Posts by BautzenFan

    Aktuelles Interview ( datiert 1.7.2020) des mdr mit Volker Kylau, Technischer Geschäftsführer des SIB:

    Quote

    Kylau schloss aus, dass die Sicherheitsanlage im Außenbereich des Schlosses am Tatmorgen wegen des Stromausfalls keinen Alarm auslöste. "Wir können für uns sagen, die Anlage war frisch gewartet. Sie war in einem funktionsfähigen Zustand und es lag zu allen Zeiten Spannung an." Kylau betonte, es habe eine direkte Leitung zur Polizei im Sicherheitsraum gegeben. Warum das Wachpersonal diese nicht genutzt habe, wisse er nicht.

    Auch interessant: "Nachbesserungen bei Fassade und Vitrinen geplant"


    Quelle: https://www.mdr.de/sachsen/dre…rwachungskameras-100.html

    Der SIB hat eine Ausschreibung für Objektplanungsleistungen veröffentlicht (HOAI, Leistungsphasen 2 - 8).

    HAMMER :harfe:


    Quote from SIB

    Der Dresdner Zwinger ist ein unter der Leitung des Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und des Bildhauers Balthasar Permoser errichtetes Gesamtkunstwerk aus Architektur, Plastik und Malerei. Es zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des europäischen Barocks und ist eines der bekanntesten Baudenkmale Dresdens.
    Der Festsaal im Obergeschoss des Französischen Pavillons wird seit den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts als Marmorsaal bezeichnet. Namensgebend ist sicherlich die künstlerische und handwerkwerklich sehr anspruchsvolle Gestaltung nahezu aller Wand- und Bodenflächen mit sächsischem Marmor. Neben der Funktion eines kurfürstlichen Festsaals diente der Raum auch der Darstellung der italienisch und französisch beeinflussten sächsischen Handwerkskunst.
    Die Zielstellung umfasst die Rekonstruktion und Restaurierung der barocken Raumfassung, mit deren Ausgestaltung repräsentative Zwecke im Zusammenhang mit der Hochzeit des Kronprinzen 1719 verfolgt wurden. Die Nutzung des rekonstruierten Raumes orientiert sich an der feierlichen Erscheinung. So muss der Saal den Anforderungen an öffentliche Nutzungen mit höheren kulturellem Niveau wie Festakte, Konzerte, Vorträge, standesamtliche Zeremonien oder adäquate Veranstaltungen gerecht werden.

    Gegenstand der geplanten Beauftragung für den rekonstruktiven Ausbau des Marmorsaal im Dresdner Zwinger sind die Leistungen der Objektplanung Gebäude und Innenräume nach Teil 3, Abschnitt 1, §§ 34 ff. i.V.m. Anlage 10 HOAI 2019 mit den Leistungsphasen 2 bis 8 entsprechend dem ausgeschrieben Vertrag. Die Beauftragung erfolgt stufenweise.

    [...]

    Laufzeit in Monaten: 49


    Aktuelle Ansicht des Saales:


    By Bybbisch94,Christian Gebhardt - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51957647


    Der Saal war vor 2 Jahren schon mal im Forum behandelt worden: Klick


    cheers:)

    Quote from Seebastian

    Diese Ansicht im Stallhof neben dem Georgentor ist mir heute erst aufgefallen.

    Es handelt sich dabei um Spolien von dem ursprünglichen Georgenbau (d.h. von dessen Renaissancefassung, entstanden in den 1530er Jahren unter Herzog Georg).


    Von Anton Weck - Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel <http://diglib.hab.de/drucke/gm-4f-270/start.htm>, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76340483


    Bei dem großen Schlossbrand von 1701 war der damals etwa 170 Jahre alte Georgenbau weitgehend zerstört worden. Der Wiederaufbau (1717/18) erfolgte dann in barocker Formensprache, wobei aber einiges von dem steinernen Fassadenschmuck in den neuen Bau integriert wurde: die 3 Portale (2 Portale Südseite, das dritte von der Nordseite), einige Wappen von dem Wappenfries der Nordseite sowie ein Bildnismedaillon. Den in großen Teilen ebenfalls erhaltenen „Totentanz“ (Figurenfries an der Nordseite) schenkte August der Starke der Gemeinde der Dreikönigskirche.

    Auch an dem kurz nach 1830 erneut umgebauten Tor wurden die oben genannten Teile wiederverwendet.


    Die beiden nachfolgend verlinkten Fotos zeigen die Nordfassade NACH dem Umbau ab 1830, aber VOR dem großen Schlossumbau unter König Albert. Beide Fotos können stark vergrößert werden – nach dem Öffnen nochmals draufklicken.

    Klick

    Klick


    Bei den Umbaumaßnahmen ab 1899 (großer Schlossumbau) wurde das Portal der Nordseite an die Westseite des Georgentores versetzt (leider seit vielen Jahren im Baustellenbereich befindlich).

    Hier einige Ansichten:

    Klick


    Inschrift auf dem Giebelansatz: Klick

    "PER INVIDIAM DIABOLI MORS INTRAVIT INORBEM"

    Durch den Neid des Teufels ist der Tod in die Welt gekommen.


    Klick


    Die beiden Portale von der Südseite wurden zu einem Exemplar zusammengefügt und im EG des Georgenbaus eingesetzt (wie gesagt – das erfolgte bereits um 1900). Hier eine Ansicht aus der unmittelbaren Nachkriegszeit: Klick

    Detailansicht 1

    Detailansicht 2


    Das Relief stammt ursprünglich von der Nordseite:

    Bildausschnitt von:

    Von Anton Weck - Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel <http://diglib.hab.de/drucke/gm-4f-270/start.htm>, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=76340483

    (farbl. Eintragungen von mir)


    In der Schrifttafel im Bereich des Architravs ist die Entstehungszeit des Portals angegeben: Klick


    Ganz links auf dem Foto von Seebastian sieht man das Bildnisrelief von Herzog Georg. Hier eine größere Aufnahme (Frontalansicht): Klick


    Die 6 Wappen von der Nordseite sind übrigens ebenfalls erhalten. Sie wurden beim großen Schlossumbau (um 1900) allerdings entfernt und zunächst im Garten des Kunstgewerbemuseums (Güntzstraße) ausgestellt. Vielleicht wird man sie als Exponate in der geplanten Dauerausstellung zur Baugeschichte des Schlosses zeigen (in der Gotischen Halle).


    Und noch eine interessante Information zu den Renaissance-Spolien des Georgenbaus:

    Quote

    Im Zuge der Vorbereitungen zum Wiederaufbau des Schlosses wurden 1986 Teile des Ostflügels abgetragen. Dabei kamen als Baugestein wiederverwendete Teile des Südgiebels zum Vorschein, unter anderem auch wesentliche Partien des polychrom gefassten Madonnenreliefs vom Südgiebel des Georgenbaus.

    Quelle: Heinrich Magirius; Das Georgentor – in: Das Dresdner Schloss, Monument sächsischer Geschichte und Kultur

    Quelle: abfotografiert von einem Ausstellungsflyer (1994)


    Zur Erklärung des Auffindungsortes sei daran erinnert, dass bei dem großen Schlossbrand von 1701 nicht nur der Georgenbau, sondern auch der Ostflügel des Schlosses (mit dem Riesensaal) zerstört wurde.

    Vielen Dank für die Links des Videos. Möchte daraus noch eine kleine Entdeckung vermelden.

    Als aktuelle Sanierungsschritte am Schloss wurden seit einiger Zeit folgende 3 Einzelmaßnahmen genannt:

    - Aufsetzen der Turmhaube

    - Sanierung des nördlichen Anbaus incl. der Restaurierung der Sgraffito-Malereien (vor kurzem realisiert, siehe Beitrag vom 16.05.2020)

    - Restaurierung des Nord- und Südportals


    Letzteres steht noch aus, aber eine Aufnahme in dem aktuellen mdr-Video belegt, dass die schöne historische Holztür des Südportals bereits restauriert ist: kurz zu sehen ab 1:13.



    Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57858875

    Quote from Lubitsch

    Mir ging es um das touristisch-klassische. Ich weiß, dass auch die Gewehrgalerie im Langen Gang im Herbst öffnen soll. Noch etwas?

    Nach jetzigem Kenntnisstand kann man ab Spätsommer?/Herbst? auf den Großen Schlosshof, wobei der oberste Teil der Malereien des Altans fertig sein dürfte.



    Glückwunsch nach Dresden

    Brandaktuelles Ranking der Museen in Deutschland: Das Ergebnis zeigt zwar, dass Technikmuseen beliebter sind als Kunstmuseen – aber:

    Quote

    Die beiden beliebtesten Kunstmuseen stehen in Dresden: Das Residenzschloss rangiert auf Platz 8 im Gesamtranking, direkt dahinter die Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger.

    Quelle: https://www.port01.com/news/Mu…_und_Gtersloh-1-27648.htm

    Quote from Seebastian

    Weiß jemand warum es diese Flecken an der englischen Treppe gibt?

    Ist da noch original putz dahinter?

    Es sind recht gerade Kanten und es wirkt so als wäre eine dickere Farbschicht darauf als am groß der Fläche.

    Ganz genau, es handelt sich um originalen Putz. War schon mal hier im Forum von Insider Oktavian bestätigt worden (Post vom 2. April 2010, Seite 47). Die folgenden beiden Fotos zeigen die gleiche Wandfläche, BEVOR der finale Farbanstrich drauf kam.

    Aber zunächst (zum Vergleich) das aktuelle Foto von Seebastian:


    Foto von Seebastian


    Altfoto 1

    Altfoto 2

    Quote

    Kunstfertiger Gipsputz an der Englischen Treppe

    Als zentraler und repräsentativer Aufgang zum Riesensaal dient die Englische Treppe. Diese wurde in der Zeit von 2008 bis 2009 kunstfertig mit Gipsputz entsprechend den historischen Vorlagen restauriert. Zum Teil waren sehr hohe Putzdicken notwendig, um flächenbündig an den Bestandsputz (Gips) anarbeiten zu können. Die Oberfläche der Kassetierungen wurde gestippt.

    Quelle: https://www.bauhandwerk.de/art…der_Baustile_1628646.html


    Ansonsten möchte ich noch über 2 hochkarätige Aufträge berichten, die kürzlich vergeben wurden. Es geht dabei um Arbeiten zur Vervollständigung der 4 großen Spiegel im 1. und 2. Vorzimmer (jeweils ein Kamin- und ein Schaftspiegel). Die Vergabe erfolgte ohne vorherige Ausschreibung, und das muss natürlich bei öffentlichen Aufträgen begründet werden.


    Auftrag 1

    Den Zuschlag erhielt: Angelika Ullmann Dipl.-Bildhauerin, Dresden

    Gesamtwert der Beschaffung (ohne MwSt.)

    Wert ohne MwSt.: 29 016.00 EUR



    Auftrag 2

    Den Zuschlag erhielt Eva Backofen, Dresden

    Gesamtwert der Beschaffung (ohne MwSt.)

    Wert ohne MwSt.: 50 340.00 EUR


    Frau Eva Backofen ist übrigens die Künstlerin, die die meisterhafte Rekonstruktion der Stuckdecke im Porzellanzimmer geschaffen hat.



    Und noch eine traurige Nachricht: Auf den heiß ersehnten 3. Band der Schlossbuch-Triologie müssen wir noch länger warten. Nachdem der Erscheinungstermin schon mal von Ende 2019 auf 2. Quartal 2020 verschoben wurde, heißt es seit kurzem auf der Verlagsseite: „Erscheinungsdatum 3. Quartal 2020“.   :weinenstroemen:

    Noch ein paar Anmerkungen zum Rehfeldhaus im Nordbereich des Altmarktes (Fertigstellung 1926).

    Hier eine schöne Gesamtansicht aus den 1930er Jahren: Klick

    Luftbildansicht

    Nahansicht des westlichen Teiles

    Im zuletzt aufgeführten Link sieht man das Geschäft von L. Wolf (Tabakwaren und Annahmestelle der Lotterie).


    Zur Nutzung schreibt Wikipedia:

    Quote from wikipedia

    Das Rehfeldhaus, benannt nach dessen Erbauer Albert Rehfeld, stand ab 1926 auf der Nordseite des Marktes gegenüber dem Café Central und wurde 1945 zerstört. Es diente dem Dresdner Verkehrsverein als Geschäftsstelle, unter anderem wurden hier Karten für Veranstaltungen verkauft, auch Reisen konnte man hier buchen. Daneben unterhielt Pfunds Molkerei wie an vielen Stellen der Stadt im Rehfeldhaus Geschäftsräume

    Die Nutzung des Gebäudes war im Februar 1945 noch nicht ganz zu Ende. Nachfolgend ein Zitat vom 15. Juli 1945 aus der "Tageszeitung für die deutsche Bevölkerung" (herausgegeben von der Besatzungsmacht, erschienen vom 29. Mai bis 1. August 1945).

    Quote

    Inmitten der Trümmer des Altmarktes steht, etwa zur Hälfte noch, das niedrige, langgestreckte Verkehrsgebäude. In den ehemaligen Räumen, die dort der Verkehrsverein innehatte, ist wieder neues Leben erwacht. Ein findiger Unternehmer hat im Sinne der in der Tageszeitung gegebenen Anregungen Tische und Stühle aufgebaut und einen Getränkeausschank eröffnet. An gleichem Ort, wo man sich früher die schönsten Auslandsreisen zusammenstellen lassen konnte, so zu den Ruinenstätten Altgriechenlands oder Italiens – Athen, Herculaneum oder Pompeji -, kann man jetzt durch die öden Fensterhöhlen Hitlers Ruinen betrachten.

    Zustand nach der Zerstörung: Klick   Klick

    Quote from Seebastian

    Anfügen möchte ich auch noch ein Bild zu einem gravierten Türschloss links neben dem Audienzstuhl. Dies scheint noch Originalsubstanz zu sein.

    In diesem Zusammenhang sei auf einen Passus aus den Ausschreibungsunterlagen für die Nachfertigung der Kastenschlösser für die Türen der Paraderäume verwiesen:

    Quote from SIB

    Die vorgesehenen Leistungen dienen der Nachfertigung historischer Kastenschlösser, Schlaufen, Deckrosetten und Schlüsselschilder sowie der Bänder und Riegel. Die Kastenschlossgarnituren sind für zweiflüglige Durchgangstüren bestimmt und werden nach historischen Vorbildern angefertigt. Als Vorlage dienen Reste historischer Kastenschlösser sowie ein bereits vorhandenes nachgefertigtes Kastenschloss.

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Nun aber zu einem ganz anderen Thema. Ich möchte eine Ansicht des Paradeschlafzimmers vorstellen, die mir bis vor einiger Zeit völlig unbekannt war.

    Das folgende Zitat stammt aus einem Artikel der DNN (Dresdner Lokalzeitung) vom 10. Februar 2019:

    Quote

    Die Rekonstruktion der Augusteischen Räume „ist schon große Kür, noch höher gehen Kunstfertigkeit und Qualität nicht“, sagt Schneider. Allein das Paradebett sei reiner Prunk gewesen, der bis zur Decke reichte. „Ein Schaubett, nicht zur Nutzung gedacht und stellvertretend für einen Thron“, sagt sie.

    Quelle: https://www.dnn.de/Dresden/Lok…ischer-Pracht-und-Opulenz

    „Nicht zur Nutzung gedacht“ bedeutet natürlich nicht zwingend „nie genutzt worden“. Genau diese „Sinn-Mutation“ kam aber in diversen journalistischen Beiträgen vor, die im Zusammenhang mit der Eröffnung der Paraderäume erschienen. Dem war aber nicht so. Es gab nämlich im 19. Jhd. ein Herrscherpaar, das den Raum tatsächlich als privates Schlafzimmer nutzte: König Johann und seine Gemahlin Amalie.

    Dazu ein Zeitungszitat vom 7. Juni 2018, in dem über das Paradebett berichtet wird (bei genanntem *August* handelt es sich – logisch – um August den Starken):

    Quote from tag24

    Um nun aber die Gretchenfrage zu beantworten: "Kinder zeugte August hier nicht", so Kunsthistorikerin Sabine Schneider.

    August hatte sich 1715 im Südflügel ein Schlafzimmer bauen lassen, in dem er sich tatsächlich zur Nacht(un)ruhe bettete. Das Paradebett aber diente dann doch noch als echte Schlafstätte - für König Johann (1801-1873). Der hatte übrigens neun Kinder ...

    Quelle: https://www.tag24.de/nachricht…t-der-starke-umbau-628525

    Nun aber endlich zu dem angekündigten historischen Bildnis. Es trägt den Titel: „Ansicht vom Toilettezimmer der Königin Amalie im Dresdner Schloss“ (Aquarell, Gouache; 395 x 536 mm; jetzt im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Künstler: Otto Wagner). Das Gemälde entstand 1857 vermutlich im Auftrag der Königin Amalie, die es ihrer Zwillingsschwester, Königin Elisabeth von Preußen (Gemahlin von Friedrich Wilhelm IV. von Preußen), schickte.

    Toilettezimmer der Königin Amalie


    Wie man unschwer erkennt, hatte man das Paradeschlafzimmer durch eine Art Raumteilerkonstruktion in 2 Hälften geteilt – im südlichen Teil befand sich der Schlafbereich (mit dem Bett), im nördlichen Teil besagtes Toilettezimmer.

    Zum Vergleich hier ein aktuelles Foto (ähnliche Blickrichtung wie auf dem Gemälde von Otto Wagner):



    Foto von Oktavian


    An der Südseite des Toilettezimmers hingen Kinderbildnisse. Die gehörten zu einer Porträtserie, die der damalige Hofmaler der Wettiner, Carl Christian Vogel von Vogelstein, von den Kindern des Paares geschaffen hatte. Eines dieser Gemälde, das von Prinzessin Elisabeth von Sachsen (links neben dem Standspiegel), seht Ihr als Echtfoto hier: Klick

    Später hingen dieser Kinderbildnisse (zumindest einige von Ihnen) im so genannten Gedenkzimmer im Dresdner Schloss (keine Ahnung, wo sich das befand):   Klick

    Quote from Chris1988

    Ist der Löwenkopf mit den Schlangen noch original erhalten?

    Das ist mir leider nicht bekannt, aber ich gehe doch davon aus, dass man diese Teile für ihren späteren Wiedereinbau geborgen hat. Der Auftrag für die Steinmetzarbeiten zur Restaurierung des Brunnens wurde bereits im Mai 2019 vergeben. Den Zuschlag erhielt übrigens die renommierte Dresdner Firma Hempel, die schon seit Generationen in diesem Metier tätig ist. Wie das Foto vom November 2019 belegt, war vor Ort am Brunnen bis dahin nicht viel zu sehen (außer eben, dass man den Trog umgesetzt hatte). Optimistischerweise könnte man nun vermuten, dass der Steinmetz in dem betreffendem Zeitraum an dem oberen Part gearbeitet hat - in seiner Werkstatt (wie gesagt, der Auftrag wurde im Mai 2019 vergeben).

    Im Schlossmodell ist der Brunnen vollständig dargestellt:


    effndy

    Herzlichen Dank für die aktuellen Fotos.

    Quote from effndy

    Soweit ich sehen konnte, sind jetzt alle Türen vorhanden. Schlösser teilweise mit Gravur

    Hier möchte ich nur noch mal erinnernd anmerken, dass die Türschlösser nur in 3 Räumen Gravuren erhalten:

    Eckparadesaal und 1. Vorzimmer: Schlosskästen mit Rittermotiv

    Audienzzimmer: Schlosskästen mit Adlermotiv


    Foto von effndy (Ausschnitt)


    Diese Graveurmeister-Arbeit schlug übrigens mit 45.585,00 EUR (ohne MwSt.) zu Buche, ein Beleg für den künstlerischen Aufwand.


    Auf einem der Fotos war die Tür links (östlich) der Ofennischen im EPS abgebildet, dort mit im Bild das Gemälde über der Tür. Wie man sieht, fehlt der Supraportenrahmen noch. Ich geh mal davon aus, das gilt auch für die anderen beiden Supraporten des Raumes?


    Was den Baufortschritt im Großen Schlosshof betrifft, war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie weit die Restaurierung des Wandbrunnens mittlerweile gekommen ist. Und was musste ich sehen – das Ding ist eingehaust, unerhört. :wink:

    Aber im Ernst, die müssten schon ziemlich weit sein. Der beschädigte Trog stand ja bekanntlich lange im Hof vor der Westfassade:



    Im April 2019 (also vor gut einem Jahr) wurde er an seine originale Stelle umgesetzt.

    Der Einbauort kurz vor dem Umsetzen: Klick

    Der beschädigte Trog unmittelbar vor dem Umsetzen (hier sieht man ihn mal „ausgeräumt“): Klick


    Zustand im November 2019:



    Und so wird der Wandbrunnen dann hoffentlich wieder hergestellt:   Klick


    Der Zustand des Brunnens nach der Zerstörung (noch am originalen Ort):

    Quelle: bildindex

    RobBerg

    Herzlichen Dank für die interessanten Fotos.

    Quote from Löbenichter

    Was ist denn das für eine Kirchenruine mitten im Bild? Kriegsverlust oder älter?

    Die spätgotische Kirche St. Nikolai, erbaut Mitte des 15. Jhd., wurde im dreißigjährigen Krieg zerstört. Der zunächst beabsichtigte Wiederaufbau kam nicht zur Ausführung. Auf dem Areal südlich der Kirche befindet sich seit Anfang des 15. Jhd. ein Friedhof (heute einer der beiden katholischen Friedhöfe von Bautzen). Seit 1745 wird auch das Innere der Ruine für Grablegungen genutzt.


    Die Nordseite der Kirche war in die Befestigungsanlagen der Stadt einbezogen:


    Blick in den Wehrgang an der Nordseite:


    Treppe zum Wehrgang:


    Westseite der Ruine:


    Blick auf die Südseite:


    Ostseite der Ruine:



    Blick in das Innere der Ruine:



    Blick vom Wehrgang auf den Spreeübergang der alten Handelsstraße „via regia“ mit der Hammermühle:


    Ich möchte Euch einen sehr interessanten, recht professionell gemachten Film vorstellen, der Dresden in den Jahren 1990/1991 zeigt. Es gibt eigentlich keinerlei Erläuterungen (nur ab und zu Positionsangaben), aber das ist auch nicht erforderlich – die Bilder sprechen für sich.

    Das Motto, das der Filmemacher den Aufnahmen voranstellte, stammt aus einer Rede von Erich Honecker, gehalten im September 1977 in Dresden:

    „Genossinnen und Genossen! Was der Imperialismus verwüstet hatte, führte der Sozialismus zur Blüte.“


    Für die, die keine Zeit für den gesamten Film haben (Dauer ca. 1 Stunde) möchte ich zwei Kurzsequenzen empfehlen (die beiden Links springen gleich an die richtige Stelle).

    Da wäre zunächst ein langsamer Schwenk über den kahlen Neumarkt (Standort des Kameramanns irgendwo oben auf einem Gebäude in der Wilsdruffer: Klick

    Beispiel Nummero 2 (ca. 3 min): Zustand der Äußeren Neustadt – einfach krass: Klick


    Link zum Video

    Ich möchte Euch nachfolgend mit einigen Bildern mein zukünftiges Lieblingslokal in Dresden vorstellen; ganz klar, es geht um das derzeit im Ausbau befindliche Restaurant im Nordostflügel des Schlosses. Die Fotos sind schon etwas älter, aufgenommen zwischen Februar und August 2019 (also ziemlich am Anfang der hier laufenden Ausbauarbeiten). Zwischenzeitlich dürfte schon einiges passiert sein.

    Bild 3 zeigt m. E. einen Blick in den größten der Gasträume, oh das wird urig.


    Fotos vom 19. August 2019

    Bild 1

    Bild 2

    Bild 3

    Bild 4

    Bild 5

    Bild 6


    Fotos vom 1. Februar 2019

    Bild 7

    Bild 8


    Und noch ein relativ neues Foto von der Gewehrgalerie - dort geht es ins Finale:

    11. Februar 2020

    Bild 9

    Die SKD haben gestern auf ihrer facebook-Seite ein ca. 36-minütiges Video eingestellt, in dem über die Rekonstruktion der Paraderäume berichtet wird, und zwar in der Art einer visuellen Führung (quasi als Trost für die aktuell ausgesperrte Fan-Gemeinde). Sehr interessant war nicht der Vortrag allein, sondern eben vor allem auch der Umstand, dass diese Filmaufnahmen taufrisch sind. So konnte man jetzt erkunden, was dort in Bezug auf die noch ausstehenden Arbeiten zwischenzeitlich passiert ist. Leider waren nur 3 Räume einbezogen (die beiden Vorzimmer und das Audienzgemach).


    In der Anfangseinstellung des Videos steht die vortragende Dame in der Südostecke des 1. Vorzimmers – mit im Blick die Tür an der Südwand (Durchgang in das 2. Vorzimmer). Also meiner Meinung nach sind dort jetzt die Türflügel drin (man beachte z. Bsp. das Türschloss). Vor der Schließung sah das nämlich so aus:



    Und hier der Link zum Video (man braucht etwas Geduld, bis das Video startet):

    https://de-de.facebook.com/skd…019440585471/?__tn__=HH-R


    Ebenfalls in der Anfangseinstellung zu sehen (wenn man durch die Tür blickt) ist die Südwand des 2. VZ. Und dort offenbart sich, dass nunmehr der vergoldete Supraportenrahmen angebracht ist. Hier ein Vergleichsbild, das effndy kurz vor der Schließung aufgenommen hat:


    Foto von effndy (Bildausschnitt)


    Man kann wohl sicher davon ausgehen, dass jetzt auch der zweite Supraportenrahmen im 2. VZ (der an der gegenüber liegenden Nordwand) hängt und vermutlich auch die Rahmen der 3 Supraporten im Eckparadesaal. Denn die betreffende Gesamtmaßnahme (Rahmen für 2. VZ und EPS) war schon mal für Ende Januar angekündigt.

    Wäre schön, wenn jemand von Euch noch weitere „Reko“-Ergänzungen im Video findet.


    Außerdem habe ich erstmals eine Visualisierung für den Eckparadesaal gefunden, von mic-vis.de, dem Studio das diese Visus im Auftrag des SIB herstellt): Klick

    Hier sehen wir nun einige Details, die bislang noch nicht fertiggestellt waren (bezogen auf den Stand bis zur Corona-bedingten Schließung): Die Rahmen der Supraporten, die Rokoko-Zierleisten zur Einrahmung der Samtflächen, den Wandspiegel an der Nordwand (der zweite ebenfalls noch fehlende Wandspiegel des Raumes, der an der Westwand, ist nicht im Bild erfasst), die Türflügel. Dass eine der (noch zu restaurierenden) Prunkuhren auch im Eckparadesaal aufgestellt wird, war mir ebenfalls neu.

    Es gibt gute Neuigkeiten vom Schloss Hainewalde (nahe der Stadt Zittau, Ostsachsen). Nur kurz zur gedanklichen Anbindung: Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, der in den 1880er im Stil der Neorenaissance umgestaltet wurde und dabei umlaufend an der Außenfassade mit Sgraffito-Schmuck verziert wurde. Das Schloss stand seit den 1970er Jahren leer und verfiel zusehends. In den 1990er Jahren hatte ein Investor mit der Sanierung begonnen, aber außer diversen Abbruchmaßnahmen im Inneren und dem Absetzen der baufälligen Turmhaube passierte nichts. Jetzt ist das Schloss wieder im Besitz der Gemeinde.


    Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57858881


    Am 18. Oktober 2019 (das war ein Freitag) meldete die Sächsische Zeitung:

    „Schloss Hainewalde: Die Krönung beginnt. Am Freitag wird der erste Teil der neuen Turmhaube nach oben gehievt - ein Meilenstein in der Sanierung. Nur der Restaurator hat noch ein großes Problem.

    Viel mehr kann ich leider nicht lesen (Bezahlschranke). Nun war ja freilich davon auszugehen, dass solch ein Ereignis seine Dokumentationsspuren im Netz hinterlässt – aber Fehlanzeige: Kein einziges Foto, kein einziges Filmchen. In einem kurzem youtube-Video vom März 2020 fand sich dann die Information, dass die Haube in diesem Frühjahr aufgesetzt werden soll. Irgendetwas ist da wohl noch – extrem kurzfristig – dazwischengekommen.


    Eine andere Maßnahme konnte allerdings im Herbst abgeschlossen werden, nämlich die Sanierung des nördlichen Anbaus. Der Vorher/Nachher-Vergleich ist grandios.

    Die hier in Angriff genommenen Arbeiten wurden in einem Artikel der SäZ vom 18.04.2019 wie folgt benannt:

    Quote

    Vor der Turmhaube kommt noch der Nordanbau. Dieser Gebäudeteil ist seit Jahrzehnten nicht mehr begehbar. Jetzt hat auch hier die Sanierung begonnen. Die Fenster werden denkmalsgerecht erneuert, das Dach mit einheimischem Biber gedeckt, das massive Holztor originalgetreu aufgearbeitet, der sandsteinerne Türstock mit dem Porträt der Medusa restauriert, die Fassade neu verputzt. Historische Putzproben sind schon genommen. Im Herbst soll der restaurierte Anbau in einem warmen Weißton allen entgegen strahlen, die von Norden durch die Lindenallee zum Schloss kommen. Dann, sagt Zimmermann, soll auch der kleine Balkon über dem Tor wieder begehbar sein.

    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…lder-schloss-5060744.html


    Und nun zum Vorher/Nachher-Vergleich:


    Zustand des Nordanbaus im Jahr 1981:

    Von Erich Braun - Scan vom Negativ, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48145711


    Portal am Nordanbau (noch mit der historischen Tür) im Jahr 1981:

    Von Erich Braun - Scan vom Negativ, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48145713


    Nordportal im Jahr 2017 (historische Tür ausgebaut)

    Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57858883


    Eckansicht des Sgraffito-Frieses am Nordanbau (Zustand kurz vor der Restaurierung):

    Von Sven Frey - Per Email, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85844134


    Und so zeigt sich der Nordanbau jetzt:

    Foto 1

    Foto 2

    Foto 3

    Foto 4

    Foto 5

    Quote from UrPotsdamer

    Ist es möglich, dass die "historischen Gipsmodelle" bis zum Krieg im Kabinett hingen, als Ersatz für damals bereits verlorene Originale aus Holz? Ich kann mir sonst nicht recht erklären, wozu man sie damals angefertigt haben sollte...

    Ich hätte 2 mögliche Versionen (ist aber alles nur spekulativ).


    1. Renovierung des Turmzimmers Mitte des 19. Jahrhunderts

    Zu den 3 Sälen im Nordflügel gibt es eine hervorragende Arbeit von Frau Dr. Pohlack (ehemalige Landeskonservatorin von Sachsen). Ich möchte nachfolgend daraus kurz zitieren. Zum Verständnis muss man wissen, dass ursprünglich auch das Turmzimmer neu gestaltet werden sollte (wie Gr. Ballsaal und Propositionssaal).

    Quote

    Die Bendemannschen Entwürfe für die Wandgemälde im Turmzimmer und in der Loggia wurden nie ausgeführt. Zwar hatte Friedrich August II. seine mündliche Zusicherung ihre Realisierung betreffend gegeben; ein schriftlicher Auftrag war aber bis zum 8. Dezember 18553 noch nicht erteilt worden. König Johann bestätigte nach seines Bruders Tod 1854 [Anm.: Unfalltod, also völlig unerwartet] dessen mündliche Zusage nicht. Vielleicht stimmte er der von Otto von Wolframsdorf [Anm.: Architekt der Mitte des 19.Jhd. erfolgten Neugestaltung der Nordflügelsäle]1847 geäußerten Ansicht zu, dass, "wenn die Decke und Wände neu staffiert [Anm.: =vorgerichtet] würden, ...alles übrige in diesem Thurmzimmer vollkommen geeignet ist, eine hochanständige Verbindung der beiden Säle [Anm.: Gr. Ballsaal und Propositionssaal] zu bilden...Der Erfolg diese neuen Staffierung muss ein überraschender gewesen sein. Karl Rolle vermerkt, dass das Porzellanzimmer völlig rußgeschwärzt, unansehnlich und deshalb als nicht erhaltenswert galt, nach seiner Reinigung und Neufassung aber in seiner Qualität allgemeine Anerkennung gefunden hätte.


    Quelle: Rosemarie Pohlack; Das Residenzschloss Dresden - Die Paradesäle unter König Friedrich August II.

    Es wäre doch naheliegend, dass man bei dieser Aktion auch schadhafte Konsolen durch Gipsmodelle ersetzt hat (die natürlich auch vergoldet wurden).


    2. Innenrenovierung beim Großen Schlossumbau (Ende 19. Jhd.)

    Es ist bekannt, dass die Räume im 2. OG des Westflügels bei diesem Bauvorhaben einer Generalsanierung unterzogen wurden (incl. teilweiser Umgestaltung, z. B. Aufstuckatierung im Eckparadesaal). Vielleicht erfolgte auch im Turmzimmer eine Restaurierung der barocken Ausstattung.

    Man kann ja sicher definitiv davon ausgehen, dass den Holzbildhauern ALLES zur Verfügung gestellt wird, was an Grundlagen für die Rekonstruktion der Konsolen vorhanden ist. Im Ausschreibungstext heißt es dazu:

    Quote from SIB

    Als Vorlage für die Schnitzarbeiten dienen historische Fotos, erhaltene Originalkonsolen, Gipsabgüsse und Modellentwicklungen.

    Und das ist die Aufzählung und Typzuordnung der erhaltenen Originalkonsolen und Gipsabgüsse (1:1-Zitat aus dem LV=Leistungsverzeichnis; Fettmarkierung von mir):

    Für die Konsoltypen, die in der aktuellen Ausschreibung enthalten sind, existieren demnach nur 2 Originalkonsolen, nämlich für TZ 12 und TZ 21.


    Konsoltyp TZ 12 (4 Stück)

    Volutenkonsole mit Wulstabschluss

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    TZ 21 (1 Stück)

    Kaminöffnungskonsole In der Mittelachse

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Zur jeweiligen Position (blau umrandet):

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (farbige Eintragungen von mir)


    Die Aussage, je ein Exemplar von jedem Konsoltyp wurde bei den Auslagerungsaktionen im Krieg ausgebaut, ist mir auch bekannt. Die offensichtliche Diskrepanz erklärt sich eventuell so, dass längst nicht alles davon durch die "Nachkriegswirren" gekommen ist, also nicht mehr existiert oder verschollen ist. Die Aussage von Herrn Walther bezog sich nur auf EINE Konsole, auf deren Rückseite die Originalfarbe des Raumes entdeckt wurde.


    Bei der im letzten Beitrag gezeigten Abbildung für den Konsoltyp TZ 03 handelt es sich tatsächlich um ein hist. Gipsmodell. Man beachte mal die kleinen weißen Bruchflächen, sieht doch eher aus wie Gips, nicht wie Holz.

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Lesenswerter Artikel gestern in der Welt, mir gefällt schon der Titel: "Die Gegner des Schloss-Kreuzes müssen jetzt tapfer sein". Auch die Leserkommentare sind recht interessant. Und es gibt einige schöne Detailfotos (zum Beispiel vom Spruchband).

    Quote

    Ende Mai soll ein Kran die zwölf Meter hohe Laterne in mehreren Teilen auf die Schlosskuppel heben – ein anspruchsvolles Manöver, das nur bei Windstille durchgeführt werden kann.

    Link zum Artikel: https://www.welt.de/debatte/ko…en-jetzt-tapfer-sein.html