• tja, genau diese Gedanke hatte ich auch: kalte, unpersoenliche Arhchitektur fast wie aus der NS Zeit.
    Genau so ein kaltes Gebeaude wie der Kulturpalast in Dresden, und der ist schon mindestens 50 Jahre aelter als dieser ""Entwurf""

  • Mit dem Neoklassizismus der NS-Zeit hat dieser Neubau überhaupt nichts zu tun. Ein neoklassizistsischer Neuentwurf wäre ja noch ein angenehmer Hingucker. So orientiert sich der Neubau stilistisch an der daneben liegenden Meistersingerhalle aus den 1960er Jahren. Immerhin bleibt das Ensemble stimmig und wird nicht durch einen noch grelleren modernistischen Kontrast verunruhigt.

  • 20 Bildvergleiche, beginnend mit dem Egidienplatz und dem Pellerhaus:

    "Am 2. Januar 1945 zerstörten britische Bomben die komplette Nürnberger Altstadt. Dabei starben 1850 Menschen, 100.000 verloren ihr zu Hause. Tausende Tonnen Sprengmaterial wurden über der Innenstadt abgeworfen. Die Trümmer der Nürnberger Wahrzeichen werden zum Abbild einer vom Krieg gezeichneten Gesellschaft. Die Fotos des Stadtarchivs Nürnberg zeigen die verheerenden Schäden.

    Die Aufnahme zeigt das Pellerhaus und die Kirche St. Egidien vor 1905."


    Bilder der Zerstörung: Nürnberg vor und nach den Bombenangriffen von 1945 - Nürnberg - nordbayern.de

  • Die Denkmalbehörde hat die Vorgabe gemacht, die Fassaden "differenziert wiederherzustellen".


    Was das heißt, weiß jeder hier mit etwas Erfahrung. Der "Bruch" ist gewünscht.


    :kopfwand::aufdenkopf:

  • Der denkmalschutz konterkariert sich in Nürnberg selbst. Er fordert häufiger als es Eigentümer manchmal selbst vorhaben, an Denkmälern irgendwelche neuzeitlichen Zutaten hinzuzudichten. Was für ein Quatsch, da wird eine historisch nicht belegte und nicht bedeutende Zeitschicht erfunden und hinzugefügt. Wozu dann der Denkmalschutz? Ich schüttel nur noch den Kopf über diese elfenbeinturmartige Amtsausübung.


    Hoffen wir dass das nicht so kommt, zumal ich auch hoffe, dass die IHK höchstselbst auch keine albernen Experimente wünscht, nachdem sie selbst im Zuge der Sanierung Denkmalsubstanz sorgfältig saniert haben.

  • Ich habe gerade zufällig ein Bild aus Nürnberg gesehen, so weit ich das weiß ist das heute einer der berühmtesten Plätze der Stadt. Ein Gebäudedetail hat mich dabei sehr irritiert, deswegen wollte ich hier mal nachfragen, was es damit auf sich hat?


    Tierg%C3%A4rtnerplatz_-_Nuremberg%2C_Germany_-_DSC02019.jpg


    Ich meine den oberen Teil des Sandstein-Giebels rechts. Bei der Suche habe ich auch folgendes Bild gefunden:


    nuernberg-altstadt-nachts-01-2400x1351-600x338.jpg


    Das sieht ebenfalls kurios aus, allerdings nicht ganz so unpassend wie das erste Bild.


    Ist das Gebäude historisch, oder aus Sandstein wieder aufgebaut? Was wurde da in den letzten Jahren umgebaut? Und wie sah es dort früher aus?

  • Die Giebelspitze wurde nach dem Krieg aus Ziegelmauerwerk wieder aufgebaut. Im Zuge der Renovierung durch den Eigentümer sind die Ziegelflächen verputzt und gestrichen worden. Eine Wiederherstellung aus Sandstein wurde soweit ich das mitbekommen habe auch nie diskutiert. Auf deinem unteren Foto kann man es nur sehr schlecht erkennen, da war aller Putz ab und die Sandsteinflächen noch unsaniert.

  • Ja, man muss wissen, dass Nürnbergs "Altstadt", welches von den Nürnbergern auch als Altstadt wahrgenommen wird, mit Ziegelsteinen wieder aufgebaut wurde. (Und nicht mit Fachwerk oder Sandsteinen).

  • Bieterverfahren um das zu rekonstruierende "Haus zum Savoyischen Kreuz"

    Diese Woche fand die zweite Bieterrunde um das "Haus zum Savoyischen Kreuz" statt. Und wie ich erfahren habe sind die Altstadtfreunde noch im Rennen! Als einer von drei Bietern! Das Thema Preis sollte nun ausgereizt sein, jetzt geht es noch um das Konzept.

  • "Das geplante neue "Parkhotel" neben der Meistersingerhalle ist einen wichtigen Schritt weitergekommen: Im Rahmen eines Wettbewerbs wurde die Fassadengestaltung festgelegt."


    Im Rahmen eines Wettbewerbs?


    hier


    Hintegründe. (hier)


    (Dieses Gelände ich habe ich bereits fotografiert. Der Luitpoldhain-Park ist eines der wenigen Filetstücke in Nürnberg. Auch das Ramadanhotel fügte sich gut in die Parklandschaft mit den alten Bäumen ein, da es doch sehr niedrig gebaut ist.

    Die Meistersingerhalle betrachtete ich immer mit Wohlwollen, da die Platzgestaltung so etwas großzügiges an sich hatte, was ich anerkenne.

    Schade, dass diese Großzugügigkeit mit den Neuplanungen (Hotel + Konzerthaus) verloren geht. Viele alte Bäume werden dafür geopfert. Es hätte andere geeignetere Stellen gegeben, die eine Aufwertung verdient hätten. )

  • Vielleicht könnte man ja der Einfachheit halber das Mercure-Hotel aus Potsdam dorthin translozieren. Nürnberg bekäme sein Hotelhochhaus vergleichbarer ästhetischer Qualität. Und in Potsdam könnte man den Lustgarten wieder begrünen. Praktisch als ökologische Ausgleichsmaßnahme.

  • Ich habe da meine Zweifel ob dieses Hotel überhaupt entstehen wird. Es bedeutet einen Zuwachs von nur 60 Zimmern, von 190 auf 250. Mit jahrelangen Arbeiten und weiteres Drehen an der Preisschraube für Hotelzimmer nach unten.

  • Das stimmt. Allerdings leben wir in Zeiten, in der man überall händeringend nach einem Investment sucht. Banken sind froh, wenn sie investieren können. Das Blödeste was man heute haben kann, ist viel Cash. Geld ist nichts mehr wert.

    Ich weiß natürlich nicht, wie es um der Familie Rübsamen finanziell bestellt ist und welche Partner sie ins Boot ziehen wollen.

  • Zitat aus dem zweiten Artikel:

    Quote

    Üblicherweise geht die Feuerwehr gegen Dachbodenbrände auch von außen über die Dachhaut vor. Bei vielen älteren Gebäuden reicht es, dafür Teile der Dachpfannen zu entfernen, um an Brandherde heranzukommen. Hier allerdings erschwerte die umfassende energetische Sanierung des Gebäudes, die vor rund zwei Jahren durchgeführt worden war, den Einsatzkräften die Arbeit massiv.

    Mehrere Schichten aus Dachpfannen, Lattung, Konterlattung, Dampfsperre, Wärmedämmung und Abschlussplatten mussten die unter schwerem Atemschutz arbeitenden Feuerwehrmänner einzeln entfernen oder durchbrechen, um in den Dachraum vorstoßen und dort endlich Löschwasser versprühen zu können. Dies trug dazu bei, dass über Stunden hinweg immer wieder neue Brandherde aufflackerten, sich ausbreiteten und mühsam gesucht und schließlich erstickt werden mussten.

  • ^

    Ja leider, erhärtet meine Sichtweise auf die Wärmedämmerei bei Baudenkmälern bzw. auch bei kunsthistorisch wertvoller Bausubstanz. Es ist nicht nur teuer, entstellt nicht selten das Bauwerk und richtet am Ende viel Schaden an. :-(

  • Viele Bauherren sind zum Glück schon darauf gekommen, dass Wärmedämmung dieser Art nicht nur teuer, in den meisten Fällen allein nutzlos und auch schädlich für die Bausubstanz ist. Wie man an diesem und leider vielen anderen Fällen sieht, ist das das auch "brandgefährlich"!


    Leider basieren diese Wärmeschutzverordnungen aufgrund erfolgreichen Lobbyings der Dämmstoffindustrie und die dazugehörigen Förderungen ebenfalls... es fehlt heutzutage leider der gesunde Hausverstand und die verantwortlichen Politiker. So werden wir auch weiterhin viele wertvolle Gebäude durch diesen angeklatschten Sondermüll verlieren.


    Dank des Klimawandels brauchen wir aber zum Glück bald keine Dämmung mehr...aber dem dummen Volk wird man dann natürlich einreden, dass dann die Kälte der Klimaanlage nicht so rasch durch die Außenmauer dringt!:ueberkopfstreichen:

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)