Dresdner Bausituation

  • Ich dachte, die Brücke wird erstmal nicht gebaut? Ein Tunnel wäre wirklich deutlich besser gewesen, sehe das so wie Philipp.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Das obere Elbtal ist zwar inzwischen Unesco-Weltkulturerbe - aber es ist eben zugleich ein gigantischer Ballungsraum (und dies schon seit dem 19. Jahrhundert), der von Meißen über Radebeul und Dresden bis hin nach Heidenau und Pirna reicht.


    Wenn dieser alte Kulturraum durch etwas verschandelt wurde, dann wohl durch die endlose Ansammlung von Plattenbauten in der Johannstadt.


    Eine Brücke halte ich hingegen durchaus für vertretbar oder sogar für notwendig - ein Blick auf die Karte zeigt, daß es elbaufwärts nach der Albertbrücke mit Ausnahme des blauen Wunders keine einzige Brücke mehr gibt, bis dann in Pirna zwei Brücken kommen.


    Wenn das blaue Wunder irgendwann mal langfristig für den Verkehr gesperrt wird (es darf ja schon seit DDR-Zeiten nicht mehr mit der Straßenbahn befahren werden) und/oder total rekonstruiert werden muß (was mehrere Jahre dauern dürfte), gibt es zwischen dem Dresdner Stadtzentrum und Pirna auf über 20 km keine einzige Brücke mehr - und das in einem auf beiden Seiten der Elbe dicht besiedelten Raum. Daß sich dies nicht unbedingt positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung des Dresdner Ostens auswirkt, dürfte klar sein... auch die Autofähren mit ihrer sehr geringen Kapazität können dem nicht entgegenwirken.


    Ein Tunnel dürfte natürlich die optimale Lösung sein, doch schlicht und ergreifend nicht finanzierbar.


    Ich kenne Meißen und auch Pirna recht gut, und in beiden Städten wurden in den neunziger Jahren ohne größere Probleme neue Brücken gebaut, welche die Verkehrssituation deutlich entspannen. Und gerade Meißen dürfte doch von Lage und Schönheit her Dresden kaum nachstehen bzw. liegt mit dem Weinbergen sogar schöner...


    Gerade habe ich mal in meinem Routenplaner eine Karte von Prag angezeigt und bin auf nicht weniger als 12 Brücken innerhalb von 10 km gekommen. Wird dadurch etwa die Prager Innenstadt irreparabel verschandelt? Wo soll nun das riesige Problem sein, wenn in Dresden eine einzige weitere Brücke gebaut wird?


    Was das blaue Wunder und Loschwitz/Blasewitz anlangt, so war der Bau dieser Brücke doch damals ebenso umstritten. In meiner Monographie zu Blasewitz sind einige alte Zeitungsartikel abgedruckt, die ebenfalls von Landschaftsverschandelung, Verbrechen usw. sprechen. Parallel dazu wurden übrigens die alten Ortszentren dieser Dörfer ziemlich rücksichtslos abgerissen und mit Gründerzeitarchitektur neu bebaut - heute zählen Blaues Wunder ebenso wie Körnerplatz und Schillerplatz zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dresdens...


    Na ja, das ist eben Dresden - wenn etwas neues gebaut wird, ist es schlecht und eine städtebauliche Katastrophe, wenn es dann mal lange genug steht, muß es unbedingt erhalten werden (siehe die damalige Polemik zum Yenidze-Gebäude, zum Erlweinspeicher, zur Kunstakademie, zum Polizeipräsidium usw. und die heutige Freude über deren Erhalt bzw. Rekonstruktion).


    Was Herrn Blobel betrifft, so macht dieser bei all der Würdigung seines Engagements einen ziemlich sektiererischen und intoleranten Eindruck, jemand, der wohl recht unangenehm wird, wenn mal jemand anderer Meinung ist. Inwiefern man als "Gönner Dresdens" einen Zusammenhang zwischen einer außerhalb gelegenen Brücke und der Rekonstruktion der Dresdner Innenstadt herstellen kann, ist mir eh schleierhaft.


    Wäre die Waldschlößchenbrücke schon 1862 gebaut worden, wären sowieso alle (einschließlich Herrn Blobel) für deren Erhalt, natürlich nur unter Berücksichtigung aller denkmalpflegerischen Gesichtspunkte :-)

  • Ich gebe zu, daß man gegenüber der Brücke geteilter Meinung sein kann. Ich habe meine deutlich genug zum Ausdruck gebracht und möchte auf dem Wege noch einmal anmerken, daß man tatsächlich schon im 19. Jahrhundert über einen Brückenschlag an dieser Stelle nachgedacht hat, sich aber meines Wissens aus den gleichen Gründen, die heute auch vorliegen, dagegen entschieden hat.


    @Prach


    Kennst Du Prof. Blobel persönlich? Ich nicht! Darum sollte man sich vor unerbittlichen Urteilen hüten. Im Gegensatz zu vielen anderen läßt er nicht nur Sonntagsreden von der Kanzel herab, sondern setzt sich mit finanziellen Mitteln persönlich ein. Ich denke da besonders an die Spende seines Nobelpreises von 1,7 Mio. DM für Frauenkirche und Synagoge. Durch diese Taten wird das Herzblut dieses Mannes für Dresden deutlich. Daß er gegenüber Stadträten, die intellektuell und geistig nicht immer auf der Höhe sind, mal emotional und heftig war oder sein könnte, würde ich eher positiv als negativ bewerten.


    Ich erkenne ihn da als einen von uns.

  • Da nun fast jeder hier im Forum seinen Senf zum Thema "Brücke" dazugegeben hat, möcht ich nicht nachstehen... :lachen:


    Ich kann Prach nur zustimmen. Die Brücke ist - gemessen an der Distanz, welche sie zu "überbrücken" hat - sehr elegant, sie ist langfristig gesehen verkehrstechnisch einfach nötig (u.a. begrenzte Nutzungsdauer des Blauen Wunders), und sie bringt Arbeitsplätze, wenn auch nur auf Zeit. Ein Tunnel würde ein Mehrfaches kosten.


    Wie wäre die Elblandschaft schön, wenn es GAR KEINE Brücken gäbe, aber dann müsste halt jeder hindurchschwimmen oder drüberfliegen... ok, ist ein wenig polemisch, aber das musste jetzt mal ´raus... :zwinkern:


    Was Herrn Blobel anbelangt, sind wohl alle Dresdner für seine Initiativen & Spenden dankbar, ohne Frage. Allerdings schleicht sich auch bei mir ab und zu das Wörtchen "Fanatiker" ein. Vielleicht braucht Dresden immer auch ein bißchen Fanatismus, damit zumindest in Teilen etwas bewirkt wird. Erpressung halte ich allerdings für kein probates Mittel, um Sympathien zu gewinnen...


    Gruß

  • Hier noch zwei aktuelle Bilder vom Kugelhaus am Wiener Platz. Leider wird die Kugel von einer Betonkante abgeschnitten (auf dem zweiten Bild zu erkennen). Weiterhin negativ sind mir die Verfugungen zwischen den Glasplatten des Kubus aufgefallen: anstatt neutrales schwarzes Blech zu nehmen (wie bei der Kugel), wurde eine metallic Farbe verwendet.



  • Da baut man nun so einen aufwendigen Blickfang und dann versteckt man ihn.
    Eigentlich sieht man die Kugel ja nur, wenn man direkt vor dem Haupteingang steht.
    Und dann auch wirklich nur direkt davor, weil schlauerweise die Haltestellenüberdachungen die Sicht verdecken.
    Von vorne wird die Sicht also durch die Haltestellen und von der Seite durch die Kuben verdeckt.


    Nix gutt.

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  • Und dann verdeckt man diese eingeschränkte Sicht noch durch so einen völlig deplazierten Betonbalken! :gehtsnoch:
    Soll das etwa Sichtbeton bleiben?

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  • Wie sieht's eigentlich mit dem Glashaus aus - wird dort endlich weitergebaut?
    Im Grunde finde ich die Entwicklung des Wiener Platzes nicht schlecht. Könnte als Cityentree die bisherige Situation ziemlich aufwerten.
    Wie gefällt Euch eigentlich die Umgestaltung der Prager Straße?
    Ich hoffe doch stark,dass diese überdimensionierten Holzsitzbänke eingewinterte Brunnen sind, die im Sommer wieder zum Füße kühlen einladen?
    Hier noch ein Rendering von der AGP. Ich denke (und hoffe), dass dieses nichtsagende Gebäude nicht viel mit dem (evtl.) zukünftigen Operettenbau zu tun hat?!


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  • was genau hat man denn an der prager umgestaltet? zu retten war da ja nicht viel...

    Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
    Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.

  • Man hat die Brunnen saniert und verkleinert, neue Granit(?)platten verlegt, eine Reihe von neuen Bäumen gepflanzt und die Geschäfte auf der Westseite zwischen den Hotels erneuert und aufgestockt. Mir gefällt die Umgestaltung sehr. Leider wird die Wohnzeile auf der Ostseite irgendwann saniert. Somit wird die Verlängerung des Wöhrl-Komplexes und damit die Verengung der Straße auf 20 m mittelfristig nicht möglich sein.


    Mal sehen, morgen wollte ich eigentlich mal wieder in die Stadt - vielleicht schaffe ich es, ein paar Aufnahmen von der aktuellen Situation zu machen. Jetzt im Winter aber sieht die Prager Straße allerdings trister aus, als sie eigentlich ist.

  • Anschließend an meinen Besuch der "Drehorte" habe ich heute noch eine Runde durch die Friedrichstadt gedreht, möchte Euch die Bilder nicht vorenthalten:


    zunächst noch auf der Neustädter Seite, ein Blick aus der Leipziger Str. auf die Frauenkirche:

    Bevor man von der Rekonstruktion des Pirnaischen Platzes träumt, sollte Stadtreparatur vielleicht besser hier anfangen, wo noch viel steht...


    im Vorübergehen die "Silouette" geknippst:

    viele Möwen auf der Elbe...


    Die Yenidze hinter dem vergammelten Kühlhaus:


    Bf.Mitte (Wettiner Str.) von Westen:

    Von der Bahnhofshalle aus Vorkriegszeiten blieb nur eine Ecksäule erhalten, weil sie als Schornstein für die darunterliegenden Räume diente.
    Bis 1893 floß hier übrigens die Weißeritz entlang. Danach wurde das Flüßchen Richtung Cotta verlegt, eroberte sich aber bei den Hochwassern 1897, 1954 und 2002 jeweils sein altes Bett zurück.
    Im Rahmen des Hochwasserschutzes wird erwogen, hier künftig wieder eine Art begrünte Flutrinne freizumachen.


    Blick in die Friedrichstraße,
    derzeit Komplexerneuerung mit Flutmitteln
    (das ganze Gebiet stand 2002 unter Wasser):


    Barockhäuser in der Friedrichstraße,
    im Hintergrund Kühlhaus und Hausmannsturm:


    noch ein Blick in die Friedrichstraße,
    rechts die Matthäuskirche, Barockkirche von 1730,
    dahinter das Krankenhaus - Marcolinipalais,
    ganz hinten jetzt die Frauenkirche im Blick:


    Der stillgelegte Straßenbahnhof Waltherstr.,
    die Einfahrtshalle läßt nicht erahnen, wie groß das Objekt ist:


    Interessantes Wohnhaus in der Waltherstraße:


    geeignete "Bombenkulissen" finden sich auch hier in der Wachsbleichstr.:


    oder in der Schäferstr./Weißeritzstr.:

    Vollends skurril wird es, wenn der ICE über die Brücke fährt...


    abschließen ein Bild vom Bahnsteig Bf.Mitte Richtung Schützenplatz,
    hinten Hausmannsturm und Frauenkirche:

    Hier wäre städtebaulich vielleicht ein guter Anknüpfungspunkt gegeben, das Gebiet Richtung Zwinger/Postplatz zu entwickeln.
    Wäre auch eine überschaubare Angelegenheit,
    denn um z.B die ganze Friedrichstadt auf Vordermann zu bringen, könnte/müßte man bestimmt locker 3 Milliarden Euro verbauen, hätte dann ein sehr schickes Viertel für 15.000 Leute,
    da aber weder Geld noch Leute in Sicht sind, wird wohl alles so bleiben, wie es ist.

  • miwori,
    danke für die bilder.
    man fühlt sich ja fast an alte imperiale zeiten erinnert: all wege führen nach rom (im sinne von: von überall aus sieht man die frauenkirche).


    "Barockhäuser in der Friedrichstraße,
    im Hintergrund Kühlhaus und Hausmannsturm: "


    sieht gar nicht mal schlecht aus.
    aaaaber: wie bei den meisten gründerzeitlern: das regionale fehlt!


    "Interessantes Wohnhaus in der Waltherstraße: "


    naja, in dresden vielleicht - in berlin steht viel so massenwohnungsbaumüll von anfang des 20. jh. rum...


    "ganze Friedrichstadt auf Vordermann zu bringen"


    ja, das würde nur gehen, wenn die dresdner plötzlich ganz viel kinder hätten oder wenn man so viele platten abreißem würde, dass die leute da hin ziehen müssten (fände ich gut!)...


    ps: werde ja bei meiner mutter immer allerweltsklassik nahegebracht und stelle gerade im moment fest, dss luigi boccherinis streichquartett gar nicht so schlecht klingt... ;)

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  • Schöne Bilder, vielen Dank. Ich muss mich wohl auch mal nach Dresden oder Leipzig mit der Kamera aufmachen, wer weiß, wie lange alles noch so steht.


    Auf deinem letzten Bild sieht man beim linken Haus, wie einfach es ist, mit ganz wenig Fassadenelementen und moderner Bauweise ein halbwegs passendes Gebäude zu bauen, das sich in den Stadtraum integriert. Es geht sicher viel, viel schöner, aber wenn überall so gebaut werden würde (ohne besondere Brüche, Sichtbeton usw.) wäre schon mal eine Menge erreicht.


    Grüße

  • Auch von mir: Vielen Dank für den interessanten Rundgang!


    Quote

    Bevor man von der Rekonstruktion des Pirnaischen Platzes träumt, sollte Stadtreparatur vielleicht besser hier anfangen, wo noch viel steht...


    Ich sehe es eigentlich genau anders rum. Ich bin froh, dass auf Neustädter Seite noch so viel steht. Aber leider liegt das alles auch nicht so wirklich zentral. Der Pirnaische Platz liegt mittendrin, fast jeder Dresdner kommt wenigstens ein Mal die Woche dort vorbei, und unzählige kulturgeschockte Touris verirren sich an diesen heute grausamen Platz.
    Das ist die zentrale Achse Dresdens, vom Postplatz bis zum Pirnaischen Platz. Wenn zumindest deren beiden Enden wieder zu Glanzpunkten werden, ist meines Erachtens viel mehr gerettet, nämlich die Einbindung des Neumarktes zwischen zwei weitere schöne zentrale Plätze, als wenn die Priorität heitß: Neustadt flicken.

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  • Im Prinzip sollte man überall in Dresden flicken. Ich glaube auch, dass sowohl Leipzig als auch Dresden noch eine große Entwicklung vor sich haben. Leipzig als Industriestadt und Dresden irgendwie auch. Ich hoffe mal, dass das Haus Rampische Gasse 29 bald steht, dann hätten wir ein Musterbeispiel einer Rekonstruktion.


    BTW: Was wird mit dem Kühlhaus? Habe gehört, es ist fast so alt wie die Yenidze. Kann man es rekonstruieren? Sah es damals prunkvoll aus?

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • In Ergänzung noch ein paar Bilder vom Erlweinspeicher und Terrassenufer. Leider war ich etwas spät dort, so dass sich die Lichtverhältnisse nicht gerade positiv auf die Bildqualität auswirkte.


    Bei Erlweinspeicher wurde das gesamte Dachgeschoss abgerissen und soll anschließend originalgetreu wieder aufgebaut werden.


    Der Speicher vom neuen Kongresszentrum aus gesehen:



    ...aus Richtung Elbseite:





    Blick auf die andere Elbseite mit Japanischen Palais links, Hotel Bellevue rechts und dahinter unsanierten Plattenbauten bzw. Beginn der Königstraße:




    Und für die Galerie:


  • zum schönen letzten bild fällt mir bzgl. der neuen frauenkirche nach was auf:
    1. man sollte das eine oder andere gebäude am elbufer mal etwas entrußen (gibt es da pläne?).
    2. man kann sich die silhouette ohne fk gar nicht mehr vorstellen.
    3. die baumasse der fk ist grenzwertig. die glocke wirkt in dieser sicht schon beinahe zu groß. das ist der nachteil, den man sich durch ihre eigenwillige kuppel-turm-glocken-mischung einhandelt. sie drückt die anderen gebäude nieder und erinnert etwas an ein hochhaus (wegen der vertikalen baumasse). größer dürfte sie wirklich nicht mehr sein.
    4. würde man dort im areal ein hochhaus bauen, das vielleicht noch mehr masse als die fk hätte, alles wäre kaputt.

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  • Quote from "Antiquitus"

    zum schönen letzten bild fällt mir bzgl. der neuen frauenkirche nach was auf:
    1. man sollte das eine oder andere gebäude am elbufer mal etwas entrußen (gibt es da pläne?).


    Das ist die natürliche Patina das Sandsteins!
    Auch die Frauenkirche wird mit der Zeit nachdunkeln, so daß sich die neuen Teile von den alten, erhaltenen Steinen nicht mehr groß unterscheiden.


    Es ist ein Glücksumstand das Wiederaufbaus, daß wir sie so hell und weiß erleben können, wie einst Canaletto.


    Auch Sandstein-Kirchtürme auf dem Land, wo keine Rußquellen sind, färben sich nach einigen Jahrzehnten dunkel, wie auch die Felsen in der Sächsischen Schweiz selbst!
    Gutes Beispiel dafür auch die Christuskirche Dresden-Strehlen.

  • Bei den Silhouetten-Bildern fällt mir immer wieder die Brandwand der Kunstakademie(?) auf. Kann mir jemand auf die Sprünge helfen und sagen welches Gebäude daneben steht (und nicht hoch genug ist, um sie zu verdecken) und ob schon mal daran gedacht worden ist, diesen kleinen Schönheitsfehler zu beseitigen?

  • Die Brandwand der Kunstakademie existierte in der Form auch schon vor dem Krieg aufgrund des Höhenunterschieds zu den angrenzenden Bürgerhäusern. Die eigentliche Brühlsche Terrasse mit ihren architektonischen Kostbarkeiten wurde für Ständehaus, Kunstakademie und Sekundogenitur während des vorletzten Jahrhundertwechsels abgerissen. Davor war alles noch auf gleicher Höhe und es gab keine Brandmauern. Alles also wesentlich harmonischer, wenngleich diese Bauten aufgrund der leichteren Bauweise von Palais` und Bürgerhäusern dann weniger Überlebenschancen im Krieg und der DDR-Zeit gehabt hätten:


    Ein zweischneidiges Schwert also.


    Dazu ein Bild um 1870




    Und danach