Populismus-Vorwurf in der Architektur

  • Manchmal bin ich mit @Königsbau einer Meinung. Ich finde ein Diskussionsforum interessanter als eine Propagandaplattform.


    Niemand muss einen gewissen Hochschulprofessor "besiegen". Man kann ihn doch einfach links liegen lassen und als Teil des Meinungsspektrums einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft akzeptieren.


    Die Argumentation, man dürfe bestimmte kritische Meinungen nicht äußern, weil das dem Feind in die Hände spiele und der großen gemeinsamen Sache schade, ist mir aus kommunistischen Parteien nur allzu vertraut. War der Kommunismus erfolgreich mit seiner Kommunikationsstrategie? Nein. Es gab keine freie Diskussion, der "Klassenfeind" wusste trotzdem bescheid und konnte umso besser Gegenpropaganda gegen den Kommunismus machen.


    Die Überlegungen von @tachMarkus scheinen mir stark vom Leninismus inspiriert zu sein.


    Ich finde es besser, wenn verschiedene Aspekte eines Themas in kontroversen Diskussionen angesprochen werden können.


    Fragen von Architektur und Städtebau sollten nicht einem politischen Lagerdenken untergeordnet werden. Unsere gebaute Umwelt wird von den unterschiedlichsten Menschen genutzt und sie sollte dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen.


    Ich sehe in den Äußerungen von Wikos und Markus oben richtige Beobachtungen, aber nicht die richtigen Schlussfolgerungen. Die beste Taktik ist es, das Freund-Feind-Denken hinter sich zu lassen.

  • Quote

    "Diese Kultur des öffentlichen Diskurses wünscht sich Trüby auch in der Bundesrepublik."

    Quote

    eine von "guten Argumenten" getragene Architekturdebatte in Deutschland

    Das ist ein öffentliches Forum, also nur zu, wo sind die gute Argumente seitens des Professors und seiner Anhängerschaft?

  • Die Überlegungen von @tachMarkus scheinen mir stark vom Leninismus inspiriert zu sein.


    Die beste Taktik ist es, das Freund-Feind-Denken hinter sich zu lassen. (Ist dir ja gelungen mit obiger Aussage)

    Du hast noch vergessen einen Bezug zum Nationalsozialismus herzustellen — "Der Feind hört mit".


    Willst Du mir noch eine Mao-Bibel in die Hemdtasche stecken oder können wir einen Gang runterschalten und frei von solch haarsträubenden Unterstellung weitermachen?

  • @tachMarkus, sei bitte nicht beleidigt, sondern überlege, wie ich es wohl gemeint haben könnte!


    Vergessen habe ich da nichts. Zum einen, weil ... (aufgrund der in deinem vorletzten Beitrag mitgeteilten Erkenntnisse meiner Selbstzensur zum Opfer gefallen). Zum anderen, weil der Leninismus zeitlich vor den beiden anderen Ideologien beginnt.


    Dein martialischer anderer Thementitel ... (Selbstzensur). Da scheint mir deine Wortwahl nicht ganz so glücklich gewesen zu sein, weil ... (Selbstzensur). Man sollte beim Sprachgebrauch aufpassen, denn ... (Selbstzensur).

  • Wenn ich in dem von Heimdall verlinkten Text schon lese, bei der Altstadt handele es sich um einen „ideologisch umkämpften Ort“, dann kann ich nur feststellen, dass diese Kampfansage einseitig von der linken Kulturszene ausgeht. Die Altstadtbefürworter, ganz gleich aus welcher politischen Ecke, wollen keinen Kampf, deren Anliegen sind geradezu pazifistisch. Warum drängt man ihnen also einen Konflikt auf, den sie gar nicht wollen? Die neue Altstadt wurde nicht geschaffen um politisch instrumentalisiert zu werden, daran sollten sich alle halten.

    Ein Feindbild ist zwingende Bedingung insbesondere für die Existenz linker Szenen. Damit und mit dem Trick der Bündnisbildungen haben es sogar die ewig gestrigen Täter aus der Vorwende-DDR geschafft, wieder salonfähig zu werden. Es nützt nichts, dies zu negieren und die andere Wange hinzuhalten, wenn man auf die eine geschlagen wird.

  • Ich sehe in den Äußerungen von Wikos und Markus oben richtige Beobachtungen, aber nicht die richtigen Schlussfolgerungen. Die beste Taktik ist es, das Freund-Feind-Denken hinter sich zu lassen.

    Das wäre zwar wünschenswert, ist aber ohne breite Medienunterstützung völlig kontraproduktiv.

  • Ein Feindbild ist zwingende Bedingung insbesondere für die Existenz linker Szenen.

    Zum Beispiel Migranten, Lübcke und "Merkel muss weg"! Da kann man ja schon mal ein paar Leichensäcke besorgen. Ach nein, das waren ja die Rechten. Was sollen diese politischen Feindbilder hier schon wieder, die vollkommen ohne Zusammenhang in die Öffentlichkeit gestreut werden?

    Kunsthistoriker, Webdesigner und Blogger
    Unterstützt den Verein ehrenamtlich als technischer Administrator und Webdesigner

  • Was ist denn an der Aussage von Elbegeist so falsch, Tegula?? Dass die Angriffe auf Rekonstruktionsprojekte seit Jahren in erster Linie aus dem linken, angeblich politisch progressiven Lager kommen ist doch wohl nun wirklich keine Neuigkeit, oder? Und dass ein unbedeutender Sesseltheoretiker namens Trüby durch seine unsäglichen Nazi-Tiraden gegen die Frankfurter Altstadt eine bundesweite Bekanntheit bekommen hat, ist ebenso wenig überraschend. Im Sinne von Elbegeist lässt sich feststellen: Das Feindbild "Rekonstruktion" ist tatsächlich zwingende Bedingung für die "Existenz gewisser linker Szenen".

  • Jetzt hört mir doch mal auf mit diesem politischen Schubladendenken - wenn jemand Rekonstruktionsbefürworter als Nazis beschimpft, sollte erst einmal nach pathologischen Ursachen gesucht werden und nicht zwingend nach politischen - jedoch weiß ich nicht ob hier einer der Foristen vom Fach ist um ein solches Störungsbild genau beurteilen zu können.
    Menschen welche sich in ein solches Muster hineinsteigern, benötigen meines Erachtens nach in erster Linie fachärztliche Hilfe anstatt politische Eskapaden.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Ich glaube nicht dass man Trüby und seiner Brüder im Geiste verstehen kann, wenn man sie schlicht als "pathologisch" bezeichnet. Wer die Trübys dieses Landes verstehen und letztlich entlarven will muss deren politisch-ideologischen Hintergrund hinterfragen und thematisieren. Und von derlei Analysen ist dieser Strang übrigens voll.

  • Ich sag es nur äußerst ungern, aber mit vielen Einträgen in diesem Diskussionsstrang schießt sich dieses Forum ins eigene Bein...

  • Glaube ich nicht. Von solchen Diskussionen lebt ein Forum, und bei diesem Thema muss diskutiert und widersprochen werden. Die Frage ist nur, ob das öffentlich stattfinden muss, aber Auerbachs Keller, wo dieser Strang gut aufgehoben wäre, würde ja geschlossen.

  • @Bismarck# die Ursache in politischen Landschaften zu suchen, hieße das Pferd von hinten aufzäumen. Vielmehr ist es doch so, daß sich Menschen aufgrund ihres Gemüts - und Geisteszustandes politische Nischen suchen wo sie sich verstanden und heimisch fühlen. Die Ursache hierfür sind (oftmals unbegründete) Ängste, welche sich bis hin zu Phobien und Hysterie steigern können. Hierbei entwickelt der Mensch ein "Verteidigungs" bzw, Abwehrverhalten was sich in Haß und Vernichtungswillen steigert. Hier will ich mal ein einfaches Beispiel geben; mutmaßliche Tierquäler welche Hunde vergiften, tun so etwas in der Regel nicht aus reinem Sadismus heraus, sondern weil sie sich derart darin reingesteigert haben, daß ihn jeder Hund was böses will - gäbe es eine demokratich zugelassene politische Landschaft welche die sinnlose Tötung von Wirbeltieren zumindest tolertirt, wären die wohl dort zu finden.


    Für gewisse Modernisten ist wohl unser Verein so etwas wie ein Rudel bissiger Hunde, welche zähnefletschend jeden Fleck unserer traditionellen Baukultur verteidigen und auch im Ernstfall bereit sind, empfindlich zuzubeißen :biggrin:

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Für gewisse Modernisten ist wohl unser Verein so etwas wie ein Rudel bissiger Hunde, welche zähnefletschend jeden Fleck unserer traditionellen Baukultur verteidigen und auch im Ernstfall bereit sind, empfindlich zuzubeißen

    Das müsste dann aber wirklich als pathologisch bezeichnet werden, wenn dem so wäre. :lachentuerkis: Zumindest gegenwärtig.


    Ein kleiner Verein, der Widerspruch zu einem Milieu wagt, das sämtliche Hochschulen geistig besetzt hält, den BdA dominiert, die Bauverwaltung in der Regel auf seiner Seite weiß, die Presse zur Not positiv gestimmt sieht, sich mit Preisen nur so überhäuft und dessen Erzeugnisse sicherlich 90% des Bauvolumens ästhetisch prägen. Und dieser Verein soll als "Rudel bissiger Hunde" wahrgenommen werden?


    Wegen einer Handvoll Rekonstruktionen, die sich über Jahre hinziehen? Und wegen etwas Kritik in diesem Forum?
    Es dürfte eher die Angst des Elefanten vor der Mücke sein, oder? :zwinkern:

  • Das müsste dann aber wirklich als pathologisch bezeichnet werden, wenn dem so wäre. :lachentuerkis: Zumindest gegenwärtig.

    Uns mit Nazis gleichzusetzen, ist doch im Grunde genommen auch nichts anderes. :gehtsnoch:

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Jetzt hört mir doch mal auf mit diesem politischen Schubladendenken - wenn jemand Rekonstruktionsbefürworter als Nazis beschimpft, sollte erst einmal nach pathologischen Ursachen gesucht werden und nicht zwingend nach politischen - jedoch weiß ich nicht ob hier einer der Foristen vom Fach ist um ein solches Störungsbild genau beurteilen zu können.
    Menschen welche sich in ein solches Muster hineinsteigern, benötigen meines Erachtens nach in erster Linie fachärztliche Hilfe anstatt politische Eskapaden.

    Nur pathologische Ursachen wären zu kurz gesprungen. Trüby steht in einer langen Reihe von Gleichgesinnten, die den vermeintlichen rechten Feind auf unterschiedlichste Art erkennen, enttarnen und packen wollen. Ob über die Sprache, die Stellung zum Gender-Problem, oder eben über ihre Vorliebe zur Reko. Ihre gemeinsame Triebkraft ist der Hass, den sie aber mit den radikalen Rechten teilen. Hinzu kommt aber in der linken Szene die kommunistische Triebkraft Neid! Kurios: in Politischen Wörterbüchern der DDR war dieser Begriff nicht zu finden!
    Was hat das nun mit uns zu tun? Hier in Dessau wurden gerade (frei "nach Trüby") rund 13000 ehrliche, aufrechte Bürger als Rechte geoutet, weil sie für die Reko gestimmt haben. Einen größeren Keil kann man wohl kaum in die Bevölkerung treiben. Leider enthalten die Gesetze keine Bestimmungen zur Unterbindung.

  • Trüby steht in einer langen Reihe von Gleichgesinnten, die den vermeintlichen rechten Feind auf unterschiedlichste Art erkennen, enttarnen und packen wollen.

    Eben - und das ist schon irgendwie pathologisch....man sieht und mutmaßt das Böse an jeder Stelle.

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  • Liebe Forumskollegen,


    bitte schreibt doch nicht dauernd solche unausgegorenen Beiträge über die vermeintlichen Beweggründe politisch Agierender, Straftaten im Straßenverkehr durch Anbringen von Aufklebern auf Verkehrsschildern oder den Krankheitswert von Meinungsäußerungen.


    Wie soll denn dieses Forum ernst genommen werden, wenn hier ständig zu allen möglichen Themen Thesen aufgestellt werden, die nichts zu einer Diskussion beitragen, außer dass sie erkennen lassen, dass sich derjenige der sie äußert niemals eingehend mit dem betreffenden Thema beschäftigt hat. Das Meiste ist doch einfach nur so daher gesagt, ohne dass es eine empirische/rechtliche Grundlage hat.


    Mit solchen Beiträgen bringt man doch dann auch die hier wirklich fundierten Äußerungen zu Fragen der Stadtbildgestaltung in Misskredit. Mit den Thesen eines Trüby kann man sich doch inhaltlich auseinandersetzen, ohne ständig (nicht fundiert plausibel gemachte) Mutmaßungen darüber aufzustellen, warum welcher Akteur, welche Meinung zu irgendeinem Thema vertritt. Auch wenn andere das auch so machen, ist dies doch kein Grund es ebenso zu tun.


    Man muss auch nicht über jeden Aufkleber, den wer weis wer (ja wahrscheinlich aus dem "linken Spektrum") irgendwo hin klebt, ewig ereifern. Das wertet solche Aktionen doch nur unnötig auf.


    Zum Schluss noch: Onkel Henry. Deine Versuche in hitzigen Diskussionen vermittelnd einzugreifen bewundere ich wirklich sehr. Aber bei manchen Äußerungen wäre weniger mehr.

  • Das sehe ich im Prinzip ähnlich, "Andreas". Ich bin auch gegen aufgeregte Aufwertungen jeder voraussehbaren Kleinäußerung einer bestimmten Klientel, sondern für eine inhaltliche Auseinandersetzung, wo das relevant ist.


    Dennoch kann man natürlich bestimmte politische Beweggründe nicht leugnen. Denn schließlich äußern sich ja auch bestimmte Protagonisten politisch-ideologisch. Nicht nur in Potsdam beim Thema Fachhochschule und Garnisonkirche, sondern auch an anderer Stelle.


    Bezüglich des Krankheitswertes von Meinungsäußerungen bin ich bei Dir. Mein letztes Posting drückt das mit etwas anderen Worten aus.
    Wobei ich allerdings bleibe, ist für mich ein narzisstisches Element beim Aufgreifen bestimmter Terminologien und Positionierungen. Dazu verleitet der aktuell tonangebende politische Diskurs einfach zu sehr. Eigentlich unbedeutene Personen erhalten Bedeutung, indem sie sich als Akteure auf einem angesagten politischen Parkett anbieten. Das ist so, wie ein Bekannter aus der Kunstszene mir mal sagte: "Willst du einen Filmpreis, musst du eben am besten einen Film zur NS-Zeit drehen." :zwinkern:

  • Dennoch kann man natürlich bestimmte politische Beweggründe nicht leugnen. Denn schließlich äußern sich ja auch bestimmte Protagonisten politisch-ideologisch. Nicht nur in Potsdam beim Thema Fachhochschule und Garnisonkirche, sondern auch an anderer Stelle.

    Natürlich spielen auch bei Stellungnahmen zu bestimmten Projekten politische Beweggründe eine Rolle. Das ist ja im Grundsatz auch erstmal legitim. Es mag ja auch Gruppen oder Personen geben, die eine bestimmte Rekonstruktion aus politischen Gründen befürworten und nicht das Stadtbild im Blick haben. Mir geht's in erster Linie auch darum, dass vermeintliche politische Beweggründe nicht nur einfach behauptet (wie die Linken machen das immer so weil...), sondern im Einzelfall an Hand von Belegen auch nachgewiesen werden. Der Bau der Garnisonkirche in Potsdam ist da sicher ein zutreffendes Beispiel.


    Was ich aber in Abrede stellen, ist die Vereinfachung dass eher konservativ denkende Menschen ein Stadtbild in unserem Sinne und andere eines mit Rasterfassaden befürworten. Dass dem nicht so ist zeigt, worauf ich schon mehrfach hingewiesen habe, der Blick auf die in diesem Forum ja vielfach zu sehenden Einzelfälle. Das aus Gründen der Gewinnorientierung Altbauten abgerissen werden ist sicher kein unbedingt linkes Phänomen und der Spruch vom "Schandfleck" der weg muss, ist in allen politischen Lagern zu finden.