Posts by Heimat

    Also die Nachrichten, die ich die letzten Tage sowohl aus Potsdam, als auch Berlin (Kuppel-Spruchband) vernommen habe, sind wirklich sehr deprimierend und enttäuschend.


    Was hier gerade abgeht, sind Schildbürgerstreiche allererster Güte!


    Da wird in Potsdam mit sehr viel Geld ein Stadtbild prägendes Gebäude begonnen zu rekonstruieren, dann wird das Ding halb fertig stehen gelassen, um dann mit noch viel mehr Geld ein unbedeutendes Gebäude zu sanieren, welches nach der Sanierung nicht mehr viel vom ursprünglichen Gebäude erahnen lässt. Das kann doch nicht deren Ernst sein!? Das ist doch nicht vermittelbar!


    Habe ich das so überhaupt richtig zusammengefasst? Ist das so korrekt?


    In Berlin ist es dasselbe. Erst werden Millionen in die Rekonstruktion eines für das Stadtbild so enorm wichtigen Gebäudes investiert, um es dann anschließend an einer Stelle zu "verhunzen" die von gar niemandem wirklich zu erkennen ist.


    Eine Verhöhnung der Spender und ein Schlag gegen jede Form von öffentlichem/ bürgerlichem Engagement! Da scheinen ja die richtigen Positionen mit den richtigen Leuten besetzt zu sein, sich an der Rekonstruktionswelle der letzten 10 Jahre zu rächen.

    Die mittelfristige Wiederherstellung historischer Räume und Raumfolgen im Schloss ist ja derzeit überhaupt kein Thema. Aber langfristig eben durchaus schon, denn sonst hätte man sie im Grundriss des Humboldt-Forums nicht angelegt. Es bleibt möglich und ich bin mir sicher, dass irgendwann eine Generation das Ruder übernimmt, welche diese untergegangenen Kunstwerke ersten Ranges wieder haben möchte.

    Der Einwand, dies würde nur wenig interessieren, da es bereits 25.000 andere Schlösser gibt, erschließt sich mir allerdings nicht. Es gleicht kein Schloss dem anderen und dann müsste das ja für Museeen jeder Art gelten.

    Also ich bin froh, dass die Voraussetzungen zur Rekonstruktion bedeutender Innenräume geschaffen wurde und es ist aus meiner Sicht ebenso gut und richtig, dies aktiv zu verfolgen und voranzutreiben.

    Das ist leider bei ganz vielen Bauwerken oder Denkmälern der Fall. Ich habe schon mehrfach das Holocaustmahnmal besucht, aber bereits beim ersten Mal musste ich enttäuscht erleben, dass es von (zu) vielen Besuchern als Fangen-und Versteckwiese oder als Möglichkeit zum Sonnenbaden missbraucht wurde. Ich habe es damals als regelrechte Entweihung dieses eigentlich würdigen Mahnmals empfunden. Aber so ticken wir heute nun mal, es muss aus allem ein Event gemacht werden. Aus vielen alten Denkmälern oder eben auch solchen, die gerade gebaut werden...

    (Off topic aus)

    Lieber Konstantin und Ur-Potsdamer, jetzt schließe ich auch noch eine Frage an euch beiden Potsdamer an und ich hoffe, sie führt nicht allzuweit vom Thema weg. Nachdem der Landtag nun ja schon einige Jahre im neuen Stadtschloss seinen Sitz hat, würde mich interessieren, was denn aktuell mit dem ehemaligen Sitz auf dem Brauhausberg geschieht? Steht das Gebäude leer oder wird es saniert oder anderweitig genutzt?

    Der Plenarsaal wurde, soweit mir bekannt, nach dem Brand von 1933 nicht mehr wiederhergestellt. Als "Parlament" diente seit 1933 ja dann die Krolloper. Nach dem Krieg wurde der Reichstag wiederaufgebaut und bereits da wurde er später von Paul Baumgarten baulich im Stile der Nachkriegszeit verändert. Von der ursprünglichen Innenarchitektur blieb meines Wissens da schon nicht mehr viel übrig. So sah er dann aus, bis zum Totalumbau durch Forster in den 90er Jahren. Wenn man sich die Bilder von den Bauarbeiten ansieht, erkennt man, dass das Gebäude bis auf die Außenmauern nahezu völlig entkernt wurde.

    Eine sehr ausführliche und auch bebilderte Darstellung findet man auf der Seite des Bundestages unter "Parlament, Geschichte".

    [...] auch wenn die Mosaike wieder verdeckt sind.

    Die Mosaike sind nicht "wieder verdeckt", sie wurden gänzlich entfernt.


    Ansonsten wird es sich wie bei allen (unverputzten) Steinbauten verhalten, da lagert sich im Laufe der Jahrzehnte viel Schmutz ab. Bei der Einweihung war das Nationaldenkmal sicher heller als 50 Jahre später bzw. heute. Das sieht man ja z.B. beim Brandenburger Tor auch. Viele erinnern sich sicher noch, wie dunkel es war, ehe es Anfang der 2000er grundsaniert wurde und danach wieder hell erstrahlte.

    Wenn man beide Situationen direkt miteinander vergleicht, also das historische Spreegärtchen und die heutige Trauerweide mit Bänkchen, klingt dieses Zitat von Frau Lüscher sogar fast schon zynisch...

    Ich denke, dem ist nicht viel entgegenzusetzen. Das sind Fakten. Punkt.


    So schön die alte Breite Straße war, sie wurde in ihrer alten Erscheinung einfach nicht für die 50.000 KfZ gebaut.


    Eine realistische Alternative gibt es derzeit nicht. So bedauerlich es sein mag.

    Es gibt aber schon einen Unterschied, ob ich Etwas wiedererrichte oder aber es einfach stehen lasse speziell vom Geschichtswert.

    Das ist richtig, aber dann muss man auch bedenken, dass die Mosaike stets da waren. Sie waren jahrzehntelang verdeckt unter einer Asphaltschicht, aber sie waren da bis sie zur Restaurierung entfernt wurden. Ursprünglich sollten sie ja mal wieder den Weg an ihren angestammten Platz zurückfinden. Von daher geht es hier ja nicht um eine "Wiedererrichtung" im Sinne einer Rekonstruktion aus dem Nichts, sondern doch auch um ein "einfach stehen lassen".

    Danke für diese beiden Vergleichsansichten. Ich bin beim Reichstag immer hin und hergerissen. Wenn ich mir das Gebäude im heutigen Zustand ansehe, denke ich stets, was für ein wunderschönes Parlamentsgebäude wir haben. Ein prächtiger Bau mit einer doch gewissen Leichtigkeit. Sehe ich dann den ursprünglichen Zustand, denke ich, er sieht noch prächtiger und graziöser aus. Die eine oder andere Ergänzung an Bauschmuck würde dem Bauwerk nicht schaden, z.B. der Figurenschmuck der Ecktürme.