Posts by Majorhantines

    Bremen kann sich da ein Beispiel an Augsburg nehmen. Die hatten ähnliche große Industriebrachen mit formals Textil, und so sieht der Wandel heute dort aus:

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Häuser gepflegter gehalten wurden, wenn, wie hier zu sehen, unten am Eingang gleich der Hausmeister residierte. So sind viele Mängel im Treppenhaus sicher nicht erst seit den Umbauarbeiten im Argen (Türrahmen, Lampe usw.). Fällt mir als Verwalter vielleicht nochmal mehr auf.

    also Steuersenkungen für Reiche UND steigenden Lebensstandard für die weniger Betuchten - diese Rechnung kann aber nicht aufgehen oder eben nur, wenn man Umweltfragen wie in den 60er Jahren komplett ausblendet und somit wieder späteren Generationen aufbürdet

    Das geht heute zum Glück fast gar nicht mehr dank internationaler Abkommen. Am ehesten vielleicht noch bei einzelnen Abkommen zum Müllexport oder diesen windelweichen Klimaabkommen, die man unterlaufen könnte, aber auch da stehen erhebliche Schadensersatzdrohungen stark betroffener Länder im Raum. Die EU macht z.B. Deutschland wegen der Qualität seiner Flüsse und Gewässer seit vielen Jahren enorm Druck. Nur deshalb werden die teuren Renaturierungsmaßnahmen meiner Wahrnehmung nach überhaupt angegangen, denn auch die Widerstände sind enorm (Hochwasserangst z.B., aber auch Flächenverlust für Siedlungsentwicklung). Aber soviel nur als Ergänzung off topic...

    So wie er über die Senatsbaudirektorin hergezogen hat, und bei seinem Projekt ,,Rechte Räume" teils über seine Schüler seine kruden Ansichten zum neuklassischen Bauen verlautbaren lässt, kann der Mann sich eigentlich gar nicht hinstellen und ohne rot zu werden historisierendes Bauen okay finden.

    Heimdall Gut dann habe ich das in den falschen Hals gekriegt, das tut mir leid. War wohl von mir ungeschickt verdichtet, sodass es nicht mehr zu folgen war, wenn man nicht schon einiges darüber gelesen hat. Vielleicht nochmal um ganz sicher zu sein: Ich meinte, dass mit grüner Mobilität -damit meine ich übrigens einen möglichst CO2-freien Individualverkehr und ÖV; leider nicht so ausformuliert gewesen meinerseits- in der heutigen technischen Umsetzung einer Elektrifizierung deutliche Effizienzsteigerungen realisiert werden können. Alles andere zum Strom war nur um aufzuzeigen, auf welchen Ebenen und vor allem wie deutlich Effizienzen gehoben werden (das Analog der Kohle war unglücklich gewählt), nämlich einmal auf der Ebene, dass man man weniger Materie durch die Gegend verschiebt, dass man eine zentrale Energieumwandlungsmaschine hat (das Kraftwerk) das effizient wandelbare Energie (Strom) bereitstellt, statt eine Million Energiewandlungsmaschinen, die außerhalb des idealen Effizienzbereichs laufen, und dass man durch den effektiveren Einsatz des Stromes, weniger Energie überhaupt mit Verlusten herstellen muss.

    Auch der Transport von Kohle ist um ein Vielfaches aufwändiger, als von flüssigen Brennstoffen. Ein denkbar schlechter Ersatz.

    Ich habe es in Heimdalls Antwort nochmal klarer geschrieben, dass ich keineswegs die Kohle als einen besseren Energieträger halte, sondern dass ich mich am heutigen Strommix orientiere, dessen ineffizienteste Produktion durch (Braun-)Kohle geschieht. Daran habe ich erläutert, dass selbst ein System, dass nur Kohle verstromen würde für Elektroautos, im Vergleich zu einem System aus Verbrennerfahrzeugen effizienter wäre. Zwar nicht viel, aber es wäre effizienter. Nimmt man dagegen den realen Strommix, so ist man deutlich effizienter. Und gleichzeitig natürlich viel sauberer. Wenn man vom CO2 rechnet, so wäre am schlechtesten ein reiner Kohlestrombetrieb von Elektroautos, dann Verbrennerfahrzeuge, und dann ein Strommix von heute mit Erneuerbaren. Da letzteres beides verbindet, die Effizienz eines strombasierten Transportsystems, mit der relativ geringen CO2 Emission des erneuerbaren Stromsektors, ist dieses klar besser.

    Ja, die waren aber alle ziemlich dumm, in den letzten Jahrzehnten, Autos mit Erdöl, statt mit heimischer Kohle zu betreiben. Wäre doch viel günstiger gewesen. Mir war aber einfach vorhin noch nicht klar, dass Kohleförderung nun Teil der "grünen Mobilität" ist. Das habe ich jetzt verstanden.

    Ach komm, warum stellst Du Dich jetzt so geschert an? Der heutige worst-case ist eine Stromproduktion mit Kohle. Selbst mit dieser ist die Effizienz höher (der CO2 Ausstoß ist davon nur geringfügig tangiert), als mit einem System mit flüssigen Kohlenwasserstoffen und Verbrennerautos. Wenn also der schlimmste anzunehmende Fall von 100% Kohleverstromung effizienter ist, dann brauche ich hier nicht zu diskutieren, was dann passiert, wenn stattdessen 50% der Stromversorgung aus Erneuerbaren gewonnen wird.

    Damit sage ich natürlich nicht , dass es sauberer wäre oder erstrebenswert. Wie ist es möglich, dass man zur Mobilität hier diskutieren möchte, aber über keinerlei Wissen vefügt? Da wird CO2 Ausstoß mit Effizienz in einen Topf geworfen, von einer Gesamtenergiebilanz hat man offenbar auch nichts gehört, und insgesamt gibt man sich derart ahnungslos, dass jeder Kommentar eigentlich eine Provokation ist. Entsprechend empfehle ich, les Dich doch erstmal ein, bevor Du hier mitreden willst. Nix für ungut.

    Aha. Der Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose. Aber er muss nun offenbar gar nicht mehr produziert werden und kostet demnach so gut wie nichts. Und er ist dabei noch effizienter.

    Meine Güte, dann fange ich eben mit dem ganz Grundlegenden an, wenn es daran mangelt: Gesamteffizienz eines Systems, das A Erdöl fördert, raffiniert (bis zu 24% des Gesamtenergieverbrauchs), in Tanklastern transportiert, einlagert, pumpt, verteilt an tausende kleine Verbraucher, die es dann in einem relativ ineffizienten Prozess der Verbrennung verbrauchen, gegenüber B einem System, das Kohle fördert, transportiert, zentral verbrennt mit höherer Effizienz, dessen Abwärme ggf. noch nutzt, Strom dann mit geringen Verlusten überträgt und dann höchst effizient in tausenden Maschinen verbraucht. Was ist effizienter? (ich brauch wohl nicht die noch effizienteren Wege der Stromerzeugung aufzeichnen oder gar nahezu vebrauchsneutrale Verkehrsträger, wie Breitennutzung von Fahrrad einzurechnen?)


    Oder ganz anschaulich für Dich: Würdest Du alle Deine Hausgeräte gerne mit je einem Vebrennungsmotor betreiben, oder würdest Du Dir ein Dieselaggregat hinstellen, und die Wärme und den Strom stattdessen verbrauchen? Wo zahlst Du wohl mehr an Gerätschaft und Verbrauch an Diesel?

    Kaum erwähnt werden die Einnahmen des Bundes durch das Auto, also durch KfZ-, Mehrwert- und Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), die rund 65 Prozent der Tankrechnung ausmacht. Würde alle Bürger plötzlich auf das Fahrrad umsteigen, hätte das also enorme Steuereinbrüche zur Folge. Wer dagegen mit der Unterhaltung der Autobahnen argumentiert, die man doch einfach versteppen lassen könnte, sollte sich auch überlegen, woher der Joghurt und die Spaghetti kommen, die er sich im Supermarkt in den Einkaufswagen legt, oder die neuen Küchengeräte.

    Deshalb hatte ich extra eine zweite Quelle angefügt, die diese Einnahmen gegenrechnet. Und siehe da, schon allein die Straßenausgaben sind höher als alle Einnahmen. Was willst Du damit also sagen? Natürlich fallen einige Einnahmen weg durch den Wandel zur sauberen Energie, dafür wird der Stromverbrauch, der auch versteuert wird um 30% steigen, es wird sicherlich dennoch irgendwann eine KFZ-Steuer dann wieder geben, oder eine PKW-Maut, und die Kosten werden gleichzeitig sinken, weil man nicht mehr so stark gegen Lärm und Umweltverschmutzung ankämpfen muss, z.B. mit neuen Ortsumgehungen. Dazu bringt die Energieeinsparung der grünen Mobilität erhebliche Kostenvorteile (was nicht produziert, importiert und dann verschwendet werden muss, muss man nicht bezahlen, das Gesamtsystem wird effizienter).

    Auch ist es ein Scheinargument gegen das Du da argumentierst, wenn Du behauptest, dass es Leute gibt, die die Infrastruktur ,,versteppen" lassen wollen. Soweit ich weiß wollen die Extremsten in der Regierung einen Stopp vom Zubau. Konsens ist dagegen, dass Infrastruktur ein wertvoller Standortfaktor ist, die Infrastruktur, die wir in Deutschland haben also nicht wegfaulen darf.

    Klar sind mir die daraus abgeleiteten Maßnahmen trotzdem nicht.

    Ich habe in diesem Beitrag nichts zu konkreten Sparmaßnahmen geschrieben, ich habe Dein Unverständnis aufgegriffen, warum überhaupt der motorisierte Individualverkehr teurer werden muss. Wie man die Einsparungen konkret vornimmt, ist mir persönlich ziemlich egal. Du deutest ja auch schon an, was wohl nicht so sinnvoll wäre sich zu sparen. Das tut aber nichts zur Sache, dass in der Gesamtschau die Kosten für die Öffentlichkeit in diesem Sektor zu hoch sind. Denn:

    Deshalb wäre es weitsichtig gewesen, man hätte die letzten zehn Jahre in alternative umweltschonende Infrastruktur investiert, um den Übergang zu erleichtern. Tat man aber nicht.

    Warum tat man das denn nicht? Na weil immer und immer der Staatsetat als schier unendliche Ressource begriffen wird. Das geht linken Träumern so, die am liebsten jedem ein Grundeinkommen spendieren wollen, das geht aber auch in der Infrastrukturdebatte so, wo jeder nur kräht mehr Geld mehr Geld. Es gibt aber ein begrenztes Budget. Fordert man Investition in alternative Infrastruktur, fordert man gleichzeitig ein Einsparung an anderer Stelle. Leider forderst Du hier beides.

    Ich dagegen sage, lasst die Einsparungen so gestalten, dass es um die Freiheit der sauberen Mobilität geht. Dann kann nicht ein Städter, der die U-Bahn vor der Tür hat darauf hoffen, dass er sein Auto noch groß subventioniert bekommt. Natürlich hätte dies auch einen Preis, nämlich, dass eventuell Menschen, die trotzdem nur mit Auto arbeiten wo hin ziehen müssten, wo die Infrastruktur schlechter ist, um diese Ausgaben abzusetzen. Das ist zunächst kontraintuitiv, hätte aber einen bedeutenden Einfluss auf strukturschwache Gebiete, was weiter Kosten senkt für den Staat. Gleichzeitig würde die Subvention dort greifen, wo heute schon staatliche Aufgaben nicht erfüllt werden, und Mobilitätsangebote durch private Fahrzeuge gewährleistet werden, z.B. auf dem Land.

    So sähe eine Steuerung aus, die keinem Freiheit wegnimmt, und da wo möglich, ökologisches Verhalten fördert.

    Aber heute krönt ein Artikel über Einnahmen durch Blitzer die Titelseite der MZ. Sollte es gelingen, die Höchstgeschwindigkeit in der Stadt auf 30 kmh zu reduzieren, wird das die neue Goldgrube.

    Hä? Ich zeige ein Milliardendefizit pro Jahr für den Staat auf, und Du kommt mit den Blitzern? Das sind etwa 300 Millionen im Jahr Einnahmen, lass diese Zahl meinetwegen Verdreifachen, weil sie mit den 30 kmh nur ,,mehr Geld scheffeln wollen". Dann stehen 70 Milliarden Fernstraßenausgaben 51 Milliarden Einnahmen entgegen, statt 50. Und die ganzen anderen Subventionen sind dann immer noch nicht bezahlt.

    Bis 31.12.2025 kann man die 10 jährige Steuerbefreiung für E-Autos in Anspruch nehmen. Wo ist das Problem, die Subvention fließt also?

    Und mir ist eben nicht klar, dass individuelle Mobilität teurer werden muss.

    Ich denke Wir sind Uns einig, dass nicht nur der ÖV stark subventioniert wird, sondern auch das Auto. Hier gibt es eine kleine Übersicht, zu der ich aber nochmal drei Posten anfügen möchte, zum einen der Einnahmeausfall durch die Nicht-Besteuerung von Elektrofahrzeugen, dann die Kurzarbeitergelder, die auch gezahlt werden, obwohl nur die Lieferketten gestört sind und die Konzerne Milliardengewinne erzielen, zum anderen, und das ist ein richtig dicker Batzen, die Investitionen in Straßeninfrastruktur, wie Autobahnen. Dort werden 70 Milliarden jedes Jahr vergeben, von denen 70% etwa durch alle nutzererbrachten Einnahmen wieder rein kommen.

    Und dann kommt noch ein hoch spekulativer, aber doch bestehender Subventionsfaktor: Die Umweltkosten. Müssen an lauten Kreuzungen Schallschutzfenster eingebaut werde -> öffentliche Förderung, bekommt jemand schlimmeres Asthma, weil er in den Abgasen lebt -> öffentliche Gesundheitsfürsorge, wird die Natur zerschnitten von Straßen, sodass die genetische Vielfalt sinkt -> öffentliche Umweltförderung, usw. usw.


    Dir ist also nicht klar, warum man diesen sehr hohen Preis der motorisierten Individualmobilität senken möchte? Warum man die zunächst auch noch steigenden Kosten für einen Umstieg auf saubere Mobilität nicht von staatlicher Seite allein tragen will (obwohl das bereits zu einem großen Teil gemacht wird, wenn man einen VW E-Up Neuwagen, bis vor Kurzem noch für unter 15.000€ neu bekommen hat mit Förderung, den Dacia Spring Electric für 12.000€ nach Förderung)?

    Wenn es hier nicht hineinpasst, würde ich bitten den Beitrag zu verschieben.


    Ich möchte einen Verein vorstellen, der sich direkt für den Erhalt von Bauerbe einsetzt. Nicht nur bekommt man von diesem Beratung, er betreibt auch einen Handel für historische Baustoffe. Leider ist der Verein regional fest begrenzt im Einsatz. Vielleicht gibt es aber ja Interesse im Forum historische Baustoffhändler zu sammeln, die man dann gerne noch dazuschreiben kann unter meinem Beitrag. Bemerkenswert finde ich die Finanzstruktur des Vereins und dass dieser seine Baustoffe selbst generiert, hauptsächlich durch schonende Abbrüche. Die Preise z.B. für eine Bauteilinspektion oder für das gesamte Haus sind relativ günstig.

    Es gibt also für Bauherren ein sehr rundes Paket, von der Kaufberatung, über Inspektionen, Sanierungsempfehlungen, Unterstützung bei Förderanträgen, Unterstützung bei der historischen Baustoffgewinnung, bis zur Hilfe bei Bauarbeiten.


    https://www.monumentendienst.de/index.php?pageId=8

    Erst Diesel hochgelobt, dann [...] Fahrverbot.

    Das war aber doch die Autoindustrie. Ein Münchner Konzern hat z.B. in den USA den X5 sauber verkauft, in Europa hat man sich die zweite Stufe der Abgasreinigung dann gespart (da ist wirklich im Unterboden dann ein Freiraum), und hat die Autos dreckiger fahren lassen. Soll noch einer behaupten, die armen Konzerne wurden von der Politik in den Betrug gedrängt mit zu starken Grenzwerten. Es ist bezeichnend, dass LKW weniger Stickoxide ausgestoßen haben als die Betrugsdiesel.

    Ich hätte gerne überall mein federleichtes Rad dabei. Aber ich kann mich nicht verlassen, ob das immer möglich ist.

    Guter Punkt, sowas wie mit der Bahn ist einfach inakzeptabel. Das wollte ich mit Kampf für die Freiheit von sauberer Mobilität überall ausdrücken. Es darf nicht sein, dass man nur vom Bürger verlangt über Stöckchen zu springen, wenn er/sie aber dann tatsächlich aktiv ist, auf dem Land z.B. die Mobilität mit eigenem Fahrzeug gewährleistet, oder in der Stadt/Land versucht mit dem Fahrrad möglichst den Alltag komplett zu bestreiten, man so hängen gelassen wird.

    Da ist aber meiner Meinung nach ein ganz einfacher Grund dran Schuld: Die, die das politisch entscheiden und im Verkehrsministerium dann umsetzen, die kennen gar keine saubere Mobilität und das Leben außerhalb von Stadt. Würden die sich jeden Tag über schlechte Radbedingungen ärgern, oder mit der Bahn mal ihre ganzen Termine wahrnehmen, dann gäbe es entsprechend Druck bei den Themen. So läuft das viel zu oft einfach nur so mit. Ich kenne das doch selbst von mir. Ich habe als Student Bus gefahren als Nebenjob. Erst so habe ich das Verkehrsnetz richtig verstanden, weil ich jeden Tag gefahren bin. Damit könnte ich nun mit Sicherheit qualifiziertere Empfehlungen abgeben zum Nahverkehr meiner Studienstadt, als irgendein Mobilitätsstudienschreiber.