Posts by Strelizius

    Johann Jacobs Haus


    Der erste Trittstein im Balgequartier ist offiziell fertig. Mit dem Johann Jacobs Haus bekommt Bremen ein wunderbares neues/altes Haus geschenkt. Dabei entsteht aus einer ungelösten Hinterhofssituation hinter der Stadtwaage der sogenannte Jacobs Hof. Ein ganz heißer Anwärter auf den nächsten Fritz-Höger-Preis.


    Petersen Ziegel, jede Menge Baubronze, Spolien und in Ergänzung neu entwickelter Figurenschmuck sowie eine große Bronzeplastik auf dem Dach (noch nicht fertiggestellt) heben aktuelles Bauens der Bremen Innenstadt in gänzlich neue Spähren. Felgendreher Olfs Köchling sanieren gerade ebenfalls die Stadtwaage. Die behutsame Öffnung durch eine "spekulative Rekonstruktion" des Erdgeschosses kann man hier bereits sehen.


    In den kommenden Monaten wird es hoffentlich noch mehr Bilder von der Stadtloggia mit seinen fein geschwungenen Balkonen und den holzbekleideten Interieurs von Miller Maranta geben.




    Fotos: Casper Sessler, für Felgendreher Olfs Köchling


    Der Trittstein zur Weser ist eine wunderbarer Aufschlag für die weitere Entwicklung der Bremer Innenstadt. Zum Spiel eingeladen hat ja bekanntlich die Bremer Landesbank mit ihrer Entscheidung Caruso St. John mit der Errichtung ihres Neubau zu beauftragen.

    "Tempel der göttlichen Vorhersegung"...soso. Eine Mischung aus Nationalheiligtum und Kirchenbau, also. Eine entsetzlich toxische Handreichung. Schrecklich in welche Richtung sich dieses Land seit der Wende entwickelt hat. Polen ist da aber in guter Gesellschaft. Es gibt in Europa noch ähnlich schreckliche Großprojekte in Serbien, Georgien und Rumänien. Alle schon mit eigenen Augen gesehen. Bei dem hier gezeigten Fall kommt hinzu, dass es noch eine selten schreckliches Gebäude geworden ist. Ich brauche den Begriff nicht oft, aber das ist einfach grotesk. Wirklich zum davonlaufen und hat mit dem Thema des Forums auch überhaupt nichts zu tun.


    Wenn man denn unbedingt einen "bemerkenswerten Monumentalbau" in Polen sucht, um ihn den Stadtbild Gemeinschaft zu zeigen, dann vielleicht wenigstens etwas, das sich der Tradition, dem Geist und der Stadtgestalt verpflichtet fühlt. So wie dieser mit dem Fritz Höger Preis ausgezeichnete Neubau von 2015 in Danzig. Dem Shakespeare Theater.

    ARCHIV DER AVANTGARDEN


    Auch wenn ich den Entwurf von Nieto Sobejano für äußerst grobmotorisch und geschichtsvergessen halte, freue ich mich über alle Maße dass Herr Marzona mit dem Archiv der Avantgarden (eine der weltweit exquisitesten Sammlungen seiner Art) Dresden ein unglaubliches Geschenk gemacht hat. Nach dem Hin und Her in Berlin ein absoluter Glücksfall. Ich hätte vermutet, dass er nach Berlin doch eher nach Zürich, München oder Venedig gegangen wäre.


    An dieser Stelle möchte ich insgesamt die herausragende Leistung von Egidio Marzona für die hiesige Kultur betonen. Ich hatte das große Vergnügen ihn vor einigen Jahren persönlich kennenzulernen. Sein Haus im Friaul und das gelebte Archiv hier in Berlin sind alles in Allem gar selbst ein Gesamtkunstwerk zu nennen. Für die Dresdner, auch für die bürgerlichen, scheint mir, ist die Größe dieses Vermächtnisses gerade noch gar nicht präsent. Das Bild habe ich vergangene Woche gemacht:


    KLOSTERGUT MARIENSTUHL GERETTET


    Das barocke Klostergut Marinestuhl in Egeln bei Magdeburg, welches mein Urgroßvater zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts übernommen hat und aus dem mein Großvater als "Junker" 40 Jahre später vertrieben wurde, ist nun tatsächlich gerettet. Unsere Familie ist mehr als froh, dass dieser Schatz nun gehoben wird. Mit Volker Kups hat das Haus einen hervorragenden Besitzer. Er ist Kunsthistoriker, aus der Region und hat langfristig Großes vor. Die ersten jungen Obstbäume bereits gepflanzt.


    https://www.volksstimme.de/lokal/staßfurt/kloster-rueckkehr-zum-spirituellen-lebensgefuehl


    Der Text erzählt die Geschichte des Hauses sehr ausführlich. Anbei ein Bild das ich bei meinem letzen Besuch vergangenen Monat gemacht habe:


    Und ein weiteres Fotos des vorzüglichen Inneren der barocken Marienkirche. Im Zentrum steht hier selbstverständliche die Maria. Aufgrund der finanziellen Unabhängigkeit der durch die fruchtbaren Bördeböden bestand, ist der Ort bis weit nach der Reformation ein katholisches Frauenkloster geblieben. Der konservierte Zustand ist selten und eine helle Freude für alle denen echte historische Authentizität verständlich ist. Da Armut und Mangelwirtschaft bekanntlich auch konservieren, ist uns dieses Ensemble erhalten geblieben.


    Als Anekdote und Lehrstück: Der westdeutsche Gutshof, den der Bruder meiner Großvaters in Schleswig Holstein geerbt hat, ist -der Barbarei einer kulturlosen Großtante zum Dank- bereits um sein Schloss erleichtert worden. Eine Hauptachse die zu einer Pferdekoppel mit 400 jährigen Eichen führt. Das Vermächtnis der 70er in Westdeutschland. Man glaubt es einfach nicht. Nun zurück ins Innere des Ostens:


    Soweit, Ende gut, alles gut.

    Durch das zwanghafte Konstruieren von Feindbildern, werden die ewigen Unterstellungen auch nicht wahrer. Kann mich da dem Vorredner Rastrelli anschließen. Es gibt sicherlich eine Summe von Gründen, die zu minderwertiger Architektur führen. Es gibt gewiss auch Zeitgenossen, Bauherren und Architekten, die diese beschriebenen Brüche bewusst oder unbewusst suchen. Die Häuser links und rechts werden in diesem Sinne dann Staffage, um den Neubau rücksichtslos in Szene zu setzten. Gerade die Bürgerhäuser sind im besten Sinne der Hintergrund einer Stadt und sollten im Wesentlichen bescheiden, mit Geist und Augenmaß entworfen sein. Andernfalls wäre das Ergebnis die Kakophonie. Gerade am Neumarkt gibt es aber eine ganze Reihe von Häusern aus der Feder von Architekturbüros, bei denen der beinahe manisch anmutend Glaube einiger Zeitgenossen hier, das Unversium sei in "Die" und "Wir" geteilt, überhaupt keinen näheren Betrachtung standhält. Wieso sollte das auch so sein? Was hätten "die" davon? Eine Verschwörung gar? Sind alle bei den Freimauer-Modernisten? Das Interessante an Baukultur und der Kultivierung selbiger ist ja, dass man sie als Gesellschaft, Region, Kontinent oder Mensch einbüßen kann. Nichts anderes liegt vor, da brauch es keine Lager und Theorien sondern Aufklärungsarbeit und positives Gestalten. Gerade deshalb gibt es ja die GhND, Stadtbild Deutschland und viele andere engagierte Menschen, die auf positive Art Baukultur zu fördern suchen. Es gibt in diesem Sinne ein anzustrebendes Ideal, sollte dieses nicht zu 100% erreicht sein, ist das trotzdem ein großer Erfolg. Wenn Einige hier nur "Ganz oder gar nicht ertragen", sollten sie Gesellschaft vielleicht komplett meiden, vielleicht auch die des Forums, da es auch hier nicht nur Schwarz und Weiß gibt. So ganz erschließt sich mir ohnehin nicht, mit welcher Begeisterung sich hier einige Tag aus Tag ein für unser kleines Elb-Städtchen interessieren und dann doch kein einziges gutes Haar lassen können. Schon sehr seltsam.


    Spalter und Menschen, die hinter jeder Ecke einen Feind finden, sind lediglich geeignet die Debatte zu vergiften und wären in diesem Sinne auch Wasser auf die Mühlen, all jener die sie Tag aus Tag ein zu beschwören versuchen. Um es noch einmal klarer zu machen, als Geistesmensch kann ich über das Maß an Aggression und sprachlicher Entgleisung hier bestenfalls den Kopf schütteln. Dass sich hier immer wieder Menschen der Mitte zurückziehen, wundert mich nicht. Derartige Verfallserscheinung mit feindlicher Übernahme lassen sich übrigens auch bei einer bekannten rechts-außen Partei beobachten, deren vulgäre Posterboys jegliche ernsthafte Bestrebung einiger Weniger bis zur vollständigen Peinlichkeit unterminieren. Erstaunlich auch und damit möchte ich zurück zum Stadtbild Forum kommen, dass die Lautesten -auf ihren Inseln des inneren Exils sitzend- von der eigentlichen Materie über die es hier gehen soll, überhaupt keinen Schimmer zu haben scheinen. Dabei ist gerade das die Grundlage, die uns gegen Kulturlosigkeit in jeder Form schützt.


    Die obige Auswahl von Centralbahnhof ist in diesem Sinne natürlich der Gedankenstrich. Scherenschnittartig werden also die tatsächlich schlechtesten Bauten hervorgeholt. Das ist gelinde gesagt keine große Kunst. Wieso zeigt er uns nicht das Frieseneck? Wieso nicht das mittlere Haus im Kanzleigässchen gegenüber der St. Benno Buchhandlung? Wieso nicht die beiden Füllbauten in der Salzgasse? Wieso zeigt er uns nicht die völlig akzeptablen Neubauten in der Landhausstraße? Und wieso verweist er nicht auf die schönen Bauten der noch folgen im Quartier VII-1 und III-2. Die sehr schöne Front zur Rosmaringasse oder die Bauten von Nöfer und Stellwerk. Warum er das nicht tut, kann er uns sicherlich beantworten. Ich wäre über die Begründung sehr gespannt.

    Meine Lieblingsstädte in Deutschland

    Dresden, Berlin, Potsdam, Hamburg, Weimar

    Meine Lieblingsstädte außerhalb von Deutschland

    Rom, Lissabon, Paris, Wien, Kopenhagen


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland

    Altes Museum (1820, Schinkel)

    Neuer Pavillon (1825, Schinkel)

    Semperoper (1838, Semper)

    Großherzogliche-Sächsische Kunstschule Weimar (1909, van der Velde)

    Chilehaus (1924, Höger)


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (modern, max. 3):

    Bauhaus Dessau (1925, Gropius)

    Haus Schminke (1933, Scharoun)

    Alte Pinakothek (1957, Hans Dölgast)

    Neue Nationalgalerie (1968, Mies van der Rohe)

    Neues Museum (2009, David Chipperfield)



    Meine Lieblingsarchitekten

    Schinkel, Scharoun, Schipperfield.


    Meine Lieblings-Architekturbücher:

    Peter Zumthor: Atmosphären

    Hans Kollhoff: Architektur - Schein und Wirklichkeit

    Adam Caruso: Rudolf Schwarz and the monumental order of things.


    Was sollte in Zukunft in Deutschland noch rekonstruiert werden?

    Schloss Neustrelitz (Stüler div.)

    Bauakademie (Schinkel)

    Revolutionsdenkmal (Gropius)

    Zur allgemeinen Stimmungsaufhellung ein feines Projekt mit großem Einfluss auf das gesamte Stadtbild am Prospekt zwischen Hermannplatz und Kanal.

    Am Kottbusser Damm Ecke Lenaustraße wurde das CVJM-Heim von Tieffenbach erbaut 1913 hervorragend denkmalgerecht saniert.

    Die ahistorische Übermalung der Bauteile, wurde wieder in ihren Zustand aus Erbauerzeit überführt. Es kamen dabei Keim-Farben zum Einsatz. Deren subtile Tiefenwirkung und Qualität auf die umliegenden Bauten abstrahlt. Das Bonbon ist natürlich die Kuppel, welche nun wie vor 1945 den Kottbusser Damm mit roten Bierschwänzen bekrönt. Mit meinem Telefon ist diese Wirkung in der Tiefe kaum darstellbar, daher bitte ich den Blick von der Höhe Pflügerstraße eher symbolisch zu verstehen. Die bedeutende Qualität und Präsenz von Schmuckgiebel und Kuppel wird aber wohl dennoch deutlich. Das Erdgeschoss wartet derweil weiterhin auf seine Erlösung.


    Wichtig ist das Projekt auch deshalb, weil der Kottbusser Damm insgesamt eine z.T. noch hervorragende Substanz hat. Z.B. sind zwei fantastische Bauten von Bruno Taut erhalten geblieben. Soweit.






    Hallo Strelizius, vielen Dank für Deinen tollen Beitrag, der uns allen die Herzen wärmt! Ich habe mir erlaubt, die Fotos als Originale einzufügen - sie müssen zum genaueren Betrachten dann nicht extra angeklickt werden.

    Mod. (Snork)

    Die Erhaltungsverordnung Nord-Neukölln beginnt zu wirken! Der Bezirk hat hervorragende Leitfäden herausgebracht wie Bauherren ihre Altbauten ensemblegerecht zu sanieren habe. Ein Exemplar für den Schillerkiez liegt zum Beispiel bei uns im Büro vor. Ich werde es bei Gelegenheit vorstellen. Dort werden dezidiert die Handlungsspielräume für die Dachgestalt, Ziergiebel und für die Gliederung der Erdgeschosse vorgegeben. Auch ein Farbkanon liegt anbei. Die Früchte sind bereits Allerorten spürbar. Speziell im Schillerkiez hat dies zu einer enormen Zugewinn für das über Jahre liederlich gepflegte Fassadenbild geführt. Vor allem der Rückbau der sogenannten Flughafenfenster zu Sprossenfenstern (welche nach der Schließung ihre Daseinsberechtigung verloren haben) ist eindrücklich. Aber auch im Reuter- Donau- Richard- und Rollbergkiez gibt es Projekte dieser Art. Aktuell ist die gesamte vorgründerzeitliche Altbaufront am Hermannplatz -vis-a-vis zum zu rekonstruierenden Karstadt- eingerüstet bzw. bereits frisch überarbeitet.


    Exemplarisch beginnen möchte ich mit Einem Altbau im Körnerkiez. Vor kurzem wurde dort in der Emserstraße/Ilsestraße dieser vollständig entstuckte Altbau wieder hergestellt. Orange/Signal-Gelb ging es hier vorher zu.


    Danke sehr Maecenas. Gut vermutet, aber da muss ich passen. Das Gute daran: So sind wir Zwei, die berichten. Strelitzius und Strelizius.


    Im Zusammenhang mit diesem Namen noch weitere Trivia:


    Wikipedia zur Paradisvogelblume:
    "(...) Die Art heißt also direkt übersetzt „Strelitzie der Königin“ und ehrt damit die damalige britische Königin Charlotte, eine geborene deutsche Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz doppelt."


    Die Stadt Neustrelitz verweist auf ihrer Internetseite auf die weiteren Hintergründe:


    "Königin Charlotte von Großbritannien war 1744 als Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz in Mirow geboren worden.
    Klug und couragiert hatte sie als 16-Jährige mit einem Brief an Friedrich den Großen einiges Aufsehen erregt. Darin schilderte sie das Elend, das der Siebenjährige Krieg über ihr Vaterland gebracht hat und bat um Hilfe für die verzweifelten Menschen. Dieser Brief erweckte das Interesse des jungen englischen Königs Georg III., der schon bald vom Charakter wie von der Schönheit der Verfasserin so begeistert war, dass er Brautwerber nach Mecklenburg-Strelitz schickte.
    Im September 1761 heirateten Georg und Sophie Charlotte. Noch im selben Monat wurde die 17 Jahre alte Prinzessin zur Königin Charlotte von Großbritannien gekrönt.
    Sie gebar 15 Kinder und stand 57 Jahre lang an der Seite ihres Gemahls an der Spitze des britischen Empires. Im November 1818 starb Queen Charlotte, im Januar 1820 Georg III., beide hoch betagt. "


    Ganz nebenbei wurden auch alle weiteren Schwestern aus dem Geschlecht der Mirokesen in die besten europäischen Königshäuser vermittelt. Therese z.B. wurde zur Hochzeit nach Bayern geschickt. Weshalb dort alljährlich das Oktoberfest gefeiert wird. Das mal zur allgemeinen Gaudi.


    Zurück zur Kapelle:


    Verkürzen wir doch die Wartezeit bis zu einem umfassenden aktuellen Baustellenupdate mit dem einziges Baustellenbild, welches ich diesen Sommer gemacht habe.
    Trotz Baustellengerüst erkennt man den Zustand des Eingangs und der Fialenschafte, sowie einige der neuen Formsteine.
    Da es sich um eigenes Bildmaterial handelt, traue ich mich mal es direkt einzubinden:


    Abschließend noch ein feines Video, welches den Stand der Arbeiten im Bewegbild zeigt, auch die fantastische Kulturlandschaft am unmittelbaren Eingang zum Nationalpark Müritz wird per Drohne in Szene gesetzt.


    VIDEO



    Vielleicht kann der Strang passenderweise noch in "Klein Vielen - Rekonstruktion der Jahn-Kapelle" umbenannt werden.

    Es ist innerhalb der Phalanx der Architektenschaft, die ihr Fach weiterhin im besten Sinne als Metier und nicht als reinen Broterwerb verstehen, seit einigen Jahren schon ein erkennbarer Trend hin zum traditionellen, regionalen, ja nachmodernen und post-postmodernen Bauen zu beobachten. Ich selbst bin junger Architekt und es wird in den kommenden Jahren einen entscheidenden Wandel in diese Richtung geben. Auch große Büros haben den Ruf der Zeit gehört und stimmen in den letzten Jahren spürbar sinnlichere Töne an.


    Ausgehend von den Entwicklungen der profiliertesten Hochschulen, wie der ETH in Zürich, der TU in München, der TU und der UdK in Berlin haben sich die Züricher Schüler von Prof.Hans Kolhoffs, nun selber Bauend, an die Ausbildung einer neuer Generation gemacht. Begriffe wie Tektonik, Fügung, Bossierung und Gesims sind selbstverständliche Teil unserer Auffassung und unserer Arbeitsweise, wie auf den nachfolgenden Projektseiten ersichtlich wird. Es werden Modelle gegossen, um Fassadenreliefs im Licht zu prüfen, ganze Stadtpanoramen und vorhandene Kontexte nachgebaut und städtebauliche Modelle umsichtig geprüft. Anhand von 1:20 Modellen werden Materialen und Details wie Fensterprofilbreiten analog geprüft. Bei Caruso St John in Zürich z.B. werden als Vorübung selbstverständlich historische Häuser studiert, kopiert und transformiert Eine fantastische Entwicklung zu den Wurzeln!


    Der weitestgehend dereguliert Markt ist in dieser Hinsicht der absolute Feind der Praxis und so gilt es jeden Tag Überzeugungsarbeit zu leisten, zumeist auf Bauherrenseite. Denn es ist ja nie allein der Architekt der baut, es ist zuvorderst die Gesellschaft die ihn mit etwas beauftragt. Daher möchte ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Verantwortlichkeit unseres Berufsstandes betonen. Aber und das ist ebenso augenfällig: Wenn in der Mehrheit scheußlich gebaut wird, dann eben auch weil eine Gesellschaft es in der Mehrheit scheußlich haben will. Eine Gesellschaft die sich auch mit Turnschuhen als Fußbekleidung abfindet und so gekleidet sogar in Büros, Oper oder unseren Stadtplätzen erscheint, findet sich eben auch mit diesen Schuhschachteln ab. Findet diese durch Degeneration und Entwurzelung vielleicht sogar alternativlos. Anders gesagt: Solange wir Baukultur leben, werden wir diesem Verfall entgegenwirken. Wir brauchen wieder Schuhwerk keine Sneaker.


    Erbaulich schließen möchte ich daher mit ein paar Arbeiten von jüngeren bis mittelalterlichen Büros und Studentenarbeiten, die jenseits von neuklassisch und rein historisierend durchaus gekonnt und eigensinnig an neuen Formen der Gestaltung arbeiten, bisweilen erkennbar an Gestaltungsentwicklungen der Vor- und Frühmoderne anknüpfen, die durch die Moderne und den Faschismus erstickt wurden.


    Für heute mal:


    Bruno Fioretti Marquez, Berlin (Alle mit Lehraufträgen)
    Stadtreparatur Hamburg I Potsdam Neue Mitte IFassadenornament Berlin Mitte


    Max Otto Zitzelsberger (mit Lehrauftrag)
    Hervorragende Stadtmöblierung in Landshut I Kinderhaus Monoberg I Hof in Berngau


    Hild und K, München
    Fast...alles...von...Hild....und...K


    Katharina Leuschner, München (mit Lehrauftrag)
    Bandbreite


    Happel Cornelisse Verhoeven Architecten, Rotterdam
    Werk


    Stephen Taylor, London (mit Lehrauftrag)
    Wohnen London I Wohnen in Antwerpen


    Sergion Bates, London (mit Lehrauftrag, ua. TU München)
    Wohnbebauung London I Nochmal London


    31 44 Architects, also UK
    Oeuvre


    STUDENTENARBEITEN DER ETH ZÜRICH
    z.B. Lehrstuhl Caruso I Lehrstuhl Sik I Christ und Gantenbein

    Herzliches Hallo an das Forum! Viele großartige Neuigkeiten aus Klein Vielen:


    Flankierend zu den erstaunlichen Entwicklungen im benachbarten Neustrelitz, gibt es auch für die Arbeit an der Jahn-Kapelle Glückliches zu berichten. Der Förderbescheid ist gekommen und so kann der dritte und letzte Bauabschnitt begonnen werden. Die 16 Fialen und auch die 16 Fenster des Oktogons werden nun ergänzt.


    Seit Erbses umfassenden Auftaktpost ist bereits Einiges passiert. Noch ist die Kapelle eingerüstet doch dahinter verbirgt sich all das bereits Erreichte:


    Die Klempner der Firma Hanke haben ganze Arbeit geleistet und im Herbst vergangenen Jahres die Turmhaube vollendet.


    Auch die für Buttel charakteristischen Formsteine (Sechspass, Blumenschmuck und Dergleichen.) wurden allesamt nachgefertigt und eingepasst. Der gesamte Hauptbau ist nun saniert und nach den vielen Jahren der Verwahrlosung nun dauerhaft gerettet.


    Bereits im März konnte der 1. Bauabschnitt mit dem Setzten der fantastischen Arbeit aus Peenemünde -der goldenen Kreuzblume- vollendet werden.


    Auch im vergangenen Winter, als die Baustelle ruhen musste, hat der Förderverein und die aktive Gemeinde in Klein Vielen Tatsachen geschaffen. Zuvor hatte die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Rücksprache mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege die denkmalpflegerische Zielsetzung für den Gutspark Klein Vielen, die Allee und den Klingenberg genehmigt. Dank des Bürger-Subbotniks nähert sich nicht nur die Kapelle selbst, sondern auch der Klingenberg dem Zustand der Erbauerzeit an. Hübsch durchforstet, ist das Denkmal nun auch von Weitem wieder sichtbar. . Nach meinem Geschmack sollte man sich dabei perspektivisch gesehen, nicht nur am Unterwuchs und den wildwuchernden Robinien zu schaffen machen sondern auch strategisch ausgewählt ein paar der älteren Bäume fällen, um die Kapelle so noch besser herauszuarbeiten.


    Die beiläufige Wiederherstellung der Feldsteinmauer möchte ich besonders loben, da gerade solche Details den Charme eines stimmigen Gesamtbildes ausmachen.


    Da lebende Architekten in diesem Forum zum Teil einen sehr schlechten Ruf haben, möchte ich an dieser Stelle noch die Gelegenheit nutzen und Lanze brechen für Christian Peters aus Neustrelitz, der sich hier auf hervorragende Weise für die Interessen des Gemeinwesens einsetzt. Hier im Forum ist er bereits in der Debatte um den Wiederaufbau des Schlossturms positiv aufgetaucht.


    Gerne werde ich in Zukunft öfter aus Mecklenburg-Strelitz berichten, dann auch mit eigenen Baustellenupdates. Zum Beispiel scheint es mir, als hätte die Fertigstellung des Rekonstruktionsprojektes "barocker Schlossgarten" Neustrelitz vor lauter Aufregung um den Schlossaufbau glatt den Sprung ins Forum verpasst. Oder habe ich etwas übersehen?