Posts by Königsbau

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    Das Ensemble des Staudenhofes am Alten Markt soll unter Denkmalschutz gestellt werden.


    Man muß dazu sagen, erstmal nur nach dem Willen von "Wolfram Meyerhöfer, Vertreter der Fraktion Die Andere im Beirat Potsdamer Mitte". Weiter heißt es: "Der Vorstoß steht im Widerspruch zum derzeit diskutierten Masterplanentwurf für die Potsdamer Mitte, der einen Abriss der Fachhochschule (FH) und des Wohnblocks mit dem Staudenhof-Restaurant vorsieht und lediglich die Stadt- und Landesbibliothek erhalten will."
    und "Allerdings gebe es keine Anstrengungen zur Erfassung in der Denkmalliste."

    Ich glaube, es ist auch viel Resignation im Spiel.
    In Stuttgart war es letztes Jahr ja dasselbe (wir hatten es bereits unter dem Thema "Stadtzerstörung"). Trotz Sanierungsangebot eines privaten investors wurden 4 wertvolle Häuser am Neckartor abgerissen, ebenfalls überraschend, nachdem eine Rettung in Aussicht stand. Man konnte dann nur noch machtlos zusehen. Und man weiß, es wird an der Stelle nichts vergleichbares mehr stehen, nicht bei unserer Gegenwartsarchitektur, es ist endgültig, eine weitere Narbe im Gesamtkunstwerk Stadt.
    Bleibt der Trost, daß Leipzig über einen solch reichen Bestand an Gründerzeitbauten verfügt. Andererseits führt dies wohl auch dazu, daß angesichts der Masse ein einzelnes Bauwerk als weniger kostbar betrachtet wird.
    Gestern lief eine Doku über Danzig, auch darüber wie die dortige Architektur wertgeschätzt und gepflegt wird. Bei uns fehlt es hier meiner Meinung nach immernoch an einem vergleichbaren öffentlichen Bewußtsein, vielleicht mit Ausnahme von Dresden.

    Ich finde, Mäckler verhält sich wie Jekyll und Hyde. Einerseits beklagt er die Zerstörung städtebaulicher Charakteristik, fordert Gestaltungssatzungen und ein angepasstes Bauen. Gleichzeitig ist er für den Zoofenster-Hochhausentwurf in Berlin verantwortlich, ein Projekt, das so rein gar nicht zur historischen Gestaltungssatzung von Charlottenburg passt, und diese noch weiter verwischt. Die einstige Höhendominante Gedächtniskirche beispielsweise wird durch diese Hochhausansammlung zur kleinen Kapelle degradiert.
    http://www.maeckler-architekte…img_pro/zoof_02_gross.jpg
    Und ein "Rückbau" wäre hier später ebensowenig möglich wie im genannten Beispiel Frankfurt Westend. Sieht Herr Mäckler nicht, daß er selbst Akteur dieser von ihm kritisierten rücksichtslosen Städtebaumethoden ist?

    Wieso nennt man solchen Schrott eigentlich "Villa"?


    Diese versetzten Fenster nerven am meisten, irgendwer hat damit angefangen, jetzt machen es alle, dabei wirkt es irritierend und unruhig.


    Irgendwann gabs doch mal sowas wie Ensembleschutz...?

    Mir fällt bei all den Planungen immer wieder auf, daß das für Berlin ur-typische Merkmal, nämlich die Unterteilung in maximal 5 Geschosse, heute überhaupt nicht mehr befolgt wird. Auch deswegen wirken viele Straßenzüge so uneinheitlich.

    Der Film war eine große Enttäuschung. Rosamunde Pilcher trifft Bombenkrieg, außerdem sollte man nicht immer versuchen, amerikanische Filmklischees zu kopieren. Der eigentlichen Katastrophe wurden die letzten 40 Minuten eingeräumt, selbst hier war die Verzweiflung und Tragik nicht wirklich greifbar sondern erschien nur als Abfolge kurzer Bilder, die man alle irgendwie unterbringen wollte. Keine der Figuren war wirklich glaubwürdig oder nahegehend. Schade, da hätte man sehr viel mehr draus machen können.

    Die folgende Zitatesammlung ist der Internetpräsenz Initiative "Pro Altstadt" - Frankfurt am Main entnommen.



    Léon Krier ist ein bekannter luxemburgischer Architekt, der in Südengland von Prinz Charles mit dem Bau eines traditionell orientierten Stadtquartiers betraut wurde. Sein Buch „Architektur - Freiheit oder Fatalismus" (München 1998) ist eine Abrechnung mit der Architektur der Moderne.
    Krier legt Wert darauf, zwischen „Modernität" und „Modernismus" zu unterscheiden: Modernität sei nicht das Gegenteil von Tradition, d. h. auch traditionelle Gebäude können durch ihre Nutzung modern sein; Modernismus hingegen sei eine Ideologie, die das Flachdach bejubelt und den Rundbogen ablehnt.
    Die folgendenden Zitate sind Kriers Buch „Architektur - Freiheit oder Fatalismus" entnommen:


    So äußert sich Krier zum Widerstand von Bürgerbewegungen gegen schlechte Architektur:


    „Bürgerinitiativen gegen Architekten und Stadtbauprojekte grassieren in allen demokratischen Ländern. Dort gibt es kurioserweise keine Bürgergruppen, die Einfluß auf die Entwürfe von Flugzeugen, Kühlschränken oder Zahnarztstühlen nehmen wollten. Die Autorität der Berufsstände, die ihre Versprechen einlösen, ist selten umstritten." (S.27)


    Das folgende Zitat kann in einen Zusammenhang gebracht werden mit jenen Argumenten von Modernisten, die eine vermeintliche „Rückwärtsgewandtheit" von Anhängern traditioneller Baulösungen behaupten (im Sinne von „Wollen Sie auch die damaligen hygienischen Verhältnisse wiederhaben?" oder „Dann laufen Sie doch gleich in historischen Kostümen durch die Gegend!"):


    „Es gibt keinen Widerspruch zwischen den Wünschen, in einer traditionellen Stadt zu leben und ein schnelles Auto zu fahren. Ein gewisser modischer Avantgardismus jedoch wirft der Öffentlichkeit vor, dabei Aspekte des Modernismus abzulehnen und sich in „Vergangenheitstümelei zu flüchten". Doch eben diese Öffentlichkeit „flüchtet" sich auch in den „beruhigenden Komfort" des modernen Lebens. Sie bewundert den Fortschritt der Wissenschaften und heißt die technischen Errungenschaften willkommen. In ihren Wünschen wie ihrer Auswahl zeigt sie praktische Intelligenz, bevorzugt in der Regel Häuser mit geneigten Dächern, fordert aber keine Autos mit Strohdächern" (S. 66)


    Krier zum Thema Zeitgeist:


    „Uns allen wurde der Gedanke eingeimpft, daß unsere Arbeiten den Geist unserer Zeit ausdrücken müßten, doch die besten Werke der Vergangenheit beweisen genau das Gegenteil: Sie transzendieren die Besonderheit ihrer Epoche und werden so zu Mythen, durch alle Epochen hinweg. Allein dadurch sind sie ewig jung." (S. 75)


    Krier zum Thema Rekonstruktionen:


    „Der Wert historischer Denkmäler besteht weniger im Alter ihres Baumaterials als vielmehr im Fortbestand der Ideen, die sie verkörpern. Eine identische Rekonstruktion mit übereinstimmenden Materialien, Formen und Techniken, deren man sich ursprünglich bediente, hat einen höheren Wert als ein ruinenhaftes Original. Wie Joachim Fest sagt, hängt die Originalität eines Gebäudes nicht von seinem Material ab, sondern liegt in der Originalität seines Entwurfs. Es ist also in vollem Umfang reparabel und rekonstruierbar, ohne seinen einzigartigen Charakter zu verlieren. Anders als das Gemälde eines unersetzlichen Meisters ist ein Gebäude in der Regel kein rein individuelles Werk. Der Kult um und die Fetischisierung von Ruinen erweist uns und den ursprünglichen Erbauern einen schlechten Dienst. Was uns an einem alten Denkmal berührt, ist nicht sein Altertumswert, sein Wert qua Alter, sondern seine konstante Modernität, das heißt, seine Fähigkeit, zu uns zu sprechen trotz seines Alters, und die Kraft, seine materielle Altertümlichkeit zu transzendieren." (S. 75)


    Krier zum Thema der Bürgerakzeptanz von Gebäuden:


    „Die Architektur einer Stadt und ihrer öffentlichen Räume ist im selben Maß wie Gesetze und Sprache eine Angelegenheit des Gemeininteresses - sie sind das Fundament von Urbanität und Zivilisation. Ohne deren allgemeine Akzeptanz gibt es weder eine gesellschaftliche Verfassung noch die Aufrechterhaltung eines normalen, zivilisierten Lebens. Sie können nicht aufgezwungen werden, und ihre allgemeine Zurückweisung ist nicht Beweis für Verständnislosigkeit seitens der Bürger, sondern für ein dürftiges Konzept." (S. 201)


    Wolfgang Schäche, Architekturhistoriker an der Fachhochschule Berlin, erklärt unter http://www.berlinonline.de/dossier/palastderrepublik/2000/blz_24883.html\r
    http://www.berlinonline.de/dossier/pala ... 24883.html:


    „So gibt es kein rationales Argument, welches den Nachbau physisch nicht mehr existenter Bauwerke per se ausschließt. Die Entscheidung ist allein der sorgfältigen Abwägung aller mit dem Gebäude verbundenen Bedeutungsebenen sowie der Einbeziehung des ökonomischen, technischen, ästhetischen sowie des Zweckmäßigkeits- und Nutzungsaspektes verpflichtet, nicht aber fragwürdigen Geschichts- und Architekturtheorien."


    Auch Matthias Donath vom Landesdenkmalamt Berlin http://www.ak-berlin.de/ausschuss/donath_d.html\r
    http://www.ak-berlin.de/ausschuss/donath_d.html:


    „Der gesellschaftliche Auftrag an die Denkmalpflege umfaßt auch Wiederaufbau und Wiederherstellung zerstörter Denkmale. Rekonstruktion ist vor allem dort eine wirkungsvolle konservatorische Methode, wo die Mittelpunkte der Gesellschaft, die Symbole regionaler Identität vernichtet sind. Diesen Städten, gezeichnet vom Bombardement des Zweiten Weltkriegs und anschließendem Flächenabriß, fehlen Orte der geschichtlichen Erinnerung, Orte, an denen sich der über mehrere Jahrhunderte reichende kulturelle Reichtum erfahren läßt. Die Wiedererschaffung der symbolträchtigen Monumente erfüllt ein gesellschaftliches Bedürfnis. Gerade diese ausgelöschten historischen Bauten und Stadtviertel sind in besonderer Weise mit Emotionen, Ideen, also immateriellen Denkmalwerten verknüpft. Die bisherigen Wiederaufbauprojekte zeigen, daß Rekonstruktionen den städtischen Gemeinschaftssinn fördern. Gestärkt wird die kommunale Identität, das Selbstbewußtsein einer Region, das sich auch auf Traditionen und Geschichte gründet. Diese Grundhaltungen - Identität und Heimatbewußtsein - sind wesentliche Voraussetzungen für die zukunftsfähige Bewahrung des kulturellen Erbes. Die Wirkungen, die über das einzelne Monument hinausgehen, sind nicht zu unterschätzen: Große und kleine Wiederaufbauprojekte setzen eine Aktivität frei, die auch auf überlieferte Geschichtszeugnisse ausstrahlt. Das Verständnis für Denkmalpflege, für die Erhaltung historischer Substanz wächst."


    Und hier eine Aussage des Historikers Arnulf Baring aus einem Interview im SPIEGEL zum Thema Wiederaufbau der Frauenkirche:


    „Ich halte Rekonstruktionen für zeitgemäß. Schlechte Zeiten müssen sich an gute frühere Zeiten halten, in dieser Phase sind wir. Ich glaube auch, dass es gut ist, wenn die Deutschen ihre alten Städte im Maße des Möglichen zurückgewinnen, damit uns wieder klar wird, dass wir von irgendwoher kommen!"



    Gesamte Textsammlung unter:


    http://www.pro-altstadt-frankfurt.de

    Vor 150 Jahren ließen der württembergische Kronprinz Karl und seine Frau Olga die Villa Berg als Sommersitz errichten. Nach der starken Beschädigung im Zweiten Weltkrieg baute der damalige SDR, heute SWR, die Villa in vereinfachter Form wieder auf.


    Der Rundfunksender stattete das Gebäude mit einem großen Sendesaal aus und nutzte den einstigen Herrschaftssitz in den folgenden Jahrzehnten vor allem als Studio und für Veranstaltungen. Hier spielten unter anderem BAP, PUR, Scorpions, Fool´s Garden, Die fantastischen 4, etc. Zuletzt stand das Renaissance-Kleinod jedoch zumeist unbenutzt und verwaist da.


    Zwei private Investoren möchten der Villa Berg nun zu neuem Glanz verhelfen. Nach ihren Plänen soll das denkmalgeschützte Juwel im herrlichen Park Berg wieder zu einem lebendigen, und vor allem zu einem öffentlich zugänglichen Kunst-, Kultur- und Ausflugsort werden. In den hohen Sälen der Villa sollen künftig Lesungen, Konzerte und Ausstellungen stattfinden. Bei der Gestaltung des kulturellen Programms bleibt der SWR ein zentraler Partner; eingebunden werden weiterhin verschiedene kulturelle Institutionen. Auch als Veranstaltungs- und Tagungscenter mit besonderem Charme soll die Villa Berg künftig genutzt werden; die traditionsreiche Gastronomie soll in Form eines gehobenen Restaurants weitergeführt werden.


    Die Renovierungsarbeiten im Innenbereich sehen vor allem die optische Auffrischung der Räume, die Modernisierung der Gebäudetechnik sowie die barrierefreie Umrüstung der sanitären Anlagen vor. Dabei wird besonders auf den Erhalt des ursprünglichen Charakters der Villa Berg Wert gelegt.


    Im Außenbereich wird die Gebäudefassade renoviert, die unmittelbar zum Gebäude gehörenden Freiflächen und Terrassen werden instandgesetzt. Bei der Gestaltung dient auch hier der Originalzustand als Vorlage.


    Ein Ausflugsmagnet könnte die Villa Berg vor allem wegen des geplanten Biergartens im nördlich anschließenden Bereich werden. Die Freiluftgastronomie mit 500 bis 600 Plätzen wird vor allem im Sommer viele Ausflügler in den Park Berg locken. Mit den Renovierungsarbeiten soll im Spätherbst begonnen werden.




    Quelle:http://www.stuttgart-baut.de/b…projekt_uebersicht&id=204