Posts by Petersburg

    Völlig richtig: Sie zensiert nach subjektiven und privaten Ansichten. Allerdings hat das mit Demokratie rein gar nichts mehr zu tun, wenn ein Stadtplanungsamt Kritik an Stadtplanung zensiert. Die Modernistenlobby allerdings hat alle Rechte und kann den Neumarkt nach Herzenslust diffamieren. So und nicht anders kennen wir das. Man darf sich fragen, wessen Interessen das Stadtplanungsamt ausführt.


    Warum Du mir den Link mit Frau Steinbach zeigst ist mir unklar. Du behauptest, diese Dame könne agieren wie sie Lust hat. Dies ist ein Irrtum: sie untersteht in der Hierarchie Frau Orosz. Keine der beiden Damen agieren im privaten Wohnzimmer, sondern im Auftrag der Bürger und erhalten dafür auch noch sehr viel Geld. (So nebenbei darf man sich fragen, von wem). Mit welchem Recht wurde dieser Beitrag gelöscht? Die Politiker haben Angst vor Kritik an der Gestaltungskommission - das ist mehr als offensichtlich. Wie man ein solches Vorgehen verteidigen kann, ist mir schleierhaft.


    Solange in Dresden noch immer geglaubt wird, dass Politiker den Willen der Dresdner vertreten, wird sich nichts ändern. Der Neumarkt steht nicht wegen Euren Politikern, sondern wegen Bürgern die sich mutig und erfolgreich gegen die Politiker gewehrt haben.


    Egal - du musst meinen Text auch nicht gut finden, Bilderbuch. Ich werde mich mit Dir nicht streiten, ob Diktaturmethoden - nichts anderes ist radikale Zensur in einer öffentlichen Debatte - akzteptabel sind, sondern ich akzeptiere Deine Meinung. Ich habe den zensierten Text nur veröffentlicht, um ihn allen im Forum zu zeigen, so dass jeder sich ein eigenes Bild machen kann.


    mit besten Grüßen

    Ihr kommt nun in die besondere Situation, einen zensierten Beitrag dieser "demokratischen" Debatte zu sehen. Jedem Blinden war bereits im Vorfeld klar, dass dies eine Scheindebatte sein wird. Es ist genau wie ich erwartete: Beleidigungen der Modernistenlobby bleiben stehen, Kritik an Politikern (!) ist verboten - ein wesentliches Merkmal von Diktaturen. Unter Herrn Jungwirths sehr guten Beitrag schrieb ich folgendes:





    Die Meinungsdiktatur im Dresdner Rathaus hat aus meiner freien Meinungsäußerung folgendes gemacht:


    Quote

    "Herr Jungwirth: Volle Zustimmung".


    Punkt. Der Rest ist "verschwunden". Damit ihr seht, in welcher "Demokratie" ihr lebt. Vor Kritik an der Gestaltungskommission scheint die Elite große Angst zu haben.

    Quote from "Schloßgespenst"

    Nun ja, man muß kein Kunsthistoriker sein, um die offensichtlichen Schwachpunkte dieses Gebäudeskomplexes zu erkennen - schau Dir das Ganze mal von oben an; die Dachgestaltung ist so offensichtlich mißraten, das hat nichts mit "wissenschaftlich korrekt" zu tun. Das British Hotel ist in jeder Hinsicht sorgfältiger ausgeführt und gelungener.


    Sorry, keine Zustimmung. Die eigentlichen Schwachpunkte sind unsichtbar.


    Dass die Dachlandschaft unglaublich miserabel ist, ist absolut richtig und hier stimme ich Dir zu. Aber schlimmer finde ich, wenn ein Leitbau in die Hose geht, denn ein Dach können unsere Nachkommen zur Not nachbessern, wenn aber der gesamte Leitbau erst mal steht, dann steht er. Die Mauern eines Leitbaus von Keller bis Traufhöhe reißt so leicht niemand ab. Das hat also leider eine ganze Menge mit wissenschaftlich korrekter Reko zu tun, denn so wie ich Oktavian verstand, ist die Salomonisapotheke völlig falsch rekonstruiert (Plaste, Fiberglas etc.). Jeder Laie würde aber sagen, sieht top aus. Die GHND muss sich ja auch ständig gegen den "Disneyland"-Vorwurf wehren (so tot ist der noch nicht). Hierzu sind unsachgemäße Rekos natürlich absolut Wasser auf die Mühlen der Gegner. Wenn die gesamte Reko vom Erdgeschoss bis zum 4. Stock unsachgemäß rekonstruiert ist, ist das auf jeden Fall schlimmer als wenn es nur das Dach wäre (was aber auch schon schlimm genug ist).


    Dass das British Hotel sehr viel besser ist als die Dietze-Rekos, denke ich ebenso. Ein phantastisch schönes Gebäude. Allerdings eines wundert mich: Hier wurden ja vor Beginn der traditionellen Ziegelbauweise Betonplatten dahinter angebracht. Frage an Meister Oktavian: Gilt das als denkmalpflegerisch korrekt?


    PS:
    Die besten Rekos am Neumarkt finde ich übrigens adF. Nr. 16 und 17. Gefolgt von Köhlersches Haus + Schützhaus.

    Quote from "Gil"

    Was ist uber die Geschichte vom Nachbargebaude bekannt? Es ist auch ein eher eindrucksvolles Gebaude!


    Welches meinst du? Es hat zwei Nachbarn.


    Das rote Haus rechts daneben ist eine Rekonstruktion der BAYWOBAU, eines der Neumarktprojekte. Ich finde das Areal sehr gut, aber Kunsthistoriker kritisieren es (zu recht) weil es nicht wissenschaftlich korrekt rekonstruiert ist. Aber ich als Laie sehe das nicht so eng. (ich glaube gleich schlägt Oktavian mich)
    :)


    Und das links daneben ist das Landhaus, eines der wenigen Gebäude die im Neumarktbereich bereits im Sozialismus rekonstruiert wurden. Darin ist ein Museum.

    Zitronenpresse, nu nu, nisch beese wärdn! :zwinkern:


    Du hast Recht. Ich finde ebenso, Rosa ist nicht die günstigste Farbe. Aber erstens darfst du beruhigt sein, dass in wenigen Jahren das Rosa durch Regen, Wind, Abgase etc. verschwunden und zu etwas völlig anderem mutiert sein wird. Zweitens, wenn ich ganz ehrlich bin, halte ich eine ungünstige Farbe für das geringere Problem. Mir wäre lieber, wir hätten mehr gute Bauten mit ungünstiger Farbe als pseudo-vorwärtsgewandte Betonkästen in dezenter Farbe.


    Das British Hotel ist auf jeden Fall ein Meisterwerk und eine enorme Leistung, zumal Originalteile darin verarbeitet wurden. Über die Farbe, die sich ohnehin ändern wird, seh ich großzügig hinweg. :D



    Auf jeden Fall danke für die Fotos! Ich freue mich über dieses Dresdner Meisterwerk.

    Quote


    Fällt Euch auf, wie ständig von "Gewandhaus" oder "Gewandhausfläche" die Rede war? Der Begriff "Sempersche Ladenfront", wird konsequent vermieden.


    Ich hoffe, die GHND springt jetzt schnell in das Vacuum und veröffentlicht umfangreiches Bildmaterial zur Semperschen Ladenfront und kunsthistorische Begleittexte hierzu. So gut reden wie Dr. Glaser kann Dr. Hertzig allemal, abgesehen davon dass er, anders als Glaser, den Kontext realistisch beurteilt. Glaser ist ein "Spin doctor", Meister der Verdrehung, allerdings ein schlechter. Ist alles PR, aber als PR-Mensch war Glaser grottenschlecht und hat versagt - gott sei dank.

    Quote from "Weingeist"

    Ein barockes Disneyland stelle ich mir immerhin sehr interessant vor. Das bedeutet wohl z.B., Goofy mit Allongeperücke bewundern zu können.


    :totlachen: :totlachen: :totlachen: Gibts hier kein Smiley das sich auf die Schenkel klopft?? pruuuuust !



    Spass beiseite: Der MickeyMouse-Quatsch wird ja langsam wirklich langweilig. Die Thinktanks und PR-Agenturen der Baulobby sollen sich langsam mal eine neue Diffamierungstaktik einfallen lassen, sie machen sich ja langsam lächerlich. Ziel ist, dass man sich schämen soll für seine Wünsche und Bedürfnisse, Propaganda arbeitet immer mit Gefühlen. Wenn man dies aber durchschaut, hat es keine Wirkung mehr.


    Die "Disneyland"-Idiotie wird so langsam zum Eigentor. Ich habe das hier im Postplatz-Strang schon mal gepostet, hier könnt ihr sehen, welcher Platz in Dresden in Wahrheit von MickeyMouse geplant wurde: Es ist nicht der Neumarkt. (Bitte das Schild beim zweiten Bild genau beachten, dann wisst ihr wer den Postplatz geplant hat!)


    Das hier unterscheidet sich bald kaum noch vom dem hier:

    Ich erinner mich noch als Kind ganz dunkel, wie faszinierend ich den Bahnhof und den Platz immer fand. (find ich heute noch, das Bahnhofsviertel ist ja fast unzerstört). Ich fand mal ein Foto des Vorplatzes aus den 1960er Jahren, auch wenn das noch etwas vor meiner Zeit war, aber dunkel hatte ich es so in Erinnerung. Die Kaiserstrasse war noch nicht abgeschnitten, und mitten im Platz war eine grüne Insel. Sah optimal aus. Mir ist nicht klar warum die Stadtplaner hier wieder so extrem viel debattieren müssen, man hätte den Platz so lassen sollen, wie er war.Mir scheint manchmal, dass Stadtplaner rein gar keine Visionen für schöne Architektur haben, und sich statt dessen lieber mit Belanglosigkeiten wie Blumenkübeln (siehe Postplatz Dresden) oder wie hier, mit Wasserbecken aufhalten.


    Sehr viel schwerwiegender als die Frage ob man Blumen oder Grünflächen nimmt, finde ich im vorliegenden Falle des Verlust des CARLTON Hotel direkt am Platz, das ich als Kind noch kannte. Das wurde dann mitte der 1970er abgerissen, obwohl es ein vollständig erhaltener Gründerzeitbau war! Dort steht jetzt irgendein hässlicher 70er Jahrebau. Aber gut, man kann froh sein dass dieser phantastische Bahnhof noch steht, und das fast unzerstörte Bahnhofsviertel. Wenn die Kaiserstrasse eine andere "Clientele" hätte, also weniger Peep-shows und Bordelle, dann wäre das ein super-eleganter Europäischer Boulevard.


    Das Abschneiden der Kaiserstrasse vom Platz find ich übrigens einen Fehler. Auch das der Umwandlung der Zeil in eine Fußgängerzone. Ich kenne beides noch mit Autoverkehr, beides fand ich besser. In einer Großstadt sind nun mal Autos , dann fände ich andere Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrs besser, bspw. wie in London Gebühren. Aber das Abschneiden von Strassen finde ich immer einen Fehler, sie wirken dann meist tot. Die Zeil war zwar in den 1970ern keine Schönheit, aber mit Straßenbahn und Autos wirkte sie sehr viel normaler. Die heutige Zeil ist eine der schlimmsten Städtebaulichen Katastrophen die ich kenne - da kommt selbst Ulbrichts Kulturbarbarei in Dresden kaum noch mit. Aber egal, Thema war Hbf und Bahnhofsplatz. Einer der weltstädtischsten Plätze in Frankfurt. Ob Blumenkübel oder Wasserbecken ist mir nicht so wichtig, fand die Situation in den 1960ern/1970ern am schönsten .



    PS: Habe grade ein Foto aus der Zeit gefunden, wie ich mich so ganz dunkel noch erinner, hier Anfang 1970er Jahre. Dies ist aber eine ungünstige Perspektive, man sieht die grüne Insel mit Springbrunnen nur teilweise, sah meiner Erinnerung nach sehr viel schöner aus, aus anderen Perspektiven.


    Übrigens ist der Frankfurter Hbf einer der schönsten Deutschlands. Auf alle Fälle besser als das da.

    Stefan hat Recht - immer schön misstrauisch sein bei Politikern. Möglicherweise steigt Fessenmayr nächstes Jahr wieder aus der Grube und hat gemeinsam mit dem Rest der Politikerkaste eine neue Ausrede parat, warum man jetzt doch unbedingt einen Klotz bauen müsste. Ich glaube es zwar eher nicht, aber bei Politikern bin ich mehr als mistrauisch. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt erstmal, außerdem würde es sonst heißen ich betreibe zu viel Schwarzmalerei. :D Ich weiß es natürlich nicht genau, aber ich bin relativ sicher dass die Entscheidung entgültig ist. Die Lobby hat ja irgendwann auch selber die Schnauze voll, und so wertvoll ist das kleine Areal nicht. Diese Mafiosi jonglieren normalerweise sicher mit sehr viel größeren Beträgen.


    Was anderes: Vitruv hat Recht und diese ganzen "demokratischen Debatten" sind Scheinveranstaltungen (Ich bezeichne sie als geschickt getarnte PR-Aktionen der Baulobby). Was aber nicht heißt, dass wir sie nicht umfunktionieren können zu unseren Zwecken! Es gibt noch viel zu tun außer Sempersche Ladenfront - wer also Dresden helfen will, bitte rege beteiligen! Unterschätzt die Macht Eurer Worte nicht - die Scheinveranstaltungen der Lobby funktionieren nur bis zu einem gewissen Grade. Wenn des Volkes Meinung immer einheitlicher wird, kommt die Lobby in Bedrängnis. Die Lobby kann etwas auch gegen den Willen großer Teile der Bevölkerung durchsetzen, wie wir im UNESCO-desaster sehen. Aber je stärker der Widerstand , desto schwerer wird es für sie. Also: Meinung sagen, laut & deutlich! Ich klinke mich z.b. oft hier ein.


    Denk dran - DU bist der Bürger. Die Politiker haben DEINEN Willen auszuführen - nicht du ihren. Dein Wort hat Macht & Wirkung - nutze es.

    - Achtung -


    Baulobby enttarnt - Architektenschaft zieht "demokratisches" Tarngewand an und beginnt Medienkampagne und Propaganda


    Dass dieser Trick kommen würde, war schon lange klar. Nun ist er hier:


    Da Architektenlobby und Großkapital sehr gut wissen, dass niemand ihre vulgäre Leichenhallen-Architektur will außer ihnen selber, schlüpfen sie nun in das Gewand einer "Gegenbewegung zur GHND" und geben sich als "Bürgeriniative" aus, die angeblich die Meinung der Bevölkerung widergibt. Diese angebliche "Gegenbewegung" zur GHND, die zu suggerieren versucht die Bevölkerung wünsche einen Globalisierungs-Betonmarkt anstatt einen Dresdner Neumarkt, existiert natürlich nicht sondern ist Instrument der Konzerne und Unternehmen.


    Beim Betrachten dieses Videos darf man sich fragen ob es sich beim Verein des Herrn Alexander Pötzsch wirklich um eine Bürgeriniative "aus dem Volk" handelt. Tatsächlich aber ist Herr Pötzsch - was sonst - Architekt, ehemaliger Dozent im Fachbereich Architektur der TU Dresden, und betreibt das Büro http://www.zanderarchitekten.de/\r
    http://www.zanderarchitekten.de/ gemeinsam mit den Architekten Miller und Zander. Herr Dipl.-Ing. Alexander Pötzsch ist also ein Kollege von Betonbunkerbauer Cheret, der sich natürlich sehr gerne bereichern möchte. Ob Herr Pötzsch hier dem Allgemeinwohl dient - oder wäscht hier etwa eine Architektenhand die andere? Honi soit, qui mal y pense!


    Die angebliche Bürgerinitiative "Zeitgenossen" vertritt also keine dem Allgemeinwohl dienenden Interessen, sondern ist eine rein kommerziell agierende Minderheit die sich auf Kosten der Mehrheit Aufträge sichern möchte und bisher sehr gut von der Stadtzerstörung lebt. Bereits 2007 war Alexander Pötzsch einer der Unterzeichner des Offenen Briefs der Architektenkammer Dresden , mit der ein angeblcihes "Gewandhaus", in Wahrheit ein Betonbunker, aggressiv vorangetrieben werden sollte (27.08.2007). Obwohl bereits damals demokratisch gegen die Leichenhalle entschieden wurde, versucht die Baulobby nun wieder Streit zu schüren und die Dresdner zu spalten.


    Fazit: Es ist mehr als offensichtlich, dass Unternehmen und Konzerne hier wieder einmal gezielt demokratische Strukturen infiltrieren möchten, indem man angeblich nichtkommerzielle Organisationen erfindet die in Wahrheit nicht existieren und lediglich dazu dienen, sich untereinander Aufträge zuschustern. Schließlich müssen die "Zeitgenossen" sich ja irgendwie ihre so gänzlich unzeitgenössischen Stuckaltbauen finanzieren.

    Hilfe! der hier :schockiert: :schreckgrau: ist zurück!


    Ich habe diesen destruktiven Menschen live auf einer Podiumsdiskussion (Mai 2007) erlebt. Alles was er öffentlich erzählte war ein dermaßener Unsinn, gespickt mit Lügen und fadenscheinigen Begründungen. Originalzitat: "Eine Neumarkt-Satzung wäre unsinnig, da ja die Altmarktsatzung bereits bewiesen hat, dass es nichts nützt eine Satzung zu haben" (Zitat Fessenmayr 2007) . Logisch, Fessy - wenn "Experten" wie du die Satzung umsetzen wundert das niemanden.


    Dieser unfähige Politiker ist nicht nur ein Zerstörer erster Güte - er war mir auch vom Character her höchst unsympathisch. Die Tatsache, dass er sich trotz Altersverwirrtheit erneut einmischen will, beweist dass meine Intuition richtig war. Anstand scheint diese Baulobby-Marionette nicht zu kennen, und man darf auch an seiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln - denn jeder Mensch gesunden Geistes würde sich nach solchen Schandtaten niemals wieder in die Stadt wagen. Unglaublich, was ein unsäglich zerstörerischer und inkompetenter Mensch.


    Dies ist Fessy's Vision vom weltberühmten Elbflorenz, aber die bereits getätigte Zerstörung scheint diesem Erfüllungsgehilfen einer korrupten Konzern-Plutokratie nicht zu reichen. Die Plutokratie muss ja inzwischen sehr nervös sein, wenn sie es schon nötig hat, scheintote Rentner ins Leben zurückzurufen um ihre vulgären Luftschutzbunker am Neumarkt durchzupeitschen.

    Quote from "Vitruv"

    In städtebaulichen Fragen kann man getrost das Volk fragen, denn im Gegensatz zu den korrupten Eliten bedeutet dem Volk Tradition noch etwas. Sämtliche Reko-Initiativen gehen doch vom Volk aus, zumindest werden sie vom Volk stark befüwortet. Die Architektur der Altstadt ist Sache der Bürger, ansonsten stimmt mit dem System was nicht..


    Genau. Ich stimme Dir fast immer zu. Mir ist noch jetzt schleierhaft, wieso du sagtest wir seien nicht einer Meinung :-D

    Quote from "ursus carpaticus"

    Das Problem ist halt, dass in künstlerisch-ästhetischen Fragen eine plebiszitär-demokratische Herangehensweise auch nicht das Non-plus-Ultra sein kann (sonst offenbar auch nicht, wenn man sich alles so anschaut).


    Dieses Argument ist ja genau die von den Systemmedien verbreitete Propaganda: "dummes Volk würde nur rosa Plaste-Disneyland mit spießigen Türmchen bauen" et cetera. Das stimmt so natürlich nicht. Es mischen sich ja nicht nur "dumme" Leute wie wir ein, sondern Fachleute wie Prof. Dr. Magirius (ehem. Chef der Denkmalpflege), Prof. Dr. Neidhard, Birgit Lukas, Dr. Hertzig und zahlreiche andere, alle in der GHND vertreten.


    Bitte mal Postplatz und Neumarkt vergleichen: Der Neumarkt ist das Werk des "dummen Volkes", und der Postplatz das Werk der "intellektuellen Experten". Wenn ich beide Plätze vergleiche, muss ich ernsthafte Zweifel bekommen wer hier die Experten und wer die Scharlatane sind.


    Die GHND sind ja keine "rückwärtsgewandten Spinner" , wie die Systemmedien glauben machen wollen. Prof. Magirius hat sicher mindestens so viel Ahnung wie Prof. Glaser, ist aber nicht so sozialistisch verblendet wie er. Man kann also nicht sagen, dass "Demokratie" im Städtebau nur Entscheidungen einer dummen Masse bedeutet - es sind ja bei wichtigen Entscheidungen stets Fachleute involviert. Mit dem Unterschied dass die systemhörigen Fachleute sich aus Geld-oder Karrieregründen zur öffentlichen Lüge hinreißen lassen, und die systemunabhängigen eben nicht.


    Das Argument, die "Plebs" könne nicht entscheiden, greift demnach hier überhaupt nicht. Die eigentliche Plebs sitzt in den Chefetagen der Firmen und Konzerne, der Architektenbüros und im Dresdner Stadtrat. Oder will mir jemand erzählen dass Leute wie Nettekoven, Prisco oder Orosz etwas von Baukunst verstehen?

    Quote

    Die Lösung des Streits: Orosz fragt die Dresdner


    Statt der Pro-und-Kontra-Auseinandersetzungen schlägt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) einen wirklichen Austausch vor. Durch ihn soll Verständnis entstehen.



    Ich halte diese angebliche "demokratische Diskussion" für eine absolute Finte, ein Theater. Einfach mal die Worte der Hochfinanz-Marionette genau ansehen: "Verständnis soll entstehen". Allerdings will die Bevölkerung nicht dass "Verständnis", sondern ein Platz von europäischem Rang entsteht.


    Diese ganze neu aufflammende Diskussion kommt mir seltsam vor. Ich verfolge die "Gewandhaus"-Debatte (alleine der Name ist bewusst irreführend) schon seit Jahren. Mir drängt sich inzwischen der Eindruck auf, dass scheibchenweise die Bevölkerung "beruhigt" werden soll indem man plakativ eine "demokratische" Debatte inszeniert, eine "intellektuelle" Diskussion hier, eine weitere "sachliche" Erörterung dort (natürlich wieder mit "Experten" wie Glaser & Co.) , um dem Projekt einen auffällig "demokratischen" Anstrich zu verpassen - dann eine Weile warten, und wenn genügend Zeit vergangen ist kommt eine fadenscheinige Begründung warum das Areal doch bebaut werden müsse. Das war bei der Herbert-Fessenmayr-Brücke nicht anders. (Sorry ich verweigere Euphemismen). Diese "demokratischen" Diskussionen dienen auf keinen Fall einem demokratischen Entscheidungsprozess, der ist schon längst gelaufen: in dem GHND Bürgerbegehren von 2002 haben sich die Unterzeichner GEGEN das Cherethaus ausgesprochen. Hätten wir Demokratie, wäre das Thema längst abgehakt und die Sempersche Ladenfront würde stehen. Dass wir keine Demokratie haben, ist doch offensichtlich: Wenn der Hochfinanz das Ergebnis eines Bürgerbegehrens gefällt, wird es umgesetzt (ADAC-Brücke) - wenn es der Elite nicht in den Kram passt, wird es unter fadenscheinigen Begründungen einfach nicht anerkannt. So einfach läuft das.


    Es ist alles Propaganda und Theater von Politikern und Medien, die von den selben Machtgruppen gelenkt werden, und viele fallen noch heute darauf herein. Wieder werden Leute bei Podiumsdiskussionen sprechen (vor allem der zum Einschlafen langweilige Glaser mit seiner sozialistischen Verblendung) , wieder werden sich anschließend die Gegner vehement gegen die Verschandelung des Neumarkts durch Betonbunker aussprechen. Dann gehen sie nach Hause, und nichts ändert sich.


    Ich stelle mir wirklich die Frage warum mit einer solchen verbissenen Vehemenz ausgerechnet an diesem Areal festgehalten wird - bei allen anderen Arealen gab es zwar auch Streit (siehe Köllmannhaus in der Rampischen etc.), aber ein dermaßen zwanghaftes Festbeißen der Lobby gab es in dieser Form nicht. Äußerst seltsam.

    Quote from "Henry"

    Frau Töberich ist mir ob dieser Herangehensweise sehr sympathisch. Hoffentlich verkörpert sie eine neue Generation von Architekten.


    Henry, ohne Dir zu nahe zu treten, aber bist du sicher dass du weißt was du sagst? :) Es klingt tatsächlich anfangs so, als ob diese Dame eine der wenigen Architekten wäre die etwas begriffen haben. Leider entpuppt sich dies als fataler Trugschluss, wenn man den Entwurf betrachtet.


    Habt Ihr Euch mal angesehen, was diese Dame vorhat?



    http://www.sz-online.de/bilder…/gr_2431932_515955957.jpg


    Dagegen ist der Wilsdruffer Kubus ja noch qualitätvoll (mein ich ernst - aus gewissen Perspektiven).



    Sehr geehrte Baukünstlerin - was soll das? Das sind vier Kuben, ohne Fenster, ohne irgendwas - tot. Nicht mal Fenster! Mit Moos bewachsene Leichenhallen-Architektur. Diese Dame mag selber elegant aussehen - über ihren Entwurf kann man das leider nicht sagen. Diese vier primitiv-Kuben sehen exakt aus wie Luftschutzbunker, da hilft es auch nicht, sie mit Moos bewachsen zu lassen. Es ist mehr als traurig, was man mit Dresden macht!

    Quote

    Am Lennéplatz soll ja ab diesem Jahr das Architekten-Disneyland der Moderne enstehen, indem vor das wirklich qualitätvolle Blaue Haus von 1959 eine Reko des Kugelhauses gestellt werden soll. Hier schmarotzt ein Investor ohne große Kritik (im Gegensatz zum Neumarkt) an historischen Bauten und errichtet sie völlig willkürlich einige Kilometer vom Ursprungsstandort enfernt.
    Ansonsten soll der Lennéplatz in den nächsten Jahren um eine weitere architektonische Perle bereichert werden. Die Stadt plant direkt an der Kreuzung einen Schulhausneubau, der banaler kaum sein könnte. Aber dabei scheint es sich wohl um das allgemeine Niveau in Dresden zu handeln.


    rohdecan architekten gmbh - dresden


    Habe eben den Entwurf zum ersten Male gesehen. Ich wusste, dass dort wieder mal etwas krankes hinkommt. Ja, das ist krank. Morbide Architektur.


    Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Bürgerwiese nicht nur eine Wiese, sondern früher eines der schönsten Dresdner Villenviertel war....und was mich am meisten ärgert: Die, die das Morbide bauen, wohnen selber in Villenvierteln. Das ist unehrlich hoch zehn.

    Quote from "Vitruv"

    Sankt Petersburgers (Willkommen im Forum!) Sätze verraten immerhin ein geringes Maß an Selbstzensur, die inzwischen in der ganzen Medienwelt ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat. Zwar stimme ich seinen Ansichten nicht unbedingt zu, aber eine Diskussion aufgrund der Radikalität der vorgetragenen Thesen zu verweigern wäre der falsche Weg.


    Welche Ansichten meinst Du? Kernpunkt meiner Ansicht ist


      A) dass das, was uns "dummen" Bürgern als moderne Architektur verkauft wird, nicht modern ist,
      B) dass diese Art der Architektur dennoch ihre Berechtigung hat, allerdings nicht im von Ihr behaupteten Alleinvertretungsanspruch
      C) angeblich "moderne" Stadtplanung (besonders in Dresden) ein fataler Irrweg ist und
      D) heutige Stadtplanung nicht dem Allgemeinwohl dient, sondern rein eigennützig agierenden winzigen Minderheiten die zufällig enorme Macht besitzen durch ihre Finanzkraft - und nicht durch ihre Kompetenz in Städtebau (siehe Postplatz) und schon gar nicht durch ihre moralische Unfehlbarkeit. (siehe den stets erhobenen Zeigefinger "moderner" Architekten, ihre Stahl-Glas-Beton Kästen wären "ehrlich" und Reko wäre "unehrlich" etc.).


    Das ist so der Kern meiner Ansichten. So wie ich dich kenne, weichen wir hier nicht wesentlich voneinander ab.


    Was die Moderatoren betrifft, sie haben zwar mit einer gewissen Strenge durchaus Recht. Allerdings kann man alles übertreiben. Meine Begeisterung, hier wieder "zurück" zu sein, hält sich in Grenzen. (Damit bist aber nicht du gemeint Vitruv).


    Danke für den Willkommensgruß - ein Mensch mit Stil und Manieren.


    PS:
    Deine Idee des Petersburgers übrigens finde ich gut - sozusagen als Europäisches Gegenstück zur Dominanz der McDonaldisierung :-D

    Quote from "Stefanius"

    :ueberkopfstreichen:


    genau das Linde Haus , war natürlich viel schöner, als der Gallerie Anbau. Eine gamelige Freifläche natürlich besser als ein Hotel.......also das ehemalige prächtige DDR Dresden schwärm


    Wenn du bitte entschuldigen würdest - es ist schlicht unsinnig, eine unpassende Architektur durch eine noch schlimmere zu legitimieren.


    Über die Ramsch-Zeile mit Lindehaus brauchen wir nicht zu diskutieren, das finden wir alle genau so schlimm wie du. Und genau deswegen, weil dieser architektonische Abfall endlich wegkam, darf man sich ärgern dass hier für viel Geld wieder einmal eine Chance vertan. Die neue Häuserzeile hätte man mit minimalen Veränderungen urban adäquat gestalten können.


    Eine besonders abartige Entwicklung unter "modernen" Architekten sehe ich in diesen NWO-Fenstern, die nicht subjektiv unschön sind sondern faktisch einen ALDI-Kassenbon persiflieren. Wenn ich mir vorstelle, dass ich in einer Strichcode-Strasse mit Glasdach-Haltestelle und Kubus langlaufe, und nur wenige Meter weiter beginnt einer der schönsten historischen Stadtkerne Europas - dann stelle ich fest, dass diese NWO-Architektur jeglichen Kontext mit Elbflorenz absichtlich zerschmettert.


    Das Gebäude wäre auch mit normalen Fenstern keine Glanzleistung, aber diese unruhig-chaotischen Fensterzeilen sind inakzteptabel. Der einzige Grund ist, zu provozieren, das sieht man ihnen deutlich an. Keinerlei seriöse Intention dahinter.


    Der Architekt Peter Kulka, einer der Hauptakteure "modernen" Bauens in Dresden, hat uns dummen Laien erst vor wenigen Tagen öffentlich klargemacht wozu moderne Architektur letztendlich da ist, nämlich u.a. um zu "provozieren". Vor allem aber hat Kulka der dummen Bevölkerung, die ja keine Ahnung von Architektur hat, klargemacht warum wir moderne Architektur hässlich finden: Weil wir sie einfach nicht verstehen! Diese Oligarchie lebt in einem Elfenbeinturm, völlig getrennt von der Realität. Wenn die Dresdner nicht aufpassen, wird ihre Innenstadt in wenigen Jahren von der SED-Betonwüste zur BurgerKing-Betonwüste mutiert sein.



    http://www.bild.de/BILD/region…eine-centrum-galerie.html