Posts by Michael68

    Um Himmels Willen, das ist ja entsetzlich.


    Was für ein enormer Verlust. Wie kann es sein, dass in Deutschland so wenig Bewusstsein vorhanden ist für historisch wertvolle Gebäude, für ästhetische Architektur.


    Was ist das für ein Fetisch in jedes gewachsene Ortsbild ein modernes Gebäude einfügen zu müssen?


    Das ist mir in dieser extremen Form nur in Deutschland bekannt.


    Kürzlich sagte mir mein Schwager (Handwerker) etwas, was ich sehr bemerkenswert fand, nämlich dass Architekten heute eventuell ihr enormes Defizit an Können und künstlerischen Fertigkeiten gegenüber Generationen von Baumeistern der Vergangenheit erkennen und aus diesem Wissen heraus bewusst schöne historische Architektur beschädigen, indem sie das Umfeld dieser zerstören.


    Vielleicht schreibe ich an die Stadtverwaltung Kalkhorst. Auch wenn es nichts mehr bringt ist es vielleicht wichtig zu zeigen, wie traurig dieser Verlust ist.




    Dieser Wohnblock wurde mit recht geringem Aufwand optisch (Fenster und Farbe) deutlich aufgewertet. Jahrzehntelang befand sich das Gebäude in diesem Zustand

    Sehr gerne, lieber Heimdall.


    Ich finde mich in vielen Deiner Aussagen wieder, aber hier kommen wir glaube ich nicht zusammen. Aber das wird schon wieder. :wink:

    Die folgenden Häuser im Stadtteil Neuhausen sind für Neubauten und unter den schwierigen Bedingungen für schönes Bauen in München (zumindest für mein Dafürhalten) recht ansprechend. Mehr kann man in Bayerns Landeshauptstadt derzeit kaum erwarten.







    Das mittlere Haus wurde monatelang renoviert, neue Fenster eingesetzt und es wurde neu gestrichen. Optisch verliert das Gebäude durch die triste, abstoßende Farbe sogar gegenüber dem Vorzustand.


    Das Haus befindet sich in Sendling.




    Schalenbrunnen

    Künstler: -

    Gestaltet: 1866

    Standort: Gärtnerplatz, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt


    Der Gärtnerplatz wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu Ehren des Baumeisters Friedrich von Gärtner gestaltet.


    Von Gärtner war unter König Ludwig I. federführend bei der Errichtung und Gestaltung zahlreicher Wahrzeichen Münchens und Bayerns sowie weiterer Bauwerke außerhalb der bayerischen Grenzen.


    Zu den herausragenden Bauten zählen in der bayerischen Hauptstadt u.a. das Siegestor, die Gebäude der Ludwigs-Maximilians-Universität, die Ludwigskirche oder die Feldherrenhalle. Ein markantes Bauwerk sei noch genannt, nämlich die beeindruckende Befreiungshalle im niederbayerischen Kelheim.


    Nun zurück zum Gärtnerplatz. Die Platz-gestaltung übernahm Max Kolb, Vater der bekannten Schriftstellerin Annette Kolb.


    Der Gärtnerplatz ist ein hinsichtlich seiner Farb- und Fassadengestaltung sehr harmonischer Platz. Nachkriegsbauten wurden recht sensibel, wenn auch nicht immer makellos an die verbliebene historische Bebauung angepasst.


    Besonderes hervorstechend ist übrigens das schöne Staatstheater, erbaut durch Franz Michael Reiffenstuel.


    Der Platz ist durch seine begrünte Mittelinsel und zahlreiche Cafés und Lokale recht beliebt.


    Trinkwasserbrunnen

    Künstler: -

    Gestaltet: 1898

    Standort: Tassiloplatz, Au-Haidhausen


    Vermutlich gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche dieser Trinkwasserbrunnen im gesamten Münchner Stadtgebiet.


    Dieser 2015 wieder aufgestellte Trinkwasserbrunnen befand sich lange Zeit im Dornröschenschlaf in einem städtischen Bauhof.



    Globusbrunnen

    Künstler: Werner Kranz

    Gestaltet: 1956

    Standort: Brienner Straße, Maxvorstadt



    Nixenbrunnen

    Künstler: Franz Mikorey

    Gestaltet: 1957

    Standort: Widenmayer-/Prinzregentenstraße, Altstadt-Lehel

    Seit annähernd drei Jahrzehnten wurde dieser gewaltige Wohnblock nicht renoviert. Er befindet sich am sonst eher hässlichen Herzog-Ernst-Platz im Stadtbezirk Sendling-Westpark.


    Möglicherweise gibt es zwei Eigentümer, denn der eine Teil der Fassade (Stirn- und Längsseite) ist nun schön gestrichen, hat Sprossenfenster bekommen und wirkt sehr ansprechend. Der andere ist im Zustand wie vor 30 Jahren (und vermutlich länger).


    Man sieht die enorme Wirkung von Farbe und horizontaler Fenstergliederung. Das gesamte Gebäude ist gewaltig und dürfte eine Seitenlänge von rund 100x200 m haben.








    Künstler: Anton Pruska nach einem Entwurf von Gabriel von Seidl

    Gestaltet: 1894

    Standort: St.-Anna-Platz, Altstadt-Lehel


    Der St.-Anna-Platz ist ein kleines Juwel mit der Klosterkirche St.Anna , der beeindruckenden neoromanischen Stadtkirche St.Anna , übrigens auch von Gabriel von Seidl entworfen, und der schönen, annähernd geschlossenen historischen Bebauung.


    Lokale und Straßencafés, sowie viele Menschen, die flanieren und miteinander plaudern und Kinder, die spielen geben dem ganzen Platz an schönen Tagen ein fast südländisches Flair.


    Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger verbrachte einige Jahre seiner Kindheit hier.


    Weniger bekannt ist der sprachlich, und auch hinsichtlich seiner Themen, außergewöhnliche Regensburger Autor Georg Britting, der in den 60er Jahren hier einige Zeit lebte. Wer in Bayern zur Schule ging wird aus dem Deutschbuch die eine oder andere Geschichte

    kennen. Wie schade, dass Britting fast in Vergessenheit geraten ist.

    Den folgenden Springbrunnen möchte ich mithilfe von Bildern aus Wikimedia präsen-tieren. Hintergrund ist, dass der Brunnen seit Monaten kein Wasser führt.


    Der Brunnen gehört für mich zu den schönsten der Stadt. Ein -ich möchte fast sagen- sinnliches Kunstwerk. Hier nun der Beweis:






    Fortunabrunnen

    Künstler: Karl Killer

    Gestaltet: 1907

    Standort: Isartor, Altstadt-Lehel


    Fortuna ist der Name der Glücks- und Schicksalsgöttin in der römischen Mythologie.


    Sie ist eine der drei Parzen, also der römischen Schicksalsgöttinnen, die als Moiren ihren Ursprung in der hellenischen Götterwelt haben.

    Die Germanen nannten die Schicksalsgöttinnen Nornen.


    Fortuna wird in der Regel ein Füllhorn als Attribut beigefügt. Das mit Blumen und Früchten gefüllte Horn gilt als Zeichen von Fruchtbarkeit, Überfluss und Wohlstand.

    Oft wird sie auch an einem Rad gezeigt, dem Schicksalsrad, das sie dreht. Ihre Entscheidungen sind oft willkürlich und sie nimmt dabei keine Rücksicht auf die Stellung oder das Ansehen der Menschen.


    Nachdem Fortuna nicht nur Glücks-, sondern auch Schicksalsgöttin ist birgt ihr Füllhorn durchaus auch schlechte Gaben.


    Auf geradezu wundersame Weise gelang es Fortuna in die christlichen Glaubenslehre Einzug zu halten.


    Die Kirchenväter achteten streng darauf die alte heidnische Mythologie zu verdrängen und nicht selten sogar ihre Zeugnisse zu vernichten. Bauwerke und Schriften wurden oft erbarmungslos zerstört .


    Eigenartigerweise erlebte Fortuna im Hochmittelalter plötzlich eine Renaissance und kam als Dienerin Gottes wieder zu Ehren.


    In den berühmten Carmina Burana, der in Latein und Mitttelhochdeutsch verfassten, und im Kloster Benediktbeuren gefundenen Liedersammlung gilt sie als Herrin der Welt.


    Carl Orff hat Fortuna in seiner Komposition „Carmina Burana“ ein imposantes musikalisches Denkmal gesetzt.


    Schutzmantelmadonnabrunnen

    Künstler: Konstantin Frick

    Gestaltet: 1984

    Standort: Mariahilfplatz, Au-Haidhausen



    Brunnenweibchen

    Künstler: Philipp Widmer

    Gestaltet: 1908

    Standort: Gebsattelstraße, Au-Haidhausen


    Der Brunnen befindet sich am Fuß der sehenswerten Gebsattelbrücke. Zur Brücke vielleicht später an anderer Stelle mehr.







    Reiherbrunnen

    Künstler: Theodor Fischer und Josef Flossmann

    Gestaltet: 1899

    Standort: Regerplatz, Au-Haidhausen

    Vielen Dank Löbenichter für Deine vielen erfreulichen Beiträge.


    Deine Hinweise auf Sanierungen, die Rettung bereits verloren geglaubter Gebäude, die Aussicht auf Rekonstruktionen, stets spürst Du die guten Neuigkeiten auf und teilst Sie mit uns.


    Vielen Dank dafür!!!

    ArthurV.Aragon


    Vielen Dank für den Link zu diesem wundervollen Film. :love:


    Das Schloss sieht noch weit prächtiger und schöner aus, als ich es bisher auf Photos wahrgenommen habe. Was für ein wundervoller ästhetischer Bau, erschaffen durch enorme handwerkliche Kunst und gegen so viele Widerstände.


    Ich bin überzeugt davon, dass eines Tages auch die Vernunft und der gute Geschmack dafür sorgen, dass das Schlossumfeld angemessen und ästhetisch gestaltet werden.

    thommystyle™


    Vielen Dank für diese treffende und scharfsinnige Analyse.


    Mir fällt mittlerweile leider auf, dass sich viele Journa-listen in der Rolle des Erziehers der Bevölkerung sehen. Mit moralinsaurem Gesicht und dem erhobenen spitzen Zeigefinger des Lehrers Lämpel wird der scheinbar irregeleitetend, dummen Masse der Menschen erklärt, was politisch korrekt ist, und was nicht. Eigentlich ist das schon wahnsinnig arrogant.


    Insofern finde ich Deine Analyse, thommystyle™, weit aussagekräftiger und interessanter als den Arte-Bericht.


    Ich freue mich riesig über das schöne Schloss. Da können die Gegner noch soviel ungerechtfertigten moralischen Unrat darüber kippen. Im Grunde genommen diskreditieren sich die hysterischen Schlossrekogegner selbst.



    (Im Hintergrund der Justizpalast. Mehr daz unten)


    Neptunbrunnen

    Künstler: Josef Wackerle und Oswald Bieber

    Gestaltet: 1937

    Standort: Alter Botanischer Garten, Maxvorstadt


    Der Alte Botanische Garten ist eine kleine Oase inmitten betriebsamer Geschäftigkeit ringsherum. Wer dem Lärm des nahegelegen Stachus, dem Kommen und Gehen am Hauptbahnhof, aber auch dem tosenden Verkehr am Lenbachplatz entkommen will findet hier etwas Grün und im Sommer einen netten Biergarten.


    1853 wurde hier der Grundstein gelegt für den imposanten Glaspalast, der nach der sensationellen Rekordzeit von nur sechs Monaten fertiggestellt wurde. Vorbild war der deutlich größere Londoner Crystal Palace.


    Beide Gebäude ereilte das gleiche Schicksal, sie wurden durch riesige Brände vernichtet.


    Der Münchner Glaspalast mit einer Länge von 234 Metern, einer Breite von 67 und Höhe von 25 Metern brannte 1931 vollständig aus.


    Wie in London war jedoch der Verlust des einmaligen und imposanten Bauwerkes nicht das Einzige, was zu beklagen war. Beide Gebäude waren der Kunst gewid-met und in München wurden über 3000 wertvolle Gemälde ein Raub der Flammen. Darunter Werke von Caspar David Friedrich, Gemälde aus dem Kreis der Nazarener und Kunstwerke Moritz von Schwinds.


    Der auf Bild 3 im Hintergrund (ausschnittsweise) erkennbare gewaltige Justizpalast wurde unter der Leitung von Friedrich von Thiersch 1897 vollendet.


    Traurige Berühmtheit erlangte der Justizpalast 1943, als die Mitglieder der Weißen Rose, unter anderem Sophie Scholl und ihr Bruder Hans hier zum Tode verurteilt wurden.


    Wenn wir schon mal hier sind ein paar Wikimedia-Bilder aus dem Inneren des Justizpalastes.




    Däne


    Es wurde auch an anderer Stelle schon konstatiert, dass große, horizontal nicht untergliederte Fenster eines der größten Mankos der Moderne sind. Natürlich bei weitem nicht das Einzige. Aber es ist eines der wenigen Defizite, das sich leicht beheben lassen könnte.


    Während Stuck, Ornamente, gar Figuren nicht nur teuer sind, sondern auch Zeit und Können erfordern, wäre der Einbau gegliederter Sprossenfenster ein Leichtes.


    Der abstoßendste Bau erhält durch schöne Fenster eine feinere Gliederung und Struktur.


    In einer glatten, nichtssagenden Wand wirken große Fenster nur wie Löcher in einer Mauer, während geteilte Fensterflächen der Eintönigkeit und Einfallslosigkeit moderner Architektur entgegenwirken.


    Aber ich denke, dass das moderne Architekturdogma ganz gezielt das "Verspielte und Filigrane" von Sprossenfenstern als zu gefällig, zu althergebracht ablehnt.