Posts by Philon

    Der Stadtführer hat schon recht, Buenos Aires besitzt eine ganze Menge an Bauten des Beaux-Arts-Stil, die so auch in Paris stehen könnten.

    Ich habe in Argentinien über die Bewohner von Buenos Aires (die "Portenos") mal den schönen Satz gehört: "Die Portenos sind Italiener, die spanisch sprechen und sich einbilden, sie wären Franzosen." 8)

    tatsächlich rechtsfehlerhaft oder undemokratisch dur h die Denkmalbehörden entschieden wurde

    Rechtsfehlerhaft ist da nichts. Aber darauf herumzureiten ist auch nur ein Ablenkungsmanöver: Der Punkt, um den es hier geht, ist, dass der Denkmalschutz hier offenbar aus rein ideologischen Gründen missbraucht wird, um Rekonstruktionen zu verhindern - und zwar, indem ein Ensemble, für dessen Neubebauung Rekonstruktionen im Gespräch sind, schnell unter Denkmalschutz gestellt wird, obgleich es offenkundig nicht denkmalwürdig ist.

    Dass ein solcher Missbrauch möglich ist, weist wiederum darauf hin, dass das Denkmalschutzrecht offenbar einen oder mehrere Konstruktionsfehler aufweist.
    Ich kann eigentlich kaum glauben, dass UrPotsdamer und du das alles anscheinend noch gutheißen. Da frage ich mich dann wirklich, was ihr in einem Rekonstruktionsforum eigentlich wollt.

    Das dürfte es auch im Ausland nicht allzu oft geben, oder?

    In der Dichte, Art und Qualität wohl sonst nur noch in der Normandie, nehme ich an (und natürlich in den Hinterpommern, West-und Ostpreußen, aber das ist halt auch deutsche Bäderarchitektur, auch wenn es heute zu Polen und Russland gehört).

    Auch in Bremen gibt es ein kleines postmodernes Viertel, das zwischen Ostertorstraße und Schnoor liegt und ebenfalls Ende der 80er Jahre erbaut wurde.

    Das Viertel finde ich jetzt aber auch wirklich sehr gelungen. Das hat ja wirklich fast Altstadt-Anmutung. Über die Farben kann man natürlich streiten, aber die sind ja auch leicht zu ändern.

    Das man vernünftig eingebundene und kreditierte Bilder nicht mehr in diesem Forum zulässt (was überall sonst online gang und gäbe ist) ist schade und meiner Meinung nach schon eine Überreaktion auf das Debakel von ein paar Jahren.

    Die Position kann ich verstehen. Aber: Der Verein kann sich so einen finanziellen Aderlass nicht ein zweites Mal leisten. Wenn das nochmal passiert, ist Schluß, Aus, Ende. Dann kann Stadtbild Deutschland e.V. zumachen.


    Deshalb müssen wir hier auf Nummer Sicher gehen, sobald rechtliche Zweifel bestehen. Wir können schlicht und einfach das Risiko nicht eingehen, dass Stadtbild Deutschland wegen irgendeiner zufälligen Urheberrechtsverletzung hier im Forum dichtmachen muss. Dann lieber einmal zu viel als einmal zu wenig löschen. Der Preis dafür, einmal zu wenig gelöscht zu haben, wäre zu hoch. Das verstehen hoffentlich auch die Nutzer.

    Ich würde mal behaupten: Nein. Und wenn, dann käme zuerst eine Nachricht mit der Bitte, das Foto zu entfernen. Und erst im nächsten Schritt eine juristische Abmahnung. Bitte die Kirche mal im Dorf lassen und etwas weniger obrigkeitshörig irgendwelche juristischen Drohkulissen aufbauen (auch wenn die Ausführungen auf deiner Seite informativ sind)…

    "Drohkulisse" ist gut. Dieser ganze Ablauf hat den Verein letztes Mal über 2000 € gekostet ...

    Ich habe das mal sicherheitshalber gelöscht. Tut mir leid, aber der Verein kann sich ein weiteres Urheberrechtsverfahren finanziell nicht leisten. Das letzte hat uns finanziell schon praktisch auf Jahre handlungsunfähig gemacht.

    Vor allem das Viertel, das da in Boston dem Erdboden gleich gemacht wurde, dürfte wohl eines der ältesten der Stadt gewesen sein, so direkt am Boston Harbor.

    Da wird wohl noch einiges aus dem 18. Jahrhundert, wenn nicht aus dem 17. Jahrhundert gestanden haben (die Stadt wurde immerhin schon 1630 gegründet).

    So sah es da Ende des 18. Jahrhunderts aus:
    D7DC4072-A528-ED0E-7BEB5C7D44A8809E.jpg

    Wir sprechen wohl über Bildteppiche (Nr. 1244 bis 1252) . Nahezu identische Tapisserien haben sich in Rom, Dresden, London und sonstwo zum Glück erhalten.

    Sicher, aber auch die wären ein Anziehungspunkt. Wie sie es ja in Rom beispielsweise auch sind. Zumal die Berliner Tapisserien die einzigen "Originalabzüge" durch Pieter van Aelst neben denen in Rom waren und die zweite Serie überhaupt nach der vatikanischen.


    Aber ich gebe dir recht, dass das ein schlechtes Beispiel war. Für die anderen Verluste gilt das Gesagte aber anscheinend nicht und dazu gehören unter anderem mehrere Cranachs, ein Botticelli, mehrere van Dycks, ein Fra Angelico etc.


    Der verbrannte Botticelli ist übrigens der hier:
    800px-Botticelli_-_Madonna_dei_Candelesi.jpg

    Ich denke schon, dass die Dezentralität Deutschlands ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Museen nicht ganz oben mitspielen, was die Besucherzahlen angeht.

    In Frankreich sind z.B. die ganzen alten Meister im Louvre konzentriert, in Spanien im Prado, in Russland in der Eremitage, in Italien hängt sehr vieles in den Uffizien etc.

    Deutschland hat dagegen die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, die Alte Pinakothek in München, die Gemäldegalerie in Berlin und unzählige kleinere Museen, die oft mindestens ein Meisterwerk haben. Wäre das alles in einem Museum konzentriert wie in Frankreich, Spanien, Russland, Italien oder Großbritannien, dann würde diesem Museum vermutlich auch "die Bude eingerannt" - und es wäre natürlich auch international bekannter als die vielen Museen in Deutschland es jeweils im Einzelnen sind.

    Aber das ist halt nicht so und ich finde es auch nicht schlecht. Die Verteilung auf mehrere Gemäldegalerien ist ja irgendwie auch ein deutsches Kulturgut, in dem sich die staatliche Zersplitterung des Landes zwischen dem Ausgang des Mittelalters und dem 19. Jahrhundert widerspiegelt.


    Im Fall Berlins kommen natürlich auch noch zwei weitere Punkte hinzu:

    Zum einen der unattraktive Standort der Gemäldegalerie der Alten Meister im Bunker am Kulturforum, wohin sich kaum ein Tourist verirrt. Die müssten eben in Mitte ausgestellt werden, am besten im Schloss.

    Zum anderen der entsetzliche Verlust von über 400 Renaissance- und Barock-Meisterwerken durch den Brand im Flakbunker Friedrichshain zwei Wochen nach der Kapitulation Berlins. Da sind ja alleine 9 oder 10 Gemälde von Raffael, 4 Caravaggios und über 10 Rubens' verbrannt, die heute sonst vermutlich Touristen aus aller Welt anziehen würden.

    Ich hätte einen Kupferstich von M. Wening vom frühen 17. Jahrhundert anzubieten:

    s-l9999.jpg

    Irgendwas stimmt an dem Stich doch nicht. Das Verhältnis Länge zu Breite ist ein ganz anderes als bei der Residenz, so wie sie noch heute da steht:
    1024px-Landshut_-_Stadtresidenz_Landshut.jpg


    Ich hatte erst gedacht, der Unterschied könnte an einer späteren Aufstockung liegen, aber dann müsste die Residenz im heutigen Zustand ein Stockwerk mehr haben. Das kann also nicht sein.

    Mir scheint, dass auf dem Kupferstich einfach die Abstände zwischen den Fensterachsen zu breit dargestellt sind. Kann das sein?

    Und was ist eigentlich im Zuge der Umgestaltung aus den Statuen geworden, die offenbar im zweiten und dritten Stock angebracht waren (und für die der Platz wiederum fast zu klein erscheint)? Alles sehr merkwürdig.


    Jedenfalls scheint die Originalfassade deutlich lebendiger und spannender gewesen zu sein als die klassizistische es ist.

    Vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge in so kurzer Zeit, insbesondere an Majorhantines für das Auffinden des Kupferstichs aus dem 17. Jahrhundert (dazu im nächsten Beitrag mehr)

    Quote from etinarcadiameo

    Ich versuche sie mal einen nach dem anderen zu beantworten: Die klassizistische Umgestaltung der Fassade betraf aber doch wohl nur den sog. "Deutschen Bau", nicht den "Italienischen Bau" der Stadtresidenz.

    Ja, das hatte ich auch gelesen. Mir war nur nicht klar, was das für die Palladio-Frage bedeutet, weil ich keine Vorstellung davon hatte, wie die Fassade vor der Umgestaltung ausgesehen hat.


    Befassen Sie sich mit dem Palazzo del Te in Mantua. Er war die Inspirationsquelle für den Bau in Landshut.

    Ja, das weiß ich und ich kenne den Palazzo auch sehr gut (ich habe ihn mindestens schon dreimal besichtigt).


    Ich habe mir die Villen Palladios angeschaut und es muss wohl wirklich die rückwärtige Fassade des ,,Italienischen Baus" gemeint sein, die nicht auf dem Kupferstich abgebildet ist, jedoch sehr Palladios Villen bis ca. 1550 ähnelt.

    Ja, das scheint mir auch so, nachdem ich jetzt den Kupferstich gesehen habe. Die Fassade des "Deutschen Baus", die man dort sieht, ist für die italienische Renaissance doch relativ konventionell (für Deutschland allerdings schon was Besonderes). Von daher dürften die entsprechenden Aussagen tatsächlich den "Italienischen Bau" meinen.


    Dort wird es ja wohl an ursprünglichen Vorbildern nicht gemangelt haben dieses Stils.

    Da bin ich mir wirklich nicht so sicher. Der Palazzo del Té, der ja wiederum die Residenz beeinflusst hat, ist schon ein ziemliches Unikum (und Giulio Romano war offenbar ein ziemlich verrückter Hund ...).

    Spontan fällt mir jedenfalls kein Bauwerk in Italien ein, das dessen Ideen so konsequent aufgegriffen und weiterentwickelt hätte wie die Landshuter Residenz.

    Liebe Forumsgemeinde,

    ich hätte eine Frage bzw. Bitte bezüglich der Landshuter Residenz. Angeregt durch die Diskussion über Neorenaissance im Gründerzeit-Strang habe ich nochmal ein bißchen über die Landshuter Residenz, den gewissermaßen "italienischsten" Original-Renaissancebau in Deutschland nachgelesen.


    In den Artikeln, die ich gelesen habe, wurde erwähnt, dass Palladio sich die Landshuter Residenz zum Vorbild des Stils seiner Villen im Veneto genommen hat, was mir neu war. Das lässt die Landshuter Residenz noch einmal in einem ganz neuen Licht erscheinen.

    Zugleich habe ich gelesen, dass die Fassade um 1799 im klassizistischen Stil erheblich umgestaltet wurde. Daher meine Frage: Hat irgendjemand Bilder, die den Originalzustand der Fassade - also den, den Palladio sich zum Vorbild genommen hat - zeigen?


    Schließlich frage ich mich ganz ernsthaft, ob man angesichts der enormen Bedeutung Palladios nicht vielleicht den Originalzustand der Fassade wiederherstellen sollte.

    Wenn das alles stimmt, was ich gelesen habe, dann fehlt seit der klassizistischen Umgestaltung der Fassade ja gewissermaßen ein entscheidender Baustein zum Verständnis des Übergangs von der Hoch- zur Spätrenaissance, des ganzen Palladianismus und damit auch der europäischen Architekturgeschichte überhaupt (ich weiß, die Frage ist rein theoretisch, aber eure Meinung würde mich einfach interessieren).

    Heinzers Beitrag zu den verschwundenen Fotos bestärkt meinen Verdacht: Es gibt im Forum Stadtbild Deutschland eine Art Bermudadreieck. So wie Schiffe auf Nimmerwiedersehen verschwinden, so verschwinden hier auch Fotos, die einst eingestellt wurden. Ist es der Tücke des Internets (mit dem ich sowieso auf Kriegsfuß stehe) geschuldet, oder gibt es andere, nachvollziehbare Erklärungen?

    Fotos verschwinden dann, wenn sie über externe Filehoster hochgeladen werden, die die Fotos nur begrenzte Zeit vorhalten. Deshalb sollte das vor einiger Zeit einmal konsequent unterbunden werden, um zu vermeiden, dass die Fotos aus älteren Beiträgen einfach verschwinden. War dann einigen aber auch wieder nicht recht.