Posts by BautzenFan

    Zunächst zur ersten Frage von eryngium.

    Man kann ja sicher davon ausgehen, dass in der erst kürzlich erschienen Schloss-Triologie der aktuelle Forschungsstand dargelegt worden ist. In Band III findet sich folgende Aussage zur Herkunft des Schaftspiegels aus dem 2. Vorzimmer:


    Quote from eryngium

    Wer hat die Reko der Metallteile gemacht? Waren Originalteile vorhanden?

    Ich persönlich kann hierzu nur die veröffentlichten Ausschreibungsdokumente heranziehen. Daraus ist allerdings keine vollständige Antwort abzuleiten (zum Teil freihändige Vergaben, bzw. Abruf von Auftragsoptionen – in beiden Fällen gibt es leider keine detaillierten Beschreibungen).


    Nachfolgend Auszüge aus 3 Auftragsvergaben, die immerhin verraten: Es war teilweise eine Reko.

    Quote

    Die beauftragte Leistung umfasst die kunstbildhauerische Modellentwicklung von Medaillons und Eckschilder, Puttengruppen für die Spiegel im 1. und 2. Vorzimmer der Paradegemächer im Westflügel 2. OG des Dresdner Schlosses in der Fassung des Barocks. Die Modelle werden als Gussvorlagen für die Bronzegussarbeiten der Zierelemente benötigt.


    Wert ohne MwSt.: 29 016.00 EUR (ohne MwSt.)


    Zuschlag: Angelika Ullmann Dipl.-Bildhauerin, Dresden


    Quote

    Die beauftragte Leistung umfasst die kunstbildhauerische Modellentwicklung von Kunstbildhauerische Modellentwicklung figürlicher Schmuck der Spiegelumrahmungen der Vorzimmer der Paradegemächer im Westflügel 2.OG des Dresdner Schlosses in der Fassung des Barocks. Die Modelle werden als Gussvorlagen für die Bronzegussarbeiten der Zierelemente benötigt.


    Wert ohne MwSt.: 50 340.00 EUR


    Zuschlag: Eva Backofen, Dresden


    Im Begründungspassus (WARUM freihändige Vergabe) heißt es in beiden Vergabedokumenten:

    Quote

    Die beauftragten äußerst anspruchsvollen Bildhauerdienstleistungen sind nicht bis ins Detail beschreibbar. Entscheidend ist, dass die künstlerische Leistung in den ästhetischen Kontext des Ensembles der Paraderäume passt. Es wird freie Schöpferische Gestaltung verlangt im Rahmen der vorliegenden unscharfen Fotos von vor der Zerstörung und trotzdem die stilistischen barocken Anforderungen erfüllt.


    Und schließlich Vergabedokument Nr. 3:

    Quote

    Die vergebene Leistungen umfasst die Bronzegussrekonstruktion und -restaurierung der Spiegelergänzungen im 2. Vorzimmer (Schaftspiegel V) in der Formensprache des 18. Jahrhunderts, das heißt die Reinigung und Konservierung des Bestandes, die Fertigung (Guss) von Neuteilen, den Nachguss vorhandener Vorlageleisten und Vorlageelementen, das Herstellen einfacher Leisten aus Vierkantmaterial, die Vergoldung der Neuteile sowie entsprechende Transporte, Montagen und Dokumentationen.


    Wert ohne MwSt.: 124.514,57 EUR


    Zuschlag: AKH Paul Lorenz / Inhaber: Mario Lorenz

    Mattielli

    Mit HAHa hattest Du schon beim Ursprungsbeitrag reagiert (den ich voran stehend verlinkt habe). Darf ich mal erfahren, was Du hierbei so lustig findest? Ich kann diese Smileys nicht wirklich deuten.

    Zu den Fragen von Elias J.:

    RE: Das Dresdner Schloss

    Die Informationen betreffs des Diebstahls stammen aus einem Artikel der FAZ aus dem Jahr 2019.

    Quote from FAZ

    Nach 1945 schmuggelte eine Deutsche zahlreiche Gemälde nach Amerika und verkaufte sie im großen Stil. Was soll aus ihnen werden?

    Richtig beantwortet wurde die Frage nicht, es gab nur die Aussage, dass die Bundesregierung bei solchen Themen sehr inaktiv bleibt.

    Ich tippe wie eryngium auf eine zeitweilige Entnahme für Restaurierungszwecke. Analog ist man ja zum Beispiel mit den Toilette-Koffern im PSZ verfahren (Präsens zur Eröffnung der Paraderäume – Entnahme – Wiederaufstellung nach Restaurierung).

    Bzgl. des Gemäldes „Empfang des sächsischen Kurprinzen Friedrich August, des späteren Königs August III. von Polen, bei König Ludwig XIV. von Frankreich in Fontainebleau, am 27. September 1714“ wäre dabei Folgendes zu bedenken (was eine aktuelle Restaurierung durchaus vermuten lässt):

    Die genannte Literaturquelle enthält auch ein Foto besagten Gemäldes im Zustand vor der Restaurierung. Krass! Das 130,4 x 162,5 cm große Bild bestand demnach aus mindestens 6 Fragmenten (das Foto ist relativ klein, vielleicht sind es noch mehr). Die Fehlstellen schätze ich auf ca. 20 Prozent.

    Wenn man sich das vor Augen führt, wäre es naheliegend, dass man nunmehr – nach immerhin fast 40 Jahren, eine nochmalige Restaurierung durchführt. Nicht, weil der damalige Restaurator unzulänglich gearbeitet hätte, sondern weil es heute neue Restaurierungstechniken gibt.

    Hier der Entscheidungsstand Anfang 2009, dargelegt in einer Pressemitteilung des Sächsischen Finanzministeriums vom 25. Februar 2009 (kurz danach erfolgte die Rückstellung des Projektes aus finanziellen Gründen).

    Quote from SMF

    Drei Repräsentationsräume Augusts des Starken: Großer Ballsaal, Propositionssaal und Turmzimmer (Porzellanzimmer) kehren in das Dresdner Schloss zurück. Eine Kommission von Fachleuten aus Finanzministerium, Staatlichen Kunstsammlungen, Landesamt für Denkmalpflege und SIB hat aus mehreren Gestaltungsvorschlägen den des Architekturbüros Atelier Brückner GmbH aus Stuttgart ausgewählt.


    Für den Großen Ballsaal und den Propositionssaal ist eine Verbindung von Rekonstruktion (nach der Fassung des 19. Jahrhunderts) und moderner Ausstellungsgestaltung vorgesehen. Dabei sind sowohl die Belange der Denkmalpflege, wie auch die musealen Belange (Licht, Sicherheit, Konservierung) zu berücksichtigen. Das Turmzimmer soll nach dem historischem Vorbild von 1719 rekonstruiert werden. Die Präsentation der Rüstkammer zeigt zukünftig in dieser Raumfolge Exponate zu den Themen Jagd und höfische Feste sowie Maskeraden des 16.-18. Jahrhunderts.


    Zum Baubeginn und zu den Kosten können derzeit noch keine Angaben gemacht werden, da die Planungen erst beginnen. Eine Fertigstellung der Räume ist für 2013 vorgesehen.

    Die PM enthielt auch eine Visualisierung des Propositionssaales:

    Klick

    In Kürze dürfte wohl eine der aktuell spannendsten Fragen zum Dresdner Residenzschloss offiziell beantwortet werden: Was wird mit den beiden großen Sälen im Nordflügel?

    Am Freitag ist die Amtseinführung von Dr. Winzeler als Nachfolger von Dirk Syndram. Vielleicht offenbart sich der neue Direktor schon bei diesem Anlass.

    Quote

    Nun unterstehen ihm auch die rund 8000 Waffen, Gemälde, Kostüme der Dresdner Rüstkammer, hat er Großes im Residenzschloss vor: „Als Nächstes eröffnen die Kunstsammlungen den Großen Ballsaal und den Propositionssaal.“

    Quelle: https://www.bild.de/regional/d…uwelen-77826244.bild.html

    Prontosoccorso1

    Die Sachsen verwenden also seit Generationen für die Kennzeichnung von Kunstwerken „rassistische Begriffe“.

    Machen wir die Sache doch mal an einem konkreten Beispiel fest, dem *Mohr mit der Smaragdstufe*.

    Ihre Argumentation fußt auf der These (man könnte auch sagen auf der Behauptung), dass die historische Namensgebung dieses Kunstwerks (als die Benennung erfolgte) Rassismus offenbart. Aber müsste das dann nicht auch oder besser gesagt gerade durch das Kunstwerk selbst zum Ausdruck kommen?

    Also ich sehe hier einen sehr selbstbewusst dargestellten Schwarzafrikaner, der bei mir vor allem ein Gefühl auslöst: Sympathie. Rassismus sieht anders aus.

    Quote


    Oje...X/

    Keine Argumente mehr?

    Ich möchte Euch auf eine aktuelle Petition aufmerksam machen:


    FOLGT IDENTITÄTSRAUB AUF KUNSTRAUB? WIR FORDERN DIE RÜCKBENENNUNG DER 143 DRESDNER KUNSTOBJEKTE.


    Bitte unterschreiben und das Anliegen verbreiten!


    Begründung (Formulierung des Petitionserstellers):

    Link zur Petition

    Ich möchte über eine neue Ausschreibung für das Turmzimmer informieren:

    Quote from SIB

    Die Leistung umfasst die Herstellung (Schnitzen), den Kreideschnitt und die Montage von 4 Eckspiegelbekrönungen aus Lindenholz, die i.W. jeweils aus einem Maskaron mit Blattkrone, Blattwedeln, Gitterwerk und Blüten bestehen.


    Fertigstellung: 14.04.2922


    Es geht um die 4 Spiegel in den Raumecken. Diese haben – im Gegensatz zu den anderen Wandspiegeln – oben einen bogenförmigen Rand.


    Foto von Seebastian (gepostet am 14. Juni 2021)


    Foto von Seebastian (gepostet am 14. Juni 2021)



    Die Vorlagen (Modelle) für die Schnitzer wurden von Bildhauern anhand historischer Fotos erstellt. Hier beispielhaft eines der Modelle:

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Historische Aufnahme (um 1930): Klick



    Die kürzlich hier vorgestellte Ausschreibung - ebenfalls für Schnitzarbeiten für das Turmzimmer - wurde erfolgreich beendet, es erfolgte also eine Vergabe. Es ging um folgende Leistungen:

    4 Stk. Voluten incl. Deckel

    1 Stk. Maskaronkonsole

    2 Stk. Gitterwerke mit Blüten
    2 Stk. Kapitellornamentik

    Blenden für die Mensa

    2 Stk. Voluten als Podestabschlüsse

    40 weitere Konsolen

    Auftragsbeschreibung mit Abbildungen:

    RE: Das Dresdner Schloss


    Vereinbarter Preis (ohne MwSt.): 89.244,00 EUR


    Der Zuschlag ging an eine Werkstatt in Bad Tölz, die bereits analoge Schnitz-Aufträge für SIB realisiert haben (derartige Anschlussbeauftragungen sprechen natürlich für fachliche Qualität).



    Und noch ein kleiner Video-Tipp (knapp 6 min). Zum Tag des offenen Denkmals 2021 haben die SKD ein kleines Video über den Kleinen Ballsaal veröffentlicht. Ansehenswert, wobei insbesondere die Einsichten in den Emporenbereich für die meisten neu sein dürften. Mir hat es gefallen.

    https://www.youtube.com/watch?v=nKyBK29xWFY

    Im nachstehend verlinkten Artikel aus der Sächsischen Zeitung wird zwar nicht darüber informiert, was nun mit den Originalen passiert, aber es gibt folgende Aussage:

    Quote

    Das Problem: Zwar wurde auf die Vasen eine spezielle Lösung aufgetragen, um die Substanz des eigentlich sehr harten Marmors zu festigen. Doch im Freien können die maroden Skulpturen nicht mehr aufgestellt werden. Deshalb fiel 2016 die Entscheidung, die Prunkvasen zu kopieren.


    Man kann wohl davon ausgehen, dass die beiden originalen Marmorvasen ihren Platz im EG des Palais finden werden, wie bereits etliche andere barocke Skulpturen, die ebenfalls nicht mehr der Witterung ausgesetzt werden sollen.


    Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71210460


    Und hier der Link zum Artikel der SäZ (22.09.2019)

    https://www.saechsische.de/plu…ossen-garten-5120951.html

    Quote from Resurrectus

    Nein, es geht ja auch nicht um Sachsen als dem "Hort des Liberalismus".

    1831 erhielt Sachen aber eine früh(!)liberale Verfassung und wandelte sich von einer (neo-) absolutistischen Monarchie zu einer Konstitutionellen. Das war damals schon sehr viel.

    Darauf nahmen in den beiden (!) Sälen Ballsaal und Propositionssaal, die übrigens künstlerisch zusammengehörten (auch dies ist ein Argument für den Wiederaufbau im Stil von ca. 1842 ) vor allem die Malereien Bezug, indem sie die Monarchie als anders verwurzelt und aufgefasst darstellten, als bisher.

    Einfach dies alles mal bei Rosemarie Pohlack im vorletzten Arbeitsheft des LfD (2018 oder 2019) nachschlagen, dort steht das alles en détail drin (mit unglaublich vielen schönen Abbildungen zu den Sälen und den Malereien - ihr Vermächtnis!).

    Exzellent auf den Punkt gebracht, lieber Resurrectus. Ich möchte das noch etwas ausschmücken, u. a. mit Zitaten aus dem genannten Arbeitsheft Nr. 18 (unbedingt kaufen, ein „Must Have“ für Liebhaber des Dresdner Residenzschlosses).

    Quote

    [Buchbeschreibung des Arbeitsheftes auf der Verlagsseite]

    Die Paradesäle des 19. Jahrhunderts im Dresdner Residenzschloss entstanden unter König Friedrich August II. von Sachsen. Nach seinem Regierungsantritt 1836 ließ er seine Paradesäle von Otto von Wolframsdorf ganz im Verständnis der ersten sächsischen Verfassung einrichten. Ein umfassendes Bildprogramm sollte im Neuen Thronsaal die junge konstitutionelle Monarchie und im Großen Ballsaal das in Deutschland neu aufblühende Kunstverständnis illustrieren. Friedrich August II. holte für diese Aufgabe mit Eduard Bendemann einen der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule [Anm.: die damals als künstlerisch führend in Deutschland angesehen wurde] nach Dresden.


    Denkmal von Friedrich August II. auf dem Dresdner Neumarkt


    Von Conrad Nutschan - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=680250


    Friedrich August II. bestieg 1836 den sächsischen Thron. Er hatte aber schon davor maßgeblichen Einfluss auf die Politik Sachsens, denn er fungierte als „Mitregent“ an der Seite des greisen Königs Anton, seines Onkels. Dass Sachsen 1831 seine erste, damals recht moderne Verfassung erhielt, ist wesentlich ihm zu verdanken. Und daher zeigt ihn das Denkmal auf dem Neumarkt (angeregt und finanziert von der Dresdner Bürgerschaft) mit der Verfassungsurkunde in der rechten Hand.

    Quote

    18. September 1830 Nach Unruhen in Leipzig und Dresden wird Friedrich August zum Prinz-Mitregenten ernannt. Der konservative Kabinettsminister von Einsiedel tritt zurück, der liberale von Lindenau wird sein Nachfolger. Er stellt die Ordnung auf dem Verhandlungswege wieder her und eine Verfassungsausarbeitung in Aussicht.


    4. September 1831 Ein Jahr später tritt die liberale Verfassung in Kraft, mit der Sachsen erstmals zu einer unteilbaren konstitutionellen Monarchie wird, in der gewisse Grundrechte garantiert werden. Der Landtag wird in zwei Kammern gegliedert und mit der alleinigen Gesetzgebungsmacht ausgestattet. Damit herrscht erstmals Gewaltenteilung. Gleichzeitig (24. September) wird aber auch das Zensuswahlrecht eingeführt.


    Quelle: https://www.geschichte.sachsen…igreich-sachsen-3932.html


    Weitere Verdienste von Friedrich August bei der Liberalisierung des Landes:

    Städteordnung von 1832, die den Städten die freie Selbstverwaltung brachte,

    Befreiung der Bauern von Frondienst und Erbuntertänigkeit

    Einführung einer einheitlichen Rechtsprechung für Sachsen durch das Strafgesetzbuch von 1836

    Aufhebung der Zensur 1848



    Mit diesem Hintergrund nun einige Ausführungen zur Gestaltung des Thronsaales von Friedrich August II (später umfunktioniert zum Bankettsaal).

    Quote from Rosemarie Pohlack

    Mir ist kein anderer Thronsaal in Deutschland bekannt, in dem sich ein Herrscher mittels Ausstattung den Tugenden eines Volkskönigs – der konstitutionellen Monarchie – so verbunden fühlt. Friedrich August II. ließ seinen Thron unter die „Saxonia“ [Anm.: westliche Schmalseite des Raumes, angrenzend der Eckparadesaal] und damit unter das Landeswohl stellen […], den „Ständen“ direkt gegenüber. Es fehlt auch hier nicht der Bezug auf antike und christliche Herrscher. Aber neben genealogischer Legitimation geht es nach den jeweils zugeordneten Bildunterschriften um deren verpflichtende Herrschertugenden. Die raumhohen Historienbilder an den Wänden gegenüber, zum Turmzimmer hin, verkörpern die vier Stände im gemeinsamen Wirken mit dem König [Anm.: König Heinrich].

    Quelle: Arbeitsheft 18 des LfD


    Auf dem folgenden Foto (Decke nicht mehr im Originalzustand, sondern bereits erhöht) blickt man auf die östliche Schmalseite des Saales. Das Gemälde über der Tür zeigt personalisiert die vier Stände (Geistlichkeit, Ritter, Bürger und Bauern). Neben der Tür und angrenzend auf der Nord- und Südwand die insgesamt 4 großen Historienbilder.


    Bildquelle:

    Anlage 2 der Pressemitteilung des SMF vom 25.02.2009, Angabe dort zum Lizenzstatus: Lizenzfrei


    Blick gleichfalls auf die Ostwand, Zustand des Raumes noch original aus der Mitte des 19. Jhd. (Foto um 1870): Klick



    Historienbilder:


    König Heinrichs Sieg über die Ungarn

    https://skd-online-collection.…2d4-9d9f-613490907637.jpg


    „König Heinrich umgab einige Städte mit steinerner Mauer …“

    https://skd-online-collection.…693-9560-ac32607769c1.jpg


    „König Heinrich ließ von den Bauern den neunten Mann in die Stadt ziehen …“

    https://skd-online-collection.…9f6-beb8-b18b946e39f6.jpg


    König Heinrichs Sieg über die Dänen

    https://skd-online-collection.…0b6-9d2b-f5f2ec331c83.jpg



    Nun zum westlichsten Areal des Saales (westliche Schmalfront mit Tür in den Eckparadesaal und angrenzende Abschnitte der Nord- und Südwand).

    Quote from Heinrich Magirius

    Bei Ständeversammlungen war der Thron vor der Tür an der westlichen Schmalseite aufzustellen, wo der König von gemalten Beispielen großer *Gesetzgeber* aus der antiken und christlichen Geschichte umgeben war. Über ihm erschien die Allegorie der Saxonia.

    Quelle: Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur; Verfasser des zugehörigen Kapitels: Heinrich Magirius

    Die nachfolgend verlinkte Abbildung zeigt eine Originalzeichnung/Wandaufriss der westlichen Schmalseite von Bendemann (kann stark vergrößert werden, nach dem Öffnen nochmal draufklicken):

    https://www.lfd.sachsen.de/img/AH28_Titel.jpg



    Und schließlich der Fries:

    Quote from Rosemarie Pohlack

    Der umlaufende Fries ist dem Lebenskreislauf des schaffenden Volkes gewidmet, im konstitutionellen Zusammenwirken der Beteiligten.

    Hier beispielhaft eines der Friesfelder (Blick in eine Schmiedewerkstatt): Klick



    Wie Resurrectus bereits schrieb, bilden die Bildfolgen in den Sälen (Thronsaal/Ballsaal) eine programmatische Einheit. Dazu nochmal Heinrich Magirius (gleiche Quelle wie oben):

    Quote from Heinrich Magirius

    In Korrespondenz zum *Thronsaal* war die Ausschmückung des Ball- oder Konzertsaales jenseits vom Turmzimmer gedacht: Wurde dort an die christlichen Pflichten und Tugenden erinnert, sollte hier die die heitere Anmut der Antike beglücken.

    Die nachfolgende Abbildung zeigt ein zeitgenössisches Gemälde des Raumes im Originalzustand: Klick


    Eine zeitgenössische Darstellung der Südwand (Hofseite):


    Eigenes Archiv

    Nachfolgend ein paar Gegenüberstellungen *Zustand 1943/44* / *Restaurierter Zustand*


    Kassettenfeld


    Foto von eryngium (Ausschnitt, zum besseren Vergleich gedreht)


    Historisches Farbfoto



    Fensternische


    Foto von eryngium (Ausschnitt)


    Foto von eryngium vollständig und in maximaler Auflösung (zum Vergrößern nach dem Öffnen draufklicken): Klick


    Historisches Farbfoto



    Kriegerkopf


    Foto von eryngium


    Historisches Farbfoto



    Kriegerkopf


    Foto von eryngium


    Historisches Farbfoto



    Kriegerkopf


    Foto von eryngium


    Historisches Farbfoto

    Die erhaltenen 20 Porträts wiesen einen erbarmungswürdigen Zustand auf. Dank einer Spende der Getty-Stiftung konnten sie ab 2001 fachmännisch restauriert werden. Erst dabei stellte sich heraus, dass es sich bei diesen Bildern um Kopien handelt, die vor 1728 im Auftrag von August den Starken für den so genannten Heldensaal auf der Festung Königstein angefertigt worden sind. 2006 wurden die 20 restaurierten Kopien in einer Sonderausstellung auf der Festung gezeigt: Im zugehörigen Ausstellungsführer heißt es:

    Quote

    Die 53 Fürstenbildnisse aus der Ahnen- und Gewehrgalerie im Stallhof waren nach Naunhof gebracht worden und sind dort 1945 verschollen. Wurden sie geraubt oder zerstört? Ihr Schicksal ist weiterhin ungeklärt.

    Ich persönlich hoffe sehr, dass der FAZ-Autor hier falsch liegt:

    Quote

    Seitdem wird daran kontinuierlich gearbeitet, die Fertigstellung ist erst für 2024 vorgesehen, aber mit der Einrichtung der Gewehrgalerie habe das Residenzschloss nun „seine größte räumliche Ausdehnung“ erreicht, so Marion Ackermann. Gegenüber dem heute landeseigenen Verkehrsmuseum, dessen Hauptgebäude (am Ort des früheren Neuen Stalls) lange Zeit Ziel der Begierde der SKD war, darf man diese Formulierung wohl als Anerkennung einer musealen Oder-Neiße-Linie an der Elbe betrachten.


    Frau Ackermann hatte von der räumlichen Ausdehnung des Schlosses gesprochen, nicht von der räumlichen Erstreckung der ständigen Ausstellungsorte der SKD. Das Johanneum gehörte nie zum Residenzschloss.

    In der Museumskonzeption 2020 des Landes Sachsen liest sich das so (veröffentlicht am 28.04.2009, eine aktualisierte Fassung kenne ich nicht):

    Quote

    Das Johanneum als authentischer Ort der Dresdner Residenz und langjähriges Museumsgebäude der Kunstsammlungen – dies freilich als langfristige Vision nach dem Betrachtungszeitraum ab 2020 – kann diese Wirkung derzeit nur eingeschränkt entfalten. Mit der Nutzung als Verkehrsmuseum fehlt der – sich selbst erklärende – Zusammenhang zwischen Gebäude und Sammlung, der nur wieder gewonnen werden kann – beispielsweise für größere Sonderausstellungen der SKD – wenn für das Verkehrsmuseum ein anderer, für dieses Museum authentischer Ausstellungsort realisiert werden kann. (An ein solches für den Leipziger Bahnhof entwickeltes, jedoch nicht weiter verfolgtes Konzept kann als Ausgangspunkt künftiger Überlegungen angeknüpft werden.) Mittelfristig erscheint das noch nicht durchführbar, muss aber als eine Aufgabe sächsischer Kulturpolitik für die Zukunft benannt werden.


    Vision der nach 2020 zu realisierenden Aufgaben

    - Auf längere Sicht strebt das SMWK an, die Nutzungskonzeption des Johanneums – unter besonderer Berücksichtigung des Langen Ganges (nach 2014) – den gewachsenen Bedarfen der SKD anzupassen und zusammen mit der Stadt Dresden einen Alternativstandort für das Verkehrsmuseum zu suchen.

    - […]


    Elias J.

    Zitate von anderen Forumkollegen bitte auch als Zitate ausweisen. So viel Respekt sollte schon sein (mag nur eine schnöde Auflistung sein, aber die hat damals viel Arbeit gemacht.)

    Nichts für ungut – Willkommen im Forum.

    Die Berichterstattung war wirklich mager, letztlich haben alle nur besagte dpa-Meldung abgedruckt, garniert mit einem Archivfoto vom Schloss. Aber dieser Passus ist interessant – er informiert über den aktuellen Zeitplan der weiteren Arbeiten:

    Quote

    Die Wiederherstellung des Langen Gangs ist einer der letzten Akte bei der Schlossrekonstruktion, die bis 2024 abgeschlossen sein soll. "2022 kommen noch andere Teile dazu", sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Marion Ackermann. "Wir gehen davon aus, dass wir ab 2025 das gesamte Schloss bespielen können."

    2022: Ich tippe auf den Gastronomiebereich (EG und Keller NO-Flügel) und vermutlich dürften dann auch die Malereien am Altan fertig sein. Die Jagdtreppe wurde vom SIB zeitgleich mit der Gewehrgalerie an die SKD übergeben. In der PM der SMF vom 28. August 2020 hieß es dazu:

    Quote

    Besucher gelangen zukünftig über die Englische Treppe und den Riesensaal in die Gewehrgalerie. Die sogenannte »Jagdtreppe« als Verbindung zwischen dem Langen Gang und dem Georgenbau wurde ebenfalls umgebaut und dient als Fluchtweg und barrierefreier Zugang.

    Zur Farbfassung in den Nischen. Hier als Beispiel eine historische Aufnahme aus dem Farbdiaarchiv:

    https://digilib.zikg.eu/digili…19002703/FMLAC8847_02&mo=


    Das Wie und Warum der heutigen Fassung hatte eryngium sehr fundiert in folgendem Beitrag dargelegt: Klick


    Vielen Dank, Seebastian für die tollen Fotos.


    Und noch was zum Schmunzeln: Klick

    Wie im vorigen Beitrag gemeldet, wird am 20. August (d.h. am nächsten Freitag) die Gewehrgalerie eröffnet.

    Am 19. August (Donnerstag, 11.00 Uhr) ist ein Pressetermin angekündigt. Auftreten werden Frau Ackermann und Herr Syndram.

    https://www.skd.museum/besuche…esdner-residenzschlosses/

    Hoffentlich sind zahlreiche Medienvertreter anwesend, ich hoffe auf Bilder, Filmchen auch von anderen Arealen, zum Beispiel vom Schlosshof (war bei früheren Analog-Terminen so üblich).

    Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bittet eindringlich darum, eine von ihr gestartete Petition zu unterschreiben:

    Quote

    Nordrhein-Westfalens Denkmallandschaft drohen tiefgreifende Einschnitte. Der Grund: Das Gesetz für den Schutz der historischen Bausubstanz des Bundeslandes soll nach dem Willen des zuständigen Ministeriums verändert werden - zu Lasten der Denkmale. Die Möglichkeiten für ihren Schutz werden stark eingeschränkt. Sie werden zum Spielball von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Fachlich nicht qualifizierte Stellen sollen künftig über Erhalt oder Vernichtung von Denkmalen entscheiden können. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz setzt alles daran dies zu verhindern. Dazu benötigen wir dringend Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit Ihrer Unterschrift!

    Aktuell sind reichlich 11.000 Unterschriften erreicht, allerdings davon nur knapp 6.000 aus NRW. Hier geht es zur Petition (incl. Infos zur Begründung der Petition):

    https://www.openpetition.de/pe…hebelt-wird#petition-main

    Fortsetzung (Bildspeicher voll)


    Maßnahme F: 2 Stk. Voluten als Podestabschluss

    Quelle: SIB, Ausschreibungsunterlagen


    Als Fertigstellungstermin für die aktuell ausgeschriebenen Arbeiten ist der 14.04.2022 angegeben.