Posts by Pagentorn

    Die Frage der konkreten Turmhöhe (inklusive Helm) ist auf dem alten Strang schon detailliert und abschließend behandelt worden.


    Ich bitte, dort einmal Nachschau zu halten !

    Dringender Appell


    Was sich hier in den letzten Tagen ereignet hat, ist wirklich nicht zielführend und greift zudem in unschöner Weise in die Persönlichkeitsrechte von Beteiligten ein.


    Ich möchte daher dringend darum bitten, zur Sache zurückzukehren !


    Zu unserem Verein möchte ich deshalb nur noch das Folgende sagen:


    Die von einigen Mitforisten freundlicherweise in Aussicht gestellte finanzielle Beteiligung am Projekt Anschari ist selbstredend an das Vorhandenseins eines eigenen Vereinskontos gebunden. Die Eröffnung eines solchen hängt vom Vorhandensein einer Steuernummer ab. Und diese erhalten wir erst mit Abschluß der Gemeinnützigkeitsprüfung. So ist nun einmal das gesetzliche Prozedere.

    Wenn die Voraussetzungen in Bälde erfüllt sein werden, werden wir jedenfalls sehr gerne auf die freundlichen Angebote (auch die bzgl. technischer Unterstützung) zurückkommen.


    Sie können bitte davon ausgehen, daß wir hier mit den Hufen scharren und es nicht erwarten können aus den Startlöchern zu kommen!


    Dies nun gesagt, möchte ich diejenigen Foristen, die sich am Voranbringen des Vereins und des Projektes Anschari beteiligen wollen, bitten, konstruktive Kritik an der Vereinsarbeit zukünftig auf dem Wege der 'Konversationen' an mich zu übermitteln. Hier im Forum soll hingegen ab jetzt wieder die Sachinformation zu Anschari im Vordergrund stehen.


    Vielen Dank !!!

    Selbst wenn man auf diese Weise, originales Verkleidungsmaterial des Anschari identifizieren und eventuell sogar aus dem gegenwärtigen baulichen Kontext herauslösen könnte, dürfte es ausgesprochen schwer sein, die originale Stelle am Turm zu bestimmen, die die so geborgene Sandstein-Partie einst eingenommen hatte.

    Und wenn doch , würde der Anschari dann halt zunächst ebenso 'scheckig' aussehen wie die Dresdner Frauenkirche...

    Hat 'Turm-Sandstein' überlebt ?


    Es wird noch zu eruieren sein, ob von den Porta- (und Obernkirchener-) Verkleidungen des Anschari größere Teile - in zusammenhängenden Stücken - den Turmsturz womöglich überlebt haben, also nicht alles an der Außenhaut des Turms verbaute Sandsteinmaterial pulverisiert wurde.

    Wenn man sich nämlich die Fotos vom 2. September 1944 vor Augen führt - auf denen ja große Brocken aus Backsteinmauerwerk zu sehen sind - dann halte ich es für durchaus nicht ausgeschlossen, daß an diesen - zumindest teilweise - noch komplette Sandsteinplatten geheftet haben mögen. Abrechnungen und sonstige Unterlagen der die Trümmer des Turms beseitigenden Institutionen und Firmen , wären insofern daraufhin durchzusehen, ob in diesen eventuell der Weiterverkauf von verwertbarem Sandstein vermerkt ist. Und wenn sich derartiges finden ließe, wäre zu prüfen, welche Baufirmen dann später von den potentiell die Platten erwerbenden Baustoffhändlern beliefert worden sein könnten. Schließlich wären die Auftragsbücher der Baufirmen auf Neubauten bzw. Renovierungsarbeiten hin zu untersuchen, bei denen Sandstein benötigt wurde.

    Eine recht lange Indizienkette, ich weiß . Aber so könnte man vielleicht tatsächlich noch 'Anschari-Sandstein' auf die Spur kommen...

    Schloß Bremervörde - von Dänen beschossen und von Schweden abgerissen


    Eines der stattlichsten Renaissance-Schlösser Norddeutschlands stand bis zum Jahre 1682 im Kernbereich des ‚Weser-Elbe-Dreiecks’, in der Stadt Bremervörde. Es war das administrative und repräsentative Herz des Erzstifts Bremen und Hauptresidenz der Landesherren, seitdem diese aus der Stadt Bremen ‚herauskomplimentiert’ worden waren.

    Bereits während des 30jährigen Krieges, aber auch im Zuge des Dänisch-Schwedischen Krieges 1657 wurde es belagert und erlitt starke Beschädigungen. Nachdem das im westfälischen Frieden zum ‚Herzogtum’ säkularisierte ehemalige Erzstift 1648 an Schweden gefallen war, verlegte Letzteres die Verwaltung des Territoriums von Bremervörde nach Stade an der Niederelbe. 1682 ließen die schwedischen Autoritäten das Schloß bis auf den Kanzleitrakt in der Vorburg abtragen. Mit diesem markanten norddeutschen Beispiel für einen ‚Palazzo in Fortezza’ verlor das ‚Herzogtum Bremen’ seine historische Mitte. Seither hatte das ‚Weser-Elbe-Dreieck’ immer Schwierigkeiten, seine eigene Identität gegenüber Hamburg und Bremen zu behaupten, denn mit dem Gebäude fiel auch ein großer Teil derselben fort. Das Gebiet wurde - auf jeden Fall in der Außenwahrnehmung - zu einer bloßen Übergangszone zwischen den beiden genannten Hansestädten sowie zur Nordseeküste, ohne eigenen markanten Charakter. Lediglich die Marschlande an der Peripherie ( Osterstade, Land Wursten, Land Hadeln , Altes Land) konnten sich noch eine gewissene eigene Prägung bewahren, aber dem großen Binnenbreich fehlt seit 1682 einfach das Zentrum !


    Abbildung 01

    Merian-Ansicht des Schlosses



    Abbildung 02

    Die Beschießung durch die Dänen 1657



    Abbildung 03

    Modell der Schloßanlage, gegenwärtig auf dem ehemaligen Schloßareal aufgestellt.


    Leider ist diese wegweisende Arbeit aus der Reihe 'Geologie und Paläontologie in Westfalen' bereits seit einiger Zeit vergriffen !


    Daher danke, RaHaHe, für das Einstellen hier !

    Zerstörung des Heidelberger Schlosses 1693

    (Bildquelle: CES / Faber Courtial)   


    Mit diesem Beitrag möchte ich den Anstoß zu einer lockeren Folge von Beiträgen geben, die die baulichen Abgänge, welche von nicht deutschsprachigen Mächten vom Beginn der Neuzeit bis zur Jahrhundertwende im Raum zwischen Metz, Brügge, Hadersleben, Reval, Brünn und Salurn verursacht wurden, thematisieren sollen.

    Im Vordergrund sollen dabei die Gebäude stehen, die gänzlich abgängig sind, wie z.B. die Schlösser in Homburg (Karlsberg) und Oggersheim. Einbezogen werden sollen aber auch diejenigen Architekturen, die infolge von militärischen Aktivitäten zu – bis heute bestehenden – Ruinen wurden, wie die z.B. die berühmte - von Dehio mit einem Ewigkeitsstatus versehene - Ruine des Heidelberger Schlosses (eine erschütternde Beschreibung der Vorgänge am Neckar findet sich hier: https://www.rnz.de/nachrichten…erstoert-_arid,18399.html).

    Schon seltsam:


    Über Ypern , Coventry oder die Altstadt von Warschau spricht bis heute die ganze Welt.


    Über die sinnlose Zerstörung von Schloß Oggersheim und von Schloß Karlsberg durch die Soldateska der französischen Revolution wird aber - zumindest für die breitere Öffentlichkeit - der milde Mantel des Schweigens ausgebreitet...


    Auch mir waren diese beiden Abgänge bis vor wenigen Tagen vollkommen unbekannt.

    Wieder einmal ein Beweis für die überaus große und vorbildliche Toleranz dieser Kreise.


    Die Asamkirche in München oder die Sixtina in Rom werden diese Kreise dereinst ganz bestimmt auch zu wahren Begeisterungsstürmen veranlassen…


    Wie sieht unsere Zukunft doch rosig aus !!!

    Notprogramm der Schausteller


    Sehr geehrter Heimdall,


    das Riesenrad , welches Sie auf dem Foto von Heinzer sehen können, gehört zu dem verzweifelten Versuch der hiesigen Schausteller-Innung, sich durch das Aufstellen einiger Buden (im Altstadtbereich) - und eben dieses großen Fahrgeschäftes - in der normalerweise in Bremen 'Jahrmarkts-freien' Sommerzeit, in Erinnerung zu rufen und ein wenig Geld in die total leeren Kassen zu spülen. Die traditionelle Osterwiese (auf der Bürgeweide hinter dem Hauptbahnhof) war nämlich bereits ausgefallen. Und das Stattfinden des diesjährigen 985. Freimarktes im Oktober (ebenfalls normalerweise auf der Bürgerweide abgehalten) ist mehr als ungewiß. Der schöne Weihnachtsmarkt (in der Altstadt zwischen Marktplatz, Domshof, Liebrauen - und Ansgariikirchhof) ist auch schon sehr wackelig...

    Die beiden schmerzlichsten Abgänge an Sakralbaukunst in Bremen


    Auf der Tafel XII der Dilich-Chronik von 1603/04 sind die gravierendsten Verluste an kirchlicher Baukunst in Bremen noch gemeinsam zu sehen: Rechts das östlich der Altstadt auf einer hohen Düne (dem Paulsberg) gelegene und 1523 abgebrochene Benediktinerkloster St. Pauli und links (links neben der Falz) St. Ansgarii (etwas schemenhaft) , deren Turm noch den älteren Pyramidenhelm mit kleiner Laterne zeigt. Inwieweit die Ansichten der beiden Gebäude historisch akkurat sind , bedarf der Prüfung, denn als Wilhelm Dilich seinen Stich fertigte, bestand das Kloster bereits seit achtzig Jahren nicht mehr. Die Helme des Nordturms des Domes und von St. Stephani sind jedenfalls deutlich überhöht dargestellt !




    P.S.: Die Klosterkirche hat ein wenig die Anmutung des Ratzeburger Doms .

    Sehr geehrter Gmünder,


    das Problem hatten wir hier bereits vor knapp zwei Jahren schon einmal (RE: Bremen - Altstadt - Bismarckdenkmal ). Das schauerliche Resultat hat uns bis zur - nun abgeschlossenen - Sanierung begleitet. Das Bremen der Gegenwart war insofern leider - wieder einmal - ein negativer 'Vorreiter'.

    Ich hoffe, daß man den Sockel jetzt so imprägniert hat, daß zukünftig jeder Farbanschlag einfach und leicht abzuwaschen sein wird !

    Der Herr Administrator liegt mit seiner Vermutung richtig !


    Meine Herren Sie können daher bitte davon ausgehen, daß das, was in den vergangenen sechs Jahren an Informationen in den hiesigen Themenstrang gegeben wurde, durchaus nur ein winziger Bruchteil dessen ist, was uns bisher schon an auswertbarem Material zur Verfügung steht.


    Im Übrigen sollte man das ‚Rad nicht zweimal erfinden’ – ich schreibe das in Bezug auf die selbstredend erforderliche akribische, wissenschaftlich professionelle Erforschung der Baugeschichte, anhand des einschlägigen Archiv- und Sammlungsgutes ...


    Sie werden Verständnis dafür haben, daß ich momentan in dieser Hinsicht hier nicht mehr schreiben kann und will !

    (Und dies liegt nicht allein daran, daß die Veröffentlichung der überwiegenden Zahl der Quellen an strenge und kostspielige Auflagen der verwahrenden staatlichen und kirchlichen Stellen gebunden ist.

    Ich denke, deutlicher muß ich wohl nicht werden ... )

    Sie haben doch Herrn Tacke in dem buten&binnen-Beitrag gehört, die vielen modernen Kirchenneubauten in den Stadtteilen stehen leer und es ist mit einem zunehmender Abbau dieser leerstehenden Kirche zu rechnen.

    Das aktuelle Schrumpfen der Mitgliederzahlen und der demzufolge sinkende Bedarf an Raum ist mir schon sehr bewußt. Dieser Trend wird ja auch im - in den heutigen Bremer Nachrichten erschienenen - Interview mit Pastor Rolf Blanke von der Andreaskirche in Bremen-Gröpelingen nochmals unterstrichen.

    Aber erstens muß dieser Trend ja nicht ad infinitum anhalten (Stichwort Not lehrt wieder beten) und zum anderen ist St. Ansgarii (d.h. Anschari + Schiff) von der Bedeutung her doch in gar keiner Weise mit den aus der Nachkriegszeit stammenden 'Jungspunden' in den Vorstädten vergleichbar.

    Und zweitens werden selbst in unsere Gegenwart und selbst in Deutschland - sozusagen gegen den Trend - noch Kirchenneubauten errichtet!

    Hinsichtlich Potsdam 'zeigt wie's geht': Wenn das Carreè für 'nen Appel nen Ei ' zu bekommen und das Carreé unmittelbar abzureißen wäre, weshalb sollte man nicht einfach mit dem Turm anfangen und die restliche Fläche erst einmal leer belassen , bis das nötige Geld für den Bau des Schiffes zusammengekommen wäre ? Methode Fortuna-Portal ! Es wäre ein perfekter Werbeträger für den Weiterbau...

    Plan A dafür liegt immer noch bei Axel Spellenberg in der Schublade. Wir sind - wie Sie sehen - breit aufgestellt ! 8)

    Not lehrt beten


    Sehr geehrter Kylo Ren,


    wenn die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen von ‚Corona’ unserem Mittelstand endgültig den Rest gegeben haben werden – schon jetzt nehmen die Leerstände und die Ankündigungen von Firmenaufgaben in der Bremer Altstadt bedenklich zu – , ja dann könnte es der Tat sein, daß die überregionalen Investoren das Bremer Carreé verbilligt auf den ‚Markt werfen’ werden, um nochmal mit einem finanzielle blauen Auge davon zu kommen.


    Weil die Menschen bekanntlich in Notzeiten zu ihren ‚alten Göttern’ zurückzukehren pflegen (konkret also zum lebendigen HERRN Jesus Christus unter Abkehr von Mammon), bräuchte es dann aber eines schnellen Symbols diesen Wandels und einer zügig funktionsfähigen Andachtsstätte. Und daher wäre selbst im Falle der Verfügbarkeit des gesamten – für Christen trotzt allem immer noch geheiligtem -Areals von Alt-St.Ansgarii, mit dem Turm zu beginnen. Turmkapelle sowie Anschari (als weithin sichtbares Zeichen der Umkehr in mehrfacher Hinsicht), wären bautechnisch einfach schneller zu realisieren und würden daher dem Schiff also so oder so vorausgehen müssen !

    Potsdam zeigt uns - natürlich unter anderen Umständen - doch gerade , 'wie's geht' !

    So


    und nun hoffentlich zurück zum Inhaltlichen !


    Anbei ein 'Link' zu einer Webseite über Bremer Sonnenuhren, auf der das Exemplar von Alt-St.Ansgarii natürlich nicht fehlen darf:


    https://www.ta-dip.de/sonnenuh…onnenuhren-in-bremen.html


    Man muß ein gutes Stück herunter-'scrollen', um den Beitrag zu finden. Leider hat der - ansonsten gut recherchierende -Autor den Fehler mit der falschen Höhe des Anschari übernommen (118 statt 97 Meter). Man sieht: Manche Irrtümer haben ein zähes Leben !

    Das Paulskloster wurde 1523 abgerissen, weil der Rat befürchtete, der Bremer Landesherr, Erzbischof Christoph (aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel) würde der alten Kirche gegenüber loyale Truppen heranführen, die Stadt erobern und die von Zütphen in Anschari begonnene Reformation folglich beenden. Die Truppen hätten sich in `San Paolo fuori le mura', dem mit einer eigenen starken Mauer umgebenen und im Osten vor der Stadt auf dem Paulsberg thronenden Kloster festsetzten und von dort die Stadt beschießen können (die Ballistik war schon so weit). Die mittelalterliche Stadtmauer wäre dem nicht mehr gewachsen gewesen - übrigens auch ein Grund weshalb Bremen dann recht schnell moderne Fortifikationen (den Wall) anlegen ließ, die punktgenau 1618 beim Prager Fenstersturz fertig waren.


    Nun, ein Wiederaufbau vom Paulskloster wäre in der Tat eine 'Alt-Reko', für die es nicht sonderlich viele Liebhaber geben dürfte...


    Ich glaube selbst der hochverehrte - und im Film zu sehende - Wilhelm Tacke, wäre da etwas zurückhaltend...

    Ein friedliches Bild:

    Die Obernstraße im Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende. Anschari und 'Bremer Pferdebahn'.


    Einen ruhigen und gesegneten 10. Sonntag nach Trinitatis Ihnen allen !