Dresdner Bausünden

  • Ich für meinen Teil würde mich über aktuelle Bilderchen freuen, insbesondere der Tiefgaragenzugänge und der Möblierung,welche die ursprüngliche östliche Platzkante nachvollzieht.

  • Quote

    Bewunderer


    Das ist eindeutig das falsche Wort. :zwinkern:
    Übrigens bin ich keineswegs der einzige, der dem Gebäude etwas abgewinnen kann, wie mir viele Gespräche gezeigt haben.
    Ich verstehe eigentlich eher nicht, was Du daran so fürchterlich findest: http://www.das-neue-dresden.de/images/gmp1.jpg
    Ich für meinen Teil sehe eine besorgniserregende Entwicklung eher am Postplatz: http://www.tourdresden.de/wp-c…10/wilsdruffer-kubus3.jpg

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • Quote from "Vitruv"

    [...]zwischen Platten-Pirni, Würfel-Postplatz und Kulti-Klotz. [...]


    Na das ist mal eine putzige Benennung. =D
    ...
    Triffts aber... Fehlt noch der Nullnummer-Neustädter? :?:

  • Wohl und Wehe des Altmarkts entscheidet sich am Kulturpalast.


    Da er dank Denkmalschutz und Dresdner Kuschelzonidenke wohl an seinem Platz bestehen bleiben wird, kann nur ein dem Umfeld angepaßter Umbau die Situation zum Positiven wenden. Gestalterische Ansatzmöglichkeiten, die den Wünschen der Stadtväter und des Denkmalschutzes entgegenkommen, sehe ich durchaus - allerdings wäre dieser neue Kulturpalast selbst mit umlaufendem Steildach und angenehmerer Farbgebung ein Gebäude mit hartem, modernen Erscheinungsbild. Als Baukörper wäre dem geplanten Hotelgebäude nicht unähnlich. Wie Thomas Kantschew doch so schön auf das-neue-dresden.de schrieb: "Ob die Menschen diese ruhige, aber auch etwas stereotypische Formensprache annehmen werden..."


    Die Traufhöhen und Farben der drei anderen Seiten können aufgenommen werden; die von übermäßig schweren Betonplatten eingefaßte Glasfassade ließe sich aber nur schwer in historische Formen "übersetzen". Dennoch denke ich mittlerweile, daß ein Kompromiß möglich ist, wenn nur eine genügend strenge Satzung vorgegeben wird.

    Nein, die werden gedünstet

  • Nun ja, immerhin - der Altmarkt ist noch ein Platz!
    Im Gegensatz zu zwei Dutzend anderen ehemaligen städtischen Plätzen.

  • Die ohnehin nicht mehr zu retten sind, jedenfalls nicht im Sinne der "Europäischen Stadt" (für deren Verwirklichung reichen die Mittel nicht einmal im innerstädtischen Bereich). Das spezifisch-zonige wird man noch in mehreren Generationen erblicken können - beim Altmarkt muß dies nicht der Fall sein. Wenn der KP einer entsprechenden Behandlung unterworfen wurde.


    Die DDR-barocken Altmarktgebäude werden von Otto-Normalbesucher kaum mit Ostzone identifiziert, weil sie noch nicht einmal ins Bild der Stalinklassik passen. Die einzige wirklich notwendige Säuberung sollte die Riegel an der Nordseite der Wilsdruffer betreffen. Entweder Abriß oder die Leinefelder Lösung. Auch wenn die Reihung kompakter "Stadthäuser" wohl Erstaunen und Nachfragen auslösen dürfte. Immerhin WIRD man fragen, wogegen am Postplatz sich alles von selbst beantworten wird.

    Nein, die werden gedünstet

  • Miwori
    Ja, das sicher, aber für einen Hauptplatz gelten doch erhöhte Qualitätskriterien. Hässliche Postplätze oder Pirnaische Plätze etc gibt es in beinahe jeder Stadt. Aber mit dem Altmarkt steht und fällt das künftige, erst zu kreierende DDer Stadtbild. Wenn es nicht einmal gelingt, einen ansprechend Hauptplatz zu schaffen, was soll dann südlich der Wilsdruffer Straße noch werden?
    Genau deshalb lehne ich dieses komische Legohaus ab, youngwoerth. Nicht, dass es für sich so besonders hassenswert erschiene, aber eine derartige Belanglosigkeit hat an so prominenter Stelle einfach nichts zu suchen. Kann sich einer vorstellen, dass ein derartig niveauloser Klotz auf den Altmarkt von Warschau gesetzt worden wäre?
    Der Würfel am Postplatz stört mich da weniger (nicht, dass ich ihn etwa mag), er ist immerhin weit ansprechender als das Legohaus oder dieser garstige, läppische Riegel.
    Was solls- es ist so, wie ein netter DDner Forumsteilnehmer vor einiger Zeit geschrieben hat - außerhalb des NMes tut sich in DD rein nichts. Insbesondere scheint die Stadtregierung kein Interesse an einem ansprechenden Stadtbild zu haben.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote from "ursus carpaticus"

    er ist immerhin weit ansprechender als das Legohaus


    Das ist, wie gesagt, lediglich Deine subjektive Beurteilung - also bitte nicht fortwährend solche Pauschalisierungen. :zwinkern:
    Das Legohaus setzt die Arkaden des DDR-Barocks ebenso wie deren und des Kulturpalasts Großteiligkeit fort. Putz, Lochfassade, Erker, Giebel und Farbgebung tun ihr Übriges, dass ich ein Bemühen um Anpassung und Eingliederung erkennen kann (im Gegensatz zum Wilsdruffer Kubus, der das von Dir interessanterweise bevorzugte Spannungsfeld erzeugt).


    Grundsätzlich kann ich Deine Kritik jedoch nachvollziehen. Der Altmarkt ist dank der Fehlleistungen nur leider nicht mehr der "Hauptmarkt" (auch wenn die Stadt versucht, ihn als solchen zu etablieren) - dieser hat sich längst nach Norden hin verschoben: Der frühere "Nebenmarkt" Neumarkt hat seit dem Wiederaufbau schließlich genau das an Priorität gewonnen, was der Altmarkt verloren hat.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
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  • youngwoerth:
    "Das ist, wie gesagt, lediglich Deine subjektive Beurteilung - also bitte nicht fortwährend solche Pauschalisierungen."
    Tschuldigung, der alte Faschist in mir drängt mich im Unterbewussten stets, Phrasen oder Abkürzungen wie finde ich zumindest oder m.E wegzulassen.


    "Das Legohaus setzt die Arkaden des DDR-Barocks ebenso wie deren und des Kulturpalasts' Großteiligkeit fort. Putz, Lochfassade, Erker, Giebel und Farbgebung tun ihr Übriges, dass ich ein Bemühen um Anpassung und Eingliederung erkennen kann"


    Ja, aber ich meine, ein bisschen anspruchsvoller darf man schon sein. Architektur sollte über einen derartigen Minimalismus hinausgehen. Im Übrigen: was für ein Unterschied zum vglw Gestaltungsreichtung des DDR-Barocks, obschon es sich dabei keineswegs um einen Stil handelt, der einen vom Sessel haut.


    "(im Gegensatz zum Wilsdruffer Kubus, der das von Dir interessanterweise bevorzugte Sapnnungsfeld erzeugt)."


    Irgendwie halte ich es da wie dein Freund Oktavian, dem ich in seinen Abschiedsstellungnahmen völlig recht geben muss. Vorrangig Rekos, nur in Einzelfällen (also in intakten Altstädten oder Ensembles) Anpassungsarchitektur ansonsten durchaus bedingunslose Moderne. Mit Anbiederungen à la Legohaus ist nichts zu gewinnen (m.E.) Wenn nichts mehr da ist, woran man sich anpassen könnte, ist Anpassungsarchitektur obsolet und peinlich (finde ich zumindest).
    Übrigens - du hast doch auch das Chemnitzer Zentrum verteidigt. Da kracht es doch auch schön aufeinander. Warum nicht so was am Altmarkt schaffen - er hätte dann ein eigenes städtebauliches Profil gewonnen und DD hätte eine weitere, im Stadtgefüge äußerst wichtige neue Mitte (zu der der NM mE nicht viel taugt, da außerhalb der wichtigen NS Achse (das soll Nord-Süd heißen) und wirtschaftlich zu sehr touristisch geprägt).
    Ich könnte mir des Liebeskindbau recht gut am Altmarkt vorstellen, besser jeden falls als in der Neustadt.
    Auch die GHDN scheint in einigen Punkten meiner Meinung zu sein, zumindest was das Legohaus betrifft. Abschreibungsarchitektur nennt sie es, was, obschon ich es nicht ganz verstehe, zweifellos despektierlich klingt. "Ob diese sich so sehr von dem Betonbrutalismus der Sechziger und Siebziger unterscheidet, mag dahingestellt bleiben." Um weitere derartige Bauten zu vermeiden, wurde die GHDN schließlich immerhin gegründet.
    Aber ich will den Postplatz wirklich nicht verteidigen, versteh mich nicht falsch. Vor allem den Riegel find ich unmöglich, und richtig gefallen tut mir der Würfel noch lange nicht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Danke für Deine konstruktive Antwort. Stimmt, das Chemnitzer Zentrum habe ich verteidigt. Ich denke, es passt zum sozialistischen Zentralchemnitz und wertet es auf. Dresden ist eine völlig andere Stadt mit anderem Genius Logi, anderer Geschichte, grandiosen Einzelbauten, usw. Hier sollte man viel sensibler und in jedem Fall regionalbezogen planen und bauen, um sich der verlorenen Zauberhaftigkeit weitmöglichst anzunähern und gleichzeitig die wenigen Bereiche, die etwas vom einstigen Flair atmen, nicht (zer)stören.


    Dresden weist eine interessante Struktur auf: Wiener Platz in Glas, Prager Straße in Beton, zwischen Külzring und Neumarkt historisierender 50er-Jahre-Putz, weiter bis zur Elbe Historisches und Rekos. Diese Abfolge sollte man meines Erachtens beibehalten und ausbauen, was, wie ich finde, bisher auch ganz gut gelungen ist. Gerade die Seestraße strahlt eine Homogenität und Urbanität aus, die an dieser Stelle mit ekzentrischer Materie eher nicht möglich gewesen wäre. Also: Libeskind dahin, wo er das Ensemble stützt - und nicht dorthin, wo er es zerstört. Das Legohaus stört den 50er-Jahre-Bereich in meinen Augen nicht, sondern stützt das Ensemble einigermaßen. Das Kaufhaus Renner hätte man rekonstruieren müssen. Soviel zu meinem Standpunkt. :)

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  • Endlich lässt sich unsere Divergenz im Kern dingfest machen.
    du gehst am Altmarkt vom bestehenden DDR-Ensemble aus und willst vielleicht eine Verknappung auf historische Dimensionen, die sich jedoch am DDR-Barock (bzw an der Kreuzkirche) orientiert.
    Das geschieht tatsächlich gerade (sofern man hier überhaupt ein Konzept erkennen kann).
    Ich bin für eine komplette Neugestaltung. Die DDR-Barockblöcke rücken demnach völlig in den Hintergrund und werden vom Platz aus kaum mehr wahrgenommen. Die Bebauung ist grundsätzlich zeitgemäß, allerdings kann auf drei, vier Rekos, nicht verzichtet werden, wodurch so etwas wie der Chemnitzer Hauptmarkt entsteht.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • OK, verstehe. Das wird nur nie passieren. Und vorsicht mit dem Begriff "zeitgemäß". :P:zwinkern:

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  • Habt ihr eigentlich schon das neueste "Highlight" des Weigelschen Hauses gesehen. im Dunkeln soll es bunte Leuchtwellen erzeugen, am Tag siehts so aus:



    Der Postplatz lässt mich nicht los. Ich möchte weitere Eindrücke mit euch teilen.


    Der Würfel und der Zwinger:


    Idealansicht auf den Würfel:


    Der Würfel von der Haltestelle aus:


    Reizvolle Blickbeziehung zum Advanta-Riegel:

  • Boah, is´ mir schlecht! Das Teil am Weigelschen Haus ist einfach grauenhaft! Wie lange gibt es diese Installation denn schon?

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • @ vitruv


    Blättert über dem EC-Schild der Putz beim Weigelschen Hauses (Bild 1) schon ab. Irgendwie sieht es aus, als würde der Putz nach außen gedrückt oder liegt das an der Photoqualität?

    APH - am Puls der Zeit

  • Quote from "Wissen.de"

    @ vitruv


    Blättert über dem EC-Schild der Putz beim Weigelschen Hauses (Bild 1) schon ab. Irgendwie sieht es aus, als würde der Putz nach außen gedrückt oder liegt das an der Photoqualität?


    Da blättert, wenn ich das richtig sehe, Farbe ab.


    Armin:
    So 2-3 Wochen wird das schon da sein. Frage mich, ob das überhaupt legal ist bei der strengen Werbesatzung. Aber so ein Schrott geht glatt als Kunst durch.

  • Toll, noch keine 4 Jahre alt und schon fällt der Putz von der Fassade. Wenn das so weiter geht, kann man in 3-4 Jahren schon sanieren. Hatte Prisco nicht von der herausragenden Qualität seines Komplexes geschwärmt? :augenrollen:

    APH - am Puls der Zeit

  • Ach was, das Quartier war gerade mal ein Jahr (!) alt, als ich am 27.10.2007 diese Aufnahme machte:
    Bei Prisco liegen Wunsch und Wirklichkeit bekanntlich weit auseinander.

  • Vitruv


    Danke für die Antwort. Genau aus dem Grund habe ich gefragt. Kann mir einfach nicht vorstellen, daß das Ding bei der strengen Werbesatzung hängenbleibt.

    "Willst du eine Stadt vernichten, baue Kisten, Kisten, Kisten!"

  • Hallo,


    als ich im Juli 2008 in Dresden war und ich gerade auf den Zwinger-Terrassen stand und zum Hotel Taschenbergpalais Kempinski hinüberschaute, fiel mir auf, wie dort die Farbe an der Fassade teilweise großflächig abblätterte. Auf der einen Seite habe ich mich gefragt, warum das keinem auffällt, gerade bei so einem Prestige-Objekt und auf der anderen Seite dachte ich nur "billig".


    Adios