Posts by thommystyle™

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021

    Offensichtlich treibt das viele um, die (anfangen) sich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich erinnere mich, als ich das erste mal so vor 17 Jahren anfing, mich näher über den Dom zu informieren, war auch eine große Frage/Hoffnung "Die originalen Kuppeln kommen doch noch oder?!" weil ich sie instinktiv als wesentlich besser proportioniert und auch von den reichhaltigeren Details besser zur Fassade passend hielt als die neuen Kuppeln. Früher war es ein Gesamtkunstwerk, heute erlebt - zumindest der Kundige - einen Bruch. Besonders die kleineren Kuppeln fallen ggü. dem Original ab, bei der großen könnte man vielleicht sogar noch diskutieren.

    Ich weiß nicht, ob das Haus unter Denkmalschutz steht, aber Löcher im Dach sind oft eine bewährte Methode um das Haus dann schneller los zu werden, wenn man keine Abrissgenehmigung bekommt. Wäre sehr schade um dieses Kleinod.

    Offtopic:

    Kriegsgefahr? Und welche Versöhnung? Wir sind doch versöhnt.

    Na Gottseidank! Das musst du jetzt nur noch den Verantwortlichen des Garnisonkirchenwiederaufbau in Potsdam erklären, dort wälzt man sich förmlich im Staub um "sich wieder zu versöhnen", inklusive eines Bibelspruchs auf russisch im Sockel :wink: Komplett das Gegenteil zur in 5 Jahren errichteten Hauptkirche des russischen Militärs: https://www.youtube.com/watch?v=3JfQWfhNErw, architektonisch ein Meisterwerk, aber voll mit Symbolen und Darstellungen vom Sieg über die Deutschen (dort findet man als einzig "deutsche Inschrift" einen Wegweiser mit Ortsnamen und Kilometerangaben nach Berlin und Köln in lateinischen Buchstaben) - man könnte das auch deutschfeindlich nennen.

    Man wird auch nicht glauben müssen, das Russland das perfekte Druckmittel Nordstream 2, welches man der russischen Außenpolitik gerade in die Arme wirft, nicht in Zukunft nutzen wird, um politischen Druck zu machen. Durch den kopflosen Ausstieg

    aus Atom- und Kohlestrom wird man in Zukunft auf die Gaslieferung aus Russland angewiesen sein, und es wäre bei weitem nicht das erste mal das Russland solche Mittel verwendet hat um "befreundete" Länder gefügig zu machen... aber das nur am Rande.


    Ad Kaliningrad: Ich denke auch man kann ja gerne mal einen freundlichen Brief verfassen. Eine große Reaktion erwarte ich zwar auch nicht, aber man kanns ja mal versuchen. Man müsste halt die Bedeutung des Wiederaufbaus für Russland und auch für zukünftige Kaliningrader als ganz und gar russisch und gleichzeitig identitätsstiftend herausstellen.


    Ein Traum wäre, dass die Stadt/Oblast die Flächen der ehemaligen Kernaltstadt in eine große Stiftung geben würden, die zeitunkritisch und unabhängig von zukünftigen Politikern hochwertige Rekonstruktionen auf diesen Flächen erstellt: zusammen mit der Privatwirtschaft hochwertiges Wohnen und mit staatlichen Stellen Bauten wie das Schloss als Museums/Kulturbauten. Aber gut, das ist natürlich Galaxien weit weg.

    Nun, ich bin sehr gespannt, ob die Verwaltung die Denkmalwürdigkeit ausgerechnet eines Hochbunkers aus der NS-Zeit höher bewertet als den Wiederaufbau einer Synagoge (das wäre der Treppenwitz des noch jungen Jahrhunderts) und entweder auf irgendwelche schlechten Kompromisse pocht oder das Vorhaben gänzlich torpediert - flankiert von den bereits zitierten anmaßenden Gut- und Bessermenschen aus der linksliberalen "Kulturelite", die überhaupt keine Rekonstruktion wollen und der jüdischen Gemeinde am liebsten vorschreiben wollten, was sie zu bauen haben - oder ob sich die Verwaltung im Angesichte einer solchen extremen Peinlichkeit dann doch flexibel zeigt.

    Soweit ich das verstanden habe, saß sie Unesco bei der Lösungsfindung für die Treppe mit am Tisch und hat am Ende zugesichert, dass die Zerstörung des Kellers keine Auswirkungen auf den Welterbestatus haben wird, da der Keller nicht im Welterbe-Kerngebiet liegt. Das ist schon grotesk und unglaublich.

    Dazu muss man wissen, dass das Beratergremium der UNESCO personell und auch von der Ausbildung her sehr eng mit der deutschen institutionellen Denkmalpflege verbandelt ist, teilweise mit Personalüberschneidung. Es ist also keineswegs so, dass man hier internationale Berater hätte, die sich komplett unabhängig ein Bild machen würden. Man wird sehr genau darauf schauen, was die Kollegen vom Denkmalschutz vorher dazu gesagt haben. Man scheint u.a. auch ein besonderes Herz für Modernismus (und hier) und Zeitgeist zu haben.

    Zurück zum eigentlichen Strangthema:

    Der National Catholic Register veröffentlichte gestern folgende Meldung:

    Nachdem ein modernistischer Dachreiter am Äußeren erfolgreich abgewehrt wurde, versucht man wohl nun im inneren Vorschläge in Richtung einer Modernisierung zu platzieren.

    Quelle: https://www.ncregister.com/new…-rebuilding-of-notre-dame

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    Oktavian - RIP

    :blink: Das gilt aber nur online oder?


    Meine Absicht ist keinesfalls irgendwas am größtenteils großartigen Wiederaufbau zu schmälern, als ich in Dresden war, ist mir halt aufgefallen, dass man sich nicht allzuweit von den Highlights wegbewegen darf - oder manchmal einfach nur umdrehen darf -, ansonsten steht man in sozialistischer/modernistischer Ödnis.

    Eine weitere sehr beeindruckende KI-gestützte Restaurierung eines alten schwarz-weiß Films. Diesmal aus dem alten Dresden:


    Was für eine Perle diese Stadt war. Vorsicht, trotz der manchmal offensichtlichen Schwächen des Verfahrens ist das Schauen des Films ein sehr immersives Erlebnis mit Suchtfaktor und anschließendem, harten Absturz zurück in die heutige Realität. :zwinkern:


    Frohe Weihnachten!

    Diese betrügerische Firma ist ja hier auch über die Jahre öfter erwähnt worden, weil sie Hoffnungen geweckt hat, dass sie denkmalgeschützte "Problemimmobilien" saniert (unter anderem in Sassnitz):


    Ich kannte weder Herr von Waldsteins "Parteikarriere" noch sonst irgendetwas näheres über seine Biographie - es interessiert mich auch nicht - mit der Ausstellung im Humboldtforum hat das jedenfalls nichts zu tun hat. Nicht erst seit Trüby wissen wir, wie diese Etikettiermaschinerie läuft.

    Es ging allein um den Punkt von tegula, dass die "Europäer unzählige Kulturen für immer vernichtet haben" und man daraus lernen solle. Dieses Lernen gelingt aber nur in einem holistischen Ansatz und nicht mit der Verengung auf Teilaspekte, wie sie im momentan tonangebenden kulturellen und medialen Zeitgeist vorherrscht. Der Inhaltsangabe des Buches und dem Interview folgend kann dieses Buch ein Debattenbeitrag sein, diese Verengung aufzulösen und die Debatte etwas bunter und diverser zu gestalten.


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    Hier im Forum ist nicht erst seit heute etwas vollkommen außer Kontrolle geraten

    Weil du nicht zwangsläufig die Diskurshoheit besitzt?

    Das mag zwar lange zurück liegen und nicht unserer Generation anzulasten sein, aber wir können daraus lernen.


    Da stimme ich dir ausnahmsweise zu. Wenn man wie du - von dieser Vernichtung ausgeht - sollte dementsprechend die Verteidigung des Eigenen verstärkt werden, schließlich weiß man ja nicht, ob es uns nicht selbst auch mal trifft in dieser hyperglobalistischen Welt. Wenn diese "unzähligen Kulturen" oder Völker vorher gewusst hätten, was auf sie zukommt, hätten sie sich wohl vorbereitet und noch wesentlich stärker verteidigt.

    Hier ein Literaturtipp, quasi passgenau zu diesem Lernschritt:


    Thor von Waldstein

    Der Zauber des Eigenen

    Erscheint im Januar.


    Ein interessantes Interview mit dem Autor kann man hier sehen und macht "Appetit" auf das Buch. Um den Bogen zum Humboldt-Forum zu spannen: Auch das kann durchaus anregen, sich wieder stärker und positiver mit der eigenen Kultur zu befassen, so wie es laut dem Autor auch im 19. Jh passiert ist. Die Rückbesinnung auf das Eigene durch den Blick auf das Fremde. Selbstverständlich auf Augenhöhe.


    Sudel-Ede hätte wahrscheinlich seine wahre Freude gehabt an dieser Hetzschrift. Trüby - bezahlt durch Steuergeld - versucht mal wieder Kollegen zu denunzieren in dem er möglichst oft irgendwelche "rechts*"-Vokabeln in seinem Text unterbringt - Kompensationsverhalten mangels eigenem Erfolg? Man sollte dieses pseudowissenschaftliche Geschwurbel als Satire lesen, dann kann man sich durchaus amüsieren. ;)

    Aber doch. Die Frauenkirche kann als gelungenes Beispiel dienen, wie man Rekonstruktion und Originalbefund voneinander absetzt.

    Dann hätte man das Ziel an der Frauenkirche aber eben gerade nicht erreicht - langfristig. Denn es wird sich immer weniger absetzen - so wie es auch sein sollte, im Sinne eines harmonischen Wiederaufbaus.

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    Den Angaben zufolge gibt es acht Tatverdächtige im Alter von 14 bis 51 Jahren. Sie werden verdächtigt, sich gestohlenes Gold beschafft zu haben, um dieses einzuschmelzen und daraus gefälschte Goldmünzen in Form von Anlagemünzen herzustellen, heißt es in einer Mitteilung.

    Früh übt sich, wer im Clan was werden will...

    Stroh statt Styropor? Klimaschonendes Bauen


    Ein altes Baumaterial ist wieder auf dem Vormarsch: Stroh. Noch ist das Bauen mit den duftenden, gelben Halmen zwar Pionieren überlassen - doch in Zeiten des Klimawandels wächst das Bewusstsein für die Chancen des Naturdämmstoffs.

    Gewohnheiten zu durchbrechen, ist nicht einfach. Das wissen auch die Benediktiner-Mönche aus Plankstetten, dem "grünen Kloster" in der Oberpfalz. Frater Richard ist der Öko-Landwirt des klostereigenen Gutes. Er und sein Bruder, Frater Andreas, sind beide im Dorf unterhalb des Klosters aufgewachsen. Beide Mönche sind beseelt von der Idee eines schöpfungsnahen, nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen. Ihr bislang größter Coup: Der seit gut einem Jahr entstehende Neubau just hinter dem denkmalgeschützten Klostergemäuer. Das größte Stroh-Holzhaus Süddeutschlands entsteht hier, unterstützt von dem Interreg-Projekt UP STRAW der Europäischen Union. Die Baubranche sucht nach neuen Antworten auf die Klimakrise. Sie trägt einen entscheidenden Anteil am Ressourcen- und Energieverbrauch bei. Das Naturmaterial Stroh bindet schon beim Wachsen Kohlenstoff. Nach der Ernte kann es mit minimaler Energie zum Baustoff umgewandelt werden und erfüllt – ohne chemische Brandschutzmittel – hohe Brandschutzanforderungen. Das alles wissen die Strohpioniere vom Kloster Plankstetten. Doch eine Herausforderung jagt die nächste, denn der dreistöckige Bau ist komplex und vieles ist neu. Wird das Wetter halten? Wie kommen die gigantischen vorgefertigten Stroh-Holzwände zur Baustelle? Stroh: ein bestechend einfacher, sinnlicher Baustoff! Doch hat er das Zeug, ein Bau- und Dämmstoff der Zukunft zu werden?

    https://www.br.de/mediathek/vi…:5f9be648458b32001aaa12ba


    Eine recht interessante Dokumentation aus meiner Heimat: Im Kloster Plankstetten hat man einen neuen Kindergarten als Strohhaus gebaut.

    Es werden auch ein Strohdämmstoff und ein nachhaltiger Dämmputz (besonders interessant für Denkmalsanierung) vorgestellt. Sicherlich ist das ganze vom "Klimaschutz"-Zeitgeist getrieben, dennoch auch für Freunde des natürlichen und nachhaltigen Bauens, des regionalen Bauens und des Denkamlschutzes sehr interessant.

    Die Architektur des Strohhauses am Kloster ist leider modernistisch-konventionell, somit bezieht sich dich Nachhaltigkeit allein auf einen Teil der Baumaterialien und nicht auf die Optik, allerdings ist es sehr wohl möglich auch klassische Oberflächen zu schaffen wie dieser "Stroh-Turm" im Langtauferer Tal in Südtirol beweist: https://www.atelierschmidt.ch/strohhaus-fliri, der zwar auch keine klassische Architektur aufweist, aber verputzt ist und ein traditionell verlegtes Holzschindeldach hat und mit seinem fast schon archaischen Gepräge als Regionalarchitektur auch gut in die Landschaft passt.