Posts by Orakel

    Einer deiner typischen Plädoyers. Das man bisher hauptsächlich Planeten um Rote Zwerge und Gasriesen entdeckt hat liegt selbstverständlich ausschließlich an den heutigen technischen Möglichkeiten. Einen Transit einer zweiten Erde vor einen K- oder G-Stern zu beobachten bräuchte halt sehr sehr sehr viel Geduld, bei der Radialgeschwindigkeitsmethode sieht es noch düsterer aus.

    Zu einer zweiten Erde, interstellaren Reisen und unserem Platz im Universum folgender Gedanke: Vor einiger Zeit hat man bekanntermaßen die Krümmung des Raumes mittels Hintergrundstrahlung und Triangulation vermessen. Ergebnis: Das Universum weist selbst über eine Distanz von annähernd 50 Milliarden Lichtjahren (dem Rand des heute beobachtbaren Universums) keinerlei Krümmung auf. Was bedeutet, dass es vermutlich tatsächlich unendlich groß ist, oder doch zumindest beinahe. Und in so einem Raum wird es auch Abermillarden erdähnliche Planeten geben. Nur: für uns bedeutet das nichts. Alles unerreichbar. Man darf nie vergessen: zieht man den Stecker kann der Mensch nur noch mit Steinen werfen. Den Mars kann man vielleicht erreichen, aber einen erdähnlichen Planeten in 1000 Lichtjahren Entfernung? Da braucht es schon eine gute Portion Optimismus.

    Und was das Starship angeht: dieses widerspricht schon Ziolkowskis grundlegende Raketengleichungen von 1903. Scheinbar traut sich bei SpaceX aber niemand das Elon Musk zu erklären.

    SpaceX: Das Starship müsste nicht der Cybertruck der Raumfahrt sein - Golem.de https://share.google/ekNhazvQvNE5zwY0n

    Das ist eine ebenso schöne wie sinnfreie Website. Wenn man mal die tödliche Kosmische Strahlung vernachlässigt und nur das Thema Interstellare Reisen betrachtet: Allein unseren nächsten Nachbarstern Proxima Centauri zu erreichen würde mit heutiger Technologie ca. 75000 Jahre dauern. Und dabei würde sich die Reise vermutlich noch nicht einmal lohnen. Proxima Centauri ist nämlich, wie die meisten Roten Zwergsterne, ein sehr aktiver Flarestern. Sehr ungesund für Leben, wirklich sehr ungesund.

    Aber nehmen wir mal an es gelänge ein Raumschiff auf vielleicht 10 % der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, was die Reisezeit deutlich verkürzen würde: Bei der Geschwindigkeit würde jede Kollision das Raumschiff komplett zerlegen, selbst die mit einem Mikrometeoriten. Da würde dann ja die kinetische Energie einer Atomexplosion dahinter stecken. Es bräuchte schon irgendwelche Schilde wie bei Star Trek. Da sollte man wohl besser auf Zefram Cochrane und seiner völlig neuen Physik warten.

    In der Realität gäbe es vermutlich nur einen Weg andere Sonnensysteme jemals zu erreichen: Man schickt Naniten los, die eine Welt nach und nach komplett aus dem Nichts erschaffen und das irdische Leben vor Ort klonen. Miniaturisierung kann der Mensch wirklich gut, er selbst ist aber für solche Reisen nicht gemacht.

    Wir schaffen es bisher ja noch nicht einmal zum Mars. Man schaue sich nur mal die Leistungsprobleme vom Starship an. Elon Musk denkt ja auch, für ihn würden die Gesetze der Physik nicht gelten.

    hat aber Potential

    ABER HALLO. Das ist so ziemlich der beste moderne Entwurf den ich in Hamburg überhaupt jemals gesehen habe. Das kann mit den blauen Klinkern, der teils geschwungenen Fassade und den Bögen richtig gut aussehen. Wäre mehr drin gewesen? - ja sicher, keine Frage. Aber mit diesen ewigen Vergleichen mit historischen Fassadengliederungen und Gebäudestrukturen ist niemandem ernsthaft geholfen. Aber das ist natürlich eine sehr unpopuläre Äußerung in dieser Blase. Deshalb spare ich mir auch weitere Ausführungen zu diesem Gebäude.

    Allerdings darf man sich schon fragen, ob ein weiteres Hotel auf dem Kiez wirklich so eine gute Idee ist.

    Dass der Mensch einen kollektiven Geschmack ausbildet, sich Trends manifestieren und diese v.a. auch gestalterisch wirken, Stichwort Waschbeton, oder Glasfassade, ist doch klar. Aber das ist dann doch eher ein Kult und weniger Architektur.

    Wie gebaut wird spiegelt halt auch immer den Zustand einer Gesellschaft wieder. Wir leben halt in einer vollvernetzten Konsumgesellschaft. Und in einer solchen wird Architektur halt genauso konsumiert wie Netflix oder TikTok. Das muss man ganz klar so sehen. In letzter Konsequenz reichen zum Konsum von Architektur Kulissen aus, Städte in denen Massen an Touristen herumrennen, aber kaum noch jemand wirklich lebt - Stichwort "Overtourism". Hauptsache man postet ein Selfie, das beweist, dass man auch da war. Sicher es gibt Ausnahmen, aber signifikant wird sich an der Wahrnehmung von Architektur erst etwas ändern, wenn jemand den Stecker zieht.

    Etwas widersprüchlich... Könnte man´s auch gleich bleiben lassen

    Eigentlich nicht. Immerhin wurde hier kein neuer Kaufhausbunker in die Landschaft gestellt. Das Neue Essighaus ist schon Architektur, wenn auch keine die mich persönlich aktuell wirklich überzeugt. Vielleicht sehe ich das in 20 Jahren ja auch mal anders. Ich hätte mir früher auch nicht träumen lassen, dass mir so mancher Bau aus den 50ern mal richtig gefallen würde. Möglicherweise sehe ich das auch insgesamt weniger emotional, weil ich keine übermäßig persönliche Bindung an die Stadt habe. Ich kann es daher schon verstehen, wenn der Neubau besonders bei vielen Bremern auf große Ablehnung stößt.

    Ich persönlich habe aber herzlich wenig Einfluss darauf was gebaut wird. Für mich ist das Neue Essighaus halt die neueste Zwiebelschale Bremer Architektur und Stadtgeschichte. Eine gelungene Anlehnung an das alte Essighaus hätte mir auch bedeutend besser gefallen.

    Dass diese drei seltsamen Giebelverschnitte auch als moderne Architektur schwach sind, jedenfalls unschön, plump. unorganisch, zu dichtgedrängt, gleichermaßen zu monoton, zu unstrukturiert, dass die aufgeklebte oder sonst affichierte alte Fassade nicht zur Geltung kommt, unmotiviert wirkt, all dies musst du, obzwar es unzweifelhaft der Fall ist, ja nicht unbedingt teilen.

    Du irrst dich. Ich teile diese Ansicht voll und ganz.

    Mir geht es nur um eine objektive Wahrnehmung des gegenwärtigen Städtebaus und ob man diesem in 20 oder 30 Jahren vielleicht auch etwas positives wird abgewinnen können, wie heute so manchem Bau aus den 50ern oder 60ern. Das bleibt abzuwarten. Die ständige Metamorphose deutscher Städte finde ich sehr interessant, auch wenn mir die Resultate häufig nicht gefallen.

    Das Teil steht aber nicht nur nicht in Hamburg, sondern in Bremen und die wunden Punkte sind der historische Hintergrund einer der einst bedeutendsten Bürgerhausfassaden Norddeutschlands und die schändliche Verhohepipelung derselben; womit offenbar dem unbedarft vorbeitrottelnden Durchschnittsglotzer suggeriert werden soll: "Nu is ja wedder allens gaut".

    Und wo ist jetzt noch mal die neue Erkenntnis?

    Definitiv ein neuer Abrisskandidat für in 30 Jahren. Das Gebäude verschandelt die Straße eher, als dass es sie bereichert.

    Warum? Keine Frage, der Komplex ist deutlich schlechter als selbst der Vorzustand und jedem mit etwas Sinn für Ästhetik wird es sauer aufstoßen was hier gebaut wurde.

    Aber mal ehrlich: gäbe es den historischen Background nicht und stände das Teil im ach so tollen Hamburg, jeder zweite User hier würde es als gelungenen Beitrag zur hanseatischen Stadtreparatur feiern.

    Eine großartige Bereicherung für Bremen ist diese Leistung natürlich nicht. Aber eine Verschandelung vermag ich hier auch nicht zu erkennen. Ist halt so ein typisches zeitgeistiges Raster-Klinker-Dingsbums. Würde ich den Vorzustand nicht kennen, könnte ich gut damit leben. Bleibt abzuwarten, wie zukünftige Generationen über diesen Bau urteilen werden.

    Selbst bei einem Defekt des Kompressors muss man nicht die ganze Anlage austauschen, sondern kann diesen mit einer Investition im niedrigen vierstelligen Bereich austauschen, teurer als eine neue Therme dürfte das kaum sein, und die Dinger halten auch oft kaum noch 15 Jahre.

    Theoretisch ist das so. In der Realität ist es aber häufig praktisch unmöglich einen hinreichend ausgebildeten Kältetechniker zu finden, der das auch kann.

    Bestes Beispiel aus der eigenen Familie: Mein Bruder hat monatelang versucht einen Fachmann zu finden, der den defekten Verdichter an seiner gerade mal 11 Jahre alten Wärmepumpe ersetzt - in Hannover wohlgemerkt, nicht in irgendeinem Dorf. Eine Firma nach der anderen hat die tollsten Versprechungen gemacht, ist dann aber an der Realität gescheitert. Was da nicht alles in Rechnung gestellt wurde ohne dass das Ding wieder zum Laufen gebracht wurde. Mag sein, dass sich das irgendwann mal ändert, aber gegenwärtig ist man mit einer defekten Wärmepumpe häufig verraten und verkauft. Nach zwei Wintern mit Stromdirektheizungen hat er nun eine komplett neue Wärmepumpe.

    Wir bekommen jetzt eine Wärmepumpe für ein nicht fassadengedämmtes Reihenhaus mit Originalheizkörpern aus den 1920ern. Ich werde bei Interesse berichten, wie das läuft und bin ziemlich zuversichtlich, dass wir eine JAZ über 3 sehen werden.

    Originalheizkörper sehe ich bei einer Umrüstung auf eine Wärmepumpe ja generell kritisch, ohne deinen Fall jetzt wirklich beurteilen zu können. Elementar bei einer Wärmepumpe im Altbau ist es ja die Vorlauftemperatur auf maximal 55 Grad (besser noch 52 Grad) zu begrenzen und dafür sind möglichst große und dicke Heizkörper sicher unerlässlich, wenn das Haus so auch wirklich warm werden soll. Eine JAZ von 3 kann man möglicherweise erreichen, wenn man zusätzlich die Flussgeschwindigkeit erhöht und damit für ein möglichst geringes Delta zw. Vorlauf- und Rücklauftemperatur sorgt. Denn der Temperaturhub ist es ja was Strom frisst. Da ist halt die Frage, ab wann Flussgeräusche anfangen zu stören. Ich drücke euch jedenfalls die Daumen, dass alles wie erhofft aus geht.

    Die Elektrifizierung von Verkehr und Heizen wird den Primärenergieverbrauch, der manchen Foristen hier so immens wichtig war, um den Faktor 3 im Verkehr und 4-5 beim Heizen senken.

    So gerne ich dir auch zustimmen würde, so ganz richtig scheint mir das nicht zu sein. Eine Reduzierung des Energiebedarfs um den Faktor 4-5 beim Heizen mit einer Wärmepumpe ist nur im Neubau zu erreichen. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass die Verbrauchswerte im Altbau gerne schön gerechnet werden. Hier wird gerne behauptet, dass relativ problemlos Werte über 3 erreicht werden können - das heißt, dass man 3 x mehr Energie raus holt als man an Strom hinein steckt. Bedenkt man den Strompreis, wäre das immer noch etwas günstiger als der Betrieb einer Gastherme. In der Realität allerdings dürften viele ältere Gebäude kaum einen Wert über 2 oder maximal 2,5 erreichen. Und das macht das Heizen mit einer Wärmepumpe im Altbau dann doch ziemlich teuer. Nur machen sich solche Angaben nicht gut, wenn man die Wärmewende voran treiben möchte.

    Auch ist bei einer Wärmepumpe eine korrekte Heizlastberechnung enorm wichtig. Ist deren Größe falsch ausgelegt (was häufig so ist), führt dieses schon nach wenigen Betriebsjahren zu einem Versagen des Verdichters und damit zu einem Totalschaden. So halten viele Wärmepumpen kaum länger als 10 Jahre. Und das macht das Heizen mit Strom dann zu einer enorm teuren Angelegenheit, ob einem das nun gefällt oder nicht.

    Gilt der erste Absatz für beide Verlinkungen meinerseits?

    Nein, nur für die Neubebauung des Köbelinger Marktes. Der Abriss des ehemaligen Bürgeramtes ist eigentlich eine ausgemachte Sache. Allerdings gab es bisher nur einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal, noch keinen für die Fassadengestaltung.

    Das Sanierungsprojekt in deinem zweiten Link ist mir noch dunkel in Erinnerung, kann mich aber auch täuschen. Denke das ist gestorben.