Pfaffenhofen an der Ilm

    • Pfaffenhofen an der Ilm

      Hauptplatz 18

      Das Areal des Siglbräu an Hauptplatz, Ingolstädter Straße und Löwenstraße wird als "Sigleck" neu bebaut.

      pafnet.de - Die Region im Internet (= Bürgermeister Thomas Herker informiert ... - YouTube) (2.03 - 3.17)

      Der Altbau:
      Baudokumentation und Architektur Oliver Lindauer - Referenzen 2008
      Abschied vom Siglbräu
      www.hallertau.info

      Der Neubau:
      Siglbräu-Neubau nimmt wichtige Hürde (mit Abbildung des Neubaus)

      Schlechte Alternative, kommt glücklicherweise nicht zum Zug:
      wohnen und arbeiten in pfaffenhofen
      erläuterungstext pfaffenhofen
    • Re: Pfaffenhofen a.d. Ilm

      Und die politisch Verantwortlichen stehen beim Abriss daneben und grinsen sich einen. Unter architektonischen Gesichtspunkten führt ihr Tun eben nicht zur vielbeschworenen "Aufwertung" der Innenstadt, sondern glatt zum genauen Gegenteil. Aber solche Kategorien scheinen diesen Leuten einfach fremd zu sein. :(

      Wenigstens war der Siglbräu ein relativ schlichtes und vermutlich nicht allzu prägendes Gebäude, aber es stand immerhin am Hauptplatz. Alte Bausubstanz in neue Projekte miteinzubeziehen, und wenn es zur Not eben nur die Fassade ist, wird von Anfang an nicht in Betracht gezogen.
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Pfaffenhofen a.d. Ilm

      Für das Stadtbild noch schlimmer als dieses nach 11 Jahren neu aufgelegte Projekt könnte womöglich das Schicksal des auch im Video vom Bürgermeister angesprochenen "Bortenschlagers" am oberen Hauptplatz werden. Ein Verlust dieses Gebäudes aus dem Jahr 1927 würde auf breiter Front eine mittelschwere Bausünde am Hauptplatz generieren.

      Siehe: der-pfaffenhofener.de/index.php?StoryID=169

      Was für eine erbärmliche Verschlechterung der baulichen Situation, ein gediegenes Anwesen mit schönem Erker soll durch einen nichtssagenden, sterilen Anpassungsneubau ersetzt werden - und dann auch noch völlig unkritisch im Hofberichterstatterstil vorgetragen... Wenigstens die Fassade sollte erhalten bleiben oder wiederaufgebaut werden. Steht der Bau noch oder ist alles ohnehin schon zu spät?
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Pfaffenhofen a.d. Ilm

      "[url schrieb:

      http://www.regierung.oberbayern.bayern.de/imperia/md/content/regob/internet/dokumente/bereich3/sg34/staedtebau/projektblaetter/projektblatt_pfaffenhofen_2010.pdf[/url]"]Einwohner gesamt: 25.197
      Einwohner in der Innenstadt (innerhalb des
      Altstadtrings): 1.261
      Einwohner am Hauptplatz: 75
      Gebäudebestand: Altstadtring: 316, Hauptplatz: 50
      Zahl der Denkmäler: Hauptplatz: 44 –
      „Denkmalgeschütztes Ensemble“ - innerhalb Altstadtring:
      70
      Überwiegend Bebauung bis 1918
      Leerstände: 21
      Gastronomie: Innenstadt: 23
      Hotels: 2 (Hotel Müllerbräu, Hotel Moosburger Hof)
      Einzelhandel: insgesamt: 218 davon 92 in der Innenstadt
      davon Kaufhäuser: Innenstadt: 1 (Kaufhaus Urban)
      Bevölkerungsentwicklung: 5,34 % Wachstum bis zum
      Jahr 2020

      So weit, so gut. Trotzdem liest man nichts über den Schutz von Altbauten in diesem Projektblatt. Nichts als ökonomisch fixiertes Stadtplanertum in altbundesrepublikanischer Manier...
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Re: Pfaffenhofen a.d. Ilm

      Hauptplatz 39 Bortenschlager

      "Georg Friedrich" schrieb:

      Für das Stadtbild noch schlimmer als dieses nach 11 Jahren neu aufgelegte Projekt könnte womöglich das Schicksal des auch im Video vom Bürgermeister angesprochenen "Bortenschlagers" am oberen Hauptplatz werden. Ein Verlust dieses Gebäudes aus dem Jahr 1927 würde auf breiter Front eine mittelschwere Bausünde am Hauptplatz generieren.
      Siehe: der-pfaffenhofener.de/index.php?StoryID=169
      Was für eine erbärmliche Verschlechterung der baulichen Situation, ein gediegenes Anwesen mit schönem Erker soll durch einen nichtssagenden, sterilen Anpassungsneubau ersetzt werden - und dann auch noch völlig unkritisch im Hofberichterstatterstil vorgetragen... Wenigstens die Fassade sollte erhalten bleiben oder wiederaufgebaut werden. Steht der Bau noch oder ist alles ohnehin schon zu spät?


      Seh ich auch so. Gerade dieser pfarrkirchennahe Teil der Südseitenbebauung gibt eigentlich noch am meisten her am gesamten Hauptplatz. Der Bortenschlager steht noch, die Aufnahmen sind von heute:


      es geht um das Haus in der Bildmitte hinterm Maibaum



    • Re: Pfaffenhofen a.d. Ilm

      Besten Dank, Markus, für die schnelle Bereitstellung von Bildern! Und bei dem einen Bild ist der hochragende Kirchturm, den man schlecht auf's horizontale Bild draufkriegt, einwandfrei mit abgebildet!

      Das auf dem letzten Bild am linken Bildrand erscheinende Hauptplatz 25 (wo die Apotheke drin ist, mit dem Erker) erinnert an Ludwigstraße 32 und 34 in Ingolstadt. Wie, als sei es die Mischung aus diesen beiden.
    • der Bortenschlager ist nicht mehr da....

      War gestern mal wieder in oberbayrischen Landen unterwegs, querfeldein über die Dörfer, auf geteerten und ungeteerten Straßen und Sträßchen, durch meterhohe Maisäcker, dunkle Fichtenstangenwälder und sonstige Errungenschaften heutiger Zivilisation. Mehr zufällig schlug es mich abends noch an den Pfaffenhofener Marktplatz hin und im Rückspiegel ging mir dann doch noch etwas ab, der Bortenschlager ist Geschichte :kopfschuetteln: :weinen: :








      Aufnahmen vom neuen modernistisch-steril-einfältigen Neubau am Eck zur Ingolstädter Str. folgen ....
    • Solche Meldungen sind immer sehr enttäuschend. :schockiert: :weinen:

      Es gibt auch immer immer wieder Beispiele guter Neubauten. Lasst uns hoffen, dass der neue Bortenschlager dazugehört. Die folgenden Fundstellen schweigen sich über die neue Fassade noch aus:

      Zum Sigleck und zum Bortenschlager:
      pafnet.tv - Nachrichten aus Pfaffenhofen und Umgebung

      Zum Bortenschlager:
      Pfaffenhofen: Der "Neue Bortenschlager" stößt auf Kritik
      pafnet.tv - Nachrichten aus Pfaffenhofen und Umgebung
      pafnet.de - Die Region im Internet
      www.hallertau.info (Das ist eher etwas für Leute, die Freude daran haben, etwas zu zerstören. Wer schon öfter einen Abbruch gesehen hat, meidet dagegen den Staub.)
    • Der abgerissene Gasthof zum Sigl (Hauptplatz 18) war übrigens ein eingetragenes Einzeldenkmal. Für den Bortenschlager (Hauptplatz 39) galt zumindest der Ensembleschutz des Hauptplatzes (Hauptplatz 1-43). Siehe: Liste der Baudenkmäler in Pfaffenhofen an der Ilm
      Wenn freilich enthemmte Modernisierer und "Stadtentwickler" ohne jedes Verständnis für das bauliche Erbe der eigenen Stadt politisch an der Macht sind, haben solche Schutzbestimmungen natürlich schnell nichts mehr zu bedeuten...
      "Meistens belehrt uns der Verlust über den Wert der Dinge."
      Arthur Schopenhauer
    • Wenn auch mein erstes Avatar-Bild hier im Forum das auf dem letzten Bild rechts außerhalb stehende Haus des Stegerbräus gezeigt hat und ich eine Zeitlang eine Pfaffenhofener Autonummer gehabt habe, und Pfaffenhofen natürlich in der Nachbarschaft von mir zeitlebens bedeutenden Orten liegt, so habe ich doch nie eine größere Begeisterung für Pfaffenhofen entwickeln können. Grund dafür ist der Umstand, dass die Altstadt an vielen Stellen modern durchsetzt ist und die Erfahrung altstädtischer Straßenbilder kaum bieten kann. Zudem fehlen nennenswerte Reste der Stadtbefestigung. Lediglich der Hauptplatz besitzt noch eine gewisse Ausstrahlung, wenn diese auch an den diversen Ecken und Enden angeknabbert ist. Auch der großartige Kirchturm kann dieses Manko leider nicht wettmachen. Umso wichtiger ist es, die verbliebenen Zeugnisse der altbayerischen Stadt zu bewahren.

      Der Neubau des Siglbräu ist gar nicht mal so schlecht, aber gerade die (südliche) Frontseite zum Hauptplatz erscheint etwas dürftig. Die Durchfensterung erscheint beliebig und einfallslos, und kann mit den Nachbargebäuden natürlich nicht mithalten. Bodentiefe Fenster im 2. Stock sollten völlig induskutabel sein. Die Seite zur Löwenstraße (nördlich, ggü. dem Hauptplatz) hingegen ist begeisterungsfähig. Zu dumm nur, dass ich noch den Vorgängerbau gekannt habe und gegen den ist der jetzige Bau schon ein bisschen monoton. In summa aber muss ich sagen, das ich schon vieles schlechtere gesehen habe und auch bei dieser Baumaßnahme ja Horrorentwürfe dabei waren.
    • Das alte Gebäude hat sich wunderbar eingefügt. Das neue dagegen, trotz angepasster Dachform, fad, steril und der Umgebung nicht würdig (man beachte nur die Dachgauben vorher und nachher). Schade um eine ursprünglich geschlossen historische Häuserzeile. Einen originalgetreuen Wiederaufbau wollte man sich wohl wieder nicht leisten. Und mit solch simpler Zweckarchitektur werden unsere Städte immer belangloser und austauschbarer. Hier in BW ist es in den Kleinstädten genauso, und die Neubauten sehen immer ähnlich bescheiden aus.
      In dubio pro reko

      Früher war nicht alles besser, aber die Architektur schon.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Volker ()

    • Mein Eindruck deckt sich mit dem von Volker. Im Zusammenhang mit der Gestaltung von Stadträumen ist die reduzierte Übernahme der Kubatur eines Neubaus als Ersatz unzureichend.
      Er mag sich von seiner Körnung her vogelperspektivisch einfügen, im Detail jedoch versagt das Gebäude und ist zum Schaden für das Stadtbild.


      Jeder, der sich die
      Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.

      www.archicultura.ch

    • Pfälzer Bub schrieb:

      erstaunlich primitiv in der Formensprache

      So wie die aktuelle Bauweise von Neubauten, die sich so halbwegs einfügen. Diesen Typ gibt es mittlerweile massenhaft. Er ist steril, eiskalt und wird nie eine Bereicherung sein. In der Regel bedeutet er eine Verschlechterung.

      Nun, der neue Bortenschlager ist gegenüber dem soeben skizzierten Standardstil deutlich besser, so dass ich sagen würde, er gehört diesem Standardstil nicht mehr an. Gleichwohl ist auch er enttäuschend. Da wurde in den 80ern, insbesondere 1988, erkennbar besser gebaut.
    • :schockiert: Was ist das denn bitte wieder für ein Mist?!

      Nicht nur die Gesamtform ist langweilig & plump (ein Nachbau des Erkers hätte schon ein Minimum an Gestaltung sein sollen), sondern auch die Farbe. Wieso müssen Neubauten immer immer immer weiss sein question:) Die grünliche Fassadenfarbe hätte man übernehmen können. Das wäre dann auch weniger aufgefallen, wenn die Wärmedämmverhüllung in wenigen Jahren zu schimmeln anfängt.
    • Auenstraße 38, 38 a, 40

      Zwei der hier noch abgebildeten Häuser wurden durch Neubauten ersetzt:


      Das zweite Haus von rechts (das dreigeschossige, traufseitige) sowei das dritte Haus von rechts, das von dem vorgenannten teilweise verdeckt ist.

      Hier sieht man auch noch die Altbauten:
      stadtgeschichte-pfaffenhofen.d…a%C3%9Fe_Luftaufnahme.jpg
      stadtgeschichte-pfaffenhofen.d…tplatz%20Luftaufnahme.jpg

      Die Neubauten sind angepasst und gehören zu den besseren Neubauten in der Altstadt, will heißen die anderen sind enttäuschend.