Posts by Denk_mal

    Laut Leipzig-Fernsehen wird die Pöppelmannbrücke nicht orginal wieder aufgebaut. Grund soll der angebliche Rückstau und damit der Hochwasserschutz sein.
    Ein Entwurf findet sich im Video: http://www.leipzig-fernsehen.de/default.aspx?ID=5844&showNews=525650\r
    www.leipzig-fernsehen.de/default ... ews=525650


    Komisch nur, dass der Oberbürgermeister (parteilos) in selbigem Beitrag meint: "Nichts is' schlimmer als wenn man so Altes nachmacht. Also so 'n bissel Disneyland. Das woll'n wir eigentlich nich."
    *gähn* Das kennen wir doch irgendwo her. :augenrollen:

    Viel interessanter find ich, dass keiner schreit "Disneyland"! Den Menschen gefällts, und darauf kommts letztlich an! Und selbst wenn die wüssten das es wiederaufgebaut wurde, würden die meisten wohl sagen: "Das wurde echt neu gebaut? Respekt, was für eine Leistung!"


    Einmal mehr ein Beweis dafür, den Städtebau nicht irgendwelchen verklemmten Dogmatikern oder rein renditeorintierten Investoren zu überlassen.

    Passend dazu auch der Beitrag der sächsischen Kunstministerin zum Tag des offenen Denkmals: http://freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/1581609.html\r
    freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIO ... 81609.html


    "Auch verliere der Denkmalschutz zu oft gegen kommerzielle Interessen...". Diese Anmerkung bezieht sich aber auch irgendwie nur auf Bestandsbebauung.


    Das Problem mit den vielen unangepassten Neubauten scheint jedoch keiner von denen höheren Ranges anzusprechen. Oder gab es da mal was?

    ^ Den Eindruck habe ich auch. Jedoch im positiven als auch im negativen. Wenn genügend "Argumente" gegen das Denkmal sprechen, kommt es weg. Egal, ob identitätsstiftend und bedeutend oder nicht. So gut wie immer gehts dabei eigentlich nur um wirtschaftliche Gründe (mehr (Verkaufs-)Fläche, weniger Unterhaltskosten/m², mehr Miete, höhere Sanierungskosten, usw.), also harte Standortfaktoren. Die Bedeutung und Auswirkung weicher Standortfaktoren wird dabei kaum oder gar nicht berücksichtigt.


    Aufgrund mangelnder Finanzmittel kommt es ja insbesondere im Osten sehr oft zu Abrissen in Zusammenhang mit Fördermitteln (gesetzlich vorgeschriebene Mindestbreiten für Straßenbahn, PKW-Fahrspuren, Fußweg und Radweg bei Straßensanierungen, Subventionen für abgerissene Häuser (Stadtumbau Ost), etc.). Paradoxerweise torpediert bzw. unterläuft hier der Gesetzgeber seine eigenen Gesetze. Ein absolutes Unding! Aber leider täglich traurige Realität!


    Gerade in Bezug auf Neubauten würd ich sagen, gibt es faktisch keinen Ensembleschutz. Wenn ich sehe was hier in Leipzig schon alles an unpassendem Bauwerk, trotz gründerzeitlich geprägtem Umfeld, hochgezogen wurde und noch hochgezogen werden soll, zweifelt man schon am Verstand der Kommune und den zuständigen Verantwortlichen bzw. es kommt die Abhängigkeit, Hilfslosigkeit und Unselbständigkeit gegenüber Investoren zum Ausdruck.
    Wobei allzuoft nur marginale Abänderungen/Anpassungen nötig wären, um wesentlich mehr Harmonie zu erzeugen. Somit ist das meiner Einschätzung nach auch in erster Linie die Zielguppe, die es gilt wach zu rütteln, darauf aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Hier kann und sollte Stadtbild Deutschland und inbesondere jeder einzelne von uns durch Kommunikation (persönliche Gespräche, kritische Kommentare auf Messen/Veranstaltungen/Bürgerabenden, eigene Website, usw.) vermehrt für Aufklärungsarbeit sorgen und Zeichen setzen. Die Vielzahl der Bürger sieht sich ja heutzutage mehr als Opfer der Stadtpolitik und nimmt bauliche Entwicklungen einfach passiv zur Kenntnis. Wenn man bedenkt, dass zu früheren Zeiten die Bürger die Städte und Gebäude gebaut haben, die wir heute immer noch so mögen, wird das Dilemma deutlich.

    ^ Da muss ich meinem Städtenachbarn zustimmen. Solange das ganze maßvoll geschieht (starke Betonung auf maßvoll!) ist sicherlich nichts dagegen einzuwenden hier und da ein paar Zeugnisse der Vergangenheit zu erhalten. Jedoch sollten komplett verloren gegangene Teile auch wieder original, ohne unpassenden Schnickschnack, ergänzt werden, damit das Bauwerk wieder seine ursprünglich vom Architekten gewollte Erscheinung annimmt. Was ja hier bei der Museumsinsel teilweise leider nicht der Fall ist.


    In Leipzig gibt es z.B. einen Kirchturm, welcher während der Völkerschlacht von einer Kanonenkugel getroffen wurde. Die Kugel blieb jedoch in der Außenmauer stecken und befindet sich noch heute dort. Ähnlich verhält es sich bei Gehwegplatten aus Granit z.B. in der Nähe des Reichsgerichts, welche im 2. Weltkrieg nur leichte Absplitterungen abbekommen haben. Das macht Geschichte in gewissem Maße anschaulich. Sicherlich gehört nicht zur Veranschaulichung, komplette Gebäude, Straßenzüge, Stadtviertel und gar Städte unter dem Vorwand der Erinnerung an die Geschichte für alle Ewigkeit in ihrer Verstümmelung zu konservieren bzw. ihnen weitere Verstümmelungen zuzuführen.

    ^ Also wenn ich so aus meinem Fenster auf die mich umgebende, prachtvolle gründerzeiliche Substanz schaue, so muss ich konstatieren, dass das Wetter hier in Leipzig nicht viel besser sein könnte. Der Himmel ist fast komplett blau. Hier passt also gerade wirklich alles. :engel:


    Aber wahrscheinlich wird es der TV-Beitrag schaffen, meine gute Laune zu drücken. :zwinkern:

    ^ Naja, Häuser notzusichern ist sicher ein Teil einer Erhaltungsstrategie. Dafür zu sorgen dass das Umfeld stimmt und durch entsprechende Nachfrage nach Wohnraum in den inneren Stadtteilen, diese auch saniert werden, die andere. Hier kann man natürlich nicht nur die öffentliche Hand verantwortlich machen; logisch. Aber sie kann durch ihre Macht den Markt sehr stark beeinflussen. Zum Wohle der Altbauten oder auch zu deren Nachteil.


    Im übrigen kann man auch nicht einfach davon ausgehen, dass wenn die "guten Stadtteile" alle größtenteils durchsaniert sind, die Sanierungswelle ganz automatisch auf die heute schlechteren Stadtteile überschwappt. Das kann sein, muss aber überhaupt nicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass es in den besseren Stadtteilen noch jede Menge Kriegslücken gibt und die Lage bekanntlich so mit das wichtigste ist. Und wie wir nun mittlerweile feststellen, werden daher auch in Leipzig wieder verstärkt Neubauten hochgezogen. Ob das so weitergeht, wissen wir nicht. Architektonisch ordentliche Lückenschlüsse sind aus optischer und städtebaulicher Sicht natürlich ebenso begrüßenswert. Aber jedes Neubauprojekt (vornehmlich Geschosswohnungsbau) klaut natürlich irgendwie einem zu sanierenden Altbau auch die Mieter weg bzw. mindert die Zahl der potentiellen Mieter und übt damit auch Druck auf die Preise und die Sanierungsbereitschaft aus.

    NEWSFLASH:


    -> Wie die LVZ berichtet, soll bei der beantragten Sanierung der Kongreßhalle im Zoo der Große Saal originalgetreu wieder erstehen. Eine geplante Zwischendecke (wie konnte man überhaupt erst auf die Idee kommen?) ist Gott sei Dank vom Tisch! Damit einhergehend soll auch der legendäre Zoo-Ball nach Fertigstellung 2014 wieder aufleben.


    -> Zudem gibt es neue Hoffnung für die Gohliser Mühle. Karte: http://www.bing.com/maps/defau…=1&scene=10792131&where1=leipzig%2C%20platnerstra%C3%9Fe%2011&encType=1\r
    http://www.bing.com/maps/default.aspx?v ... &encType=1
    Die Firma "Atrium Baubetreuungsgesellschaft" wird das Areal samt stehen gebliebener Gebäude für 350.000 EUR von der Stadt abkaufen. Für 730.000 EUR soll das Areal wieder auf Vordermann gebracht und die 2006 ausgebrannte Mühle saniert bzw. teilweise neu errichtet und danach als Restaurant genutzt werden. Der historische Gasthof wird als Kita mit 100 Plätzen und großem Garten umgenutzt.

    ^ Alles völlig richtig. Hier wurden schon in der Vergangenheit von öffentlicher Hand zu viele Fehler gemacht; Stichwort: Stadtumbau Ost. Ich will hier jetzt auch nicht wieder zu weit ausholen, aber der bisherige Rückbau der Plattenbauten, also der Stadtumbau von außen nach innen, war und ist wohl im Verhältnis zu dem glücklicherweise recht großen, aber leider leerstehenden Altbaubestand einfach noch zu wenig. Zumindest wenn man berücksichtigt, dass die Uhr ganz gewaltig tickt und nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass durch reine Zuzügler nach Leipzig die Nachfrage so stark steigt, dass Investoren und Eigentümer vermehrt und forciert in Leipzigs Osten sanieren. Dafür gibts selbst in den besseren Stadtteilen einfach noch zu viel Leerstand.

    ^ Da muss ich Dase zustimmen. Der Leipziger Osten macht sich. Wenn auch langsam (zu langsam?...). Noch vor ein paar Jahren wäre ich dort sicher nicht unbedingt hingezogen. Mittlerweile muss ich sagen, gibts dort einige wirklich schöne Ecken, z.B. um den Lene-Voigt-Park (ehemals Bahngelände Eilenburger Bahnhof; http://www.leipzig.de/de/buerger/freizeit/leipzig/parks/lene/\r
    www.leipzig.de/de/buerger/freize ... arks/lene/), die es durchaus mit den teureren, fast durchsanierten Stadtteilen aufnehmen können und auch mich reizen. Zumal dort Preis/Leistung noch in einem besseren Verhältnis stehen. Trotzdem bin auch ich der Meinung, dass in Sachen Notsicherung noch einiges mehr laufen könnte, wenn nicht gar müsste.

    ^ Da hast du nicht ganz unrecht! Der Verlust von Altbauten, und seien sie auch keine Highlights, ist umso ärgerlicher, weil wir wissen was uns danach so gut wie immer leider erwartet: Unangepasster, stilloser Mist. Gerade in diesem Stadtteil, wo die Platte um die Ecke mit billigen Mieten Konkurrenz macht.

    Traue keiner Visualisierung, die du nicht selbst gefälscht hast! Wäre ja nicht das erste Mal, das vorher alles so schön schick (/geschönt) ausschaut und hinterher dann doch nicht so toll und alle enttäuscht sind. Dann wills wieder keiner gewesen sein, aber der Drops ist dann schon gelutscht. Es müssen exakte Visualisierungsstanards (Farbe, Licht, Klare Hinweise wenn/wo/was manipuliert wurde, etc. ... eine Art Bilder-TÜV) her. Nicht nur bei Finanzprodukten wird beschissen. Schließlich handelt es sich hier um millionenschwere, unbewegliche Baukörper in frequentierten Bereichen von Städten, die die Allgemeinheit betreffen und nicht um bewegliche Produkte wie Autos, die einen vergleichsweise kurzen Lebenszyklus haben und die ich bei Bedarf schnell gegen was Neues eintauschen kann.

    Booni: Nunja, aber da bist du ja schon wieder bei dem Denkfehler, dass alles per Auto erreichbar sein müsste! Ein ordentlich ausgebauter Nahverkehr wäre eine Alternative. Und für all die, die trotzdem nicht aufs Auto verzichten können, gibts bekanntlich genügend Alternativen.