Posts by Mandorin

    Er sollte nicht nur Hausverbot in der Kirche bekommen, sondern gleich für ganz Europa. Denn er macht nicht anderes, als zu sagen, Eure Kultur ist der letzte Mist. Ja, was machst du dann hier?

    Und auf der anderen Seite immer diese weichgespülten Gutmenschen, denen man alles wegnehmen, sie und ihre Famlie entehren und entwürdigen kann und die immer noch sagen, ach diese armen Menschen ...

    Fakt ist, die Tat ist verwerflich und entsprechend unseren Gesetzen zu bestrafen.:!:


    Darüber hinaus hat mich diese Bemerkung jedoch sehr zum Nachdenken angeregt. Konkret wurde das Inventar einer Kirche beschädigt, daher setze ich "Eure Kultur ist der letzte Mist" mit unseren christlichen Traditionen und Werten gleich. Habe ich das so richtig interpretiert?


    Falls ja folgt für mich persönlich: Unsere christlichen Werte widersprechen der vorgeschlagenen Konsequenz. Die Werte, das Wirken Jesu (ich möchte hier differenzieren zur calvinistisch evangelikalen Leistungsreligion) und eine Zuschreibung wie "weichgespülte Gutmenschen" passen fundamental nicht zusammen. War Jesus auch ein weichgespülter Gutmensch? Was also bleibt von unserer Kultur übrig, wenn wir nicht nach ihren Werten handeln? Nichts, wir höhlen sie aus und verteidigen am Ende eine leere Hülle, die zu verteidigen es nicht mehr Wert ist. Der Täter hat gewonnen.


    Was würde Jesus tun? Sich diese Frage zu stellen, dafür muss man nicht gläubig sein, aber jeder der unsere Kultur verteidigen will - und das ist gut - kann dies nur, wenn wir sie dabei nicht scheinheilig und mit gehöriger Doppelmoral mit den Füßen treten und ignorieren.

    Als Ergänzung zur Ismaninger Straße noch ein kurzer Teil 2:


    Am Gebäude der Landesversicherungsanstalt (Holbeinstraße 14) scheint jemand sehr eifrig das Wappen sauber zu halten... Falls der Söder mal zu Besuch kommt... :saint:


    Holbeinstraße 5, abgeschlossene Sanierung (Max Kirschner, 1910)


    Benachbart, Holbeinstraße 1, es tut sich etwas, nur was? (Max Kirschner, Sigmund Waidenschlager, 1901)


    Ismaninger Straße 65, Auffrischung scheint noch nicht lange zurückzuliegen (1903)


    Ismaninger Straße 64: Das Gebäude ist kein eingetragenes Einzeldenkmal (nur Ensembleschutz, aber der verhindert Abriss nicht). Nun denn, es zeigt sich gut in Schuss. Aber mit Einscheibenfenstern fehlt einfach etwas (wie ein Anzug mit Sneaker)...


    ... und deshalb schnell weiter zum sanierten Nachbarhaus, Ismaninger Ecke Geibelstraße (um 1900):

    aus der dort ebenfalls beginnenden Trogerstraße...


    und in die andere Richtung blickend. Bitte die fürchterlichen Straßenlaternen ersetzen, die erzeugen den Charme eines Industriebezirks... :/


    Jetzt die Ismaninger Straße wieder nach Norden zur jüngst abgerüsteten Hausnummer 92 (Leonhard Romeis, 1898)


    Rechts nebenan mit Dachpalme, Rauchstraße 1 (ebenfalls Leonhard Romeis, 1898)


    Rauchstraße 2 (1. Bild; Heilmann & Littmann 1901) sowie Ismaninger Straße 94 / 96 (unbekannt) liegen bereits etwas zurück


    Noch kurz auf die Westseite der Ismaninger Straße in die Siebertstraße Nr. 7 (um 1900), eben vollendet, wie es sich gehört mit Bentley in der Einfahrt ^^, nur das Schild zur Feuerwehreinfahrt will nicht so recht passen...;)



    Langsam verabschiedete sich dann auch schon die Sonne... für mich Ende des kleinen Spaziergangs ;)


    Alle Bilder sind soweit nicht anders angegeben selbst angefertigt

    ... und wer einmal im Schafsgehege mit Böcken war, weiß, dass es mitnichten Hörner braucht, da reicht ein Dickschädel... Aber das nur zur Ehre der Schafe 8o


    Achtung, nicht unbedingt für jeden verträglich:

    Die Wahrscheinlichkeit während einer Autofahrt tödlich zu verunglücken / attackiert zu werden, ist um ein Vielfaches höher, als bei einer Zugfahrt.


    Aber mathematische Wahrscheinlichkeiten interessieren das emotionale menschliche Gehirn nicht, wenn eine andere psychologische Komponente ins Spiel kommt: Die Kontrolle. Mit dem Auto verbinden viele: Selbst bestimmen wann, wie schnell, wohin. Suggerierte Freiheit, vermeintliche Kontrolle über das Geschehen, ein persönlicher Schutzraum. Viele wissen wohl was bereits der Sitzplatz rechts des Schalthebels ausmacht, gute Beifahrer gibt es selten ^^ Die vglw. hohe Wahrscheinlichkeit Opfer der Unfähigkeit oder des Wahnsinns anderer Autofahrer zu werden, gerät gegenüber dem Plus der (eben vermeintlichen) Kontrolle ins Hintertreffen.


    Auch die mediale Komponente wirkt mit, ein Vorfall in einem Tokioter Zug verbreitet sich global: https://www.sueddeutsche.de/pa…ff-u-bahn-joker-1.5453190


    Es ist völlig nachvollziehbar, dass da ein mulmiges Gefühl bleibt und die Entscheidung kann und darf jeder für sich selbst treffen.


    Ob das Schaf völlig wehrlos ist, wage ich zu bezweifeln. In ein Gehege mit drei Böcken gehe ich zumindest so schnell nicht wieder :--)

    Vorneweg: Sofern es hierfür einen besseren Thread gibt, bitte dort hineinverschieben.

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    Baugeschehen Links und Rechts der Ismaningerstraße zwischen BFH und Prinzregentenstraße, 06.11.2021, Teil 1


    Route grob nachgezeichnet, falls sich die Objekte jmd. vor Ort ansehen möchte (rund 3,3 km):


    Map Data: © 2021 Google


    Zur städtebaulichen Konzeption der 1892 begonnenen Stadterweiterung, heute Alt-Bogenhausen, liefert der Denkmalschutz interessante Informationen:

    Startpunkt ist der bekannte Bundesfinanzhof, von dort in den Bürgermeistergarten (Dt. Theaterakademie):


    Blick heraus auf die vor einiger Zeit entstandene Bebauung auf dem Areal der ehemaligen Togal-Werke. Wie sieht es inzwischen aus? Naja, gibt wesentlich Schlimmeres, hätte aber auch weitaus besser sein können. Großer Fehler hier ein Flachdach zuzulassen, aber in der Umgebung stehen leider schon zwei Referenzobjekte (um 1975):



    Im Innenhof:



    Im denkmalgeschützten Gebäude von Paul Pfann (1900) residiert heute das Thailändische Konsulat... der König selbst verweilt indes die überwiegende Mehrheit des Jahres in den bayerischen Alpen... ^^


    Die Nordseite:


    Ostseite mit bereits winterfest zugedecktem St. Georgi-Brunnen (1901)


    Fassaden- und Dachsanierung Montgelasstraße 43, um 1909, Paul Hofer & Heinrich Stengel... schon etwas her...



    ... und Nr. 39, gleiches Baujahr / gleicher Architekt, ganz frisch abgerüstet:


    Ismaninger Straße 126, baufällig und lange per Gerüst gesichert, dann doch Sanierung, vor Kurzem abgerüstet, schade nur, dass es nun weiß ist, anstatt türkis, wie zuvor (1901, Benedikt Beggel):


    Ismaninger Straße 106, jüngst neu eingedecktes Dach (1911, Oswald Schiller):


    Ismaninger Straße 98, Fassadenauffrischung (1910, Franz Popp)


    Nebenan Sternwartstraße 2, Sanierung (1909, Franz Popp)




    Rauchstraße 11, Neubau

    Die fürchterliche Vorgängerbebauung bei Streetview: https://www.google.de/maps/@48…DSqXsA!2e0!7i13312!8i6656


    Rauchstraße 17, Corpshaus, Fassadensanierung


    mit schönen Details wie einem Herzen ;) und einem wunderbaren "Postkasten" (auf Streetview noch nicht zu sehen):



    Rauchstraße Ecke Lamontstraße 21, Kernsanierung, vor Kurzem beendet. Ob das Loch im Dach des denkmalgeschützten Gebäudes (1910) vorher schon vorhanden war, weiß ich nicht.




    Das Nachbargebäude, Lamontstraße 23, stand schon 2008, allerdings wurden nun die Metallpaneele durch welche mit mehr Ornamentik ersetzt und das Vordach erhielt eine goldfarbene Verkleidung (Vergleich Streetview: https://www.google.de/maps/@48…PYvh9g!2e0!7i13312!8i6656)


    Schräg gegenüber, Lamontstraße 32, laufende Kernsanierung (Gebrüder Ludwig, 1910)


    Friedrich-Herschel-Straße 10 (Karl Berger, 1922) und gegenüber Nr. 13, 15, 17, 23 (alle Heilmann & Littmann 1911) wirken allesamt gerade erst aufgefrischt...


    Nr. 21 links im Bild habe ich glatt vergessen zu fotografieren :/


    Cuvilliesstraße 24 (Gustav Ludwig, 1928), mit neuem Anbau (allerdings auch schon wieder ein paar Jahre zurückliegend). Erinnert mich etwas an Boston...


    ... apropos USA, zurück zur Rauchstraße 16, da will jmd. wohl Little White House spielen... (Vernachlässigter Vorzustand Streetview: https://www.google.de/maps/@48…qanfjg!2e0!7i13312!8i6656). Stars and Stripes über der Eingangsaltane:


    Alle Bilder sind soweit nicht anders angegeben selbst angefertigt

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    Nichts gegen Wohnräume mit klaren Linien, Schnörkellosigkeit... wichtig ist doch nur, dass es stilsicher ist, geschmackvoll, gemütlich, dass es zusammenpasst (also das Gegenteil von dem obigen Objekt). Das geht auf vielerlei Art.

    beides geht an der Realität meilenweit vorbei und überzeichnet die Bedürfnissen der Menschen ins extreme.

    Das war doch schon immer so. Stereotypisierung, Überzeichnung, Einreden von Bedürfnissen etc. In der Vielfalt der Kommunikationskanäle sicher nochmals potenziert.

    Spricht nichts dagegen, finde ich, denn Mitdenken und Hinterfragen ist ja nicht verboten ;) Und wer das nicht tut, der will es nicht anders :saint:

    Bleiben wir in der Schweiz...


    HÄUSER DES JAHRES 2021 DACH Region, ausgelobt vom Callwey Verlag.


    Gewinner: Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler mit ihrem Neubau in Zürich.


    Dieser sollte "die gegenwärtige Fixierung auf Perfektion und Entmaterialisierung von Oberflächen in der vorherrschenden Ästhetik“ in Zürich kritisieren.


    Gut, dachte ich mir, sieht ja wirklich grauenhaft aus, aber als bewusste Provokation gegen allzu minimalistische Neubauten... kann man so schon machen, dachte ich.


    Ja, bis ich die Website des Architekten besuchte und feststellen musste: Die Projekte des Büros sehen alle so aus 8|<X


    cf140256ulj5l.jpg


    cf140182-1yxjga.jpg


    cf1402696dkt8.jpg


    cf140305jnj0q.jpg


    cf140296vck56.jpg


    https://www.afgh.ch/index.html


    Ist das schon Köperverletzung gegenüber den Nachbarn? Sowas vor meiner Nase wäre für mich tatsächlich ein Grund wegzuziehen...

    Mit Beiträgen, die am eigentlichen Sinn des Forums vorbeigehen, verschwenden wir sowieso schon zu viel Zeit.

    Was auch Folge davon ist, dass sie in den jeweiligen Sachsträngen stehen bleiben und für jeden auf Dauer ersichtlich sind.


    Dich würde natürlich niemand zwingen, den Papierkorb zu lesen. In den jeweiligen Strängen kommt man aber nicht drumherum, auch Nicht-Mitglieder des Forums.

    In einem "Papierkorb" oder wie auch immer, hätten nur Mitglieder Zugriff (Lounge) und die Antwortfunktion kann von den Moderatoren deaktiviert werden.

    Wie gesagt, nur ein Vorschlag, da ich das aus anderen Foren kenne und es dort gut funktioniert, den Lesefluss der Sachstränge verbessert und die Atmosphäre entspannt. Die Alternativen Löschen oder unangetastet Stehenlassen sind für mich zwei Gegenpole, die nach einer neutralen Mitte verlangen :)

    Ich hätte den Vorschlag, eine Art "Papierkorb" in der Lounge einzurichten, wie das in anderen Foren oft üblich ist, gerne auch weiter unterteilt. Dort hinein kommen dann Posts, die sehr weit vom Thema eines Strangs abdriften, Spam, Werbung, BlaBla, Trollereien, Posts mit Vulgärsprache oder auch beleidigenden Meinungsäußerungen, die sich gegen andere Foristen richten. So muss nicht stillschweigend zensiert werden (bis auf klar Rechtswidriges natürlich), sondern jeder kann sehen, aha, wenn ich ähnliches schreibe, dann laufe ich Gefahr, mit meinem Post auch dort hinein verschoben zu werden. Ein eigener Bereich also zur Abschreckung, zur Dokumentation, für einen Lerneffekt oder manchmal auch zum Schmunzeln ;)

    Wenn man sich den global anhaltenden Prozess der Urbanisierung ansieht, scheint es mir recht unwahrscheinlich, dass sich die Problematiken, die sich aus dem Spannungsfeld "Arbeitsplatz - Freizeitwert - Infrastrukturangebot aller Art" ergeben, und nun zusätzlich eine neue Dimension durch den beschleunigten Klimawandel erhalten, mittels (politisch betriebener?) Dezentralisierung wirksam auflösen lassen. Zumindest kenne ich bislang kein Beispiel wo das erfolgreich umgesetzt wurde.

    Auch eine Stärkung der Ausbildungsberufe (die an sich sehr sinnvoll ist!) sehe ich persönlich nicht als Initialzündung für einen solchen Prozess. Denn es sind gerade die Städte, in denen die Mehrheit der Ausbildungsberufe gefragt und angeboten wird. Will man nun den Zahntechniker, die IT-Systemtechnikerin oder die Grafikerin auf dem Land mit einer attraktiven Ausbildung halten, braucht es ja zuerst zahlungskräftige Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen und Perspektiven. Das aber setzt gute Infrastruktur (Flughafen, Bahnhof, Straßen, Soziales, Internet!) voraus, sowie einen entsprechenden Kundenumfang, der oft genug nur in Städten zu finden ist. Hinsichtlich Ressourceneinsatz und Ökologie halte ich es für fragwürdig, das Land mit Infrastrukturen auszustatten, die der einer Stadt entsprechen. Hinzu kommt, dass sich viele Firmen, insbesondere diejenigen der Hightech-Branchen, gerne in Clustern ansiedeln (Synergieeffekte, Kooperationen, Austausch usw.). Aber nur mit Bäckern, Metzgern, Einzelhandelskaufleuten, wird das Land nicht wieder attraktiv.


    Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll, die Dezentralisierung innerhalb der Städte voranzutreiben (das hat Heimdall oben denke ich auch inkludiert). D.h. unsere oft monozentrisch organisierten Städte (Ausnahme Berlin) mit weiteren echten Zentren zu entflechten. Leider ist diesbezüglich der Bevölkerungswiderstand oft recht hoch. Eine Ladenzeile aus DM, Rewe, Lidl und zwei Gastrobetrieben oder ein EKZ ist aber kein Subzentrum, liebe Städteplaner.


    Der ländliche Raum wird seine Bedeutung dort halten, wo Tourismus eine große Rolle spielt und / oder im Umkreis attraktiver Großstädte samt schneller ÖPNV Verbindung (~100 km)(Corona hat dies forciert), wovon wir in Deutschland zwar vglw. viele haben, aber viele davon sind schlecht ins Umland vernetzt (auch das hat Heimdall schon angesprochen). Überall anders sehe ich ehrlich gesagt wenig Chancen auf einen zweiten Frühling. Auch Seehofers / Söders Verteilung bayerischer Behörden aufs ganze Land, ist eher Kosmetik, denn wirksame Strukturpolitik.

    Max Dudler gestaltet wertig. Seine Bauten wirken massiv, konsequent bis ins Detail. Steht so auch auf seiner Website:

    «Es ist einfach, ein Haus mit 100 Beliebigen Details zu bauen. Wenn man nur auf 10 Details setzt wie Wir, muss jedes Detail perfekt sein.»

    Und da beginnen dann meiner Ansicht nach die Probleme, denn er setzt stets auf die selben Details. Bei kleinen Gebäuden ist das noch vertretbar, aber Dudler darf aufgrund seiner Reputation oft genug riesige Komplexe gestalten, die durch diesen steingewordenen Minimalismus schlichtweg trostlos, kalt und abweisend wirken. Organische Formen, Variation, Kreativität blitzen sehr selten auf, stattdessen scheinen sich die meisten seiner Architekturen, ganz egal an welchem Ort, in ein strenges Raster zwängen zu müssen. So entsteht Austauschbarkeit in besonders hohem Maße, eine Identifikation mit dem Ort findet wenn überhaupt nur in wenigen Einzelfällen statt.


    Selbst bei David Chipperfield wird mehr Abwechslung geboten. Allzu lange halte ich den Aufenthalt auf der Dudler Website dann auch nicht aus, obwohl mir manche Bauten durchaus gefallen. Wenn ich sein Werk mit einem Wetter umschreiben müsste: Neblig nassgrauer Novembertag.


    https://www.maxdudler.de/

    Was im DAF ein sehr großes Thema ist, ist das Verkehrswesen (ÖPNV, Straßengestaltung, Aufteilung, Flughäfen, Bahnhofsumbauten etc.). Auch der Städtebau im Stadium der Bebauungsplanung, Masterplanung, städtebaulichen Wettbewerbe nimmt dort einen hohen Stellenwert ein. Beide Themengebiete sind im APH deutlich hinter dem Thema Fassadengestaltung und Rekonstruktion eingeordnet.

    Dafür wird hier vielen Städten und Orten Beachtung geschenkt, die im DAF gar nicht oder nur sehr eingeschränkt vorkommen. Im DAF konzentriert sich das Geschehen eigentlich auf die größten Großstädte, wobei Berlin und Frankfurt den Löwenanteil der Beiträge ausmachen.

    Reik: Und wo genau wird dort jetzt etwas gefeiert? Bedeuten Bilder, die die Stadtentwicklung dokumentieren, für dich ein feiern der abgebildeten Architektur? Bitte werde konkret.

    Valjean: Ich habe das hier in diesem Thread gepostet, da du dich nun mal hier über eine "unentspannte" Atmosphäre beklagtest :).


    Heimdall: Das hat sogar sehr viel mit einem Forenvergleich zu tun. Vom TE Sir Moc wurde explizit die Moderation / Stimmung / Atmosphäre im DAF angesprochen, Valjean ging darauf ein, u.a. mit obiger Bemerkung, woraufhin ich an einem aktuellen Beispiel zeigte, dass der Klagende sich selbst beklagt ;)


    Reik: Entschuldigung, aber das stimmt so nicht, was du über das DAF-Dresden berichtest. Es herrscht dort eine sehr breite Zustimmung gegenüber den (Schein-)Rekonstruktionen und Plänen. Das heißt nicht, dass deswegen nicht auch der Kulturpalast verteidigt wird, wenn dort, insbesondere aus anderen Subforen stammende, Foristen, dessen Abriss fordern. Auch Gebäude wie der geplante neue, moderne Busbahnhof mit Bürohochhaus oder die Bebauung rund um den Postplatz werden kritisch beäugt, wenn gleich es im DAF mehr Mitglieder gibt, die auch den modernen Gebäuden / Entwürfen etwas abgewinnen können. Aber eine Feier, wie du das beschreibst, ist es de facto nicht.

    Sehr unentspannt aber dieser Geist hat ja auch hier Einzug erhalten.

    Da solltest du dich an die eigene Nase fassen, Valjean.

    Denn sicher glaubst du nicht, dass Beleidigungen wie der gezogene Vergleich zu einem "religiösen Fundamentalisten", an den man erinnere, weil man die E-Mobilität nicht in dem Umfang kritisiere, wie du das gerne hättest, zu einer entspannten, guten Diskussionsatmosphäre beitragen?

    Heimdall:


    Mir ist nach wie vor nicht ganz klar, weshalb die Bilanzen Teslas bzgl. E-Mobilität eine herausgestellte Rolle in dieser Debatte spielen. Ich persönlich mag Elon Musk auch nicht besonders, seine Fahrzeuge finde ich unpraktisch und optisch lösen sie bei mir kein "Will ich haben" Gefühl aus. Aber abgesehen von seiner Medienwirkung ist er einfach einer von dutzenden Produzenten von E-Autos. Es wäre mir neu, dass die Ertragslage einzelner Unternehmen innerhalb einer global etablierten Branche über die Sinnhaftigkeit und das Potenzial einer ganzen Technologie entscheidet. Mir ist es sogar ziemlich egal, was Tesla so macht, viel interessanter finde ich die Japaner und Koreaner, die inzwischen eine ganze Reihe kleiner, flotter E-Autos im Angebot haben.


    Zu den CO2-Zertifikaten: Ja, das Prinzip ist vergleichbar zu dem von dir genannten Ablasshandel. Nur ich sehe darin kein Argument gegen die E-Mobilität. Szenario A) Tesla verkauft keine Zertifikate mehr, Fiat verfehlt sein Kontingent, wird empfindlich bestraft. Anreiz für Fiat mehr E-Autos / Hybride zu entwickeln (unter Druck). Szenario B) Tesla verkauft weiterhin Guthaben, Fiat wird nicht bestraft, kann sich ggf. Zeit zur belegschaftsschonenden Umstrukturierung verschaffen.

    Die CO2-Vorgaben wurden ja nicht eingeführt, um E-Autos zu fördern, sondern den Klimawandel zu bremsen. Wenn das ohne E-Mobilität gelingen kann, gerne her damit. Danach sieht es zur Zeit nur leider nicht aus.


    Quote from Elbegeist

    Der Vergleich ist kaum möglich. Als in der Frühzeit oft nur ein Auto pro Stunde, in ländlichen Gebieten pro Tag, die Straße bevölkerten, spielte ausschließlich die Zuverlässigkeit eine Rolle. Alle Verbesserungen gingen in diese Richtung, verbunden mit Leistungssteigerung und Reduzierung des Verbrauchs. Und dafür hatte man viel Zeit.

    Die Straßen um 1900 waren voll. Weniger mit Autos als mit Kutschen, Pferden, Straßenbahnen, Fußgängern (wenn gleich 1 Auto/h vielleicht für Weil im Dorf galt aber nicht für eine Großstadt ;-)) . Ein nur zu 95% ausgereifter Verbrenner der mittendrin zum Brennen anfängt? Nicht gut, und doch kamen sie auf den Markt und haben die Welt erobert. "Viel Zeit" ist nur aus der heutigen Perspektive zu attestieren. Wettbewerb und Konkurrenz waren schon zu Beginn der Automobilindustrie hoch, gerade in den Anfangsjahren gingen hunderte Hersteller bankrott oder konsolidierten zwangsweise. Viel Zeit war da nicht; als Henry Ford seine Fließbandproduktion um 1907 aufnahm und Einheitsware produzierte, kam Cadillac schon mit Luxusmodellen daher. Nur um Zuverlässigkeit ging es nie.


    Unabhängig von diesem hier diskutierten Thema, finde ich diese alten Aufnahmen immer wieder faszinierend:


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    Wie bereits gestern von mir geäußert, sind diese "Diskussionen" hier ohnehin nicht zielführend.

    Das kommt darauf an, welches Ziel Sie sich für die Diskussion hier gesetzt haben. Diskutieren von Vor- und Nachteilen der E-Mobilität wäre schön. Denn Nachteile und Probleme der E-Mobilität gibt es selbstverständlich genug, die können wir hier doch ganz einfach austauschen ohne persönliche Anfeindungen.

    Die CSU sollte sich für ästhetische Hochhäuser einsetzen. Nicht für deren Beschneidung und Verstümmelung, sodass am Ende nur klotzige Renditekisten herauskommen. Es ist bezeichnend, dass seit 2004 kein einziges geometrisch aufwendig gestaltetes Hochhaus mehr entstanden ist (eines vielleicht, und zwar das am Bahnhof Berg am Laim). Die CSU vergisst auch gerne, dass sie 2014-2020 regiert hat, nur was hat sie FÜR optisch ansprechende Hochhäuser getan? Gar nichts. Ebenso wenig wie sie sich für Rekonstruktionen oder den Erhalt von historischer / wiederaufgebauter Gebäude interessiert, interessiert sie sich für die optische Gestaltung von Hochpunkten. Stattdessen geht es nur um Profilierung, Trittbrettfahrerei, Reaktionismus. Städtebauliches Voranschreiten, ein Mitgestalten FÜR eine bessere Baukultur ist nicht.

    Die anderen Parteien stehen dem allerdings kaum in etwas nach, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt wie in den Reihen der CSU.

    Denkmalschutz ist das eine. Anstand, Achtung und Geschmack das andere. Nicht alles, was nicht unter Denkmalschutz steht, stehen kann (oder soll?), muss von profilierungswütigen Ministern dem Erdboden gleich gemacht werden. Warum so unkreativ? Man hätte doch das gut erhaltene Treppenhaus als Blickfang in die Neubauten integrieren können. Wurde schon dutzendmal praktiziert. Stattdessen tabula rasa ohne Rücksicht und Feingefühl. Bei mir rief es zumindest immer ein ehrfürchtiges und zugleich leicht erhabenes Gefühl hervor, wenn ich durch die prächtigen Treppenhäuser meiner Universität gelaufen bin. Pah, was für austauschbare 0815-Bürotreppenhäuser dort jetzt entstehen... wohl kaum anders wie bei der Maier Huber Bauunternehmung KG Pfaffenhofen an der Sonstwo.

    Alle Entwürfe sind in meinen Augen unterirdisch. Allerdings war das absehbar, da bereits der benachbarte Bau des Nano-Instituts eine minimalistische, kalte, abweisende Funktionsarchitektur verfolgt (der ist sogar noch weitaus schlimmer wie ich finde). Alle Gebäude dieses Campus werden wohl in diese Richtung gehen, allein die vorgesehen Kubaturen des Masterplans / B-Plans sind für diese Lage am Englischen Garten eine Zumutung. Mir ist klar, dass ein Physik-Campus heute nicht mehr mit Mansarddach und Sprossenfenstern daherkommen kann, aber mehr als ein paar lieblos hingeklotzte Quader mit Rasterfassade kann man doch sicher erwarten.


    Zu verdanken ist das u.a. Ludwig Spaenle, der hier in bester CSU-Manier einen Hightech-Physik-Campus schaffen wollte. Als Kultusminister in mehrfacher Hinsicht eine unglückliche Fehlbesetzung und gut, dass der Mann endlich weg ist, sein "Erbe" müssen alle Verfechter ästhetischer Baukultur leider noch lange Zeit erleiden.