Berlin-Mitte - Schinkelplatz und Umfeld

  • Ansicht vom Turm des Französischen Doms mit den Figuren auf den Staatsopernfunktionsbauten zur Friedrichswerderschen Kirche:


    Foto vom 3.11.2015 von mir:


  • Desaströse Aussichten für die Friedrichswerdersche Kirche durch den baldigen Baubeginn des Nachbargrundstücks:

    Quote

    ... Auch wenn Frankonia mit einem schonenden Verfahren die Baugrube für zwei Tiefgeschosse, also etwa sechs bis sieben Meter tief aushebt, wird es wieder zur Absenkung des Kirchenfundaments um bis zu vier Millimeter kommen. „Das wird zu neuen Rissen in der Kirche führen“, räumt der Frankonia-Vorstand ein. Trotzdem arbeiten die Restauratoren weiter. Ein Irrsinn? Die Kirche wird zwar optisch wiederhergestellt. Doch die Restaurierung dient vor allem dem Zweck, später zwischen den Projekten der Investoren unterscheiden zu können, wer welche Schäden verursacht hat und beseitigen muss. Und natürlich auch die Kosten zu trennen. Wie es heißt, rechnen die Investoren mit einer zusätzlichen zweistelligen Millionensumme für die Sicherung der Kirche und Kaschierung der Schäden. Die Friedrichswerdersche Kirche wird also mittlerweile als Wirtschaftsobjekt behandelt – als ein Experimentierfeld nach der Selbstüberschätzung der Bauleute und dem Versagen der Politik. Angesichts dessen ist es befremdlich, dass die Behörden von Bausenator Andreas Geisel (SPD) und Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) nahezu auf Tauchstation gegangen sind.

    Wie es aussieht, braucht dieses Land wirklich dringend "Fachkräfte", und zwar in der Politik! :aufdenkopf::kopfwand:


    Mehr >> http://www.berliner-zeitung.de…en,10809148,32345750.html

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Wenn ich da etwas zu sagen hätte, dann würden die Neubauten allen sofort abgebrochen zur Günste Rekonstruktionen der Vorkriegsbauten rund der
    Kirche und am Friedrichswerder selbst: es würde millionen von Menschen Freude machen und millionen anziehen......nun aber herrscht dort der am furchtbar schrecklichen Lüscherschen Barbarei!!!! Eine kleine Auferstehung des ehemaligen schönen Gross-Berlin sei doch dringend erforderlich oder?

  • So wie es aussieht wird hier die Profitgier über ein bedeutendes Baudenkmal gestellt.
    Eigentlich hätte unter diesen Umständen keine Baugenehmigung erfolgen dürfen.

  • Das ist natürlich kompletter Blödsinn.


    Das Land Berlin hat die Grundstücke mit einem rechtkräftigen B-Plan ausgeschrieben und verkauft, sodass jeder Käufer - egal ob er Luxuswohnungen, Sozialwohnungen oder Rekonstruktion der Vorkriegsbebauung errichtet - genau da bauen musste, wo jetzt gebaut wird. Ursächlich sind also weder die Tatsache, dass hier teure "Luxus-"wohnungen errichtet werden, auch nicht aus "Profigier". Sondern weil der Verkäufer der Grundstücke dies kaufvertraglich und baurechtlich so vorgeschrieben hat.


    Für diese Baulinien spricht auch viel: die Kirche ist für diesen engen Raum entworfen worden und wird wieder in diesem engen Raum stehen - das geht ja auch anderswo. Der Fehler liegt darin den beiden Bauherren eine zweigeschossige Tiefgarage zu erlauben. Da abzusehen war, dass das Fundament der Kirche nicht so tief gegründet ist, ist hierin die Ursache für die Schäden zu sehen. Dies hätte ein erfahrener Hochbauamtsleiter (der Beruf ist in Berlin ja abgeschafft) sehen müssen, aber auch ein Senatsbaudirektor Dr.-ing. Hans Stimmann, den ich sonste sehr schätze.


    Nun aber ist das Kind wohl in den berühmten Brunnen gefallen. Die Sanierung ist bei einem bachsteinbau gottlob nicht so dramatisch - der kann viel ab. Ärgerlich ist es trotzdem, weil vermeidbar.

    „Kreativität entsteht nicht durch Überfluß sondern durch Mangel.“
    Richard David Precht

  • Konstantindegeer,
    warum wirft du mir vor "kompletten Blödsinn" zu schreiben um dann im nächsten Satz mitzuteilen "Der Fehler liegt darin den beiden Bauherren eine zweigeschossige Tiefgarage zu erlauben" diese ist doch Teil der von mir kritisierten Baugenehmigung???
    Auch habe ich nie geschrieben eine Bebaung um die Friedrichswerdersche Kirche wäre falsch.
    Ich denke unsere Meinungen liegen hier nicht besonders weit auseinander.

  • Weil du, statt dich Sachargumenten zu befleissigen, genauso wie die Berliner Zeitung in tumbem Populismus übst und behauptest hast "Profigier" meuchele die Kirche dahin, Dass dem nicht so ist meine ich mit meinen obigen Zeilen nachgewiesen zu haben.


    Moderationshinweis (Aedificium): Trotz vermeintlich fehlender Sachargumente darf man einem anderen Nutzer nicht "kompletten Blödsinn" oder "tumbem Populismus" vorwerfen. Ich erinnere an unsere Nettiquettenregel! Danke!

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    Richard David Precht

  • Das Dach des linken der beiden Gebäude wird gerade mit Kupferplatten gedeckt, Bilder von heute von mir:










    Blick vom Schlossplatz:










    Schweres Gerät auf der Baustelle neben der Friedrichswerderschen Kirche:






  • Ein Update zum Bau am Schinkelplatz, die Fassade wurde verputzt wirkt aber noch unfertig:









    Um das Baufeld südlich (Moneo etc) wird so eine Art Manschette aus Beton gegossen, wie es auch bei den Kronprinzengärten geschah, als das Kind (Risse an der Friedrichswerderschen Kirche) aber schon in den Brunnnen gefallen war.

  • Wir wussten doch schon dass das Patzschke-Haus das ganz klar ansprechendste sein wird. Der Rest wird leider nur so la la. (Aber es hätte viel schlimmer kommen können!) Und von dem Bau direkt neben der Friedrichswerderchen wissen wir leider noch immer nicht wirklich, wie er einmal aussehen wird.
    Kommen wir nochmal zum Patzschke:
    Ich wünschte, dort würde mal wieder etwas mehr mit Steinverkleidung (oder auch Klinker oder von mir aus sogar Kunststein) gearbeitet, zumindest beim Sockel. Die puren Putzbauten sehen am Ende immer so billig aus... :thumbdown:

  • Ich wünschte, dort würde mal wieder etwas mehr mit Steinverkleidung (oder auch Klinker oder von mir aus sogar Kunststein) gearbeitet, zumindest beim Sockel. Die puren Putzbauten sehen am Ende immer so billig aus... :thumbdown:

    ... oder halt mehr Farbe. Weiß scheint irgendwie seine Lieblingsfarbe zu sein, das hat er bei den Klostergärten besser gemacht. Ansonsten, vom Stil her, sieht es bis jetzt super aus. :thumbup:

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Ein paar Bilder vom Patsche-Bau innerhalb der Kronprinzengärten, von heute, von mir:



    Durchblick! Die Falkniergasse, hinten den Patsche-Bau:










    Seitenwand zur Falkoniergassse:





    Nordseite des Patsche-Baus:






















    Blick von der Oberwallstraße:







    Bilder vom Botschaftsgebäude neben der Friedrichswerderschen Kirche. Die Verkleidung ist vollendet:






  • Die Internetpräsenz ist genau so dröge, uninspiriert und billig wie die Gestaltung der Kisten selbst. Ein fehlendes oder inkonsistentes Leitmotiv kann man dem Projekt also immerhin nicht absprechen.

  • Aber:


    "Eingerahmt von den Sehenwürdigkeiten der Stadt arbeiten Sie hier an einem repräsentativen Ort mit unverbaubarem Blick auf das neue kulturelle Zentrum Berlins, das Humboldt-Forum."


    was dann aber in der Tat auch wohnen und arbeiten in einem Quartier voller "Inspiration sein kann.


    Es scheint so, als sehen Bauherren und Architekten selber den Standort und nicht etwa die Architektur ihres Gebäudes als Argument für dessen Vermietung/Verkauf.

  • Nun, so ist es in solch einer Lage ja im Grunde auch. Da könnte man sonstwas für eine architektonisch abstoßende billige Schachtel hinstellen, für Wohnungen und repräsentative Büros und Läden könnte man dennoch Mondpreise abrufen. Umso mehr muss hier die Stadtplanung ein Auge drauf haben, aber unter Senatsbaudirektorin Lüscher wirds bekanntlich nur immer noch schlechter...

  • Die Internetpräsenz ist genau so dröge, uninspiriert und billig wie die Gestaltung der Kisten selbst. Ein fehlendes oder inkonsistentes Leitmotiv kann man dem Projekt also immerhin nicht absprechen.


    Das ist wohl wahr. Die Banalität und geradezu penetrante Schlichtheit der Fassaden (insb. Staab) ist hier auf den Vorseiten schon ausführlich kritisiert worden. All das ist Regula und ihrer dekadenten Clique zu verdanken. Angeblich ging es dem Senat nur darum, dass dem neuen Schloss und der Bauakademie durch die Neubauten nicht die "Show gestohlen" werden sollte. Das eigentliche Problem ist aber die unverändert große dumm-ideologische Ablehnung von Fassadengliederungen und Ornamenten, schließlich will man ja nicht in den Verdacht geraten "wilhelminisch" zu bauen. Die Fassaden könnten sonst ja auch schön und repräsentativ aussehen, ach wie schrecklich... :kopfschuetteln:

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