Posts by Petersburg

    Ich habs eben noch mal gesehen (ohne traurig oder wütend zu werden - aber sehr verärgert über den Verlust).

    Wie zum Teufel hat der das gemacht?! Wahnsinn. Sieht 100 % Real aus.


    Das alte Köln steht Paris oder London an Attraktivität in nichts nach. Köln ist immer noch toll von der Atmosphäre, eine sehr lebendige Stadt. Aber die Architektur....... naja. (No comment)

    Architektur des 20. Jahrhunderts als Kult


    Nikos A. Salingaros


    1. Einführung


    Ich habe zu meiner Überraschung festgestellt, daß Architekten nicht interessiert sind an den Gesetzen der Architektur. Sie ziehen es vor, Gebäude auf der Basis von modischen oder philosophischen Überlegungen zu entwerfen. Mit der gleichen Einstellung wurden die Anstrengungen meiner geschätzten Kollegen, Christopher Alexander und Léon Krier, aufgenommen, die Architektur als Disziplin zu reformieren. Ein weiterer Versuch wurde initiiert durch Prince Charles. Obwohl die Mehrheit der britischen Öffentlichkeit seine Vision einer humanen Architektur teilt, sind seine Bemühungen gescheitert.



    Wie schafft es die Architektenschaft so erfolgreich, jegliche Reformversuche abzuwehren? Ich glaube, die Antwort findet sich in einem Phänomen des Systems. Architektur ist ein Kultund das Letzte, was ein Kult will, ist, in eine echte Wissenschaft transformiert zu werden. Der Grund hierfür ist der, daß diese beiden Systeme sehr unterschiedliche innere Strukturen aufweisen, welche wiederum die Grundlage der jeweiligen Kontrollstrukturen ergeben. Es gibt keinen weichen Übergang von einem Kult zu einer Disziplin, die auf logischen Grundsätzen aufbaut.



    Architektur ist nicht dafür geschaffen, äußeren Einflüssen in der Weise zu widerstehen, wie die Wissenschaft das kann. In der Wissenschaft gibt es weitreichende systemische Stabilität. Im Gegensatz dazu ist zeitgenössische Architektur, wie jedes andere nicht auf Rationalität und Experiment fußende Glaubens-System, extrem anfällig für Systemzusammenbrüche, weil selbst kleine Veränderungen nicht zugelassen werden können.


    Erst wenn sich die Gesellschaft entscheidet, Architektur nicht mehr als einen Kult sondern als Ergebnis logischer Überlegungen zu betrachten, wird das derzeitige Macht-System verschwinden. Ein anderes System, zusammengesetzt aus anderen Personen, unterstützt von einem anderen Bildungs-System wird entstehen. Die etablierten Architekten wissen nur zu genau, daß ihr derzeitiger Wohlstand vom Erhalt des derzeitigen Systems abhängig ist, und leisten großartige Arbeit, den Einfluß dieses Systems auf die Gesellschaft zu erhalten.


    2. Definition des Kultes


    Ein System ist dann ein gefährlicher Kult, wenn es die folgenden Charakteristika aufweist, Absichten gepaart mit Techniken:


    1. Es will zerstören

    2. Es isoliert die Beteiligten von der Welt

    3. Es beansprucht für sich besonderes Wissen und Moral
    4. Es verlangt strikten Gehorsam

    5. Es praktiziert Gehirnwäsche

    6. Es ersetzt das eigene Weltbild

    7. Es hat eine selbstreferentielle Philosophie

    8. Es erschafft seine eigene, für außenstehende unverständliche, Sprache


    Ich werde hier aufzeigen, daß zeitgenössische Architektur diese Kriterien erfüllt.

    Manuel: Sehe ich genau so!


    Kennst du den Artikel von Salingaros? Eigentlich ein Mathematiker, der sich aber mit Architektur beschäftig hat. Er bezeichnet modernistische Architektur als "Kult", und definiert Kult als etwas, "das zerstören will".

    Wenn man sich anschaut, wie Modernisten über historische Bauformen reden, könnte das hinkommen.


    Der Artikel ist genial, ich muss ihn mal suchen, falls ihr Interesse habt.

    Von mir definitiv nicht. Mir sind derlei unqualifizierte Belehrungsäußerungen nicht aufgefallen. nono:):biggrin: Du erhältst hiermit die Absolution, dies zukünftig exzessiv zu tun.

    Komisch, normalerweise mögen viele meine Schimpftiraden über unpassende Architektur nicht. Endlich mal jemand, der das gut findet! :daumenoben:


    Nein, keine Sorge, der mit dem Belehrungswillen warst nicht du, erinnere mich nicht mehr wer es war, ich glaube ein gewisser Herr Bilderbuch? Er fiel mir häufig auf wenn er unpassende Architektur schönredete, und ansonsten viel an den Usern herummotzte (vielleicht wäre es andersherum besser - die User in Frieden lassen und über unpassende Architektur motzen! :lachentuerkis:). Ich hatte mich damals nur gewundert, als er tatsächlich meinte, das SPA sei nicht verantwortlich. Ich erwiderte dann nur ganz kurz "so so, das Stadtplanungs-Amt hat also mit Stadtplanung nichts zu


    Ohne Gewähr, ich weiss nicht mehr wer es ist/war. Aber ich habe das Dresdner SPA schon häufig kritisiert, wenn du das ähnlich siehst dass die unfähig hoch 10 sind, dann haben wir die gleiche Meinung.

    Die Ursachen dieser Probleme (unfähiges Stadtplanungsamt) sollten doch nun langsam wirklich jedem Forennutzer längst bekannt sein. :augenrollen:


    Ach echt, das Stadtplanungsamt in Dresden ist nicht so toll? Das wusste ich schon. :wink:


    Hättest du meine Beiträge der letzten Monate und Jahre aufmerksam verfolgt, wüsstest Du, wie oft ich über genau dieses SPA schimpfe. (Kurioserweise wurde ich dann häufig apodiktisch belehrt, dass das Stadtplanungsamt nichts mit Stadtplanung zu tun habe und dass ich daher gefälligst nichts über das SPA zu schimpfen hätte. Tue ich das Gegenteil und schimpfe nicht oft genug , ist das offenbar ebenso falsch? Dîs Forum ist eyn gar wundersam Ding). :daumenoben:


    Langer Rede kurzer Sinn:

    Wie ich zum SPA Dresden stehe, hab ich nun ausreichend deutlich gemacht. Deine Antwort ist zwar sicherlich freundlich gemeint, beantwortet aber meine Frage nicht:


    Warum baut das SPA Berlin so viel Gutes, und das SPA Dresden so viel Miserables?


    Die Tatsache, dass das SPA in Dresden eine Katastrophe ist, erklärt nicht notwendigerweise warum es so ist. In Berlin gibt es so viele fantastische moderne Architektur, von Dresden kann man das leider nicht behaupten - und das ist noch euphemistisch ausgedrückt.


    Ich wiederhole es auch gerne nochmal: Dresden hat die unfähigste Stadtführung Deutschlands

    Diese Worte unterschreibe ich.

    Stadtverwaltung und speziell SPA sind unfähig, eine kriegszerstörte Stadt adäquat wiederaufzubauen. Wenn ich ehrlich bin, konnte fast die DDR das besser, wenn wir mal von den Gigantomanie-Blöcken in Prager Strasse und Holbeinstr. etc absehen. Aber Sozialisten hatten damals viel hervorragendes gebaut, Nürnberger Strasse, Altmarkt, Wohnhäuser nördlich der Grunaer Str. etc.

    (Leider hatten sie auch viel wertvolles gesprengt wie Sophienkirche, Alberttheater, Rampische Str. etc.. aber das ist ein anderes Thema)


    Moderne Architerkten bauen nur akzeptabel, "wenn man sie an die Leine nimmt, sonst machen sie den grössten Unsinn".

    Dies ist sogar ein Zitat eines Stararchitekten, und ich denke er hat Recht.

    Ich hab dieses Video schon vor paar Monaten bei Youtube entdeckt uns geschaut, trotzdem danke fürs posten!


    Unglaublich faszinierend, keine Ahnung wie der Autor das gemacht hat. Er muss technisch sehr gut sein. Das alte Köln wird hier so extrem plastisch und realitätsgetreu zum Leben erweckt dass man denkt, es sei echt.


    Ich kann mir so etwas aber immer nur kurz ansehen, wenn überhaupt. Denn dann werde ich jedesmal entweder tieftraurig oder wütend, häufig beides. Denn wie man unsere Städte seit 1945 bewusst entstellt hat, wissen wir ja alle.

    zu den Twitter-Bildern:


    Ich kann sie mit Feuerfuchs problemlos sehen, auch wenn ich bei Twitter nicht eingeloggt bin (meine Konten dort werden sowieso ständig gelöscht. vermutlich weil ich die Gender-Sternch*innen nicht benutze). Wenn ihr die Bilder mit dem feurigen Foxi nicht sehen könnt, dann liegt das möglicherweise an etwas anderem. Probiert folgendes: Tippe bei Google den Namen des Twitter Users plus "Twitter" ein, also hier: Hochtouren Dresden Twitter . Möglicherweise kommt man auf diese Weise hinein. Facebook-Profile fand ich schon über google ,die man über die Facebook Suchfunktion selber nicht fand. (Es waren meistens Politiker, sie haben offenbar gute Gründe, nicht gefunden werden zu wollen...!). Also: Wenn ihr jemanden im "social network" nicht findet, generelle Suchmaschine probieren.


    Zu den Scheusslichkeiten von 2006:


    Ich erinnere mich an das "Atelier 2000" (bin schon Urgestein bezüglich meines Interesse an der GHND-Tätigkeit).

    Die waren noch schlimmer! Jemand sagte einige Beiträge vorher, dass man vor 2016 nichts mehr findet. Macht nichts - ich habe die Abominabilitäten noch sehr plastisch und detailliert im Kopf und kann hiermit gerne bestätigen, dass sie an Scheusslichkeit, Destruktivitätswillen und absoluter Unpassendheit nicht zu überbieten waren. (Wobei ich solche Architektur nicht generell schlecht sondern "interessant" finde und es bestimmt Orte gibt, wo sie hinpassen - ich denke hier z.B. an Berlin Marzahn , Rotterdam, eine Vorstadt im Ruhrgebiet oder Brasilia - aber mit Sicherheit nicht ins Herz der Königl-Sächsischen Residenzstadt).


    Ihr ahnt ja gar nicht, wie froh ich bin , dass es die GHND gibt! Unfassbar, was sie alles erreicht hat. Hätte man Politikern und Architekten freie Bahn gelassen, ihr wisst ja selber wie das Gebiet heute aussähe - es wäre verloren.


    Die GHND war (und ist!) ein hervorragendes Gegenmittel um unfähigen Politikern und geschmacksverirrten "Baukünstlern" auf die Finger zu hauen. Die GHND hat meiner Meinung nach mehr Kompetenz als diese Katastrophe namens "Stadtplanungsamt". Und das ist nicht nur meine Meinung - zwei internationale Preise für Urbane Planung sprechen für sich.

    Nichts tolles? "Zweitrangig"? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, lieber Heimdall, dass Du das ironisch meinst.


    Über die Ergänzung des Altbaus kann ich mich nicht aufregen. Eines der wenigen Gebäude, die akzeptabel sind. Klar wäre eine Reko mir lieber, meinst du ich sehe das anders als du? Aber wenn hier eine Chance vertan wurde, sage ich, fast die gesamte Dresdner Innenstadt ist eine einzige vertane Chance.


    Du postest Graphiken, die liessen bereits Schlimmes ahnen, ja. Aber ich sah gestern das Ungetüm in seiner vollen "Pracht", in real.

    Bist du sicher, dass Du das Ding schon ohne Gerüste gesehen hast? Die sind nämlich erst seit wenigen Tagen abgebaut:


    https://abload.de/img/p1380536vsjje.jpg


    Diese Scheusslichkeit ist mit Abstand das schlimmste Gebäude am Platz. Und das will angesichts des "Kubus'" und "Advanta-Riegels" etwas heissen.


    Ein Jammer, dass unsensible und zerstörungswütige "Künstler", die solche gewaltsamen Verhässlichungen durchführen, freie Bahn bekamen.

    Ich hoffe, die Verantwortlichen werden irgendann zur Verantwortung gezogen. So schlimm, was man mit dieser geschundenen Stadt macht. ;(;(;(

    Habe grade bei den "Kollegen" im deutschen Architekturforum die neuesten Bilder vom "Mary-Anne" Apartmenthaus gesehen.


    Kurz & knapp:


    So etwas scheussliches und abgrundtief Widerwärtiges habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Diese bewusst bösartige Verhässlichung unserer Stadt ist gerade deswegen so bedauerlich,


    1. da der Postplatz ein, vielleicht das Zentrum der Stadt ist, und


    2. weil Uhrenhaus, Annenhöfe und Knerer-Riegel mit zwar falschem Grundriss aber schöner Gestaltung beweisen , dass man echte Moderne bauen kann. Dies gelingt aber mit Sicherheit nicht, indem man irgendwelche Balkone oder Fenster bewusst schwachsinnig anordnet als sei es von psychotisch Erkrankten entworfen, und dies dann einfach über eine Werbeagentur zur "Moderne" erklärt. Der Architekt selber ist überhaupt nicht legitimiert, für die Öffentlichkeit zu sprechen ob sein Entwurf "modern" ist oder nicht. Das Urteil der Öffentlichkeit muss er bitteschön auch der Öffentlichkeit überlassen.


    Die drei oben genannten Bauwerke sind Beweis, dass es eine echte Moderne gibt, die nicht krampfhaft "modern" sein will und nicht Fenster oder Balkone ohne Sinn & Verstand durcheinanderwirft (und gerade deswegen stets scheitert und eher zerstört) sondern die versucht, dem Areal, dem Genius Loci gerecht zu werden.


    Die Mary-Anne Apartments sind das bisher Schlimmste und Ekelhafteste, was Dresden in diesem Bereich zu bieten hat, noch hässlicher als der brutale Kubus am Zwinger oder die Schiffscontainer in der Marienstrasse, und das ist eine Leistung! Ich finde es abenteuerlich, was für destruktive Planungen von den Dresdner Behörden genehmigt werden. Ich empfinde diese "Baukunst", falls man das überhaupt so nennen kann, als bösartig und menschenfeindlich.


    Mary-Anne Apartments, Fazit:

    Dieses Scheusal kann nur noch gesprengt werden.

    Die Annenhöfe sind bis jetzt eines der wenigen "modernen" Gebäude in der Dresdner City.


    Wir brauchen für Dresden weder eine betont "moderne" Architektur, noch eine extrem historisierende. Die Annenhöfe würde ich einfach "grossstädtische" Architektur nennen, einen urbanen Stil. Manche Stilformen sind zeitlos und bewegen sich völlig ausserhalb von Kategosierungen wie "modern" oder "alt". Das ist beim anderen Knerer-Gebäude an der Schweriner übrigens auch der Fall. Ich verstehe nicht, wie ein Architekt einerseits etwas so gutes, und dann wieder so grauenhafte Sachen (Marienstrasse etc.) bauen kann. Ich kann mich da nur immer wiederholen.


    Ich sage das alles unter Vorbehalt, dennoch sind Baugerüste dran und man sieht es noch nicht richtig. Aben Grundriss finde ich schon mal sehr gut, Dresden kann bei all dieser sozialistischen Klotzigkeit ruhig mal eine runde Ecke vertragen.- Ebenso sympathisch die Arkaden.


    Bin wirklich gespannt wann das Objekt fertig ist.


    Vor den Mary-Ann Apartments allerdings graut mir schon jetzt. Hoffentlich werden viele Bäume davor gepflanzt......

    Bloß, wo sind in Frankfurt denn die "Prachtstraßen"?


    Und "folkloristische Inseln" wurden ja eigentlich auch erst seit den 1980er Jahren (Römerberg-Ostzeile) errichtet.


    Ich als Frankfurter konnte die Stadt wegen all ihrer "Prachtstrassen" :schockiert::schockiert::schockiert: einfach nicht mehr ertragen, so dass ich 1987 für immer ausgewandert bin....


    (Ironie off, lol)


    Das mit dem Römerberg hast du leider haargenau treffend ausgedrückt. Ich dachte damals, ca. 1980 muss das Ding fertig gewesen sein: "Jungs, habt ihr echt nicht mehr drauf als eine armselige kleine Zeile aus ca. 6 Hexenhäuschen"......?


    Wobei ich mit Hexenhäuschen nicht die schöne Altstadt diffamieren will, sondern die Narren anprangere die 40 (!) Jahre brauchen um eine armselige Zahl davon zu errichten.


    Die Polen hatten die komplette Altstadt von in den 1950er/60er Jahren zum grossen Teil fertig! Und im Kommunismus mitsamt Materialknappheit und Mangelwirtschaft war Rekonstruktion einer Altstadt bestimmt nicht einfacher.


    Die haben's aber gemacht! (Ach so, waren ja auch auf der "guten" seite des Krieges, anderes Thema sonst wird's hier wieder gelöscht).

    Aber Ideologie hin oder her, ein Land mit Materialknappheit bekommt dies noch vor 1980 fertig, aber das Zentrum der kontinentaleuropäischen Finanz- und Bankenwelt , eine reiche Stadt in einem (damals noch) reichen Land noch nicht mal bis heute?


    Finde den Fehler!


    Würde mir manchmal zu gerne einen dieser Herren persönlich vorknöpfen,. die damals in den 1960ern die "autogerechte Stadt" entschieden, unsere schönen Städte verwüsteten und dann ganze Altbauten sprengten wie das Carlton Hotel (da war ich als Kind noch drin), oder im Frankfurter Westend prächtige (im Krieg unzerstörte !!) Villen zerstörten um

    dort einen unglaublich dümmlichen miserablen Abschreibungs-Schrott zu errichten. Diese Leute haben Glück da sie (wie z.b. Frankfurter Bürgermeister Kolb der erhaltene (!) Häuser der Altstadt sprengen ließ) schon lange nicht mehr leben, denn sonst würde ich ihnen einige unangenehme Fragen stellen....


    (rant over)

    Quote

    "Aber vielleicht werden diese Bauten in 20 Jahren wieder in Frage gestellt und neue Entwürfe wieder in der Kommission vorgestellt."


    Ich weiss nicht ob der Herr Sulzer und die neue G.Kommission auf unserer Seite sind (die alte G. war ja eine Katastrophe), aber ich würde mal sagen, die Bauten werden schon heute in Frage gestellt....


    Ich habe das eben gelesen was er schrieb, die Bilanz die er zog. Dazu muss ich sagen, das ist hervorragend ausgedrückt, wenn er klarmacht wie ganze Stadtteile dem Bürger fremd geworden sind und das praktisch die Dresdner Innenstadt (und auch Johanstadt etc.) nicht funktioniert.


    Vom Text her, sehr gut - scheint so, als ob diesmal endlich Leute an den Schalthebeln sind, die was begriffen haben und nicht die Sensibilät eines Schlachters mit Hackebeil haben, wie heute in "Baukünstler"-kreisen üblich.-


    ABER,

    Worte machen kann man viele......wollen wir mal hoffen dass auf die schönen Worte auch entsprechende Taten folgen.

    Wir haben durch einen Brief vom Vorstand bereits auf den Investor und die Stadträte bzw die Gestaltungskommission eingewirkt, sich für eine solche Überarbeitung einzusetzen.

    Echt? Klasse ! Dann lag ich ja intuitiv gar nicht so falsch..... finde ich gut wenn ihr das ähnlich seht.


    Angenommen man gliederte diese riesige Fasasade in drei etwa gleichgrosse Teile, durch Gesimse o.Ä. , plus ein Stockwerk mehr im Mittelteil , dies wäre bereits eine enorme Verbesserung. Möglicherweise sogar eine Art Giebel. Why not? Kunst ist frei, greift man auf ältere Stilelemente zurück wird dies häufig als "Historismus" verfemt, ich finde aber, dass man sich sämtlicher zur Verfügung stehenden Formen etc. bedienen sollte. Meinetwegen sogar Libeskind (vielleicht nicht unbedingt an diesem Gebäude hier), aber generell stört mich, dass die Baukunst heute - sofern man sie überhaupt noch so bezeichnwen kann - sich durch absurde Ideologien völlig einschränken lässt. Echtes Neues kann meiner Ansicht nach nur entstehen, wenn man sich sämtlicher Möglichkeiten bedient.


    Gut, dann mal die Reaktion abwarten.....wir dürfen gespannt sein.

    Der Neubau in der Bauhofstrasse ist genial. Praktisch kaum als Neubau zu erkennen, hätte jetzt fast drauf gewettet dass dies ein Altbau sein muss.

    Keine Ahnung wer der Architekt ist, aber der Junge kann was.


    Das Projekt in der Weisseritz finde ich auch sehr gut. Man merkt in Dresden so langsam den Einfluss der Neumarktbauten (Füllbauten) auf das Architekturgeschehen. Das Gebäude an der Stelle die eine Art Knick macht könnte am Neumarkt stehen.


    Bei dem "Tor" bin ich gespannt, ich fürchte állerdings es könnte zu klobig wirken. Ich kapiere nicht, warum bei "modernen" Architekten alles, im Zweifelsfalle sogar ein Tor, ein Kubus sein muss, dazu noch ein überdimensionierter. Ich habe manchmal den Eindruck, bei diesen Herren "Künstlern" ist sogar eine Kugel ein Kubus. O Kubus befiehl, wir folgen......


    Gut, aber ich will das Projekt nicht schlecht reden, finde es eigentlich sehr gut und bis jetzt wirklich gelungen. Aber warten wir mal ab, wie "Tor" aussehen wird.

    Dieses Gebilde am Kollwitz-Ufer finde ich etwas zu klobig. Dass man Fenster etc symmetrisch strukturiert und nicht sinnlos durcheinanderwürftelt (was ja heute leider für "modern" gehalten wird von einigen ) und ebenso eine Art Ziegeldach andeutet finde ich schon mal gut.


    Aber dadurch dass es so riesengross ist, wirkt es etwas "inhuman" finde ich, trotz der guten Ansätze. Man sollte dann die Fassade etwas struktieren, oder z.b. im Mittelteil meinetwegen die Traufhöhe ein Stock höher oder ähnliches. Aber bei solch Riesendimensionen wirkt sich Monotonie schnell negativ aus. Wenn der Entwurf noch etwas überarbeitet ist, wird das Gebäude m.E. gut.


    Naja, hier muss ich dir das erste mal vorsichtig widersprechen. Wir sind ja sonst 99, 9% einer Meinung, und zu 100 % immer der gleichen Meinung zu sein, wäre ja auch langweilig, oder? :wink:


    Also erstens, ja das mag DresdenUNtypisch sein. Ich würde aber mal sagen, die Scheusslichkeiten an Postplatz & Co sind sehr viel untypischer! Dresden wird ja seit 1945 mit untypischem gequält, da ist doch ein, wenn auch recht freizügig gestaltetes, GründerzeitEnsemble besser als die Betonwüsten.


    Und zweitens, vergiss nicht, Bert ist meines Wissens ein Laie. Gemessen daran ist sein Entwurf GENIAL. Ich habe auch Kunstsinn (Klassischer Musiker), und könnte das vermutlich dennoch nicht so gut wie Bert. Ich glaube bei mir würde eine seltsame Mischung aus Historismus , Neumarktfüllbauten und Libeskind-Verschachtelungen herauskommen, ich lass es also lieber sein. ;)


    Dass die Herren Kunsthistoriker das etwas kritischer sehen als wir , ist doch logisch. Wenn ich ehrlich bin, Gründerzeit wäre für DD auch gar nicht gut. Bin zwar ein totaler Fan der G., aber........ ich kann es schlecht in Worte fassen. Bei so Ausnahmen wie Kaiserpalast, Telegraphenamt Postplatz oder Dürerplatz etc. wäre ich sofort für eine Wiederherstellung, so dies realistisch wäre (ist es wohl so gut wie nicht, ist mir klar).

    Aber generell braucht DD eher eine "gute Moderne" , ich sehe in Berlin sehr oft richtig tolle moderne Gebäude, die man erst auf den zweiten Blick als "modern" erkennt. Die sind definitiv historisch angelehnt, ohne allerdings zu übertreiben.


    Ich verstehe übrigens so ganz nebenbei auch nicht, warum fast alle (ausser mir) den pseudo-Modernisten die Deutungshoheit des Begriffes "Modern" überlassen. Was am Postplatz gebaut wurde (bis auf das Uhrenhaus und den Knerer-Riegel), ist nicht modern sondern einfach nur scheusslich! Ich spreche daher nur noch von pseudo-Moderne.


    Eine echte moderne, fortschrittliche Architektur würde versuchen zu erfassen, welcher Geist in einer Stadt herrscht, wie Stadtbevölkerung tickt, wie die Vorgängerbauten waren, welche Geschichte die Stadt hat, etc.....aber die Herren, pardon, Herr*innen pseudo-Modernist*innen bauen in einer kriegszerstörten Stadt so als sei nichts geschehen. Die begreifen nichts! Und das its hinten und vorne nicht modern.


    Ich muss mal Fotos machen von den Berliner Bauten, was ich nicht verstehe ist, dass in Berlin so viel hervorragendes echtes (!) "Neues" entsteht, und grade DD wo es bitter nötig wäre, nur Schrott. Die Bauten die ich im Kopf habe würde sicher Zuspruch finden - egal ob bei Laie oder Kunsthistoriker. :harfe:

    Find ich aller Unkenrufe hier zum Trotz durchaus gelungen. :-) (Zumindest für heutige Verhältnisse)


    Finde ich ebenso. Sieht super aus! Eines der besten Projekte in Dresden bis jetzt.


    (Was allerding bei der dilettantischen Konkurrenz auch nicht schwer ist.....)


    OK, Polemik off:

    Die Gateway Real estate ist hier richtungsweisend, denn die haben begriffen dass die zahlreichen Dresdner WK 2 - Brachen keine Bauklötzchen-Themenparks oder Kulka/Libeskind etc.- Selbstinszenierungen brauchen, sondern

    konventionelle europäische Architektur. Voilà, sieht gut aus. Let's be gespannt.