• Habe gestern im bayerischen Fernsehen von einem möglichen Abriß zweier historischer Bauten am Landshuter Markt gehört. Die zwei Gebäude schauen klasse aus und wollen von einem Investor wegen älterer Strom, Wasser etc. Anschlüsse abgerissen werden. Diese Häuser will er dann durch Neubauten ersetzen.


    Es gibt bereits eine Bürgerinitiative, die gestern auch im Fernsehen zu Wort kam, die den Abriß verhindern will. Wie gesagt, die Bauten stehen direkt am schönen Landshuter Markt.


    :schlaechter:

  • Weißt du zufällig etwas zum Abriss von 2 Altbauten in der Neustadt, über die wir Ende letzten Jahres u.a. hier spekuliert hatten


    Am Sonntag standen die 2 Häuser jedenfalls noch. Insofern besteht noch Hoffnung ! Aus dem rechten ist das Musikgeschäft im Januar ausgezogen. Ansonsten weiß ich auch nichts aktuelles dazu. Der Oberbürgermeister soll ja sinngemäß gesagt haben, das die Neubauten die Neustadt aufwerten.
    Die Bagger sind im übrigen derzeit an etlichen Stellen im Altstadtbereich beschäftigt, u.a. südöstlich der Heiliggeistkirche, gesamte Südseite Königsfeldergasse und auch das Haus neben dem Salzstadel in der Steckengasse ist nicht mehr da.


    Anbei noch 2 Aufnahmen zu den abrissbedrohten Häusern Neustadt 532 / 533 (links), die erste vom Herbst 2006, die 2. aktuell vom vergangenen Sonntag



  • Quote

    Im Stadtrat wurde lebhaft diskutiet, ob ein Abbruch unvermeidbar sei oder ob doch eventuell eine Sanierung möglich wäre.

    Diese Aussage kann doch nie im Leben ernst gemeint sein. Zwar habe ich recht wenig Fachwissen rund ums Bauen, aber wenn ich den Zustand dieser Landshuter Häuser mit so mancher geretteter Leipziger Bruchbude vergleiche, kann ich mich nur verschaukelt fühlen. Ein Abriss war da ganz sicher nicht nötig.


    Quote

    In der Neustadt besteht besonders großer Sanierungsbedarf.

    Können wir also in der nächsten Zeit mit weiteren Abrissen in Landshut rechnen? Bei dem Gedanken bekomme ich schon jetzt das kalte Kotzen.


    Quote

    An gleicher Stelle entsteht ein Neubau.

    EIN Neubau? Diese Lücke wird doch jetzt nicht etwa von nur einem neuen Haus befüllt?! :kopfschuetteln:

  • Wenn man auf den Seiten der Stadt Landshut nach dem Begriff "Denkmalschutz" sucht, erscheint an erster Stelle dieser Eintrag:



    Quote

    Denkmalschutz
    Wer Baudenkmäler oder Teile davon beseitigen, verändern oder an einen anderen Ort verbringen will, bedarf der Erlaubnis (Art. 6 Bayer. Denkmalschutzgesetz).
    Dies gilt auch für Gebäude in Ensembles und für Gebäude in der Nähe von Baudenkmälern.

    Quelle:
    Denkmalschutz: Stadt Landshut



    Offenbar sieht das "Amt für Bauaufsicht und Wohnungswesen" seine Hauptaufgabe vor allem darin, Hilfestellung bei der Beseitigung von Baudenkmälern zu geben, als für deren Schutz zu sorgen.


    Dass nur von einem Neubau die Rede ist, wundert mich kaum, da der Investor natürlich eine optimale Ausnutzung des Baugrundstückes im Auge hat. Dies dürfte auch der Hauptgrund dafür sein, warum er unbedingt den Abbruch der beiden Häuser wollte. Sie ließen sich wirtschaftlich vermutlich nicht so nutzen, wie er das gerne wollte. Und bevor man Investoren verprellt, erteilt man dann lieber die Abrissgenehmigung. So läuft das in unseren Städten heute leider fast überall.
    Kein Politiker, der sich solchen Forderungen mutig entgegenstellt, denn sonst könnte man ihm ja vorwerfen, er würde die wirtschaftliche Entwicklung seiner Stadt behindern und für Stillstand sorgen. Zum :kotz:

  • Die Sorge über die Zukunft des Ortes hat mich sogar in die letzte Nacht verfolgt. Gerade die Stadt Landshut, die ein außergewöhnlich intaktes und farbenprächtiges Stadtbild aufweist, sollte nun nicht kurzsichtig verschandelt werden.


    Gerade habe ich eine Anfrage, was die Form des/der nun folgenden Neubaus/Neubauten angeht, an den angeblichen Bauherrn Dr. Küffner & Partner gesandt. Wenn überhaupt eine Antwort folgt, bin ich auf diese sehr gespannt.

  • Neustadt 532, 533


    Sehr schade.


    Nr. 532 war das südliche (rechte), 533 das nördliche (linke).


    Listentexte der Denkmalliste:


    Neustadt 532:

    Quote

    Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger Giebelbau mit eckig abschließender Scheitelzinne, 1889.


    Neustadt 533:

    Quote

    Wohnhaus, zweigeschossiger Bau mit barockem Giebel, 2. Hälfte 18. Jh.

  • Beide waren mit Sicherheit wesentlich älter. Eine eingehende bauhistorische Untersuchung wäre dringend notwendig gewesen. Schade um den schönen Rokoko-Giebel. Wer weiß, welche Schätze die beiden Häuser noch so in sich bargen.

  • Der nüchterne Geschäftston des Artikels spricht für die völlige gesellschaftliche Vertrottelung. Keiner scheint sich aufzuregen, oder diesen städtebaulichen Verlust zu bedauern. Irgendeine ästhetische Anforderung an den Nachfolgebau scheint nicht in Sicht. Offenbar ist in Bayern die Blödheit der Sechzigerjahre noch ungebrochen am Ruder bzw ist die Lage noch schlimmer geworden.


    Ich hatte nie eine hohe Meinung vom Denkmal- oder (so überhaupt vorhanden) Stadtbildschutz in Landshut oder anderen bayerischen Städten. Zweifellos ist vor einigen Jahrzenhnten in der Altstadt, gerade im zentralsten Bereich, schwer gewütet worden (inder Neustadt eigentlich noch nicht, hier ist wie man sieht starker Nachholbedarf). Aber was damals neuerrichtet wurde, hat, so schwach es auch ist, immerhin in den allergröbsten Zügen auf das historische Stadtbild Rücksicht genommen. Hier scheint es so, dass nicht einmal das zu erwarten ist. TG, Büro- und Geschäftshäuser.... darum ging es also, und dieser völlig unreflektierte Verweis auf dieses Kommende verheißt nichts Gutes.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Es ist entsetzlich ... und das 2011 ..aber jede Stadt bekommt das Stadtbild, das sie verdient...und manche eben eine Tiefgarage...


    Schlimm ist nur dass das kulturelle erbe des gesamten Volkes darunter leidet, man sollt die Möglichkeiten einer Strafanzeige gegen die Verantwortlichen prüfen.. :aufdenkopf:

  • Stadtrat stoppt Neubau
    25.11.2011
    Stadtrat stoppt Neubau!



    Das scheint im letzten Halbjahr in Landshut ein Dauerthema gewesen zu sein. So ein richtiges Bild, was da genau geplant ist/war, konnte ich mir bisher noch nicht machen, scheint aber von der Sorte zu sein, wo das Stadtbild im sensiblen Bereich massiv modernistisch aufgemotzt worden wäre (siehe Link unten).


    28.10.2011 "Mehr Mut fürs Neue"
    Landshut Aktuell

  • Architekturbüro Leinhäupl und Neuber in Landshut- Management: Peter Leinhäupl, Barbara Neuber, Markus Neuber


    Zwischen Freyung und Hofgarten wird derzeit eifrig neu gebaut. Bereits weitgehend fertig ist der Abschnitt an der Königsfeldergasse (im Luftbild auf dem obigen Link am oberen Rand).
    Derzeit wird im rückwärtigen Bereich des Kolpinghaus gebaut, eine Abfolge von 3 Giebelhäusern (wohl modernistisch).


    Die abgeräumte Bebauung an der Königsfeldergasse ist noch auf der Vogelschau auf Bing zu sehen.


    Aktuelle Bilder folgen.


  • vom Hofgarten aus gesehen, im Vordergrund mittig die neue Bebauung an der Königsfeldergasse Ecke Kolpingstraße, vorne rechts das Kolpinghaus




    Neuebebauung an der Königsfeldergasse Ecke Kolpingstraße



    Kolpingstraße, rechts Sankt Jodok



    Wohnanlage Königsfeldergasse
    Wohnanlage Königsfeldergasse - ein Projekt von ArchiTec Leibl und Schäbel in Landshut