Posts by thommystyle™

    Ich glaube leider nicht, dass man in näherer Zeit die Sarkophage erneut für teuer Geld auslagern und nach Rekonstruktion einer Denkmalskirche wieder komplett neu aufstellen wird...

    Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Sarkophage, die in der Denkmalskirche aufgestellt waren, sind doch heute nicht in der Gruft sondern in der Predigtkirche. Insofern wäre bei einem Entschluss zur kompletten Rekonstruktion inkl. der Wiederaufstellung der Prunksarkophagen nur ein Umzug nötig. Und selbst wenn diese in der Gruft wären, warum sollte man sie auslagern müssen beim Entschluss einer Rekonstruktion der Denkmalskirche?

    Heute um 11 Uhr wurde in Regensburg die lang ersehnte Sprengung des Wirsing-Turmes auf dem Kepler Areal (Ernst-Reuter-Platz, am Eingang zur Altstadt) vorgenommen und Regensburg somit von einem Jahrzehnte andauernden architektonischen Sündenfall befreit. Gottseidank konnte sich das "Bündnis Zukunft Kepler Areal" nicht durchsetzen. Sicherlich war die hohe Schadstoff-Belastung sehr hilfreich für die Entscheidung pro Abriss. Ein weiterer Schritt für die Aufwertung des Areals zwischen Bahnhof und Altstadt. :applaus:


    Quote

    Wirsing-Turm gesprengt: Spektakuläre Bilder aus Regensburg

    Spektakuläre Bilder aus Regensburg: Der Wirsing-Turm auf dem Kepler-Areal wurde wie geplant um Punkt 11 Uhr gesprengt. Das ehemalige Studentenwohnheim am Ernst-Reuter-Platz klappte wie ein Kartenhaus zusammen. Alles verlief nach Plan.


    Pünktlich um 11 Uhr wurde das ehemalige Studentenwohnheim am Regensburger Ernst-Reuter-Platz gesprengt. Innerhalb von Sekunden klappte der gut 30 Meter hohe Wirsing-Turm auf dem Kepler-Areal in sich zusammen. Übrig blieben rund 16.000 Tonnen Schutt.

    [...]

    https://www.br.de/nachrichten/…lgreich-gesprengt,RrJk6Hd


    Momentan ist noch nichts dauerhaftes dort geplant, man kann nur hoffen, das die Verantwortlichen in den kommenden Jahren weitsichtig und einfühlsam handeln, und nicht das eine Ungetüm durch das nächste ersetzen.

    das ist leider nicht realistisch, der Parolesaal wird nicht wieder kommen, da die aktuelle Raumsituation dieses nicht zulässt ! Wir können uns nur am vergangenen erfreuen.

    Also die Raumsituation (1. Stock, über Innenportal IV) würde das schon zulassen (siehe meine Beiträge mit Übereinanderlegung der Grundrisse hier und hier). Die aktuelle Nutzung (und fehlendes Geld/fehlender Wille) lässt es nicht zu, dass der Saal wiederkommt.

    Eine Perle aus Beton.... nix mit Muschelkalk.

    Ich glaube, viele Leute, die hier die Rekonstruktion befürworten, verabscheuen ansonsten doch immer kalte Betonfassaden und sehnen sich in anderen Themensträngen nach Stuck zurück. Manch ein Forist stürzt sich begeistert darauf, weil überhaupt mal was rekonstruiert wird und dann gleich sowas Großes...

    Nun, ich nehme mal an, dass die Fassade eher in der Art eines feinen Beton-Kunststeines wie beim Berliner Schloss sein wird als in der Art der 70er Jahre Sichtbetons. Das ist ein himmelweiter Unterschied.


    Für mich ist der Bau hässlich gigantoman und hätte zu Germania gepasst. Der Vergleich mit der Battersea Power Station in London trifft's.

    Mit Speers Architektur hat das Gebäude recht wenig zu tun, eher hätte es wohl in die USA gepasst.


    Er war sicher spektakulär für seine Zeit und wäre auch jetzt eine Attraktion ("einmal mit eigenen Augen gesehen haben" )...... mehr aber auch nicht. Er trägt nichts Positives zum Stadtbild / Kiezbild bei. (Ich dachte, dazu wären wir hier.)

    Das hinterhergeschobene Alibi mit den Sozialwohnungen ist lächerlich. Wo denn? Auf der Rückseite zum Hinterhof? Die Fassade gibt's nicht her.

    Ich finde schon, dass es etwas positives Beiträgt: Es ist ein point de vue, auf den eine Vielzahl von Straßen zulaufen. Ein Höhepunkt im Häusermeer. Ein typisches Element des klassischen Städtebaus. Generell vermag man auch in der Fassade noch klassische Ideale zu erkennen, wie zum Beispiel die Symmetrie oder die kleinteilige Gliederung.


    Das die Sozialwohnungen ein Alibi sind, kann ich nicht erkennen. Glaubst du Benko würde sich so weit aus dem Fenster hängen und dann zum Schluss sagen, sorry, haben unsere Pläne doch noch geändert, machen wir doch nicht...? Bei all dem Tamtam in diesem Bezirk und dem aufwendigen Bürgerbeteiligungsverfahren?

    Allerdings gebe ich dir recht, die Sozialwohnungen werden wahrscheinlich nicht zum Platz hin und auch keine Penthouse Wohnungen ganz oben sein. Es werden am Ende keine Luxuswohnungen für sozial Benachteiligte sein, sondern eben Wohnungen mit Abstrichen.

    Verkaufsfläche von Karstadt? Auch ohne damalige Weltwirschaftskrise hätte sich das Gebäude schnell als überdimensioniert erwiesen. Die Zeit der Kaufhäuser heute ist insgesamt vorbei.

    Eine hippe Großraumdisco im Obergeschoss mit Terrasse?

    Genau deshalb - wenn du dir die bisher veröffentlichten Infos durchliest - wird das Kaufhaus bei weitem eben nicht mehr das ganze Gebäude beanspruchen sondern ein Mix aus ganz verschiedenen Nutzungen haben.

    Das Wort "Rekonstruktion" ist nicht per sè ein Freibrief zur Wiederherstellung jeglicher Fehlgriffe der Geschichte.

    Sicherlich nicht - aber hier kommen eben mal tatsächlich wirtschaftliche Interessen und Rekonstruktion zusammen, um - aus meiner bescheidenen Sicht - zumindest positiv ins Viertel zu wirken, mit einem ikonischen Gebäude der 20er. Sicherlich nicht die allererste Wahl einer Rekonstruktion bei vielen, inklusive mir, wenn man gefragt würde was man sich in Deutschland an Rekonstruktionen wünschte. Dennoch kann man sich darüber freuen, es ist keine modernistische Verirrung und auch kein langweiliger Schuhkarton. Man merkt einfach noch, dass die Architekten des ursprünglichen Gebäudes noch in der klassischen Baukunst geschult wurden.

    Ich bin kein Berliner, aber das was Berliner über den "Kiez" dort berichten ist eher die Geschichte des sozialen Niedergangs. Eine bessere Durchmischung der Sozialstruktur ist sicherlich auch nicht verkehrt - falls das Gebäude überhaupt die Kraft haben wird, eine solche Veränderung herbeizuführen.

    Man muss gar nicht nach China gehen und auch nicht anfangen zu polemisieren, auch andere demokratische Länder (z.B. die Schweiz) schaffen es viel schneller. Die Wahrheit ist, dass man mittlerweile sämtliche Prozesse dermaßen bürokratisch überfrachtet hat und man keinen Vergleich mehr zu Vorzeigebürokratiestaaten wie Italien scheuen braucht, auf das man früher immer mit erhobenen (und überheblichen) deutschen Zeigefinger gezeigt hat. Jeder (selbst nicht einheimische) Lurch kann riesige Investitionen auf Jahre verzögern...

    https://www.welt.de/politik/de…rabel-Einsturzgefahr.html

    (hinter Bezahlschranke)

    Nun, das ist wohl so zu verstehen, im Sinne von "für jeden Entwurf, der seitens der Stiftung für ein Kirchenschiff kommt, muss die Zustimmung der Evangelischen Kirche eingeholt werden"; nicht im Sinne von "jedem Entwurf muss (bedingungslos) zugestimmt werden", dann würde der Eintrag gar keinen Sinn ergeben. Das ist etwas unpräzise formuliert in dem Artikel. Die Stiftung hat sich das Plazet von der Kirche geben zu lassen. Höchstwahrscheinlich war das eine der Bedingungen für das Darlehen.


    Die Frage, die sich mir stellt, ist die Zustimmung vom Darlehen abhängig? Sprich, wenn jetzt hypothetisch ein Gönner um die Ecke käme und 5 Millionen mitbrächte, mit der die Stiftung das Geld sofort und auf einmal zurückzahlen könnte (sofern vertraglich nicht ausgeschlossen), ist es dann möglich diese Zustimmungsklausel durch die Stiftung (mit einer Löschungsbewilligung der Kirche) per Antrag an das Grundbuchamt aus dem Grundbuch löschen zu lassen oder ist diese davon komplett losgelöst und die Kirche hat solange Mitspracherecht, solange sie einer Löschung nicht zustimmt, unabhängig ob noch eine Darlehensschuld besteht (was dann wahrscheinlich sowieso nicht passieren würde).


    Eine weitere Frage wäre: Wer überprüft das? Wird die Zustimmung der Kirche (in welcher Form?) mit dem z..B. Bauantrag eingereicht?


    Oder ist es einfach so, dass die Stiftung tatsächlich auch einfach eine Rekonstruktion als Bauantrag einreichen kann, und die Kirche dann aktiv ihr Mitspracherecht ex-post einklagen müsste, wollte sie es verhindern.

    off topic:

    Die Fertigstellung hat sich auf ca. Ende 2022 verschoben, denn dem „billigen“ Dresdener Auftrag kam ein lukrativer Großauftrag aus dem Libanon (Tapisserie des Picasso-Bildes Guernica, 349 × 777 cm = 27qm) dazwischen.[...]

    http://realfabricadetapices.co…sacre-de-sabra-y-shatila/

    Es handelt sich tatsächlich nicht um das Bild "Guernica" selbst, sondern um ein Bild des arabischen Künstlers Dia al-Azzawi’s ("Sabra and Shatila Massacre") im Stil von "Guernica", das als Tapisserie geknüpft wurde.

    Eigentlich sollte jetzt schleunigst der Altstadtverein ein Gegengutachten in Auftrag geben mit mehreren Varianten: Rekonstruktion Paulskirche alleine, evtl mit Unterbringung einer kleinen, feinen Demokratieausstellung in einem (u.U. neu auszuhebenden) Kellergeschoss, eine Variante mit Rekonstruktion Paulskirche und Rekonstruktion Börse, eine Variante mit Rekonstruktion Paulskirche und die Börse als größeres Demokratiezentrum und angepassten Neubauten an der Kräme (u.U. Nutzung Nachbargebäude Börse als zusätzliche Wirtschaftsräume des Demokratiezentrums) und eine Variante Rekonstruktion Paulskirche, Börse und Rekonstruktion Häuser an der Kräme. Aufzeigen Finanzierungstöpfe für Rekonstruktion, z.B. Städtebauförderung, Einnahmen aus evtl Vermietung Läden, Wohnungen der Häuser an der Kräme etc. Prominente Unterstützer gewinnen, Aufzeigen des Erfolgs nebenan in der Altstadt, Bedeutung einer rekonstruierten Paulskirche, erste Visualisierungen und halbwegs seriöse Kostenabschätzungen. Wenn man etwas vorlegen will und Rekogegnern den Wind aus den Segeln nehmen will fängt man schon mal an belastbare Pläne für die Rekos (mindestens der Paulskirche) zu erstellen, die dann aufzeigen können, ja es ist möglich und bei einer Entscheidung pro Reko als Sachspende eingebracht werden können, analog Berliner Schloss.

    Ich habs schon vor 6 Jahren schon mal angesprochen: Die Maximilianstraße befindet sich insbesondere seit der modernistischen Veränderung Anfang der 2000er Jahre in einer Abwärtsspirale. Muss das sein? Ich frage mich, warum es ausgerechnet in Regensburg so schwer sein soll, aus dieser Straße etwas "ordentliches" zu machen, zumal bei der hohen Frequenz an Passanten. Die Straße ist zwar stark überformt, aber es gibt viele historische/gründerzeitliche Bauten, die - nach einer Fassadensanierung/ -rekonstruktion - der Straße neue Würde als repräsentatives Entreé der Altstadt verleihen könnten. Obwohl Teil der Altstadt, versuchte man mit der modernistischen Umformung und der Aufstellung hässlicher Straßenmöbel der Straße vor 15 Jahren neues Leben einzuhauchen. Wie man heute feststellen muss, ist das krachend gescheitert, es war eine Verschlimmbesserung. Anstatt mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Straße selbst historisierend und an die restliche Altstadt -dessen Teil sie ja ist - angelehnt zu gestalten (z.B. mit Kopfsteinpflaster) und so auch Vorbild für die Hausbesitzer zu sein, wählte man was "modernes", einen kompletten Bruch.

    Auch die Ladenbesitzer haben mittlerweile erkannt, dass ganz viel der Unattraktivität mit der Straßengestaltung zu tun hat, wie ich vor einigen Jahre bereits aus einem Anzeigen-Bladl der Ladenbesitzer entnehmen konnte. Sicherlich kann man nicht alles damit erklären: die Zunahme der Gewalt hat auch mit der Nähe des Bahnhofs zu tun, an dem sich seit 5/6 Jahren sehr gerne der zwielichtige Teil der noch-nicht-so-lange-hierlebenden aufhält. Aber dennoch, schon lange davor ist dieser Bereich sträflich vernachlässigt worden, man hat sich auf "Mittelalter" und Weltkulturerbe konzentriert, und dabei den Eingang zu eben jenem (wie auch generell das ganze gründerzeitlichen Erbe Regensburgs, ein ungeliebtes Stiefkind!) vergessen, dabei hätte die Straße durchaus was zu bieten. Die endlose Posse um den nie vollendeten Brunnen am Ernst-Reuter-Platz hat das ja auch nochmal bewiesen.


    Nun wurde letzten August eine Initiative gestartet:

    Rettet unsere Maxstraße:

    https://rettetunseremaxstrasse.wordpress.com/

    Das Bild, das auf der Hauptseite als Entwurf erscheinen soll, kann man per Verlinkung erreichen (zeigt die Maxstraße Richtung Hauptbahnhof):

    https://rettetunseremaxstrasse…e1058640557756469251..jpg

    (sicherlich noch semi-professionell und nur ein erster Gedanke)


    Die zugehörige Petition:

    https://www.openpetition.de/pe…/rettet-unsere-maxstrasse

    • umfangreiche Rekonstruktionsmaßnahmen
    • ein attraktives Altstadtkopfsteinpflaster
    • dem historischen Ambiente angepasste Straßenbeleuchtung
    • absenkbare Einfahrpoller
    • unsere alte Tram als querliegenden Fahrstuhl zwischen den Geschäften
    • mehr Grün und Sitzgelegenheiten
    • den Bereich Hauptbahnhof-Ernst-Reuter-Platz als Eingangstor zur Altstadt attraktiv und ansprechend gestalten

    TV aktuell Bericht:

    https://www.tvaktuell.com/rege…strasse-gestartet-315172/


    Facebook Seite:

    https://www.facebook.com/RettetUnsereMaxstrasse/


    Konzept für eine historische Straßenbahn Hbf - Dom:

    http://www.strassenbahnregensb…/AltstadtTram_2019_kz.pdf


    Hoffentlich wird das noch etwas bekannter und die Politiker nehmen sich dem Thema an, bislang hat die Petition gerade mal 630 Unterstützer in 5 Monaten...

    Oft passierts mir nicht, das mir die Ironie durch die Lappen geht. Vielleicht liegt es an den allgemein recht aufgeregten Zeiten, dass ich das jetzt für bare Münze genommen habe. Im vergangenen Jahr musste man hier (nicht von dir) auch hin und wieder (ernst gemeinte) Sachen lesen, die mich zweifeln ließen ob man hier im Forum (architektonisch) so ganz grundsätzlich noch in selbe Richtung geht. Mea culpa! In diesem Sinne: Entschuldigungcheers:)

    Andreas Wenn dir dieser Neubau gefällt, würde ich dringend raten, das nochmal zu reflektieren. Vielleicht habe ich auch nur die Ironie in deinem Beitrag nicht erkannt. Er wurde von zeitlos ganz zu Recht in der "Sehschule" gepostet.

    Der Neubau zeigt einen verantwortungs- und respektlosen Umgang mit der dörflichen Umgebung sondergleichen. Dieses Niveau hatte man vor 15 Jahren noch in Gewerbegebieten, direkt neben einer Kirche auf dem Dorf hätte man sich so ein Monstrum nicht zu bauen getraut. Fast sind wird schon zurück in den 60ern und 70ern, als genauso schlecht und unsensibel gebaut wurde. Dieser steril-industrielle "Look" kontrastiert aufs härteste mit dem Vorgängerbau und der Kirche nebenan. Das tut schon fast körperlich Weh. Mittlerweile sind aber bei Bauherrn und Genehmigern sämtliche Sicherungen durchgebrannt. Vor kurzem hat ein guter Freund von mir in ähnlich historisch sensiblem Bereich ebenfalls ein kleines Ensemble abreißen lassen und mit 2 überproportionalen Renditekisten für einen siebenstelligen Betrag errichten lassen. Alte, am Ort verwurzelte (Handwerker!-) Familie. Geschichte? Identität? Handwerk? interessiert nicht. Argumente werden nicht gehört. Schlüsselfertig vom Abriss über Entsorgung , vom hochziehen über Plastikfenster bis zur Einbauküche... Man muss sich um nichts kümmern. Wie praktisch... Das Geld muss ja irgendwo untergebracht werden...


    Am besten wäre natürlich eine Sanierung des zu Beginn von zeitlos' Beitrag gezeigten Anwesens gewesen. Auf dem älteren Bild scheint es als hätte man im Sockelbereich bereits irgendeine Verkleidung entfernt und deshalb ist sie so "verschmutzt". Nichts dramatisches, und sicherlich kein Grund es abzureißen. Ok, womöglich ist eine Sanierung aus Rendite-Gründen nicht gewollt gewesen. Aber warum solch eine abstoßende Kiste? Charakter? Regionalität? Industrie-Stangenware mit dem billigsten (zumindest vom Aussehen her) was der Baugroßhandel hergibt. Es gibt - zwar nicht sehr viele - aber doch einige gute Architekten, die den Spagat zwischen Bauherrn (Rendite) und einer angemessenen Architektur mit einfachen Mitteln schaffen würden. Auch in so einem sensiblen Bereich. So wie das aussieht, hat man womöglich hier aber überhaupt keinen Architekten in Anspruch genommen, sondern nur einen Bauzeichner. Man möge mir verzeihen, aber mir fällt zu solchen Bauten nur das hier ein: https://www.youtube.com/watch?v=0UlWkGT_ANk


    "Schandfleck" ist natürlich das typische, nicht auch nur annähernd durchdachte Argument von Bauherrn, die schnell abreißen wollen, von Stadträten/Ortsvorstehern denen alles alte und nicht auf Hochglanz gekärcherte lästig ist und von Trittbrettfahrern, die eigentlich nichts damit zu tun haben und trotzdem ihren Senf dazugeben müssen ("Reissens des oide Glump endlich amoi weg?!" wie man es bei mir daheim oft hört). Um so erstaunter bin ich, dass so etwas von einem langjährigen Mitforisten kommt.


    Wer solche Kisten als gut empfindet, dem kann ich nur einmal mehr dringend empfehlen, sich sämtliche Filme von Dieter Wieland die Bauen zum Thema haben rauf und runter zu schauen, um zu begreifen wie jämmerlich unsere "Baukultur" mittlerweile ist. Vom Dach, Türen, Putz, Farbe, Fenster, Garten etc gibts es Filme, wie man es richtig machen hätte könnte:

    https://www.br.de/br-fernsehen…land-topographie-100.html


    Heimdall ...oder Pflanzkübel aus Waschbeton...

    Jedenfalls in Baden-Württemberg, dem Ländle des ewigen Fortschritts..

    Nun, dort ist es noch ein bisschen heftiger, wohl schon seit jeher. Aber auch in Bayern geht es leider immer mehr in diese Richtung.

    Und hier ein Video über den oben bereits genannten Tajbeg Palastes, die Bauarbeiten haben dort bereits begonnen und sind sogar schon weit fortgeschritten!


    Und hier noch ein Video über die Revitalisierung einer Villenkolonie, die teilweise recht europäisch (deutsch?) anmutet:

    Die wenigen Abweichungen der realisierten Fassade von der Visualisierung stellen Verbesserungen dar. Die Beschreibung des Fassadenentwurfs wurde genau umgesetzt.

    Das finde ich nicht. Man beachte den Übergang von Fassade zum Dachgeschoss: Eine deutliche Verschlechterung, vorher ein harmonischer Übergang und jetzt plump aufgesetzt mit riesigem Überstand und so gut wie keinem Abstand zu den Fenstern unter der Traufe. Die Proportionen stimmen nicht mehr. Generell natürlich trotzdem einer der besseren Neubauten der letzten Jahre.

    Und damit sind wir beim moralischen Aspekt, den einige Mitforisten hier immer wieder vollkommen unterschlagen.

    Der moralische Aspekt, "den einige Unterschlagen", ist sehr anfällig für Interpretation und Missbrauch. Was vor 100 Jahren völlig anstandslos als moralisch galt, wird heute teils zurecht teils zu unrecht (hier liegt wieder eine Bewertung des aktuellen Zeitgeistes mit drin) nicht mehr als "moralisch" angesehen. Wer sagt denn, dass es in 10 Jahren nicht als völlig legitim erachtet wird, einen "Maecenas" zu enteignen? Von mir aus aufgrund der falschen politischen Einstellung? Merken die Leute, die einer moralischen Aufladung das Wort reden und wollen, dass dies auch gerichtlich berücksichtigt werden soll, nicht, dass sie für die Zukunft Missbrauch Tür und Tor öffnen?
    Die DDR wähnte sich als Antipode des Nationalsozialismus mit der blütenreinsten Weste, moralisch am absoluten Zenit. Nach der Hölle des Nationalsozialismus der Himmel auf Erden des Sozialismus. Es führte schnurstracks in den nächsten totalitären Unrechtsstaat.
    Auch in der BRD sieht man es: einige Protagonisten, die sich zu ihrer (Hoch-)Zeit als die gesellschaftlich progressivsten, moralisch überlegene Kräfte betrachteten, müssen sich heute als "Nazi" und "Rassisten" beschimpfen lassen wie Alice Schwarzer. Auch bin ich mir fast sicher, das Böhmermann irgendwann über seine eigene moralische Überheblichkeit stolpern wird. Aber das ist wieder ein anderes Thema...