Posts by Der Münchner

    Das Gebäude war vor allem ein zentraler Ort der Studentenunruhen von 1968 (Globuskrawalle). Anstelle der Forderung eines autonomen Jugendzentrums im Gebäude nachzugeben, wurde es an die ETH vermietet, die hier einen Teil der Architekturabteilung auslagerte.

    Das macht mir den Abbruch noch symphatischer.... :biggrin:

    denn es waren in der Regel ja nicht die Generäle oder die sonstigen Verantwortlichen, die auf den Schlachtfeldern ihr Leben verloren, sondern zumeist die einfachen Soldaten, die ihren Dienst zu verrichten hatten.

    Kleine Anmerkung dazu:
    Zunächst mal sind für Kriege immer Herrscher bzw. Politiker verantwortlich und keine Generäle. Ein General hat in der Regel aufgrund seines Ranges die Verantwortung über einen größeren Truppenverband oder manchmal sogar über das ganze Heer, aber nicht die Verantwortung für den Kriegsausbruch.
    In den Napoleonischen Kriegen fielen allerdings auch sehr viele Generäle und sonstige Offiziere auf den Schlachtfeldern, da damals oftmals noch "von Vorne" geführt wurde. Den Generalstab mit einem Gefechtsstand im Hinterland gab es erst in den modernen Kriegen, da die Heere noch größer wurden und natürlich andere Kommunikationsmittel wie Funk zur Verfügung standen. Doch bei der Panzertruppe sah man sich ja in der Tradition der Kavallerie und selbst da führten viele Generäle noch von Vorne, wie z.B. Rommel und Guderian bei den Deutschen oder Patton bei den Amerikanern.
    Ich habe ein Buch über den Russlandfeldzug Napoleons, in dem gut beschrieben ist wie die Offiziere einer nach dem Anderen gefallen sind.
    Eine Gesamtübersicht aller gefallenen Generäle der Napoleonischen Kriege habe ich nur vom Österreichischen Heer gefunden:


    http://www.napoleon-online.de/AU_Generale/html/listen.html


    PS: Das Völkerschlachtdenkmal habe ich auch schon persönlich besucht und es hat micht sehr beeindruckt wenn gleich mir die Befreiungshalle in Kehlheim innen besser gefällt. Allerdings ist die Gesamtanlage in Leipzig aussen herum beeindruckender, war aber zu meinem Besuch vor 8 Jahren noch in einem etwas desolaten Zustand. Hat sich hier an den Aussenanlagen inzwischen etwas getan?

    Hochhäuser inmitten europäischer historischer Städte gehen gar nicht. Sie sind für micht nur akzeptabel wenn sie in neuen separaten Stadtvierteln entstehen wie La Defense in Paris oder das BMW-Hochhaus in der Münchner Olympiastadt (das übrigens wirklich gelungen ist). Dagegen stört mich auch in München das dämliche Hotel-Hochhaus gleich neben dem Hauptbahnhof.
    In Leipzig hat man das Gefühl, daß sämtliche Straßenzüge irgendwie auf dieses City-Hochhaus zulaufen und es somit das dominierende Bauwerk des Zentrums ist (sozusagen der Dom oder das Stadtschloß Leipzigs). Und das ist nicht das Zentrum, das ich in einer europäischen Stadt erwarte bzw. sehen möchte.

    Was für ein gruseliges Hochhaus steht denn dort am Hauptbahnhof? Es scheint sich um Wohnungen zu handeln. Und was mich an Leipzig immer stört ist auch das City-Hochhaus im Hintergrund, das sich in so ziemlich jede Sichtachse in dieser Stadt hineindrängt.

    Ja, leider gilt der o.a. Entwurf von Patzschke nicht mehr (hätte mir sehr gut gefallen!!), denn das war ein Bauvorhaben der Palais am Brandenburger Tor GmbH, während der aktuelle Bau von der MUC Real Estate geplant wird. Wenn man auf die website des Unternehmens geht, dann ist aber für Berlin noch gar kein laufendes Projekt zu erkennen. Die sind wohl noch in einem frühen Planungsstadium, falls sie überhaupt bauen.
    Bisher wurde anscheinend immer nur Reibach mit dem Weiterverkauf des Grundstücks gemacht.


    Im oben verlinkten Artikel steht ja auch der Absatz:


    "Das Haus soll langfristig in Familienbesitz bleiben, ganz im Gegensatz zum bisherigen Wechsel der Investoren, die mehrfach geplant, aber nie gebaut hatten. Auch die Architekturmodelle von damals landeten im Papierkorb."

    Da sieht man mal wieder, daß es immer in deutschen Städten an einem Masterplan fehlt. Statt sich Gedanken zu machen, wie ein Straßenzug am Ende in seiner Gesamtheit wirkt, wird immer Stückwerk betrieben. Investoren, die klassisch bauen wollen, setzen sich genauso durch wie die Modernisten, und das gleich auf dem Nachbargrundstück. Da fehlt einfach bei den Stadtplanern die Idee fürs Ganze.

    Der Fernsehturm ist dort das einzige bauwerk, daß den Berlinern als Wahrzeichen am Herzen liegt (ist halt so). Daher müsste man überlegen, wie man ein möglichts historisches bzw. edles Zentrum erschaffen könnte, aus dem dann der Turm ohne zu große Bruchwirkung herausragt. Diese Beton- und Plattenriegel müssten jedenfalls alle weg.

    Ich glaube nicht, daß Müll und Drecl Berlins Hauptprobleme sind, sondern wohl eher die hohe Gewaltkriminalität, eine lasche Justiz, die sehr schlecht organisierte Verwaltung in den Bezirken und die agressiven Randgruppen. Ansonsten ist die Stadt nach Jahrzehnten durchaus wieder im Kommen. Ich hoffe übrigens trotz des Bandes mit den Bundesbauten immer noch darauf, daß eine Tages die Wilhelmstraße wieder im alten Glanz erstrahlt.... :thumbsup:

    Auf der verlinkten Seite steht nicht nur, daß das Gebäude seine alte Kubatur erhalten soll, sondern einleitend folgender Satz:


    "Eine Projektentwicklung der besonderen Art ist die als „Karstadt Hermannplatz“ bekannte Warenhausimmobilie im Bezirk Kreuzberg/Neukölln. Das Gebäude, das von SIGNA zu einem flexiblen Multi-Use-Objekt umgebaut wird, erhält seine ursprüngliche Größe und sein Aussehen aus den 20ern des letzten Jahrhunderts zurück."


    https://www.signa.at/de/real-estate/berlin-hermannplatz/

    Eine Frau ca. 60+ "Mann oh Mann was das an Steuergeld gekostet haben muss

    Das war auch so ziemlich das Erste, was ich vor vielen Jahren mal in einem Lokal in Dresden über den Neumarkt gehört hatte. Immer wieder schön wie "euphorisch" die Deutschen an Investitionen im eigenen Land herangehen.
    Irgendein Historiker hat mal geschrieben, daß das Deutsche Kaiserreich vorwiegend eine großbürgerliche Gesellschaft war und die Bundesrepublik dagegen eine kleinbürgerliche ist. Ich finde, daß merkt man jeden Tag aufs Neue... :(

    Mein Favorit für die Nutzung ist ein attraktives Grand Hotel. Das würde auch die Argumentation mit übermäßigem Steuergeldeinsatz entkräften,

    Sicher wird sich irgendeine Nutzung finden lassen, wobei eine staatliche Institution oder ein Bildungszentrum sicher aussichtsreicher wären. Grand Hotel klingt zwar gut, verkennt aber die Realität. Ein Grand Hotel bietet nur eine luxuriösere Umgebung für den Geldadel, der sich in seinen Aktivitäten nicht sonderlich von der Masse unterscheidet, sondern es nur in einer mondäneren Umgebung geniessen will. Dabei geht es um klassische Aktivitäten wie Skifahren, Badeurlaub, Kur oder Städtereisen. Eventuell kommen noch Events wie Trabrennen und Formel I dazu. Nichts von alledem ist in Neustrelitz vorhanden. Der Geldadel kommt also nicht einfach nur weil es ein Luxushotel im "Nirgendwo" gibt. Damit möchte ich Neustrelitz nicht herabsetzen, denn das gilt auch für jeden anderen vergleichbaren Ort in Deutschland. Heiligendamm funktioniert ja auch deshalb nicht richtig, weil sich der Geldadel von der Ostsee abgewandt hat und heutzutage lieber in wärmere Gefilde reist.
    Also: Wiederaufbau Ja, natürlich. Aber als Hotel eher unwahrscheinlich.

    Auch wenn man sich bei all der Pracht nicht wirklich entscheiden kann und mir natürlich auch das Residenzschloss gefällt, so bleiben doch die Semperoper und der Zwinger meine Lieblingsgebäude in Dresden. Sie stehen - selbstverständlich neben der wiederaufgebauten Frauenkirche - für mich exemplarisch für Dresden. Ich kann mich noch gut an die Fernsehübertragung vom 13.02.1985 erinnern, als die Semperoper mit der Aufführung des Freischütz feierlich wieder eröffnet wurde. Es war der 40. Jahrestag der unsäglichen Zerstörung Dresdens und mir lief damals schon ein Schauer über den Rücken anhand dieser Bilder.
    Die Besonderheit der Stadt Dresden liegt eben darin, daß alle Prachtbauten im Zentrum unmittelbar nebeneinander liegen, während sie in anderen Städten zumeist über das Stadtgebiet verteilt liegen. Vermutlich würden sie in heutiger Zeit nicht so gut zur Geltung kommen, wenn sie - wie z.B. in Köln - verteilt in einem Meer der architektonischen Nachkriegsmisere platziert wären. In Dresden beginnt diese Misere eben um das geballte Zentrum der Pracht herum.
    Die Verantwortlichen in Deutschland müssen endlich erkennen, daß die rekonstruierten Juwelen in Köln, Berlin, Dresden und anderswo auch ihre Fassung benötigen.

    Was wäre dann anders? Würde dann eine andere Entwicklung uin Gang kommen!?


    Es ändern sich die Verantwortlichen. Wenn Berlin entweder dem Bund oder einem größeren Flächenstaat zugeordnet wird, dann sind andere politische Mehrheiten möglich und man überlässt die Hauptstadt nicht irgendwelchen linksgrünen Milieu-Politikern. Bei einer Verwaltung direkt durch den Bund würden natürlich auch die Finanzierungen großer städtebaulicher und infrastruktureller Projekte kein Problem mehr sein.
    München würde auch nicht ganz so stark glänzen wie heute, wenn es seit Jahrzehnten nur auf die Einnahmen innerhalb seiner Stadtgrenzen angewiesen wäre.

    Berlin war einmal Reichshauptstadt mit einer sehr gut funktionierenden Bürgerschicht, die sukzessive leider (zuerst mit dem Sturz des Kaisers, dann durch die Nazis und schließlich und vor allem endgültig durch die Kommunisten) ausradiert wurde

    Nicht zu vergessen: Die Abwanderung großer Teile des Bürgertums durch die Insellage West-Berlins. Als Berlin durch die Siegermächte in vier Sektoren geteilt und unter alliierte Oberhoheit gestellt wurde, hatten die örtlichen Unternehmen keinen ungehinderten Zugang zum westdeutschen Bundesgebiet mehr. Ich glaube, ausser Schering sind nach und nach alle großen Unternehmen nach Bayern und ins restliche Bundesgebiet gezogen (z.B. Borsig), und damit auch die Unternehmer, die Fachkräfte und das Bildungsbürgertum. In Bayern rühmt man sich der guten wirtschaftlichen Entwicklung, doch vergisst man dabei leicht wie alles begann. Knorr-Bremse und Siemens kamen aus Berlin, Schering aus Schlesien, die Autoindustrie aus Thüringen (Auto-Union, BMW) usw.
    Berlin ist sicher die am schlimmsten heimgesuchte Stadt des europäischen Kontinents, wenn man nicht nur die Zerstörungen, sondern auch die Teilung und den Bevölkerungsaustausch betrachtet. Man kann diese Stadt nur retten, wenn man ihr den Status als eigenes Bundesland nimmt (welcher sowieso völlig ahistorisch ist).

    Der Nachkriegsbaldachin steht als Original der Wiederaufbau-Ära unter Denkmalschutz.

    Eigentlich schon fast skurril, daß man einen aus der Not geborenen Wiederaufbau, der mit kargen Ressourcen und einer gewissen Zeitnot enstanden ist und bei dem man gar nicht sein künstlerisches und kulturhistorisches Potential ausschöpfen konnte, als schützenswerte Einzeldenkmale betrachtet. Von einer Ära kann man hingegen natürlich schon sprechen, denn es war ja eine eigene kleine Epoche, eng verbunden mit dem Wirtschaftswunder.
    Doch wenn ich mir als Einzelperson nach einem Krieg oder einer Naturkatastrophe notdürftig mit klammen Mitteln mein Eigenheim wieder bewohnbar machen würde, dann wäre dies für mich nicht ein auf die Ewigkeit einzufrierender Zustand. Sollte mein Heim vor der Katastrophe wesentlich schmuckvoller und ästhetischer gewesen sein, so würde ich diesen Vor-Zustand nach und nach wieder anstreben.