Posts by Strelizius

    Die Erhaltungsverordnung Nord-Neukölln beginnt zu wirken! Der Bezirk hat hervorragende Leitfäden herausgebracht wie Bauherren ihre Altbauten ensemblegerecht zu sanieren habe. Ein Exemplar für den Schillerkiez liegt zum Beispiel bei uns im Büro vor. Ich werde es bei Gelegenheit vorstellen. Dort werden dezidiert die Handlungsspielräume für die Dachgestalt, Ziergiebel und für die Gliederung der Erdgeschosse vorgegeben. Auch ein Farbkanon liegt anbei. Die Früchte sind bereits Allerorten spürbar. Speziell im Schillerkiez hat dies zu einer enormen Zugewinn für das über Jahre liederlich gepflegte Fassadenbild geführt. Vor allem der Rückbau der sogenannten Flughafenfenster zu Sprossenfenstern (welche nach der Schließung ihre Daseinsberechtigung verloren haben) ist eindrücklich. Aber auch im Reuter- Donau- Richard- und Rollbergkiez gibt es Projekte dieser Art. Aktuell ist die gesamte vorgründerzeitliche Altbaufront am Hermannplatz -vis-a-vis zum zu rekonstruierenden Karstadt- eingerüstet bzw. bereits frisch überarbeitet.


    Exemplarisch beginnen möchte ich mit Einem Altbau im Körnerkiez. Vor kurzem wurde dort in der Emserstraße/Ilsestraße dieser vollständig entstuckte Altbau wieder hergestellt. Orange/Signal-Gelb ging es hier vorher zu.


    Danke sehr Maecenas. Gut vermutet, aber da muss ich passen. Das Gute daran: So sind wir Zwei, die berichten. Strelitzius und Strelizius.


    Im Zusammenhang mit diesem Namen noch weitere Trivia:


    Wikipedia zur Paradisvogelblume:
    "(...) Die Art heißt also direkt übersetzt „Strelitzie der Königin“ und ehrt damit die damalige britische Königin Charlotte, eine geborene deutsche Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz doppelt."


    Die Stadt Neustrelitz verweist auf ihrer Internetseite auf die weiteren Hintergründe:


    "Königin Charlotte von Großbritannien war 1744 als Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz in Mirow geboren worden.
    Klug und couragiert hatte sie als 16-Jährige mit einem Brief an Friedrich den Großen einiges Aufsehen erregt. Darin schilderte sie das Elend, das der Siebenjährige Krieg über ihr Vaterland gebracht hat und bat um Hilfe für die verzweifelten Menschen. Dieser Brief erweckte das Interesse des jungen englischen Königs Georg III., der schon bald vom Charakter wie von der Schönheit der Verfasserin so begeistert war, dass er Brautwerber nach Mecklenburg-Strelitz schickte.
    Im September 1761 heirateten Georg und Sophie Charlotte. Noch im selben Monat wurde die 17 Jahre alte Prinzessin zur Königin Charlotte von Großbritannien gekrönt.
    Sie gebar 15 Kinder und stand 57 Jahre lang an der Seite ihres Gemahls an der Spitze des britischen Empires. Im November 1818 starb Queen Charlotte, im Januar 1820 Georg III., beide hoch betagt. "


    Ganz nebenbei wurden auch alle weiteren Schwestern aus dem Geschlecht der Mirokesen in die besten europäischen Königshäuser vermittelt. Therese z.B. wurde zur Hochzeit nach Bayern geschickt. Weshalb dort alljährlich das Oktoberfest gefeiert wird. Das mal zur allgemeinen Gaudi.


    Zurück zur Kapelle:


    Verkürzen wir doch die Wartezeit bis zu einem umfassenden aktuellen Baustellenupdate mit dem einziges Baustellenbild, welches ich diesen Sommer gemacht habe.
    Trotz Baustellengerüst erkennt man den Zustand des Eingangs und der Fialenschafte, sowie einige der neuen Formsteine.
    Da es sich um eigenes Bildmaterial handelt, traue ich mich mal es direkt einzubinden:


    Abschließend noch ein feines Video, welches den Stand der Arbeiten im Bewegbild zeigt, auch die fantastische Kulturlandschaft am unmittelbaren Eingang zum Nationalpark Müritz wird per Drohne in Szene gesetzt.


    VIDEO



    Vielleicht kann der Strang passenderweise noch in "Klein Vielen - Rekonstruktion der Jahn-Kapelle" umbenannt werden.

    Es ist innerhalb der Phalanx der Architektenschaft, die ihr Fach weiterhin im besten Sinne als Metier und nicht als reinen Broterwerb verstehen, seit einigen Jahren schon ein erkennbarer Trend hin zum traditionellen, regionalen, ja nachmodernen und post-postmodernen Bauen zu beobachten. Ich selbst bin junger Architekt und es wird in den kommenden Jahren einen entscheidenden Wandel in diese Richtung geben. Auch große Büros haben den Ruf der Zeit gehört und stimmen in den letzten Jahren spürbar sinnlichere Töne an.


    Ausgehend von den Entwicklungen der profiliertesten Hochschulen, wie der ETH in Zürich, der TU in München, der TU und der UdK in Berlin haben sich die Züricher Schüler von Prof.Hans Kolhoffs, nun selber Bauend, an die Ausbildung einer neuer Generation gemacht. Begriffe wie Tektonik, Fügung, Bossierung und Gesims sind selbstverständliche Teil unserer Auffassung und unserer Arbeitsweise, wie auf den nachfolgenden Projektseiten ersichtlich wird. Es werden Modelle gegossen, um Fassadenreliefs im Licht zu prüfen, ganze Stadtpanoramen und vorhandene Kontexte nachgebaut und städtebauliche Modelle umsichtig geprüft. Anhand von 1:20 Modellen werden Materialen und Details wie Fensterprofilbreiten analog geprüft. Bei Caruso St John in Zürich z.B. werden als Vorübung selbstverständlich historische Häuser studiert, kopiert und transformiert Eine fantastische Entwicklung zu den Wurzeln!


    Der weitestgehend dereguliert Markt ist in dieser Hinsicht der absolute Feind der Praxis und so gilt es jeden Tag Überzeugungsarbeit zu leisten, zumeist auf Bauherrenseite. Denn es ist ja nie allein der Architekt der baut, es ist zuvorderst die Gesellschaft die ihn mit etwas beauftragt. Daher möchte ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Verantwortlichkeit unseres Berufsstandes betonen. Aber und das ist ebenso augenfällig: Wenn in der Mehrheit scheußlich gebaut wird, dann eben auch weil eine Gesellschaft es in der Mehrheit scheußlich haben will. Eine Gesellschaft die sich auch mit Turnschuhen als Fußbekleidung abfindet und so gekleidet sogar in Büros, Oper oder unseren Stadtplätzen erscheint, findet sich eben auch mit diesen Schuhschachteln ab. Findet diese durch Degeneration und Entwurzelung vielleicht sogar alternativlos. Anders gesagt: Solange wir Baukultur leben, werden wir diesem Verfall entgegenwirken. Wir brauchen wieder Schuhwerk keine Sneaker.


    Erbaulich schließen möchte ich daher mit ein paar Arbeiten von jüngeren bis mittelalterlichen Büros und Studentenarbeiten, die jenseits von neuklassisch und rein historisierend durchaus gekonnt und eigensinnig an neuen Formen der Gestaltung arbeiten, bisweilen erkennbar an Gestaltungsentwicklungen der Vor- und Frühmoderne anknüpfen, die durch die Moderne und den Faschismus erstickt wurden.


    Für heute mal:


    Bruno Fioretti Marquez, Berlin (Alle mit Lehraufträgen)
    Stadtreparatur Hamburg I Potsdam Neue Mitte IFassadenornament Berlin Mitte


    Max Otto Zitzelsberger (mit Lehrauftrag)
    Hervorragende Stadtmöblierung in Landshut I Kinderhaus Monoberg I Hof in Berngau


    Hild und K, München
    Fast...alles...von...Hild....und...K


    Katharina Leuschner, München (mit Lehrauftrag)
    Bandbreite


    Happel Cornelisse Verhoeven Architecten, Rotterdam
    Werk


    Stephen Taylor, London (mit Lehrauftrag)
    Wohnen London I Wohnen in Antwerpen


    Sergion Bates, London (mit Lehrauftrag, ua. TU München)
    Wohnbebauung London I Nochmal London


    31 44 Architects, also UK
    Oeuvre


    STUDENTENARBEITEN DER ETH ZÜRICH
    z.B. Lehrstuhl Caruso I Lehrstuhl Sik I Christ und Gantenbein

    Herzliches Hallo an das Forum! Viele großartige Neuigkeiten aus Klein Vielen:


    Flankierend zu den erstaunlichen Entwicklungen im benachbarten Neustrelitz, gibt es auch für die Arbeit an der Jahn-Kapelle Glückliches zu berichten. Der Förderbescheid ist gekommen und so kann der dritte und letzte Bauabschnitt begonnen werden. Die 16 Fialen und auch die 16 Fenster des Oktogons werden nun ergänzt.


    Seit Erbses umfassenden Auftaktpost ist bereits Einiges passiert. Noch ist die Kapelle eingerüstet doch dahinter verbirgt sich all das bereits Erreichte:


    Die Klempner der Firma Hanke haben ganze Arbeit geleistet und im Herbst vergangenen Jahres die Turmhaube vollendet.


    Auch die für Buttel charakteristischen Formsteine (Sechspass, Blumenschmuck und Dergleichen.) wurden allesamt nachgefertigt und eingepasst. Der gesamte Hauptbau ist nun saniert und nach den vielen Jahren der Verwahrlosung nun dauerhaft gerettet.


    Bereits im März konnte der 1. Bauabschnitt mit dem Setzten der fantastischen Arbeit aus Peenemünde -der goldenen Kreuzblume- vollendet werden.


    Auch im vergangenen Winter, als die Baustelle ruhen musste, hat der Förderverein und die aktive Gemeinde in Klein Vielen Tatsachen geschaffen. Zuvor hatte die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Rücksprache mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege die denkmalpflegerische Zielsetzung für den Gutspark Klein Vielen, die Allee und den Klingenberg genehmigt. Dank des Bürger-Subbotniks nähert sich nicht nur die Kapelle selbst, sondern auch der Klingenberg dem Zustand der Erbauerzeit an. Hübsch durchforstet, ist das Denkmal nun auch von Weitem wieder sichtbar. . Nach meinem Geschmack sollte man sich dabei perspektivisch gesehen, nicht nur am Unterwuchs und den wildwuchernden Robinien zu schaffen machen sondern auch strategisch ausgewählt ein paar der älteren Bäume fällen, um die Kapelle so noch besser herauszuarbeiten.


    Die beiläufige Wiederherstellung der Feldsteinmauer möchte ich besonders loben, da gerade solche Details den Charme eines stimmigen Gesamtbildes ausmachen.


    Da lebende Architekten in diesem Forum zum Teil einen sehr schlechten Ruf haben, möchte ich an dieser Stelle noch die Gelegenheit nutzen und Lanze brechen für Christian Peters aus Neustrelitz, der sich hier auf hervorragende Weise für die Interessen des Gemeinwesens einsetzt. Hier im Forum ist er bereits in der Debatte um den Wiederaufbau des Schlossturms positiv aufgetaucht.


    Gerne werde ich in Zukunft öfter aus Mecklenburg-Strelitz berichten, dann auch mit eigenen Baustellenupdates. Zum Beispiel scheint es mir, als hätte die Fertigstellung des Rekonstruktionsprojektes "barocker Schlossgarten" Neustrelitz vor lauter Aufregung um den Schlossaufbau glatt den Sprung ins Forum verpasst. Oder habe ich etwas übersehen?