Posts by thommystyle™

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    Ich hab bis jetzt nur diesen Abschnitt angeschaut, man muss dazu aber auch fairerweise sagen, dass Herr Vollmar nicht mehr im Amt ist und deswegen erstens über laufende Angelegenheiten nicht mehr genau informiert ist und zweitens auch sicher nicht öffentlich versprechen kann, sich in interne Prozesse des Denkmalschutzamtes und seiner Nachfolger einzumischen und "nach dem Rechten" zu sehen, das wäre unter mehreren Aspekten problematisch

    Das ist auch gar nicht mein Kritikpunkt, bzw habe ich evtl etwas missverständlich formuliert. Das er sich nicht in die laufenden Geschäfte seiner Nachfolger einmischen kann ist klar. (Wobei, eine simple Anfrage kann auch er stellen, und hätte dann doch evtl etwas mehr Gewicht als die von Max Mustermann)


    Eigentlich wird umgekehrt ein Schuh draus: gerade jetzt, wo er nicht mehr in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Staat steht, könnte er wesentlich freier und "lauter" auftreten, aber das ist offensichtlich nicht seine Art.

    Jedenfalls, als motivierten Anwalt der Denkmäler, als Kritiker, der das System von innen kennt und gerade deshalb authentisch und nachdrücklich Forderungen stellen kann, nehme ich ihn nicht war. Und gerade das sollte seine Rolle sein als Sprecher des Denkmalnetzes. Er sieht bzw kennt die ein oder andere Problematik wie z.B. zu wenig Stellen/Geld, aber es scheint, als ob für ihn das mehr oder weniger gottgegeben ist und der Zustand muss dann halt verwaltet werden. Zu "innovativen" Ideen wie der Kategorie B Denkmäler sagt er dann quasi überhaupt nichts mehr. (In England gibts ja z.B. auch die Zweiteilung/Dreiteilung der Listed Buildings) Freilich hat er absolut recht, wenn er sagt, dass das Bewusstsein gefördert werden muss, aber das ist ja nichts neues...

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    schlimm soll es aber auf dem Land sein, wo kaum jemand mitbekommt, was alles verschwindet.

    Ja so ist es. Zeno hat als Beispiel den Thomasbauernhof gebracht, aber im Prinzip gibt es unzählige. Die meisten der heute noch stehenden alten Bauernhöfe sind ja nicht mal Baudenkmäler und haben neben der neu errichteten Hofstelle dann vielleicht noch als "Abstelllager" überlebt und wenn dann etwas repariert werden müsste, dann wirds halt gleich abgeräumt. Da kräht kein Hahn danach. Und so schauen die Dörfer halt auch aus. Wir hatten ja mal den BR-Bericht über ein Dorf in Bayerisch-Schwaben, wo an der Hauptstraße tatsächlich einige Häuser unter Denkmalschutz stehen, aber die Besitzer vor laufender Kamera sagen, dass sie die Häuser lieber heute als morgen allesamt abreißen würden. Das ist die Realität.

    Die verrennen sich da gerade massiv. Und statt in dieser größten Krise der Nachkriegszeit alles mögliche zu tun, um die Energieversorgung sicherzustellen, also die drei Atomreaktoren nicht vom Netz nehmen und die drei stillgelegten vom letzten Jahr wiederhochzufahren (und dafür auch ein 4- 5 jährige Laufzeitgarantie zu geben) und zumindest probeweise mit dem Fracking im größeren Umfang zu starten, spielen sie und *hoffen* auf einen milden Winter. Man wird sehen, was passiert wenn dieses Spiel verloren geht. Dann wird es ungemütlich werden und zwar auch für die Politiker. Man wird nicht ewig alles mit Milliarden zuschütten können.

    Söder sollte lieber versuchen, die zwei verbliebenen Atomreaktoren in Bayern am laufen zu halten/wieder hochzufahren - notfalls auch im Alleingang - als irgendwelche Nonsense-Forderungen zu stellen.

    Ja ein typischer Beamter (oder jetzt eben Pensionär): verweist auf Zuständigkeiten, verteidigt das System wie es ist, lobt das (ausgehöhlte) Denkmalschutzgesetz, fast kein Wort der Kritik, "man kann nicht alles erhalten", und verliert sich dann in seinen Antworten und fängt zu fabulieren an...


    Wo ist der Denkmallöwe Egon Greipl hinverschwunden? Ach ja, dem Armen hat man ja vom Staat nach seiner Pensionierung noch eine deftige mitgegeben, seit Anfang des Jahres rechtskräftig. Wahrscheinlich war er zu unbequem...


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    Ein Anrufer hat eine recht sinnvollen Vorschlag eingebracht (12:50); eine B-Variante für Denkmäler, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr unter die klassische Denkmalkategorie fallen, aber z.B. wichtig für das Ortsbild sind. Freilich muss man verhindern, dass Klasse A Denkmäler nicht bewusst in die B-Kategorie "gestoßen" werden, da könnte man z.B alle bisherigen Denkmäler als A Denkmäler festschreiben und dann ein Beispiel-Katalog für B Denkmäler erarbeiten, z.B. Gründerzeitler die bislang nicht gesondert eingetragen waren, Bauernhöfe, bei der zwar die Fassade noch vorhanden ist (und ortsbildprägend ist) aber innen schon zu viel verändert wurde, als das diese noch als Kategorie A Denkmal erfasst werden könnten/bzw aus der Denkmalliste gestrichen wurde etc. Die Antwort vom Profi: viel gesprochen, wenig gesagt...


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    Leonhard die Passage findest du ab 18:57; die cleveren Tipps der Moderatorin und von Hr Vollmar: weiter anrufen und ans Bürgerportal der Denkmalschutzbehörde schreiben

    Ein Herr hat in der Sendung angerufen, der genau wie du anscheinend schon öfter nachgefragt hat in dieser Angelegenheit und immer dieselbe Antwort bekommen: Kommt schon irgendwann wieder drauf (nach den Bauarbeiten). Er wollte Hr. Vollmar animieren sich der Sache anzunehmen, dieser hat aber nur auf das "Bürgerportal" der Denkmalpflege für Anfragen verwiesen.

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    Von der Industrieruine bis zum Uhrmacherhäusl: Was gehört unter Denkmalschutz?


    Im Tagesgespräch können Zuschauer einem kompetenten Studiogast Fragen zu einem aktuellen Thema stellen und ihre Meinung äußern. Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion und Sport - im Tagesgespräch debattieren wir über alle gesellschaftlich wichtigen Bereiche.

    https://www.ardmediathek.de/video/tagesgespraech/von-der-industrieruine-bis-zum-uhrmacherhaeusl-was-gehoert-unter-denkmalschutz/


    Unter anderem wird angesprochen:

    - das Manko, dass "geringfügige" Denkmäler nicht unter Schutz stehen, obwohl sie wichtig für das Ortsbild sind

    - der Verbleib der Figuren auf dem ersten Gebäude in der Maximilianstraße

    - Solaranlagen auf Denkmäler


    Gut, die Antworten des Herrn Vollmar sind jetzt nicht wirklich befriedigend, was womöglich auch daran liegt, dass er jahrzehntelang für den Staat als Denkmalpfleger gearbeitet hat, jedenfalls Feuer spürt man bei ihm keins, wie es eigentlich nötig wäre als ein Sprecher des Denkmalnetz Bayern, stattdessen laviert er herum...

    Ein interessanter, wenn auch recht holprig übersetzter Artikel über Charles‘ Bezug zur Architektur und zur (britischen) Architektenschaft:

    https://www.welt.de/debatte/ko…modernen-Architektur.html

    Der Gedanke ist mir auch schon öfter gekommen: wir beklagen zwar, dass unsere Städte immer hässlicher werden, aber im Prinzip ist die 'moderne' urbane Ästhetik, also die Gebäude, Fassaden, Plätze, Straßen (und natürlich auch die Innenarchitektur der Gebäude) ja der perfekte Ausdruck unserer Zeit und Gesellschaft: inhalts- und gestaltungsleer, geschichtslos, manchmal egoistisch, manchmal gleichgültig, wahlweise auch der Ausdruck eines heißgelaufenen "Konsumerismus", oder aber sozialromantischer oder gar marxistischer Kitsch, und alles mit viel heißer Luft garniert. Die Stadt der Bürger kommt in dieser neuen Welt nicht mehr vor. Also schon typisch für unsere Zeit. Wenn sich (viel) später einmal (Architektur-)historiker ein Urteil erlauben, kann es durchaus sein, dass sie sagen werden: ja, absolut typisch.


    Freilich sollten wir uns trotzdem nicht damit abfinden, dass so gebaut/gestaltet wird, wie es eben gerade Mode ist. Das Berliner Schloss ist vielleicht schon ein Ausdruck einer neueren Zeit, außen ein durch bürgerliches Engagement wieder hervorgebrachtes Wunderwerk, innen noch der momentane Zeitgeist. Vielleicht wendet sich das Blatt ganz langsam, auch wenn momentan eigentlich nicht viel Anlass für Optimismus besteht.

    Kann man das so hintricksen, dass man "Old Town" nicht als "Altstadt", sondern als "alte Stadt" interpretiert?

    Da muss man nicht viel "hintricksen": "old town" wird im englischsprachigen Raum sowieso eher als "alte Stadt" gelesen, für "Altstadt" würde sich "(historic) city centre" besser eignen...

    Sir Moc & East_Clintwood Danke für das schöne Video! :)

    sehr interessante Aus- und Einblicke in die Villa Liegnitz:

    https://www.spsg.de/aktuelles/…-liegnitz/event/tid/9995/

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    Projektleiter Demir Arslantepe führt über die Baustelle der Villa Liegnitz im Park Sanssouci. Die Führung wird direkt auf den Account @SPSGmuseum bei Instagram übertragen und ermöglicht es live dabei zu sein. Die Instagram Live Führung gibt einen exklusiven Einblick in die Baustelle der Villa!


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    Vielleicht wird man später einmal die Nord-Stream-2-Röhren wieder aus der Ostsee fischen und als Reparationsleistung an die Ukraine geben.

    Ich hoffe das war nicht ernst gemeint. Dem verlorenen Geld noch weiteres hinterherschmeißen? Wer sollte dafür Geld ausgeben? :lachen: Vielmehr dürfte nach Putin und einer Beruhigung in der Ukraine sich durch die hohen Preise des Gases aus den USA sehr schnell der Druck durch die Wirtschaft stark erhöhen und in der Politik Vernunft einsetzen, so dass man die Pipeline - womöglich nach einer kurzen Schamfrist - öffnet. Brauchen wird man das Gas auch dann noch und eine einseitige Abhängigkeit sollte es ja dann auch nicht mehr geben.
    Wie oft wurden eigentlich in der Politik schon solche emotionsgetriebenen absoluten Aussagen wie die von Stefan Weil eigentlich später revidiert?

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    Ich will einfach nur etwas Abwechslung während es eines Spaziergangs in einem Wohnquartier erleben.

    Ein bisschen höher sollte unser Anspruch da schon ansetzen. Also durchaus die Einbeziehung der - wenn auch nicht guten (die hat’s nie gegeben), so doch der „alten“ Zeit - sprich der Geschichte.

    Grundsätzlich halte ich das für ein -im Vergleich- sehr gut gelungenes Viertel. Was mir ebenfalls fehlt sind einige „Ankerrekonstruktionen“, die dem ganzen Viertel einen Rahmen gegeben hätten. Außerdem fehlt noch ein altstadtgerechter Straßenbelag samt passenden Laternen. Aber zumindest beim Straßenbelag scheint es ja Hoffnung zu geben?! Die letzten beiden Punkte könnten jedenfalls die Atmosphäre noch etwas „altstädtischer“ werden lassen.

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    Nach dreieinhalbjähriger intensiver Arbeit, die insbesondere für unseren Projektleiter und Geschäftsführer Willo Göpel zeitweise das Ausmaß eines full-time-jobs annahm

    herzlichen Dank! :blumen:

    Off Topic:

    Auch das wieder erstandene "Adlon" war in den 30ern ein Tummelplatz für Nazis. Niemand störte sich daran.

    Also soweit ich weiß war es genau umgekehrt, das Adlon wurde von den Nazis eher bis ganz gemieden und bevorzugter "Tummelplatz" war das Hotel Kaiserhof. Trotz der Geschichte auch ein grandioser Bau, hatte was weltstädtisches.