Posts by BautzenFan

    Die Restauratorin Sylvie Helbig (*Vergoldung á la Art*) ist erfreulicherweise eine fleißige FB-posterin. Ganz frischer Post von heute:

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    Endspurt! Der letzte Teil ist nun vergoldet und ein wunderschönes Projekt naht sich dem Ende. Ich bin stolz darauf ein Teil davon gewesen zu sein.

    Mehr Taxt zum konkreten Arbeitsobjekt gibt es leider nicht, aber anhand des zugehörigen Fotos und etwas Hintergrundwissen kann man erahnen, um was es geht – nämlich um die Türen in den Paraderäumen. Die fehlen bekanntlich fast noch alle, aber wohl nicht mehr lange, denn hier sieht man sie bereitstehen (für den hoffentlich bald erfolgenden Einbau):

    Aktuelles Werkstattfoto


    Was Frau Helbig dort gerade tut, erschließt sich aus einem Passus des LV für die Türenherstellung:

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    Die die Rahmenhölzer überkröpfenden Profile und Leisten werden nachträglich angebracht und weitgehend vor der Montage vergoldet.

    Ist aber wie gesagt nur meine Interpretation.

    Quelle FB-Eintrag: https://www.facebook.com/vergo…875837373/?type=3&theater


    Zum Vergleich mit einer historischen Ansicht (links angeschnitten eine der Türen im EPS):

    https://fotothek.slub-dresden.…_hauptkatalog_0053669.jpg


    Die Firma, die mit der Herstellung der Kuppellaterne beauftragt wurde (Fittkau Metallgestaltung GmbH), meldete am 31. Januar auf ihrer HP:

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    Die Arbeiten zur Erstellung der Kuppellaterne schreiten sehr gut voran. Nach Abschluss der Bildhauerarbeiten durch unseren Partner Andreas Artur Hoferick und der Bronzegussarbeiten durch Firma Kunstgießerei Flierl, werden momentan alle Bauteile der Kuppelllaterne zusammengebaut und vervollständigt.

    Die letzten und umfangreichsten Arbeiten, nämlich die Kupfertreibarbeiten, sind in vollem Gange. Die Expertenkommission hat alle Details freigegeben.


    Quelle (dort auch 2 Fotos):

    https://www.fittkau-metallbau.…schritt-der-arbeiten.html

    Quote

    Im EPS ist die Vergoldung der Profile im Bereich der Lambris fertig. Die Profile der Verkleidung der Fenstergewände sind nicht vergoldet, wahrscheinlich ist das aber die Endfassung(?). Malerkrepp ist jedenfalls nicht mehr zu sehen.

    Entsprechend LV ist das NICHT die Endfassung.


    Ein Beispiel dazu. Das folgende Foto zeigt die Westwand des EPS (Zustand vorgestern). Auch hier ist der von effndy beschriebene Arbeitsstand zu sehen: d.h. Paneelzonen vergoldet, Fensterlaibungen NICHT:



    Daraus vergrößerter Ausschnitt für die nördliche Laibungsverkleidung der nördlichen Fensternische:



    Und nun der zugehörige Ausschnitt aus dem LV:


    1 Ölvergoldung EPS
    1. 1 Ausführung

    […]

    1. 1.48 Nördliche Laibungsverkleidung nördliche Fensternische Westwand


    Es werden natürlich alle Bereiche der Fensternischen vergoldet, incl. der Decken.

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    Ein paar Infos und Fotos zum Stand nach der "Putzwoche". Es gibt einige Fortschritte, die "99%" kann ich allerdings nicht erkennen.

    Naja, think positive – letztendlich müssen wir froh sein, dass der Bauherr hier eisern nach der Devise handelt (Formulierung eines früheren sächsischen Finanzministers zum Reko-Projekt Schloss): Qualität geht VOR Termin.

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    Im Turmzimmer sind einige Konsolen hinzugekommen, es fehlen aber auch noch welche.

    Laut SIB-Angabe sind es insgesamt 356 Konsolen. Ich kann jetzt nicht sagen, wie viele aktuell noch fehlen, aber aus einer neuen Bekanntmachung im Ausschreibungsanzeiger lässt sich ableiten, dass die diesbezügliche Vervollständigung wohl noch ein ganzes Weilchen dauern wird. Eine im März 2019 ausgeschriebene Leistung für weitere Holzbildhauerarbeiten/Turmzimmer wurde demnach nicht vergeben – üblicher Textbaustein in solchen Fällen, so hier eben auch (Zitat): Es sind keine Angebote oder Teilnahmeanträge eingegangen oder es wurden alle abgelehnt.


    Es geht (primär!) um folgende Arbeiten:

    Quote

    Die zu vergebende Leistung umfasst die Herstellung von 24 Stück geschnitzter Bildhauer-Kompositkapitelle eines Typs inkl. Kreideschnitt. Die Kapitelle werden auf Pilastern bzw. verkröpften Pilastern angeordnet. Das Kompositkapitell besteht aus floralen Elementen, Voluten und Bändern.

    (Zitat aus dem Ausschreibungstext)

    Ein Modell ist bereits vorhanden, also die Vorlage für den/die Schnitzer:



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Was besagter Auftrag mit den Konsolen zu tun hat, erklärt sich aus einer integrierten Option. Mal salopp ausgedrückt: Derjenige, der den Auftrag für die Herstellung der 24 Kompositkapitelle erhält, erhält dann auch folgenden Anschlussauftrag:

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    Modellentwicklung, Herstellung und Lieferung von insgesamt 67 Stück Konsolen, unterteilt in 12 Konsoltypen, teilweise mit zugehörigem Deckel. Diese werden händisch aus Lindenholz geschnitzt, wobei eine teilmaschinelle Vorfertigung zugelassen ist. Jedoch müssen dann alle Oberflächen händisch nachgeschnitten werden, um dem Erscheinungsbild der originalen Oberflächen aus dem 18. Jahrhundert nahezukommen, Kreidegrundschnitt/Kreidegrundgravur (Die Konsolen werden polimentvergoldet, wobei die Vergoldungsarbeiten nicht Teil der zu vergebenden Leistung sind), Probemontage aller Konsolen.

    Die 24 Kompositkapitelle sind bislang anhand grauer Attrappen dargestellt. Man beachte auf folgendem Foto aber auch mal den Bereich der so genannten Kaminarchitektur (mit dem Schautisch). Dort fehlt noch sehr viel:


    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82636180


    Zum Vergleich hier der Endzustand:




    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Legende für die beiden voran stehenden Rissdarstellungen:

    Rot: Farbanstrich Zinnoberrot

    Blau: Ölvergoldung

    Goldfarben: Polimentvergoldung



    Anderes Thema. Wie hier im Forum bereits berichtet wurde, ist der Einbau der Fenster im Bereich Langer Gang weit fortgeschritten. Der aktuelle Stand (gestriger Samstag) sieht so aus: Auf der Straßenseite sind alle Fenster mit Butzenscheiben drin. Auf der Stallhofseite sind alle die Fenster fertig, wo innen in den zugehörigen Wandnischen KEINE Vitrinen platziert werden (habe ich im Vergleich mit den Rissdarstellungen der Ausschreibung festgestellt). Wie das folgende Foto von eryngium belegt (aufgenommen im Juni 2019), waren die Fensterleibungen der Vitrinenstandorte bereits im Sommer vorigen Jahres schon nicht mehr zugänglich:



    Foto von eryngium


    Falls man die bereits realisierten Einbauten also nicht nochmals entfernt (was ich nicht glaube), dürfte der Einbau an den (auf der Stallhofseite) noch nicht fertigen Fenstern wohl von außen erfolgen. Nur zur Erinnerung, diese sogenannten *Scheinfenster* lassen sich nur nach außen öffnen (dies für Reinigungszwecke).


    Ansonsten wäre noch anzumerken, dass sich die Fenster hinsichtlich der Anordnung der Butzenscheiben unterscheiden (Straßenseite versus Stallhofseite). Grundlage für diese Ausführung sind wohl historische Darstellungen (Kupferstiche von ca. 1680).


    Stallhofseite




    Historische Vergleichsansicht Stallhofseite


    Straßenseite


    Historische Vergleichsansicht Straßenseite



    Und schließlich noch 2 aktuelle Fotosvom Großen Schlosshof:



    Vielen vielen Dank lieber eryngium für den hochinteressanten Beitrag.

    Quote

    Man macht sich keine Vorstellung von der unglaublichen „Fummelei“.

    Da möchte ich doch noch einmal das zugehörige Video verlinken (Film der Madrider Manufaktur). Dort ist in ca. 10 min der gesamte Herstellungsprozess der Dresdner Stücke in Szene gesetzt. Wie ich damals schon schrieb: Nach kurzer Zeit gehe ich beim Anschauen auf die Knie: https://vimeo.com/86006993

    Wie hier im Forum bereits berichtet wurde, ist derzeit das Residenzschloss planmäßig für ca. eine Woche bis zum 6. Februar geschlossen (Generalreinigung). Diese Zeit soll ebenfalls für die Durchführung diverser noch ausstehender Ausstattungsarbeiten in den Paraderäumen genutzt werden. Dazu 2 Meldungen aus den sozialen Netzwerken von dabei beteiligten Künstlern.


    Die Madrider Manufaktur, die die Webteppiche für das 1. Vorzimmer herstellt (Real Fábrica de Tapices / Königliche Teppichmanufaktur) meldete Anfang Januar auf Twitter, mit welcher Arbeit die Mitarbeiter in das neue Jahr 2020 starteten:

    Enhorabuena a las artistas! - Da kann man sich doch nur mit tiefer Verbeugung anschließen! :anbeten:


    Foto des Schneidens


    Besagtes „Schneiden“ ist der letzte Arbeitsschritt bei der Fertigung, heißt also: Die fünfte Säule ist fertig. Nun war hier die Frage, ist damit explizit die fünfte Säule – also das fünfte Vertikalstück, oder das fünfte Einzelstück gemeint (es gibt ja auch horizontale Teile). Mir war die Zahl der im September bereits fertigen und aufgehängten Einzelteile nicht mehr genau erinnerlich, aber das ließ sich anhand eines Fotos klären (Elli Kny aus dem DAF): Klick


    „Die fünfte Säule ist fertig“ – das bedeutet demnach, dass – im Vergleich zum „Einbau“-Stand September 2019 - nunmehr 2 weitere Vertikalstücke hergestellt sind. Ob die im Februar bei der Wiedereröffnung dann schon hängen, kann ich noch nicht sagen, denn der Transport von Madrid nach Dresden ist ja nicht ganz ohne (vielleicht stellt man größere Mengen für den Transport zusammen). Jedenfalls berichtete eine Zeitung (*Welt*) über die Ankunft der ersten Teile unter der etwas reißerischen Überschrift: „Wenn Teppiche unter Polizeischutz geliefert werden“.

    https://www.welt.de/wirtschaft…utz-geliefert-werden.html



    Die zweite Meldung stammt von der Restauratorin Sylvie Helbert („Vergoldung ala Art“), gepostet am 24. Januar auf facebook:

    Quote

    Endspurt im Eckparadesaal. Bald ist auch hier die Vergoldung abgeschlossen und der Saal erstrahlt im goldenen Glanz!

    Quelle: https://www.facebook.com/vergoldungalaart/

    Gemeint ist offenbar die Vergoldung der profilierten Zonen im Bereich der hölzernen Wandverkleidungen. Die facebook-Meldung enthielt auch folgendes aktuelle Foto: Klick


    Zum Vergleich hier der Zustand im September 2019:


    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82636177



    Anhand einer ganz aktuellen Ausschreibung kann ich desweiteren über eine in den nächsten Monaten anstehende Maßnahme informieren:

    Quote

    Die auszuschreibenden Leistungen umfasst die Holzbildhauerarbeiten, Zierelemente der Spiegelumfelder in den beiden Vorzimmern und im Audienzgemach in der Formensprache des 18. Jahrhunderts:
    - 4 Stk. Zier- Eckgesprenge ca. 700mm x 700mm
    - 2 Stk. Zier- Eckgesprenge ca. 300mm x 300mm
    - 4 Stk. lange, bildhauerisch gestaltete Zierornamente ca. 120mm x 700mm
    - 50 m ornamentierte Zierleisten

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen

    Als anvisierter Fertigstellungstermin benennt die Ausschreibung den 11. September 2020.


    Zur Verdeutlichung was hier geplant ist, beispielhaft 2 Fotos für den Kaminbereich des 1 Vorzimmers:



    Von SchiDD - Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82737590



    Auszug aus voran stehendem Foto


    Eckgesprenge, historisches Foto (Kaminbereich 1. VZ)


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Es gibt Neuigkeiten zum Einsturzhaus *Töpferstraße 29* (Zentrum-Garagen). Die gesamte Grundstücksfläche (incl. des großen Hofbereiches und der dort befindlichen „Garagen“-Bebauung – historische Garagen wohlgemerkt) wurde an einen lokalen Investor verkauft. Zum verkauften Areal gehörten aber auch noch die angrenzenden Grundstücke – diese teils unbebaut, teils bebaut. Letzteres (d.h. der bebaute Teil) umfasst das große Grundstück des so genannten *Lausitzer Druckhauses*. Die hier befindliche Firma ging vor wenigen Jahren konkurs. Inder Sächsischen Zeitung wurde fleißig darüber berichtet, aber alle Artikel sind hinter der Bezahlschranke. Ich will die einsehbaren Informationen nachfolgendzusammenfassen.
    Hier der Plan des verkauften Gesamtareals: Klick


    Wie schon berichtet, wurde das Vorderhaus *Töpferstraße vor Monaten fast vollständig abgerissen(erste Aktion des Investors). Jetzt sieht es so aus (Foto aus einem SZ-Artikel vom 27.12.2019, eine ganz aktuelle Aufnahme, entstanden beim zugehörigen Interview mit dem Geschäftsführer der BauCom Bautzen GmbH – dies der Investor): Klick


    Das Foto offenbart, dass man nicht nur das Vorderhaus abgerissen hat, sondern auch einen (wenn auch nicht allzu großen) Teil der Hofbebauung. Man beachte dazu den Abschnitt zwischen dem (mittels blauer Stahlträger) abgestützten Bereich und der Abrisszone unmittelbar links des Efeubewuchses. Die abgerissene Hofbebauung ist auf den beiden nachfolgenden Altfotos zu sehen; im ersten Bild der Bereich„hinter“ dem PKW sowie auf dem zweiten Foto der Bildbereich links.




    So war die Situation unmittelbar nach dem Einsturz:





    Nochmal zu dem oben verlinkten Foto vom 27.12.2019 (das mit dem Investor). In dem zugehörigen Artikel stand, dass man die „Säulen“ (gemeint sind offenbar die Pfeiler) der Toreinfahrt erhalten will. Hier der frei lesbare Anfangsteil des Artikels:

    Quote from Sächsische Zeitung

    Sächsische Zeitung 27.12.2019
    Vorsichtig streicht Roland Zetsch über den Stein des Torbogens. Blaue Farbe ist da zu sehen, die wohl einst kräftig gewesen sein muss – übrig geblieben ist bloß ein Hauch. „Das war wohl eine der ersten Tankstellen in Bautzen“, sagt der Geschäftsführer des Bautzener Bauunternehmens Baucom. „Hier war wohl das Logo der Tankstelle“, erklärt er und deutet auf den Farbschimmer. Er steht vor dem Überrest des Hauses in der Töpferstraße, das Anfang des Jahres plötzlich eingestürzt ist. Dann sagt er: „Diese Säulen, die wollen wir nach Möglichkeit erhalten.“ Auch das geschnitzte Holztor zwischen den Säulen hat einen historischen Wert, aber die Zeit hat deutliche Spuren daran hinterlassen. Ob es zu retten ist? „Das wissen wir noch nicht.“


    Quelle: https://www.saechsische.de/plu…s-weitergeht-5155273.html


    Hier eine Aufnahme besagter Holztür:




    Aus einem früheren SäZ-Artikel war zu erfahren, was auf dem Gelände geplant ist: Wohnungsbau. Mehr ist mir darüber noch nicht bekannt.

    Vielen Dank Elsner83 für die sehr interessante Fotodokumentation. Der Autor hat zwei Lieblingsobjekte benannt, darunter die Rosenstraße 4 (erbaut 1720). Das ist wirklich ein ganz besonderes Sanierungsobjekt. Die folgende Aufnahme entstand 1981, also vor fast 40 Jahren (gute Auflösung, zum Vergrößern nach dem Öffnen nochmal draufklicken, lohnt sich):


    Zustand 1981


    Offenbar war das Haus bereits zu diesem Zeitpunkt unbewohnt, das Muschelornament ist aber noch vollständig. 11 Jahre später:


    Zustand 1992


    Eingangsportal 1992


    Portalbekrönung 1992


    Im Höhenbereich des 1. OG ist eine Inschriftentafel angebracht (vermutlich Sandstein). Es wird darin erinnert, dass hier Napoleon am 23. Mai 1813 übernachtete. Zur Historie: Am 20./21. Mai fand die große Schlacht bei Bautzen statt – Napoleon gegen die Preußen und Russen.


    Inschriftentafel 1992


    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Bautzen

    Kleines update zum Sanierungsobjekt *Burglehn, Nr. 15*


    Ausgangszustand:



    Aktueller Stand (24.12.2019):






    Und noch einige Fotos von einem der Bautzner Zollhäuschen. Dieses hier steht am Eingang der Äußeren Lauenstraße.
    Das Gebäude wurde schon vor einiger Zeit saniert, aber meines Wissens noch nie hier im Forum gezeigt:





    Ansicht etwa 1908

    Eine noch nicht beendete Leistung für den Eckparadesaal war hier im Forum schon mehrfach genannt worden, aber bislang ohne Terminangaben. Anhand einer ganz neuen Ausschreibung kann ich das nunmehr nachholen. Es geht um die beiden zu rekonstruierenden Wandspiegel an der Nord- bzw. Westwand des Raumes. Der erste Part der Rekonstruktion - Modellentwicklung und Holzschnitzarbeiten - wurde im Sommer 2019 beauftragt (scheint aktuell noch nicht abgeschlossen zu sein). Jetzt wurde die Vergoldung der beiden Rahmen ausgeschrieben:



    Zur Verdeutlichung der Hängeorte (jeweils am Wandschaft zwischen den Fenstern):


    Westwand (die Fenster weisen in Richtung Theaterplatz)



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Nordwand (die Fenster weisen in Richtung Hofkirche)


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Kleiner inhaltlicher Abschwenker: Die auf dem letzten Bild ganz rechts erkennbare Tapetentür führt in den kleinen Runderker:


    Foto von Apollo



    Zur Vorstellung des Schnitzwerks:
    (jeweils Teilansicht des Modells)


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Die benannte aktuelle Ausschreibung enthält übrigens eine Option für weitere Vergoldungsleistungen, und zwar für das Spiegelumfeld im Audienzgemach und im 1. Und 2. Vorzimmer. War mir noch gar nicht aufgefallen, dass das noch fehlt. Zur Verdeutlichung (beispielhaft für das 1. VZ) vergleiche man die Visualisierung (die stellt ja den Endzustand dar) mit einem aktuellen Ist-Foto:



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen (Bildausschnitt)


    Von SchiDD -Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82737590



    Und hier also nun die Leistungsbeschreibung der Option:



    Im EG des Nordostflügels gehen die Arbeiten offenbar sehr gut voran. Ganz aktuell sind dort bereits Tischlerleistungen ausgeschrieben, darunter die Herstellung der Tresenanlage für den größten der 3 Gasträume. Dabei handelt es sich um Arbeiten, die logischerweise in der Endphase des Innenausbaus durchgeführt werden. Und damit können wir weiterhin begründet hoffen, dass der Gastronomiebereich (incl. erstem Abschnitt des Großen Schlosshofs) wohl tatsächlich im Sommer (Spätsommer?, Herbst?) 2020 freigegeben wird.


    Leistungszeitraum
    Beginn: 16.03.2020 Ende: 24.04.2020

    Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Dresden und Polizeidirektion Dresden (heute veröffentlicht):


    Klingt alles irgendwie nicht nach heißer Spur, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...

    Vorgestern berichtete die Sächsische Zeitung, dass zur Zeit in einem Dresdner Atelier die Kopie einer (am ursprünglichen Standort bislang fehlenden) Herkulesfigur für das Palais im Großen Garten entsteht. Leider ist der Artikel hinter der Bezahlschranke. Aber man erfährt immerhin, dass der Bildhauer Frank Schauseil das Gipsmodell so gut wie fertig hat und nunmehr mit der Ausführung in Marmorbeginnen wird. Mit etwas „Geschick“ kann man außerdem zwei integrierte Fotosaufrufen:


    Standort in einer Vorkriegsaufnahme


    Frank Schauseil bei der Arbeit am Gipsmodell


    Weitere Informationen habe ich in der fotothek gefunden. Wie das folgende Foto von 1946 belegt, war die Skulptur „nur“ beschädigt. Ob sie geborgen wurde und heute noch vorhanden ist, weiß ich nicht – es ist aber zu vermuten (siehe weiter unten zitierte Pressemitteilung des SIB).


    Zustand 1946


    Zustand 1937


    Die geschilderte Kopie-Erstellung ist Bestandteil der Großen Baumaßnahme „Skulpturenprogramm im Großen Garten“, die der SIB im Auftrag des Freistaates Sachsen durchführt. Für die auf insgesamt 10 Jahre angelegte Maßnahme stellt der Freistaat Sachsen rund 3,7 Mio. Euro zur Verfügung. In einer Pressemitteilung des SIB vom 22.03.2018 hieß es dazu:



    Geplanter Standort:


    VonUser:Kolossos - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5840164

    Der Termin für die Eröffnung der Gewehrgalerie wurde offenbar um ein halbes Jahr verschoben - von Frühjahr 2020 auf Herbst 2020. Die neue Terminstellung findet sich in der *Jahresvorschau 2020* der SKD (ganz aktuell im Netz). Weiterhin heißt es:

    Quote from SKD

    DIE GEWEHRGALERIE IM LANGEN GANG
    Unter dem Namen »Das Königliche Leibgewehr auf der Stallgalerie« entstand 1733 eine außergewöhnliche Galerie am Dresdner Residenzschloss: In dem seit Ende des 16. Jahrhunderts als Ahnengalerie der Wettiner genutzten Langen Gang zwischen Georgenbau und Stallgebäude wurden zusätzlich etwa 1.000 Feuerwaffen für die Jagd und das Sportschießen aufgestellt. Die Idee stammte wohl noch von August dem Starken, wurde jedoch erst von seinem Sohn August III. umgesetzt. Die Waffen wurden streng nach Typus und geografischer Herkunft geordnet und in Schränken in den Bogennischen verwahrt. Im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte kamen noch hunderte Feuerwaffen hinzu, wobei die grundlegende Ordnung stets beibehalten wurde. Nach der Auslagerung im Zweiten Weltkrieg und der Rückkehr aus der Sowjetunion im Jahr 1958 konnte bislang nur ein kleiner Teil der rund 1.800 Feuerwaffen aus der Gewehrgalerie ausgestellt werden. Mit der Wiederherstellung des historischen Raumes und dessen Kassettendecke kehrt im Jahr 2020 eine repräsentative Auswahl von mehr als 500 prachtvollen und technisch herausragenden Feuerwaffen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts in den Langen Gang zurück. Gewehre und Pistolen aus ganz Europa werden nach modernen Ausstellungskriterien in chronologisch-geografischer Folge ausgestellt. Im hinteren Teil des Ganges wird zudem die historische Präsentation der Feuerwaffen aus dem Jahr 1733 evoziert. Sechs zusätzliche Vitrinen präsentieren schließlich besonders herausragende Exponate in thematischen Zusammenhängen.
    Herbst 2020


    Quelle: https://www.skd.museum/fileadm…schau_2020_Webversion.pdf


    Im DAF wurde kürzlich berichtet, dass der Einbau der Butzenscheiben begonnen hat. Vielleicht hat ja jemand Zeit und Lust, Fotos zu machen.

    Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Dresden und Polizeidirektion Dresden (veröffentlicht heute 14:00 Uhr):

    Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden und der Polizeidirektion Dresden von heute:


    Nicht nur dieser Punkt, aber dieser mit ganz vorn, ist erschütternd - die "Qualität" des Überwachungsvideos. Sehr geheimnisvoll formuliert, die PM, klingt für mich aber in Summe wie: Nichts Genaues weiß man nicht.

    Quote from eryngium

    Ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass man wirklich im Januar zu 99% fertig ist. Nun ja. Es geht dabei vermutlich um bauliches und wandfeste Ausstattungen.


    Klitzekleine Präzisierung: Laut der Terminvorschau von effndy (Nutzung der „Putzwoche“) wäre das dann nicht im Januar, sondern so ab 7. Februar zu erwarten.
    Aber eryngium hat natürlich recht, die Paradetextilien für die Wände sowie diverses Möbiliar werden wohl in relevantem Umfang noch längere Zeit für die Vollendung erfordern. Aber ansonsten erwarte ich einen Riesenschritt nach vorn. Gute Chancen sehe ich bei folgenden bisherigen Fehlpositionen:
    - Türflügel (die fehlen fast noch alle)
    - Gravuren auf den Türschlössern
    - Supraportenrahmen im EPS und im 2. VZ
    - Zwei Wandspiegel im EPS (Rahmen, geschnitzt und vergoldet)
    - Schnitzwerk im Turmzimmer


    Der letztgenannte Punkt umfasst nicht nur die noch fehlenden Konsolen (eventuell werden von denen im Februar nicht alle fertig sein), sondern auch die Kompositkapitelle (Lindenholz, geschnitzt, vergoldet – insgesamt 24 Stück, bislang nur „Attrappen“), das Schnitzwerk am mensaartigen Schautisch und das Schnitzwerk im Bereich der über dem Schautisch befindlichen Kaminarchitektur.


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen



    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen




    © Frank Florian Steinauer


    Besonders gespannt bin ich auch auf die so genannten Tapetenleisten im EPS (mit Rokoko-Schnitzwerk, vergoldet). Das ist so eine Art Rahmung für die Samtflächen. Ob man die wohl sukzessive anbringen wird? Denn wahrscheinlich?/möglicherweise? sind Anfang Februar noch nicht alle dafür vorgesehen Flächen mit den „richtigen“ Samtbahnen verkleidet (weil die Herstellung des Samts eben sehr zeitaufwändig ist).



    Nachfolgend noch einige Ausführungen zu den 3 Supraporten des PSZ. Hier waren alle historischen Rahmen erhalten (Rokoko). Im Rahmen der bereits abgeschlossenen Restaurierung wurden die an allen 3 Exemplaren fehlenden Bekrönungsornamente rekonstruiert.



    Raub der Proserpina


    Maler unbekannt
    Ort, Datierung: unbekannt, 18. Jahrhundert (?)
    Material und Technik: Öl auf Leinwand
    Abmessungen: 104,5 x 152 cm


    Großansicht des Gemäldes


    Quote from wikipedia

    Pluto bat Jupiter um die Hand der Proserpina, doch der meinte, dass ihre Mutter Ceres es niemals gestatten würde, dass ihre Tochter im düsteren Tartaros leben müsste, stellte es ihm aber frei, sie zu entführen, was Pluto dann auch tat. Auf einer Wiese an den Hängen des Ätna, wo Proserpina Blumen pflückte, erschien Pluto mit seinem von vier Rappen gezogenen Wagen und schleppte die sich sträubende Proserpina hinab in die Unterwelt. Die untröstliche Mutter erzwang schließlich Jupiters Einverständnis, dass Proserpina nur die Hälfte des Jahres in der Unterwelt verbringen müsse.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Proserpina


    Diana, Aktäonin einen Hirsch verwandelnd


    Maler unbekannt
    Datierung: 18.Jahrhundert (?)
    Material und Technik: Öl auf Leinwand
    Abmessungen: 105 x 153 cm


    Großansicht des Gemäldes


    Quote from wikipedia

    Nach Diodor war sein Vater der Aristaios, ein Sohn des Apollo und der thessalischen Nymphe Kyrene, nach Pausanias war seine Mutter Autonoë, eine Tochter des Kadmos des Gründers und Königs von Theben und der Harmonia, der Tochter des Ares. Er wurde von dem Kentaur Cheiron erzogen, der ihn besonders in der Kunst der Jagd unterrichtete. Die bekannteste Version der Aktaion-Sage stammt von Ovid: Er erzählt, wie Aktaion auf der Jagd die Göttin Diana beim Bad überrascht, woraufhin sie ihn in einen Hirsch verwandelt und er von seinen eigenen Hunden zerfleischt wird.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Aktaion


    Die Auffindung von Romulus und Remus


    Maler unbekannt
    Datierung: Anfang 18. Jahrhundert
    Material und Technik: Öl auf Leinwand
    Abmessungen: 105,1 cm x 154,0 cm


    Großansicht des Gemäldes


    Foto von eryngium


    Quote from brandenburg-museum

    Laut einer Sage war die Vestalin Rhea Silvia, die Tochter des Königs Numitor von Alba Longa, im Schlaf von Mars heimgesucht worden und gebar die Zwillinge Romulus und Remus. Da ihr Onkel Amulius Nachkommen fürchtete, ließ er die Kinder auf dem Fluß Tiber aussetzen. Sie überlebten, weil eine Wölfin sie säugte. Ein Hirte fand die Kinder und übergab sie Acca Larentia, die sie aufzog. Später gründete Romulus an dieser Stelle am Tiber die Stadt Rom.
    Quelle: https://brandenburg.museum-dig…ex.php?t=objekt&oges=7328
    Anm.: Die hier zitierte Bildbeschreibung gilt zwar für ein anderes Gemälde, es handelt sich aber um das gleiche Motiv

    Quote from eryngium

    Die Rest-Arbeiten im Audienzgemach (Architekturmalerei der Lambries, Fenster-Gewände und v.a. Türblätter) liefen zumindest bis vor dem Raub auf Hochtouren.
    […]
    Vor dem Kunstraub im Grünen Gewölbe waren an diesen Arbeiten 5 Restauratoren bzw. Maler beschäftigt. Mir wurde damals gesagt, dass man im Januar mit dem Audienzgemach fertig sei.

    Quote from effndy

    Herr Nickol vom SIB sagte heute, dass es bei den Restarbeiten an den Paraderäumen keine Verzögerungen wegen des Grünen Gewölbes geben wird. Die reguläre "Putzwoche" im Januar (27.01. - 06.02.2020) soll genutzt werden, um Arbeiten ohne Unterbrechung durch Besucher am Stück erledigen zu können und dann sollen "99%" erreicht werden, die noch fehlenden Textilien (z.B. aus Madrid) natürlich ausgenommen. Das deckt sich dann auch mit der Aussage, die eryngium weiter oben erwähnt hat.


    Nur noch mal zur Bekräftigung: Diese 99% (als anvisierten Fertigstellungsstand für Februar 2020) beziehen sich nicht auf das AG (dieser Raum soll ja dann laut eryngium-Info vollständig fertig sein), sondern auf die Paraderäume insgesamt. Die Zahlenangabe ist dabei sicher nicht wörtlich („mathematisch“) gemeint, sondern in dem Sinne, dass zum genannten Zeitpunkt fast alles fertig sein wird. Das wäre doch super. Vielen Dank an Euch beide (effndy und eryngium) für die hochinteressanten Beiträge.


    Ich möchte anfügen, dass auch die Termin-Informationen, die beim Supraportenvortrag gegeben wurden, haargenau passen. Die beiden Damen hatten ja berichtet (wie im Forum schon gemeldet), dass die beiden Rahmen für die 3 Supraporten im EPS „Anfang nächsten Jahres“ geliefert werden. Die diesbezüglichen Aussagen umfassten aber noch mehr, und zwar Folgendes:


    Die beiden Rahmen für die Supraporten im 2. Vorzimmer sind höchstwahrscheinlich gleichfalls Anfang des Jahres fertig. Wann die Rahmen für die Retiraden kommen, steht noch nicht fest.


    An den genauen Wortlaut der letzten Aussage (den betreffs der Retiraden) kann ich mich nicht mehr erinnern, es war aber eindeutig gemeint, dass das irgendwann später der Fall sein wird. Damit hätten wir schon mal eine Position, die zu den „1%“ gehört. Eine zweite Fehlstelle betrifft die Kronleuchter im Turmzimmer. Zu der hierzu gestarteten Ausschreibung gibt es eine aktuelle Bekanntmachung des SIB:

    Quote from SIB

    Der Auftrag/Das Los wird nicht vergeben
    Es sind keine Angebote oder Teilnahmeanträge eingegangen oder es wurden alle abgelehnt.


    In besagter Erstausschreibung war kein Fertigstellungstermin angegeben, sondern eine Vertragslaufzeit (Dauer 79 Tage). Also selbst wenn man den Auftrag jetzt sehr schnell vergibt (möglicherweise freihändig), würde die Zeit bis zur Lieferung Anfang Februar 2020 natürlich nicht ausreichen.
    Zur Erinnerung: Bislang hängen im Turmzimmer interimsweise 4 Kronleuchter. Dabei handelt essich um Exemplare, die zur DDR-Zeit mal für den Zwinger geschaffen worden sind. Geplant sind 5 Kronleuchter als „nachempfundene Rekonstruktion“. Hier eine zeichnerische Darstellung:


    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Die Interimsversion:



    © Frank Florian Steinauer



    Nachfolgend möchte ich weiter über das Thema Supraporten berichten. Da fehlt noch eine Information betreffs des EPS, und zwar die Vorkriegsausstattung betreffend. Bis zur Auslagerung (um 1942/43) hingen dort die 3 Supraporten, die man jetzt in der 2. Retirade bewundern kann (jeweils Öl auf Leinwand). Es handelt sich um Werke im „venezianischen“ Stil (Spätrenaissance), und zwar (Zitat) in der Art eines Veronese. Die Maler sind unbekannt, aber es wurde betont, dass die künstlerische Qualität als sehr gut einzustufen ist. Dargestellt sind amouröse Szenen, die Bildtitel lauten:


    "Liebespaar mit Amor"


    "Venus mit zwei Amoretten"


    "Venus Amoretten mit Fackeln"


    Von einem Bild kann ich eine Aufnahme liefern, es ist offenbar das „Liebespaar mit Amor“:


    Von SchiDD -Staatliche Kunstsammlungen Dresden, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82737592


    Auszug aus voran stehendem Foto (d.h. gleiche Quelle):



    Nun eine historische Aufnahme, die das betreffende Gemälde im EPS zeigt:


    Quelle: abfotografiert von einer Informationstafel im Residenzschloss


    Anhand der Stuckatierung ist eindeutig zu erkennen, dass die Aufnahme VOR den „“Aufrüstungsarbeiten“ entstand, die im Rahmen des großen Schlossumbaus Ende des 19. Jhd. erfolgten (Stichwort: Aufstuckatierung).



    Kommen wir nun zu den Supraporten im 1. Vorzimmer.


    1. Vorzimmer Nordwand, Tür zum Eckparadesaal
    Bildtitel: „Antike Ruinenlandschaft mit Thamar und Juda“, Künstler unbekannt, , Öl auf Leinwand, 100,0 cm x 181,6 cm


    Foto von eryngium


    Vergrößerte Ansicht der Malfläche


    Beschreibungder Darstellung
    Kurzfassung
    Langfassung



    1. Vorzimmer Südwand, Tür zum 2. Vorzimmer
    Bildtitel: "Landschaft mit Schäferszene", Künstler unbekannt., Öl auf Leinwand, 99,7 cm x 181,4 cm


    Foto von eryngium


    Der Rahmen der Supraporte an der Nordwand war erhalten und wurde restauriert, bei dem Rahmen an der Südwand (Bild mit der Schäferszene) handelt es sich um eine Rekonstruktion. Wer sich die zugehörigen Fotos von eryngium aufmerksam anschaut, kann dies auch erkennen.

    Quote from Seinsheim

    Erhalten die Supraporten des Eckparadesaals eigentlich auch noch Goldrahmen?

    Na da hat mir Seinsheim doch gleich das richtige Stichwort für die Fortsetzung meines Supraportenberichts geliefert. Vorab, im Vorgriff auf detailliertere Informationen, schon mal die Antwort: Alle Supraporten in den Paradezimmern erhalten vergoldete Rahmen (es fehlen ja noch etliche).


    Noch ein paar Vorbemerkungen. Die Führung sollte eine Stunde dauern, es wurde aber wesentlich länger (soll heißen: großes Engagement der beiden vortragenden Damen). Nun stürzten da aber eine Riesenmenge an Informationen auf mich ein. Jetzt, wo ich langsam Struktur in meine Notizen bringe, und gedankliche Querverbindungen zu anderen Informationsquellen entstehen, fällt mir doch noch die eine oder andere Frage ein, die ich gern noch stellen würde.


    Soviel ist gesichert bekannt. Ursprünglich hingen im EPS und in den beiden Vorzimmern Gemälde mit „Blumenstücken“ über den Türen, einigermaßen erkennbar auf den Kupferstichen von 1719. Die beiden Retiraden wiederum waren keine Repräsentationsräume, sie fungierten als Rückzugsorte. Beide Räume sind nicht mit dem Kupferstichzyklus von 1719 erfasst. Man weiß nicht, ob zu diesem Zeitpunkt überhaupt Supraporten in den beiden Retiraden aufgehängt waren. Wohl aufgrund veränderten Zeitgeschmacks (oder vielleicht nur deshalb, weil die Erstbilder irgendwann nicht mehr ansehnlich waren) kam es in den nachfolgenden Jahrzehnten (Jahrhunderten) immer mal wieder zu Umdekorierungen. Eines wurde aber betont, dass nämlich alle Supraporten, die aktuell in den Paraderäumen hängen, schon mal dort existent waren. Soll heißen, man hat diese Gemälde gezielt ausgewählt.


    Nun Details zum Eckparadesaal. Hier gibt es 3 Supraporten, eine an der Ostwand (über der Tür zum Propositionssaal), zwei an der Südwand (Wand mit den Ofennischen) – über der Tür in die 2. Retirade bzw. über der Tür in das 1. Vorzimmer.


    Supraporte über der Tür zum Propositionssaal


    Bildtitel: "Blumenstillleben mit Kartenspiel", Öl auf Leinwand, 108,8 cm x 179,0 cm


    Maler: Peter van Kessel, flämischer Stilllebenmaler, um 1635 -1668; Ausbildung in Antwerpen, arbeitete hauptsächlich im Ausland, vor allem in Nordeuropa (dänischer Königshof)


    Eryngium hat mir kürzlich einige schöne Fotos von den Supraporten zugeschickt, die ich im Forum verwenden darf. Hier also das Blumenstillleben mit Kartenspiel:



    Foto von eryngium


    Die nachfolgend zitierte Bildbeschreibung stammt aus einem Fachartikel von Konstanze Krüger, publiziert 2009 in einer Festschrift für Prof. Harald Marx (von 1991 bis 2009 Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, anlässlich seiner Verabschiedung in denRuhestand).

    Quote from Konstanze Krüger

    Eine Bronzevase mit zahlreichen in voller Blüte stehenden Blumen auf einem steinernen Tischbildet das Zentrum dieses großformatigen Gemäldes. Der kunstvoll in Faltengelegte Perserteppich nimmt die gesamte rechte vordere Bildhälfte, vorn links sind eine Taschenuhr mit einem Schlüssel an weißem Band, ein Kartenspiel, mehrere Münzen sowie ein Paar Lederhandschuhe arrangiert.

    Den Spielkarten und den umgebend arrangierten Gegenständen liegt eine tiefe Symbolik zu Grunde, die Konstanze Krüger in ihrem Artikel detailliert beschreibt. So korrespondiert das Kartenspiel in seiner hellen Farbgebung mit der großen weißen Lilie, dem „Zeichen nicht nur für die Reinheit und Schönheit, sondern auch des Herrschers“. Die oberste Karte des Stapels zeigt den Kreuzbuben, die höchste Spielkarte des im17. Jhd. an den europäischen Höfen weit verbreiteten Französischen Blattes. Zwei der Münzen neben dem Kartenspiel lassen sich eindeutig identifizieren: ein sächsischer Reichstaler mit dem Bildnis Kurfürst Johann Georgs II. und ein goldener Doppeldukat (geprägt zwischen 1620 und ca. 1654) mit dem Bildnis von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen. Die folgende Aufnahme zeigt solch einen sächsischen Doppeldukat in Echtausführung (Exponat der Dresdner Münzsammlung).



    Quelle: abfotografiert aus dem o.g. Fachartikel


    Die braunen Lederhandschuhe stehen als Insignien weltlicher Macht.
    Das Bild von Peter van Kessel entstand 1663. Bislang ist unklar, wie und wann es nach Dresden kam. Zur Entstehungszeit arbeitete der Künstler für den dänischen Königshof, der damals enge verwandtschaftliche und politische Verbindungen nach Sachsen pflegte. Aufgrund des Bezugs des Bildes zu Johann Georg II. (Münzen und andere Symbolik) könnte das Bild als Geschenk des dänischen Königs an den sächsischen Kurfürsten entstanden sein. Möglich ist aber auch ein Auftragswerk von einer anderen hochstehenden Persönlichkeit.
    NachInformation der beiden Restauratorinnen befand sich das Bild (ebenso wie die beiden anderen Supraporten des EPS) vor dem Krieg in der 2. Retirade (das bitte merken für einen Passus ganz am Schluss meines Beitrags). Dieser Raum hat ja gleichfalls 3 Türen mit Supraporten.



    EPS - Supraporte über der Tür in das 1. Vorzimmer


    Bildtitel: „Blumenstillleben mit Papagei, Meerschweinchen und Affe", Öl auf Leinwand, 114,8 cm x 183,6 cm


    Maler: Jean-Baptiste Monnoyer (1636 - 1699), französisch-flämischer Maler, der sich auf Blumenstücke spezialisierte hatte
    Foto von eryngium


    Wer auf dem Bild einen Affen sucht, wird nicht fündig werden. Der Affe zeigte sich bei den Untersuchungen im Röntgenbild. Obwohl malerisch fertig (also nicht nur skizziert oder angedeutet), wurde das Tier dann wieder übermalt.



    EPS – Supraporte über der Tür in die 2. Retirade


    Bildtitel: Blumenstillleben mit Orangenbaum", Öl auf Leinwand, 113,5 cm x 181,8 cm


    Maler: Jean-Baptiste Monnoyer (1636 - 1699), französisch-flämischer Maler, der sich auf Blumenstücke spezialisierte hatte


    Foto von eryngium



    Die Rahmen der Supraporten im EPS


    Aus einer Ausschreibung war mir bereits vor der Führung bekannt, dass von den 3 Gemälden nur noch ein historischer Rahmen (geschnitzt, vergoldet) existiert. Für diesen wurde eine Restaurierung, für die beiden anderen eine Rekonstruktion ausgeschrieben (übrigens schon im Herbst 2017, als Fertigstellungstermin war im Ausschreibungstext der 18.12.2018 genannt – 2018 ist kein Tippfehler).



    Zitat aus dem Ausschreibungstext:

    Quote from SIB

    Das Ziel ist die Restaurierung eines vergoldeten Supraportenrahmens (vermutlich 19.Jh.,Größe ca. 130 x 195 cm) nach einem vorgegebenen Restaurierungskonzept und die Rekonstruktion von zwei Rahmen nach dem vorhandenen Original und historischen Aufnahmen.

    Hierzu teilten die Restauratorinnen mit, dass es sich bei dem Rahmen, der aufgrund von Herstellungsmerkmalen in das 19. Jhd. datiert wurde, höchstwahrscheinlich um eine Kopie des ursprünglichen Stücks aus dem 18. Jhd. handelt. Die Rekonstruktion wird zur Zeit in einer Holzschnitzerei in Bayern realisiert (Name wurde leider nicht genannt, ich nenne gern die Firmennamen – das Land soll seine Meister kennen). Die Fertigstellung ist nach derzeitigem Stand Anfang 2020 zu erwarten. Bei dem historischen Rahmen fehlte das Krönungselement, das kommt aber wieder.
    Wichtig ist noch die Information, dass die Formate der 3 Bilder verändert wurden (zunächst waren sie quadratisch, dann rechteckig, die noch später entstandene geschwungene Form war wohl dem Zeitgeschmack geschuldet (Rokoko).



    Und noch ein Bildfund aus der fotothek. Gezeigt wird der Raum der heutigen 2. Retirade. Beachtet bitte mal im eryngium-Foto die Figur ganz links. Die folgende Aufnahme zeigt die 2. Retirade im Zustand 1933 während der Ausstellung „August der Starke und seine Zeit“. Man sieht dort ein Stückchen der heute im EPS aufgehängten Supraporte (*Blumenstillleben mit Orangenbaum*) und man erhält auch eine Vorstellung darüber, wie die Rahmen aussehen werden. Das Foto sollte aber maximal vergößert werden (mittels Plus-Icon).
    http://www.deutschefotothek.de…1/df_hauptkatalog_0063440

    Heute war der Termin für das Aufsetzen des rekonstruierten Türmchens auf Schloss Lauterbach. Das Türmchen war bereits 1931 wegen Baufälligkeit abgetragen worden. Nun ist es wieder da:


    Foto von unten


    Foto von oben


    Die Sächsische Zeitung war vor Ort und hat auf youtube ein kurzes Video von der Montage eingestellt (knapp 2 min):
    https://www.youtube.com/watch?v=ROJ9rDHP7zU


    Glückwunsch an den Verein und Danke an alle Spender und Mitwirkenden.

    Wie angekündigt ein erster Bericht über die Sonderführung *Restaurierung der Supraportengemälde in den Paraderäumen* (am 24.11.). Bei dem sehr informativen Vortrag agierten 2 Dresdner Diplomrestauratorinnen: Marina Langner und Ulrike Schauerte. Ihr Part am Projekt bestand in der fachlichen Begleitung und Koordinierung der Restaurierungsarbeiten an den 19 Gemälden und den zugehörigen Rahmen. Von letzteren sind insgesamt 10 original erhalten, davon alle 5 des Audienzgemachs (obwohl ja eines der 5 Gemälde des AG verschollen ist, die Rahmen sind aber eben alle da).


    Im Audienzgemach gehörten alle jetzt aufgehängten Supraporten zur ursprünglichen Ausstattung von 1719. Dies gilt übrigens NICHT für alle Supraporten der Paraderäume. Eine der 4 erhaltenen Supraporten des AG (soll heißen nur eine) wies gewisse Beschädigungen auf (zurückzuführen auf die kriegs- bzw. nachkriegsbedingten Ereignisse), darunter eine größere Fehlstelle (etwa mehrere Quadratdezimeter). Das Bild war vor längerer Zeit schon mal restauratorisch behandelt worden, aber dabei hatte man die Fehlstelle noch nicht ergänzt. Neben dem Beschädigungsgrad gab es weitere Besonderheiten, was dieses Gemälde betrifft – und die erwiesen sich letztlich als Glücksfall für die aktuelle Restaurierung. Während die anderen 4 Supraporten des AG von Silvestre geschaffen wurden, stammt besagtes fünfte Bild von Antoine Coypel (französischer Hofmaler, 1661 – 1722). Dieser Maler fertigte eine ziemlich identische Zweitausgabe des Bildes, die heute im Schloss Sanssouci hängt. In Potsdam ist noch die ursprüngliche Version erhalten, wie sie Coupel geschaffen hat: im Hochformat. Das Dresdner Bild wurde nachträglich auf Supraporten-Format verändert und dabei auch in dem „nicht weggeschnittenen“ Teil etwas verändert (wegen der Bildkomposition, die für das neue Format angepasst werden musste). Man vermutet, dass dies von Silvestre vorgenommen worden ist. Aufgrund des vorhandenen „Zweitbildes“ war es nun mit recht guter Grundlage möglich, die große Fehlstelle im Dresdner Pendant zu rekonstruieren.


    Ort des Gemäldes: links neben dem Kamin
    Titel: Rinaldo und Armida
    Der folgende Link öffnet eine Ansicht des Potsdamer Bildes, darunter findet man eine kurze Beschreibung des Motivs:
    Klick


    Nun zu dem Bild, das als verschollen gilt: Leda mit dem Schwan. Es hängt über der Tür, die in das kleine Bilderkabinett führt. So hatte man das mal in der Probeachse präsentiert (Aufnahme von 2011):



    Wie kürzlich schon erwähnt, wurde die Rekonstruktion des Gemäldes von Christoph Wetzel geschaffen, gut bekannt als einer der beiden Schöpfer der Deckengemälde in der Dresdner Frauenkirche. Bemerkenswert finde ich hierbei die Information, dass Herr Wetzel KEINE farblichen Aufnahmen zur Verfügung hatte, es existieren nur sw-Fotos des Bildes. Er musste sich also in den Farbgebungsstil des Künstlers hineindenken, d.h. Analogien in anderen Silvestre-Gemälden suchen. Wow.


    Für die anderen3 Gemälde des AG habe ich schöne Aufnahmen gefunden.
    Das Bild rechts neben dem Kamin zeigt ebenfalls eine Darstellung des Rinaldo/Armida-Motivs (aber wie gesagt von Silvestre): Klick


    Bild links neben dem Audienzsessel:
    Vertumnus und Pomona
    Ansicht
    Zum dargestellten Motiv


    Bild über der Tür ins 2. Vorzimmer
    Venus und Adonis
    Ansicht
    Zum dargestellten Motiv


    Wie schon erwähnt, handelt es sich bei den zugehörigen 5 Gemälderahmen um die Originale. Allesamt zunächst gut erhalten, wurde ein Rahmen leider beim großen Elbehochwasser stark beschädigt. Die Restaurierung war sehr aufwändig und kompliziert. Die damit beauftragte Restauratorin (Sylvie Helbig) hat auf ihrer facebook-Seite einige interessante Fotos eingestellt:
    Ausgangszustand
    Ausgangszustand
    Während der Restaurierung
    Während der Restaurierung


    Fortsetzung geplant...