Posts by Bautradition

    Ich kann mich erinnern, dass man im Rahmen der Kuppelkreuzdebatte mit Vertretern muslimischer Gemeinden Berlins gesprochen hatte und dass diese Kuppelkreuz und Spruchband unproblematisch sahen.

    Wie oben bereits gesagt, könnte man sich außer des winzigen kaum sichtbaren Spruchbandes künftig die gesamte Ikonographie des Schlosses "entschärfen" wollen. Die strotzt ja schließlich vor lauter Monarchie und Schlachtenprosa. Kein Wunder, war ja mal ein königliches Schloss!


    Aber brauchen wir als nächstes über jedem barocken Detail einen Belehrungsvers in rosa LED?


    Oder besudeln wir die Ornamente im Rahmen einer Kunstaktion mit Blut und schlagen sie dann mit dem Vorschlaghammer ab?


    Diskussion: Ja

    Streit, Auseinandersetzung auf Augenhöhe: Gerne. Bin ich dabei.


    Aber Pfoten weg von dem Schloss!

    Eine absurde Diskussion. Wir sprechen von einem Spruchband, das von unten noch nichtmal vollständig zu lesen ist. Auch nicht, wenn man um das Gebäude herumgeht. Es ist schon sehr überheblich zu glauben, die Menschen wüssten nicht, das der Spruch historisch einzuordnen ist. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der vor der Kuppel "die Knie gebeugt" hat und deshalb einer Belehrung durch eine Leuchtschrift-Botschaft mit Grundgesetzartikeln bedarf. Im übrigen graust mir bei dem Gedanken, welche Botschaften da künftig noch so eingespielt werden... Und von wem. Wer kontrolliert das dann?

    Ich kann mir vorstellen, dass Schinkels Bauakademie klimafreundlicher war als der ganze Nachkriegsschrott. Zu Schinkels Zeiten konnte man noch nicht beliebig gegen Kälte anheizen, gegen Hitze abkühlen, gegen Dunkelheit anleuchten. Da musste Mauerwerk so dimensioniert sein, dass es sowohl Hitze als auch Kälte trotzen kann, da gleiche galt für die Fenster. Die durften nur so groß sein, dass genug Licht reinkommt, aber Wärme und Kälte draußen ließen. Solche albernen Glaskisten, wie man sie heute baut, wären zu Schinkels Zeiten unmöglich gewesen, nicht nur optisch sondern auch technisch zu unterhalten. Ich kann mir vorstellen, dass eine rekonstruierte Bauakademie weniger Energiebedarf hätte, als "The Cube" und die anderen Glaswürfel die nicht ohne einen Riesenaufwand von Klimaanlagen betrieben werden können.

    Den Unsinn mit dem Demokratiezentrum hat er aus Frankfurt am Main. Da möchte der OB, entschiedener Gegner einer historischen Rekonstruktion des Inneren der Paulskirche, nebenan e­benfalls einen "Demokratiezentrum" bauen lassen. Auch hier wirft die Phrasendreschmaschine dieselben Worthülsen aus ("Beteiligungsformate" usw.) :blah:


    Statt echtem demokratischem Diskurs von links bis rechts erwarte ich in Potsdam und Frankfurt lediglich weitere Echoräume für ausgewählte GutbürgerInnen mit "Haltung".


    Und natürlich auch in Frankfurt muss es ein "modernes" Ding sein - gibt ja so wenig davon in Frankfurt :kopfwand:

    (...) Doch wenn er die Wahl habe, Aufgaben zu lösen, die durch die Pandemie entstanden sind – etwa beim Bürgerservice oder beim Krankenhaus - oder alternativ dazu das Geld zu nutzen, um ein persönliches Herzensprojekt zu forcieren, "dann sind mir der Erhalt bestehender Strukturen und die Investition in Klinikum und Digitalisierung von Schulen wichtiger". (…)

    … ob er das beim Thema Erhalt des "Rechenzentrums" auch so sieht?

    … zumindest schließt Guido Spahrs die Rekonstruktion der Fassaden nicht aus und zeigt durchaus Respekt vor Schinkels Werk. Sogar den Förderverein erwähnt er positiv. Das ist derzeit nicht selbstverständlich und lässt hoffen.


    Und wenn man aus Gründen des Klimaschutzes das Dach begrünt und dies vielleicht noch begehbar macht, könnte ich mir vorstellen, dass man von dort einen tollen Blick auf die Umgebung hat.


    Leider hält er schon jetzt die Eröffnung bis 2025 für unrealistisch. Kein Wunder, es hört sich ja auch gerade so an, als würde man nun nach 30 Jahren komplett bei null anfangen wollen.

    An der Hauptwache in Frankfurt sind ohnehin Hopfen und Malz verloren. Umgeben vom typischen BRD Nachkriegsschrott. Das jetzige "Loch" ist vergammelt und schäbig, das neue wird in kürzester Zeit ebenso aussehen. Da kann man als alter Frankfurter nur neidisch gen Osten z. B. nach Potsdam und Dresden schauen!

    Trotzdem finde ich wir müssen beim "Kulturforum" differenzieren zwischen architektonischem Ausdruck des Museumsensembles (oder Museums-pas-ensembles) und dessen Inhalt.


    Das Erste ist wirklich unterirdisch, das Zweite hat m.E. durchaus Weltrang.

    ... und wem's zu gut geht, dem sei noch dieser Artikel in der Berliner Zeitung anempfohlen. Nicht zu viel essen vorher, das kommt sonst alles wieder raus.


    https://www.berliner-zeitung.d…hlussstrich-ist-li.172725


    Der Verfasser widerspricht sich schon in der Überschrift und dann gleich nochmals wortreich im Artikel.


    Ohne das Gesamtkonzept Humboldtforum mit Schlosshülle und Austellungskonzept mitten in der Hauptstadt, hätte es die aktuelle Debatte um Raubkunst und Kolonien in Berlin kaum gegeben!


    Wo waren nur die KritikerInnen, die sich nun lauthals melden, als die selben Objekte noch in Dahlem ausgestellt waren?


    Vermutlich ist es nur eine weitere, wohlfeile Möglichkeit, den Wiederaufbau des Schlosses zu diffamieren.

    Die Idee ist wirklich eigentlich nicht schlecht.


    Die Fassaden würden bezahlt durch die Spenden, die der lustige Palastverein gesammelt hat.


    Natürlich muss man auch hier an die wichtigen "Brüche“ denken! Um diese deutlich zu machen, bekommt der Palast zur Spreeseite eine Fachwerkfassade!

    Die Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens wurde vom Ausschuss danach mit der großen Mehrheit von Grünen, CDU, SPD, Linke, FDP, Volt und Ökolinx festgestellt.


    Frage: was bewegt all diese Leute um das Bürgerbegehren gemeinsam zu verweigern....... Man kann doch nicht gemeinsam gegen gute und schöne Architektur stimmen??? Meistens ist 50% dafür und 50% dagegen. Unlogisch und nicht rational.

    Hallo Leute, das ist Frankfurt am MAIN, wir befinden uns in WESTDEUTSCHLAND. Wir glauben immer noch, dass ALLES was vor dem Krieg gewesen ist schlecht und undemokratisch war. Wir glauben sogar, dass die Häuser vor dem Krieg undemokratisch waren. Und wir glauben sogar, dass erst die Häuser, die nach dem Krieg gebaut wurden, demokratisch sind. Ja, wirklich, das glauben wir hier in Frankfurt an Main, über alle Fraktionen hinweg. Der Beton- und Glasklotz Schauspielhaus aus den 60ern wird ja explizit als offen und demokratisch bezeichnet. Im Westen ist es unchic, derlei anzuzweifeln. Parallelen zum Pellerhaus in Nürnberg sind übrigens rein zufällig und nicht von mir beabsichtigt :thumbsup:

    Den Bestandsbau zu sanieren hatte man ja am Anfang geplant - das sollte dann etwa 900 Mio. kosten. Daraufhin entspann sich die Debatte über Abriss und Neubau - wobei dies ähnlich teuer werden sollte, allerdings mit dem Vorteil, einen Neubau zu haben.


    Erst als sich die Initiative für die Wiederherstellung des rudimentär noch vorhandenen Seelig-Baus gebildet hatte mit dem Gedanken, u.a. durch Unterstützung von Investoren das alte Schauspielhaus mit historischer Fassade für geringeres Geld wiederzubeleben stellte man, seitens der Stadt Frankfurt, wundersamer Weise fest, dass ein (moderner) Neubau (unhinterfragt) noch weniger kosten sollte als die Rekonstruktion des Seelig-Baus. Wer DAS glaubt, wird se(e)lig.