Posts by Majorhantines

    nebenan wo ein Lidl Einkaufsmarkt steht, der wohl demnächst abgerissen wird ( entstanden vor ca. 10 Jahren !!! ) soll auch neues entstehen.

    Ich habe das schon an anderer Stelle im Forum angesprochen, aber hier verdeutlicht sich das irre Resultat daraus. Die Investitionszyklen für Immobilien sind stark gesunken in den vergangenen Jahrzehnten. Heute liegen wir bei 10-15 Jahren, was genau dazu führt, dass eine Immobilie gleich schon wieder abgerissen werden kann, wenn die Nachnutzung lukrativ ist. Wegwerfprodukt Einzelhandelsfläche.

    Majorhantines, bitte entferne unverzüglich das Stockfoto von alamy. Es ist unübersehbar urheberrechtlich geschützt, und du solltest wissen dass man solche Bilder nicht einfach so verbreiten darf, schon gar nicht als direkten Hotlink zum Urheber.

    Meines Erachtens ist das eine Fehlinterpretation über Wasserzeichen und Fotoverknüpfungen. Das Foto liegt nicht auf den Servern von Stadtbild Deutschland. Das Foto ist wegen des Waterprints geschützt und gerade durch die reine Linkeinbindung zur veröffentlichten Quelle jederzeit vom Urheber zurückziehbar. Ich habe also weder deren Schutz umgangen, noch habe ich deren Zugriff auf ihr Material behindert. Für eine Urheberrechtsverletzung müsste ich das Bild herunterladen und dann auf Stadtbild Deutschland hochladen.

    Interessant, dass Schornsteine angesprochen wurden. Das ist eine Sache, die mich schon länger beschäftigt. Genauer gesagt, der Unterschied von Deutschland verglichen mit Frankreich und Großbritannien.
    Das Ausrangieren oder nicht besonders Wertschätzen von Schornsteinen als Architekturelement scheint in Deutschland schon lange Kultur zu haben, schon vor der Moderne. Wenn man sich vergleichsweise Bauten aller Epochen in Frankreich und Großbritannien ansieht, fällt einem auf, dass Schornsteine immer ein stark prägendes Element der Architektur waren, ja, sogar mit ein gestalterisches Element. Auf die Spitze getrieben im Beaux Arts Stil, mit extrem aufwendig gestalteten Dächern und großen, prachtvollen Schmuckschornsteinen.
    In Deutschland scheinen Schornsteine schön länger ein eher zweckverbundenes Anhängsel eines Hauses zu sein und so sind sie wohl schnell von historischen Gebäuden über die Zeit verschwunden.
    Recht schade, denn ein Wald von Schornsteinen über den Dächern französischer und britischer Städte hat mich schon immer fasziniert und einen ganz besonderen Charme ausgeübt.

    Ich würde meinen, dass es daher kommt, dass die jeweilige Majorität an Gebäuden je in den Boomzeiten eines jeden Landes entstanden ist. Und Frankreich und England hatten wohl beide Epochen, wo auf dieses Element geachtet wurde, bzw. insgesamt auf eine bestimmte Anordnung der Schornsteine. Das war zumindest mein Gedanke, wenn ich an Englands victorianische Reihenhäuser denke aus dem 19. Jhd.

    Wir wissen nicht, wie die Energieversorgung der Zukunft aussieht. Ein Kumpel von mir will gerade auf Pellets umsteigen. Da braucht er einen Schornstein.

    Ja es wird sicherlich auch weiterhin einzelne Verbrenner geben, habe das ja schon selbst am Beispiel Einfamilienhaus aufgeführt. Aber wo findet denn die urbane Architektur statt? Eben nicht an den Rändern mit Insellösungen. Dazu kommt, dass es gar nicht genug Holz gibt, um verbreiteter mit Holz zu heizen. Daher kann man durchaus schon sagen, wo es tendenziell in Zukunft hin geht.


    Nicht gebraucht wird seit Jahrzehnten Fassadenschmuck. Zum Glück gibt es aber Menschen, die nicht nur nach dem technisch-praktischen Gebrauch von Dingen, sondern auch der Schönheit gehen. Ähnlich sieht es bei Fensterläden vs. Rollläden aus.

    Mit Verlaub, aber damit rezitierst Du den Unsinn des Bauhaus. Der von Funktionalität spricht, aber hoch dyfunktional für Menschen und Gesellschaften baut. Man kann Schönheit nicht vom praktischen Gebrauch trennen. Denn sie erfüllt wichtige Zwecke. Außerdem entstehen viele Kunststile/dekorative Elemente aus einem technisch-praktischen Ursprung heraus.


    Von meiner Seite aus bräuchte es keine Flachdächer mehr.

    Das wäre für mich auch ein gutes Bauelement, das man eigentlich nicht braucht. Es passt zur Wegwerfgesellschaft, von der Wir Uns langsam verabschieden. Flachdächer sind zunächst billig erstellt, halten dafür aber nicht lange. Dazu kommen zahlreiche Elemente eines Daches, die gleich passend zum Threadthema wegfallen:

    Dachrinnen, Firstschmuck, Dachgauben, Dachflächen als Gestaltungselement.

    Bauaesthet Ich habe das alles so noch nicht mitbekommen, daher ist es gut, dass man Sachen immer mal wieder aufgreift. Dafür kann ich umso unvorbelasteter sagen, dass das Ergebnis nicht toll ist. Dass es nicht gestaltet wirkt, von menschenfreundlich ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass man auch im Schloss Thread gerade wieder eine Fassadenbegrünung angesprochen hat. Auf dieser Ostseite mit der verloreren einen Weide ist die Sterilität geradezu beispielhaft exerziert.

    Ich glaube das könnte eine ganz spannende Diskussion ergeben. Welche Elemente eines Gebäudes kann man heute weglassen, da es

    A seinen Zweck verloren hat

    B gegen einen heutigen Nutzungsanspruch steht

    C ästhetisch nicht mehr passt.


    Ich würde sagen, das neueste Element, das seinen Zweck verloren hat ist der Schornstein. Mit der Umstellung auf Fernwärme und Wärmepumpen haben höchstens noch vereinzelte Einfamilienhäuser mit Holzofen noch einen Kamin.


    Das Thema ist auch deswegen interessant, weil solche Elemente oft auch den Charakter von Gebäuden in der Vergangenheit prägten und als Gestaltungselement genutzt wurden. So beim Beispiel Kamin die Gebäude schon heute deutlich anderen Charakter haben als zu Zeiten, wo jeder Raum noch mit einem einzelnen Ofen beheizt war.


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    Postet gerne noch mehr schöne Beispiele von möglichen verlorenen Elementen.

    Wirklich spannende Beispiele, Heimdall, danke. Kenne ich von Süddeutschland eben so gar nicht. Zeigt auf jeden Fall, dass das Konzept recht gut technisch funktioniert. Dazu wurde auch hier im Forum schon ich glaube beim Schinkelplatz in Berlin etwas geschrieben. Es passt sehr gut in die heutigen Entwicklungen der Baubranche.


    Ob es aber immer funktioniert glaube ich nicht. Grade das Beispiel von Dir aus Würzburg wird auch mit einer netten Fassade nicht mehr qualitätsvoller. Es muss - und das habe ich ja geschrieben - schon auch der städtebauliche Aspekt zunächst passen, z.B. eben Blockrandbebauung. Ein Hochhaus bleibt ein Hochhaus. Da hilft kein Stuck, da geht keine Fassadengliederung auf 40 Meter Höhe.


    Deshalb würde ich mir noch bessere angestrebte Beispiele im Sinne des Forums wünschen, die Plattenbauten hier streckenweise erscheinen unvorteilhaft. Manchmal bekommt man es am Rande mit, ich weiß nicht mehr in welcher Stadt es war, aber da wurde am Marktplatz gerade ein Haus kernsaniert, bei dem auch einfach nur die Fassade abgenommen wurde (und das Dach neu). Wenn man Büro- und Gewerbeflächen heute entwickelt, wird häufig schon in diese flexible Richtung gebaut, aber eben nicht systematisch, sondern eher per Nebenprodukt, weil man dem Mieter alle Freiheiten lassen möchte.

    Heimdall Das ist ja der Knackpunkt. Wenn Unsere Demokratie sich mit der Geschichte legitimiert tut sie das durchaus verschieden und doch wohl mit besseren Argumenten, wie Diskriminierungsfreiheit, Partizipation usw.

    Ist natürlich nicht miteinander vergleichbar. Ist unvergleichlich. Und schon der Vergleich disqualifiziert denjenigen, der ihn tätigt.

    Aber ich bin mir nicht sicher, ob Du da überhaupt offen bist für Argumente, wenn Du es so hinstellst, als würde eine Bescheinigung eines nicht ganz treffenden Vergleichs gleichbedeutend sein mit einer Disqualifizierung Deiner Person.

    Das Wort Schandfleck hat nicht nur durch den ersten Teil seine Wirkung, man beachte in welchen Kontext es genutzt wird: Meist wenn die Umgebung ordentlich ist und der eine Punkt, der Fleck, stört. Das regt im Menschen das Bedürfnis nach einem Set, nach Ordnung, eine ,,Schande", dass dieser Bau das Gesamtbild stört. Eben ein Schandfleck.

    Tja, Freunde wirst Du Dir mit dem Clip in diesem Forum kaum machen. :lachen:


    Es mag ja klimatechnisch und ökobilanztechnisch effizient sein, Betonklötze kernzusanieren statt abzureißen. Ein solches Einfrieren der Ist-Situation bedeutet aber eben auch städtebaulich und architektonisch einen weitgehenden Stillstand.

    Ein wenig kurz gedacht, wenn man das gleich mit einem Veränderungsstopp verknüpft. Schließlich ist gerade in größeren Städten die Blockrandbebauung immer gleich, einzig die Etagenzahl, die Treppenhaus-/Zugangsanordnung, und natürlich die Fassade bieten Variabilität. Warum sollte man diese Bauten nicht flexibel mit einer neuen Fassade ausstatten können.


    Das Technische Rathaus in Frankfurt [...] , der Palast der Republik in Berlin, [...d]er Staudenhof und das Rechenzentrum in Potsdam müssten ebenfalls unter diesen Gesichtspunkten unbedingt kernsaniert werden.


    Eine solche Tendenz wäre also für das Vorhaben der Stadtbild-Reparatur sehr schädlich.

    Das geht an der grundsätzlichen Idee aber vorbei. Es ging im Video darum, dass heute solche Gebäude 1 zu 1 ersetzt werden, wie er ja auch sagt, das wird der Rohbeton weggerissen und dann wieder hinbetoniert.


    Ich frage mich bei solchen Aussagen dann immer, wie Du jetzt stellvertretend für das Forum formulierst, ob man überhaupt hier wirklich großflächig Verbesserung möchte. Oft scheint es so, dass hier lieber ein bis zwei hoch idealisierte Projekte zum nonplusultra erklärt werden, völlig aus den Augen verlierend, dass man sich an der heutigen Begebenheiten messen muss und damit dann es nur zu winzigen Leuchtturmprojekten kommen kann. Würde man aber etwas undogmatischer denken, könnte man ganze Stadtlandschaften angehen, indem man eben beispielsweise bestehende Betonklötze mit neuen Fassaden versieht. Das würde erlauben sich heute Einzusetzen, dass auch Neubauten mit mehr Flexibilität und damit Lebenszeit entstehen.

    Ich finde nicht gut, dass eine Militärjunta hier als strahlendes Beispiel hervorgehoben wird und in einen Kontext gestellt wird zu Unserem Verhältnis zum Kaiserreich.


    Die Militärs verfolgen dort zwei Dinge in meinen Augen, ihre Macht zu legitimieren, dafür nehmen solche Regierungen immer gerne die Historie her und selbstverständlich versuchen sie ihr wirtschaftliches Fundament zu stärken, den Tourismus, ohne den sie ebenso keine Überlebenschance haben.


    Im Übrigen tragen Wir Unsere Verehrten auch durch die Straßen, man denke nur an Heiligenprozessionen und die Trauerzüge mit Begräbnis mit militärischen Ehren. Ob man das mit Massenmördern und Sklavenhaltern machen sollte, weil man deren Verhalten mit den damaligen Verhältnissen rechtfertigt? Zweifel sind angebracht, denn die gleiche Argumentation erlaubt Uns heute nach Unseren heutigen Maßstäben selbst festzulegen, wen Wir als Vorbild für Unseren Staat und Gesellschaft erheben wollen oder nicht.


    Quote

    Im Rohbau steckt allein 80% des CO2 Äquivalents eines ganzen Gebäudes. Daran erkennt man wie wertvoll dieser Rohbeton ist , diesen wegzunehmen und wieder hinzubauen ist ökobilanziell absurd. Das macht viele Sanierungen sogar klimafreundlicher als die vorgeschriebenen Energiestandards beim Neubau.

    Hat jemand Bilder von der Vorbebauung?

    Quelle: Google Maps


    Die ganze Umgebung erscheint nicht gerade ansprechend, insofern stimme ich zu, eine Verbesserung. Eigentlich ein ganz schöner Stadtteil, das hintere Gebäude ist übrigens ein Parkhaus.

    Gute Doku zur U5

    Man muss sich nicht über die hohen Kosten wundern, wenn man das so schaut. Wirkte jetzt nicht als bewusst negativ dargestellt und doch fiel klar auf, dass die Architekten immense Kostentreiber waren. Wogegen nicht unbedingt etwas sprechen würde, wenn man immer klar erkennen würde, wo die aufwenige Arbeit drin steckt. In den schwarzen Betonplatten scheint man es jedenfalls nicht sehen zu können, dass man die handgeformt hat, einzeln CNC gefräst hat, und exakt zusammengepuzzelt hat dann in der Station. Mein Eindruck.

    https://www.brandeins.de/magaz…2021/die-60-minuten-stadt


    Ein interessanter Artikel, um sich der sehr unterschiedlichen Herausforderungen einer jeden Stadt bewusst zu werden, wie schwer es also ist pauschale Aussagen zu treffen. Auch bekommt man einen kleinen Einblick, wie Berater Unsere Städte und Unser alltägliches Leben prägen. So ist mancher Ort überraschend wachsend, obwohl über Jahre der Rückbau vorgegeben wurde und hat entsprechend Probleme die Grundversorgung ausreichend zu bieten für die Neuankommenden. Frage ich mich braucht man solche Berater? Wohl häufiger wie im zweiten Fall nur da um eine vermeintliche Legitimierung zu schaffen. Teure Angelegenheit.

    Ich weiß Du machst das glaube ich immer so Heimdall mit dem ausschreiben des Nutzernamens, jedoch wäre es manchmal hilfreich, wenn Du auch die Verlinkung nutzen würdest, dann verpasst man Deine Antwort ganz sicher nicht. Aber gilt vielleicht nur für mich, der zu viele abonnierte Themen hat bzw. zu unregelmäßig online ist.


    Ich würde Dir grundsätzlich zustimmen, hätte noch ein, zwei Anmerkungen noch: Ich denke nicht, dass die meisten sich mehr als eine Zeitung leisten oder gar noch extra ein Magazin, selbst ein zusätzliches Onlineabo ist wohl nicht die Regel. Daher ist es gerade auch für nicht so internetaffine immer noch DER Informationskanal schlechthin, wenn man mehr als 15 Min Nachrichten beziehen möchte. Es ist zwar gewiss so - und das hatte ich vorher bei Deinen Aussagen missverstanden- dass die Zeitungen durch ihren Regionalteil sich dann vor Ort durchsetzen, diese Monopolstellung spricht aber gerade nicht für einen besonders anspruchsvollen und damit teueren Journalismus.

    Ich hätte nicht gedacht, dass freie Journalisten billiger sind, externe Berater kosten ein Unternehmen ja auch mehr, selbst Leiharbeit zahlt in manchen Berufen besser.


    Der Nachwuchs hat einfach immer weniger Allgemeinbildung und kritisches Reflexionsvermögen. (Das ist natürlich von mir jetzt nicht empirisch belegbar, sondern ein subjektiver Eindruck.) Man will keine Anzeigenkunden [...] verprellen. [...] Und erst Recht keinen Minoritäten oder "zivilgesellschaftlich" organisierten Gruppen, die gleich eine "woke" Internetkampagne lostreten, wenn gegen die Political Correctness verstoßen wurde. Bleibt nur, mit der Keule auf einige AfD-Politiker draufzukloppen als einziges Aggressionsabfuhrmittel der letzten Restbestände "kritischen Journalismus"´.

    Diesen Absatz finde ich nicht ganz so gelungen. Ich würde das Gegenteil sagen, dass die Jungen heute deutlich besser informiert sind, allein schon durch die digitale Revolution. Es ist heute watscheneinfach Informationen zusammenzutragen, gerade die Jungen spielen das aus, sie kennen es gar nicht anders, sind damit aufgewachsen. Es ist kein Wunder, dass die Klimaproteste von ganz jungen, ja, Kindern oder zumindest Jugendlichen geführt wurden. In der Vergangenheit waren Proteste mehr bei Studenten zu verorten.

    Ich beobachte bei Uns hier auch keineswegs, was Du bezüglich Minoritätenförderung oder Rechtenbashing beobachtest. Gerade die Regionalblätter halten sich hier sehr zurück, das lese ich dann ständig bei den großen Zeitungen, von Bild, Spiegel, Zeit, FAZ und wie sie alle heißen. Allein wenn ich schon immer das gegendere da lese...

    Davon abgesehen - welcher Vollidiot hat dort dieses Ungetüm genehmigt ? In diesem Umfeld.... u n g l a u b l i c h

    Wenn Dich der alte Klotz schon so aufregt, geh erstmal noch 300m die Kauferinger runter oder gleich zum Stachus. Da wird auch noch in der heutigen Zeit ganz wunderbar gezaubert. Das ist für mich das Empörende, dass man nicht viel klüger heute handelt.