Posts by Elbegeist

    Nicht nur die Architektur! Das Konstruieren wird in allen Bereichen vom Computer unterstützt. Das geniale Talent alter Konstrukteure, eine gute Vorstellungskraft vom Endprodukt zeichnerisch umzusetzen, wird der Maschine übertragen. Nicht übertragbar war in vielen Fällen die unverzichtbare Kenntnis über Werkstoffverhalten und gewünschte Funktion. Was in der Architektur auf Grund einer relativ geringen Anzahl an Baustoffen noch an geht, führt bei technischen Konstruktionen regelmäßig zum Desaster. Hier ist der Gestalter mangels Erfahrung oft bestrebt, Metallformen unverändert in Plastik zu übernehmen, ohne völlig verschiedene Festigkeit zu berücksichtigen. Und so ärgert man sich fast täglich über zu schwache Teile, vom Fahrrad bis zum Küchengerät. Ein Computer kann nur dann Erfahrung ersetzen, wenn er damit "gespickt" ist.

    Nun, auch bei den christlichen Denkmälern geht es um Aktuelles, sprich Zeitloses. Ein ideologisch motivierter Abriss der Pestsäule würde der Stadt Wien so wenig Heil und Segen bringen, wie es in Prag nach 1918 der Fall war. Übrigens wären die Denkmäler per se natürlich zu erhalten, vielleicht sogar in situ. Eigentlich geht es ja um das "Forum", nicht um die Figuren.

    Natürlich . Aber eben um politisch relevante Figuren. Und ein M/E-Forum hat natürlich eine vielfach größere Wirkung, als ein einzelnes Denkmal oder gar ein Straßenname

    Im Gegensatz zu alten christlichen Monumenten, bei denen der reine Denkmalswert für ihre Erhaltung spricht, sieht es hier etwas anders aus. Hier geht es um hoch Aktuelles. Erinnern wir uns nur an das Geständnis eines ehemaligen Bundeskanzlers, der auch heute wieder eine recht zwielichtige Rolle spielt: "Ja, ich bin Marxist!"

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    Mit geht es nur darum klarzustellen, dass man Persönlichkeiten nach der Zeit, in der sie lebten, beurteilt, und nicht was später massenmörderische Diktatoren sich für ihr Weltbild zusammen gestückelt haben.

    Man muss heute Persönlichkeiten darnach beurteilen, welchen Schaden sie heute noch für die freiheitlich-demokratische Grundordnung anrichten können, wo missbrauchenden Diktatoren längst nicht mehr existieren. Der Missbrauch findet durch die Aktivierung von Massen statt, auf der Basis der ideologischen Vorreiter. Vorrevolutionäre Übungen können wir gerade bestens beobachten.

    Da kennst du das Kleingedruckte der Verträge besser als ich.

    Platz Es gibt einen Rechtsnachfolger...

    "Die Bundesrepublik verpflichtete sich daher im Jahr 1992 im Abkommen vom 16. Dezember 1992 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Russischen Föderation über Kriegsgräberfürsorge, ihren Bestand dauerhaft zu gewährleisten, sie zu unterhalten und zu reparieren. Jedwede Veränderungen der Denkmale bedürfen dabei der Zustimmung der russischen Föderation."

    Die Denkmale wurden vor Stalins Tod errichtet. Nach 1953 verschwand sein Name aus der Öffentlichkeit der DDR. Ich hätte gedacht, dass man schon damals auch die Ehrenmale berücksichtigt hätte.

    @ Elbegeist Nö, es ist schlicht in den völkerrechtlichen Verträgen begründet, in denen sich die Bundesrepublik beim Abzug der sowjetischen Soldaten damals zu dem Erhalt der "Ehrendenkmäler" verpflichtete.

    Es wirft eigentlich nur ein Bild auf deinereiner, was du wieder alles fälschlicherweise hineininterpretierst.

    Stalinzitate haben auch trotz Verträgen in der Öffentlichkeit nichts mehr zu suchen. Man kann sie abdecken oder unzugänglich machen. Da sind die Verpflichtungen erfüllt.

    newly


    Du kannst noch so viel Jubelschriften über die Marx-Brothers hier schreiben und das soll Dir auch unbenommen bleiben, aber Millionen reale! Opfer des Sozialismus wirst auch Du nicht wegschreiben können. Ich sehe genau aus diesem Grund nichts Gutes in dieser bei seiner Umsetzung stets und überall verheernden Ideologie.


    Um es auf den Punkt zu bringen: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Man hätte so wie man nach dem Krieg bei uns die Nationalsozialisten verboten hat, auch nach der Revolution 1989 die SED verbieten müssen. Beide sind dezidierte Feinde unserer Demokratie. So schwer es für Sozialisten auch zu ertragen sein mag, aber gerade die freie Marktwirtschaft hat dazu geführt, dass es es den Menschen weltweit noch nie so gut ging wie heutzutage! Wie gut es den Menschen in den verbliebenen Planwirtschaften in Cuba oder Nordkorea geht...

    Es ist nicht der Sozialismus in Urform, der die größte Gefahr bildet. Seine Umsetzung kann nur über eine nie da gewesene Diktatur erfolgen, die schlimmsten Falls im Stalinismus endet. So merkwürdig es klingen mag: viele Ostdeutsche wünschten und wünschen sich eine "Freiheit und Sozialismus". Aber das ist reine Utopie. Die Gefahr für Andersdenkende ist durch die neue Revolution viel zu groß. Und deshalb darf diese nicht gefördert werden. Vom Kaiser haben wir hingegen nichts zu befürchten.

    Ich höre zum ersten Mal von noch existenten Zitaten Stalins. Das wirft aber ein deutliches Bild auf die Bewohner dieser Stadt. Vermutlich gibt es aus Angst vor Repressalien keine Aktionen dagegen. Da würden die Lehren von M/E sofort praktisch umgesetzt, wie man gerade gut verfolgen kann. Und wenn sich Bewohner ganzer Straßenzüge aus Angst nicht mehr auf die Straße wagen, so ist das immer noch kein Grund für die Politik, einzuschreiten. Davon geht ja auch keinerlei Gefahr aus!

    P.S.: Interessant ist die Gorbatschow-Verehrung auch unter dem Gesichtspunkt, dass ihr kein Pendant in der Verehrung Ronald Reagans oder von George Bush sr. entgegen steht. Ohne die beiden hätte es wohl auch keine Wiedervereinigung gegeben, zumal ein gewisser Druck auf Großbritannien und Frankreich aufgebaut werden musste, um die neue Entwicklung zu akzeptieren. Reagan-Statuen sind zwar in Tiflis/Georgien oder Budapest prominent platziert, in Deutschland ist mir aber aber nur die versteckte Figur auf dem Dach der Berliner US-Botschaft bekannt. Bush ist in dem Berliner Denkmal "Väter der Einheit" vor dem Springer-Haus zu sehen. Dort aber zusammen mit Kohl und Gorbatschow.

    Ich bin zudem mal gespannt, wann die ersten Denkmalideen für den Friedensnobelpreis-Bomber Obama in Deutschland aufkommen. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

    Gorbatschow hat bei den Ostdeutschen erhebliche Sympathie erweckt. Jahrelang weigerte sich die DDR, die Perestroika mitzumachen: "Wir müssen nicht tapezieren, nur weil es der Nachbar tut". Der Druck im Kessel nahm stark zu. Als dann Gorbi seinen viel zitierten und unterschiedlich übersetzten Satz vom "zu spät Kommenden, den das Leben straft" dem Volk zu rief, war klar, dass, nicht wie 1953, die Machthaber in Berlin nicht wieder mit sowjetischer Unterstützung zu rechnen brauchten. Die friedliche Revolution war nicht mehr aufzuhalten. Das hat man ihm nie vergessen. Trotz alledem: das Dessauer Denkmal war eine reine Privatinitiative.

    Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals eine solche Steppjacke getragen hat und ob es diese vor 30 Jahren schon gab. Aber Kunst ist nun mal Kunst...

    Sobald die Gefahr der Einflussnahme in eine bestimmte politische Richtung besteht, muss über ein für und wider diskutiert werden, bevor Denkmale (wieder) errichtet werden. Nicht umsonst wurden alle Nazi-Relikte restlos beseitigt (einschließlich bekannter Gräber) um nicht als Sammelpunkt für ewig gestrige zu dienen. Diese Gefahr besteht auch im vorliegenden Fall.

    Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung wurde in Dessau ein Gorbatschow-Denkmal enthüllt. Es geht auf eine Initiative des ehemaligen OB zurück und wurde durch private Spenden finanziert. Die Meinungen dazu sind widersprüchlich. Die Aufstellung wird begrüßt, aber es gibt Kritik am Werk des Hallenser Künstlers. Berechtigte Kritik gibt es am Fehlen eines Strichs an einem bekannten Symbol an einem Hammer. Dadurch wurde aus dem Symbol der Atomwaffengegner ein Mercedesstern. Mir persönlich erscheint das Abbild etwas zu hager.

    https://www.wochenspiegel-web.…n_Dessau_ein_Denkmal.html

    https://www.deutschlandfunk.de….html?drn:news_id=1179470

    Nicht "man". Und "wir" schon gar nicht. Über die Verwendung werden sich die Russen Gedanken machen, nachdem ihnen dieser Fund zurückgegeben wurde. Nichts anderes ist zu erwarten.

    Sollte das BZ in Polen gefunden werden, ist eine Rückgabe an Russland durchaus nicht selbstverständlich. Dazu ist es ein viel zu gutes Druckmittel für ausstehende "Rückgaben". Die BRD hätte auch gern einiges sehr Wertvolles zurück. Von politischen Fragen ganz abgesehen.

    So ganz verstehe ich den Hype um das Bernsteinzimmer nicht. Das Zimmer ist längst rekonstruiert worden. Ich habe es letztes Jahr bei St. Petersburg besichtigt. Wenn es doch gefunden würde, würde es ohnehin an Russland zurückgegeben. Dann kann man dann zwei Bernsteinzimmer in St. Petersburg besichtigen, ein Original und eine Rekonstruktion.

    Das Original ist, wie überall in der Archäologie, durch keine Rekonstruktion ersetzbar. Über die Verwendung kann man sich Gedanken machen, wenn man es gefunden hat.

    Was soll das alles bringen?

    Völkerverständigung? Oder Revanchismus?

    Ist es nicht sinnvoller, in die Zukunft zu sehen und diese Dinge ruhen zu lassen?

    Nein. Hier geht es um das wieder Auffinden eines (beinahe) Weltwunders. Da haben alle Vorwürfe hinten anzustehen. Aber es ist auch in allen Richtungen zu ermitteln.

    Im Keller des Königsberger Schlosses wurden verkohlte Bernsteinreste gefunden. Diese Reste gab es immer dort, wo beim Transport Stücke abplatzten. Was fehlt, sind die Metallbeschläge, die nicht verbrennen konnten und eine eindeutige Identifizierung ermöglichten.