Posts by BautzenFan

    Fortsetzung (Bildspeicher voll)


    Maßnahme F: 2 Stk. Voluten als Podestabschluss

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Als Fertigstellungstermin für die aktuell ausgeschriebenen Arbeiten ist der 14.04.2022 angegeben.

    Für das Turmzimmer ist eine neue Ausschreibung zu vermelden: *Holzbildhauer Zierelemente und Mensaornamentik* (also Schnitzarbeiten). Die ausgeschriebenen Arbeiten umfassen folgende Einzelmaßnahmen:

    Maßnahme A: 4 Stk. Voluten incl. Deckel

    Maßnahme B: 1 Stk. Maskaronkonsole

    Maßnahme C: 2 Stk. Gitterwerke mit Blüten

    Maßnahme D: 2 Stk. Kapitellornamentik

    Maßnahme E: Blenden für die Mensa

    Maßnahme F: 2 Stk. Voluten als Podestabschlüsse


    Nur zur Erinnerung: Mit Mensa ist der mensaartige Schautisch im Bereich der sogenannten Kaminarchitektur (Südwand) gemeint.


    Außerdem sind 40 weitere Konsolen zu fertigen:

    Maßnahme G: TZ 22 Korpus und Deckel (3 Stück)

    Maßnahme H: TZ 23 Korpus und Deckel (3 Stück)


    TZ 26 Korpus und Deckel: 10 Stück

    TZ 27 Korpus und Deckel: 24 Stück

    Einbauorte: unterhalb der Wandspiegel und neben den Türen


    Die Buchstabenbezeichnungen (A, B, C…) sind keine offiziellen Termini, sie dienen zur Verdeutlichung der jeweiligen Einbauorte.


    Ein großer Teil der aktuell ausgeschriebenen Schnitzwerke wird die Kaminarchitektur im Bereich der Südwand (Hofseite) vervollständigen. In diesem Zusammenhang möchte ich unbedingt noch einmal darauf verweisen, dass hier mit der laufenden Rekonstruktion der originale Zustand aus dem frühen 18. Jahrhundert realisiert wird. Beim großen Schlossumbau Ende des 19. Jahrhunderts gab es an der Südwand eine Veränderung: Man baute eine Tür ein als Zugang auf den neuen Läufergang – der mensaartige Schautisch wurde entsorgt.


    Zustand Altanbereich 2008 - mit zugemauerter Tür im 2. OG

    Foto von Hyade



    Südwand Turmzimmer im Jahr 1896 (Originalzustand)


    Südwand Turmzimmer im Jahr 1930


    Das folgende Foto verdeutlicht den aktuellen Zustand im Bereich der Kaminarchitektur (von Seebastian am 14. Juni 2021 gepostet):


    Foto von Seebastian (Ausschnitt)


    Im Vergleich dazu eine rissliche Darstellung des geplanten Endzustandes:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (farbl. Eintragungen von mir)


    Legende

    Rot: bereits gefertigt und montiert

    Grün: Ausschreibung vom Mai 2020

    Als Fertigstellungstermin war der 26.02.2021 angegeben. Ich bin jetzt allerdings überfragt, ob hier überhaupt schon eine Vergabe erfolgte. Dass die Teile noch nicht eingebaut sind, muss andererseits nichts heißen. Man bedenke, dass nach dem Schnitzen noch die Vergoldung durchgeführt werden muss. Außerdem wird man vermutlich alles zusammen montieren – also einschließlich der jetzt erst ausgeschriebenen Teile.

    Blau: Aktuelle Ausschreibung


    Maßnahme A: Modell linke Kaminvolute mit 2 Konsolen

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Maßnahme B: Modell Maskaronkonsole


    Maßnahme D: Modell Kapitell Ornamentik

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Maßnahme E: Blenden für die Mensa

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Weitere Schnitzarbeiten erfolgen für den Bereich der Fensterlaibungen:

    Foto von Seebastian


    Maßnahme C: Modell Gitterwerk mit Blüten

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

    Quote from Resurrectus

    Aber wo in aller Welt sind die beiden opulenten Silvestres aus dem Zweiten Vorzimmer hin, die dort, glaube ich, schon 1719 hingen? (und die sich die ganze Zeit dort auch wieder großartig machten)?

    Es geht um folgende Gemälde:


    Der Empfang des sächsischen Kurprinzen Friedrich August, des späteren Königs August III. von Polen, bei König Ludwig XIV. von Frankreich in Fontainebleau, am 27. September 1714

    1715, Öl auf Leinwand, 130,4 x 162,5 cm

    https://skd-online-collection.…490-abd1-33fa75e3f48a.jpg


    Allegorie auf den Abschied des Kurprinzen Friedrich August von Sachsen (1696-1763) von seinem Vater König August II. von Polen (1670-1733)

    1715, Öl auf Leinwand, 131,8 x 164,5 cm

    https://skd-online-collection.…d40-8369-5d6628836278.jpg


    Hier noch zu sehen (Mai 2020), das Video sollte gleich an die richtige Stelle springen:

    https://youtu.be/AiDVtP5cepE?t=371


    Auf dem Kupferstich von 1719 sind sie allerdings nicht abgebildet:

    https://youtu.be/lBa681KRm8s?t=84


    Aufnahme kurz nach der Eröffnung der Paraderäume:

    Es gibt einige neue Fotos aus dem Atelier der Sgraffito-Künstler (Schlosskapelle). Sie wurden am 30. Juni veröffentlicht, der betreffende Besuch erfolgte „unlängst“ – genauer ist es im Text nicht angegeben.

    Auf einem der Fotos sehen wir das meiner Meinung nach fertige 1:1-Modell der Bildfolge im 2. OG des Altans (Die Anbetung der Heiligen 3 Könige): Klick


    Vor etwa einer Woche hatte Seebastian eine aktuelle Aufnahme der Nordostfassade gepostet. Demnach ist zur Zeit das

    2. OG des Altans vollständig eingehüllt (und nur das 2. OG). Das lässt darauf schließen, dass die Übertragung der dortigen Bildfolge auf die Fassade bereits im Gange ist.


    Foto von Seebastian


    Für meine Annahme (2. OG in situ in Arbeit) spricht aber noch mehr ein weiteres Indiz. Die Künstler sind nämlich wohl schon mit der Ausführung des detaillierten 1:1-Modells für das 1. OG beschäftigt (Die Bekehrung des Paulus): Klick


    Hier zum Vergleich eine Aufnahme des (wesentlich kleineren) Gesamtmodells: Klick


    Eventuell anderes Thema: Kann jemand das bogenförmige Mal-Modell links neben dem Gerüst interpretieren? Das hat doch nichts mit dem Altan zu tun – oder? Klick

    Die verlinkten Fotos können alle vergrößert werden - nach dem Öffnen draufklicken.



    Und noch eine Information vom aktuellen Ausschreibungsgeschäft: Kürzlich wurde folgender Auftrag vergeben: Sanitär- und Wassertechnik für Brunnenanlage im Großen Schlosshof. Dann dürfte der Brunnen ja demnächst funktionstüchtig sein.

    Quote from Riegel

    Gibt es irgendwo im Netz einen Bericht über frühere Ausmalungen des Innenraumes? Die Farbe Himmelblau mit Wolken in den Gewölbekappen ist sehr speziell und gewöhnungsbedürftig.


    Aus einer 1837 erschienen Zeitschrift für gebildete Schichten (Der Sammler):

    Quote

    Der Sammler für Geschichte und Alterthum, Kunst und Natur im Elbthale, 1837

    Die alte evangelische Capelle im Schlosse zu Dresden (Auszug)


    Die Capelle war ganz aus Steinen außerordentlich fleißig und zierlich gebaut und besonders hielt man das Decken-Gewölbe für ein Meisterwerk der Kunst. Es zeigte mehrere große Schlangen aus Sandstein und roth gemalt, bei deren jeder ein Engel angebracht war, der eines der Marterwerkzeuge trug und die Schlangen gleichsam gefangen hielt. Es waren diese Gebilde so kunstreich am Gewölbe befestigt daß es schien als schwebten sie in der Luft. Daneben sah man Wolken und starkvergoldete Sterne, weiter unten musicirende Engel. Die ganze Darstellung bezog sich auf das 12. Capitel der Offenbarung Johannis und dem dort beschriebenen Streit Michaels und seiner Engel mit den Drachen.

    Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels im Jahr 1837 war die Schlosskapelle schon 100 Jahre nicht mehr existent. Der Autor muss sein Wissen also aus älteren Dokumenten bezogen haben. Drei Quellen sind auch angegeben: Die Weck‘sche Chronik von 1680, den Bericht von Hasche (1783) und als Nr. 3: „Gründliche Nachrichten der Reformations-Historie“, Dresden und Leipzig 1730.



    Und noch eine Anmerkung, in dem von Resurrectus genannten Buch von Magirius findet sich folgende wichtige Information.

    Quote from Heinrich Magirius

    Bei der Schuttberäumung der Kapelle fanden sich Rippenprofile, die farbig gefasst und teilweise vergoldet waren und Reste rot bemalter Schlangenleiber.


    Quote from Seebastian

    Ich glaube die Vergitterung ist neu.

    Foto von Seebastian


    Kleine Präzisierung: Die Vergitterung im Eingangsbereich des Restaurants ist tatsächlich neu, es handelt sich um eine Neukonstruktion (in Anlehnung an die Vorkriegsgestaltung).



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Bei der Vergitterung des großen Fensters links neben dem Eingang handelt es dagegen um eine Bestandskonstruktion. Zitat aus den Ausschreibungsunterlagen: „nicht demontierbar, vor Ort instandzusetzen“.


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Die Restaurierungsarbeiten am Fenstergitter scheinen noch nicht abgeschlossen zu sein, das würde die bräunlichen Stellen erklären.

    Foto von Seebastian (Ausschnitt)


    Hier ein Foto vom Frühjahr 2017 mit bereits vorhandenemem Fenstergitter:



    Zum Vergleich noch 2 Vorkriegsfotos:

    https://fotothek.slub-dresden.…005000/df_dat_0005713.jpg

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0310909.jpg

    DNN und mdr meldeten heute:

    Quote

    Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden haben mehrere Privatpersonen eine Million Euro zur Wiederbeschaffung der kostbaren Beute ausgelobt. Es seien Menschen, die dem Museum persönlich eng verbunden sind, sagte der Berliner Rechtsanwalt Robert Unger als Vertreter der Initiative am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich „um ein bindendes Versprechen“, heißt es in der am vergangenen Wochenende in der „Welt am Sonntag“ veröffentlichten Anzeige. Ziel sei nicht die Verfolgung der Täter, etwaigen Kontaktpersonen wird der Schutz ihrer Anonymität zugesichert.

    Quelle: https://www.dnn.de/Dresden/Lok…Euro-fuer-Schmuck-Rettung

    Noch einige Anmerkungen zu Thronsessel Augusts des Starken (Benjamin Thomae zugeschrieben), der zur Originalausstattung des Audienzgemachs von 1719 gehörte. Es ist vielleicht nicht allen bekannt, dass dieses geschichtsträchtige Möbelstück erst 1999 in den Besitz des Freistaates Sachsen gelangte. Und das kam so.


    Wie bereits dargelegt, wurde der Thronsessel im späten 19. Jahrhundert aus dem Audienzgemach entfernt (meiner Vermutung nach war er einfach nicht mehr „ausstellungsfein“, weil stark verschlissen – die Paraderäume hatten ja im Rahmen des großen Schlossumbaus eine Restaurierung und teilweise Umgestaltung erfahren). Im Zuge der so genannten *Fürstenabfindung* Mitte der 1920er Jahre erhielt das Haus Wettin einige Immobilien samt Inventar und auch Teile der königlichen Sammlungen als Privatbesitz. Dazu gehörte übrigens auch Schloss Moritzburg (wie gesagt incl. der gesamten Ausstattung). Mit diesem Vertrag wurde auch der Thronsessel Privateigenturm der Wettiner. Eventuell war dieses Möbelstück eine separate Position der vertraglichen Regelungen, wahrscheinlicher ist aber, dass der Thronsessel im späten 19. Jhd. nach Schloss Moritzburg ausgelagert wurde und seitdem eben zur Innenausstattung gehörte. Die Wettiner hatten übrigens die Auflage, das Schloss Moritzburg an jeweils 150 Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das folgende Foto verdeutlicht die Präsentation des Sessels im Jahr 1933 (im berühmten Federzimmer, seltsamerweise auf dem Prunkbett platziert):

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0502281.jpg


    Nach dem Krieg wurden die Wettiner entschädigungslos enteignet (was ihren Besitz auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone betrifft). Schloss Moritzburg konnte bereits 1947 als *Barockmuseum* wiedereröffnet werden. Der Thronsessel fand Aufstellung in einem neu konzipierten Raum, der August dem Starken gewidmet war, nachfolgend ein Foto von 1956:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0105167.jpg


    Über die weiteren Geschehnisse informiert eine Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums vom 31.08.1999:


    Die in der PM genannte Plastik von Permoser (rechts neben dem Altar):


    Von Zairon - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13258208


    Nahaufnahme



    Unabhängig von seinem sehr großen ideellen Wert für Sachsen war der Audienzstuhl aber auch ein Glücksfall für die Rekonstruktion des Audienzgemachs.

    Quote

    Für das Audienzgemach wird im Inventar von 1720 ein „carmoisin schwerer samet“ beschrieben, mit dem nicht nur die Wände bekleidet, sondern en suite auch die Teile des Throns sowie die Vorhänge vor den Fensternischen und den Türen dekoriert waren. Dieser Samt ist fast vollständig verloren. Das einzige noch vorhandene Fragment stammt von der vermutlich ersten Bespannung auf dem Sitzpolster des Audienzstuhls von 1719. Nach seiner webtechnischen Analyse entsprechen die festgestellte Bindungsart und die für den dichten Flor verantwortliche hohe Anzahl von Kett- und Schussfäden einem der besten Sorten, die für die schweren glatten Samte von der Küste Liguriens um Genua als charakteristisch gelten. Zur besonderen Qualität trägt auch die Färbung der Seide für den Flor mit Cochenille bei, die zeitgemäß als der teuerste Rotfarbstoff galt, mit dem das echte Karmesinrot zu gewinnen war. Auf Grund dieser Merkmale wurde das Stofffragment vom Audienzstuhl als Vorlage für eine Rekonstruktion des karmesinroten Seidensamtes aus dem Audienzgemach gewählt.


    Quelle:

    Paradetextilien Augusts des Starken 1697 und 1719

    Jutta Charlotte von Bloh, Sabine Schneider


    Unbedingt erwähnt werden muss auch sein Einsatz für den Wiederaufbau des Residenzschlosses. Dresden hat ihm sehr viel zu verdanken.

    :anbeten:

    Quote from Manuel Re

    Zunächst muss geklärt werden, ob eine solche Unterschutzstellung (die gegen die Wettbewerbsergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs verstößt und jede Veränderung dort untersagt) überhaupt rechtens ist. Denkmalpflege darf keine Stadtplanung betreiben.

    Solche Beschlüsse kann die Denkmalpflege zwar fassen, aber sie hat in solchen Fragen nicht das letzte Wort. Dafür gibt es einen Präzedenzfall: City Chemnitz, Unterschutzstellung (Denkmalstatus) eines größeren Ensembles DDR-Architektur, in der Mehrheit Plattenbauten.

    Ich zitiere nachfolgend aus einem Artikel, der 1997 in einem Mitteilungsheft des Sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege erschienen ist. Eingebettet in diesen Fachartikel ist ein Abdruck aus einer Chemnitzer Tageszeitung vom 31.08.1994.


    Der genannte Fachartikel im Mitteilungsheft ist sehr lang, kann ich hier nicht alles zitieren. Deshalb nur kurz zum Ergebnis des „Streits“:

    Quote

    Der große Streit zum Karl-Marx-Forum endete schließlich so: Stadthalle mit aller Bildenden und Angewandten Kunst ist Denkmal als Sachgesamtheit. Der Karl-Marx-Kopf mit rückwärtiger Schriftwand und seitlichen horizontalen Fassadenstrukturen, mit allen Kleinarchitekturen wie Stufenanlagen und Pflanzflächen ist Denkmal. Für die übrigen Gebäude des Ensembles wurden Geschoßzahl, Gebäudeaußenlinien und Gebäudehöhen im Bebauungsplan festgeschrieben. Die Linien haben die Stadt Chemnitz und das Landesamt für Denkmalpflege einvernehmlich gezogen.

    Es existiert ein um 1870 entstandenes Foto von Hermann Krone (Dresdner Fotopionier), das den Thronsaal – so die Bildbeschreibung – noch weitgehend im Originalzustand von 1719 zeigt. Leider habe ich es im Netz nicht entdeckt. Aber Besitzer der Schlosstriologie werden im Band 3 auf Seite 123 fündig. Im Vergleich mit den späteren Vorkriegsfotos erkennt man im unmittelbaren Thronbereich einige Unterschiede: Der Baldachin ist 1870 noch vorhanden (so wie heute wieder), direkt neben dem Thron sind jeweils 2 sich längs überlappende Pilaster angeordnet (so wie heute wieder), der originale Thronsessel ist aufgestellt – dieser in genau der Bezugsausführung wie heute (mit den Applikationen). Das Podest fehlte allerdings schon 1870.


    Im Rahmen des großen Schlossumbaus ab 1889 erfolgte auch eine „Aufhübschung“ der Paraderäume. Ob im Zuge dieser Maßnahmen auch der unmittelbare Thronbereich verändert wurde (Baldachin entfernt, „Doppelpilaster“ entfernt, originaler Thronsessel weg), oder ob dies bereits VOR 1889 erfolgte, weiß ich nicht. Der Grund dafür lag höchstwahrscheinlich an dem zerschlissenen Zustand der betreffenden Ausstattungselemente.


    Der folgende Link öffnet ein Foto, das 1896 entstand. Die voranstehend genannten Veränderungen im Thronbereich sind bereits existent, allerdings hängen noch die originalen Kronleuchter (später durch pompöse neue ersetzt).

    Klick


    Die nächste Aufnahme zeigt den originalen Thronsessel im Zustand von 1933 (unbedingt vergrößern, nach dem Öffnen nochmal draufklicken):

    Klick


    Audienzgemach im Jahr 1920 (anderer Thronsessel aufgestellt):

    Klick


    Quote from Seebastian

    Im Schloss Hof nix neues. Das dauert wohl noch bis der betreten werden kann.

    Bei mindestens 2 Teilmaßnahmen hat es offenbar relevante Mehraufwendungen gegeben (mit der logischen Folge höherer Kosten, die nachverhandelt wurden). Bei solchen Projekten offenbart sich so manches eben erst im Zuge der Durchführung, ist nun mal keine 0815-Baustelle.


    Installation von Elektroanlagen

    Zusätzliche Leistungen: Kabeltausch, Umverlegung des Überspannungsschutzes und Erstellung einer neuen Gebäudeeinführung.


    Tiefbauarbeiten

    Zusätzliche Leistungen: Unter anderem: Anbindungen für Entwässerungsgrundleitungen, Fertigteile zum Transport in den Innenhof, Beräumung, Freilegung und Sicherung der Kemenatendecke, Unterstützung beim Versetzen der Elektranten mit Hebezeugen, Freilegen bzw. Befreiung von Überbauungen der Bestandskabeltrassen, Freilegen von Baustraßenplatten im Untergrund, Vorhaltung Baustelleneinrichtung, gesonderter Aufzug für Absanden Elektroleitung Durchgang.

    Quote from VonSalza

    Hier findet sich auch folgende Inschrift: Max I. Joseph König Baierns die Münchener Bürger 1824. Warum das Jahr 1824 genannt wird, weiß ich leider nicht.

    Die feierliche Einweihung des Denkmals für König Max I. Joseph (1756-1825) erfolgte am 13. Oktober 1835 auf dem heutigen Max-Joseph-Platz in München. Der Grundstein für das Denkmal war bereits 1824, zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Herrschers, gelegt worden.


    VonSalza

    Herzlichen Dank für die interessante Serie.

    ^

    Na das ist ja mal ein Prachtbau, und vor allem noch weitgehend im Original erhalten, offenbar sogar innen.


    Von Micha L. Rieser, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35634942


    Fotogalerie

    Quote from wikipedia

    Nach dreijähriger Renovation wurde am 23. August 2013 in der Villa das erste Heimatschutzzentrum der Schweiz eröffnet. Es beherbergt im Erdgeschoss als Kernstück die öffentliche Dauerausstellung «Baukultur erleben – hautnah!» und in den Obergeschossen die Geschäftsstelle des Schweizer Heimatschutzes

    Ihr erinnert Euch sicher noch an den lädierten und fragmentarischen Zustand der Original-Kommode für Paraderäume, die gegenwärtig restauriert wird. Es gibt jetzt erste Informationen, wie man beim Ersetzen der Fehlteile vorgehen wird.

    Quote from Christian Ernek-vanderGoes

    Was tun, wenn sich Ihre wundervolle Boulle-Intarsien-Kommode (Foto 2, Zustand ca. 1939) jetzt in dem in Bild 1 dargestellten Zustand befindet?

    Foto 2

    Bild 1

    Wenn integrale Teile - wie die beiden Schubladen - verloren gehen? Natürlich könnte die Rekonstruktion mit der klassischen Technik eine Option sein. Wir suchen jedoch nach einer anderen Lösung, die auf den ersten Blick ein solides Erscheinungsbild erzeugt, auf den zweiten Blick jedoch einen Unterschied zeigt, der dem Besucher hilft, die turbulente Geschichte des Objekts im 20. Jahrhundert zu erkennen. Irmela Breidenstein & Lucas Nierhaus hatten die Idee, Drucktechniken einzusetzen. Eine faszinierende Idee, die mit Hilfe der fantastischen technischen Ausstattung und der persönlichen Unterstützung der Berufsakademie Sachsen Staatliche Studienakademie Dresden umgesetzt wurde! Lucas Nierhaus entwickelte ein Verfahren, um das Intarsienornament auf ein Messingblech zu drucken. Die Tests sind sehr vielversprechend.

    Vorliegende Druckmuster


    Vorliegende Druckmuster


    Liegt der Grund für diese Alternative wirklich nur an der Intention, (auf dem zweiten Blick) die turbulente Geschichte des Objekts im 20. Jahrhunderts erkennbar zu lassen?

    Wo wird denn heutzutage so etwas noch realisiert - ich meine als Neukreation. Vermutlich gibt es (mangels Ausführungspraxis) gar keinen Kunsthandwerker mehr, der die Originaltechnik mit der erforderlichen Perfektion noch beherrscht.

    Hier ist noch einmal der Passus aus dem Ausschreibungstext. Die Ausschreibung lief relativ lange und man hatte vielleicht anfänglich Hoffnungen, das anders zu lösen. Klingt für mich jedenfalls so:

    Quote from SKD

    Boulle-Marketerie in contre partie, Gesamtmaße 1,31m x 0,85m.

    Bei dem Möbel handelt es sich um eine bedeutende dreischübige, höfische Kommode des frühen 18.Jhs., die durch kriegsbedingte Verluste heute nur fragmentarisch erhalten ist. Zwei der drei Schubladenfronten sowie deren Blindholzkonstruktion sind nicht erhalten. Ziel der Maßnahmen ist die Konservierung der Marketerie unter Erhalt der altersbedingten Oxydationsfarbigkeit. Die Rückformung stark deformierter Messingbleche sowie die behutsame Freilegung der Oberflächenbeschichtung des 19.Jhs. sind ebenso Teil der Maßnahmen. Die Originalbeschläge sind durch Weichstrahlverfahren zu reinigen. Die optisch notwendigen Ergänzungen der beiden Schubfronten mit dazugehörigen Beschlägen sind als detailgetreue Kopien des Originals auszuführen. Das Ausmaß der Schäden wird als sehr hoch eingestuft.

    Es gibt aktuelle Fotos vom Ausbau des Gastronomiebereiches (EG, Nordost).


    Für nachfolgende Erläuterungen hier zunächst ein Grundrissausschnitt. Der stammt freilich aus dem DDR-Konzept, soll heißen ist in diversen Details geändert. Aber für die grundsätzliche räumliche Vorstellung sollte er genügen. Die seit 2008 vom SMF herausgegebenen Baudokumentationen beinhalten die aktuellen Grundrisse.




    Der Innenausbau des nordöstlichen Treppenturmes gehört zum genannten Projekt. Das erste Foto zeigt die EG-Zone des Turmes. Die bogenförmige Tür führt in den Hauptgastraum (Tür im Grundrissbild mit rotem Kreuz markiert). Von unten bis zu dieser Tür sind es 6 Treppenstufen, genauso viele wie der Aufstieg in den Gastraum über die hofseitige Außentreppe beinhaltet.

    Foto-Link 1: Nordöstlicher Treppenturm, EG Klick




    Nochmal zurück zum Foto-Link 1 (EG TTNO). Rechts angeschnitten im Bild sieht man eine weitere Tür (im Grundrissbild mit blauem Kreuz markiert). Diese führt in den sogenannten Vorraum. Wenn man nun also durch diese Tür tritt und einige wenige Schritte in den Raum läuft, ergibt sich der Anblick im Foto-Link 2 (Blickrichtung nach Osten, also in Richtung Schloßstraße):

    Foto-Link 2: Vorraum Klick


    Ich registriere sehr erfreut, dass der Raum offenbar steinsichtig bleibt. Und, bitte nicht übersehen – die rekonstruierten Gewölberippen sind angebracht (Sandstein). Die Türen im Bildhintergrund gehören zum Eingang von der Schloßstraße aus (siehe die folgenden beiden Bilder).



    So sollen diese Türen aussehen:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Das nächste Bild (Foto-Link 3) zeigt den Hauptgastraum (Blickrichtung nach Westen). Rechts liegt die Fensterfront zur Straßenseite. Die bräunliche Tür links neben der Säule bildet den Haupteingang (Zutritt über die hofseitige Treppe). Am linken Bildrand angeschnitten mündet ein kurzer Gang, der zu der oben genannten Tür im TTNO führt (die Tür oberhalb der 6 Stufen). Die Säule habe ich im Grundrissbild hellgrün markiert.

    Foto-Link 3: Hauptgastraum Klick


    Foto-Link 4: Umgekehrte Blickrichtung in den Gastraum (Blick in Richtung Osten) Klick


    Foto-Link 5: Gesamtansicht Gastbereich (außer Vinothek), Blickrichtung ebenfalls nach Osten: Klick

    In einem Artikel der Zeitschrift *Tag des Herrn* (Wochenzeitung, herausgegeben vom Bistum Meißen/Dresden) finden sich zur Rekonstruktion des Heiligen Raimund ergänzende Informationen:

    Quote

    57 Jahre ist es her, dass die Hofkirche viele Teile des Bildprogramms verloren hatte. Im Angriff amerikanischer und englischer Bomber am 13. Februar 1945 wurde die Figur vollständig zerstört. Problematisch bei der Wiederherstellung war der Umstand, dass es keinerlei direktes Fotomaterial gab, das Raimund so zeigte, wie er einmal aussah -meist war Raimund nur von hinten zu sehen. So verlangte die Rekonstruktion der Plastik vom Bildhauer viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Begonnen hatte die Arbeit der Bildhauer Thomas Ludwig, der leider sein Leben bei einem Verkehrsunfall verloren hatte und so die Statue nicht vollenden konnte. Schließlich übernahm Jens Engelhardt aus Berlin den Auftrag und stellte die Figur fertig. Engelhardt war am 23. Juli mit nach Dresden gekommen, um der Montage beizuwohnen. Der heilige Raimund von Penyafort gehört zum barocken Bildprogramm von 78 überlebensgroßen Heiligen und allegorischen Figuren auf den Balustraden, dem Turm und den Fassaden der Hofkirche, das einst vom in Dresden lebenden Jesuiten Ignatius Guarini, dem Architekten Chiaveri und von Kurfürstin Maria Josepha -neben ihrem Mann Kurfürst Friedrich August II. die Stifterin der Kirche -entworfen wurde. Mit der Gestaltung wurde der Bildhauer Lorenzo Mattielli betraut, der die Figuren in sächsischem Sandstein ausführte. Ziel des Bildprogramms ist es, in einer nichtkatholischen Umgebung von der Universalität der Kirche zu künden und dem einzelnen Betrachter Mut zu machen, diesen Zeugen des Glaubens und somit Jesus Christus selbst nachzufolgen.

    Quelle: https://archiv.tag-des-herrn.d…artikel/833.php#gsc.tab=0


    Bildergalerie zur Arbeit am Heiligen Raimund auf der Internetseite des Bildhauers Jens Engelhardt:

    https://www.restaurator-engelh…aymund-hofkirche-dresden/


    Bei allem Respekt werter Mattielli, aber *seelenlos* wirkt die Kopie auf mich ganz und gar nicht - siehe erstes Bild der Fotogalerie (kann noch vergrößert werden).

    Die Villa existiert noch (allerdings mit veränderter/vereinfachter Dachlandschaft) und – besonders bemerkenswert – sie ist kein Solitär.

    Quote

    Die denkmalgeschützte Villenkolonie Südviertel im Süden Eisenachs ist eines der großen zusammenhängenden Villengebiete in Deutschland, welches zwischen 1862 und dem Ersten Weltkrieg entstand. Zu dieser Zeit war Eisenach ein Anziehungspunkt für wohlhabende Geheimräte, Fabrikbesitzer und Militärs sowie Pensionäre und Bürgerliche der Region wegen der landschaftlich schönen Lage am Thüringer Wald der historischen Wartburg und des Kurbetriebs. Es entstanden mehr als 100 meist herrschaftliche Villen in unterschiedlichen architektonischen Stilrichtungen. Das Südviertel umfasst die Kolonien von Predigerhöhe, Marienhöhe, Karthäuserhöhe [Anm.: hierzu gehört die Villa d’Albert], Mariental sowie Bereiche am Rhododendrongarten und der Waldschänke, die Gegend unterhalb der Wartburg.

    Quelle: : https://www.wikiwand.com/de/S%C3%BCdviertel_(Eisenach)


    Heutige Ansichten:


    By Metilsteiner - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16406300


    By Metilsteiner - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16407525



    By Metilsteiner - Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16407494

    Ein paar erste Link-Tipps:


    Luftbild heutige Bebauung

    https://static.leipzig.de/file…eorg-Unrau_4128d5ff64.jpg


    Hier wird ein Kalender für 2019 vorgestellt (Thema Leipziger Plätze),

    interessant ist Seite 6: Straßenpläne und bauliche Entwicklung des Bereiches (Areal um die Mätthäikirche)

    https://www.buergerfuerleipzig…er2019_vorschau_klein.pdf


    Seite der Stadt Leipzig zum Mätthäikirchhof mit Fotogalerie (historische Ansichten, Fotos können vergrößert werden)

    https://www.leipzig.de/bauen-u…te-des-matthaeikirchhofs/


    Matthäikirchhof Nr. 9, rechts Nr. 16 und 17, Foto entstanden um 1890

    https://fotothek.slub-dresden.…00/df_dat_0014651_001.jpg


    Leipzig. Matthäikirchhof Nr. 16 bis 21,Foto entstanden um 1890

    https://fotothek.slub-dresden.…00/df_dat_0014652_001.jpg

    Vielen Dank DarkVision für die updates. Die Metamorphose der Görnischen 38 ist ja Wahnsinn, ich bin begeistert.


    Aktuelles Foto von DarkVision


    Zustand vor der Sanierung:

    Von SeptemberWoman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20280636


    Zustand 1979


    Datierung gemäß Sächs. Denkmalliste:

    bez. 1789, Kern älter (Wohnhaus)

    In einem Zeitungsartikel war dieses *im Kern älter* mit einer Jahresangabe in der 2. Hälfte des 16. Jhd. präzisiert. die genaue Zahl ist mir nicht mehr erinnerlich.