Posts by BautzenFan

    Ich habe noch ein paar interessante Informationen zum kürzlich aufgestellten Wandbrunnen an der Ostfassade des Großen Schlosshofs gefunden. Das nachstehende Zitat stammt von der HP des mit dem Projekt beauftragten Büros (Harms + Schubert Freie Architekten, Dresden):

    Quote

    Der Sandsteintrog wurde im Jahr 1786 aus einem Stück (Monolith) gefertigt. Bei den Bombenangriffen auf Dresden 1945 war der Brunnen in großen Teilen erhalten geblieben, verfiel jedoch in den darauffolgenden Jahren zusehends. Mit Beginn des Wiederaufbaus des Schlosses in den 1980-er Jahren wurde er abgebaut und die Speierplatte geborgen und eingelagert. Da der Brunnentrog offensichtlich zu schwer für den Abtransport war, wurde dieser nach mündlicher Überlieferung im Hof vergraben und erst in jüngerer Vergangenheit wieder aus dem Erdreich geborgen. Dabei brach nahezu die komplette Vorderfront heraus. Die Umsetzung des Brunnentroges an seinen ursprünglichen Standort erfolgte im Jahr 2019 und bedeutete bei einem Gewicht von 12 Tonnen eine enorme Leistung.

    […]

    Um den Wandbrunnen wieder voll funktionsfähig zu machen, wird der Trog eine Bleiauskleidung und eine Gitterrostabdeckung erhalten.


    „Dabei brach nahezu die komplette Vorderfront heraus“

    Rätsel gelöst - ich hatte mich immer gefragt, wie es zu diesen Abbrüchen an der Vorderseite des Brunnens gekommen war. Die Bombennacht hatte der Trog nämlich weitgehend „in einem Stück“ überstanden:

    unmittelbarer Nachkriegszustand

    Zustand Juni 1957

    (Foto unbedingt vergrö0ern, Brunnen ist rechts im Bild)


    Und hier der gesamte Text (plus 2 Fotos): Klick



    Und noch einige Fotos vom Altan:

    Foto 1

    Foto 2

    Foto 3

    Foto 4

    ^

    Hier zum Vergleich ein Foto vom Sommer 2009 (MIT dem Fenstergitter unter der Brücke):  Klick


    Das betreffende Gitter war aber (wohl bis vor kurzem) für einige Zeit ausgebaut, weil es restauriert worden ist. Die betreffenden Arbeiten laufen aktuell und umfassen folgende Maßnahmen (Gastronomiebereich im Nordostflügel, dort Keller- und EG-Fenster):

    - 2 St. Neukonstruktionen von schmiedeeisernen Fenstergittern nach historischem Vorbild;

    - 13 St. Instandsetzung historischer schmiedeeiserner Fenstergitter


    Zustand im Sommer 2013 (einige Fenstergitter sind ausgebaut):


    Von Fuzre Fitrinete, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56555647

    (Foto etwas verkleinert/geschnitten)


    Ausschnitte aus voran stehendem Foto:




    Ein paar Details zum Fenstergitter unterhalb der Brücke. Die Ausschreibungsunterlagen enthielten auch Fotos vom Ausgangszustand. Das benannte Gitter war demnach ziemlich vollständig erhalten, wies aber Witterungsschäden auf („Roststellen“). Die zugehörigen Angaben aus dem LV:

    Quote from SIB

    Fenstergitter F-NO 1.06

    Instandsetzung eines historischen Fenstergitters, als vorgesetzte geschmiedete Stahlkonstruktion vor bestehende Fensteröffnung mit umlaufenden, bereits fertiggestelltem Natursteingewände, Öffnungsgeometrie mit oberen Bogensegment Öffnungsbreite 2280 mm, Öffnungsöhe 3750 mm, bestehend aus einem gewölbten Brüstungselement, einem Frontelement mit oberen Bogensegemnt, zwei Seitenelementen und einem Bekrönungselement vor der Fensteröffnung.

    Front- und Seitenelemente aus geschwungenen StahlVierkantprofilen, bewittert, Stabquerschnitt ca. 20 x 20 mm, incl. diverser ebenengleicher Zierelemente. Brüstungselement aus gewölbt vorstehenden StahlVierkantprofilen, bewittert, Stabquerschnitt ca. 30 x 30 mm, incl. diverser geschwungener Füllelemente. Bekrönungselement als Schmuckelement incl. diverser vorstehender Einzelemente Befestigung geschraubt an bauseits im Gewände aus Naturwerkstein verankerte Bandeisen.

    Oberflächen allseitig vorbereiten und neu beschichten

    Farbton RAL nach Wahl des AG. incl. der bauseitigen Bandeisen.

    Herzlichen Dank an alle Berichterstatter zum Baugeschehen im Schloss.


    Zum Thema *Großer Schlosshof* habe ich die für mich völlig neue Information gefunden, dass schon im Rahmen des Schlossumbaus unter König Albert vorgeschlagen wurde, die Sgraffito-Malereien an den Hoffassaden zu rekonstruieren. Wie im Protokoll einer Baubesprechung vom 26. Januar 1891 festgehalten wurde, begründete sich die Ablehnung dieser Idee nicht so sehr aus gestalterischen Bedenken, sondern vielmehr aus solchen der begrenzten Haltbarkeit. (siehe Band III der Trilogie *Residenzschloss zu Dresden*, dort Seite 417).

    Hier liegt nun m.E. die Vermutung sehr nahe, dass den damaligen Entscheidern wohl vor allem ein Bild vor Augen stand: Der Zustand des Fürstenzuges am Langen Gang. Diese Bildfolge war ja bekanntlich zunächst in Sgraffito-Technik auf die Wand gebracht worden (1872-1876). Bereits nach wenigen Jahren lagen erhebliche witterungsbedingte Schäden vor, so dass man sich nach 1900 entschloss, das Gemälde auf Meißner Porzellankacheln zu übertragen.



    Und noch eine Information aus der genannten Literaturquelle, leider keine gute:

    Quote from Rosemarie Pohlack

    Der Ausbau des Nordflügels ist nach 2021 geplant, wobei im Turmzimmer bereits die bis 2017 eindrucksvoll rekonstruierte Renaissancedecke erstrahlt. An der barocken hölzernen Wandgestaltung des Turmzimmers mit Spiegeln und Konsolen, die wieder Schauporzellan aufnehmen sollen, wird noch gearbeitet. Offen ist die Wiederherrichtung der Paradesäle des 19. Jahrhunderts, von Neuem Thron- und Großem Ballsaal.


    Kapitel: Wiederaufbau des ehemaligen Dresdner Residenzschlosses – Denkmalpflegerische Rahmenzielstellung und Nutzung; Autor: Rosemarie Pohlack

    2 aktuelle Fotos von dem entstehenden Schloss-Restaurant:
    Foto 1


    Wie blicken hier in den größten der 3 Gasträume. Die aufgehenden Mauern entstanden um 1400 (das sogenannte „Alte Haus“, erbaut unter Markgraf Wilhelm). Das Gewölbe wurde auf das 16. Jhd. datiert.

    An der Mauer, wo der Bauarbeiter steht, wird der Haupttresen eingebaut (Bereich rechts der Treppe). Die Treppe (4 Treppenstufen) führt in einen weiteren Gastraum. Die im Foto rechts angeschnittene große Türöffnung dürfte der Haupteingang in das Restaurant sein. Die kleinere Tür an der gleichen Wand habe ich als Zugang in den nordöstlichen Treppenturm interpretiert.


    Hier der Grundrissplan des Raumes:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Foto 2

    Ein solches Statement klingt für mich neu (gestern in etlichen Medien berichtet):

    Quote

    Bei den Ermittlungen zum spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Dresdner Schatzkammermuseum Grünes Gewölbe 2019 führt eine weitere Spur nach Berlin. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden wurden bereits am 9. September sowie am Mittwoch Gewerberäume in der Hauptstadt durchsucht. "Wir sind zuversichtlich, die Täter identifizieren zu können, und das ist ein weiterer Schritt dazu", sagte ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft.

    Quelle: https://www.spiegel.de/panoram…1d-402e-8ce4-3192748366fc

    Quote from eryngium

    Zum Glück ist nur ein Torso herausgekommen, weil man nicht das Geld hatte, die barocke innere Neustadt noch weiter zu entstellen und durch gigantische Zeilen abzuriegeln.

    Um das noch etwas zu präzisieren: Dem NEUBAU gigantischer Zeilen wären Abrisse der historischen Bausubstanz vorausgegangen – und zwar in großen Umfang. Die in der 2. Hälfte der 1960-er Jahre entwickelten Baumaßnahmen für das Dresdner Zentrum waren in einer Sonderausgabe der Sächsischen Zeitung vom 4. Juli 1969 vorgestellt worden. Daraus einige Scans:


    Blick auf den Albertplatz (damals Platz der Einheit) - die Kontur mit den zentrischen Kreisen




    Von der Dreikönigskirche sollte lediglich der Turm erhalten bleiben - das Kirschenschiff hätte man abgerissen (siehe das von eryngium eingestellte Modellfoto.

    Quote from Chris1988

    Dass es zweistöckig ist, ist mir aber neu?

    [gemeint ist das Schlossrestaurant]

    Diverse Ausschreibungen für den Gastronomiebereich beinhalteten etliche Schnittdarstellungen. Demnach befinden sich die Gasträume ausschließlich im Erdgeschoss. Im Kellergeschoss sind lediglich Funktionsräume vorgesehen: die sogenannte Vorküche (die eigentliche Küche befindet sich im EG), 2 Abstellräume (interpretiere ich als Lagerräume für die Esswaren), Personalbereich, Dusche/Umkleide).


    Einige Anmerkungen zu den von Chris1988 zitierten Einzelmaßnahmen:


    „Neue Fenster sind drin, Türen folgen als nächstes.

    Hier möchte ich noch präzisieren, dass im Zeitungstext wörtlich von Eingangstüren die Rede ist.

    Nun, da erwarten uns ja demnächst einige Auffälligkeiten, zum Beispiel in der Schlossstraße (am Ostflügel, direkt neben dem Georgentor):



    geplant:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Durch diese Türen gelangt man direkt in den sogenannten Vorraum, dazu gleich mehr. Vermutlich ist mit den demnächst zu erwartenden neuen Eingangstüren auch der Haupteingang in das Restaurant gemeint (Schlosshof, Nordostfassade). Dort hat man übrigens eine (ca. 1993) bereits realisierte Gestaltung wieder rückgängig gemacht. Die Realisierung erfolgte in den frühen 1990er Jahren, und da wurde noch 1:1 nach den DDR-Planungen gebaut. Die Eingangsgestaltung basierte auf historischen Kupferstichen.


    Kupferstich nach Weck, um 1680 (man beachte den Eingangsbereich - mit Einzeltür und kleinem bogenförmigen Fenster – direkt neben dem nordöstlichen Treppenturm, dieser rechts im Bild): Klick


    Zustand bis vor wenigen Jahren (ca. 1993 realisiert):


    Zustand 1936


    Zustand 1947


    Aktueller Zustand:

    Foto von Seebastian (Bildausschnitt)


    Geplanter Zustand:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Außerdem geht es mit der Rekonstruktion der historischen Gewölberippen los.

    Der Auftrag nennt sich „Wiederherstellung der Gewölberippen“. Die Vergabe erfolgte freihändig (d.h. ohne Ausschreibungsverfahren). Die zugehörigen Ausführungsunterlagen sind daher nicht öffentlich einsehbar. Über den Umfang der diesbezüglichen Arbeiten kann man als Nicht-Insider folglich nur mutmaßen. Also ich denke, hierbei handelt es sich um den sogenannten Vorraum. Meines Wissens (ich lasse mich gern korrigieren) sind nur dort solche Gewölberippen vorhanden (in stark lädiertem Zustand oder fast ganz zerstört) – in Bezug auf den jetzt im Ausbau befindlichen NO-Bereich des Schlosses (EG und Keller).

    Visualisierung Büro Peter Kulka


    Falls das tatsächlich die bestätigte Ausführungsversion ist, wird man wohl eine der Rippen in ihrem überkommenen (unsanierten) Zustand belassen (vielleicht weil die anderen weitgehend zerstört waren und deshalb – gemäß Visu - vollständig rekonstruiert werden müssen, während man bei dieser einen den Originalbestand zeigen will?).


    Eine im Zeitungstext genannte Jahreszahl habt Ihr hoffentlich nicht überlesen: Fertigstellungsjahr für das Schloss insgesamt: nunmehr 2025.

    Quote from Seebastian

    Also zum Thema Zugang Langer Gang.

    Eine Türe ist in Weltsicht und Wissen im 1. OG und im 2. OG ist die Türe im Sonderausstellungsraum des Münzkabinetts.

    Ich würde mir vorstellen, dass der Zugang von beiden Ebenen möglich sein wird., bzw. als Verbindung dient.

    Das die Treppe nach dem 1. OG endet glaube ich nicht.

    Das sehe ich ebenso: Der Zugang wäre (wie ich schon geschrieben hatte - rein baulich) von beiden Ebenen möglich (vom 1. und 2. OG Georgenbau. Hier noch der Grundriss für das 2. OG:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Quote from eryngium

    Die Treppe geht tatsächlich sogar bis ins 3. OG Georgenbau, wenn ich es recht sehe.

    Zur Bestätigung von eryngium hier ein Auszug aus dem LV für die Ausschreibung zur Jagdtreppe:


    Zur natürlich bereits vorhandenen, aber noch nicht beschrifteten Zugangstür im 1. OG Georgenbau, von der aus man ins Treppenhaus und von dort in die Gewehrgalerie gelangt. Ich zitiere aus einem Beitrag von RobBerg aus dem Jahr 2016:

    Quote from RobBerg

    Auch sieht man bereits den Zugang zur Gewehrgalerie, welcher bezeichnenderweise von Schusswaffen umrahmt ist.


    Gesamtansicht des Raumes

    Kurzer Filmbericht des rbb (ca. 3 min) über einen interessanten Ausstellungsbereich im Humboldtforum:

    Katakomben des Humboldtforum

    Mit dem Berliner Stadtschloss wurde 1950 ein wichtiges Stück Stadtgeschichte weggesprengt. Allerdings blieben die Keller erhalten und können nun von der Geschichte berichten: Reste eines Klosters, Räume für die Schlosswache und eine ehemaliger Hühnerstall finden sich hier…

    https://www.rbb-online.de/aben…deos/20200829_1930/7.html

    Quote from Rastrelli

    Ich bin gespannt, wie die Zuwegung erfolgen wird. Vom 1. OG erschiene mir jedenfalls sinnvoller.

    Sehe ich genauso. Das wird in den mir bekannten Darstellungen/Verlautbarungen auch immer so beschrieben (außer eben in der aktuellen PM). Aus rein baulicher Sicht wäre natürlich auch ein Zugang über das 2. OG möglich. Dann kommt man zwar durch den Riesensaal (der thematisch "passt"), aber danach müsste man noch durch das Audienzzimmer der Königin und das Münzkabinett. Sollte diese Zuwegung tatsächlich kommen, erschließt sich mir den Sinn nicht. Andererseits kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass in einer Landes-Pressemitteilung so ein kapitaler Fehler passiert. Die Texte werden doch von den Fachbereichen zugearbeitet.


    Nachfolgend noch einige Darlegungen zu besagtem Treppenhaus.


    Aus der Projektbeschreibung (Heine Mildner Architekten, Projektpartnerschaft mit Siegmar Lungwitz Architekt BDA, die beiden Büros hatten das VOF-Verfahren zur Auswahl der Planer/Architekten für den Ausstellungsbereich Langer Gang/Umbau Jagdtreppenhaus gewonnen):

    Quote

    Durch die geplante Integration des Langes Ganges in die Ausstellungsfläche der Rüstkammer, wird dem bestehenden Treppenhaus als Hauptzugang eine höhere Bedeutung zu teil. Insbesondere betrifft dies den Zugang vom 1. OG Georgenbau zum ‚Langen Saal’. Ziel des Entwurfskonzeptes ist daher, trotz Integration des für die Barrierefreiheit erforderlichen Aufzuges, eine angemessene Zugangssituation zu schaffen, welche den räumlichen Charakter der bestehenden historischen Treppenanlage beibehält. Vorgeschlagen wird durch Einfügen einer zusätzlichen Querwand an der Stirnseite zum Langen Gang den Aufzug weitestgehend zurückhaltend in den Treppenraum einzufügen. Der Zugang zur Gewehrgalerie erfolgt seitlich des Aufzuges durch eine Schleuse.

    […]

    Die Podeste, der Aufzugsschacht sowie die Erdgeschosstreppe sind in Massivbauweise vorgesehen. Die Treppenläufe der Obergeschosse bestehen aus einer geschweißten Stahlblechkonstruktion mit einer Bekleidung aus Bronze.

    Quelle:  http://heinemildner.de/portfol…anger-gang-gewehrgalerie/

    Einige Schnittdarstellungen aus den Ausschreibungsunterlagen (SIB):










    Visualisierung der Treppe (leider sehr klein): Klick


    Von Nikolai Karaneschev, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56350522

    Quote from DarkVision

    Weißt du etwas zum aktuellen Stand der Fährmannstraße?

    Da gibt es Neuigkeiten zu vermelden – und zwar sehr gute. Die betreffenden Informationen stammen aus einem neueren Artikel der Sächsischen Zeitung (10.06.2020), den mir Florentinus besorgt hat, vielen herzlichen Dank auch an dieser Stelle.

    Nur zur gedanklichen Anbindung: Es geht um die seit Jahren abrissgefährdeten Häuser Fährmannstraße 1 bis 5 (Gründerzeit, außer Nr. 4?). Der betreffende Artikel beginnt mit einem Passus, der im Konjunktiv formuliert ist und die Pläne beschreibt, wie es aussehen könnte (Gaststätte mit Freisitz in der Nr.1, Nutzung für Wohnungen, Umgestaltung der Höfe). Danach aber folgt der sehr erfreuliche Satz:

    Nun haben die Stadträte den Weg frei gemacht, um diese Pläne auch umsetzen zu können.


    Folgendes ist passiert. Es wurde beschlossen, die Häuser 1 bis 4 an die Stadtentwicklungs- und - erneuerungsgesellschaft (Seeg) zu verkaufen. Die Seeg besitzt bereits das Haus Nr. 5. Die Gesellschaft wird die Häuser denkmalgerecht sanieren, Nr. 4 (Foto folgt) wird allerdings abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Fahrstuhl des Neubaus wird dann auch die benachbarten Gebäude Nr. 3 und 5 barrierefrei erschließen. Besondere Beachtung wird Maßnahmen zum Hochwasserschutz gegeben (die mitunter launische Triebisch fließt ja gleich nebenan).

    Zum Zeitplan:

    Noch in diesem Sommer sollen dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen an den Häusern 1 und 2 durchgeführt werden. Danach folgen die eigentlichen Sanierungsarbeiten. Mit der Fertigstellung (20 Wohnungen, 1 Gewerbeeinheit – Gaststätte) ist 2023/24 zu rechnen.


    Ein paar Fotos.


    Fährmannstraße 1

    Auf der kleinen Freifläche soll der Außenbereich der Gaststätte hin (mit Blick auf die Triebisch, die fließt unmittelbar hinter den Häusern).


    Von Rainerhaufe - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44001495


    Fährmannstraße Nr. 2

    Von Rainerhaufe - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44001498


    Fährmannstraße Nr. 3

    Von Rainerhaufe - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44001499


    Fährmannstraße Nr. 4, links daneben Nr. 3, rechts daneben Nr. 5 (Foto von 1988)

    https://bilder.deutschefotothe…00/df_mbs_0088254_004.jpg

    Von den historischen Hirschköpfen (Originalexponate aus der Gewehrgalerie‘) werden wohl auch einige kommen. Die Pressemitteilung des SMF vom 5. August 2019 beinhaltete als Anlage eine Visualisierung der Gewehrgalerie. Zum Bild folgende Angaben:

    Entwurf: Arte4d Andreas Hummel/ HeineMildner Architekten Rechte: SIB Niederlassung Dresden I

    Organisation: Sächsisches Staatsministerium der Finanzen

    Veröffentlichung: 05.08.2019

    Lizenzstatus: lizenzfrei


    In der Blickperspektive der Visualisierung sehen wir „hinten“ den historisch „aufgepeppten“ Teil. Daraus folgender Bildausschnitt:




    Hier der Download-Link für das Gesamtbild: Klick



    Seebastian hatte gestern (wieder einmal) sehr schöne Fotos gepostet, darunter dieses hier:



    In Form der weißen Abdeckung (linker Bildrand) manifestiert sich übrigens der Bereich der Kemenate. Betreffs der Aufnahme habe ich eine große Bitte: Hast Du eventuell noch weitere Fotos von dem Baubereich im Schlosshof gemacht (nördlicher und mittlerer Teil der aktuellen Baufläche)? Mich interessiert wirklich brennend, wie die Jungs dort vorankommen. Nach obigem Foto zu urteilen könnten wir noch dieses Jahr mit der Verlegung der historischen Sandsteinplatten rechnen. Auf den Anblick bin ich megagespannt.

    Quote from eryngium

    Lediglich auf den hintersten 3 (?) Fensterachsen wird man wohl ein paar der im Raum historisch verbürgten Fürstenbildnisse (Ahnengalerie) aufhängen.

    Ob Jagdtrophäen (Hirschköpfe, gezeigt in Hubertusburg im letzten Jahr), Kartuschen-Schilde aus Holz (heute im Riesensaal) wieder kommen werden?

    In einer Ausschreibung des SIB war die Wandabwicklung des Raumteiles dargestellt, der mit historischen Gemälden ausgestattet wird:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Harderich

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Wiedekind

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Willekin

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Friedrich der Streitbare

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Wie zu sehen ist, hat man 4 Fürstenbildnisse, 1 Inschriftentafel und 2 Turnierbilder vorgesehen.

    Es ist ja bekannt, dass die Ausstattung der Gewehrgalerie teilweise erhalten geblieben ist. Den Terminus * teilweise erhalten* bitte mal merken. Denn an dieser Stelle möchte ich der besseren Verständlichkeit wegen erst noch einmal kurz darlegen, um was es dabei im einzelnen geht (die Gewehre ausgenommen, die sind übrigens so gut wie vollständig zurückgegeben worden).

    - Bau des Langen Ganges ab 1586 unter Kurfürst Christian I., dabei Ausgestaltung des langen Raumes (ca. 100 m lang) im 1. OG als Ahnengalerie der Wettiner

    - Umfang der ursprünglichen Bildreihe: 46 lebensgroße Porträts (von fiktiven Herrschern aus grauer Vorzeit bis hin zu Christian I., dem Bauherrn des Langen Gangs und der Ahnengalerie)

    - sukzessive Ergänzung der Ahnenreihe durch Porträts von 7 nachgeborenen Fürsten, die Gesamtzahl der Porträts betrug folglich 53, jeweils Öl auf Leinwand

    - Zu jedem Porträt (außer dem letzten, dem für Kurfürst Friedrich Christian – Enkel von August dem Starken) gehörte ein kleines ovales Historienbild (Öl auf Holz), das jeweils Bezug auf das Leben des dargestellten Fürsten nahm. Auf dem Historienbild von Christian I. war beispielsweise der unter ihm neu gebaute kurfürstliche Stall incl. Langem Gang abgebildet (später mehrfach umgebaut, das heutige Johanneum)

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0140095.jpg


    - Zu jedem Porträt (außer dem letzten) gehörte weiterhin eine Inschrifttafel mit der Lebensbeschreibung des jeweiligen Fürsten, hier die von Friedrich dem Streitbaren:

    https://bilder.deutschefotothe…_hauptkatalog_0140136.jpg


    Wie die Gemälde angeordnet waren (nämlich die kleinen unter den großen), verdeutlicht diese historische Innenaufnahme:

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0139953.jpg


    - Unter den Fenstern (an der Schmalseite des Raumes auch unter den Gemälden) hingen insgesamt 29 Turnierbilder (Öl auf Holz), die die so genannten Scharfrennen des Kurfürsten August I. (Vater des Bauherrn) zeigten. August galt als begnadeter Turnierkämpfer. Hier ein Beispiel: https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0132724.jpg

    - Weiterer Wandschmuck umfasste 19 kapitale Hirschgeweihe, Spannweite jeweils 160 cm.


    Was ist davon nun erhalten? Die nachfolgenden Angaben stammen aus einer Antwort der SKD auf eine diesbezügliche Anfrage von mir:

    Von den 53 originalen Fürstenbildnissen (jeweils Öl auf Leinwand in lebensgroßer Darstellung) ist keins erhalten. Es existieren 20 Kopien, die vor 1728 im Auftrag von August dem Starken für den so genannten Heldensaal der Festung Königstein angefertigt worden sind. Von den zugehörigen, ehemals 52 Schrifttafeln (das zuletzt gemalte Fürstenbildnis hatte keine) hat sich nur eine erhalten, und zwar die für Friedrich den Streitbaren.

    Von den ehemals 52 Historienbildern hat sich keins erhalten (kleine ovale Ölgemälde auf Holz).

    Von den 29 Turnierbildern haben sich 10 erhalten.



    2006 wurden die 20 („frisch“) restaurierten Kopien in einer Sonderausstellung auf der Festung Königstein gezeigt: Im zugehörigen Ausstellungsführer heißt es zum Schicksal der Originale:

    Quote

    Im Juni 1945 unternahmen Mitarbeiter der Dresdner Museen eine Revisionsfahrt zu den Bergungsdepots in Naunhof (dies der Auslagerungsort der Gemälde der Gewehrgalerie), Lauterbach Schieritz und Meißen, um den Zustand des Kunstgutes zu prüfen. Das Ergebnis der Besichtigung von Schloss Naunhof soll hier in Auszügen wiedergegeben werden: „Das Schloss ist zurzeit von russischen Truppen besetzt. Der Besitzer ist vor dem Einmarsch der Roten Armee geflüchtet. Die Erdgeschossräume sowie ein großer Teil im 1. Obergeschoss waren fast gänzlich ausgeräumt. Die russischen Soldaten, die auf Anordnung des russischen Ortskommandanten durch das Schloss führten, zeigten einen Raum im 1. Obergeschoss, in dem in 2 Schränken die Kisten des Münzkabinetts eingelagert waren. Die Bilderrahmen aus der Gewehrgalerie, die in der sogen. Plättstube eingelagert worden waren, lagen zerschlagen im Garten hinter dem Wirtschaftsgebäude. Die großen Gemälde aus der Gewehrgalerie, wie auch die 200 Kisten der Landesbibliothek waren nicht aufzufinden.

    Quelle: Ausstellungsführer – Die Ahnengalerie der Wettiner, herausgegeben 2006 von den SKD

    Die Ausführungen zur genannten Thematik in der genannten Quelle sind recht lang, kann ich natürlich hier nicht alles zitieren. Eines sei aber noch erwähnt. Es werden noch weitere Zeitdokumente benannt. In einem Schreiben vom 24. Mai1946 steht demnach, dass die Gemälde (ohne die Rahmen) von den russischen Besatzungstruppen im Sommer 1945 von Naunhof abgefahren worden sind, dass man aber nicht in Erfahrung bringen konnte, wohin sie gelangten.

    Mir ist dabei durch den Kopf gegangen – warum sollte sich jemand die Mühe machen, Rahmen und Gemälde separat zu zerstören. Also im offiziellen Sprachgebrauch gelten die Gemälde als verschollen.



    Und hier ist noch ein Artikel aus der Sächsischen Zeitung zur gestrigen Übergabe. Recht interessant. Wichtig auch die Terminangabe zur geplanten Eröffnung: Frühjahr 2021.

    https://www.saechsische.de/dre…-restauriert-5261948.html

    Eine – erst einmal grundsätzlich – gute Nachricht von der Schlosskapelle: Auf die Fertigstellung werden wir wohl nicht mehr „Jahrzehnte“ (oder so) warten müssen. Ganz aktuell wurde mitgeteilt, dass die Objektplanung für den Ausbau des Raumes vergeben worden ist. Daraus wiederum ergibt sich m.E. die Schlussfolgerung, dass die Entscheidung darüber, WIE der Raum gestaltet wird, nunmehr feststeht. Leider geht dieses WIE nicht aus dem Bekanntmachungstext hervor. Aber heute ist ja großer Pressetermin (14:00 Uhr) anlässlich der Übergabe der Gewehrgalerie an die SKD und da wird dazu vielleicht auch etwas mitgeteilt.

    Noch können wir träumen:   Klick

    Vielen Dank DarkVision für die sehr informativen Berichte zum Sanierungsgeschehen in Meißen. Zu 3 Gebäuden habe ich noch einige Anmerkungen.


    Haus zur Sonne (Theaterplatz)

    Quote from DarkVision

    Das Haus zur Goldenen Sonne hat ebenfalls ein neues Dach, was als gutes Omen zur Sanierung gewertet werden kann.

    Aktuelles Foto von DarkVision


    Am 19. Dezember 2019 berichtet die Sächsische Zeitung (Artikel leider hinter der Bezahlschranke):

    Quote from Sächsische Zeitung

    Das historische Gasthaus zur Sonne von 1561 ist gesichert. Wann der Innenausbau erfolgen soll, ist derzeit noch nicht bekannt.

    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…nen-au-stadt-5150075.html


    Aufnahme von 1980, wie man sieht, fehlt hier die aktuell (wieder-?)hergestellte Dachgaube: Klick

    Quote from touristinfo-meissen

    Dieser als "Sonne" bekannte Renaissancebau von 1561 war 1852 der erste Gasthof mit Saalbetrieb in Meißen und wurde seit 1918 als Kino genutzt.

    Das seit 1991 leerstehende Objekt fand im Zuge des Umbaus des nebenstehenden Kinos 1999 leider keine Beachtung, lediglich das Dach wurde mit Wellbitumenplatten notgesichert. Noch immer erhalten sind schön profilierte Holzbalkendecken, verschiedene Detailausformungen mit Wandschränken und der aus der Erbauungszeit stammende Dachstuhl.

    Quelle: https://www.touristinfo-meisse…oute/theaterplatz-14.html

    Zum Thema „der aus der Erbauungszeit stammende Dachstuhl“ und seine Sanierung hier 2 Fotos, die die ausführende Baufirma gepostet hatte (Brumm Bau GmbH Meißen – Spezialbetrieb aus Meißen mit Leistungsschwerpunkt * denkmalgerechte Sanierung von historischen Gebäuden* und exquisiten Referenzen auf diesem Gebiet):

    Dachstuhl 1

    Dachstuhl 2


    Zum Thema Saalbetrieb seit 1852 ein historisches Foto, betitelt „Hotel zur Sonne, Saal im Kriegsjahr 1915“

    Sieht aus wie ein Schlafsaal für Soldaten, aber egal, mir ging es um die wohl um 1852 geschaffene Innenarchitektur des Saales (davon ist aber offenbar kaum noch was erhalten):

    Saal im Jahr 2015


    Gebäude Görnische Gasse 2


    Zustand im Sommer 2012

    Von SeptemberWoman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20280833


    Zustand 2016 (nach einem Brand)

    Gepostet von DarkVision am 19. April 2016


    Aktueller Zustand:

    Foto von DarkVision


    Hier erwartet uns noch ein Schmeckerchen:

    Quote from Sächsische Zeitung

    Bis in die 1920er Jahre war der Eingang der Görnischen Gasse 2 mit einem Sitznischenportal geschmückt. Dieses war in einschlägigen Denkmalwerken auch abgebildet und beschrieben. Allerdings fiel es einer Modernisierung des Gebäudes zum Opfer. Doch im Zuge der jetzigen Sanierung soll es wieder nachempfunden und eingebaut werden.

    Quelle: https://www.saechsische.de/goe…r-im-aufwind-5046462.html


    Domplatz 4

    Luftbild

    Quote from Sächsische Zeitung

    Von unten aus betrachtet, ist es einfach nur eine graue Fassade – so wie es noch einige in Meißen gibt. Erst vom Turm des Doms herab zeigt sich, was für ein großer Komplex wirklich am Domplatz 4 steht. Um einen Innenhof gruppieren sich vier Flügel mit Dutzenden Fenstern.

    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…-wohnzimmern-3018850.html

    Ganz taufrisch ist die Meldung von einem Sensationsfund (Artikel leider hinter der Bazahlschranke):

    Quote

    Ende August kommt der österreichische Bauherr erneut nach Meißen. Im Mittelpunkt steht ein Sensationsfund. Das ist der aktuelle Stand.

    Seit Jahren wird das Alte Gefängnis auf dem Domplatz schon saniert. Denn vor etwa acht Jahren hat es ein österreichischer Investor gekauft. Im vergangenen Jahr gab es dann einen bauhistorischen Sensationsfund, den keiner erwartet hätte. Im Gebäude entdeckte man eine spätgotische Decke mit mächtigen Balken, ähnlich der Dimension in der Albrechtsburg oder im Rathaus. Sie muss allerdings restauriert werden. Dafür kommt Ende August ein in Meißen sehr bekannter Restaurator…

    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…eht-es-voran-5241123.html

    Fotogalerie zum Inneren des Gebäudes (etwas nach unten scrollen): Klick

    Bis auf die Überschriften, eins zwei Sätze jeweils am Anfang und aber auch die Bildunterschriften kann man die Artikel ja leider nicht lesen. Alles zusammengefasst (insbesondere die Informationen [siehe Link am Ende], dass das Haus unter Denkmalschutz steht und zuletzt akut einsturzgefährdet war) ergibt sich – spekulativ – folgende wahrscheinliche Konstellation. Hier agieren ZWEI Akteure: der Besitzer der Immobilie (der vermutlich kein Geld für die denkmalgerechte Sanierung hat, und auch keinen Käufer findet, denn ein solcher Käufer müsste die Denkmalschutzpflichten mit übernehmen). Akteur Nr. 2 ist der Käufer des Hauses (besser gesagt der Käufer der Bestandteile). Dabei handelt es sich um einen kleinen Bauunternehmer aus Schneeberg. Der wird die Materialien sicher sehr preiswert erhalten, der Eigentümer wiederum „gewinnt“ dadurch ein freies Baugrundstück, und sei es zum Verkauf.

    Warum der Bauunternehmer das Haus nicht an Ort und Stelle belässt und da saniert? - Vielleicht hat er nur in Schneeberg, dort wo er ansässig ist, dafür Verwendung und dort möglicherweise bereits ein eigenes Baugrundstück.


    Ich sehe das auch so, dass das Translozieren von Gebäuden immer nur in Ausnahmefällen erfolgen sollte. Aber hier liegt m. E. eine solche Ausnahme vor. Die Alternative wäre wohl der baldige Einsturz gewesen.


    https://www.freiepresse.de/jet…-zieht-um-artikel10682386

    Zufällig gefunden: Im oberen Erzgebirge ist die Translozierung eines historischen Gebäudes im Gange. Das Gebäude wurde 1673 (oder 1674 oder 1675 – da schwanken die Angaben) in Jöhstadt (oberes Erzgebirge) erbaut. Da es am alten Standort nicht erhalten werden kann, wird es zur Zeit nach Schneeberg (ebenfalls im Erzgebirge gelegen) umgesetzt. Der Abbau erfolgte bereits im letzten Winter. Vor etwa einem Monat begann der Wiederaufbau am neuen Standort in Schneeberg. Es gibt einige Artikel in der Lokalpresse, aber allesamt hinter der Bezahlschranke. Ich habe allerdings einige Fotos verlinken können, und die erzeugen bei mir ein sehr respektvolles *Wow* (bezogen auf die technische Herausforderung).

    Ausgangszustand Bild 1

    Ausgangszustand Bild 2

    Ausgangszustand Bild 3


    Fotos vom Abbau:

    Abbau Bild 1

    Abbau Bild 2


    Vor ca. 1 Monat, am 15. Juli 2020, war Spatenstich für den Wiederaufbau am neuen Standort in Schneeberg, dies im Beisein des sächsischen Landeskonservators. Das Landesamt für Denkmalpflege vermeldete dazu:

    Quote from LfD

    In Schneeberg hat der Wiederaufbau eines aus Jöhstadt nach Schneeberg umgesetzten historischen Gebäudes begonnen. Am 15. Juli wurde an der Langgasse 5 der symbolische erste Spatenstich vollzogen. Das um das Jahr 1674 errichtete Gebäude in der Inneren Bahnhofstraße 69 in Jöhstadt konnte nicht am Standort erhalten werden. Eine Umsetzung - in der Fachsprache Translozieren - ist im denkmalfachlichen Handeln nicht der Idealweg, ist aber oftmals die letzte Möglichkeit, das Kulturdenkmal zu erhalten. Die Fertigstellung ist für Sommer 2021 geplant.

    Auch die Lokalpresse berichtete natürlich (Artikel in der *Freien Presse* vom 18. Juli 2020):

    Quote from Freie Presse

    Ein historisches Haus wird von Jöhstadt nach Schneeberg umgesetzt. Nachdem das Gebäude, Baujahr 1675, Ende vergangenen Jahres im oberen Erzgebirge abgetragen wurde, ist der Aufbau inzwischen einen weiteren Schritt vorangekommen. Denkmalschützer loben die Bauqualität. Doch die Maurer stehen vor keiner leichten Aufgabe.

    Spatenstich

    Das Thema *Ziergitter des Reiterdenkmals* hat mich sehr interessiert, vor allem die Frage, ob da noch etwas (bzw. in welchem Umfang) nach dem Krieg vorhanden war. Ich habe etliche Fotos gefunden, die ich nachfolgend in chronologischer Ordnung vorstellen möchte.


    1863: Aufnahme von Hermann Krone – die Poller sind bereits vorhanden, das Ziergitter noch nicht

    Klick


    1885: Aufnahme nach der ersten Restaurierung des Denkmals (dies erfolgte 1884/85, dabei Ergänzung mit Inschriftentafel sowie Ziergitter)

    Klick


    Ziergitter zwar nur teilweise im Bild erfasst, aber in schöner Nahansicht:

    Klick


    1948: Ziergitter in großen Teilen noch vorhanden

    Klick


    Mai 1949: dito

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    1950: Poller und Ziergitter entfernt, „Umnutzung“ des Podestes

    Die Aufnahme entstand kurz vor dem Abriss der Ruine des Narrenhäusels

    Klick


    Juni 1951: dito

    Klick


    1953 - 1956: Reiterdenkmal in der Restaurierungswerkstatt

    Das Denkmal war 1943/44? abgebaut und eingelagert worden.

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    Klick


    1956: Denkmal incl. Podest restauriert, Reiterdenkmal wieder aufgestellt (anlässlich der 750-Jahrfeier der Stadt Dresden) – Poller und Ziergitter fehlen

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    1980: Poller und Ziergitter fehlen

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    1986: Denkmal von Pollern umrahmt

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    Es ist also nicht völlig ausgeschlossen, dass Teile des Ziergitters im Lapidarium eingelagert worden sind.

    Am nächsten Freitag sind warten schöne Bilder auf uns. Das SMF (Sächs. Finanzministerium) meldete gestern:

    Quote

    Einladung zum Pressetermin zur Übergabe des Langen Ganges im Dresdner Schloss

    [...]

    nach fünf Jahren Bauzeit ist der Lange Gang im Dresdner Residenzschloss für die Gewehrgalerie, einem Teil der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, fertiggestellt. Gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) möchten wir Sie zu einem Pressetermin anlässlich der Übergabe des Langen Ganges an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) einladen.

    Termin: Freitag, 28. August 2020, 14 Uhr

    Übergabe an die SKD bedeutet noch nicht: Übergabe an die Öffentlichkeit. Die SKD brauchen ja auch noch etwas Zeit, um die Vitrinen zu bestücken etc. Aber wie gesagt, freut Euch auf schöne Bilder und Berichte.


    Dank eines Hinweises von unserem Mitglied Florentinus kann ich mitteilen, dass die von eryngium erwähnte Baubroschüre zum Schloss erhältlich ist (als Druckexemplar und Download). Sehr schöne Dokumentation, incl. Paraderäume. Eines allerdings verwirrt mich ziemlich: Die beiden Säle im Nordflügel kommen eigentlich nicht vor. Alle anderen noch ausstehenden Maßnahmen sind benannt.

    Hier der Link (Bestellung kostenloses Druckexemplar und Download):

    Klick

    Ich möchte einen sehr interessanten, ganz aktuellen Artikelfund vermelden, der Auskunft darüber gibt, was denn nun eigentlich mit den Supraportenrahmen für den Eckparadesaal los ist (die fehlen bekanntlich noch). Zur Erinnerung: Im November 2019 hatte ich an einer der Spezialführungen teilgenommen, die anlässlich der Eröffnung der Paraderäume stattfanden. Thema meiner Führung: *Die Supraporten der Paradesuite*. Auf dieser Veranstaltung kam die Information, dass die 3 Rahmen für den EPS derzeit in Bayern gefertigt werden und ihre Fertigstellung „Anfang des nächsten Jahres“ zu erwarten ist (also Anfang 2020). Bei der endgültigen Auftragsvergabe scheint es dann aber noch eine Änderung gegeben zu haben. Im Artikel ist dazu ausgeführt, dass die ursprünglich ins Auge gefasste Firma sich „nicht so richtig an die Aufgabe getraut hätte“ und den Auftrag an einen Fachkollegen weitervermittelt hätte. Gegenstand des besagten Zeitungsartikels ist eben dieser Kunsthandwerker/Holzbildhauer (Arnold Hein aus Altmühldorf) und seine Arbeit an den drei Rahmen.


    Der Begriff *Eckparadesaal* wird im Text nicht genannt, aber wenn man die einzelnen Informationen im Zeitungsartikel mit den aus anderen Quellen (Ausschreibungstexte, Sonderführung) bekannten Angaben abgleicht, kommt man eindeutig zu dieser Zuordnung. So ist beispielsweise die Rede von einem Set aus drei Rahmen. Bei einem davon handelt es sich um ein historisches Stück (vergoldet), das restauriert und ergänzt werden muss, die beiden anderen sind Neuanfertigungen nach dem Muster des originalen Rahmens. Es gibt nur noch einen weiteren (noch nicht mit den Rahmen ausgestatteten) Raum in der Paradesuite, der genau 3 Supraporten aufweist – nämlich die 2. Retirade (hofseitig gelegen, unmittelbar angrenzend an den Eckparadesaal). Die 3 Rahmen der 2. Retirade müssen aber allesamt vollständig rekonstruiert werden.


    Weitere Info aus dem Artikel: Der erhaltene Rahmen (Im Rokoko-Stil) stammt aus dem Jahr 1880. Hierzu die ergänzende Angabe während der Sonderführung: Man geht aufgrund der wissenschaftlichen Untersuchungen davon aus, dass es sich dabei um eine Kopie des originalen Rahmens handelt (hergestellt wird jetzt also die Kopie der Kopie von 1880).


    Herr Hein bei der Arbeit an einem der Rahmen:   Klick


    Nachfolgend die wichtigsten Textstellen aus dem Artikel (Quelle: ovb-online; Oberbayrisches Volksblatt, Lokalzeitung aus der Region Rosenheim):

    Quote

    Der fast zwei Meter breite Bilderrahmen gehört zu einem Set aus drei Rahmen im Stil des späten Rokokos. Ein Stück aus dem Jahre 1880 existiert noch, hier musste Hein Teile ergänzen. „Vom vollständigen Rahmen gibt es nur Fotos“, erklärt der Holzbildhauer. Anhand dieser habe er dann die fehlenden Blüten und Verzierungen ergänzt.

    Den zweiten und dritten Rahmen baut Hein nun selbstständig, der vervollständigte Originalrahmen dient dabei als Vorlage. Doch die beiden neuen Rahmen sind nicht einfach Kopien des ersten, da die Maße sich unterscheiden. „Die Bilder, die in den Rahmen kommen, sind nicht genau gleich groß, somit ist jeder Rahmen wieder eine Aufgabe für sich.“

    Bis auf die Stichsäge zum Ausschneiden der ungefähren Form kommen bei der Fertigung des Rahmens keine elektrischen Geräte zum Einsatz, jeder Schritt ist Handarbeit. Deshalb hat jeder Rahmen einen Wert von etwa 35 000 Euro.


    Bisheriger Zustand:



    Foto von eryngium


    Visualisierung Eckparadesaal


    Noch ein paar sonstige Angaben:

    Maße des originalen Rahmens: ca. 130 x 195 cm


    Titel und Größe der Gemälde:

    Tür zum Propositionssaal (Ostwand)

    Bildtitel: "Blumenstillleben mit Kartenspiel", Öl auf Leinwand, 108,8 cm x 179,0 cm

    Maler: Peter van Kessel, flämischer Stilllebenmaler, um 1635 -1668

    Tür zur Retirade (Südwand, „links“ des Kamins)

    Bildtitel: Blumenstillleben mit Orangenbaum", Öl auf Leinwand, 113,5 cm x 181,8 cm

    Maler: Jean-Baptiste Monnoyer (1636 - 1699), französisch-flämischer Maler, der sich auf Blumenstücke spezialisierte hatte

    Tür zum 1. Vorzimmer (Südwand, „rechts“ des Kamins)

    Bildtitel: „Blumenstillleben mit Papagei, Meerschweinchen und Affe", Öl auf Leinwand, 114,8 cm x 183,6 cm

    Maler: Jean-Baptiste Monnoyer (1636 - 1699), französisch-flämischer Maler, der sich auf Blumenstücke spezialisierte hatte