Posts by Martintre

    Ich kann alle möglichen Denkmäler aller (nicht-gewalttätigen) politischen und gesellschaftlichen Schattierungen tolerieren (selbst Marx und Engels), da ich nicht den Anspruch habe, zwischen berechtigten und unberechtigten Motiven zu unterscheiden.


    Fuchsig werde ich aber bei Denkmälern und Gebäuden, für die ohne Not, sondern aus politischen Motiven andere Denkmäler und Gebäude weichen mussten. Derartige Denkmäler und Gebäude zu bekämpfen und die Wiedererrichtung der originalen Denkmäler zu fordern hat meine volle Unterstützung.


    Deshalb war ich immer für die restlose Beseitigung des PdR (und kann das Staatsratsgebäude trotz bescheidener Architekturleistung gerne tolerieren), und deshalb hätte ich gerne die Kolonnaden zurück.

    Ich hätte nichts dagegen, wenn Baustadtrat Florian Schmidt wie hoffentlich noch viele nach ihm eindrücklich beigebracht bekäme, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt.


    Zudem ist seine Annahme unbelegt, er sei objektiv im Besitz der einzigen Wahrheit, was ihm das Recht zur Verletzung unpassender Gesetze gäbe. Es gibt in der Tat neben seiner Meinung noch ganz viele andere Perspektiven, und keine dieser vielen Ansichten wurde bisher objektiv widerlegt. In einer solchen Situation ist Gesetzestreue keine schlechte Eigenschaft, aber das scheint bei modernen Gutmenschen ein wenig aus der Mode gekommen.

    Vielen Dank an alle Beteiligten für die Geschichtsdiskussion, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich verstehe alle Standpunkte und kann die meisten davon geschichtlich nachvollziehen.


    Nur der Anstoß der Diskussion, die Idee, das Nationaldenkmal vor dem Berliner Schloss erst abzureißen, dann nicht wiederaufzubauen und dann endgültig zu zerstören, erscheint mir noch eigenartiger und widernatürlicher als zuvor schon. Und ich garantiere euch, selbst der deutschlandfreundlichste Franzose wird darüber verständnislos den Kopf schütteln.

    was mich mal näher interessieren würde,warum auch einige Christen "Christen ohne GK"allen voran der bekannte Pfarrer F.Schorlemmer so ablehnend der GK gegenüber stehen.Welche tieferen Hintergründe gibt es da?

    Der Begriff "Christen" ist ja nicht rechtlich geschützt. Deshalb kann jede Gruppe, die im Verlaufe der vergangenen 2000 Jahre eine Religion gegründet hat, sich "Christen" nennen. (Das Wort "Pfarrer" kommt in der Bibel übrigens überhaupt nicht vor...)


    Da in der Bibel ausdrücklich darauf hingewiesen wird, man solle von ebendiesem Dokument nichts wegnehmen oder hinzufügen, betrachte ich all diejenigen als Christen, die sich den Inhalt der Bibel zur Richtschnur nehmen. Damit sind - leider - die beiden deutschen "Landeskirchen" schon draußen. Wenn ich jemals Mitglied gewesen wäre, wäre ich wahrscheinlich ebenfalls längst ausgetreten.


    Glaubt mir, ich kenne keinen an der Bibel orientierten Christen, der rechts- oder linksradikal ist - das ist schlichtweg nicht miteinander vereinbar. Und gegen die Reko der Garnisonkirche hat kein mir bekannter Christ irgendwelche ideologischen Einwände.

    Ja, so läuft das derzeit. Wir erleben ja seit einigen Jahren eine Rekalibrierung des politischen Spektrums: Links wird zur neuen Mitte erklärt ("Wo wir sind, ist objektiv richtig."). Konsequenterweise ist alles, was rechts davon steht (einschließlich der Hälfte der Sozialdemokraten), "rechts" in bewusst negativem Sinne (mit den Abstufungen rechtspopulistisch und rechtsradikal).


    Leider wird diese Waffe auch in der Architektur angewandt: Irgendwo findet sich immer eine Verbindung zu "rechts" entsprechend obiger Definition. Damit lässt sich dann sogar eine kirchlich geförderte Rekonstruktion eines von Kommunisten zerstörten Gotteshauses in die rechte Ecke stellen und dort anprangern. So etwas passiert insbesondere dann, wenn sachlichte Argumente gerade nicht zur Verfügung stehen.

    Peter Born, von DIE LINKEN (...): „Der neobarocke Formenreichtum des Brunnens bietet eine familienfreundliche Fotokulisse und wird teils gar als eine Art Abenteuerspielplatz genutzt.“

    Irre ich mich, oder war es tatsächlich die ganz linke Ecke, aus der im Zusammenhang mit der Rekonstruktion der historischen Fassaden des Humboldt-Forums immer wieder die "Disneyland"-Vorwürfe kamen?


    Linke Logik muss sich also auch in der Architektur in Ermangelung sachlicher Argumente sehr, sagen wir mal, "elastisch" verhalten.

    Ich hoffe auf ein möglichst langes "Zeitfenster der Geschichte", während dessen Portal III abgerüstet ist, sich aber noch keine Wippenkonstruktion davor erhebt.


    Entsprechende Fotos mit freier Sicht vom anderen Ufer des Kupfergrabens wird man so schnell nicht wieder schießen können.

    Das Laternensammelsurium ist das Eine. Das Andere sind:

    - das völlig heruntergekommene Geländer

    - die Teerschmiererei

    - der Teerersatz statt Kleinpflaster entlang der Geländerkante

    Wenn ich mir die Bilder des Posts von Eiserner Pirat anschaue, gehe ich davon aus, dass das an sich wunderschöne Vorkriegsgeländer und der Gehweg mit den Schweinebäuchen am Kupfergraben seit 1945 nicht repariert wurden.


    Weiß jemand, ob man so ein Geländer unter Denkmalschutz stellen könnte, damit eine aus Sicherheitsgründen wohl bald notwendige Reparatur historisch und nicht etwa in Form eines Doppelstabmattenzaunes erfolgt?

    Kahl wird der Schlossplatz erst jetzt wirken, da, anders als vor und nach der Gestaltung im Kaiserreich, heute beide Fahrtrichtungen vom Schlossgebäude weggezogen wurden.


    Es sollte meiner Ansicht nach sehr gut möglich sein, die heutige Straßenführung mit der Platzgestaltung von vor 100 Jahren in Einklang zu bringen. Abgesehen vom sehnlichst herbeigewünschten Schlossbrunnen dürfte sich der Aufwand auch in Grenzen halten. Eine Sache des Willens, würde ich sagen.

    Ich denke das Gerüst an Portal III wird endlich fallen, wenn man die Minikuppeln über dem Portal fertig gedeckt hat. Ein Blick auf die Webcam zeigt, dass heute zumindest wieder Arbeiter fleißig an ihnen werkeln. Die Arbeit hatte eine Weile brachgelegen.

    Ich hätte gedacht, dass zusätzlich auch noch die Schrägdächer beiderseits der Kuppel mit Kupfer fertiggedeckt werden würden - was ja nicht ging, solange das Gerüst die Kuppel umgeben hatte.


    Passiert das noch, oder bleibt da jeweils auf einigen Metern schwarze Teerpappe sichtbar?

    Rückblickend bin ich froh, dass die damaligen Protagonisten des Wiederaufbaus des Schlosses eine überaus offene und langwierige Diskussion gewagt haben. Das gibt der Rekonstruktion eine starke zusätzliche Legitimation.


    Die Protagonisten der "Wippe vor dem Schlosstor" hingegen wissen ganz genau, warum sie eine derart offene (und auch ergebnisoffene) Diskussion gescheut haben.

    (...) Es genügt daher nicht, dass wir Demokratie nur dem Papier nach leben. Wenn wir uns damit zufrieden geben, dass die Demokratie formal richtig abläuft, obwohl sie von keinem demokratischen Geist erfüllt ist, haben wir schon verloren.

    Und genau deshalb dürfen wir nicht müde werden, den ausschließlich formal demokratischen Prozess hinter der Einheitswippe offen anzuprangern.


    Für eine echte Demokratie reicht es eben nicht, wenn die Mitglieder*innen :kopfschuetteln: eines Parlaments (Bund oder Land) eine persönliche Präferenz haben. Sie sollten letztlich doch das Volk repräsentieren.