Posts by Majorhantines

    20240213_170528xx.jpeg

    Fotomontage 2 mit Verzierungen im Brüstungsband (Bildgrundlage von Unify).


    Und schon sieht die Fassade viel feingliedriger aus

    Ich empfinde diese Variante als die beste. Dazu dann noch das Portal in der Mitte, um dem heute nicht-eingängigen Mauerabstand in der Fassadengliederung wieder seinen Sinn zu geben. Gut käme eventuell auch, wenn die Oberlichter im EG noch geteilt wären.

    Damit kann man aber aus meiner Warte heraus sagen, dass die Sanierung nahezu perfekt ist, weil sie genau diese Optimierungen noch ermöglicht bzw. deren Grundlage erst geschaffen hat.

    Vielleicht könnte man so viel mehr Bauherren abholen, indem man ihnen einen idealen Endzustand präsentiert, jedoch auch entsprechend attraktive Zwischenzustände auf dem Weg dahin, die Kosteneinsparungen erlauben. So können dann Fassaden über viele Jahrzehnte ihre Pracht entwickeln, statt dass man alles gleich in einem Aufzug perfektioniert und entsprechend bezahlt.

    Ich verstehe die Sorge der Parlamentarier, die noch die Bilder der Erstürmung der Reichstagstreppe oder gar die mit Todesopfern versehenen Ereignisse in Washington im Kopf haben.

    Wobei diese Planungen älter sind als die angesprochenen Taten.

    Dennoch frage ich mich, ob ein solcher Graben in unserer Demokratie das richtige Zeichen sein würde.

    Es ist natürlich ein falsches Zeichen. Denn im Gegensatz zu den zahllosen sonstigen Maßnahmen die bereits ergriffen wurden bzw. werden (die ganzen unterirdischen Wegetunnel im Regierungsviertel, die fahrzeugresistenten Zäune und Poller, die Durchleuchtungsanlagen eintreffender Waren bzw. Post, usw.), sind diese baulichen Maßnahmen sehr greifbar bzw. augenfällig und deren Symbolik, die dann ja auch entsprechende Artikel reiten, aufdrängend.

    Keine Wohnung wartet nach einer energetischen Sanierung mit niedrigerer Warmmiete. Sowas hab ich noch nie gehört.

    Das liegt daran, dass über mindestens 12,5 Jahre die Sanierungskosten per Mietumlage refinanziert werden. Da das Gros der energetischen Sanierungen erst ab 2000 begann, gibt es wohl wenig Eigentümer, die bereits aus dem teuren Transformationsprozess heraus sind und wieder mehr Flexibilität bei der Mietpreisgestaltung haben. Aber es gibt sie sehr wohl. Mein Bruder wohnt in so einer Großstadtwohnung mit vorteilhafter Kostenstruktur aus den späten 90er Jahren. Wenn der gesamte Gebäudebestand über einen längeren Zeitraum energieeffizient gestaltet ist, sollten die Gesamtkosten im System niedriger sein. Voraussetzung: Es gibt einen Mietermarkt. Dazu muss es gelingen die starken Disparitäten zwischen den einzelnen Wohnungsmärkten aufzulösen. Wir haben ausreichend Wohnraum in Deutschland, nur eben nicht so konzentriert, wie heute (durch falsche Anreize) nachgefragt.


    Sie wollen günstig wohnen und auch keine Heizkosten bezahlen. Wenn ich aber als Vermieter in Dämmung, neue Fenster und Türen, PV, Wärmepumpe und alles neu investiere, mit all dem Unterhalt den das auch verursacht, werde ich wohl keine Wohnung am unteren Ende des Mietspiegels anbieten können. Manchmal hab ich das Gefühl dass das nicht verstanden wird oder einfach auf Wunder gehofft wird.

    Damit argumentierst Du aber auch für möglichst niedrige Standards in der Gestaltung. Im Energiebereich kann man immerhin noch ,,Gewinne" erzielen durch sinkende Fixkosten, das wird bei einer aufwendigen Gestaltung schon deutlich schwieriger. Da kann man eventuell noch mit höheren Mieten, besseren Mietern, einer Aufwertung der Umgebung und damit des Preisniveaus oder einer Wertsteigerung des Objekts selbst argumentieren. Aber all das fällt natürlich weg, wenn man sagt, dass Preissteigerungen einhergehend mit steigenden Standards ein Problem sind, die den meisten Mietern nicht zugemutet werden können und sollten.

    Wo ich dir nicht zustimmen kann, ist, dass Asymmetrie generell keine Qualität erzeugen kann.

    Ich schrieb Asymmetrie ,,in dieser Form". Und meine damit ganz konkret auf die Raster bezogen, dass man sich scheinbar heute darauf verständigt hat unter den Architekten, dass es ausreicht entweder mal rechts mal links einen Farbspiegel zu setzen, oder die Fenster mal rechts mal links zu versetzen je Etage. Das sieht im Ergebnis derart einfallslos und beliebig aus, dass ich nicht ausschließen wollen würde, dass man solche Asymmetrien nachträglich aus einem Standardraster per Software dann einfach einarbeitet. Jedenfalls wirkt es wie Pseudogestaltung, gerade auch wenn vorgegeben wird damit ja gerade kein Raster erzeugt zu haben.

    Denke entsprechend, auch da sind wir nicht uneinig. Asymmetrie gibt es z.B. auch bei oben nicht mit dargestelltem Bereich des Finanzministeriums, was sehr reizvoll wirkt. Wie gesagt, keine Dogmatik meinerseits ggü. Asymmetrie, das Wie entscheidet.

    Ich persönlich halte ja die reinen Rasterfassaden für das übelste, was die Gegenwartsarchitektur hervorgebracht hat.

    Mit der Zuspitzung auf das Schlagwort Rasterfassade trifft man nicht den eigentlichen Wesenskern des Problems. Es gab auch schon in den Jahrzehnten und Jahrhunderten davor Rasterfassaden.

    In der Hafencity z.B. gibt es Bauten, die Fenster mal vor und zurück springen lassen oder asymmetrisch anordnen. Das kann man mögen oder auch nicht, aber es ist zuweilen zumindest der Versuch echter Architektur.

    Interessanterweise wurde aber gerade das bei den historischen Beispielen vermieden. Asymmetrie in dieser Form erzeugt keine Qualität, lässt eher noch stärker Unbeholfenheit oder gar Desinteresse in eine wirkliche Gestaltungsentscheidung erkennen.

    Und ganz wichtig: stimmt die Nutzungsmischung?

    Und nicht einmal darauf waren die historischen Entwürfe angewiesen, wie meine monofunktionalen Beispiele, deren Qualität durch den Erhalt sich beweist, im Folgenden aufzeigen.


    Die Seilerei von Rochefort:

    Rochefort_(Biskaya)_Seilerei_(wiki).jpg

    von https://www.esys.org/rev_info/…kaya)_Seilerei_(wiki).jpg


    Ein Teilbereich des Finanzministeriums Wilhelmstr. Berlin:


    Ein Bereich der AEG in der Voltastraße:

    AEG-Voltastra%C3%9Fe-C-Hensel.jpg

    von https://weddingweiser.de/die-1…abrikgebaeude-im-wedding/


    Die ehemalige Spinnerei in Freienstein:

    MGH_Freienst_1163-6ad8e9dfbf1ff7fd.jpg

    von https://www.baunetzwissen.de/b…stein-4534699/gallery-1/2


    Die alte Kaserne in Bitburg:

    05.jpg

    von https://www.denkmalimmobilien.…lte-kaserne/bilder/05.jpg


    Fazit: Es gibt Mittel und Wege um extreme Repetition und Eintönigkeit so zu verpacken, dass sie auf den Menschen nicht derart feindlich wirkt. Im Falle von Hamburg ist somit wohl weniger die ,,Lochtapete" Anlass des Unbehagens, oder gar die Nutzungsstruktur, sondern letztlich die Absenz an Fähigkeit gut zu proportionieren innerhalb der Fassaden (Fensterteilung, Wand-Fenster-Verhältnis, gleichmäßiger Detaillierungsgrad), die Fassade stärker in ihrer Gesamtheit zu formen, und nicht nur etagenweise, und etwas mehr Handwerk einzubringen (wie meine Beispiele zeigen braucht es davon gar nicht so extrem viel).


    Noch zwei Denkimpulse: Das Beispiel des Finanzministeriums und der Spinnerei kommen hier am nächsten, weil je höher gebaut wird, die Repetition immer erdrückender sich entwickelt. Bei der Spinnerei ist eventuell auch schon das gute Maß überschritten, aber als Grenzfall gerade deshalb so spannend. Der AEG Bau ist auch ein Grenzfall meiner Wahrnehmung nach mit dem extrem großen Fensterverhältnis. Die Spiegelung der Gebäude in den unteren Fensterbereichen hebt diese Strenge etwas auf, zusätzlich musste aber auch die Fenstergröße stark variiert werden. Moderne Architekten stellen sich also letztlich auch größeren Herausforderungen mit ihren größeren Baukörpern und sehr viel Glas, wollen aber eben auch nicht aus der Vergangenheit lernen.

    Wikipedia hat vom 18.01.2024 einen Beitrag vom Deutschlandfunk gelistet: https://download.deutschlandfu…0240118_1930_c9f86b1d.mp3

    Quote

    Lutz Reidt: Archäologie im Meer: Auf den Spuren historischer Schätze im Watt. (mp3-Audio; 25 MB; 27:34 Minuten) In: Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Zeitfragen. Feature“. 18. Januar 2024 (über Forschung im Wattenmeer am Beispiel von Rungholt).

    Scheint aber auch nur um eine Rekapitulation sich zu handeln.

    Schöne zwei Vergleichsbilder. Wäre auch was für unser Social media. Man kann hierbei wunderbar illustrieren, dass die modisch modernen Bauten allesamt bereits nach der kurzen Zeit ausgetauscht wurden, während die traditioneller ausgeprägten Gebäude weiterhin stehen. Welche Gestaltung ist nachhaltiger?

    Wie seht ihr das, habt ihr Beispiele für gelungene Busbahnhöfe?

    Ich hätte vier völlig unterschiedliche Konzepte, wobei ich zu erkennen meine, dass alle auf die ein oder andere Art sich am Menschen orientieren, sei es, indem man helle, wettergeschützte Flächen schafft mit gutem Überblick, wie in Chur:

    chur_-_bus_terminal.jpg

    https://thebeautyoftransport.files.wordpress.com/2017/11/chur_-_bus_terminal.jpg


    sich zusätzlich möglichst effiziente Wegebeziehungen überlegt hat und eine besondere Anordnung der Buslinien, das an Tempelhof erinnert (konzeptionell, weniger in der Realität), wie in Stoke-on-Trent,

    _66602582_bus1sep12.jpg

    http://news.bbcimg.co.uk/media/images/66602000/jpg/_66602582_bus1sep12.jpg


    oder sich sehr einfach und reduziert gibt, mit kleinem Maßstab und warmer Ausprägung, wie in Akita,

    14G110957_03_880x660.jpg

    https://www.spoon-tamago.com/wp-content/uploads/2014/11/14G110957_03_880x660.jpg


    oder mein Favorit, weil schon persönlich erlebt am Bahnhof Oriente in Lissabon mit seinen sehr organischen Formen am Busbahnhof:

    oriente-bus-station.jpg

    Standen nicht hinter den Fassaden von Jakriborg auch größere Wohnblocks mit gemeinsamem Treppenhaus? Ich meine mich zu erinnern, das wurde auch von einem Bauherren errichtet. Wenn man es nicht allzu extrem zuspitzt bei der Kostenstruktur und der Ausmaße der Blöcke, und dazu vergleichbar Mühe in die Fassaden steckt für Individualität könnte das zumindest mal als hohe Messlatte herangezogen werden.

    Ging es in der Doku unter anderem um Speyer?


    Nebenbei gibt es in Brandenburg viele Städte, wo zumindest beträchtliche Stadterweiterungen nach einem Konzept aus dem Mittelalter stammen.

    Ich kann mich leider nicht mehr sehr deutlich erinnern, aber ich meine die Doku hat sich mit Klaus Humpert und seinem Buch beschäftigt, insofern könntest Du genau das Richtige im Kopf haben.

    Unabhängig von Klaus Humpert habe ich aber z. B. auch von Landshut schon sehr interessante Dinge diesbezüglich gelesen und kann nicht ausschließen, dass stattdessen die Doku sich damit befasst hatte. Ist schon viele Jahre her.

    Montauban ist eine der seltenen Planstädte des Mittelalters und wurde 1144 gegründet.

    Bloß ein kleines Nachhaken, in der Hoffnung, dass hier im Forum eventuell einige mehr zu wissen: Ist diese Sichtweise, dass im Mittelalter Planstädte eine absolute Seltenheit waren, nicht mittlerweile zu hinterfragen? Ich habe da sehr viel dazu schon nachgelesen, und mein Kenntnisstand war, dass der mittelalterliche Städtebau vermutlich bisher übersehen wurde, weil er sich nicht in unsere Vorstellung von geraden Achsen in bestimmten Winkeln einpasst. Gab da sogar mal eine größere Fernsehproduktion, die das ganze am Beispiel einer Stadt und eines Forschungsergebnisses vorgestellt hat, vielleicht finde ich sie auf Youtube noch repostet und kann sie hier nachträglich noch einbinden.

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Der Milliardär und die Macht: René Benkos Verbindung in die Politik | WDR Doku

    Quote

    Für Großprojekte wie den Hamburger Elbtower, Mega-Projekte in Berlin und München und nicht zuletzt seinen maroden Galeria Karstadt Kaufhof-Konzern hatte Benko auch in Deutschland ein feines Netz von Lobbyisten und Strippenziehern gesponnen, mit Verbindungen bis in höchste Etagen der deutschen Politik: So waren u.a. die PR-Agenturen des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust und die von Ex-Außenminister Joschka Fischer für Benko im Einsatz, in Österreich stellten die ehemaligen Bundeskanzler Gusenbauer und Kurz insgesamt fast zehn Millionen Euro Beratungsleistungen in Rechnung. Gusenbauer, ein langjähriger Bekannter von Bundeskanzler Olaf Scholz, will die Gewährung der 700 Millionen Euro Staatshilfen für Galeria Karstadt Kaufhof zugunsten Benkos beeinflusst haben. Politische Einflussnahme gegen Geld? Ein schwerwiegender Verdacht, dem die Autoren in ihrer dritten Dokumentation über René Benko nachgehen.


    Ein wohl seltener Einblick in die Netzwerke, welche unsere Städte baulich tief prägen (und nebenbei auch noch helfen den willfährigen Staat auszurauben). Und da sehen Wir nur die Spitze. Die Einflusshürde dürfte in Städten ohne Metropolstellung deutlich niedriger ausfallen, und letztlich kennen Wir alle Geschichten von regionalen Bauhaien. Die dreiviertel Stunde ist wirklich gut angelegte Zeit, auch wenn ich sonst selbst vor solchen Dokulängen aus Zeitgründen Abstand nehmen muss.

    Ich empfinde die limitierte und oberflächliche Ausdrucksart dieser sogenannten Neoklassik auf jeden Fall als gewaltigen Rückschritt im Vergleich zu den klassischen Komponisten der vergangenen Jahrhunderte und könnte dies auch einigermaßen objektiv anhand musikalischer Kriterien belegen.

    Wahrscheinlich kommt auch in der Architekturfachwelt daher eine gewisse Grundablehnung. Ich bin sicher, dass diese Musiker nicht anstreben über den großen Komponisten der vergangenen Jahrhunderte zu stehen. Bloß weil man etwas versucht zu erneuern, oder für anderes Publikum zu erschließen, gerät man doch gar nicht in eine Konkurrenzsituation. Im Gegenteil, man stellt sich eben auf die Schultern der Giganten und versucht als kleiner Fatzke seine Kunst zu finden. Bedenke auch, die ganzen Architekturtheoretiker können auch wunderbar objektiv belegen, warum die moderne Art des Bauens der einzige Weg des Fortschritts ist.


    man muss erstens nicht alles respektieren oder gut finden, bloß weil es der Allgemeinheit gefällt und zweitens wird niemand von irgendetwas ausgeschlossen. Niemand wird davon abgehalten, sich ein bisschen zu bilden und den eklatanten qualitativen Unterschied zwischen z.B. Einaudi und Chopin selbst zu hören.

    Die Allgemeinheit kann auch Geschmacksentscheidungen treffen, die mindestens obskur bis abwegig sind, volle Zustimmung also, dass man nicht jede Sau reiten muss. Und doch verliert man meines limitierten Eindrucks nach gerade die jungen Menschen, was so nicht sein sollte. Ich komme aus einem bildungsbürgerlichen Umfeld, da sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass die meisten ab und an Klassik hören oder zumindest Zugang finden. Und doch sind es nur einige wenige Hobbymusiker, die zumindest darüber das ein oder andere noch kennen bzw. die Rudimente der gymnasialen Musikbildung behalten haben. Nicht umsonst justieren Philharmoniker und ähnliche nach, präsentieren Filmmusik oder anderes Material aus der Popularkultur. So erreichen sie plötzlich doch wieder die jungen Menschen. Vor diesem Hintergrund muss ich doch von gewissen Hürden ausgehen, welche große Teile der Bevölkerung abhält sich mit klassischer Musik zu beschäftigen, ,,sich bisschen zu bilden".

    Und im Prinzip erleben Wir das in der Architektur doch auch, wobei es da schlimmer ist, weil es - wie jemand hier im Strang ganz am Anfang schrieb - viel unausweichlicher in unser aller Leben drängt und kaum vermieden werden kann. Auch die Architektur ist eine latent elitäre Beschäftigung. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele hier im Forum Studierte sind, bzw. eine höhere Schule besucht haben.

    wenn neue traditionelle Architektur ähnlich oberflächlich und primitiv wie weite Teile der Neoklassik ausfallen sollte, dann bin ich nicht sicher, ob ich sie wirklich lieber hätte als moderne...

    Naja, jetzt sind wir mal ganz ehrlich: Das meiste was wir bei neuer traditioneller Architektur sehen ist bisher zumindest auch noch nicht wirklich ganz ausgegoren oder darf sich zumindest noch nicht emanzipiert von den Vorbildern bezeichnen. Ich erinnere z.B. mal an den Fall, bei welchem im Forum über ein schwedisches Gebäude lebhaft diskutiert wurde:

    alberts-hus-hela-e1675287079905.jpg


    Und doch muss man auch in diesem Fall konstatieren, es funktioniert ja trotzdem. Auch wenn Fachleute das Gebäude, das Musikstück, zerpflücken können, im Falle des Gebäudes war es ein Kandidat für den Wettbewerb Schönster Neubau. Und ich denke mal nicht, dass Du hier lieber einen modernen Bau sehen würdest :)

    Ja, reklov2708 sagt es nochmal prägnant, was ich versucht habe auszudrücken: Es gibt da ja doch so einige Parallelen. Wie, dass der Massengeschmack keine Bedeutung findet in der Fachwelt, ja offen abgelehnt wird. Oder, dass man meint Berufskollegen deutlichst herabzuwürdigen, die der breiteren Bevölkerung niederschwelligen Einstieg gewährt. Ich habe z.B. auch sehr mit mir gerungen, ob ich so einen Beitrag überhaupt posten kann, weil ich mich nicht mit Musik, insbesondere jener exklusiveren auskenne (und ich werd mir hier auch die Finger verbrennen). Aber: Dieses Elitäre, das Menschen bei etwas ausschließt, wo sie doch zumindest grundlegend gute Antennen bei sich tragen und was so bereichernd im eigenen Leben sein kann, wenn man Zugang gewinnt, ist eine Parallele zum Thema Stadtbild. Und zuletzt erinnert mich auch der Umgang mit den Werken an die Architekturwelt. Gesucht ist zwar stets scheinbare Innovation, aber die Grenzen werden eng gesetzt, was richtig und was falsch ist, wobei dadurch die Ergebnisse immer noch exklusiver fortentwickelt werden, bis sie wirklich nur noch einigen Fachpersonen offen stehen.