München (Galerie)

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • An der Ecke Pündtnerplatz/ Herzogstraße biegt man dann nach rechts ab in die Römerstraße. Dann geht es in über die Viktor-Scheffel Straße direkt zur Westseite des Kaiserplatzes.



    Für mich ist der Kaiserplatz der wohl schönste Platz der Stadt, ein echtes Kleinod. Die Stadtkirche St. Ursula ist "umrahmt" von einem herrlichen Ensemble an wunderschönen Jahrhundertwendebauten.


    St. Ursula mit ihrem erst kürzlich restaurierten Campanile




    Kaiserplatz/ Ecke Friedrichstrasse



    Westseite des Kaiserplatzes




    nördlicher Kaiserplatz - diese Seite finde ich wegen der Bautensymetrie einfach sensationell







    die Bebauung der Ostseite des Kaiserplatzes lag voll im Gegenlicht, daher davon keine Photos, dafür nochmal St. Ursula, wo sich die Runde am Gebäude des Pfarrbüros (Backsteingebäude rechts neben der Kirche) wieder schließt.




    Alle Bilder entstanden gestern, wo wir in München einen herrlichen Frühlingstag genießen durften.

  • Der Weg zurück ins Büro führte mich über die Römerstraße - aus dieser Straße abschließend noch ein paar Impressionen:








  • Wo wir schon mal in Schwabing sind, ich mag ja diese Zwillingshäuser, gerade wenn sie wieder liebevoll hergerichtet wurden wie in der Herzogstraße 86 und 88:





    Ein paar Meter weiter an der Herzogstraße 47 stand auch ein Zwillingsbau.... :crying: :


    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Ich mag die gründerzeitlichen Gebäude mit Natursteinfassaden à la Berlin, Leipzig oder Wiesbaden lieber als die verputzten bunten Häuser in bayerischen Städten. Aber das ist Geschmacksache, natürlich sind das alles sehr schöne Ansichten und diese Gegenden sind bestimmt sehr lebenswert, wenn auch sündhaft teuer.

    In dubio pro reko

  • diese Gegenden sind bestimmt sehr lebenswert, wenn auch sündhaft teuer.


    Nun ja, alles was es in Schwabing noch an bezahlbaren Mieten gibt, wird abgerissen und durch Luxusschuhschachteln ersetzt sad:)

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer



  • Vielen Dank für die schöne Bilderserie. Die Gegend um den Kaiserplatz gehört auch zu meinen Favoriten in München. Auch wenn mal ein paar Jahre in der Gegend gewohnt habe, begeistern mich diese Straßen immer wieder auf's neue. Letzte Herbst habe ich vor einem Haus die Handykamera gezückt, das auch in Ihrer Galerie vorkommt.

  • "schnell verläßt er diesen Ort, und begibt sich weiter fort..."


    Hier mal eine sehr schöne Reko in der Worthstraße (Haidhausen):


    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Tolle Bilderserie, danke! Die Jugendstilhäuser u.a. in Schwabing sind ein Knaller. Nicht umsonst gilt München als ein Zentrum (und letztlich ja auch Begründungsort) des Jugendstils. Hoffentlich werden diese Bauten über die Jahrhunderte erhalten, sie erzählen einzigartige Geschichten.


    Der Bau in der Worthstraße ist eine Rekonstruktion? Wie sah es denn vorher dort aus und wann wurde das gemacht?

  • Mal 'ne Frage: Hat München eigentlich auch ein Graffitiproblem? Sieht nämlich alles beneidenswert sauber und geschniegelt aus. Heute war ich mal wieder in Stuttgart-West unterwegs und war bestürzt, daß immer mehr Häuser mit diesen widerlichen "tags" vollgeschmiert sind, die nun wirklich nichts, aber auch absolut gar nichts mit Kunst zu tun haben. Für mich ist das ein Zeichen der Verwahrlosung des öffentlichen Raums. In Berlin ist das ja besonders schlimm, aber nun breitet es sich auch in süddeutschen Städten aus, jemand aus Nürnberg berichtete mir ähnliches von dort. Ich finde das einfach nur traurig. Wäre eigentlich direkt einen eigenen thread wert: "Graffiti und die Folgen für das Stadtbild".

    In dubio pro reko

  • @ Walhall:


    bist Du Dir sicher, dass es sich bei dem eingestellten Bild (Augustiner) wirklich um eine Reko handelt? Ist das nicht der Augustiner in der Lilienstraße? Mir ist aber tatsächlich eine in der Tat sensationelle Fassadenrekonstruktion bekannt, die befindet sich in der Wörthstraße 7 - dabei handelt es sich aber nicht um das Gebäude wie abgebildet ! Ich müsste noch entsprechendes Bildmaterial (vorher/nachher) haben und werde es kurzfristig im Forum einstellen.

  • Der Bau in der Worthstraße ist eine Rekonstruktion? Wie sah es denn vorher dort aus und wann wurde das gemacht?


    Ich hab es leider zuvor nicht aufgenommen, es war zu vor so etwas graues entstucktes Unscheinbares.


    @Volker, Ein Graffitiproblem hat München kaum, dafür aber eine gut arbeitende Polizei. Nun ist München auch gewissen linksautonomen Kreisen, welche sich gern mal in der Kunst des Häuser ansprühens versuchen, schlichtweg zu teuer.


    Stephan Riedel. Das Gebäude befindet sich unmittelbar an der Tramhaltestelle Wörthstraße, und war auch längere Zeit eingerüstet.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Ich mag die gründerzeitlichen Gebäude mit Natursteinfassaden à la Berlin, Leipzig oder Wiesbaden lieber als die verputzten bunten Häuser in bayerischen Städten.

    Sicher gibt (und gab es vor allem) Naturstein-Fassaden in den genannten Städten, aber das gilt ebenso für München. In allen den genannten Städten hat man nur bei prominenten Gebäuden Naturstein verwendet, da dieser von weit her geschafft werden musste und daher teuer war. Das normale innerstädtische Wohnhaus hatte sowohl in Berlin als auch in Leipzig als auch in München (oder Hamburg oder Hannover) eine Stuckfassade. Und das gilt für viele andere Städte des Reiches, die fern von Gebirgen liegen. Von diesen sind die Sandsteinstädte abzugrenzen, die sich vor allem im süddeutschen Raum befinden: Frankfurt, Mainz, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Freiburg und viele kleinere.. Diese Unterscheidung sollte eigentlich in unserem Forum als eine Grundlagenkenntnis gelten.

  • @ Walhall:


    Wörthstraße 7 stimmt und Straßenbahnhaltestelle stimmt auch, aber das Gebäude nicht :wink:


    Hier die Wörthstraße 7 vor der Rekonstruktion:



    und hier der Zustand nach der Rekonstruktion:





    das Schwestergebäude zeigt sich bis heute leider auch noch im entstuckten Zustand - welch ein Unterschied!


  • Danke, Herr Oberlehrer Philoikódomos.


    Zur Verdeutlichung, ich meine diesen Unterschied:


    Das ist Berlin:


    Und das ist München:


    Sollte damit eigentlich klar werden, was ich sagen wollte.

    In dubio pro reko

  • Stephan Riedel,


    Du hast recht, ich habe die Wörthstraße Nr. 5 aufgenommen, welche nur im Sockel, Dach und Farbgestaltung rekonstruiert wurde cheers:)

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Nein, so klar ist mir das nicht. Auch in München gibt es in der Innenstadt imposante Natursteinfassaden, in Berlin dagegen jede Menge Stuckfassaden, auch in prominenten Lagen. Du spielst wahrscheinlich eher auf die aus bayrischer Tradition erwachsene farbenfrohe Behandlung verputzter Fassaden an, die in den nördlicheren Städten unbekannt ist. In diesen Städten galt eher das Prinzip, eine Stuckfassade durch momochrome weißgraue Fassung "steinsichtig" erscheinen zu lassen.


    Ob das in Bayern schon immer so war, darf bezweifelt werden. Die bunte Welle, die in den siebziger Jahren historische Architektur in Deutschland überrollt hat, hat sich anderswo schnell wieder verflüchtigt, nicht so schnell aber in Bayern. Aber Stephan Riedels Serien zeigen, dass auch hier längst wieder die Steinsichtigkeit dominiert. Nebenbei bemerkt: Als man in den 70ern erstmals in München Jugendstilornamente farblich absetzte, las ich einen höhnischen Kommentar mit dem Tenor, das sei genau die richtige Manier, mit dem Jugendstil umzugehen, weil so das Aberwitzige, Krankhafte dieser Dekorationskunst so richtig bloßgestellt werde. So ändern sich die Zeiten.

  • Ja meinetwegen, dann nenn es eben steinsichtig. Was ich meine ist daß es in den genannten Städten wesentlich mehr derartige massiv wirkende Gebäude mit oft aufwändigen Steinmetzarbeiten gibt (Bsp. Hotel Splendid oder Hotel Angleterre Berlin), während in München sehr viele Häuser farbig verputzt bzw. bemalt und zurückhaltender im Bauschmuck sind, eine eher heiter-bajuwarische Wirkung verströmen. Das nachfolgende Bild zeigt so einen typischer Vertreter eines Münchner Stadthauses, das man so kaum in Berlin, Frankfurt oder Leipzig finden würde. Und, um damit wieder auf mein Ausgangsposting zurückzukommen, ich persönlich mag diesen bayerischen bzw. Münchner Stil nicht so sehr, ich mag lieber die steinerne bzw. stein-sichtige :wink: Architektur Berlins, Frankfurts oder Leipzigs.


    In dubio pro reko

    Edited once, last by typo2708 ().

  • Du hast natürlich völlig recht mit diesem Hinweis auf die für München typische Variante der Architekturentwicklung nach der Verabschiedung des Historismus. Während die Neorenaissance in München noch dem international üblichen Schema folgt, beginnt mit der Jahrhundertwende in München eine äußerst fruchtbare und kreative Großstadtarchitektur, die sich zwischen Jugendstil, Reformarchitektur und Heimatstil bewegt und vor allem eine ländlich geprägte Behäbigkeit ausstrahlt. Man ist überrascht, beim Betreten solcher Häuser nicht weniger Weite, Raumhöhe und Stuckdekor anzutreffen, als man es in Berliner oder Hamburger Gebäuden der gleichen Epoche findet. Aber es ist durchaus verständlich, wenn jemand, der die großbürgerliche Anmutung Berliner oder Hamburger Etagenhäuser kennt, von der auf den ersten Blick etwas provinziell wirkenden Münchner Machart enttäuscht ist.


    Aber das ist ja gerade das Großartige dieser Epoche, dass sie praktisch für jede deutsche Stadt eine spezifische Gestaltvariante entwickelt hat. Wenn man Schwabing durchstreift, hat man tatsächlich das Erleben, in München zu sein und nirgendwo anders. Das kann man den Baumeistern dieser Epoche nicht hoch genug anrechnen. Zu diesem Befund gehört eben auch, dass man sich nicht von jeder stadtspezifischen Belle-Epoque-Architektur in gleicher Weise angesprochen fühlt. Ich persönlich halte die Hamburger Variante für die ausgereiftste und überzeugendste in ganz Deutschland. Leider ist davon unendlich viel verlorengegangen.

  • München - Justizpalast


    Ich hatte heute mal wieder einen Termin beim Landgericht und habe bei der Gelegenheit mal ein paar Aufnahmen dieses großartigen Gründerzeitbaus gemacht.