Leipzig - Bau- und Sanierungsprojekte

  • Ja, es ist die richtige Villa. Sie gehört zu den Auserwählten, die es 1892 in das Buch „Leipzig und seine Bauten“ geschafft haben, damals noch ohne den jüngeren Anbau links vorne.


    Dr Zott, am Rande: Ich schätze, der nette Herr hatte nicht vor, innerhalb der nächsten 15 Minuten zur Seite zu treten und da hat unser Spacecowboy die Geduld verloren. Ich weiß schon, warum ich immer wie ein Blöder warte, bis die ganzen usseligen Leute und abgefahrenen Autos sich vor meiner Linse weg bewegt haben :zwinkern:


    Es tut sich wieder einiges, zunächst mal ohne Bilder:



    Zuerst das Negative:
    Abbrüche:
    - In der Hans-Poeche-Str. (innere Ostvorstadt, wenige 100 m vom Hauptbahnhof) wurde ein vorgründerzeitliches Haus aus einem bis dahin geschlossenen, kaum sanierten Straßenzug herausgebrochen – jetzt kommen Anwohnerparkplätze hin – obwohl das Umfeld eher wie kurz nach dem Krieg aussieht.


    - In der inneren Südvorstadt wurde in der Bernhard-Göhring-Str. (zwischen Hoher Str. und Paul-Gruner-Str.) ein kleiner, schlichter, verfallener Jugendstilbau mit Turm abgebrochen, Baujahr um 1905. Hier wird der Neubau eines freikirchlichen Gemeindezentrums gebaut.


    Konradstraße (Neuschönefeld):
    Die im März 2008 abgebrannte, um 1890 erbaute und bis zum Brand gut erhaltenen Sporthalle wurde abgetragen. Ein Ersatzneubau ist in der Nähe geplant.



    Das Positive:


    Osten:
    Eisenbahnstr. Höhe Park Rabet:
    Die Bauarbeiten zum Umbau eines im Hinterhof gelegenen Jugendstil-Kinos in einem Supermarkt haben begonnen. Der Bau ist stark verfallen und sollte im Rahmen des Stadtumbaus eigentlich zusammen mit dem ganzen Block abgerissen werden.


    In der Ludwigstraße (= 1. Parallelstr. zur Eisenbahnstr.) wird zwischen Hedwigstr. und Hermann-Liebmann-Str. in den alten Quartieren von Leipzig-Neustadt ein schmales, um 1870/80 erbautes Haus mit fein stuckkierter Fassade saniert. Das Haus befand sich in ziemlich schlechtem Zustand.


    In dem zu Sellerhausen gehörenden, um 1910 erschlossenen Quartier nördlich der Eisenbahnstraße und östlich der Torgauer Str. wird in der Bautzmannstraße ein bescheidenes, um 1910 erbautes Haus saniert (Gerüste stehen noch).


    Vergleichsweise tut sich im Osten im Bereich Neustadt-Neuschönefeld/Sellerhausen noch immer viel zu wenig.




    Schönefeld:
    Stöckelstr. 45: Das mächtige, 1910/11 im Stil der neuen Sachlichkeit erbaute Schulgebäude wird saniert. Z.Zt. werden die Dächer mit roten Biberschwanzziegeln neu gedeckt. Die Schule war seit der Wende äußerlich noch nicht instand gesetzt worden, aber durchgängig genutzt.
    Sie gehört zu den unverzichtbaren Schulbauten aus der Zeit.


    Paul-Heyse-Str. 5
    Das um 1910 im Reformstil gebaute viergeschossige Mietshaus in beschlossener Bebauung – unverzichtbares Objekt des Ensembles „Stannebeinplatz“ wird saniert. Hoffentlich ist dies ein Anstoß, um weitere Häuser des geschlossen erhaltenen Platzes zu sanierten. Aufgrund der Verkehrbelastung ist am Stannebeinplatz bisher kaum saniert worden.


    Paul-Heyse-Str.
    Die seit Jahren angekündigte Sanierung der letzten unsanierten Häuserreihe aus der Zeit um 1925 in der ansonsten komplett erhaltenen und vorbildlich sanierten Straße durch die GRK-Holding lässt weiter auf sich warten. Die Dächer wurden glücklicher Weise bereits instand gesetzt.
    Zwei Häuser davon wurden vor kurzem dennoch fertig gestellt.


    Ansonsten laufen in Schönefeld noch mehrere Sanierungen an Häusern der Zeit um 1910, die relativ unspektakulär sind, aber aber dazu beitragen, den quasi komplett erhaltenen Stadteil zu erhalten. Es gibt so gut wie keine Kriegsschäden, im Zuge des Stadtumbaues wurde ein Block mit zwei Zeilen aus den 20er Jahren komplett abgeräumt, wodurch in diesem Fall aber ein schöner parkartiger Stadtraum entstanden ist.
    Die Sanierung eines Eckgebäudes wurde gerade fertig.


    Während der Erhalt des Gründerzeitviertels als gesichert erscheint, sieht es mit den Resten des alten Ortskern schlechter aus: Ein ziemlich altes Gebäude an der Ossietzkystr., wohl der Rest eines Bauerngehöftes, das durch einen Supermarkt überplant ist, ist jetzt komplett eingestürzt, wobei man den Verdacht nicht los wird, das jemand nachgeholfen hat. Zwei andere Bauerngehöfte, die zwischen 1813 und 1870 entstanden sein dürften, stehen noch, unsaniert, aber bewohnt, an der gleichen Straße.


    Schlecht sieht es auch mit den aus dem 18. und 19. Jh stammenden (teileingestützten) Wirtschaftsgebäuden des Schlosses und der (teilausgebrannten) Wassermühle (?) mit Mansarddach aus dem 18. Jh.(?) aus.
    Kürzlich habe ich erfahren, dass es 2008 einen Wettbewerb für den Neubau einer Förderschule auf dem Gelände Schloss Schönfeld gab, der sich mit Spitzdach u.a. in die Gruppe der bestehenden Wirtschaftsgebäude einordnet. Das 1876 erbaute Herrenhaus ist ja schon saniert.



    Eutritzsch:


    Die 1923 im Stil des Art-Deko erbaute Siedlung Zerbster Str. ist nun komplett saniert und wartet auf Mieter. Leider wurde an dem zuletzt sanierten Block (der linke Straße drei Blöcke) die typische Fassadendekoration nicht wieder hergestellt, was dem Gesamtbild aber keinen Schaden tut.


    In der Magdalenenstraße in Eutritzsch, einer engen Straße des in den 1870er Jahren angelegten Gründerzeitquartiers für Arbeiter, wurde erneut ein ziemlich altes, um 1875 erbautes Haus fertig gestellt (Gerüste abgebaut). Die fein stuckierte spätklassizistische Putzfassade, die Haustür, die Dachdeckung (Schiefer und schwarze Falzziegel in der alten Form) usw. wurde vorbildlich wieder hergestellt.


    An der Grenze zu Gohlis wird in der Wilhelm-Sammet-Str. gegenüber der Fabrik „Bleichert“ (Seilbahnen, Aufzüge) ein sehr repräsentatives, freistehendes Doppelhaus im Stil der seltenen Deutschen Renaissance mit Sandsteinfassade saniert (Entkernung läuft). Es erinnert mit seinen zwei Ecktürmen und einigen Details an Giebeln und Erkern (u.a. die Konsolen) an das 1899 erbaute Eckhausensemble Waldstr. 54+56. Das Gebäude hat lange leer gestanden und es scheint auch lange reingeregnet zu haben.


    Die im Jahr 1900 erbaute freistehende Villa Gräfstraße 11 gegenüber der Kirche Eutritzsch ist so gut wie fertig (Gerüste abgebaut). Alle Arbeiten erfolgten sehr vorbildlich nach Vorgaben/Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Der sehr repräsentative Ziegelbau mit romantischen Fachwerkgiebeln und Aufbauten wurde für die Söhne des Ortsvorstehers von Euritzsch namens Gräfe gebaut, nach dem auch die Straße benannt ist.
    Das Haus verfiel schon zu DDR-Zeiten, es wuchsen zuletzt riesige Bäume auf dem Dach und es bestand kaum Aussicht auf Rettung.


    Weiterhin wurde ein spätklassizistisches, nur zweigeschossiges Eckgebäude an der Delitzscher Str. Ecke Coppistraße in Eutritzsch-Zentrum fertig gestellt (Gerüste abgebaut).



    Gohlis
    Die Sanierung der Eisenbahnersiedlung Blochmannstr. (parallel mit dem Gohliser Viadukt) aus den 20er Jahren ist sehr weit fort geschritten. Gut 2/3 ist fertig (Gerüste abgebaut), das letzte Drittel bis zur Lütowstr. ist eingerüstet.


    Die um 1910 erbaute Jugendstil-Villa Ehrensteinstraße 31 ist fertig. Die Bauakte zu dieser Villa ist verschwunden, daher sind Architekten und Baujahr nicht bekannt. Überliefert ist, dass 1913 eine Pelzhändlerfamilie einzog und nach 1945 Partei und/oder Stasi im Haus saßen (daher wurde auch die Bauakte aus den Archiven entfernt).
    Die Fassadensanierung ist aus meiner Sicht enttäuschend, da alles in einem ziemlich „mauen“ reinweiß übergepinselt wurde. Verbessert hat sich die Fenstereinteilung, die Kunstoffenster der 90er Jahre mit „falschen“ Sprossen wurden wieder entfernt.


    Der Umbau der ehem. Mädchenschule Lumumbastr. 2 (Stadtbauamt unter Stadtbaurat Scharenberg um 1905), später Herder-Institut, läuft. Gebäude ist eingerüstet, neue Fenster sind schon drin. Die Wandsegmente in der Schulaula mit in den 1950er Jahren übertünchten Preller-Bildern aus dem Römischen Haus (Peterssteinweg, in der Gründerzeit abgebrochen) werden nach meinen Infos wiederum den Platz wechseln.


    Ich bitte, eventuelle Tippfehler zu entschuldigen.

  • ^ Wen jucken schon Tippfehler? Das ist wieder einmal eine sehr informative und veranschaulichende Zusammenfassung des aktuellen Sanierungsgeschehen svon dir, auch ohne Bilder. Dass die spätklassizistische Villa in der Coppistr./Ecke Delitzscher Str. schon fertig ist, wundert mich sehr. Das ist doch die mit dem großen Graffito-Schriftzug in der Coppistraße gewesen? Falls ja, dann hat die Sanierung kein halbes Jahr gedauert. Ich hoffe, es ist kein Pfusch geworden.


    Deine angeprochene Sanierung in der Wilhelm-Sammet-Str. wurde ja bereits in einem anderen Forum angesprochen. Bislang versprüht diese Straße einen Charme, den gestandene Ostalgiker ins Schwärmen geraten lassen. Schön, dass sich dort auch was tut. Die Adolf-Bleichert-Werke unmittelbar gegenüber wurden ja von der CG-Gruppe im letzten Jahr gekauft. Das riesige Areal soll noch in diesem Jahr revitalisiert werden. Auf der anderen Seite der Bleichert-Werke, in der Blochmannstr., erstrecken sich die Sanierungsarbeiten der GRK-Holding auch auf das Eckhaus Blochmannstr./Ecke Lützowstr. Das Gebäude wurde Anfang der 90er-Jahre schon einmal sehr miserabel saniert. Die Mieter blieben seitdem trotzdem aus, weshalb das Gebäude derzeit 'ne einzige Graffitishow ist.

  • Ergänzend zu leipzigers geposteten aktuellen Sanierungsprojekten wäre noch die Weißenfelser Str. 61 und 68 zu nennen. Zudem ist auf der Homepage von L-Konzept zu lesen, dass die stark heruntergekommene Weißenfelser Straße 51 mitsamt dem dazugehörigen Hintergebäude in absehbarer Zeit saniert werden soll. Zwar mit Anbauten, aber das ist denk ich in Ordnung. :)


    http://www.l-konzept.de/joomla…article&id=338&Itemid=506


    So schaut das ganze aus der Vogelperspektive aus:
    http://maps.live.de/LiveSearch…&dir=0&tilt=-90&alt=-1000

    Leipzig - Back to the roots

  • Ich habe im Netz was interessantes gefunden.
    Die GC-Gruppe hat die Druckerei Ecke Dresdener Straße/Salomonstraße gekauft. (siehe deren Web-Site)
    Es laufen derzeit ja die Abbrucharbeiten auf dem Gelände.
    Das Gelände soll durch Neubauten ersetzt werden. Diese sollen offenbar durch ein Forschungsvorhaben.
    Es steht zwar nicht da worum es geht, aber auf den Modellen der FH-Joanneum sieht man es genau.
    Siehe dazu die Links:



    http://www.fh-joanneum.at/aw/h…ews/~bqyf/Leipzig/?lan=de



    Studierende der FH JOANNEUM entwickeln Bebauungskonzept in Leipzig

  • Erfeulich ist, daß die auf diesem Block noch vorhandenen Altbauten komplett erhalten bleiben! Die Fläche, auf der die Neubauten visualisiert sind, ist schon seit Jahrzehnten ausschließlich von Baracken, Parkplätzen und Unkraut bevölkert!
    Der Bereich liegt gegenüber dem Grassimuseum. An dieser Stelle ist die Stadt regelrecht unterbrochen. Es fehlt eine urbane Verbindung vom Bereich Augustusplatz nach Reudnitz.

  • Ist denn sicher, dass die Entwürfe des Projektes Verwendung finden? Dem Sasdi/ Schermann Entwurf kann ich gar nichts abgewinnen. Hommage an die 70er. Bei dem anderen finde ich die Traufhöhe am positivsten.

  • Quote from "DrZott"

    Erfeulich ist, daß die auf diesem Block noch vorhandenen Altbauten komplett erhalten bleiben! Die Fläche, auf der die Neubauten visualisiert sind, ist schon seit Jahrzehnten ausschließlich von Baracken, Parkplätzen und Unkraut bevölkert!
    Der Bereich liegt gegenüber dem Grassimuseum. An dieser Stelle ist die Stadt regelrecht unterbrochen. Es fehlt eine urbane Verbindung vom Bereich Augustusplatz nach Reudnitz.


    Das mit den komplett erhaltenen Altbauten ist grossartig. Aber ich wuensche ihnen kompatible Nachbarn und moechte darum sagen dass der Stil und die Qualitaet der Neubauten hier eine entscheidede Rolle spielen. Ich glaube, ich wuerde lieber 2, 3 Jahre warten und weiter mit den augenblicklichen Baracken, Parkplaetzen und Unkraut vorliebnehmen als dass mir jemand da morgen eine 08/15 Kiste vor die Nase setzt die IRGENDWO stehen koennte und die Freude an den ueberlebenden Altbauten voellig (zer)stoeren wuerde..

  • Ich denke dass eine Umsetzung durchaus aktuell und realistisch ist weil:
    1.) die GC Gruppe die Bebauung des Arelas für 2009 angekündigt hat
    2.) die Entwürfe und die Festlegung der Plätze erst im Januar 2009 waren
    3.) eine Öffentliche Vorstellung in Leipzig im April erfolgen soll
    4.) man einen relaiv großen Aufwand bisher betrieben hat


    Insofern bin ich gespannt.


    Ich finde es ebenfalls so dass eine Bebauung mit irgendwelchen Rekos sicher unrealistisch ist. Deswegen ist ein solches Konzept was im Rahmen einer solchen Studie gemacht wird durchaus interessant. Ich hoffe dass man das Vorhaben wirklich 2009 umsetzt.


    Zu den innerstädtischen Brachen:
    Hoffentlich passiert auch was mit den Flächen zw. Brandenburger Straße und Rosa-Luxemburgstraße. Dieses riesen Brachen stören das Stadtbild enorm, dort muss sich was tun, und keine Stadthäuser sondern was richtiges.

  • Ein Stück Luxus mitten in Leipzig


    Bei Leipzig-Fernsehen findet man einen kurzen Videobeitrag zum Neubauprojekt "Central Park Residence" im schönen traditionellen Stil : http://www.leipzig-fernsehen.de/default.aspx?ID=5846&showNews=371466\r
    www.leipzig-fernsehen.de/default ... ews=371466


    Man mag von dem Projekt halten was man will, aber damit kehrt auch in Sachen Neubauten endlich wieder der schöne tradionelle Stil ins Musikviertel zurück.
    Ist mir lieber als irgendwelche hippen, aber hässlichen Würfel-Neubau-Stadthäuser, die überhaupt nicht ins Bild des Musikviertels passen.

    Leipzig - Back to the roots

  • Nun "Luxusvillen" ist vor dem Hintergrund, dass es einfach nur frei stehende Mehrfamilienhäuser sind, etwas dick aufgetragen. Mir gefällt das Projekt aber sehr, und ich freue mich auf das Ergebnis. Vielleicht kommt die Zeit da die Punkthochhäuser auch irgendwann mal durch so etwas ersetzt werden.

  • ^^ Thema Druckerei:


    Andrej, danke erstmal für den Fund. War den meisten (so auch mir) sicherlich bisher nicht bekannt. Erstaunlich ist aber, dass hier so wenig Wiederspruch zu den gezeigten Entwürfen kommt. Es geht nicht um "irgendwelche Rekos", aber in diesem städtebaulich sensiblen Bereich (vis-a-vis Rabensteinplatz und Grassimuseum, Sichtkontakt zum Augustusplatz, Entree zum Graphischen Viertel, etc). ist m.E. zumindest eine relativ kleinteilige Bebauung und eine Schliessung der Straßenfluchten wichtig. Man hat allgemein den Eindruck, dass man sich bei dne Entwürfen ausschliesslich mit dem zu bebauenden Gebiet, nicht aber mit der Umgebung beschäftigt hat. Beim Entwurf von Astrid Pietschnig und Bernhard Gruber sehe ich den Turm kritisch, der dort sicherlich sowieso nicht genehmigungsfähig wäre, sowie die an Plattenbauten erinnernden langezogenen quietschbunten Blöcke an der Dresdener. Geht m.E. gar nicht. Der Entwurf von Benjamin Sasdi und Ernst-Christoph Schermann ist schon gefälliger, allerdings stört auch hier der langgezogene Block; weiterhin wird die Inselstrasse dort als eine Art Mülleimer benutzt. Eine fensterlose Fassade a la Platte, vis a vis einer wunderbaren Sanierung, weiterhin aufgebrochene Blockrandbebaung, einzige Funktion dieser Seite ist die Zufahrt zur Tiefgarage und der Zugang zum Innenhof... Bezeichnend, dass diese beiden Entwürfe erstplatziert wurden, wer weiß, was da sonst noch so angeboten wurde...


    Ungeachtet dessen denke ich mal, die CG Gruppe wird Anregungen aus den Entwürfen aufnehmen, aber keinen der Entwürfe so umsetzen.


    ^ Thema Central Parc Residence:


    Architektonisch könnte das sicherlich eine feine Sache werden, wobei der Übergang vom "schönen traditionellen Stil" (was auch immer das genau ist) zum Kitsch wie in Russland oft zu sehen ein feiner Grat ist. Was man bisher gesehen hat, sieht aber in der Tat gut aus. was die "Überwachung" betrifft, ist das Projekt aber äusserst fragwürdig. Dazu wurden ja bereits diverse Links herumgereicht. Hoffen wir, dass das ein Einzelfall bleibt und architektonisch hochwertige Neubauten weiterhin auch ohne Gated Areas möglich sind. A propos: sehr seltsam, dass in dem Fernsehbeitrag explizit gesagt wird, es handle sich um keine Gated Area, während auf der Projektseite genau dies weiter propagiert wird (Leipzigs first gated area). Da ist man sich wohl bewusst geworden, dass das Thema relativ heiss ist.

  • Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Nun "Luxusvillen" ist vor dem Hintergrund, dass es einfach nur frei stehende Mehrfamilienhäuser sind, etwas dick aufgetragen. Mir gefällt das Projekt aber sehr, und ich freue mich auf das Ergebnis. Vielleicht kommt die Zeit da die Punkthochhäuser auch irgendwann mal durch so etwas ersetzt werden.


    Angesichts des hohen Vermietungsgrades und (einfacher) Sanierungspläne wohl erst in 30 Jahren.

  • zur Dresdener Straße
    was ich erstaunlich finde ist das in der Öffentlichkeit nichts zu diesem Wettbewerb bisher gesagt wurde. Ich habe die Seiten zufällig entdeckt. Weiterhin ist auf der Seite der GC-Gruppe nichts dazu lesen oder zu finden deren Seite ist auf dem Stand von April 2008???
    Insofern werden die Entwürfe sicher noch überarbeitet bzw. angepasst. Da es ja keinen einzelnen ersten Platz gab wird sicher eine neue Mischung entstehen.

  • Das ist übrigens ein Grundproblem "unserer" Sanierer! Auf deren Seiten findet man selten Aktuelles. Ob das nun LICON, GRK, CG-Gruppe, L-Konzept, SABA oder andere sind. In der Wirklichkeit passiert viel mehr als auf deren Seiten. Umgekehrt wäre es aber schlimmer!
    zur Dresdner: Ich bin eigentlich froh, daß da überhaupt etwas passiert! Und warum keine moderne Architektur, wenn die alte Bausubstanz erhalten bleibt???

  • ^ Ich sagte ja bereits, mir geht es hier nich um Rekos o.Ä., sondern um das Einhalten einfachster städtebaulicher Werte und Prinzipien. Kleinteiligkeit und geschlossene Blockbebauung _ohne_ fensterlose Fassaden lässt sich ohne weiteres mit moderner Architektur verbinden. Nur muß man dazu erstmal Architekten finden, die dazu in der Lage sind. Bei den gezeigten Entwürfen sehe ich minimale Ansätze, mehr nicht. In Berlin-Mitte gelingt die Lückenbebauung doch oft recht gut:





    Alles keine Rekos, sondern Neubauten, die Urbanität schaffen. Langezogene quietschbunte Blöcke schaffen das nicht. Allgemein muss man sagen, dass in Leipzig doch eine arge Diskrepanz zwischen extrem hochwertigen Sanierungen selbst in einfachen Lagen und billigen Neubauten selbst in stark nachgefragten Lagen herrscht.

  • Dase, muss dir mit deinen Beispiel recht geben, solche Eckbauten sind besser geeignet als die bunten Blöcke, jedoch wie bekommt man im konkreten Beispiel die GC-Gruppe dazu sich für sowas zu öffnen?
    Besonders das erste Bild mit den Ecktürmen würde ja als Anlehnung an Leipziger Gründerzeit-Bauten passen.
    Insofern muss man das zweigeteilt sehen, zum einen ist es begrüßenwert dass dort was passieren soll, zum anderen wären bestimmte Qualitätsmerkmale wichtig. Aber wie gesagt, wie konkret die Bauträger dazu bringen?

  • Nach all dem was ich bislang gelesen und gesehen habe, ist das Ziel vieler heutiger Architekten und Bauherren doch, die alten Stile zu durchbrechen und etwas völlig Neuartiges zu schaffen, was aber oft genug eben nicht in die Gegend passt. Das ist es doch, was uns immer wieder zittern lässt, wenn wir das Wort "Neubauten" hören. Desöfteren leider zu recht. Gerade in Leipzig muss sich manch Architekt (auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren!) doch genötigt fühlen, hier endlich aufzuräumen und was "Besonderes" hinzuklotzen.



    Dase: Daher empfinde ich die traditionelle Gestaltung der Central Park Residence auch als schön! Im Gegensatz zu solchen m.M.n. "architektonischen Misswerken":



    Erinntert mich an die Blöcke rechts im Bild. Mit dem Unterschied dass diese in Zeiten ökonomischer Nöte entstanden sind.



    Kein Highlight, aber zumindest der Wille ist hier erkennbar:


    Leipzig - Back to the roots

  • Quote from "Denk_mal"

    Nach all dem was ich bislang gelesen und gesehen habe, ist das Ziel vieler heutiger Architekten und Bauherren doch, die alten Stile zu durchbrechen und etwas völlig Neuartiges zu schaffen, was aber oft genug eben nicht in die Gegend passt.


    Richtig. Und nicht nur passt es nicht in die Gegend, es ist auch gar nicht das erstrebte völlig Neuartige. :augenrollen:

  • Warum man in Leipzig nicht nach Berliner Vorbild baut ist mir auch unbegreiflich. Die Neubauten in Berlin sehen nun wirklich nach Großstadt aus und wirken auch gut mit ihrer Umgebung. Deshalb kann ich mir derartigen Stil auch gut rund um das Bildermuseum vorstellen. Aber dass da immer wieder sinnlose Architektur wie ein Keil reingetrieben werden kann ich nicht verstehen. Alleine die Ecke Museumswinkel stadtauswärts der Katharinenstraße sieht grauenhaft aus wird aber von der Stadt unterstützt. Und ist zu allem Übel auch noch von einem Leipziger Architekturbüro. Also in der Frage sollte man sich wirklich mal an Berlin halten.