Das Dresdner Schloss

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    • Teil 2 zum Portal der Schlosskapelle
      Nachfolgend einige Informationen, was sich bis November 2005 getan hatte.

      Beitrag auf der Internetseite des Kultursenders MDR-Figaro (Radiosender):
      Das Portal der Schlosskapelle im Residenzschloss Dresden (datiert November 2005)
      von Wolfram Nagel

      In der Steinwerkstatt der Firma Heidelmann & Hein stehen vor allem alte Grabsteine. Manche sind so stark verwittert, dass die barocken Ornamente kaum noch zu erkennen sind. Es ist ein hoch spezialisiertes Unternehmen für Steinrestaurierung.

      "Wir haben sowohl den Thomae-Altar in der Dreikönigskirche restauriert, konserviert, als auch den Altar der Frauenkirche, was den originalen Fund betrifft."
      Restaurator Christoph Hein

      Auf stählernen Böcken lagern Teile des Sandsteinportals der Dresdner Schlosskapelle. Es wird hier in der Werkstatt von alten Farbresten gereinigt und dann konserviert. Es habe Jahre gedauert, bis ein geeignetes Verfahren gefunden wurde, sagt Restaurator Arnd Kiesewetter vom Landesamt für Denkmalpflege:

      "Nach vielen Versuchen mit Abbeizern und allem Möglichen, die wir dann aufgegeben haben, wurde letztendlich entschieden: Wir machen einen Versuch mit Laser. In den 90er Jahren hat es ein deutschlandweites Forschungsprojekt gegeben zu den Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Laser zur Reinigung von Naturstein."
      Restaurator Arnd Kiesewetter

      Das wertvolle Portal der Schlosskapelle wurde als sächsisches Pilotprojekt ausgewählt. Größtes Problem ist eine Ölfarbschicht, die das feine Relief völlig verkleistert hat. Bei Untersuchungen zeigte sich, dass der Stein unter der Farbe stark angegriffen ist. Deshalb ist eine Reinigung mit chemischen oder mechanischen Mitteln nicht möglich.

      "Dann sind erste Versuche gemacht worden, wie man den Laser steuern kann, wie man die Energie fahren muss, dass es tatsächlich gelingt, die Farbe wegzunehmen, ohne den Stein anzugreifen."
      Restaurator Arnd Kiesewetter

      Und das Verfahren funktioniert. Wochenlang war Praktikant Sebastian Kolbe damit beschäftigt, die Farbschicht Millimeter für Millimeter abzutragen.

      "Jetzt kann man wunderbar sehen, wie die schwarze Oberfläche verdampft... Und zum Vorschein kommt der originale Stein."
      Praktikant Sebastian Kolbe

      Das Portal der Dresdner Schlosskapelle stammt aus dem Jahre 1555, dem Jahr des Augsburger Religions- und Landfriedens zwischen Katholiken und Protestanten. Es ist ein Meisterwerk der Bildhauerkunst in der Renaissance. Ja, es ist eines der schönsten Renaissance-Portale nördlich der Alpen überhaupt, sagt die Kunsthistorikerin Angelika Dülberg:

      "Dieses Portal hat einen außerordentlich hohen kunsthistorischen Wert. Schon der Kunsthistoriker Wilhelm Lübke sagt, dass es sich um die weitaus edelste Portal-Komposition der deutschen Renaissance handelt."
      Kunsthistorikerin Angelika Dülberg

      Anmerkung von mir: Der Kunsthistoriker Wilhelm Lübke (1826 -1893), der nach dem Studium der Altphilologie zunächst den Beruf des Schullehrers ausübte, wandte sich 1849 dieser Tätigkeit ab und widmete sich fortan der Kunstgeschichte. Von 1857 bis 1893 übte er Professuren in Berlin, Zürich, Stuttgart und Karlsruhe aus. Die von ihm verfassten Werke, darunter die „Geschichte der Baukunst“ (1855) sowie der „Grundriss der Kunstgeschichte“ (1860) hatten maßgeblich daran Anteil, die noch junge Disziplin der Kunstgeschichte einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen und dem Fach die ihm zukommende Geltung zu verschaffen.
      Anmerkung 2: Der Volksmund schuf für das Portal die Bezeichnung „Schöne Pforte“, was wirklich alles sagt. Heutige Architekten sollten sich endlich einmal fragen, warum ihre Schöpfungen so selten eine annähernd große Zustimmung erfahren bzw. häufig genug auf breiteste Ablehnung stoßen.

      Es ist nicht genau bekannt, wer das Portal geschaffen hat. Aber die Quellen belegen, dass sechs italienische Bildhauer maßgeblich mitgewirkt haben. Von ihnen sollen vor allem die feinen Ornamente stammen.

      "Sie haben das Portal aber nicht alleine geschaffen, sondern in Zusammenarbeit mit der Werkstatt des Dresdner Hofbildhauers Hans Walther II."
      Kunsthistorikerin Angelika Dülberg

      Auf Hans Walther II geht wohl auch das protestantische Bildprogramm zurück, das nach Konversion Augusts des Starken zum Katholizismus nicht mehr hof-fähig war.

      Anmerkung von mir: August wollte die Königskrone im erzkatholischen Polen – und so wurde er im Jahr 1697 Katholik, während seine sächsischen Untertanen stramm protestantisch blieben. Sachsen war schließlich die „Wiege“ der Reformation. Die Konstellation der religiösen Zugehörigkeit erklärt letztlich auch, warum es in Dresden mit der katholischen Hofkirche und der protestantischen Frauenkirche zwei dominante Hauptkirchen gibt.

      "Oben auf der Attika steht Christus mit der Siegesfahne als Triumphator, wo in der Antike der Kaiser stand. Begleitet wird er von vier Tugenden, davon sind allerdings schon seit dem 17. Jahrhundert nur noch drei vorhanden. Darunter befindet sich ein Relief mit der Auferstehung Christi, ein protestantisches Hauptthema. Und auf der originalen Holztüre befindet sich eine Darstellung 'Christus mit der Ehebrecherin', das ist auch ein typisch protestantisches Thema."
      Kunsthistorikerin Angelika Dülberg

      Also wurde das Portal ausgebaut und in die benachbarte Sophienkirche integriert. Doch auch dort sollte es nicht bleiben. Etwa 1864, als die Fassade der Sophienkirche neogotisch umgestaltet wurde, baute man es aus und brachte es in den Großen Garten, wo es jahrelang im Gras lag. 1876 wurde das Portal dann am Jüdenhof aufgestellt, wo es sogar den Bombenangriff auf Dresden überstand. Nun, gereinigt und konserviert, soll es wieder an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren, in die Kapelle des Dresdner Residenzschlosses.
    • Wenn ich mich recht erinnere, hat zumindest Kulka selbst behauptet, dass der Riesensaal so gestaltet werden soll, dass eine apätere Rekonstruktion möglich bleibt. Was mir stärkere Sorgen macht, sind Überlegungen, die Sgraffitos im Innenhof nicht mehr vollständig wiederherzustellen. Es würde einfach dämlich aussehen, wenn z.B. die Westseite des großen Schloßhofs Sgraffitos trägt und die Ostseite nicht.


      :schockiert: :schockiert:

      Waaas? Das ist hoffentlich nicht wahr!
    • Hallo, Saibo.

      hier extra für dich 1 Foto vom Inneren des Schlosses. 1991 bestand für kurze Zeit die Gelegenheit, das Schloss innen zu besichtigen, und zwar nicht nur wie vorher und nachher manchmal das Erdgeschoss – also den Bereich des Grünen Gewölbes. Begehen konnte man das 2. Obergeschoss des Westflügels und des westlichen Nordflügels – das waren die Teile, die damals gerade im Rohbau fertig gestellt worden waren.

      Standort: Eckparadesaal (auch als Neuer Thronsaal bezeichnet), der Blick weist in Richtung des Durchgangs zum so genannten 1. Kaffeesalon, die Fenster gehen auf den Theaterplatz raus.
      Man blickt auf die Südwand des Eckparadesaales.



      [img][/img]
    • "BautzenFan" schrieb:

      Hallo, Saibo.

      hier extra für dich 1 Foto vom Inneren des Schlosses. 1991 bestand für kurze Zeit die Gelegenheit, das Schloss innen zu besichtigen, und zwar nicht nur wie vorher und nachher manchmal das Erdgeschoss – also den Bereich des Grünen Gewölbes. Begehen konnte man das 2. Obergeschoss des Westflügels und des westlichen Nordflügels – das waren die Teile, die damals gerade im Rohbau fertig gestellt worden waren.

      Standort: Eckparadesaal (auch als Neuer Thronsaal bezeichnet), der Blick weist in Richtung des Durchgangs zum so genannten 1. Kaffeesalon, die Fenster gehen auf den Theaterplatz raus.
      Man blickt auf die Südwand des Eckparadesaales.


      Oh... :schockiert: Danke. Sehr, sehr nett. Soll denn der "Neue Thronsaal" auch rekonstruiert werden? Und hat sich seitdem etwas getan?
    • Eckparadesaal

      Der Eckparadesaal war nach dem alten "Maximalprogramm" einer der Räume des West-/Nordwestflügels, auf die sich die folgende Formulierung von Glaser bezog:

      Vereinfachte, aber den barocken Strukturen angemessene Rekonstruktion der überigen (also vorab nicht explizit aufgeführten) Innenräume des 2. Obergeschossesn um den innerarchitektonischen Zusammenhang dieses Geschosses zu wahren, eine barocke Raumfolge von Turmzimmer bis zum Audienzgemach Augusts des Starken zu veranschaulichen.

      Angeblich wurde diese Innengestaltung für das 2. Obergeschoss, also Turmzimmer (Mitte Nordflügel) bis Audienzgemach (südlicher Bereich Westflügel) bestätigt. Dazu ein Auszug aus der Sächsischen Zeitung vom 24.11.1995. Da ging es um die Neuausrichtun der Dresdener Museen. Mit dem Ausbau des Schlosses war ja mittel- bis langfristig ein riesiger Zuwachs an Ausstellungsmöglichkeiten in Sicht. Nach anderen Berichten konnten die Kunstmuseen nur etwa 20% ihres Bestandes zeigen. Also in besagtem Artikel hieß es (wie gesagt es ging um Museumsumzüge):

      Nicht gerüttelt wird an den Möbeln und anderen Prachtstücken, mit denen das Kunstgewerbemuseum im Schloss den Bankettsaal, den Eckparadesaal, das Audienzgemach A.d.Starken und andere Räume einrichten wird. Die durch Auslagerung gerettenen Einrichtungsgegenstände waren nach dem Krieg dem Kunstgewerbemuseum zugeordnet worden.

      Noch 2 Fragen. Was bedeutet dein "Ich bin schockiert-Smilie?" Die Räume im Westflügel sehen alle so aus, hattest du das anders erwartet oder meintest du etwas anderes?

      Besteht Bedarf an Informationen über die grundrissliche Anordnung der Räume im Schloss?
    • Re: Eckparadesaal

      "BautzenFan" schrieb:

      Der Eckparadesaal war nach dem alten "Maximalprogramm" einer der Räume des West-/Nordwestflügels, auf die sich die folgende Formulierung von Glaser bezog:

      Vereinfachte, aber den barocken Strukturen angemessene Rekonstruktion der überigen (also vorab nicht explizit aufgeführten) Innenräume des 2. Obergeschossesn um den innerarchitektonischen Zusammenhang dieses Geschosses zu wahren, eine barocke Raumfolge von Turmzimmer bis zum Audienzgemach Augusts des Starken zu veranschaulichen.

      Angeblich wurde diese Innengestaltung für das 2. Obergeschoss, also Turmzimmer (Mitte Nordflügel) bis Audienzgemach (südlicher Bereich Westflügel) bestätigt. Dazu ein Auszug aus der Sächsischen Zeitung vom 24.11.1995. Da ging es um die Neuausrichtun der Dresdener Museen. Mit dem Ausbau des Schlosses war ja mittel- bis langfristig ein riesiger Zuwachs an Ausstellungsmöglichkeiten in Sicht. Nach anderen Berichten konnten die Kunstmuseen nur etwa 20% ihres Bestandes zeigen. Also in besagtem Artikel hieß es (wie gesagt es ging um Museumsumzüge):

      Nicht gerüttelt wird an den Möbeln und anderen Prachtstücken, mit denen das Kunstgewerbemuseum im Schloss den Bankettsaal, den Eckparadesaal, das Audienzgemach A.d.Starken und andere Räume einrichten wird. Die durch Auslagerung gerettenen Einrichtungsgegenstände waren nach dem Krieg dem Kunstgewerbemuseum zugeordnet worden.

      Noch 2 Fragen. Was bedeutet dein "Ich bin schockiert-Smilie?" Die Räume im Westflügel sehen alle so aus, hattest du das anders erwartet oder meintest du etwas anderes?

      Besteht Bedarf an Informationen über die grundrissliche Anordnung der Räume im Schloss?


      Der Smilie bringt nur meine überschäumende Freude zum Ausdruck, dass man nun einen kompetenten Ansprechpartner bezüglich des Dresdner Schlosses hat und dass du so schnell meinen Wunsch nach Fotos erfüllt hast. Das ist schließlich nicht selbstverständlich. Danke. :applaus: Generell bin ich ein großer Fan des Dresdner Schlosses und folglich an jeglicher Information bezüglich des Wiederaufbaus interessiert. ICh bitte um Fotos, Grundrisse, usw...
    • @BautzenFan

      Vielen herzlichen Dank für den exquisites Hintergrundwissen bezüglich des Schlosses!

      Ich würde mich schon sehr über Grundrisse freuen! Vor allem, wenn aus denen hervorgehen würde, welche Räume rekonstruiert werden.

      Ich weiß leider nicht mehr, wie der Raum hieß, aber es gab im Schloss einen Raum, in welchem lauter Porzellan an kleinen Wandpodesten ausgestellt war. Soll dieser Raum auch wieder kommen?
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Leider müsst ihr euch noch ein paar Tage gedulden für bestimmte bildliche Darstellungen (einschließlich Grundriss). Mein Scanner hat den Geist aufgegeben. Heute vorab ein Foto zur Lokalisierung der beiden wichtigsten Räume der so genannten "Repräsentations- und Festetage". Das ist die barocke Raumfolge im 2. Obergeschoss des West-/Nordweststflügels.
      Entstanden ist die Aufnahme im Sommer 1991. Zur räumlichen Zuordnung: Man blickt von der Schlossstraße auf die Südseite des Großen Schlosshofes. Bei genauem Hinsehen erkennt man im 1. Fenster rechts neben dem Wendelstein (wie gesagt 2. Obergeschoss, d.h. unmittelbar unter der Dachtraufe) einige Besucher. die sich dort die Nasen plattdrücken. Die Leute schauen aus dem "Schlafzimmer" Augusts des Starken. Die Südwand dieses Zimmers verläuft spurgleich mit der südlichen Wand des Großen Schlosshofes. Der Raum besitzt 4 Fenster zur Hofseite (alle im Foto erfasst). Der Westflügel - das gilt für den Abschnitt zwischen den beiden hofseitigen Wendelsteinen - "war" (dazu ein späterer Beitrag) entlang seiner N-S-Achse durch eine 1,2 m dicke Wand geteilt. d.h. es gab eine westliche (zur Theaterplatzseite) und eine östliche Zimmerreihe. Gespiegelt um diese Mittelwand lag gegenüber des Schlafzimmers grundrissgleich auf der Westseite das Audienzgemach - der berühmte Thronsaal. Die beiden Räume hatten die gleiche Flächengröße.

      Es ist so gut wie sicher, dass der Thronsaal (=Audienzgemach) 1 : 1 rekonstruiert wird. In der Ausstellung "Zeitschichten (bis November vorigen Jahres) wurden erste Vorarbeiten dazu vorgestellt. Hier ein Zitat aus Beschreibungen der Ausstellungsinhalte:

      ...Die Herrschaftszentren verschiedener Zeiten werden im Audienzgemach Augusts des Starken anhand originaler Ausstattungsstücke in ihren entsprechenden Kontexten inszeniert. Hier ist eine der zentralen Rauminstallationen der Ausstellung zu sehen: Der Raum ist überspannt von einer großflächigen Projektion seiner in den letzten Kriegstagen zerstörten einstigen Deckengemälde. Die auf Screens projizierten Farbdias entstanden 1943/44 im Auftrag des Reichspropagandaministeriums durch die damaligen Denkmalämter – sie ließen im Rahmen des so genannten „Führerauftrags“ Wand- und Deckenmalereien herausragender Denkmale bis in die letzten Kriegstage hinein umfassend dokumentieren.


      Man kann - nein man wird - auch die Deckengemälde wieder herstellen, der Quellenbestand ist besser als bei der Frauenkirche.


      [img]



      t[/img]
    • "Exilwiener" schrieb:

      @BautzenFan

      Ich weiß leider nicht mehr, wie der Raum hieß, aber es gab im Schloss einen Raum, in welchem lauter Porzellan an kleinen Wandpodesten ausgestellt war. Soll dieser Raum auch wieder kommen?



      Aus der Sächsischen Zeitung vom 24.11.1995
      ….Die Porzellansammlung wird mit ihren wertvollsten und schönsten Beständen im Zwinger bleiben. Zweigstellen sind auch mit der Einrichtung des Turmzimmers im Schloss als barockes Porzellangemach geplant.

      Diese Planung hat noch Bestand.
      (Die Dresdener Porzellansammlung gilt übrigens als bedeutendste und umfangreichste keramische Spezialsammlung der Welt, Bestand 20.000 Stück)
      Das Porzellanzimmer befand sich mittig im 2. Obergeschoss des Nordflügels. Der Raum wurde also von den Mauern des Schlossturmes eingefasst.
      Das Turmzimmer (oder eben auch Porzellanzimmer) hatte eine Abmessung von 10,2 m x 10,1 m. Zur Herstellung der Enfilade des Nordflügels hatte man 1718 das mächtige Turmmauerwerk durchbrechen müssen.
      Zum Begriff Enfilade hier die Brockhaus-Erklärung:
      Raumfolge, bei der die Türen in einer Flucht liegen, so dass man bei geöffneten Türen durch alle Räume hindurchblicken kann. Erstmals konsequent angewendet in der französischen Schlossarchitektur des 17. Jahrhunderts.
      Zur Inneneinrichtung folgendes bei Fritz Löffler (u.a.):
      Die Anlage mit dem flachen Kuppelgewölbe und den tiefen Kappen sowie den Flachreliefs mit Themen der antiken Mythologie gehört noch in die Mitte des 16. Jahrhunderts, die Zeit von Kurfürst Moritz. Die Reliefs sind Arbeiten italienischer Stuckateure. Die Porzellanaufstellung mit 450 japanischen, chinesischen und Meißner Porzellanen stammt von Z. Longuelune. Die kleinen Stücke standen auf geschnitzten und vergoldeten Konsolen an den Pilastern, die großen, kobaltblauen Dragonervasen auf Podesten über dem Fußboden. Die Wände waren mit Spiegeln aus der Dresdener Schleiferei von E. N. Noor belegt.
      Die Pracht war vergleichbar mit der des Grünen Gewölbes.
      Der Begriff für die großen Monumentalvasen entstand so:
      1717 hatte August der Starke sechshundert Soldaten gegen 151 weiß-blau bemalte chinesische Deckelvasen aus dem Besitz Friedrich Wilhelms I. von Preußen (so genannter Soldatenkönig) getauscht. Darunter befanden sich auch 18 Monumentalvasen, die man später als Dragonervasen bezeichnete, weil der Preußenkönig aus den sächsischen Soldaten ein Dragonerregiment in Ostpreußen formte.
    • Danke!

      Darauf können wir uns schon richtig freuen! Warum das alles zuerst zerstört werden mußte... . Hauptsache Dresden wird wieder eine bedeutende Kulturstadt werden und in einiger Zeit vielleicht wieder einen zumindest annähernden Status wie anno dazumal haben.
      "Man kann einen gesellschaftlichen Diskurs darüber haben, was Meinungsfreiheit darf. Oder man hat Meinungsfreiheit."
    • Hier einige Informationen zur Frage, welche Räume im Schloss rekonstruiert werden.

      Aus einer Pressemittelung des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst;
      Sächsische Staatsregierung beschließt "Museumskonzeption Dresdner Schloss"

      Am 16. Dezember 1997 einigte sich die Sächsische Staatsregierung in ihrer Kabinettssitzung auf die "Museumskonzeption Dresdner Schloss". Sie sieht die künftige Nutzung des Residenzschlosses durch die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mit dem Grünen Gewölbe, dem Kupferstichkabinett, dem Münzkabinett und der Rüstkammer vor. Der südliche Teil soll der Generaldirektion sowie den Direktionsbereichen der Museen einschließlich den Restaurierungswerkstätten und Depots Platz bieten. Durch die museale Nutzung des Schlosses wird erreicht, dass die vier Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre Ausstellungsflächen um etwa ein Drittel erweitern können. Damit bekennt sich die Staatsregierung zu dem Ziel, das Schloss als Museum der sächsischen Kultur und Geschichte zu nutzen.
      Anmerkung: Auch wenn diese Entscheidung (dass das Schloss insgesamt als Museumskomplex genutzt werden soll) „selbstverständlich“ klingt, das war ein ganz wichtiger Erfolg für die Dresdener „Fraktion“ um Glaser und Magirius. Es gab da nämlich die abstrusesten Vorschläge, insbesondere aus der Beamtenschaft im Finanzministerium.
      Weiter im Text:
      Es ist vorgesehen, das Grüne Gewölbe mit der Rekonstruktion der historischen Räume im Erdgeschoß und in einer fließenden Erweiterung im 1. Obergeschoß im Westflügel in einer modernen Präsentation unterzubringen. Dem wird das Foyer zugeordnet, in dem der zu erwartende Besucherstrom geregelt wird. Die Rüstkammer soll im 1. und 2. Obergeschoß untergebracht werden. Die Gotische Halle im Ostflügel bildet in Verbindung mit der Englischen Treppe den Zugangsbereich. Das Konzept sieht vor, zur Ausstellung großer Exponate und deren Inszenierung den wiederhergestellten Riesensaal zu nutzen. Nach Themen geordnet werden die Paradesuite (Anmerkung: 2.Obergeschoss Westflügel), das Porzellanzimmer und der Kleine Ballsaal Akzente als „lokalisierte historische Räume“! setzen. Türkenkammer und Cranach-Ausstellung sollen die Präsentation der Rüstkammer erweitern. Das Münzkabinett und das Kupferstichkabinett werden komplett im Schloß untergebracht. Für beide sind auch entsprechende Ausstellungsflächen in diesem Bereich vorgesehen.
      Der weitere Ausbau des Schlosses wird abschnittsweise entsprechend den finanziellen Möglichkeiten des Landes erfolgen.
      Zum letzten Satz ist anzumerken, dass viele Detailentscheidungen natürlich noch nicht getroffen sind. Die riesigen finanziellen Aufwendungen bergen aber leider die große Gefahr, dass sich die Waage zu Gunsten der Puristen senkt….

      Und noch ein Artikelauszug aus der DNN:
      (Es ging um eine musikalische Veranstaltung im 2. Obergeschoss Nordflügel)

      Dresdner Neueste Nachrichten, 22. November 2004
      Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen …
      Gabriele Gorgas

      Wenn im Großen Ballsaal sowie im Propositionssaal des Dresdner Residenzschlosses getanzt und musiziert wird, heißt das noch nicht, dass dieser Teil schon wieder hergestellt und permanent zugänglich ist. Nur ab und an öffneten sich bislang die Tore für Ausstellungen, Veranstaltungen, doch nun werden sie Besuchern für geraume Zeit verschlossen bleiben. Es beginnt die Rekonstruktion der Säle, und die letzten Gäste, die am Wochenende mit viel Muse des Schauens die Räume unverstellt, in ihrer von Feuersturm und Witterungsspuren gezeichneten Ästhetik wahrnehmen konnten, haben allein damit schon etwas Besonderes erlebt….
      Zum Artikel ist anzumerken, dass natürlich nicht schon die Handwerker und Künstler am „Endwerkeln“ sind. Aber immerhin, langsam wird es ernst. Zuerst (nach dem Kulka-Bereich) wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Audienzgemach A. d. Starken kommen.

      Zur Ergänzung ein Bild vom Rohbauzustand des Propositionssaales, der im DNN-Artikel genannt worden ist. Der Raum war 1884/85 durch Dunger zum so genannten Bankettsaal umgestaltet worden. Die Blickrichtung geht nach Westen. Die Fenster auf dem Foto rechts gehen in Richtung Hofkirche raus. Unterhalb des Propositionssaales befindet sich die zweigeschossige Schlosskapelle, die fast grundrissgleich über Erdgeschoss und 1. Obergeschoss reicht.

    • Ich habe hier noch ein paar Ergänzungen zum Eckparadesaal (=Neuer Thronsaal).

      [img]



      Hier der gleiche Durchgang von der anderen Seite (Standort: 1. Kaffeesalon,
      Blick in Richtung Norden.


      [img]http://www.onlinepictures.de/2/uploads/b7kb1fa8a5ejpg.jpg[/img][img]

      Zum Vergleich 1 Ansicht aus Bildindex.de. Das historische Foto kann
      man gut "zulegen" anhand der Wandnische im obersten Bild (Zustand
      heute). Die beiden Wandnischen sind auch in der Grundrissdarstellung gut
      erkennbar. [/img]

      Quelle: Bildindex.de


    • Die „Englische Treppe“ entsteht wieder
      Von Peter Ufer

      Residenzschloss. Das ehemalige Treppenhaus im Ostflügel soll wieder errichtet werden. Die Erbauer suchen Fotos.
      Der erste Aufruf brachte nichts. Kein Foto kam bisher beim Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB) in Dresden an. Doch die Architekten, die für den Wiederaufbau des Schlosses zuständig sind, warten sehnsüchtig darauf.
      Dies zumindest nehmen die Verantwortlichen der SIB an und hoffen, dass ehemalige Bewohner oder Besucher sich melden, um Fotos der „Englischen Treppe“ vor 1945 abzuliefern. Genutzt werden sollen die Bilder als zusätzliche historische Quelle. In der Fotothek beispielsweise existiert nur ein einziges Foto von 1930.


      sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1179731



      Das blieb übrig von der Treppe nach dem Bombenhagel im Februar 1945.
      sz-online.de/bilder/2006_06/gr_1179731_1.jpg

      Die Englische Treppe im Ostflügel des Schlosses – das ist das Foto von 1930, das in der Fotothek lagert.
      sz-online.de/bilder/2006_06/gr_1179731_2.jpg



      Hier wäre schon mal eines:
      Quelle: Bilddokument Dresden, von Kurt Schaarschuch,
      herausgegeben vom Rat der Stadt Dresden im Dezember 1945. Die Bildqualität war natürlich nicht berauschend, aber ich fand das Erscheinungsdatum sehr interessant.
      Der Inhalt bestand aus Vorher - Nachher - Vergleichen.
    • Ich möchte in loser Folge noch einige Beiträge über die Bauhistorie des Wiederaufbaus des Schlosses bringen. Heute ein paar Informationen über das Baugeschehen im Westflügel vor 1990. Ist stellenweise sehr „speziell“, aber ich hoffe, der eine oder andere hier im Forum teilt mein Detailinteresse? Bei mir persönlich erzeugen solche „Retrospektiven“ Optimismus, weil sie zeigen, welche enormen Aufbauleistungen schon vollbracht worden sind. Man muss sich eben immer mal wieder an die Ausgangssituation erinnern.

      Zunächst ein Auszug aus einer Informationsbroschüre zum Thema, die vom „VEB Gesellschaftsbau Dresden“ (Ausführungsbetrieb) 1989 herausgegeben worden ist. Untertitel war (entsprechend dem damaligen „Focus“ der Arbeiten): „Sicherung der Bausubstanz“.

      Um die Nutzungsanforderungen eines Museums mit allen technischen und Sicherheitsanlagen in vorgegebene historische Raumstrukturen einordnen zu können, musste entschieden werden, die ca. 1,2 m dicke Mittelwand des gesamten Westflügels heraus zu brechen und sie in einzelne neu zu bauende Stützen aufzulösen, um dadurch Bauraum zwischen den Stützen für technische Installationen bei Sicherung der originalen Raumabmessungen zu schaffen. Die Verbindung dieser neuen Bauwerksteile mit der vorhandenen Bausubstanz setzt gezielte Maßnahmen zur Aufnahme der neuen Lasteintragungen sowie zum unterschiedlichen konstruktiven Verhalten der alten und neuen Bauteile voraus.
      Die Analyse des vorhandenen Mauerwerks, ein Konglomerat unterschiedlichster Baumaterialien, entstanden durch viele Um- und Ausbaumaßnahmen vorangegangener Zeiten, ergab, dass nur noch mit einer Druckspannung von 0,09 kN/m² gerechnet werden konnte.
      Verbunden mit den neuen Stahlbetoneinbauten bis hin zur Stahldachkonstruktion waren jedoch Lasten von max. 0,24 kN/m² aufzunehmen, obwohl alles getan wurde, die neuen Lasteintragungen zu minimieren. Als Maßnahmen zur Erhöhung der Tragfähigkeit wurden festgelegt:
      Beschallung aller vorhandenen Säulen einschließlich Entnahme von Bohrkernen zur endgültigen Bestimmung der inneren Struktur sowie
      Vernadlung, Durchführung von Zementmilchinjektionen zur Stabilisierung des Mauerwerks bei Berücksichtigung der Verträglichkeit dieser Injektionen mit dem ursprünglichen Mauermörtel und Torkretierung auf Gebäudeinnenflächen, teilweise verbunden mit Bewehrungsarbeiten.

      Zum zitierten Text ist anzumerken, dass sich diese Maßnahme (Rückbau der Mittelwand und Ersatz durch Tragstützen), die im Bereich des Westflügels durchgeführt wurde, nur auf das 1. und 2. Obergeschoss erstreckte. Im Erdgeschoss (Grünes Gewölbe) sind die originalen Zwischenwände weitgehend erhalten. Und im 3. Obergeschoss waren eh nur Wandrudimente vorhanden. Zur räumlichen Einordnung hier ein Ausschnitt aus der Grundrissdarstellung für das 2. Obergeschoss (barocke Paradesuite.)


      [img]
      Quelle: Informationsbroschüre "Das Dresdener Schloss - Sicherung der Bausubstanz", herausgegeben 1989 vom VEB Gesellschaftsbau Dresden

      Zum gleichen Sachverhalt kurze Auszüge aus einer Zeitungsreportage von 1987. Die halte ich für sehr interessant, stellen sie doch – weil immerhin schon fast 20 Jahre alt – historische Zeitzeugenberichte dar.

      Sächsische Zeitung vom 5. Juni 1987
      Titel: Schlossprotokolle 1987
      Untertitel: Notiert bei einem neuerlichen Besuch im Dresdner Schloss und bei Gesprächen mit Leuten vom VEB Gesellschaftsbau der Elbestadt
      Von Jörg Marschner

      Seit ich das erste Mal (angemerkt wurde: das war Juli 1986) durch das klaffende Loch auf der Ostseite, dort wo sich früher der Riesensaal erstreckte, die Schlossruine betreten habe, ist knapp ein Jahr vergangen….
      Wieder betrete ich das Schloss durch die für den Kran geschlagene Öffnung. Wieder bin ich beklommen ob des Eindrucks der Ruine. Hier im Inneren, im Schlosshof, ist der Eindruck noch immer viel erschütternder als draußen, wo teilweise an der Schlossfassade noch der freundliche Putz zu sehen ist. Hier braucht man nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie der Feuersturm im Geviert tobte, den Sandstein teilweise auseinander sprengte, meterdickem Mauerwerk tiefe Risse beifügte, Stahlträger verbog. Vor allem der Südflügel des Großen Schlosshofes zeigt sich unverändert mit seinen bizarren Ruinen, den Bäumen in den Trümmern und den dort nistenden Tauben. Und doch ist das Bild insgesamt ein ganz anderes als vor einem Jahr, sind hier vom Schlosshof aus die Zeichen der Veränderung viel deutlicher wahrzunehmen als draußen von der Straße.

      Es folgten so genannte Gesprächsprotokolle mit „Leuten vom Bau“, die als Monologe formuliert waren:
      (Auszug)
      Die Lage ist wie vor einem Jahr. Äußerst kompliziert. Ruine ist Ruine. Da gibt es ständig neue Erkenntnisse, durch uns, durch die Denkmalpflege. Immer wieder wurden Hohlräume in Stützen und Wänden entdeckt; das ändert dann vieles.
      Na, gehen wir mal rein, hier die Stiege geht’s hoch. Ja, das ist der einzige Einstieg. Treppen gibt’s noch keine. Nun sind wir im Westflügel, vor uns der Theaterplatz. Ihr seht, hier hat sich viel getan. Hier in der Mitte des 1. Obergeschosses stand ja mal die dicke Wand, die war an die 1,20 Meter stark, die musste weg, nutzte nichts. Das war ein Schund, das werden manche unserer Leute nicht vergessen….
      Ihr seht ja, hier im Westflügel sind wir so gut wie fertig, haben die Decke zum dritten Geschoss begonnen, das wird dann die Montageebene für die Stahlkonstruktion des Daches….
      Na gehen wir mal ganz hoch. Hier könnt ihr mal sehen, wie gebaut wird – ein Stück Altes bleibt stehen, wird organisch verbunden mit Monolithbau. Und so weiter. Hier die neue Betonwand und gleich daneben noch einer der vier alten Wendelsteine, den halten wir nur noch durch das Stahlseil zusammen. Aber da muss in absehbarer Zeit einer ran. Das ist alles schwer, sehr schwer.
      Warum in diesem Abschnitt jetzt keine Leute sind? Im Moment dürfen wir nicht bauen. Baustopp. Die Lasten, die wir hier in die alte Bausubstanz eintragen, sind ja enorm. Die drücken auf die Schäfte und Wände. Wir müssen neu untersuchen, was die Statik hergibt….
      Wie ich die Perspektive sehe? Das Schloss bleibt eine Riesenaufgabe. Das wird weit ins nächste Jahrhundert reichen, ehe hier auch im Innern alles fertig ist.

      Zur Ergänzung noch 2 Bilder. Das erste gibt einen Eindruck von der Ausgangssituation, Blick auf den südwestlichen Wendelstein.

      [img]http://www.bildindex.de/bilder/MI09540e08b.jpg[/img][img]
      Quelle: http://www.bildindex.de">www.bildindex.de

      Das folgende Foto (Westflügel, 2. Obergeschoss, Südbereich) gibt eine visuelle Vorstellung von den mehrfach erwähnten Stützen. Die im Foto erkennbaren Stützen gehören allerdings nicht zur Mittelwand, sondern markieren die senkrecht dazu verlaufende „Südwand“ von Audienzgemach und Schlafzimmer Augusts des Starken (siehe auch Grundrissauszug oben). Die Fenster gehen zum Theaterplatz raus.

      [img]http://www.onlinepictures.de/2/uploads/StuetWeb012cfaa2jpg.jpg[/img][img]

      [/img]
    • Ein Schwerpunktthema der vorjährigen Denkmalpflege-Ausstellung "Zeitschichten" war das Dresdener Schloss. Die folgende Aufnahme zeigt den Ausstellungsraum (am Ort), der dem Audienzgemach gewidmet war.

      dehio.org/zeitschichten/downloads/dehio_presse_05.JPG<a href="%3Cbr%3E%3Cbr%3EEs%20zeigt%20Teile%20der%20geretteten%20%28weil%20vor%20der%20Bombardierung%20ausgelagerten%29%20Innenarchitektur%20des%2017%20m%20x%208,8%20m%20gro%C3%9Fen%20Ausdienzgemaches%20A.d.S.%20Neben%20dem%20Thronsessel%20sieht%20man%202%20der%20sogenannten%20" aufnahme:
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      Es zeigt Teile der geretteten (weil vor der Bombardierung ausgelagerten) Innenarchitektur des 17 m x 8,8 m großen Ausdienzgemaches A.d.S. Neben dem Thronsessel sieht man 2 der sogenannten "gestückten Pariser Banden". Das waren Pilaster mit reichen Reliefgoldstickereien auf Goldbrokat, die dem Audienzzimmer seine architektonische Struktur verliehen. Zum Vergleich eine historische Aufnahme:

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      Es zeigt Teile der geretteten (weil vor der Bombardierung ausgelagerten) Innenarchitektur des 17 m x 8,8 m großen Ausdienzgemaches A.d.S. Neben dem Thronsessel sieht man 2 der sogenannten "gestückten Pariser Banden". Das waren Pilaster mit reichen Reliefgoldstickereien auf Goldbrokat, die dem Audienzzimmer seine architektonische Struktur verliehen. Zum Vergleich eine historische Aufnahme:<img src="%3Cbr%3E%3Cbr%3EQuelle:%20http://www.bildindex.de" >bildindex der Kunst und Architektur
      Das gleiche Bild findet man bei F. Löffler (in meiner Ausgabe Seite 169). Die Tür am linken Bildrand geht in Richtung des 2. Kaffeesalons (also Richtung Norden), die Tür in der Bildmitte führt in das Paradeschlafzimmer, liegt also an der Ostwand." wcf_src="

      Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

      Das gleiche Bild findet man bei F. Löffler (in meiner Ausgabe Seite 169). Die Tür am linken Bildrand geht in Richtung des 2. Kaffeesalons (also Richtung Norden), die Tür in der Bildmitte führt in das Paradeschlafzimmer, liegt also an der Ostwand." alt="wysiwyg image" />
    • In einem Artikel vom 11. August 2001 in der SZ ging es um Rekonstruktionsmaßnahmen am Georgenbau des Schlosses, die aktuell bereits abgeschlossen sind bzw. kurz vor dem Abschluss stehen. Hier zunächst auszugsweise der genannte Zeitungsartikel.

      Sächsische Zeitung, 11.08.2001
      Titel: Sorgen um den Stallhof
      Untertitel: Rundgang im historischen Stadtzentrum / Feinarbeit ist angesagt
      Von Reinhard Delau
      (Auszug)
      Im Georgenbau befindet sich auch eine Kostbarkeit, die nur wenigen bekannt ist. An der Kathedralseite, am südöstlichen Eingang, ist aus dem ursprünglichen Georgenbau ein Renaissance-Rundbogen eingefügt. Er stand früher an der Elbseite (Anmerkung: an der Nordseite des Georgenbaus).
      (Anmerkung: am „südöstlichen“ Eingang, das bezieht sich auf den Gesamtkomplex des Schlosses. Bezogen auf den Georgenbau allein ist es die Westseite dieses Gebäudes - siehe Schlossgrundriss. Die Umsetzung des Tores erfolgte bereits bei früheren Umbaumaßnahmen, also nicht erst nach 1945).
      Das Tor erscheint schwarz, feine Risse verlaufen im Sandstein. Die Flachreliefs bröckeln, vor allem an den Außenseiten des Bogens und den Vertikalen. „Dort müssen wir was tun“, sagt Coulin (Anmerkung: Dresdener Chef der SIB), „und zwar schnell“. Termine nennt er allerdings nicht. – Ende Artikelzitat

      Die beiden folgenden Fotos (aufgenommen am 16.06.2006) zeigen einen Blick auf die Westseite des Georgenbaus. Das oben genannte Renaissancetor ist eingerüstet, d. h. die im August 2001 als dringlich eingestuften Restaurierungsarbeiten laufen zur Zeit.
      [img]

      [img]http://www.onlinepictures.de/2/uploads/166GBk7a1c97afjpg.jpg[/img]

      Zum Vergleich eine historische Ansicht aus Bildindex.de:


      Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

      Dazu aus Fritz Löffler „Das alte Dresden“ (in meiner Ausgabe Seiten 51 – Text und 52 – Bild):
      Jetzt dem südöstlichen Eingang der Katholischen Hofkirche gegenüber. Rundbogen mit Flachreliefs. Entwurf nach Vorbildern oberitalienischer Meister in den Formen der Renaissance, die Ausführung weist stilistisch auf deutsche Hände, 1534. In den Zwickeln trauern Adam und Eva um das verlorene Paradies. Die kleine Scheibe des Schlusssteins zeigt einen Totenkopf, Übersetzung der lateinischen Inschrift: Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen…..Die Bekrönung des Portals fehlt (A: im heutigen Bestand).


      Nachfolgend eine aktuelle Ansicht der Nordfassade des Georgenbaus (aufgenommen am 16.06.2006).


      Noch eine Ansicht aus bildindex.de, die das Georgentor vor den Ende des 19. Jhd. erfolgten Umbaumaßnahmen zeigt. Man erkennt auch den schlichten Vorgängerbau des Brückenübergangs vom Schloss (Nordflügel) in die Kathedrale.

      <img src="%3Cbr%3EQuelle:%20http://www.bildindex.de" >bildindex der Kunst und Architektur
      Zum Bau der neuen „Brücke“ hier ein Auszug aus einem Aufsatz von Prof. Heinrich Magirius. Titel: Die späthistoristische „Bekleidung“ des Residenzschlosses 1889 – 1901“.
      Ein besonderes Kunststück historischer Einfühlung gelang Gustav Fröhlich mit dem Übergang vom Nordflügel des Schlosses zur Hofkirche 1896. Indem er hier die Eisenkonstruktion mit getriebenem Kupfer verkleidete, war eine formale Angleichung an die dominant empfundene Architektur der Hofkirche möglich.
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      Quelle: bildindex der Kunst und Architektur

      Zum Bau der neuen „Brücke“ hier ein Auszug aus einem Aufsatz von Prof. Heinrich Magirius. Titel: Die späthistoristische „Bekleidung“ des Residenzschlosses 1889 – 1901“.
      Ein besonderes Kunststück historischer Einfühlung gelang Gustav Fröhlich mit dem Übergang vom Nordflügel des Schlosses zur Hofkirche 1896. Indem er hier die Eisenkonstruktion mit getriebenem Kupfer verkleidete, war eine formale Angleichung an die dominant empfundene Architektur der Hofkirche möglich.
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    • Weiter oben wurde von Saibo die Frage formuliert, ob der Neue Thronsaal (=Eckparadesaal) auch rekonstruiert werden soll und ob sich zwischenzeitlich (in Bezug auf das veröffentlichte Foto vom Rohbauzustand per 1991) schon etwas getan hat. Zu meiner Antwort (Beitrag vom 28. Juni 2006) hier noch eine Ergänzung. Die Meldung ist zwar nicht ganz neu, aber vielen vermutlich trotzdem nicht bekannt:

      Pressemitteilung des Sächsischen Kultusministeriums vom 24.06.2003
      Titel: Berufsschüler verhelfen Dresdner Schloss zu neuem Glanz - Kultusminister Mannsfeld besucht Stuckateurlehrlinge
      Schüler vom Beruflichen Schulzentrum in Glauchau verhelfen Sachsen zu neuem Glanz - sie arbeiten am Wiederaufbau des Dresdner Schlosses mit. Zur Zeit rekonstruieren die Stuckateurlehrlinge Stuckteile des Eckparadesaals. Der Einsatz der Berufsschüler findet statt im Rahmen des Pegasus-Projektes "Schulen adoptieren Denkmale", an dem sich 15 sächsische Schulen seit 1997 beteiligen. Das Projekt will Schüler motivieren, Verantwortung für kulturelles Erbe zu übernehmen. Für das Residenzschloss haben Glauchauer Stuckateurlehrlinge bereits Arbeiten für den Großen Ballsaal und den südöstlichen Eckturm gefertigt. Die denkmalpflegerische Betreuung liegt beim Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege.
      Am Donnerstag, 26. Juni 2003, 14.00 Uhr, besucht Kultusminister Prof. Dr. Karl Mannsfeld gemeinsam mit Landeskonservatorin Dr. Rosemarie Pohlack die Stuckateurlehrlinge im Dresdner Schloss - Treffpunkt: Eingang zum Bärengarten (gegenüber Taschenbergpalais). Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind eingeladen, den Termin wahrzunehmen.

      Das sind natürlich alles noch vorbereitende Maßnahmen, so im Sinne der Methodik von „Probeachsen“. Über allem steht der Satz aus der Pressemitteilung der Sächsischen Staatsregierung vom Dezember 1997 (siehe Beitrag vom 1. Juli 2006):
      „Der weitere Ausbau des Schlosses wird abschnittsweise entsprechend den finanziellen Möglichkeiten des Landes erfolgen.“
      Das bezieht sich aber eben nicht nur auf die Zeitschiene, sondern auch auf die Detailausführung. Es gibt keinen detaillierten „Masterplan“ für das Schloss, da ist vieles noch schwammig. Daher halte ich Meldungen wie die obige für mitteilenswert – solche Nachrichten stimmen optimistisch (auch wenn sie schon 3 Jahre alt sind).