Posts by Pagentorn

    In den Jahren nach meinem Eintritt in dieses Forum im Jahre 2014, bereitete mir die Mitarbeit hier große Freude und den Austausch mit den seinerzeitigen Mitforisten empfand ich als anregend.

    Seit ca. eineinhalb Jahren hat sich dies in dem Maße geändert, in dem zu meinem großen Bedauern ein Klima der Unduldsamkeit, Rechthaberei und des Oberlehrertums immer weiter um sich griff.

    Als hier des 80. Todestages des Kaisers gedacht wurde, wollte ich - nach einer langen Zeit der bewußten Abstinenz - noch ein letztes Mal versuchen, ein bischen von dem einstigen liberalen Geist dieses Forums zurückzuholen.

    Wenn ich auch - neben einigen guten Bekannten aus 'der alten Zeit vor 2018' einige neue Foristen kennenlernen durfte, die erfreulich aufgeschlossen waren und die ich hiermit herzlich grüße - so muß ich mir eingestehen, daß ich letztendlich mit meinem Ansinnen gescheitert bin.


    Nicht nur das, nein, das Forum in der jetzigen Form tut mir effektiv nicht gut.


    Und deshalb habe ich - anders als bei meinem letzten Abschied im Frühjahr 2020 - jetzt nicht mehr vor, mir noch irgend eine 'Hintertür' der Rückkehr offenzuhalten.


    Ich möchte daher Administratoren und Moderatoren bitten, mich dauerhaft auf allen Themensträngen zu sperren und mir ein schreiben unmöglich zu machen.


    Leben Sie alle wohl !

    Kaiserzeitliche Wappen in Israels Hauptstadt


    Genauso atemberaubend schön wie die von Jakku Scum angesprochene Jahrhunderthalle in der Hauptstadt Schlesiens ist der große Kaminsaal im Auguste Victoria Hospital auf dem Jerusalemer Ölberg. Bemerkenswert ist der heraldische Schmuck des Raumes : So sind die die schweren Deckenbalken tragenden Konsolen mit dem Wappen der Bundesstaaten des Kaiserreichs geschmückt (zu sehen sind hier diejenigen des Königreichs Württemberg und des Großherzogtums Baden) und am Kamin erkennt man die schlicht gehaltenen Familienwappen von Kaiser und Kaiserin.

    Nur wenige hundert Meter Luftlinie vom ehem. Standort des Tempels sowie der Grabeskirche des Herrn entfernt wird also die Erinnerung an das Deutsche Kaiserreich gepflegt und in sehr gutem Zustand gehalten.


    Foto des Raumes von 'Tomer hu'

    (Link: https://commons.wikimedia.org/…%A1%D7%99%D7%99%D7%94.jpg)


    Anbei noch zwei historische Ansichtskartenmotive mit dem Post- und Eisenbahnbetriebsamtsgebäude, die noch die originale Dachgestaltung zeigen.


    Abbildung 01

    Jahrhundertwende - Litho



    Abbildung 02

    1930er Jahre - Farbphotographie


    Das Bürgerliche Gesetzbuch - ein Erbe des Kaiserreichs


    Neben diversen - bei einem gern die eigenen Maßstäbe retrospektiv anwendenden Zeitgeist - erwartbaren Kritikpunkten, listet der folgende kurze 'öffentlich-rechtliche' Beitrag zur Verabschiedung des BGB im Jahre1896 immerhin auch einige positive Aspekte auf, die mit der Einführung des BGB verbunden waren:


    Das schlägt dem Faß den Boden aus !


    UrPotsdamer


    Das Deutsche Kaiserreich soll also auf Unrecht basieren und somit ein Unrechtsstaat gewesen sein ?

    Wissen Sie eigentlich was Sie da schreiben ?


    Sie besudeln damit das Werk unzähliger hochqualifizierter Juristen, welche - unter eifriger Anteilnahme von S.M. dem Kaiser – ein Monument europäischer Rechtskultur geschaffen haben, welches in vielen Ländern der Welt als großes Vorbild gilt und noch heute unser Zivilrecht maßgeblich leitet: Das BGB !


    --- gekürzt --Mod ---

    Abbildung 07

    Blick entlang der Südfassade nach Westen

    (Eigenes Foto - wie alle Folgenden - am 27.06.2021 aufgenommen.)



    Abbildung 08

    Blick zum Risalit.



    Abbildung 09

    Portikus.

    Dessen dringend notwendige Sanierung ist – nach Angaben des die Führung leitenden Mitarbeitenden des die Sanierung umsetzenden Architekturbüros- noch geplant.



    Abbildung 10

    Das - vereinfachte - Wappen des Deutschen Kaiserreichs im Portikus, die Nutzung des Gebäudes durch die Kaiserliche Reichspost symbolisierend.



    Abbildung 11

    Die rote Markierung bezeichnet den Bereich der ehemaligen Schalterhalle im Hochparterre des Gebäudes, der im Rahmen der Führung besichtigt werden konnte.



    Abbildung 12 – 22

    Wieder sichtbare Details von Decke und architektonischer Gliederung der Schalterhalle








    Post- und Eisenbahnbetriebsamtsgebäude


    Es gibt auch einmal positive Nachrichten aus Bremen !


    Am heute in der Stadt begangenen ‚Tag der Architektur’ bestand die Möglichkeit das Innere des o.g. Gebäudes zu besichtigen. Das Gebäude wurde von 1886 bis 1891 nach den Plänen des Architekten Hubert Stier errichtet, der auch für den direkt benachbarten Hauptbahnhof verantwortlich zeichnet, mit dem es daher stilistisch harmoniert. Im Kriege verlor das Gebäude zwar seine originalen Dachaufbauten, blieb aber ansonsten intakt. Dennoch wurde es seit Kriegsende durch diverse Nutzungen innerlich so verbaut, daß lange Zeit schlicht unbekannt blieb, was noch an originaler Raumausstattung hinter Verkleidungen und niedrig gehängten Decken vorhanden war. Im Zuge des Umbaus des Gebäudes für die Bundes- und Landespolizei konnten jetzt diverse Elemente wieder freigelegt und restauriert werden, die es rechtfertigen, daß das Gebäude seit 2020 unter Denkmalschutz steht. Insbesondere die üppige Decke der alten Schalterhalle der Post ist sehenswert. Diese heute in mehrere Räume aufgeteilte aber im Deckenbereich frei verbundene Schalterhalle war denn auch der einzige Raum, den man sich – bei laufendem Polizeibetrieb – im Rahmen einer Führung zu Gemüte führen konnte.


    Abbildung 01

    Aktuelles Luftbild des Gebäudes.

    (Rot markiert.)



    Abbildung 02

    Lage des Gebäudes auf der Stadtkarte von 1938.

    (Rot markiert).



    Abbildung 03

    Historische Photographie von vor 1914. Die originalen Dachaufbauten sind zu erkennen.



    Abbildung 04

    Beschreibung des Gebäudes aus dem Jahre seiner Vollendung (1892).




    Abbildung 05

    Zeichnung der Südfassade von Hubert Stier.



    Abbildung 06

    Aktuelle Ansicht der Südfassade des Gebäudes (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Bremen).


    Da Pagentorns Beiträge wenig Substanz enthalten, von einer unterkomplexen Art des Argumentierens durchdrungen sind , sich also mit anderen Worten durch Primitivität auszeichnen und zudem nationalistisch, herablassend sowie kontrafaktisch sind, so wird es nicht verwundern, daß er es sich erspart, auf die obigen Einlassungen einzugehen und statt dessen das Folgende völlig beziehungslos in den Raum stellt:


    Beziehungspflege des Kaiserreiches zur Schweiz







    Zu bemerken ist lediglich, daß S.M. beim Staatsbesuch die Uniform der preußischen Gardeschützen trägt, einer Einheit die anfänglich im ehedem preußischen Fürstentum Neuenburg rekrutiert wurde.


    Tragischer 'Saum der Entfremdung'


    Wenn man sich die politische Karte Europas ansieht, dann fällt auf, daß im Grunde lediglich das von Bismarck begründete Staatswesen von einem Saum von Staaten umgeben ist, von deren jeweiligen Territorien ein Großteil das Potential gehabt hätte, bei der von Heinzer beschriebenen ‚Verengung’ des Begriffs ‚deutsch’ dennoch Teil des deutschen Nationalstaates zu werden.

    Und interessanterweise führen die meisten dieser ‚Saumstaaten’ bis heute in ihren Flaggen oder Wappen die Farben des alten Reiches (Rot und Weiß) und geben sich damit als das zu erkennen, was sie recht eigentlich einst waren: dessen ‚Marken’.



    Fast allen diesen Saumgebieten ist gemeinsam, daß sie für entscheidende Perioden ihrer Geschichte vom Hause Habsburg regiert wurden.

    (Karte ist selbstredend vereinfachend !)



    In diesem Zusammenhang sei mir ein Selbstzitat von weiter oben im Strang erlaubt:


    „So wäre es interessant einmal zu untersuchen, warum bei durch dynastische Hausmachtpolitik bedingter ethnischer Überdehnung der Grenzen des Alten Reiches die späteren Bruchkanten nicht entlang der tatsächlichen Sprachgrenzen verliefen, sondern sehr häufig auch zu einem Wegbrechen angrenzender weitgehend Deutsch sprechender Regionen führte ?


    Könnte es sein, daß die Politik dieser dem Aargau entwachsenen und mit Spanien, Ungarn sowie Südpolen aus dem Bereich des HRR herausgewachsenen Dynastie ungewollt zur Entfremdung der genannten Gebiete geführt hat ?


    Vor diesem Hintergrund gewinnt jedenfalls das von Valjean angeführte und mit Sicherheit vollkommen aufrichtig gemeinte Zitat von Kaiser Franz Joseph „Sire, ich bin ein deutscher Fürst !“ geradezu tragische Bedeutung.

    Ein eindeutiges Bekenntnis zu einem Beitritt der Habsburger mit ihren Cisleithanischen Ländern zum Bismarckreich stellen sie zwar nicht dar, aber es gibt doch eine erstaunlich große Zahl von Bismarck-Monumenten, die während der Regierungszeit von Franz Joseph in Böhmen, Niederösterreich und Salzburg errichtet wurden. Ob man diesen Türmen und Gedenktafeln von Seiten der Dynastie große Sympathie entgegenbrachte, sei einmal dahingestellt. Aber immerhin hat man diese Bekenntnisse zum Werk Bismarcks auf dem eigenen Staatsgebiet toleriert.


    Eine Übersicht hierzu bietet folgende Liste :


    https://de.wikipedia.org/wiki/…%C3%9Ferhalb_Deutschlands

    Kaiser und Kanzler : Einst Gegner - nun engste Verbündete



    Im Jahre 1889 besuchte Kaiser Franz Joseph Bismarck in Berlin (siehe obige Zeichnung von Wilhelm Gause). Dem seinerzeit gegründeten Zweibund hat Franz Joseph bis zuletzt unverbrüchlich die Treue gehalten und diesen auch gegen Hinterfragungen – etwas durch seinen Sohn Rudolf – verteidigt. Darüberhinausgehendes hat er sich allerdings wohl nicht vorstellen können. Unter welchen Bedingungen Franz Ferdinand oder Kaiser Karl später wohl bereit gewesen wären, Schritte hin auf 'noch mehr Integration' zu gehen ...???

    Gibt es eigentlich diesseits und jenseits der deutsch-österreichischen Grenze ein Gebäude oder Monument aus der Zeit vor 1914, in dem sich die Hoffnung auf einen Beitritt der Habsburger mit ihren deutschsprachigen Landen zum Bismarckreich manifestierte hätte ?

    Daß dieses Thema in diversen Kreisen (gerade auch an Hochschulen) heftig diskutiert wurde ist klar. Aber hat sich dies irgendwo auch ‚in Stein’ greifbar niedergeschlagen ?


    Die Österreichische Kriegsgräberstätte in Cuxhaven (https://de.wikipedia.org/wiki/…C3%A4tte_Ritzeb%C3%BCttel)

    kann man wohl eher nicht als Ausdruck dieses Wunsches ansehen.

    Rollentausch ?


    Ganz abgesehen davon, daß sich die europäischen Monarchen vor 1914 bekanntermaßen gegenseitig zu Regimentschefs in ihren jeweiligen Armeen ernannten:


    Franz Joseph und Wilhelm II. sahen in der Uniform des jeweils anderen Landes schon durchaus schneidig aus…




    Ja, ja,

    Pagentorn frönt mal wieder seinem ‚Kaiserkult’…

    Die Alternative: 'Großösterreich'


    Zwanzig Jahre vor Entstehung des Deutschen Kaiserreichs blitzte in den Jahren von 1849 bis 1851 kurzzeitig eine Idee auf der europäischen Bühne auf, die als Schwarzenberg-Plan oder auch als ‚Großösterreich’ bekannt ist. Diese sah v.a. vor, daß beide deutsche Großmächte ihre sämtlichen bisher außerhalb des Deutschen Bundes gelegenen Gebiete in einen neu aufgestellten deutschen Staatenbund einbringen sollten.

    Der Plan traf auf heftige Widerstände und wurde daher recht schnell ad acta gelegt. Und uns Heutigen erscheint er doch schon ziemlich exotisch. Aber wer weiß, vielleicht wäre dieses Gebilde tatsächlich doch nachhaltiger gewesen, als das kometenhaft strahlend emporsteigende, aber letztlich eben auch schnell wieder verglühende Bismarckreich ? Möglicherweise hätte es sogar den die Ordnung des alten Europas zersetzenden übersteigerten Nationalismus in Schach halten können ? Wir werden es nie erfahren...


    Karte von Master Uegly


    Wissen Sie was,


    ich frage mich langsam, was Sie - und die Gruppe Ihrer Claquere- hier in diesem Strang eigentlich wollen ?


    Ständig und immer preisen Sie denselben abgestandenen moralinsauren Cocktail an, nach dem es letztlich unstatthaft ist, auch einmal die positiven Seiten des Kaiserreichs auf den Leser wirken zu lassen, ohne sofort das 'Ja, ABER' mit hochgezogenen Augenbrauen und erhobenem Zeigefinger erschallen zu lassen. Neue Ansätze und frisches Denken sollen auf diese Art überzementiert und unter der Decke gehalten werden. Es hat etwas von der ostentativ zur Schau getragenen Frömmigkeit in der ersten Kirchenbank, von der Streberhaftigkeit des gelehrigen Musterschülers, der dem Lehrmeister immer schön brav zu Willens sein will.


    Das wird auf die Dauer sehr langweilig und stößt auch ab.

    IInsofern ist seine Vergangenheit ein ganz schlechtes Argument.

    Ach ja ?


    Schon mal auf den Gedanken gekommen, daß hier jemand eine dem neuen Zeitgeist genehme Forschung betrieb, um von dunklen Flecken der eigenen persönlichen Vergangenheit abzulenken ?


    Sonst ist doch schon ein Passant, der lediglich an einem Parteibüro der NDSDAP vorbeiging (und das auch noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite) verdächtig und als Referenz nicht vertrauenswürdig...

    P.S.: Da ich meine Elle verlegt habe (und auch nur eine besitze), wären Sie bitte so freundlich mir eine der beiden Ihren auszuborgen ?

    Mir reicht auch die kürzere; Sie haben doch sicherlich zwei verschieden lange...

    Wie sich zeigt, hat Fischer die Wissenschaft ein Stück vorangebracht:

    Da Sie hier ja einen 'wikipedia'-Artikel zitieren (ob diese Internet-Enzyklopädie als Referenz durchgehend taugt, mag hier mal dahingestellt bleiben) wird Ihnen ja nicht die dort beschriebene Verflechtung Fischers im Nationalsozialistischen Staat verborgen geblieben sein.


    Hätten Fischers Forschungen Ergebnisse gezeitigt, die das Kaiserreich in einem positiveren Licht erscheinen ließen, gebe ich Ihnen Brief und Siegel darauf, daß Sie diesen Historiker zumindest als 'umstritten' charakterisiert hätten, als einen Mann, der aufgrund seiner zweifelhaften Vita nicht als Referenz taugt.


    Daß Sie Fischers 'Vorleben' hier ausblenden, ist insofern bezeichnend, aber für mich nicht verwunderlich...