Ja, das zeigt sehr anschaulich, wie falsch von KI aufbereitete Informationen sein können. Lieber Seinsheim, die Informationen bzgl. der Deckenfresken in St. Peter findest Du hier: RE: München - die Kirchen (Galerie)
Posts by Leonhard
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Das ist ja lustig
aber der von Dir zitierte Beitrag bezieht sich auf die Bürgersaalkirche und nicht auf St. Peter... hat den Google trotzdem in Bezug auf St. Peter verwendet? -
Das Inferno. Eine originale (nicht KI-kolorierte!) Farbaufnahme aus einer Bombennacht 1944 in der Altstadt Münchens, die Tino Walz (der spätere Verantwortliche für den Wiederaufbau der Residenz) trotz strengstem Fotografierverbot angefertigt hat:

Man sieht in der Bildmitte den neugotischen Turm des Neuen Rathauses, rechts daneben den brennenden Turm des Alten Rathauses und daneben die Fassade der Heiliggeistkirche. Die im Vordergrund brennenden Häuser liegen zwischen Frauenkirche und Weinstraße, der Aufnahmestandpunkt dürfte auf halber Höhe eines der Türme der Frauenkirche (wahrscheinlich des Südturms) gewesen sein. Eine unvorstellbare Katastrophe und ein unvorstellbarer Mut, während eines solchen Infernos auf einen Turm zu steigen und sein Leben für ein Foto zu riskieren.
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Der Rindermarkt muss in der Renaissance- und Barockzeit eine sehr noble Gegend mit etlichen Patrizierhäusern und Adelspalais gewesen sein. Hier ein Versuch, den Stich von Stridbeck von 1697 in ein Foto zu verwandeln:

Ganz links angeschnitten ist der Alte Peter (die Zwiebelhaube ist eine Halluzination von Gemini, der Turm müsste eigentlich viel weiter hinaufgehen), anschließend das Pfarrhaus, zwei Häuser weiter mit den seitlichen Aufzugsgauben und den kleinen Türmen das Haus des Hofmusikus Bombarda, wiederum drei Häuser weiter das in typischer Inn-Salzach-Form gebaute Wartenbergische Haus (das spätere Haslinger-Haus mit dem Haslinger-Durchgang), ganz rechts die Kurfürstliche Fabrica, eine von Kurfürst Max Emanuel um 1690 eingerichtete Gobelinweberei.
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Die Fotos hab ich überwiegend aus dem Stadtarchiv, einige auch aus alten Publikationen (z.B. Otto Aufleger - Münchner Architektur des 18. Jhs). Die von Dir genannten Bücher hab ich alle, allerdings sind sie durch die Öffnung des digitalen Archivs des Stadtarchivs fast überflüssig geworden, weil man alle Fotos auch im Onlinearchiv findet.
Die Fotos im Historischen Atlas München bzgl. Theatinerstraße habe ich dort eingepflegt, eine Zeitlang habe ich dort mitgearbeitet.
Die Theatinerstraße ist schon lange meine Lieblingsstraße im alten München

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Noch ein paar Visualisierungen aus der alten Theatinerstraße. Im Gegensatz zu den meisten anderen hier habe ich keine Menschen hinzugefügt, sondern möchte nur die Architektur zeigen (mit wenigen Ausnahmen).
Das Mielich-Haus:

1910 nach der Renovierung, bei der die Wappen neu bemalt wurden:

Zusammen mit dem Palais Fugger-Zinneberg, dieses aber schon mit umgebauter Erdgeschoßzone:

Nr. 19, das Haus Kuen-Belassy (Gemini hat die Stuckaturen leider minimal vereinfacht):

Nr. 28 - 31 auf der Ostseite mit Feldherrnhalle und Palais Preysing ganz links:

Nr. 31 (jegliche modernere Kolorierung ist krachend gescheitert, weil Gemini das Haus zu sehr umgedeutet hat):

Das Nordende:

Nochmal eine Gesamtansicht der Westseite der Theatinerstraße, die thommystyle schon gezeigt hat, aber diese hier ist schöner


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Schöne Bilder, danke, aber muss das sein, dass jedes Bild 2 - 3 MB groß ist? Kannst Du das nicht bitte vorher verkleinern oder zumindest als jpg abspeichern (png's sind immer größer)?
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Sehr schön die Allerheiligen-Hofkirche! Das wär schon ein Traum...
Beim Mielichhaus hingegen ist der KI ein Fehler unterlaufen: die halbrunden Ornamentfelder über den Fenstern waren keine Metallgitter, sondern Stuckfelder. Ich lad morgen mal eine eigene Kolorierung hoch, die ich vor kurzem gemacht habe.
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Ich finde das gar nicht so schlecht, Autoverkehr hat in einer engen Innenstadt eigentlich nichts zu suchen und nervt nur. Wenn die Begrünung günstig platziert wird, kann sie vielleicht auch so manch unschöne Stelle in der Altstadt abmildern. Man muss nur schauen, dass Anwohner, Lieferverkehr und gehbehinderte Leute weiterhin hinein können, aber das scheint ja auch gewährleistet.
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Erst irgend wann nach 1945 entstand das Bistum München-Freising.
Verzeihung, aber das ist grober Unfug... das Erzbistum München-Freising entstand in den Jahren 1818-21 infolge des Bayerischen Konkordats von 1817. Trotzdem ist natürlich Freising das ursprüngliche Bistum und hat die kirchengeschichtlich bedeutendere Kathedrale.
Zur Lage der Kirchen im Stadtgefüge: die abseitige Lage ist typisch für Altbayern, die Hauptplätze waren für den Handel und Märkte bestimmt.
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Na, obwohl die Hinterhofbebauung modern ausfällt, scheint sie zumindest teilweise schon recht außergewöhnlich und virtuos zu sein. Die ineinander laufenden Treppenrampen sind ein Hingucker und die kathedralenartige Halle mit den Emporen und dem offenen Dachstuhl ist sogar sensationell.
Das Palais ist natürlich zum Niederknien!
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Parasitär.
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Aber thommystyle hat in seinem Screenshot doch genau gezeigt, wie das geht... im Editor, in dem Du Deinen Beitrag schreibst, gibt es oben eine Menüleiste, in der Du das Symbol findest, das in thommystyles Screenshot beige hervorgehoben ist. Wenn Du zuerst auf den Pfeil neben dem Bildsymbol und dann auf die darunter erscheinende Textfläche "per URL einfügen" klickst, öffnet sich ein Textfeld, in das Du die Adresse kopieren musst, unter der das Bild gespeichert ist. Daraufhin wird das Bild in den Beitrag eingebettet:

Zu Deinen Fragen:
URL ist die Internetadresse, unter der Dein Bild gespeichert ist, Du findest sie in Chevereto und sie entspricht genau der Adresse, die Du als Textlink in Deinen Beitrag kopiert hast (also https://aph-bilder.de/images/file_Inga19.jpg). Du fügst nur die Adresse ohne jeglichen weiteren Code ein, also ohne HTML, BBCode etc. Versuch's nochmal, so schwer ist das nicht

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Das alte Rom war an vielen Stellen auch ein übler, überbevölkerter, dreckiger und stinkender Moloch. Die Straßen voll von Fäkalien und Dreck. Die Bevölkerung von über einer Million in den damals engen Stadtgrenzen war schwer fassbar. Viele normale Wohnhäuser dürften kaum ansehnlich gewesen sein, sondern ziemlich simple Buden.
Na ja, als Sumpfgermane, dessen Vorfahren zur damaligen Zeit noch auf den Bäumen gehockt sind, sollte man vielleicht etwas vorsichtig sein mit Kritik an den Zuständen im alten Rom

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Welche Grundfläche und welche Höhe hatte denn das Treppenhaus der Gigantentreppe? Auf der sehr anschaulich gemachten Visualisierung auf Youtube
scheint der ganze Treppenraum, zumindest ohne die seitlich wegführenden Teile des Stiegenhauses, eher relativ klein zu sein, jedenfalls deutlich kleiner als derjenige der Würzburger Treppe und vor allen Dingen sehr kurz. Auch scheinen die Rampen vom Zwischengeschoß in den 1. Stock recht niedrig über den Erdgeschoßrampen zu hängen, weswegen sich für mich, zumindest anhand der obigen Visualisierung und der historischen Fotos, trotz aller Pracht ein eher bedrückender und verwinkelter Eindruck ergibt, während die Würzburger Treppe viel freier und majestätischer im Raum liegt. Dafür kann man wahrscheinlich sagen, dass die Gigantentreppe spannendere Raumeindrücke vermittelt, weil sie nicht auf einen Blick erfassbar ist, sondern immer wieder neue Blickwinkel bietet. Sehr eigenartig finde ich die Knicke der oberen Rampen, die entgegen jeder Tradition nicht von Säulen gestützt werden, so wie es bei einer gemauerten Struktur unbedingt sein müsste - wir haben vor einigen Jahren ja schon einmal darüber gesprochen und gemutmaßt, dass diese Rampen aus einer massiven Holzstruktur mit mehreren dicht an dicht liegenden Holzbalken bestehen mussten, weil man mit traditionellen Techniken eine solche gerade und freitragende Struktur nicht mauern kann und es damals noch keinen Stahlbeton gab.External Content youtu.beContent embedded from external sources will not be displayed without your consent.Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.
Trotzdem muss diese Treppe natürlich ein absolut beeindruckendes Raumkunstwerk gewesen sein und es wäre im wahrsten Sinne des Wortes gigantisch, wenn sie wiederauferstehen könnte! Viel Glück! -
Ich muss sagen, dass ich entgegen meiner anfänglichen großen Skepsis die Rasenstreifen in echt gar nicht so schlecht finde, es könnte sein, dass der Platz dadurch wirklich gewinnt. Warten wir mal ab, bis es ganz fertig ist.
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Die Kurfürstenzimmer wurden im Krieg komplett zerstört, das Gewölbe des Antiquariums, über dem sie sich befinden, stürzte teilweise ein, außerdem war ein Teil der Wände der Kurfürstenzimmer aus Holz gewesen (wahrscheinlich um das darunterliegende, weitgespannte Gewölbe nicht zu sehr zu belasten), weswegen diese Wände dann auch komplett verbrannten. Nach dem Krieg mussten also auch die Grundrisse neu angelegt werden und dabei nehme ich an, dass man aus Mangel an genauen Maßaufnahmen schlicht und einfach Fehler gemacht hat und nicht genau genug gearbeitet hat. Eine grundsätzliche und gewollte Abweichung kann man auf jeden Fall nicht erkennen, wenn man die Grundrisse von vor dem Krieg mit den heutigen vergleicht.
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Ich weiß leider beides nicht bzw. habe vergessen zu fragen... das mit den Wandleuchtern ist mir auch aufgefallen, aber ich denke, dass sie nicht kommen werden, weil für die Wandleuchter neben dem mittleren Gemälde gar kein Platz mehr wäre: wenn man die heutige Breite der beiden vertikalen Täfelungen links und rechts mit dem historischen Foto vergleicht, stellt man fest, dass die heutigen viel schmäler sind, was an der veränderten d.h. verschmälerten Breite dieser Wand im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Krieg liegt - die Wandleuchter hätten dort also gar keinen Platz mehr. Sie dann nur in den Täfelungen auf den Seitenwänden anzubringen, wäre dann auch irgendwie unlogisch, weswegen ich glaube, dass man sie lieber ganz weggelassen hat. Bzgl. des Schicksals der Stühle und des Sofas weiß ich leider nichts.
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Mathias Pfeil ist Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und in seinem bisherigen Wirken nicht gerade als Freund von Rekonstruktionen aufgefallen. Aber glücklicherweise hat er bei den Objekten der Schlösserverwaltung kaum was mitzureden. Aber der Punkt, den thommystyle aufgeworfen hat, ist schon wichtig: vor ein paar Jahren ist Hermann Neumann, als Architekt und Kunsthistoriker 30 Jahre lang innerhalb der Schlösserverwaltung verantwortlich für alle baulichen Belange der Residenz, in Pension gegangen - ein unermesslicher Verlust, er war der Spiritus rector und Autor so wichtiger Rekonstruktionen wie dem Miniaturenkabinett der Reichen Zimmer und der Gelben Treppe im Königsbau und es gibt niemanden, der die Baugeschichte der Residenz so gut kennt wie er. Auch der Präsident der Schlösserverwaltung, Bernd Schreiber, ist in Pension gegangen und wie die jeweiligen Nachfolger zu Rekonstruktionen stehen, muss sich erst noch herausstellen, von daher bin ich mir nicht sicher, ob die noch unter Neumanns Ägide angefangenen Überlegungen bzgl. einer Rekonstruktion der Päpstlichen Zimmer fortgeführt werden, ungeachtet der augenblicklichen finanziellen Misere. Es wird auf jeden Fall an der Besetzung von Stellen gespart, wo's nur geht und das ist kein gutes Zeichen. Wir werden sehen.
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Noch zwei Informationen: laut Quaeitzsch sollen "mittelfristig" die drei Staatsratszimmer wiederhergestellt werden, die sich zwischen Königsbau und Hartschiersaal entlang der Residenzstraße befinden, in denen früher die Silbersammlungen ausgestellt waren, die seit einigen Jahren in den Königsbau gewandert sind. In diesen Zimmern wurde u.a. die erste bayerische Verfassung 1808 verfasst. Von der Empire-Ausstattung dieser Räume hat sich einiges erhalten, Teile dieser Ausstattung sind momentan provisorisch im südlichen Staatsratszimmer ausgestellt.
Hier ein altes Bild des Sessionszimmers:
Der Baldachin ist laut Quaeitzsch noch erhalten und so sollen alle erhaltenen Ausstattungsgegenstände an ihren originalen Standort zurückgebracht werden. Inwiefern die Wandbespannungen und andere fehlende Ausstattungsteile wiederhergestellt werden, ist sicher noch nicht entschieden, aber die momentan äußerst heikle Finanzlage macht so ein Unternehmen leider schwierig. Warten wir es ab. Auf jeden Fall ist diese Idee sehr schön, auch wenn diese Zimmer vielleicht nicht die künstlerisch herausragendsten Räume der Residenz sind, aber ihre politische Bedeutung war auf jeden Fall entscheidend für die Entwicklung Bayerns im 19. Jh. Es zeigt sich einmal mehr, dass erhaltene Ausstattungsgegenstände eines der Hauptargumente für die Wiederherstellung oder Rekonstruktion verlorener Räume sind, da man die Ausstattung in angemessener Umgebung an ihrem Originalstandort präsentieren möchte, so wie dies auch bei den meisten anderen Räumen der Residenz der Fall war, von denen man vieles ausbauen und retten konnte, bevor die Bomben die Residenz nahezu komplett zerstörten.
Die zweite Information ist leider sehr negativ: die geplante und dringend benötigte Sanierung der zentralen Trakte um den Grottenhof incl. der Reichen Zimmer ist bis auf weiteres verschoben worden, da überhaupt kein Geld da ist... diese Sanierung hätte nicht nur viele künstlerisch hochbedeutende Räume restaurieren (u.a. der noch originale Goldbrokatstoff im Paradeschlafzimmer der Reichen Zimmer, der in einem bedauernswerten Zustand ist) und z.B. die uralte Elektroinstallation auf neuere Sicherheitsstandards bringen sollen, sondern hätte auch Gelegenheit geboten, die nach dem Krieg mit verändertem Grundriss wiederaufgebauten Päpstlichen Zimmer, das alte hochbarocke Appartment von Henriette Adelaide aus den 1660er Jahren, in ihrem alten Grundriss wiederherzustellen und somit die Basis für eine eventuelle Rekonstruktion der wundervollen, leider im Krieg zerstörten Ausstattung zu schaffen. Dies ist jetzt auf unbestimmte Zukunft verschoben...
Hier das Schlafzimmer von Henriette Adelaide in einer Zeichnung:
Hier ein Farbfoto von 1944 mit einem Ausschnitt der Decke:

Eine Rekonstruktion wäre zwar unglaublich teuer, aber nicht komplett unrealistisch, es liefen schon erste Gedankenspiele über eine mögliche Finanzierung... na ja, vielleicht ergibt sich irgendwann in ferner Zukunft die Gelegenheit, es wäre ein Traum.