmalpflege der Meinung ist, Rekonstruktion sei "verboten" (wenige Ausnahmen) - obwohl es keine rechtliche Norm gibt die dies verböte, eine "moralische" wäre vermessen - also genau diese absurde Vorgehensweise durchführt die Dehio forderte, erlaube ich mir, dies "Doktrin" zu nennen. Ich denke nicht, dass du in der Position bist, denkenden Menschen die Wahl ihrer Terminologie zu bestimmen, vor allem wenn diese begründet ist. Willst Du behaupten, die Denkmalpflege vertritt Dehios Ansichten nicht bis heute?


    Was Dehio im Kaiserreich forderte war sinnvoll, denn der Kaiser wollte Burgruinen aufbauen, was man tatsächlich als Verfälschung betrachten kann. Betonung lieft auf "kann". Ich wäre nicht grundsätzlich dagegen, wir waren als Kinder oft auf der Burg Hohenzollern, ein Erlebnis dass so beeindruckte dass die Erinnerung noch sehr lebendig ist. In einem intakten Gebäude ist Leben, ein Gang durch den bemoosten holprigen Boden einer leeren Ruine wäre nicht vergleichbar. Insofern finde ich die Reko der Burg Hohenzollern auf keinen Fall einen Fehler. Im Gegenteil, es wäre ein folgenschwerer Fehler gewesen sie nicht aufzubauen.


    Man kann darüber streiten, wie hoch die Anzahl der Ruinen hätte sein "dürfen" (Kunsthistoriker scheinen gerne Juristen zu spielen, vielleicht überschreiten sie hier ihre Kompetenz), aber das Entscheidende ist, dass Dehios Forderung im damaligen Kontext der Zeit (die Burgenromantik des Kaisers) sinnvoll war.


    Dehio aber starb vor dem 2. Weltkrieg, konnte also weder die Katastrophe ausradierter Städte ansehen, daher auch seine Forderung nicht revidieren.


    Paul Clemen, Zeitgenosse Dehios, kannte sowohl die intakten Städte des Kaiserreichs als auch die Katatstrophe der zerstörten Städte, denn anders als Dehio überlebte Clemen den 2. Weltkrieg. Er begann sehr schnell, sioh selber zu widerlegen und hielt in Rheinländischen Kirchen Vorträge mit der Botschaft:


    "Baut es lieber doch wieder auf".


    Eine "Doktrin" ist übrigens ein anderes Wort für "Lehre", und zwar für eine als allgemein gültig anerkannte. Wenn Du mir erzählen willst, Du wüsstest nicht dass die Deutsche Denkmalpflege diese Lehre ( = Doktrin) bis heute als alleingültige vertritt und wider besseres Wissen rigide an ihr festhält - und dabei die Konsequenzen der Weltkriege ignoriert - dann bist Du ein gar seltsamer Kunsthistoriker.

    In Dresden braucht es einen "Mob", der öffentlich richtig Stimmung via sozialer Medien und Co. macht. Anders geht's nicht.
    Nichts mehr hinnehmen, was nicht hinnehmbar ist! Aufstehen und Lärm machen! :evil:

    Ich habe das in Dresden selber erlebt, vor vielen Jahren. Erinnert sich jemand an die Veranstaltung im Rathaus , vor ganz vielen Jahren, als angedroht wurde ein pseudomodernes Gewandhaus zu bauen? Natürlich mit einem völlig irreführenden , wie üblich euphemistischen Namen - denn dieses Ding hatte mit edlen Gewändern so viel zu tun wie unsere Politiker mit Vernunft. Auf gut Deutsch , relativ wenig. Sah eher aus wie ein Monstrum aus einer anderen Welt , eine Art Bunker mit Schießscharten. Das wäre um ein Haar auf dem Neumarkt, mitten auf dem Platz gelandet!


    Das muss 2007 gewesen sein, also schon 15 Jahre her. Ich erinnere mich aber noch so gut, als sei es gestern. Neben mir saß jemand aus dem Forum , mit dem ich mich recht gut verstand.


    Ich weiß, dass die Dresdner als sehr höflich und eher zurückhaltend gelten. Aber an diesem Tag kochte offenbar die Wut der Bürger über . Der Saal war knallvoll, bis auf den letzten Platz besetzt. Es brodelte regelrecht. Einige Modernisten sprachen vorne , und erzählten natürlich wieder mal Unsinn, eine Frau Dr. Fischer , das weiß ich noch , wollte ein Glashaus auf dem Neumarkt errichten. :schockiert::schockiert:


    Es kamen auch mehrere Bürger zu Wort, vorne auf der Bühne am Mikrofon. Es gab immer wieder wütende Zwischenrufe , die Stimmung im Saal kochte. Es war tatsächlich sehr laut , man konnte die Aggression und die Wut spüren.


    Als ziemlich zum Schluss hin, der Doktor Herzig von der GHND eine Rede hielt, brachen Begeisterungsstürme los. Auch ich klatschte und jubelte was das Zeug hielt. Neben mir saßen einige Modernisten, einer mit weinerlichem Gesicht, es sah albern aus - und er sagte irgendwas von "Du, das finde ich aber nicht so gut", oder ähnlich. Ich signalisierte ihm mittels Gestik , er solle sich doch bitte um seine eigenen Angelegenheiten kümmern . Der Doktor Herzig war klasse. Die Stimmung war herrlich! Und natürlich war es extrem laut , die Menschen waren begeistert. Die Modernisten merkten , dass sie keine Chance hatten.


    Ja es war laut , der Saal kochte, aber jetzt kochte er vor Begeisterung - und wir jubelten und beklatschten den Doktor Herzig von der GHND. Ich glaube, dass wir lauter waren als alle anderen.


    Das Gewandhaus wurde nicht gebaut!

    Hervorragende Fotos! Vielen Dank, Mantikor.


    PS:

    Ich finde, die Hinterlassenschaften der geflügelten Freunde auf den Säulenbasen verleihen dem Gebäude tatsächlich schon ein bisschen den Hauch einer Patina. Wer hätte jemals erahnt, dass ausgerechnet Vögel uns im Kampf gegen die Disneyland-Diffamierung unterstützen würden.

    Dass der Denkmalschutz nicht immer im Sinne der Rekonstruktionsfreunde handele, dieser Einschätzung kann ich noch folgen. Was allerdings absurd ist, ist der Vorwurf der Ideologie.

    Deine Kommentare sind einfach die besten. :lachentuerkis::lachentuerkis::lachentuerkis:


    Wenn die 100 Jahre alte (und nachweislich völlig obsolete) Dehio-Doktrin, die das Prinzip Rekonstruktion fast generell ächtet und nach der unsere Denkmalpflege verbissen und rigide handelt, keine Ideologie ist, wüsste ich nicht, was es sonst sein soll.

    Was ein schwachsinniger Entwurf. (Das Gebäude ggü. Erlweinspeicher).


    Es ist wirklich kaum zu fassen, wie unfähig heutige Architekten und/oder Stadtplaner sind (letztere sind häufig selber Architekten), einen ganz normalen Platz zu gestalten.


    Diese Gebäude sind gar nicht mal die Schlimmsten die ich von Dresdens fake-Moderne kenne (besonders schön sind sie allerdings auch nicht - die übliche erschütternde Belanglosigkeit halt). Aber auffällig ist, dass Fake-Moderne wirklich nur kalte und leblose Plätze produzieren kann.


    Anderes Thema:


    Die Ansicht vom Wettiner Platz in Richtung des geplanten Nöfer-Baus ist ein Lichtblick!

    Aha. Eine Leichenhalle mit Schachbrettmuster..... Was will der Herr "Künstler" uns damit sagen? Das Leben ist ein Spiel?



    Ich bin nicht gegen "moderne" Architektur (was immer das sein mag). Ich brauche nicht überall Oramentik/Barock/Gründerzeit et cetera. Wobei es weniger darum geht, was mir gefällt, sondern was im Städtebaulichen Context Sinn ergibt. (Ich maße mir mal an, dies ein bischen beurteilen zu können, jedenfalls besser als die Herrn Stadtplaner oder Architekten, was aber auch zugegebenermaßen keine Kunst ist).


    Aber dieser Würfelhusten ist einfach nur miserabel und grottenschlechte Qualität. Dieser Zweckbau ist schlimmer als Ulbrichts kommunistische Platte, und das ist eine Leistung.


    Eine Schande, dass die Architekten einer weltberühmtem Kulturstadt nur noch Schrott produzieren.

    Ja, es wirkt ein bischen hanseatisch, nicht wahr? Hat zwar mit Dresdner Geschichte und "genius loci" bzw. Zeitgeister*innen vergangener Epoch*innen nichts zu tun, aber macht nichts, das haben Kulka, Knerer & Co. ja auch nicht - insofern voll dresdenkompatibel! :D:D


    OK, bischen Ironie schadet nie, jetzt bitte Ernst:


    Das Gebäude kommt tatsächlich sehr "hanseatisch" rüber, nicht nur wegen der norddeutsch wirkenden Backsteinbauweise (Klinker?), sondern auch durch die Arcaden, im Entwurf zusätzlich noch durch denRegen. Ich fand aber schon immer, dass, nur weil Dresden als Barockstadt gilt, andere Baustile hier nicht unpassend wären. Die Sophienkirche war auch nicht barock, die "Neue Wache" soweit ich weiss klassizistisch. Hier "beisst" sich überhaupt nichts. Klassiszimus oder norddeutsche Backsteinbauweise sind nicht dresdentypisch, fügen sich aber um einiges besser ein als einige Fehlbauten z.b. in der Wilsdruffer mit den Strichcode-Fenstern. Von daher begrüsse ich den Hauch hanseatischer Weltoffenheit in Dresden. Die Annenhöfe sind m.E. bisher das beste moderne Gebäude im Areal. Und endlich, endlich, endlich (!) eines, das sich in den urbanen Context einfügt.


    PS, liebe Admins: Habe das Bild gelöscht. Die geschätzten Forist*innen mögen bitte einfach nur das Link anklicken.

    Irgendwie hat die werte Forengemeinde die Annenhöfe aus den Augen verloren? Ich muss sagen, das ist das mit Anstand beste Gebäude im Areal. (Man könnte jetzt bösartigerweise hinzufügen: ....was auch in eben diesem Areal nicht besonders schwierig ist).


    Die Gerüste sind offenbar gefallen, sieht in real exakt so gut aus wie im Entwurf.


    Frage an die Admins: Hoffe es ist OK, Bilder anderer Websites hier zu posten? Kenne mich damit nicht aus und hoffe das ist OK.


    https://www.bauen-aktuell.eu/w…le-annenhoefe-920x518.jpg

    "Rechte Räume" ? :schockiert::schockiert: Oh je.


    Der meint das bestimmt nicht im Sinne von "das Herz am rechten Fleck haben" oder "der rechte Weg". ....

    Lass mich raten: Ich bin jetzt vermutlich Rechtspopulist/Nazi/Heimattümler/braun, weil ich z.B. den Dresdner Postplatz kritisiere, richtig?


    Wahnsinn, wie sich unser Land entwickelt hat. Vor wenigen Jahrzehnten noch konnte man seine Meinung sagen, ohne diffamiert zu werden. Bin mal gespannt, was der Herr Trüby zu der Gesichtserkennungstechnologie, der totalen Überwachung und den "Social Credit Points" in der Kommunistischen Diktatur Chinas d.h. "linke Räume" sagen würde - diese scheint er ja nicht zu erwähnen. Für mich sind Diktaturen abzulehnen, egal wes extremistischen Spektrums. Es fällt jedoch - sicher nicht nur mir - auf, dass unsere Medien inzwischen nur noch eine Form des politischen Extremismus kritisieren, die andere wird völlig verschwiegen und scheint den Freibrief für jegliches Unrecht zu haben.


    Fazit: Sorry, ich kann diesen Herrn nicht ernst nehmen. Er bekommt Geld, um diesen in intellektuelle Worthülsen verpackten Unsinn zu schreiben. Würde er in gewissen anderen Epochen der Geschichte leben, er schriebe vermutlich das genaue Gegenteil.

    Ja, das ist eben ein qualitätvolles Gebäude - und ein Palais. Meines Wissens muss ein solches von allen Seiten gut sein. Damals gaben sich Architekten offenbar selbst dann Mühe, wenn sie wussten dass eine Gebäudeseite nicht gut sichtbar sein wird.


    Heute tut man das nicht einmal, wenn man weiss, dass die Seite exponiert sein wird. Und dann wundern sich die Herr*innen Baukünstler/innen/divers etc. , warum die Bevölkerung von einem modernistischen Irrweg umkehren und zurück zu traditioneller Architektur will.


    Es wird ja immer gesagt, daß man einem Bau das Alter und die Entstehungszeit ansehen können soll. Deshalb wird, beispielsweise, der alte barocke Stil, oder die Gründerzeit, ... nicht kopiert und heute nicht mehr verwendet. Angeblich werde damit ein höheres Alter vorgegaukelt und sei unehrlich. - Komischerweise greift man aber im Jahre 2021 immer wieder auf den Bauhaus-Stil, oder den Brutalismus der 1960er und 1970er Jahre zurück. Besonders bei Bürogebäuden. In diesen Fällen drückt man allgemein beide Augen zu und kopiert waagerechte Fensterbänder ohne Ende. Da ist es dann plötzlich wurscht, ob man die Entstehungszeit zuordnen kann.


    Ganz genau. Hier sieht man ja die Unehrlichkeit der Modernisten. Es wird grundsätzlich mit zweierlei Maß gemessen.


    Um wieder mal ein plattes, aber wahres Klischee zu bemühen: In Berlin laufe ich oft genug an Altbauten vorbei, in denen Architekturbüros sind und Architektur*innen an Schreibtisch*innen sitzen. Vermutlich hetzen sie dort fleissig in sehr intellektuellen Feuilletons gegen reichlich verzierte Stuck-Altbauten, um die reichlich verzierten Stuck-Altbauten bezahlen zu können die sie selber bewohnen.


    Ist das nicht ein kosmisches Gesetz? Wie oben, so unten. Wie innen, so aussen. Die Betonkistenmoderne ist aussen inhuman, innen unaufrichtig. Wenigstens cohärent in sich selber.












    Meine Begründung für meine Wahl:


    Kulkas Gebäude (Entwurf 3) ist zwar überraschend gut, aber für den Postplatz - da dieser ja nun schon hinreichend verhunzt ist - fände ich Gebäude 1 A das Beste, im Sinne eine Schadensbegrenzung. Das wäre dann noch die beste Ecke. Kulkas Gebäude könnte man für andere Gebiete der Innenstadt nehmen, z.B. Nähe Pirnanischer Platz (dort sind Verbesserungen dringend nötig).


    Gegenüberstellung Entwurf 1 und 2:

    Entwurf 2 ist nicht schlecht, aber hier fehlt der Vorsprung der bei 1 A die oberen Stockwerke unterteilt. Die Collonaden sind ausserdem bei Nr. 2 kürzer - bei 1A umfassen sie EG und 1. Stock , bei Entwurf 2 nur das EG was dem ganzen unteren Bereich eine etwas gedrungenere Form verleiht. 1 A generell wirkt generell gut proportioniert und der Vorsprung zwischen 3. und 4. Stockwerk gibt dem Gebäude eine schärfere, m.E. bessere Kontur. Was ich an moderner Architektur häufig bemerke , ist ihre Formlosigkeit, sie zerfliesst häufig ins Nichts und hat keine klare Gliederung und kelne klare Fassung. Ein Gesims in Traufhöhe kann bei einem leeren Kubus bereits Wunder wirken, es gibt dem Gebäude eine Fassung. Ähnlich m.E. positiv wirkt hier dieses leicht versetzte Stockwerk.


    So, jetzt hab ich Euch genug unfairerweise beeinflusst. Wer möchte welches Gebäude? Ich lehne diesen Postplatz als Ganzes zwar entschieden ab, aber wir müssen nun vorerst damit leben - und diese Ecke ist noch eine der besseren. Ich entscheide mich für 1 A.

    Trefft Eure Wahl!

    Mein Urteil:


    Der 1. Entwurf ist gut,

    der folgende ( 1 B oder wie?) ist m.E. sofort DRAUSSEN, viel zu plump,


    Der 2. wäre nett als Kaufhaus für die Wilsdruffer (besser als der ECE-Schrott), aber das war's dann auch schon,


    und kurioserweise ist Kulka (ausgerechnet!)

    als 3. Entwurf gar nicht schlecht! Der Mann hat ja offenbar vom Leitbau-Füllbau Prinzip Prof. Nadlers doch noch etwas gelernt! Sieh an, sieh an, Resurrectus hat Recht, auf seine alten Tage bekam der Mann einen Geistesblitz..... doch, nettes Häuschen was er da hat.


    Fazit: Bis auf den 1 B sind alle gar nicht schlecht, ich würde Nr. 1 A favorisieren, aber dennoch bekomm ich Magenschmerzen beim Postplatz....

    So, ich war ne Weile nicht hier, bin jetzt grade mal 10 sec. hier und muss mich schon wieder nur ärgern.


    Ganz ehrlich: Ich bin nicht gegen so etwas. In Ordnung. M...-hm. Sieht sogar interessant aus. (Was übrigens weder "gut" noch "schön" heisst). ABER......


    Nicht alles was in New York City oder Kuala Lumpur oder Perth/Australien sinnvoll ist, ist sinnvoll als Teil eines Wiederaufbauprojekts in einer schwer kriegszerstörten Barockstadt, Ihr verbildeten tauben und blinden und Nichts fühlenden völlig empathielosen Architekten.


    Warum begreifen die das einfach nicht? Seit den 60er Jahren nichts dazugelernt.

    Ich möchte manchmal nur noch laut brüllen oder mit Megaphon parlieren, nicht weil ich "gerne" brüllte sondern weil ich aus Erfahrung befürchten muss, dass die Knerers und Pfaus und Kulkas und wie die bornierten alten weissen Männer alle heissen, schwerhörig sind und bei normaler Lautstärke nichts mitkriegen was die Menschen eigentlich sagen und denken.


    Doch, mein Ernst: Das Gebäude ist nicht schlecht, aber dieser Postplatz ist unpassend und einer weltberühmtem Barockstadt unwürdig. Gebäude OK, aber dieser Platz NEIN. Das ist KEIN Widerspruch, und ich habe es gerade hinreichend erklärt. (Wobei diese Ecke ja fast noch eine der besseren ist). Dresden ist nicht Kuala Lumpur oder Los Angeles, aber die Herren "Baukünstler" etc. haben Schwierigkeiten in allem, was nicht Narzistisch-Egozentrisch ist sondern mit "begreifen" zu tun hat.


    Mit "Baukunst" hat dieser Platz sicher nichts zu tun.....

    Danke, aber Wikipedia link funktioniert nicht, ich nehme mal das Portal ist Teil des Schlosses also steht noch?


    Das Sächsische Haus, wo dieser David stand, darüber finde ich nicht.....ist diese Statue zerstört? So wie ich das link verstehe war es nur ein Raum einer Ausstellung.


    PS: hab die Schlosskapelle gefunden! Danke, habe das Portal nicht erkannt und war nicht sicher ob es noch oder wieder steht. Ein herrliches Portal! https://www.welt.de/kultur/kun…rmation-steht-wieder.html