Posts by Weingeist

    Diejenigen, die damals solche Parolen wie "Schxxx Denkmalschutz" und "Weg die Hütte" gesprayt haben, werden es sicher als einen Weg in den Fortschritt ansehen, daß an seiner Stelle nun ein freier Schotterplatz entstanden ist und sich an solchen Entwicklungen, solchen Fortschritten unserer Zeit auch wirklich sehr darüber freuen. Solche Entwicklungen, solche Auffassungen sind insoweit nichts neues; sie kamen in beiden Deutschlands häufiger vor und was sie bewirken ist, daß damit auch der innere Zustand eines Gemeinwesens öffentlich wahrnehmbar bloßgestellt und demaskiert wird, nicht zu seinem Vorteil, was auch sein gutes hat. Und wenn es vorkommt, daß in einer Region das offenbar einzig erhaltene Gebäude der Übergangszeit von Mittelalter zur Neuzeit mutwillig vernichtet wird, ohne sich auch nur einen Dreck um sein besonderes Schutzbedürfnis zu scheren, ist es überlegenswert, als Außenstehender eine Kommune so abzuschreiben, wie eine solche Kommune es mit diesem Haus getan hat. Offenbar haben es manche auch nicht besser verdient.

    Berühmt ist Herrenberg für sein Glockenmuseum, das zu den größten in Deutschland zählt. Von den etwa 120 vorhyndenen Glocken sind ca. 100 zu hören. Mit 36 läutbaren Glocken stellt Herrenberg das zahlenmäßig größte Geläute Europas dar. An jedem ersten Samstag im Monat gibt es ein Glockenkonzert, unregelmäßig am Carillon mit 50 Glocken auch Konzerte mit Carilloneuren.

    Im Zwinger wurden vor etwa 300 Jahren auch Events abgehalten, die wohl auch so einige "Normen" der Zeit ausgelotet und überschritten haben, so warum nicht auch heute nebenan. So ein Event wird sicher die Semperoper noch einmal "in ein neues Licht rücken".

    In einem ZDF-Interview wird darüber berichtet, daß bei der Handelskammer der Wille zum Wiederaufbau besteht, dieser allerding bis zu 10 Jahren dauern könne. Ein Teil der Turmspitze (offenbar der mit den drei Kronen), sei wohl erhalten geblieben und wäre bereits der Handelskammer übergeben worden.

    Update am Morgen: Wird die Börse Kopenhagen wieder aufgebaut?
    Noch steht die Ursache für den Brand des historischen Gebäudes nicht fest. Die Diskussion über einen Wiederaufbau ist aber bereits im Gange.
    www.zdf.de

    Die steht doch noch, oder was meinst du?

    Gemeint ist der Gebäuderiegel der ehemaligen Wilsdruffer Straße 12 (Ecke zur kleinen Kirchgasse, in Nord-Süd-Ausrichtung und in Verlängerung der Weißen Gasse), der einen Bereich der Moritzstraße vereinnahmte und der etwa 2003/04 im Vorfeld der Neuerrichtung des Hotel de Saxe abgerissen wurde.

    ich glaube nicht, dass in der Dresdner Altstadt nach 1990 eine einzige Wohnung abgerissen wurde

    Die Achse des Bösen (in Nord-Süd-Ausrichtung) an der Nordseite der Wilsdruffer Straße, etwa im Bereich Übergang zur kleinen Kirchgasse/ Moritzstraße, zum Standort des Stadt Rom; in ihr waren schon einige Wohnungen drinne gewesen...

    Der Flashback in den Bereich "Freßwürfel", Brüdergasse, Advanta-Riegel und diverse Planungen aus der Zeit "Neumarkt 2000" kann hier ganz hilfreich sein. So distanziert, so fremd und unzugänglich einem die Bebauung der Südseite des Altmarkts auch erscheinen muß, führt sie heute klar vor Augen, was am Altmarkt hätte sein können, was am Neumarkt hätte kommen können. Man kriegt im Leben nicht immer das, was man gern hätte; insoweit stellen Alt- und Neumarkt auch ein tiefergehendes Lernbeispiel dar. Und daß es im bedeutendsten und kostbarsten Teil der ehemaligen Dresdner Altstadt durchaus auch anders hätte kommen können, ist ein Detail des Bewußtseins, das einem angesichts der erreichten Ergebnisse in Zukunft idealerweise auch nicht mehr abgehen sollte.

    Wie wenig die Jahre zwischen der Bebauung der Altmarkt-Südseite und des Neumarkts auseinanderliegen, können heute doch unterschiedlicher diese beiden nahen Stadträume kaum sein. Es ist sicher jetzt kein angemessener Ort und Zeitpunkt, bei Anschauung dieser Bilder wieder gedanklich auf das das abzudriften, was im Gebiet der ehemaligen südlichen Dresdner Altstadt bei einer behutsamen und wohldurchdachten Stadt- und Standortreparatur heute hier sein könnte. Im Bereich der ehemaligen Schreibergasse, Seestraße etc. ist ein erhebliches Potential und durch die Bebauung auch ein Stück Stadt verlorengegangenen. Stattdessen schweift man nun bei Anschauung solcher innerstädtischen Großstrukturen, Toträume und Kubaturen des Todes gedanklich wieder auf das ab, was unter andern Umständen heute hätte sein können...

    "Die 80er in Essenheim - Fotografien aus dem Nachlaß Rudi Klos"

    Der Dorf- und Geschichtsverein Essenheim zeigt in einer umfangreichen Bilderschau Pressebilder aus dem Nachlaß des langjährigen Pressefotografen Rudi Klos.

    Rudi Klos, legendärer Pressefotograf der Allgemeinen Zeitung, hielt seit den 1950er Jahren Ereignisse der Zeitgeschichte mit seiner Kamera fest und wurde damit zum Chronisten einer ganzen Epoche und auch ihrer Veränderungen. Als "rasender Reporter" war "dem Rudi" kein Turm zu hoch, kein Ereignis zu "heiß", daß er es nicht schnell mit seinem Moped angesteuert hätte. Aufnahmen machte er beispielsweise in einer Taucherglocke auf dem Grund des Rheins und hinterließ damit der Nachwelt einen einzigartigen Fotoschatz.

    Dem Dorf- und Geschichtsverein wurden von den Kindern von Rudi Klos etwa 400 Negative mit Essenheimer Motiven zur Verfügung gestellt. Eine umfangreiche Auswahl aus der Zeit, die wir heute als die "wilden 80er" bezeichnen, zeigt Motive wie Rathaussanierung, Bauentwicklung und Dorferneuerung, Neubau der Grundschule, Kanalbau, Feuerwehrfest, Eisvergnügen, französische Partnerschaft, Kerb und Fassenacht, aber auch Szenen aus dem dörflichen Leben werden nun in einer Bilderschau gezeigt.

    Eröffnung 3. Mai, 19:00 Uhr. 3. Mai bis Pfingsten, jeweils an den Wochenenden und an Feiertagen, von 11:00 bis 17:00 Uhr, im Kunstforum Essenheim, Ecke Kirchstraße und Elsheimer Straße, Eintritt frei.

    https://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/aktive-in-der-region/dorf-und-geschichtsverein-essenheim/aktuelles/feeds/fotostrecke/tt_content_121984/0.html

    Die abgebrannte Turmhaube soll wohl wiederaufgebaut und die Plattform als Aussichtspunkt genutzt werden. Auch hier hat eine Stadt eines ihrer Wahrzeichen verloren, möglicherweise durch Brandstiftung... Es war ein Wahrzeichen aus alter Zeit, das auf einige Generationen der Familie Bach heruntergeschat hat.

    Spitze von historischem Turm soll erneuert werden - WELT
    Die Kuppel des mittelalterlichen Neutorturms in Arnstadt ist vollständig durch einen Brand zerstört - Stadt und Bürger wollen sich aber damit nicht abfinden.…
    www.welt.de

    Könnte "am" Dom vielleicht im Bereich von St. Johann gewesen sein? Taufen "im" Dom wäre für die damalige Zeit etwas eher unerwartetes, sondern in der "Vorkirche" (=Baptisterium).

    Es ist schon ein Paradox, daß es sich einerseits um die fußläufige Achse Prager Straße - Altmarkt - Schloßstraße handelt, andererseits wieder einmal wenige Meter über innere Akzeptanz entscheiden. Der Bann des ins kolossale gesteigerte und auf seiner Südseite unbebauten Altmarkts ist zwar gebrochen worden; aber bei solchen Bildern zeigt sich wieder einmal das grundsätzliche Problem des Planens von oben, der Zukleisterung von Innenstädten mit Klötzen. Man hat das Bedürfnis, ohne nach links oder rechts zu schauen, möglichst schnell von dort weg zu kommen. Wie in solchen Toträumen dauerhaft ein Geschäft bestehen soll, erscheint wirklich schleierhaft.

    Der Drachenturm war einer der Türme, die man einmal sieht und danach nicht mehr vergißt. Für Dänemark, aber auch für die skandinavischen Länder allgemein dürfte dieser Turm und die Börse ein ikonisches Wahrzeichen und auf seine Weise auch ein Symbol der Überlieferung gewesen sein. Daß Assoziationen mit einem anderen, nicht ganz unbekannten und mittlerweile wieder aufgebauten Pendant aufkommen, kann wohl kaum ausbleiben; genauso wenig wie der Wunsch und die Hoffnung, daß der Drachenturm in Zukunft wieder neu als ein Wahrzeichen Kopenhagens wiedererstehen wird. Die äußere Form wird sich hoffentlich als rekonstruierbar erweisen. Wie sehr es im inneren möglich sein wird, den Verlust zu kompensieren, wird sich erst in fernerer Zeit zeigen; und es wird lange Zeit dafür benötigen. Für Kopenhagen ist das Innere der Börse ein barbarischer Verlust.

    Der nächste Brand, Neutorturm Arnstadt, vorgestern... Achteckiges Obergeschoss aus 1448...

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    Die Börse repräsentierte annähernd vier Jahrhunderte Kunst-, Kultur-, Stadt- und Landesgeschichte und stellte eines der wichtigsten Baudenkmäler Kopenhagens dar. Für die skandinavischen Länder ist dies zweifellos ein verheerender Verlust, vielleicht (so zumindest die erste Assoziation) vergleichbar mit dem Brand des Lübecker Rathauses und dem Verlust der Kriegsstube 1942. Und wieder einmal stehen Bauarbeiten dahinter...

    Historische Börse in Kopenhagen brennt lichterloh
    Sie ist eines der ältesten Gebäude Kopenhagens: die 1625 errichtete Börse. Nun steht sie in Flammen. Immerhin können mehrere Gemälde aus dem Gebäude gerettet…
    www.n-tv.de

    Da realistischerweise nicht zu erwarten steht, daß es ab der Nordseite der Wilsdruffer Straße sowie den Bereichen Postplatz, Altmarkt und in südlicher Verlängerung, die Prager Straße mit einbezogen, mittelfristig zu den geringst vorstellbaren Änderungen kommen wird, wäre es eine pragmatische Lösung, sich im Vergleich von vor etwa 20 Jahren mit dem gegenwärtigen Inselcharakter unverkrampft zu arrangieren, seinen persönlichen Ausweichort in den Resten der Neustadt, Striesen und im Großen Garten zu suchen und aus der gegebenen Situation das beste daraus zu machen. Auf das Zentrum Dresdens bezogen stellt das schon eine gewisse Fläche dar. Dresdens und die eigene Welt als Wille und Vorstellung fangen an den Realitäten an.

    Nur zu wahr ein trauriges Kapitel für eine Stadt, die zu den gewiß nicht zahlreichen Städten zählt, in denen einfach alles stimmt. Hier geht es nicht darum, auf die Empfindlichkeiten von ein paar spinnerten Fachwerkfreunden in einem virtuellen Raum einzugehen, sondern auf das Gesicht und die Außenwahrnehmung einer Stadt, für deren Zukunftswahrnehmung der Bestand dieses Gebäude ganz selbstverständlich zählt und das sein Gesicht ganz wesentlich mitprägt. Würde das Haus fachgerecht saniert, wäre es eine gesunde Investition in die Zukunft und eine Entwicklung, die dem Ansehen der Stadt als ganzes nützt. Hoffentlich werden wir darüber noch weiteres erfahren. Ich würde es Heppenheim wirklich sehr wünschen.