Posts by Martintre

    Auch die NZZ ist nicht immer objektiv. Hier ein Artikel zum Humboldt-Forum mit folgender Einleitung:


    https://www.nzz.ch/feuilleton/…chuld-verliert-ld.1627147

    Die NZZ ist ja allgemein eine seriöse Zeitung, die einem oft hilft zu verstehen, wie Deutschland nach außen wirkt. Wenn du deinen obigen Post (der die Sachlage m. E. perfekt auf den Punkt bringt) als Leserbrief an die NZZ schickst, zeigen sie vielleicht Größe und veröffentlichen ihn.

    Inzwischen aus allen Richtungen sichtbar.


    Solche "Balkonfassaden" oder Laubengänge sollten in Innenstädten verboten werden. Der Lange Stall ist eine völlig vergebene Chance.

    In der Tat kann der Lange Stall das architektonische Versprechen der Giebelfront an den Längsseiten nicht ansatzweise halten. Aber grundsätzlich könnte ich mir auch in Innenstädten mehretagige Laubengänge vorstellen. Was mir hier fehlt:

    • Runde (oder beispielsweis kreuzförmige) Säulenquerschnitte anstelle der quadratischen (Würde auch der James-Simon-Gallerie in Berlin besser stehen)
    • Unterschiedliche Gestaltung der verschiedenen Etagen (es müssen ja nicht unbedingt dorische, ionische und korinthische Säulenkapitelle sein, die so mancher heutige Architekt scheut wie der Teufel das Weihwasser)
    • Regelmäßige Unterbrechungen der (sonst monoton wirkenden) Balkonreihen durch so etwas wie "Portale", die durchaus auch einen Nutzwert haben dürfen, beispielsweise als lichtdurchflutete Treppenhäuser.

    Ist ja nicht das erste Mal, dass hier sehr nachsichtig mit den Folgen des modernistischen Stadtumbaus nach dem Krieg umgegangen wird, die "Tangenten", die Funktionstrennung (Wohnen und Arbeiten an getrennten Orten), die horizontale Verkehrsträgertrennung (Fußgänger und Radfahrer als "störende Elemente" auf andere Ebenen verbannen - und wenn das nicht geht eben brutal benachteiligen durch blöde Ampelschaltungen und zugeparkte Radwege). Manchmal bekomme ich den Eindruck, dass es einigen hier nur um ein paar rekonstruierte "Kulissen" in den Altstädten geht, aber sonst doch möglichst alles so bleiben soll, wie es ist, bzw. im Idealfall sogar noch autofreundlicher werden. Das wäre für mich definitiv zu kurz gesprungen.

    Lieber Heinzer, das sehe ich ähnlich. In der Konsequenz wünsche ich mir mehr Konzepte, die nicht entweder auf breite Magistralen oder auf autofreihe Innenstädte setzen. So etwas wie "Anfahrt für Busse, Autos, U-Bahnen von hinten/unten, Parken unter der Erde (Autos und Fahrräder), ruhige Flaniermeilen ohne bereifte Fahrzeuge".

    Leider sind die meisten Beteiligten gerade deshalb als Experten beteiligt, weil sie sich jahrelang mit dem Thema beschäftigt haben. Und wer so etwas tut, entwickelt fast immer eine gefestigte Überzeugung - in die eine oder andere Richtung. Für wirklich neues Denken offene Experten haben leider Seltenheitswert. Das grenzt den Kreativraum enorm ein.

    Tschuldigung, aber über diese Verdrehung kann man wirklich nur den Kopf schütteln.

    Dieses Unverständnis findet man häufig bei Menschen, deren Umfeld eine Grüne Blase bildet, und die den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk als objektive Informationsquelle betrachten.


    Ich weiß auch nicht mehr, wie hier noch ein Wachschütteln funktionieren soll. Unsereiner hinterfragt seine Positionen ständig - Linke wissen einfach, dass sie Recht haben. In folgenden Diskussionen sind Fakten dann nicht mehr nötig - die Wahrheit ist ja bekannt.


    Sorry, musste mal gesagt werden.

    Ich habe bei Amsterdam gewohnt. Amsterdam ist der Horror. Der Autostau unterscheidet sich nicht von dem anderer Städte, aber es gibt noch einen Fahrradstau dazu. Überall wuseln Fahrräder, und als Autofahrer hat man ständig Angst, einen zu übersehen. Also das eine Problem nicht gelöst, aber ein zweites dazu. So viel Chaos bei weniger Einwohnern als in Köln.


    Ich habe auch bei Brüssel gewohnt. Große Teile sind anderen Städten ähnlich. Es gibt aber Bereiche (Wetstraat), wo breite mehrspurige Einbahnstraßen einen guten Verkehrsfluss erlauben, und es stehen keine Autos am Straßenrand, da jedes (Büro-)Gebäude eine Tiefgarage hat.


    Kurzum: Es leuchtet mir nicht ein, warum das Auto verteufelt wird und künstlich unattraktiv gemacht wird. Dies wäre nicht nötig, wenn es heute nicht attraktiv wäre. Alternativen dürfen sich gerne daran versuchen, diesen Wettbewerb durch eigene Leistung zu gewinnen, und nicht, indem das Auto behindert wird.


    In Großstädten wie London oder Berlin fahre ich immer U- oder S-Bahn, manchmal sogar Bus. In vielen Fällen ist der ÖPNV ja schon eine gute Alternative. Gerne würde ich diesen Wettbewerb sich unter fairen Bedingungen entwickeln sehen.


    Und solange der ÖPNV ohne Ende subventioniert wird, während der Autofahrer über seine Steuern noch alles Mögliche mitfinanziert, kann ich die Forderungen nach mehr Geld für die "Verkehrswende" echt nicht mehr hören. Wir brauchen eine Verkehrswende, weil die Ökos das fordern? Nein, wir brauchen vielmehr einen konstruktiven Dialog, auch wenn die Grünen das ablehnen!

    Mir war überhaupt nicht bewusst, wie verloren und deplatziert die Rossebändiger heute "herumstehen". Sie sind offenbar sogar zu weit voneinander entfernt, um miteinander zu korrespondieren. Und dann dazwischen: Eine tote "DDR-Autobahn-Gedenkfläche"...


    Nun ja: Würde Wilhelm von Boddien hier die Hoffnung aufgeben? Nein! Also hoffe auch ich weiter, dass ums Schloss dereinst zusammengeführt wird, was zusammen gehört.

    An dieser Stelle sei auf die schon im TV-Thread genannte neue ARD-Doku „Das Humboldt Forum – Ein Schloss für Berlin und die Welt?“ verwiesen:

    >> Link zur ARD-Mediathek

    Diese Doku finde ich sehr informativ - solange man gedanklich die Kommentierungen der Sprecher ausblendet. Wer beispielsweise öffentlich von (Zitat) "Bismarcks Welteroberungen im Kolonialzeitalter" schwafelt, betreibt Geschichtsfälschung.


    Die Vielzahl der Meinungen von Menschen mit einem tatsächlichen Bezug zum Thema gab hingegen einen guten Eindruck der Hintergründe dieser kontroversen Debatte. Und die Filmaufnahmen bildeten einen interessanten Rahmen.

    Die Italiener waren aber schon immer Vorreiter der Kleinwagen und dreirädrigen Klein-Lieferwagen. Diese sind den Deutschen heute natürlich zu popelig, obwohl auch die BRD-Versorgung einmal mit Tempo-Dreirädern und die Post mit Elektrofahrzeugen begann.

    Wer war noch gleich die Nation von Ferrari, Lamborghini und Maserati...?


    Eine Entscheidung eines Italieners für einen Kleinwagen ist in der Regel nicht durch linksgrünökologisches Gutmenschentum getrieben. Die meisten motorisierten Italiener würden, wenn sie das Geld dazu übrig hätten, einen Wagen der oben erwähnten Marken fahren.


    Ich finde das ganze ideologisch motivierte Herumgehacke auf Autofahrern relativ peinlich. Wenn wir dieselbe Energie aufwenden würden, um die schlimmsten Umweltprobleme zu lösen, würden die Linksgrünen zwar ein Feindbild verlieren, dem Klimaschutz wäre aber besser gedient.

    Es gab doch immer so einen impliziten Deal: Entweder wohne ich in der Stadt, dann ist das Wohnen teuer. Oder ich wohne günstig auf dem Land, dann kommen die Kosten für ein Auto dazu. Jeder hatte die freie Wahl.


    Nun wollen die Linksprivilegierten (Party-affine Städter, die jung und gesund genug sind, um mit dem Fahrrad mobil zu sein) den anderen das Leben erschweren, weil sie sich selbst für moralisch überlegen halten. So spaltet man eine Gesellschaft.


    Und dass die Grünen alle Bürger in die Städte verfrachten wollen, damit die Wege ökologisch kurz sind, neulich aber wieder einmal empört gegen weitere Wohnraumverdichtung in den Städten gepoltert haben, spricht Bände über die Schlüssigkeit ihrer Ideologie.

    Chipperfield ist es zum wiederholten Male nicht gelungen seine eigene Architektur zurückzunehmen sondern drängelt sich wieder in den Vordergrund.

    Vielleicht ist dieses oft zu beobachtende Phänomen ja eine Konsequenz unserer Kultur, in der nur berühmt werden kann, wer neu schöpft - während beispielsweise in China auch handwerklich gutes Kopieren gewürdigt wird.


    Mein Vorschlag wäre daher, dass bei Architekten nicht einfach zwischen "Schöpfern" (=ehrenwert) und "Kopierern" (=unwert, unabhängig von der Schönheit des kopierten Objekts) unterschieden wird.


    Vielmehr sollte eine eigene Kategorie des "Retters" oder "Wiederbelebers" verlorener oder gefährdeter Architektur eingeführt und positiv besetzt werden.

    "Wir Deutsche" müssen "den Nigerianern" die Benin-Bronzen zurückgeben...


    Es ist offensichtlich, dass keiner der heute lebenden Deutschen irgendeinem der heute lebenden Nigerianer in diesem Zusammenhang irgendetwas gestohlen hat. Es gilt vielmehr die Sicht der vererbbaren Zugehörigkeit zu einer "Nation" und deren Schuld.


    Ist es nicht interessant, dass ausgerechnet diejenigen politischen Kreise die historische Schuld von uns "Deutschen" am meisten betonen, die sonst jede Art von Nationalismus und Rassissmus strikt ablehnen?

    Jedenfalls sind heute fast alle Gerüste in der Portaldurchfahrt II abgebaut worden. Es ist also doch im (ziemlich) Verborgenen so einiges geschehen in den letzten Monaten. Ich habe zur aktuellen Dokumentation einige Aufnahmen gemacht.

    Das neue Extrablatt Nummer 95 spricht auf Seite 78 vom "Ende des Ausbaus des Vestibüls ab Ende Mai 2021"

    Der Begriff Modernismus wurde von denjenigen geprägt, die die Moderne kritisieren oder ablehnen, um sie zu verunglimpfen.

    In so fern ist der Beitrag über die "Modernisten" und ihre Fehler irrelevant.

    Diese Schlussfolgerung halte ich für gewagt! Das, was hier kritisiert wurde, ist unabhängig davon, wie es bezeichnet wird. Kritik an Rassissmus und Sexismus wird auch nicht daduch irrelevant, dass die Täter selbst sich nicht so bezeichnen.

    In der heutigen Ausgabe der Morgenpost gibt es einen interessanten Artikel über den Palast der Republik, der vor 45 Jahren eröffnete


    https://www.morgenpost.de/berl…ffnete-vor-45-Jahren.html

    "Der Palast sei jedoch nicht nur Zentrum der DDR-Staatsmacht gewesen, sondern auch kultureller Mittelpunkt für viele. Udo Lindenberg und Carlos Santana traten dort auf, aber es gab auch Staatsempfänge, zudem wurden SED-Parteitage im Palast veranstaltet."


    Wer SED-Parteitage mit Kultur in Verbindung bringt, hat wohl eine entscheidende Lektion der deutschen Geschichte verpasst. Wenn's nicht so traurig wär', könnte man drüber lachen.

    Wahrscheinlich gehen die meisten Passanten derzeit noch davon aus, dass nach endgültiger Fertigstellung des Schlosses auch die gläsernen Baucontainer auf dem Dach noch wegkommen...

    Ist es nicht erstaunlich, welche baulichen Ähnlichkeiten in der Kubatur und Fassade des Dynamowerks der Siemenswerke in Berlin-Spandau, zu den Portalen IV und V des Berliner Schlosses besteht

    Mein spontaner, erster Gedanke: Mit genug Boshaftigkeit einflussreicher Modernisten hätte das Dachrestaurant des Berliner Schlosses auch so aussehen können. Da haben wir ja nochmal Glück gehabt...

    • Kunsthistorische Sicht: Die Barockfassaden Schlüters und Eosanders waren und sind wieder eine Berühmtheit auf höchstem europäischem Niveau. Die zusammengesetzten alten Ostfassaden, in der wilhelminischen Zeit in historisierendem Stil „aufgehübscht“, zeigen dagegen keine ursprüngliche und gleichrangig wertvolle Ansicht.

    Und genau diese "zusammengesetzte" Kleinteiligkeit machte den Charme des alten Ostflügels aus, zusammen mit dem romantischen Garten und dem direkten Zugang zum Wasser.


    Der Effekt ist ähnlich dem einer romantischen Altstadt: Niemand erwartet ein durchgängiges Architekturkonzept - es ist gerade die im Laufe der Jahrhunderte gewachsene Struktur, die sie so attraktiv macht.


    Es geht also nicht nur um architektonische "Berühmtheiten", sondern auch schlichtweg um Wirkung.

    Man muss schon genau hinschauen, um beim linken Eckhaus eine gewissen Rafinesse zu erkennen. Darüber hinaus stellt man immer wieder fest, dass die heute so beliebten großen Fenster wenig Platz lassen, um schönes Mauerwerk zur Geltung kommen zu lassen. Dieser Widerspruch ist wirklich nicht einfach aufzulösen.