Posts by BautzenFan

    Quote from Resurrectus

    Braucht du eigentlich noch einen kundigen und in den Dresdner Wiederaufbau-Dingen sehr versierten Stadtführer?

    Ich kenne da nämlich einen....... :lachen:

    Ich kenn den auch - Treverer, antworte auf diese Frage unbedingt mit: Ja, brauche ich.

    Zu den einzelnen Fragen.


    Information, mitgeteilt auf dem Schloss-Kolloquium im Juni 2019 (ist also hochoffiziell). Berichterstatter hier im Forum war eryngium, der an diesem Kolloquium teilgenommen hatte:


    Dirk Syndram hatte sich mehrfach dahingehend geäußert, dass der Große Schlosshof und auch die Schlossausstellung in der Gotischen Halle frei zugänglich sein werden, also nicht nur in Kopplung mit einem Museumsticket. Zumindest in Bezug auf den Großen Schlosshof geht das auch gar nicht anders, denn hier liegen ja die beiden Eingänge ins Schloss-Restaurant.


    Die Sandsteinplatten im Großen Schlosshof werden aktuell auf einem Drittel der Gesamtfläche verlegt (so genannter Bauabschnitt 1). Die verbleibende Fläche folgt erst zum Ende der Bauarbeiten, nach jetzigem Stand 2024/25.



    Die noch nicht grünen Fenster werden nicht bloß neu gestrichen, sondern in Abhängigkeit vom Baufortschritt ausgetauscht

    Quote from Maecenas

    Wie viel Prozent der Fresken sind denn nun ungefähr fertig? (bzw.: bis wann ist alles fertig?)


    Dazu findet sich in dem von Eszuyel verlinkten DNN-Artikel folgende Information:

    Quote from DNN

    Im zweiten Stockwerk darüber haben die Brüder Tola die Bekehrung des Christenverfolgers Saulus zum Apostel Paulus vor Damaskus gemalt. Dieses Gemälde wird erst 2023 wieder zu sehen sein und die Gesamt-Rekonstruktion abschließen.

    Mittlerweile ist leider der größte Teil des Online-Angebots der DNN hinter der Bezahlschranke, so auch obiger Artikel. Aber wordunion-info gewährt Zugriff:

    https://worldunion.info/restau…-dresdner-schlosshof/amp/


    Quote from Resurrectus

    Sehr schön wirkt jedenfalls auch die bunte, aufgemalte Marmorierung der Altansäulen nebst ihrer gelb-gold gefassten Kapitelle!

    Im Dresdner Heft 104 (Das Dresdner Residenzschloss als Museum) schrieb Frau Pohlack, die damalige Landeskonservatorin, zum Thema:

    Noch fein zu *stimmen* bleibt der Gesamt-Farbklang des Hofraumes, auch bezüglich Einsatz bzw. Menge von Vergoldungen und Steinbehandlung bzw. Oberflächenbeschichtung.

    Redaktionsschluss für das genannte Heft Nr. 104 war November 2010. Im Mai 2010, also ca. ein halbes Jahr vorher, hatte ein hochkarätiges Kolloquium zur Gestaltung des Hofes stattgefunden (incl. Fassaden und Sgraffito-Thematik). Hinsichtlich der endgültigen Gestaltung des Schlosskapellenportals kam man dort zu der Aussage, dass weiterer Untersuchungs- und Diskussionsbedarf besteht. Im Modell hat man es schon mal visualisiert, dieses: Wie KÖNNTE es aussehen.



    Hier eine professionelle Aufnahme (sehr gute Auflösung, nach dem Öffnen des Fotos nochmal draufklicken)

    Klick

    In dem – auch in anderen Details zwischenzeitlich überholten – Modell sind die Kapitelle (Altan-Bereich) übrigens noch weiß.


    Zum Vergleich mit dem Modell hier noch das Kapellenportal im aktuellen Zustand:


    Von SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62384915

    Vielen herzlichen Dank, Resurrectus, für die tollen Fotos. Das letzte Bild irritiert mich freilich etwas. Das dürfte doch die Südwestecke sein - und dort zwei der neuen Leuchten? Stehen die dort "probehalber"? Denn der Bereich gehört doch nicht zum Baufeld 1?

    Hier ein aktuelles Foto vom Objekt Burgstraße 38 (gepostet am 14. Dezember): Klick

    Von der HP der SWG folgender Auszug:

    Quote from SWG

    „Alles, was dabei vom Bestand des Gebäudes erhaltenswert ist, wollen wir auch soweit wie möglich erhalten“, sagt Ernst Roßberg von der Technischen Objektbetreuung der SWG Freiberg. „Das Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert und enthält noch einige jahrhundertealte Elemente wie ein großes Sandsteinportal, Sandsteinbögen oder Wandkonsolen. Diese werden wir in die entstehenden Wohn- und Geschäftsräume integrieren und so eine interessente Mischung aus historischer und moderner Atmosphäre erreichen.“

    Quelle: https://wohnungsgesellschaft.d…e-38-kann-endlich-starten

    Und ein paar Impressionen vom Inneren (bei Sanierungsbeginn) - tolles Projekt-

    Foto 1

    Foto 2

    Foto 3

    Es gibt Neuigkeiten zum "Dauerprojekt" Bürgerhäuser Innere Lauenstraße Nr. 8 und 10. Nachfolgend 2 Zitate aus einem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 28. Oktober 2021 (die beiden Zitate sind kursiv gedruckt) .


    So geht es an den Bürgerhäusern weiter

    Die barocken Häuser sollten längst saniert sein. Doch seit 15 Jahren liegen Bauherr und Baufirma im Rechtsstreit. Was nun trotzdem passieren soll.

    Um Bauarbeiten die Zufahrt zur Rückseite der Bautzener Bürgerhäuser zu ermöglichen, ist seit etwa zweieinhalb Jahren in der Mühltorgasse eine Rampe aufgeschüttet. Doch damit soll jetzt bald Schluss sein. Wie die Stadt mitteilt, soll die Baustellenzufahrt noch vor Weihnachten abgebaut werden. Im Frühsommer 2019 war die Rampe aufgebaut worden, weil an den Häusern Sicherungsarbeiten notwendig waren.


    Hier ein Foto von besagter Rämpe:



    Die folgenden beiden Fotos entstanden kurz nach Weihnachten (für beide Blickrichtungen in die Mühltorgasse) – die Rampe ist tatsächlich weg.





    Weiter im Text. Zitat aus der SäZ vom 28. Oktober 2021:


    Bürgerhaus-Investor Thomas Kasselmann bestätigt das und gibt noch weitere Details bekannt. Die Sicherungsarbeiten an den Häusern seien abgeschlossen. Demnächst lasse er den Baukran abbauen. Ab Frühjahr 2022, berichtet Kasselmann, wolle er zudem die Fassade der Bürgerhäuser in der Inneren Lauenstraße 8 und 10 sanieren lassen. Dafür stehe er in Kontakt mit der Denkmalpflege. Derzeit stocke das Projekt allerdings wegen des Mangels an Handwerkern. Aber er rechne damit, im Sommer das Gerüst entfernen zu können. Außerdem habe er bereits Planungen für den Bau eines neuen Gebäudes in Auftrag gegeben, teilt Thomas Kasselmann mit. Näheres verrät er noch nicht.


    Zur gedanklichen Anbindung (Auffrischung) noch ein paar Fotos.

    Zum Zeitpunkt Ende 2006, als die Sanierung endlich begonnen hatte, waren die beiden Bürgerhäuser *Innere Lauenstraße 8 und 10* aufgrund der baulichen Vernachlässigung zur DDR-Zeit und langjährigem Leerstand nach der Wende bereits in einem sehr desolaten Zustand. Kurz nach Beginn der Bauarbeiten kam es Ende 2006 zum Einsturz eines Treppenhauses. Weitere Einstürze erfolgten in den nachfolgenden Jahren, so dass nunmehr die gesamte historische Hofbebauung weg ist.


    Das folgende Foto entstand um 1965. Man beachte den relativ hellen Komplex am linken Bildrand (vertikale Mitte). Das ist die ehemalige Hofbebauung. Die Vorderhäuser (Innere Lauenstraße) binden an den dahinter befindlichen Lauenturm an (der Turm mit der barocken Laterne). Das schmale Gebäude direkt links vom Turm ist die Nr. 12, daneben die Nummern 10 und 8.

    https://fotothek.slub-dresden.…000/df_hei-mf_0003460.jpg


    Nun der Zustand der Hofgebäude Anfang 2007:





    Schnappschuss von den Sicherungsarbeiten (beide Dachstühle wurden erneuert, hier im Bild ist die Nummer 10 noch in Arbeit, das Dach von Nr. ist bereits weitgehend fertig), Aufnahme vom Herbst 2020:



    Gemäß dem obigen SäZ-Zitat soll ja im nächsten Frühjahr die Sanierung der Fassaden beginnen. Mir scheint es, als ob man dabei analog der Verfahrensweise an der Nr. 6 verfahren würde (ein schon seit ca. 15 Jahren topsaniertes Barockgebäude). Man hat dort nämlich die gründerzeitlichen Umgestaltungen im Bereich der Erdgeschosszone zum großen Teil wieder rückgängig gemacht (große Schaufenster, gusseiserne Stützsäulen etc.). So sah das EG der Nr. 6 VOR der Sanierung aus (Haus mit der Ladenaufschrift Olympia):

    https://fotothek.slub-dresden.…000/df_hei-mf_0006906.jpg


    Und das ist der Zustand NACH der Sanierung:




    Zur Begründung meiner Vermutung hier Fotos vom aktuellen Zustand der Fassaden Nr. 8 und 10:




    Megagespannt bin ich auf das Aussehen des geplanten „neuen Gebäudes“, offenbar ein Ersatzbau auf der Hoffläche. Hier kann man viel versauen, denn es geht um Bautzens „Schokoladenseite“:

    Klick

    Die neue Türgestaltung gefällt mir sehr gut. Unschwer erkennbar als moderne Modifizierung, aber doch sensibel in die historische Substanz eingefügt. Hier war vorher noch nie eine Tür, sondern Fenster:

    Vorkriegsgestaltung


    Und so sah die DDR-Planung für den betreffenden Fassadenbereich aus (keine Tür):




    Die Ausführung der metallenen Oberflächen erfolgte in Anlehnung an die historischen Türen des Schlosses:


    Löwentor Schloßstraße


    Südöstlicher Treppenturm, Großer Schlosshof



    Südwestlicher Treppenturm, Großer Schlosshof

    Noch ein paar Anmerkungen zu den Fotos. Von der Tür - Aufnahme aus der ersten Serie von dermont - gibt es ein ähnliches Foto bei Arstempano: Klick

    Dort wie folgt untertitelt:

    Erhaltenes Türblatt des östlichen Ehrenhofes, 1992

    Fotografie von Dr. Stefan Hertzig

    Damit war die Lage klar, der kleine "Vorhof" nahe der Brücke Palais/Schloss ("links" neben dem Haupteingang ins Palais). Wie aktuelle Fotos zeigen, wurde die Tür offenbar 1:1 rekonstruiert:


    Von Tilman2007 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35680273


    Ausschnitt aus obigem Foto:



    Die umgesetzten Figuren Mars und Minerva an ihrem jetzigen, wie gesagt dem ursprünglichen Standort (Südfront des großen Innenhofs):


    Von SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64793610


    Selbiger Innenhof ohne Eisbahn


    Und noch ein kleiner Bonus, wir sind ja schließlich im Schlossstrang. Das folgende Foto kannte ich bislang noch nicht. Es zeigt die Baufläche des neuen Südflügels (incl. Wirtschaftshof) nach Abriss der hier befindlichen Bürgerhäuser (Anfang 1890er Jahre):

    Klick

    Quote from tegula

    Antisemitismus gehört öffentlich angeprangert. Immer!

    Volle Zustimmung, werter tegula. Nur sehe ich da leider in Deutschland sehr große Defizite, freilich andere als vermutlich Sie. Wo ist der analoge Aufschrei, wenn der Antisemitismus NICHT im „rechten“ Lager zu verorten ist? Geht es den Berufsempörten wirklich um die Bekämpfung von Antisemitismus, sondern eher um die Diffamierung des politischen Gegners?

    Quote from Deutschlandfunk

    In der jüngst von Innenminister Horst Seehofer vorgestellten Polizeistatistik ist ein starker Anstieg antisemitischer Straftaten zu verzeichnen. Jedoch werden diese zu über 90 Prozent dem rechtsextremen Spektrum zugeordnet. Das liegt auch daran, dass alle unklaren Fälle nach einer BKA-Vorgabe als rechts eingestuft werden. Das könnte das Bild verzerren: Betroffene, Fachleute und Beratungsstellen halten religiös und politisch motivierte antisemitische Übergriffe für aus der arabisch-muslimischen Community für gewichtiger, als es die Statistik ausweist. Seit Jahren wird diese Verzerrung, die weitreichende Folgen in Bezug auf Fördermaßnahmen und Strategien zur Bekämpfung von Antisemitismus hat, von Fachleuten kritisiert. Alexander Rasumny von RIAS sagt: „Ich glaube, dass da auch ein überkommenes Verständnis von Extremismus federführend ist, dass ja nicht nur diese Folge hat, dass Antisemitismus statistisch zu über 90 Prozent als rechtes Problem angesehen wird, sondern auch, dass andere Milieus oder andere Spektren kaum Beachtung finden in dieser Statistik.

    Quelle: https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=497608

    veröffentlicht am 21. Mai 2021

    Die neu aufgestellte Uhr im Eckparadesaal hatte ihren Platz dort schon Anfang des 20. Jhd. Auf dem folgenden Foto kann man das Stück am linken Bildrand erahnen, etwas besser zu sehen auf Seite 453 des dritten Bandes der Schloss-Triologie.

    https://skd-online-collection.…28f-905d-73f9d1bb4ec8.jpg

    Und hier ein Foto, aufgenommen um 1935. Warum die Uhr von der Wand abgerückt steht, weiß ich nicht.

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0053732.jpg

    Sehr interessant finde ich die nächste Aufnahme (August 1969). Sie zeigt einen Ausstellungsraum im Schloss Pillnitz. Die Uhr steht rechts (wie schon 1935 mit fehlendem Fußteil). Man beachte aber mal die Kommode links im Bild. Dieses Möbelstück stand wohl vor dem Krieg in der sogenannten *Reitschule* (Gobelinssal im Südflügel vom Großen Schlosshof).

    Ausstellungsraum 1969

    Reitschule Bild 1

    Reitschule Bild 2

    Offenbar gab es 2 bau-gleiche(?) Kommoden. Ob der Zwilling wohl ebenfalls noch existiert?

    Quote from eryngium

    Insgesamt eine überreiche Ausstattung mit Uhren, die historisch belegt ist. Aber unverständlich. Warum immer 2 in jedem Zimmer und dann gleiche Exemplare?

    "Die kunst- und kulturhistorische Bedeutung dieser Uhrensammlung liegt nicht allein in der großen Anzahl sehr hochwertiger französischer Pendulen, auch in dem einzigartigen Bestand an Uhren-Paaren“, stellte Christiane Ernek-van der Goes schon 2011 fest. Das paarweise Aufstellen optisch ähnlicher Uhren erscheine als eine Besonderheit, die man am und im Umkreis des sächsischen Hofes gepflegt habe."

    Quelle: https://www.restauro.de/zwischenstand/


    Quote from Resurrectus

    Es gibt ja übrigens noch eine sehr rokokohafte mit aufgelöstem Umriss, die wohl in den Räumen während des Angriffes war und die zertrümmert geborgen wurde. Nach Wunsch der SKD sollte sie immer (also zumindest anfänglich) in diesem Zustand dort "als Mahnmal" aufgestellt werden.


    Das Kunstgewerbemuseum hatte 2017 bei facebook unter dem hashtag *Lieblingsobjekte* Folgendes geschrieben:

    Zugehörige Fotos des FB-Eintrags (Uhr im unrestaurierten Zustand), alle Fotos können und sollten vergrößert werden, nach dem Öffnen einfach nochmals draufklicken:

    Foto 1

    Foto 2

    Foto 3

    Foto 4

    Foto 5

    Foto 6

    Foto 7

    Foto 8


    weitere Fotos , diese sind von einer Gruppe gepostet wurden, die 2017 die Restaurierungswerkstatt besuchen durften (sehr gute Auflösung):

    Foto 9

    Foto 10

    Foto 11

    Foto 12



    Begründung der SKD, warum einige Stücke nur konserviert werden sollen:

    Quote

    Bei der Teilung zwischen den Kunstsammlungen und den Wettinern gingen einige Stücke an die Wettiner. Sie befinden sich heute in Privatsammlungen. Die verbliebenen Dresdener Stücke verließen die Stadt und die Sammlung nicht mehr. Auch das ist Teil ihrer Einzigartigkeit. Selbst die sowjetischen Trophäenbrigaden nahmen die Latz-Möbel nach 1945 nicht mit. „Vergleichbare Objekte in vielen großen Museen wie beispielsweise dem Louvre, dem Getty Museum oder dem Cleveland Museum of Art waren oft schon einmal im Kunsthandel, viele wurden dabei stark überarbeitet, zum Teil wurden Furniere komplett neu aufgelegt“, sagt Clara von Engelhardt. Die Dresdener Möbel dagegen seien weitgehend im Originalzustand erhalten, manche blieben bisher sogar gänzlich unrestauriert. Das soll auch so bleiben, um die Originale unverändert an die Nachwelt weiterzugeben. „Wir werden manche Stücke nur konservieren und als Zeitdokumente aufbewahren“, erklärt die leitende Restauratorin Clara von Engelhardt, in deren Werkstatt die Latz-Möbel momentan in viele Einzelteile zerlegt liegen.

    Quelle: https://www.restauro.de/zwischenstand/

    Kurzes Video (3 min) des mdr zum Projekt *Rekonstruktion des Bismarck-Denkmals"

    - Hintergründe

    - Entscheidungsstand

    - Vorstellung der Örtlichkeit (auf dem Czorneboh, Berg des Lausitzer Berglandes, im Landkreis Bautzen)

    Sendetermin war gestern, ist also sehr aktuell

    https://www.mdr.de/sachsenspie…61a459d2_zs-4ccc2d21.html


    Czornboh ist übrigens sorbisch und bedeutet *Schwarzer Gott*, es gibt in der Nähe auch einen Berg namens Bieleboh - *Weißer Gott*

    Quote from Resurrectus

    Also je länger ich mir die jetzt gewählten Fassungsvarianten anschaue, um so ratloser werde ich. Gerde im Propositions-Saal sieht (leider ?) alles aus wie ein unvollendeter Rohbau, da hier so gut wie gar nichts irgendwie vermittelt. Alles steht hart gegeneinander. Letztlich ähnlich im Ballsaal, wenn auch durch die komplette Weißfassung nichts ganz so schlimm. Aber vielleicht ist es ja auch gut so, denn das schreit ja alles nach einer Komplett-Reko! Das würde eine Kompromiss-Variante mit Seidenbespannungen so wohl nicht mehr bewirken.

    Hierzu ist anzumerken, dass die beiden Visualisierungen noch recht grob sind, also viele offenbar geplante Details nicht darstellen. Da sind die in den Ausschreibungsunterlagen enthaltenen Schnitte schon aussagekräftiger. Hier mal ein Beispiel (westlicher Bereich des Propositionssaales):


    Quelle: SIB (Ausschreibungsunterlagen), Rissausschnitt



    Im Textteil der Projektbeschreibung heißt es ja auch (siehe das zweite Zitat in meinen vorherigen Beitrag):

    Quote from SIB

    Das Ergebnis lässt sich am besten mit einem raumgroßen Architekturmodell beschreiben. Die Raumfassung beinhaltet sämtliche gebundenen Elemente der reich gegliederten Architektur und die maßgetreue Wiederherstellung aller Abwicklungen in der ursprünglichen materialen Erscheinung. Auf Vergoldungen oder farbige Fassungen wird verzichtet.


    Man vergleiche obige Rissdarstellung (dies ein Ausschnitt aus dem Originalriss) mit der zugehörigen Zeichnung von Bendemann:

    Titel: 4 Wandabwicklungen zum Thronsaal (heutige Bezeichnung Propositionssaal)

    https://skd-online-collection.…1cd-a5f8-5e6c5ac80aec.jpg


    Du hast völlig recht, Resurrectus – Das schreit regelrecht nach einer Komplett-Reko. Ich betrachte die aktuell in Angriff genommene Fassung (also erst mal ohne farbige Gestaltung, ohne Vergoldung) als Zwischenschritt, aber eben als einen wirklich sehr erfreulichen Zwischenschritt. Denn sicher war diese Entscheidung offenbar nicht.



    Für die Planungsarbeiten des Stucks im Großen Ballsaal wird man übrigens ein separates Büro beauftragen. Ich bin sehr gespannt, in welchem Umfang man hierbei rekonstruieren wird. Den Schnittdarstellungen der Ausschreibung war zu entnehmen, dass etliche der Medaillons in den Fensterlaibungen NICHT dokumentiert sind (heißt vermutlich: in den historischen Fotos nicht erfasst).


    Medaillon vorsorglich schon vor vielen Jahren "rausgefräst"





    Zum Vergleich ein historisches Foto: Klick



    Über eine gleichfalls sehr spannende Frage hatte ich hier schon vor einiger Zeit gerätselt: Was wird während der Baumaßnahmen mit dem Porzellanzimmer. Das wird man doch hoffentlich nicht für einige Jahre „dichtmachen“? Im Ausschreibungstext heißt es dazu:

    Quote from SIB

    Die Räume des Nordflügels werden zurzeit in einem provisorischen Zustand als Übergang in die Paraderäume genutzt. Während der Baumaßnahmen wird der Besucherverkehr umgelenkt werden müssen.


    Seebastian

    Vielen Dank für Deine regelmäßige Fotoberichterstattung. Noch eine Frage: Wie ist denn eigentlich der Stand im Großen Schlosshof?

    Sehr gute Nachricht: Der Nordflügel steht in den Startlöchern (Großer Ballsaal und Propositionssaal).

    Nachfolgend Auszüge aus einer ganz aktuellen Ausschreibung.


    Titel: Schloss Dresden Nordflügel 2. OG, Ausbau Großer Ballsaal und Propositionssaal

    Quote from SIB

    Gegenstand der geplanten Beauftragung sind die Leistungen der Objektplanung Gebäude und Innenräume nach Teil 3, Abschnitt 1, §§ 34 ff. i.V.m. Anlage 10 HOAI 2019 mit den Leistungsphasen 5 bis 8 entsprechend dem ausgeschriebenen Vertrag. Die Beauftragung erfolgt stufenweise.

    Zum Zeitpunkt der Beauftragung liegt eine EW-Bau (Entwurfsunterlage) mit einer Kostenberechnung vor. Beides wird Grundlage der zu beauftragenden Leistungen.

    Die Planungsaufgabe besteht darin, die vorhandene Entwurfsplanung in den folgenden Leistungsphasen federführend umzusetzen. Fachlich sind hier bauklimatische Belange, die Funktionalität der Beleuchtungsanlagen, Übertragungsnetze und Aspekte der Präsentation zu beachten. Die Planung von Flächen zur Wärme- bzw. Kälteübertragung und Integration der raumluft- und sicherheitstechnischen Anlagen in das Gebäude (Obergeschosse) bzw. die Räume sind ebenfalls Gegenstand der hier ausgelobten Planungsleistung. Den Belangen des Brandschutzes und der Standsicherheit ist ebenfalls Rechnung zu tragen.

    Die Statik, Vermessung, technische Gebäudeausrüstung (HKLS, GLT, GMA und EMA), die Leistungen des SIGEKO, der Bauforschung, Bauklimatik, die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes sind oder werden separat vergeben. Hervorzuheben ist die Rekonstruktionsplanungen der Raumflächen (Decken und Wände), die in den Sälen durch (zwei unterschiedliche) Fachplanungsbüros erbracht werden und die ebenfalls separate Fenster- und Vitrinenplanung.

    Der in Vorbereitung dieses Verfahrens ermittelte Gesamtkostenrahmen beträgt 15 Mio. EUR brutto für die KG 300 - 600.


    Terminangabe (Laufzeit der zu beauftragenden Leistungen):

    Beginn: 15.03.2022 Ende: 16.06.2025

    Dieser Auftrag kann verlängert werden: Nein

    Quote

    Im Rahmen der Wiederaufbauplanungen haben sich für diesen Flügel unterschiedliche Betrachtungsweisen ergeben, die in der jüngeren Vergangenheit zu verschiedenen Herangehensweisen führten. Bis 2010 war in den großen Sälen eine Dauersaustellung der Rüstkammer vorgesehen. Da die Ausrichtung des musealen Ausbaus auf konkrete Objekte der Sammlung als zu starr empfunden wurde, formulierten die SKD eine abweichende Zielstellung. Die Flexibilität der Ausstellungskonzepte sollte deutlich erhöht werden. Gleichfalls sollte der durch den wiederhergestellten Rohbau entstandene provisorische Zwischenzustand zum gestalterischen Prinzip werden und in der zufällig entstandenen Erscheinung belassen werden. Mit der Eröffnung der Paraderäume 2019 wurde durch die Resonanz von Besuchern und der interessierten Öffentlichkeit deutlich, dass die zufällige Erscheinung nicht vermittelbar ist. Vorzugeben, dass ein ungeplanter Zustand auch ohne qualitative Entwicklung das beste Ergebnis aller denkbaren Lösungen ist, konnte nicht weiter vertreten werden. Die Abfolge der Raumarchitektur des Riesensaals zum provisorischen Großen Ballsaal, von dort in das als Porzellankabinett rekonstruierte Turmzimmer, dann weiter in den ungestalteten Propositionssaal, um von dort in die rekonstruierten Paraderäume zu gelangen, ist in jedem Durchgang von starken Brüchen geprägt. Es gäbe keine inhaltliche Begründung, die Räume in zueinander fremden gestalterischen Zielstellungen kontrastreich zu präsentieren und die Raumfolge beliebig auseinander fallen zu lassen. Aufgrund dieser Erkenntnis war das richtige Maß zu finden, mit dem die ursprüngliche Bedeutung der beiden Säle, das damit verbundene architektonische Konzept lesbar wird und unterschiedliche museale Konzepte durch flexiblen Nutzungsmöglichkeiten möglich werden. Die planerischen Untersuchungen, welchen Aussagewert die Elemente der Raumarchitektur des 19. Jahrhunderts für die künftige Lösung haben und wie deren Präsenz mit künftigen Ausstellungskonzepten korrespondiert, führten zu abgestuften Verdichtungsvarianten von Zitaten bzw. rekonstruierten Raumelementen der ursprünglichen Raumarchitektur. Das Ergebnis lässt sich am besten mit einem raumgroßen Architekturmodell beschreiben. Die Raumfassung beinhaltet sämtliche gebundenen Elemente der reich gegliederten Architektur und die maßgetreue Wiederherstellung aller Abwicklungen in der ursprünglichen materialen Erscheinung. Auf Vergoldungen oder farbige Fassungen wird verzichtet. Um Entwicklungen der Zukunft v.a. künftigen Rekonstruktionen nicht einzuschränken oder gar zu verhindern, bleiben Fortführungen prinzipiell möglich


    Visualisierung Großer Ballsaal:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Visualisierung Propositionssaal


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    :thumbsup:   :thumbsup:   :thumbsup:

    Zunächst zur ersten Frage von eryngium.

    Man kann ja sicher davon ausgehen, dass in der erst kürzlich erschienen Schloss-Triologie der aktuelle Forschungsstand dargelegt worden ist. In Band III findet sich folgende Aussage zur Herkunft des Schaftspiegels aus dem 2. Vorzimmer:


    Quote from eryngium

    Wer hat die Reko der Metallteile gemacht? Waren Originalteile vorhanden?

    Ich persönlich kann hierzu nur die veröffentlichten Ausschreibungsdokumente heranziehen. Daraus ist allerdings keine vollständige Antwort abzuleiten (zum Teil freihändige Vergaben, bzw. Abruf von Auftragsoptionen – in beiden Fällen gibt es leider keine detaillierten Beschreibungen).


    Nachfolgend Auszüge aus 3 Auftragsvergaben, die immerhin verraten: Es war teilweise eine Reko.

    Quote

    Die beauftragte Leistung umfasst die kunstbildhauerische Modellentwicklung von Medaillons und Eckschilder, Puttengruppen für die Spiegel im 1. und 2. Vorzimmer der Paradegemächer im Westflügel 2. OG des Dresdner Schlosses in der Fassung des Barocks. Die Modelle werden als Gussvorlagen für die Bronzegussarbeiten der Zierelemente benötigt.


    Wert ohne MwSt.: 29 016.00 EUR (ohne MwSt.)


    Zuschlag: Angelika Ullmann Dipl.-Bildhauerin, Dresden


    Quote

    Die beauftragte Leistung umfasst die kunstbildhauerische Modellentwicklung von Kunstbildhauerische Modellentwicklung figürlicher Schmuck der Spiegelumrahmungen der Vorzimmer der Paradegemächer im Westflügel 2.OG des Dresdner Schlosses in der Fassung des Barocks. Die Modelle werden als Gussvorlagen für die Bronzegussarbeiten der Zierelemente benötigt.


    Wert ohne MwSt.: 50 340.00 EUR


    Zuschlag: Eva Backofen, Dresden


    Im Begründungspassus (WARUM freihändige Vergabe) heißt es in beiden Vergabedokumenten:

    Quote

    Die beauftragten äußerst anspruchsvollen Bildhauerdienstleistungen sind nicht bis ins Detail beschreibbar. Entscheidend ist, dass die künstlerische Leistung in den ästhetischen Kontext des Ensembles der Paraderäume passt. Es wird freie Schöpferische Gestaltung verlangt im Rahmen der vorliegenden unscharfen Fotos von vor der Zerstörung und trotzdem die stilistischen barocken Anforderungen erfüllt.


    Und schließlich Vergabedokument Nr. 3:

    Quote

    Die vergebene Leistungen umfasst die Bronzegussrekonstruktion und -restaurierung der Spiegelergänzungen im 2. Vorzimmer (Schaftspiegel V) in der Formensprache des 18. Jahrhunderts, das heißt die Reinigung und Konservierung des Bestandes, die Fertigung (Guss) von Neuteilen, den Nachguss vorhandener Vorlageleisten und Vorlageelementen, das Herstellen einfacher Leisten aus Vierkantmaterial, die Vergoldung der Neuteile sowie entsprechende Transporte, Montagen und Dokumentationen.


    Wert ohne MwSt.: 124.514,57 EUR


    Zuschlag: AKH Paul Lorenz / Inhaber: Mario Lorenz

    Mattielli

    Mit HAHa hattest Du schon beim Ursprungsbeitrag reagiert (den ich voran stehend verlinkt habe). Darf ich mal erfahren, was Du hierbei so lustig findest? Ich kann diese Smileys nicht wirklich deuten.

    Zu den Fragen von Elias J.:

    RE: Das Dresdner Schloss

    Die Informationen betreffs des Diebstahls stammen aus einem Artikel der FAZ aus dem Jahr 2019.

    Quote from FAZ

    Nach 1945 schmuggelte eine Deutsche zahlreiche Gemälde nach Amerika und verkaufte sie im großen Stil. Was soll aus ihnen werden?

    Richtig beantwortet wurde die Frage nicht, es gab nur die Aussage, dass die Bundesregierung bei solchen Themen sehr inaktiv bleibt.

    Ich tippe wie eryngium auf eine zeitweilige Entnahme für Restaurierungszwecke. Analog ist man ja zum Beispiel mit den Toilette-Koffern im PSZ verfahren (Präsens zur Eröffnung der Paraderäume – Entnahme – Wiederaufstellung nach Restaurierung).

    Bzgl. des Gemäldes „Empfang des sächsischen Kurprinzen Friedrich August, des späteren Königs August III. von Polen, bei König Ludwig XIV. von Frankreich in Fontainebleau, am 27. September 1714“ wäre dabei Folgendes zu bedenken (was eine aktuelle Restaurierung durchaus vermuten lässt):

    Die genannte Literaturquelle enthält auch ein Foto besagten Gemäldes im Zustand vor der Restaurierung. Krass! Das 130,4 x 162,5 cm große Bild bestand demnach aus mindestens 6 Fragmenten (das Foto ist relativ klein, vielleicht sind es noch mehr). Die Fehlstellen schätze ich auf ca. 20 Prozent.

    Wenn man sich das vor Augen führt, wäre es naheliegend, dass man nunmehr – nach immerhin fast 40 Jahren, eine nochmalige Restaurierung durchführt. Nicht, weil der damalige Restaurator unzulänglich gearbeitet hätte, sondern weil es heute neue Restaurierungstechniken gibt.

    Hier der Entscheidungsstand Anfang 2009, dargelegt in einer Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums vom 25. Februar 2009 (kurz danach erfolgte die Rückstellung des Projektes aus finanziellen Gründen).

    Quote from SMF

    Drei Repräsentationsräume Augusts des Starken: Großer Ballsaal, Propositionssaal und Turmzimmer (Porzellanzimmer) kehren in das Dresdner Schloss zurück. Eine Kommission von Fachleuten aus Finanzministerium, Staatlichen Kunstsammlungen, Landesamt für Denkmalpflege und SIB hat aus mehreren Gestaltungsvorschlägen den des Architekturbüros Atelier Brückner GmbH aus Stuttgart ausgewählt.


    Für den Großen Ballsaal und den Propositionssaal ist eine Verbindung von Rekonstruktion (nach der Fassung des 19. Jahrhunderts) und moderner Ausstellungsgestaltung vorgesehen. Dabei sind sowohl die Belange der Denkmalpflege, wie auch die musealen Belange (Licht, Sicherheit, Konservierung) zu berücksichtigen. Das Turmzimmer soll nach dem historischem Vorbild von 1719 rekonstruiert werden. Die Präsentation der Rüstkammer zeigt zukünftig in dieser Raumfolge Exponate zu den Themen Jagd und höfische Feste sowie Maskeraden des 16.-18. Jahrhunderts.


    Zum Baubeginn und zu den Kosten können derzeit noch keine Angaben gemacht werden, da die Planungen erst beginnen. Eine Fertigstellung der Räume ist für 2013 vorgesehen.

    Die PM enthielt auch eine Visualisierung des Propositionssaales:

    Klick