Posts by thommystyle™

    Wo ist hier bitte eine Bezahlschranke? Einfach weiter klicken!


    Außerdem finde ich auch Links zu Artikeln mit Bezahlschranken (mit Hinweis) nicht zwangsläufig schlecht, zum einen zur Dokumentation (hier wären immer ein paar zitierte Sätze nicht schlecht). Zum anderen soll es ja auch Leute geben, die tatsächlich ein Abo haben. 😉

    Und immergrüne Pflanzen wachsen ohne Pflege so vor sich hin und sehen schön aus? Vom Pflegeaufwand gibt es überhaupt keinen Unterschied, zumal "immergrüne" Pflanzen durchaus auch Laub abwerfen.

    Efeu ist da meine ich deutlich pflegeleichter, einmal im Jahr nen Schnitt und ganz unten für Bewässerung sorgen, das war’s. Mal abgesehen hab ich Heimdall nicht so verstanden das er überhaupt für irgend eine vertikale Begrünung in diesem Ausmaß plädiert, weder Wechsel- noch immergrün...

    Off Topic 1:

    Wunderbar! Da geht einem das Herz auf angesichts der tollen Aufnahmen die du lieber Villa1895 und andere hier einstellst. Wahrlich ist in der Zeit bis 1918 – mit einzelnen Ausnahmen auch bis 1939 – der Gipfel der Baukunst erreicht worden, danach ging’s nur noch bergab. Nur ganz langsam, zaghaft und vereinzelt kommt in den letzten Jahren wieder etwas bessere Architektur. Allerdings gehen diese zarten Pflänzchen aufgrund der schieren Bauvolumina in unseren Landen völlig unter und spielen oft genug nur unter dem Label „Luxus“ eine Rolle.


    Off Topic 2:

    Übrigens ein ebenso imposanter, wenngleich aufgrund von Kriegsbeschädigungen nicht mehr ganz so prächtiger Badetempel steht nach Jahrzehnte langer Stilllegung vor einer Sanierung und Wiederinbetriebnahme (sofern Corona nicht nun doch noch einen Strich durch die Rechnung macht) : Das Volksbad in Nürnberg wird ab Herbst 2021 endlich revitalisiert. Hoffentlich kommt auch ein wenig des verlorenen Glanzes zurück. Dann hätte das Müchner Volksbad wieder einen adäquaten „Bruder“ in Nürnberg.

    Es wird leider eine etwas modernistisch–unterkühlte Sanierung. Wenn man den Visualisierungen in diesem Artikel glauben darf, kommt dort wo vereinfacht wiederaufgebaut wurde, nichts von der alten Pracht zurück. Man vergleiche diese mit jener Ansicht. Aber immerhin wird dort dann wieder gebadet. (Wäre das Bad in Sachsen gestanden, ich hätte keine Zweifel, dass man dort rekonstruktiv ergänzen würde. In Bayern ist sowas nicht mehr möglich. Zu indoktriniert ist die Denkmalpflege hier mittlerweile.)

    Interessanter Bau des Historismus, den kenn ich noch gar nicht. Das schaut zwar eher nach norddeutscher Renaissance denn nach bayerisch-süddeutscher aus, aber war definitiv ein Hingucker. Vorkriegsaufnahmen aus dem Bereich (wie generell aus vielen Bereichen der Altstadt) findet man im Netz so gut wie nicht...

    Aus der Welt ein Artikel...


    ...und ein Interview:

    (Rest hinter Bezahlschranke...)

    Anscheinend gibt es zu Schloss Tiefenau noch keinen Hinweis hier im Forum.


    Seit knapp zwei Jahren werden die übriggebliebene Gutsgebäude und der Barockgarten von Schloss Tiefenau bei Meißen saniert.


    Das Schloss selber wurde im Krieg beschädigt und anschließend zur Plünderung freigegeben und dann abgerissen. Die anderen Bestandteile wurden als LPG genutzt und verfielen nach der Wende.

    Parkseite_Schloss_Tiefenau_1914.jpg

    Quelle: wikimedia commons, vermutlich gemeinfrei


    Ein Torhaus ist außen schon fertig saniert. Geplant ist ein Ferienressort mit Golfplatz ("Premium Ressort") und weiteren 85(!) Ferienhäusern. Und jetzt kommts: Anscheinend soll auch das Schloss wiederaufgebaut werden! Hier gibt es weitere Infos und eine (recht holprige) Visualisierung, die aussieht als wurde sie mit dem "Gartenplaner 3D" erstellt. Man kann nur hoffen , dass der holländische Investor die richtigen Architekten an der Hand hat. 85 Ferienhäuser hört sich nach einem massiven Eingriff in das Gelände an. Wie das Schloss genau aussehen soll, weiß man auch noch nicht. Wird es außen eine exakte Rekonstruktion? Oder doch nur so ein ungefähres look alike wie bei Kimmerles Schloss Altfranken bei Dresden? Dann wäre für die Rekoszene nichts gewonnen. Aber man wird sehen... Grundsätzlich positiv ist es auf jeden Fall schon mal, dass nun nach all dem Verfall die Gebäude saniert werden.


    Auf der umfangreichen Facebookseite kann man sich ein Bild vom Fortschritt der Sanierungsarbeiten machen, es gibt dort etliche Bildergalerien zu sehen: https://de-de.facebook.com/Pre…Tiefenau-724242901081780/



    Der Vollständigkeit halber noch drei Artikel (hinter Bezahlschranke):

    Holländer lässt Rittergut Tiefenau einrüsten

    Neue Erkenntnisse zum Rittergut Tiefenau

    Auf Schatzsuche im Grottenpavillon


    Ich denke auch, dass das man das jetzt erstmal noch nicht überbewerten sollte, trotz dass man wohl davon ausgehen kann, dass die Verantwortlichen und Entscheider generell keine großen Fans von weiteren Rekonstruktionen und insbesondere nicht der Innenräume sind. Ich interpretiere das jetzt mal so, dass sie sich schlicht und einfach nicht schon die nächste Baustelle ins Haus holen wollten, bevor die alten komplett abgeschlossen sind und das Haus noch nicht einmal richtig eröffnet wurde. Das könnte ich durchaus nachvollziehen. Der Einbau des Schlüterschen Treppenhauses würde den Raumteil wieder auf Jahre hinaus als (unzugängliche?) Baustelle blockieren. Letztlich wissen wir nicht in welchem Kontext diese Absage gekommen ist und mit welcher Begründung.

    Erst in drei/vier Jahre, wenn das Haus in einem "eingeschwungenen Zustand" ist, wird es zum Schwur kommen...

    And the osc... ähh the Richard H. Driehaus Prize 2021 goes to: Sebastian Treese!


    Quote

    “Sebastian Treese’s work is a testament to the fact that it is possible to design imaginatively and still seamlessly build within the context of a rich cultural heritage,” said Stefanos Polyzoides, Driehaus Prize jury chair and Francis and Kathleen Rooney Dean of Notre Dame’s School of Architecture. “His buildings enrich the urban settings where they are constructed, and upon reflection it is clear that they are imbued with a rich understanding of historical precedent.”

    https://architecture.nd.edu/ne…ipients/sebastian-treese/


    Herzlichen Glückwunsch zu diesem wohlverdienten Preis!

    Ein kleiner Einblick in die aktuelle Gemütslage von manchem Innenstadtbewohner:



    Quote

    Viele Rothenburger Altstadt-Bewohner haben’s nicht leicht, sie wohnen im Denkmal: Die Stadt regelt das Erscheinungsbild der Häuser so genau, dass Sanierungen für die Besitzer oft teuer und umständlich sind. Die Altstadt verliert immer mehr Einwohner, stattdessen zieht man ins Neubaugebiet. Viele ärgert zudem, dass die strengen Regeln für Investoren nicht zu gelten scheinen. Die Rothenburger Altstadt steht vor Wahl: Historische Kulisse oder Heimat für die Bewohner?

    Eine strenge Regelung (Gestaltungssatzung) ist an und für sich eine gute Sache, gerade wenn für viele Häuser kein "amtlicher" Denkmalschutz greift (obwohl das im Beitrag etwas missverständlich ausgedrückt wird), und der befragte Altstadtbewohner sagt auch, dass er grundsätzlich auch einverstanden ist, aber seinen Verdruss kann ich auch nachvollziehen, wenn dann für Investoren drumherum Ausnahmen gemacht werden...

    Vom November letzten Jahres:

    Chemnitzer Viadukt soll bis 2025 saniert sein


    Die Bahn will die Modernisierung des Bahnbogens bis zum Kulturhauptstadtjahr abgeschlossen haben. Das Projekt dürfte aber teurer werden.

    Leider hinter einer Bezahlschranke.


    und aktuell:

    Das

    Parteiübergreifend war man sich mit der Jüdischen Gemeinde in Hamburg einig, dass als einzige Option eine originalgetreue Rekonstruktion zur Debatte steht. Selten war es so einfach, erinnerungspolitisch ein Zeichen zu setzen, das zudem der Reparatur des Stadtbildes dienen würde. Der ehemalige Standort der Synagoge am Bornplatz ist bis heute weitgehend nicht bebaut und Leerfläche.

    passt nicht ganz mit dem hier von Heimdall gebrachten Artikel zusammen:

    Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg, antwortete den Kritikern laut »Hamburger Abendblatt«: »Zu keinem Zeitpunkt haben wir oder die Initiative Wiederaufbau Bornplatz-Synagoge das Ziel kommuniziert, eine Kopie zu wünschen.« Im Rahmen des Wiederaufbaus »werden wir selbstverständlich auch aufzeigen, dass es einen Bruch gab und die Bornplatz-Synagoge nicht immer da war«.

    Also von einer "originalgetreue[n] Rekonstruktion" spricht die Gemeinde auch nicht wirklich. Innen schon gleich gar nicht.



    Und da gehe ich davon aus, dass es heißen muss "nationalsozialistischen Verbrechen" oder?

    Doch ausgerechnet von Seiten von Historikern und Kulturschaffenden bricht zunehmend Widerspruch herein. Die Kritiker führen an, man würde Geschichte revidieren und somit das Gedenken an die nationalistischen Verbrechen erschweren, vielleicht unmöglich machen. Man plädiere daher für einen Neubau in zeitgenössischer Formensprache, der den Bruch in der Geschichte anschaulich mache.

    München Damenstiftskirche ist ein ähnlicher Fall,

    Diese ist mir beim lesen des Strangtitels ebenfalls in den Sinn gekommen:

    M%C3%BCnchen_Damenstiftstra%C3%9Fe_1_BW_2017-03-16_18-04-09.jpg

    Quelle: wikimedia commons, Berthold Werner, CC BY-SA 3.0


    Da man wohl keine Abbildungen der Gemälde in Farbe hatte, entschied man sich für eine monochrome Wiederherstellung. Ich finde es äußerst gelungen. Ich meine auch, das ich sowas auch schon mal in einer unzerstörten Barockkirche gesehen hätte, diese Art der Malerei also nicht einmal unbedingt eine Nachkriegserfindung ist (?) aber vielleicht täusche ich mich auch... Der Gottesdienst in der Damenstiftskirche ist im übrigen sehr zu empfehlen.

    Offensichtlich treibt das viele um, die (anfangen) sich mit dem Thema auseinandersetzen. Ich erinnere mich, als ich das erste mal so vor 17 Jahren anfing, mich näher über den Dom zu informieren, war auch eine große Frage/Hoffnung "Die originalen Kuppeln kommen doch noch oder?!" weil ich sie instinktiv als wesentlich besser proportioniert und auch von den reichhaltigeren Details besser zur Fassade passend hielt und halte als die neuen Kuppeln. Früher war es ein Gesamtkunstwerk, heute erlebt - zumindest der Kundige - einen Bruch. Besonders die kleineren Kuppeln fallen ggü. dem Original ab, bei der großen könnte man vielleicht sogar noch diskutieren.

    Ich weiß nicht, ob das Haus unter Denkmalschutz steht, aber Löcher im Dach sind oft eine bewährte Methode um das Haus dann schneller los zu werden, wenn man keine Abrissgenehmigung bekommt. Wäre sehr schade um dieses Kleinod.

    Offtopic:

    Kriegsgefahr? Und welche Versöhnung? Wir sind doch versöhnt.

    Na Gottseidank! Das musst du jetzt nur noch den Verantwortlichen des Garnisonkirchenwiederaufbau in Potsdam erklären, dort wälzt man sich förmlich im Staub um "sich wieder zu versöhnen", inklusive eines Bibelspruchs auf russisch im Sockel :wink: Komplett das Gegenteil zur in 5 Jahren errichteten Hauptkirche des russischen Militärs: https://www.youtube.com/watch?v=3JfQWfhNErw, architektonisch ein Meisterwerk, aber voll mit Symbolen und Darstellungen vom Sieg über die Deutschen (dort findet man als einzig "deutsche Inschrift" einen Wegweiser mit Ortsnamen und Kilometerangaben nach Berlin und Köln in lateinischen Buchstaben) - man könnte das auch deutschfeindlich nennen.

    Man wird auch nicht glauben müssen, das Russland das perfekte Druckmittel Nordstream 2, welches man der russischen Außenpolitik gerade in die Arme wirft, nicht in Zukunft nutzen wird, um politischen Druck zu machen. Durch den kopflosen Ausstieg

    aus Atom- und Kohlestrom wird man in Zukunft auf die Gaslieferung aus Russland angewiesen sein, und es wäre bei weitem nicht das erste mal das Russland solche Mittel verwendet hat um "befreundete" Länder gefügig zu machen... aber das nur am Rande.


    Ad Kaliningrad: Ich denke auch man kann ja gerne mal einen freundlichen Brief verfassen. Eine große Reaktion erwarte ich zwar auch nicht, aber man kanns ja mal versuchen. Man müsste halt die Bedeutung des Wiederaufbaus für Russland und auch für zukünftige Kaliningrader als ganz und gar russisch und gleichzeitig identitätsstiftend herausstellen.


    Ein Traum wäre, dass die Stadt/Oblast die Flächen der ehemaligen Kernaltstadt in eine große Stiftung geben würden, die zeitunkritisch und unabhängig von zukünftigen Politikern hochwertige Rekonstruktionen auf diesen Flächen erstellt: zusammen mit der Privatwirtschaft hochwertiges Wohnen und mit staatlichen Stellen Bauten wie das Schloss als Museums/Kulturbauten. Aber gut, das ist natürlich Galaxien weit weg.