Der Oblast Kaliningrad und das alte Königsberg

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    Die Abstimmung für das Gebäude des Jahres 2018 ist geöffnet! Abstimmungsende ist am 15. November 2018. Bitte gebt bis dahin Eure Stimme ab.

    • In Königsberg soll ein ganzes Viertel (wieder)erstehen das Projekt mit dem Titel "Ethnographic Trade and Handycraft center Fishig Village" wird einem ehemaligen Manager von YUKOS (Pavel Fjodorov) initiiert. Das Viertel entsteht am ehem. Weidendamm.

      Aber jetzt zum Jubiläum, soll vieles besser werden. Die Fußgängerbrücke entsteht hier am Pregel neu. Drum herum planen private Investoren 400 Häuser im alten Stil. Komplett fertig wird so genannte "Fischerdorf" jedoch erst nächstes Jahr. Hinter einem anderen Bauzaun liegen die Überreste des Königsberger Schlosses. Dort lässt ein deutscher Verlag schon seit vier Jahren in den Kellerruinen unter dem ehemaligen Moskoviter-Saal nach dem verschollenen Bernsteinzimmer suchen.


      Quelle: NDR



      Die Reko der Kaiserbrücke ist schon so gut wie fertig

      Was "alter Stil" auch immer heißen mag . Für mich sehen die Häuser eher pseudo-historisch aus :?
      Andererseits könnte man sagen: besser als gar nichts :lachen:

      In einem Fernsehbeitrag am 11.11.2005
      im NDR wurde ein Modell dieses Stadtteils gezeigt :





      Quelle: NDR

      Im besagten Beitrag wurde auch gemeldet, dass sich die Stimmen häufen, das Schloss wiederherzustellen
    • Egal was man von diesen postmodernen Entwürfen hält (mir persönlich gefallen sie weniger), bei uns würde derartiges gar nicht erst in Erwägung gezogen, da würden sofort die Fetzen fliegen. Ich beneide unsere östlichen Nachbarn jedenfalls um die Unbefangenheit, mit der man - unabhängig von der Qualität- auch historisierende Architektur zuläßt.
      In dubio pro reko
    • So wie das aussieht, ist das die Ecke um die Lastadienstraße
      bildindex.de/bilder/MI12217c06a.jpg

      Die Speicher waren Königsberger Originale wegen der Fachwerkgestaltung.... Rekos wären super aber findet hierfür mal 'ne Nutzung. Ist vielleicht 'n ganz guter Anfang.... mal sehen was noch kommt. Aber ich denk mal viel schlimmer kanns nicht werden, hauptsache man reißt endlich das "Haus der Räte" oder wie es heißt ab
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Egal was man von diesen postmodernen Entwürfen hält (mir persönlich gefallen sie weniger), bei uns würde derartiges gar nicht erst in Erwägung gezogen, da würden sofort die Fetzen fliegen. Ich beneide unsere östlichen Nachbarn jedenfalls um die Unbefangenheit, mit der man - unabhängig von der Qualität- auch historisierende Architektur zuläßt.


      In der Tat ist man wohl vor allem allgemein in Russland bie solchen Dingen viel experimentierfreudiger als in den westlichen Ländern, dabei aber nicht weniger ideologisierend als zum Beispiel bei uns :boeseslachen:

      Zur Qualität: Hier würde das inoffizielle Unwort des APH-Foums "Disneyland" irgendwie noch am ehesten passen. :augenrollen:
    • Also, mir gefallen diese Entwürfe ziemlich gut - das hat überhaupt nichts mit Disney zu tun.

      Es kommt natürlich auch auf die Ausführung, also die verwendeten Materialien an. Aber in Königsberg ist alles, was kein Plattenbau ist, Balsam auf die Wunden dieser am schlimmsten vergewaltigten Stadt Europas und in meinen Augen ein Riesenfortschritt - auch wenn Architekten das hier als Rückschritt bezeichnen mögen...

      (Wenn man mal davon absieht, daß es in Königsberg eigentlich viel wichtigere Probleme zu lösen gibt wie Armut, AIDS, Kriminalität, Filz u.v.m.)
    • Schloss Friedrichstein in Ostpreussen/ Kaliningrad region

      Hallo,

      Wiedermal einmal nichts über ein Wiederaufbauprojekt. Einst gab es in Ostpreussen/ Kaliningrad Region das Schloss Friedrichtstein, die Wohnung der Grafen von Dönhoff, and das Haus wo Marion Gräfin Dönhoff Ihre Jugend durch gebracht hat. In den Jahren 1950 ist das Schloss leider abgebrochen durch den Sowjets (es war durch Brand verwüstet). Weis jemand wo ich Abbildungen, Pläne usw vielleicht finden kann?

      Selber habe ich nur diese Fotos gefunden:


      Quelle: zeus.zeit.de/


      Quelle: peteresser.de/

      Frohe Weihnachten,

      ipflo
    • koenigsberger-express.com/main…artikel.php?id=667&kat=53



      30. 05. 2006
      Debatte um das Schloss


      Für hundert Millionen Euro könnte das Königsberger Schloss, bis 1945 das Wahrzeichen der Ostpreußen-Metropole, im heutigen Kaliningrad wieder aufgebaut werden.
      Nichts scheint mehr unmöglich in Kaliningrad, seit das zentrale Lenindenkmal einer orthodoxen Kathedrale wich, das große Stadtjubiläum Brücken über doppelbödige Geschichte schlug und ein Bauboom über die Stadt hereinbrach, der auch nach der 750-Jahrfeier ungebremst weitergeht. Jetzt soll mitten im ausgelöschten historischen Zentrum, zwischen betongrauen Wohnblocks und den glänzenden Glasfassaden rapide wachsender Geschäftshäuser, das Wahrzeichen der alten Ostpreußen-Metropole auferstehen: das Königsberger Schloss.

      Als Vision geistert der Wiederaufbau des 1969 gesprengten Ordens-Schlosses schon einige Jahre durch Kaliningrader Zukunftsdebatten. Bislang waren das eher fixe Ideen. Doch nachdem sich der mächtige „Kulturrat“ für die Wiederaufbaupläne ausgesprochen hat, gilt das Projekt quasi als beschlossen. Der Kulturrat vereint Museumsdirektoren, Wissenschaftler und einflussreiche Regionalpolitiker bis hoch zu Gouverneur Georgij Boos.

      Im Modell durften die Damen und Herren Kulturräte das neue Wahrzeichen schon mal besichtigen. Es zeigt, hundertfach verkleinert, ein schmuckes weißes Miniaturschloss, neben dem radikal modernisierten „Haus der Räte“ und flankiert von pompösen Wolkenkratzern neurussischer Spielart, wie sie derzeit vor allem in den Himmel über Moskau wachsen. Der neue Kaliningrader Chefarchitekt Alexander Baschin präsentiert mit seinem Modell noch zwei weitere Szenarien für den neuen Schlossplatz: eine „nostalgisch-historische“ Variante, die sich eng an die Bebauung im Königsberg des Jahres 1939 anlehnt, sowie ein futuristisch-modernes Konzept in Glas, Beton und Stahl.

      Woher das Geld für den Schlossbau kommen soll, steht freilich noch im berühmten „bestirnten Himmel“ über der Stadt: Auf 100 Millionen Euro beziffert Stadtarchitekt Baschin die Kosten. Gouverneur Boos ließ umgehend klarstellen, dass staatliche Mittel dafür nicht bereit stehen werden. „Man wird Sponsoren finden müssen.“ Erste Kaliningrader Großunternehmen haben ihre Hilfe tatsächlich schon zugesagt. Die Avtotor AG, bekannt durch die Montage von BMW-Limousinen für den russischen Markt, will sich an der Finanzierung beteiligen. Der Ölgigant Lukoil hat ähnliches signalisiert.

      In Kaliningrad scheiden sich am Wiederaufbau des Schlosses die Geister. Die gigantische Summe und die Aussicht auf weitere von Moskauer Neureichen belegte Luxuswohnungen und Nobelhotels machen das Thema nicht populärer. Die Kommunisten sind sowieso dagegen, sie wollen auf dem Schlossplatz ihr seit einem Jahr obdachloses Lenindenkmal aufstellen. Doch auch aus der Pro-Königsberg-Fraktion kommen skeptische Stimmen. „Das wird kein Schloss, sondern eine Fassade ohne Seele. Die Leute, die das geplant haben, verstehen nichts vom Geist dieser Stadt“, sagt Boris Abramow, Vorsitzender des Klubs der Heimatfreunde. Wegen seiner Meinung ist er alles andere als verdächtig, gegen den Erhalt deutscher Kultur zu sein. Doch den Schlosswiederaufbau hält er schlichtweg für Unsinn: „Man sollte so viel Geld besser nutzen und noch vorhandene Königsberger Baudenkmale retten. Wir haben dazu nicht mehr viel Zeit.“

      Mit dem Schloss bekomme die Stadt ihre historische urbane Mitte zurück, meint hingegen Prof. Wladimir Kulakow, Ostpreußen-Spezialist der russischen Archäologie. Er erinnert an große Wiederaufbau-Beispiele wie Danzig, Warschau, Dresdens Frauenkirche und fordert, damit auch in Kaliningrad zu beginnen: „Wir haben mit dem Wiederaufbau des Schlosses jetzt endlich die Möglichkeit, an die Geschichte der Stadt anzuknüpfen.“ (...........)
    • Beim Zufall gefunden:

      Es wird vielleicht noch ein Schloss wiedergeben

      kaliningrad.aktuell.ru/kalinin…berger_schlosses_229.html

      Mittwoch, 13.09.2006
      Putin für Wiederaufbau des Königsberger Schlosses
      Kaliningrad. Der Wiederaufbau des Königsberger Schlosses ist endgültig beschlossene Sache. Präsident Wladimir Putin befürwortete die Wiederaufbaupläne und sagte die finanzielle Unterstützung der russischen Regierung zu.

      Während seines Besuches zum 60. Gründungsjubiläum des Kaliningrader Gebietes hatte Wladimir Putin am 10. September auch den Ort des 1969 gesprengten und eingeebneten Ordensbaus besichtigt. Einen Großteil der veranschlagten Bausumme (insgesamt rund 100 Millionen Euro) werde das Wirtschaftministerium bereitstellen, versprach er. Wirtschaftminister German Gref, der am Kaliningradbesuch teilnahm, erhielt vor Ort eine entsprechende Anweisung.

      Inzwischen hat Moskau für die Wiederaufbau des Schlosses einen Zuschuss von 1,5 Milliarden Rubel aus dem föderalen Budget zugesagt. Das teilte
      Gouverneur Georgi Boos am 13. September vor Journalisten mit.

      Bei Russland-Aktuell
      • Kaliningrad: Streit um "Haus der Räte" vor Gericht (20.07.2006)
      • Kaliningrad: Russlands Boomtown an der Ostsee (01.07.2006)


      Symbiose aus alt und neu

      Entstehen wird auf dem Hochufer am Pregelstrom freilich keine authentische Kopie des 1255 gegründeten Königsberger Wahrzeichens, sondern „eine Symbiose aus historischen und modernen Elementen“, wie Kaliningrads Chefarchitekt Alexander Baschin dem Präsidenten während dessen etwa 15-minütiger Schlossplatz-Visite erläuterte:
      „Der Gebäudekomplex soll die Silhouette und Dimension der historischen Architektur annehmen, aber mit modernen Technologien und Materialien errichtet werden. Denn wir wollen natürlich kein Schloss erbauen, sondern das zukünftige historisch-kulturelle Zentrum der Stadt, den repräsentativsten Ort in Kaliningrad für große Ausstellungen und Veranstaltungen.“
    • Und noch ein interessantes Artikel:

      koenigsberger-express.com/main/show_artikel.php?id=733

      27. 10. 2006
      Der Geschichte Tribut zollen und Schritte in die Zukunft wagen

      Stadtarchitekt Alexander Baschin setzt die Idee des Schloss-Wiederaufbaus durch und plant, das Stadtzentrum Kaliningrads mit Hochhäusern zu bebauen.
      1. Das Königliche Schloss

      Während seines September-Besuches in Kaliningrad hat Präsident Putin seinen Gefallen am Projekt der Errichtung des kulturhistorischen Stadtzentrums „Königsschloss“ gefunden.

      Putins positive Einschätzung des Wiederaufbau-Projekts löste in Kaliningrad erneut eine Diskussion darüber aus, ob nun das Königsberger Schloss in seiner historisch belegten oder in einer abgewandelten Form wiederaufgebaut werden soll. Stadtarchitekt Alexander Baschin hat dazu seinen Kommentar in der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ gegeben:

      „Das Schloss muss wiederaufgebaut werden. Diesen Standpunkt vertrete ich und davon rücke ich auch nicht ab. Würde denn jemand wagen, an dieser Stelle etwas anderes als das Königsberger Schloss zu errichten? Das Schloss ist schließlich ein Teil des ostpreußischen Kulturerbes. Wir haben diesbezüglich einige konkrete Vorschläge, die momentan diskutiert werden. Manche sagen, dass das Schloss beispielsweise aus Glas erbaut werden könnte. Andere meinen, dass wir es genau so wiederaufbauen sollen, wie es 1939 aussah. In Wirklichkeit aber wurde es mehrmals umgebaut. Folglich ist die Frage berechtigt, welches Erscheinungsbild des Schlosses für uns maßgeblich sein sollte.

      Es gibt aber auch Skeptiker, die jede Art von Wiederaufbau für sinnlos halten, da dieses Schloss ja ein Neubau sein werde. Ja, es stimmt schon, doch dieser Neubau wird eine historische Kontinuität versinnbildlichen. Mir schwebt ein Objekt vor, welches architektonisch an das Schloss erinnern soll. Dies kann beispielsweise durch den Nachbau einiger typischer Elemente des einstigen Schlosses erreicht werden. Außerdem könnte man darin Hotels, Museen oder Ausstellungsräume unterbringen.“

      Die Umsetzung des Projektes erfordere jedoch viel Geld. Die Zentralregierung sei bereit, den nichtkommerziellen Teil des Projektes, also den Wiederaufbau von historisch relevanten Burganlagen und die Sanierung der überalterten bzw. kaputten Versorgungsanschlüsse, zu finanzieren. Der russische Präsident versprach, dazu 1,4 Milliarden Rubel also umgerechnet 50 Millionen US-Dollar aus dem Staatshaushalt bereitzustellen.

      2. Stadtzentrum

      Vom Erfolg seines Schloss-Konzeptes beflügelt, berichtete Stadtarchitekt Baschin von weiteren Ideen, wie das Stadtzentrum bebaut werden könnte.

      Unsere Regionsmetropole kann nach Meinung von Baschin nicht auf ein zentral gelegenes Geschäftszentrum verzichten. Die derzeit über ganz Kaliningrad verstreuten Büros zahlreicher Firmen sollten in mehreren 16 bis 40 Stockwerke hohen Gebäuden unweit des Dom Sowjetow zusammengeführt werden. Dann wird sich die Frage, wo das Herz der regionalen Geschäftswelt schlägt, erübrigen. Derzeit befindet sich hier eine öde Fläche mit den verrosteten Resten einer Springbrunnenanlage. Die einzige wirtschaftliche Lösung dafür wäre, hier ein Verwaltungs-, Kultur- und Handelszentrum mit Hotels etc. entstehen zu lassen.

      Während die Hochhäuser noch Gegenstand von Entwürfen und Besprechungen sind, ist für den Bau eines Bellevue-Hotels, welches Baschin selbst entworfen hat, schon alles fertig. Auch die Planungen für ein Musiktheater laufen auf vollen Touren. Die Zentralregierung hat dafür 50 Millionen Rubel bereitgestellt.

      Im Bereich des Dom Sowjetow gibt es zwei weitere Freiflächen, wo sich einst die Königsberger Altstadt und der Kneiphof befanden. Das frühere Antlitz dieser Stadtteile soll nach Meinung Baschins wiederhergestellt werden, um die Bürger und Besucher der Stadt mit dem Anblick historisch stilisierter Häuser zu erfreuen.

      Klar ist für Baschin auch, dass die Stadt mehr Brücken brauchen wird – zumindest soviel wie sie einst Königsberg hatte. Das ergibt sich automatisch aus dem Vorhaben, den Kneiphof zu bebauen.

      Als nächsten Schritt plant Baschin die Schaffung einer touristischen Infrastruktur – zuerst in dem so genannten „Fischdorf“, das zurzeit zu beiden Seiten eines Pregelarmes im Bereich der ehemaligen Kaiserbrücke in atemberaubendem Tempo aus dem Boden gestampft wird sowie am restaurierten Königstor, das jetzt schon zu einer touristischen Attraktion geworden ist.


      3. Wohnviertel

      Viele der derzeit bestehenden Wohnviertel sind nach Meinung von Baschin unnütz, weil sie das Stadtbild verschandeln. Hässliche und falsch plazierte Wohnhäuser, wie beispielsweise im Bereich des ehemaligen Parkhotels, wo sie schräg zum Straßenverlauf stehen, und so die Blicke der Betrachter unweigerlich darüber „stolpern“, wird man abreißen müssen. An ihrer Stelle werden neue moderne Häuser entstehen. Den grauen Plattenbauten aus der Sowjetzeit könnte man durch den Aufbau zusätzlicher Etagen und/oder einer Fassadenveredelung mit modernen Baustoffen ein attraktiveres Aussehen verleihen.

      Die neuen Hochhäuser – 16 bis 40 Stockwerke hoch – sollen in Stadtteilen am Wassilewski-Platz, entlang des Moskowski Prospektes, auf den vorhandenen Freiflächen hinter dem 40-Jahre-Komsomol-Park entstehen.


      4. Geschäfte

      Außerdem wolle Baschin nicht mehr dulden, dass Geschäfte, die in Erdgeschossen der Wohnhäuser untergebracht sind, völlig willkürlich gestaltet werden. Auch wird es fortan streng verboten sein, Schaufenster in den Bürgersteigbereich ausladen zu lassen. Der Stadtarchitekt sprach seine Abneigung gegen Verkaufszelte und – buden aus. Solche Provisorien dürfen auf keinen Fall im Stadtzentrum, sondern höchstens am Stadtrand aufgestellt werden.


      Anm. des KE:

      Die Ideen des Stadtarchitekten scheinen bei der Kaliningrader Prominenz sehr gut anzukommen. Die VIP‘s, die Baschin zur Einweihung seines Ateliers eingeladen hatte, sagten ihm ihre volle, d.h. auch finanzielle Unterstützung zu. Die Türme und Mauern einer als Königsberger Schloss gestalteten Torte wurden an das begeisterte Publikum für nicht wenig Geld „versteigert“.
    • Man sollte dem Merkel sicherheitshalber schreiben, daß kein deutsches Geld für solch einen Hybriden fließen sollte. Die Kaliningrader brauchen das Schloß nicht aufzubauen. Es ist nicht ihr Kulturerbe - ein hundertstöckiger Spiegelglas-Säulen-Zwiebelkuppel-Wolkenkratzer wäre besser geeignet, um die Identität des Ortes festzuschreiben.
      Nein, die werden gedünstet
    • Dieses Jahr erscheint ein neues Buch über das Königsberger Schloss:

      schnell-und-steiner.de/artikel_5199.ahtml

      Wulf D. Wagner
      Das Königsberger Schloss
      Eine Bau- und Kulturgeschichte Bd. 1, Von der Gründung bis zur Regierung Friedrich Wilhelms I. (1255-1740)

      Das 1255 vom Deutschen Orden gegründete Schloss zu Königsberg war die älteste Residenz des brandenburg-preußischen Staates und bis 1701 einer der herausragenden Herrschersitze Nordosteuropas. Der erste Band der Bau- und Kulturgeschichte zeichnet die Geschichte des Schlosses umfassend und erstmals anhand neu erschlossener Textquellen und Bilddokumente als Bauwerk und Hof der preußischen Herzöge und brandenburgischen Kurfürsten nach.

      Während des 30jährigen Krieges wurde die Hofhaltung zeitweise von Berlin nach Königsberg verlegt. Schließlich ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm das Schloss noch vor seinen brandenburgischen Schlössern im Stil des niederländischen Barock umgestalten. Nach seiner Krönung 1701 gab Friedrich I. den Umbau des Ostflügels in eine barocke Dreiflügelanlage in Auftrag. Mit dem Baustop durch König Friedrich Wilhelm I. 1713 endete die Geschichte des Schlosses als Residenz, doch blieb es Verwaltungsmittelpunkt der Provinz. Der reich illustrierte Band vergegenwärtigt die faszinierende Geschichte des Königsberger Schlosses anhand zahlreicher neu erschlossener Archivbestände als Bauwerk und Hof der frühen Neuzeit, wobei auch Lustgarten, Marstall, Bibliothek, Küchen und andere Bereiche der Hofhaltung erstmals in die Betrachtung miteinbezogen werden. Erste umfassende Gesamtdarstellung der Bau- und Kulturgeschichte des Königsberger Schlosses Präsentiert neueste Erkenntnisse durch umfassende Primärquellenforschung und bisher unveröffentlichtes Bildmaterial Band 2: Das Königsberger Schloss. Eine Bau- und Kulturgeschichte; erscheint im Oktober 2007 Von der Zeit Friedrichs des Großen bis zum Untergang (1740-1944/45). ISBN 978-3-7954-1953-0, ca. Euro 66,00 [D]
      Zum Autor
      Autor: Dr. Wulf D. Wagner arbeitet als Architekturhistoriker in Berlin mit Schwerpunkt Schlösser und Herrenhäuser in Ostpreußen. Er promovierte an der Universität Karlsruhe bei Prof. Manfred Klinkott und gilt als ausgewiesener Kenner des Königsberger Schlosses.
    • Königsberger Schloß in Spiegel TV

      Am Sonntag abend war ein recht interessanter Bericht in Spiegel TV, zum geplanten Wiederaufbau des Schlosses in Königsberg/Pr. So wie die Planungen laufen, wird das Schloß im Zustand des Jahres 1939 wieder aufgebaut, nur der Innenhof wird modern mit einem Glasdach überzogen. Die Hälfte der Projektkosten wurden von Putin schon bewilligt, der zweite Teil muß durch Spenden aufgebracht werden. Der Stadtarchitekt Baschin ist da recht aktiv und auch innovativ, gezeigt wurde eine Art Charity Event unter reichen, in Königsberg lebenden, Russen die auch eifrig spendeten.
    • Den kurzen Bericht habe ich auch gesehen und ich komme nicht umher den Vergleich Berlin - Königsberg zu ziehen und zu fragen, warum so ein Projekt im fernen Russland so gut realisierbar ist und man hier in Deutschland, genauer in Berlin, sogar darüber diskutiert, ob man das Schloss nicht doch ohne Kuppel bauen sollte. Wenn überhaupt.

      Traurig, traurig. :?
    • Berlin ist diesbezüglich eine mittlere Katastrophe, abgesehen vom Schloß wird in Berlin ja nicht einmal die Rekonstruktion der Altstadt auf dem heutigen "Marx-Engels"Forum diskutiert, geschweige denn die Rekonstruktion der wichtigsten Barockgebäude in der Wilhelmstraße und am (derzeit nicht existenten) Wilhelmplatz. Die Planungen gehen ja in Königsberg so weit, daß auch große Teile der Innenstadt wiederhergestellt werden sollen. Was mich an den Planungen in Königsberg stört, ist die Tatsache, daß neben dem wieder hergestellten Schloß große Hochhauskomplexe hochgezogen werden sollen. Ich denke doch, daß es in Königsberg am Stadtrand (z. B. in Ponarth) genug Flächen gibt, die man damit verbauen könnte.
    • Die Planungen gehen ja in Königsberg so weit, daß auch große Teile der Innenstadt wiederhergestellt werden sollen.

      Aber nicht alles was glänzt ist Gold. Zum einen muss man bei den Rekonstruktionen auch die Frage nach der Qulität stellen - besonders in Russland.* Zum anderen gibt es in einigen Stadtvierteln gar keine richtige Rekonstruktion, sondern nur eine kitschige postmoderne Bebauung, die an das historische erinnern soll.


      *ich kann mich da an einen Bericht in aspekte erinnern, in dem es um die mutwillige Zerstörung bedeutender historischer Gebäude in Moskau ging - nur um sie anschließend als modernes Gebäude mit historischer Fassade wiederaufzubauen (z.b Hotel Moskwa)