Nachdem aktuelle Fotos vom Dresdner Baugeschehen in der Tat zunehmend zur Mangelware werden, will auch ich nach langer Zeit mal wieder für ein kleines Update sorgen...
Die hohen Geschosse der »Blobel-Bude« lassen das Gebäude ausgesprochen nobel und erhaben wirken. Der Kontrast der Geschosshöhen stört mich persönlich nicht; die geringen Geschosshöhen des benachbarten USD-Mittelbaus lassen Blobels Eckbau umso mächtiger wirken. Man mag über das Staffelgeschoss denken was man will; diesem Bau wird Bewunderung entgegen gebracht werden, da bin ich mir schon jetzt sicher.

Am Übergang zwischen der Blobel- und der USD-Architektur stört mich eigentlich nur, dass das Dach auf USD-Seite so unschön wegknickt. Ansonsten weist dieser Gebäudeteil auf den Passageneingang hin; das geht m.E. in Ordnung. Das Ganze ist einfach keine Reko — und will auch auch keine sein. Wenn man das einmal akzeptiert hat, kann man mit dieser Lösung Freundschaft schließen, finde ich.

Die Fassade springt nur im Bereich des künftigen Passageneingangs zurück; ansonsten schließen die Fassaden von „Au petit Bazar“ und dem USD-Zwischenbau auf gleicher Linie ab:



Zum Schluss noch ein Blick auf das Q V. Ich fand die bisherigen Visualisierungen des Investors KIB ja immer völlig irreführend, weil sie eine zum Platz hin ausgerichtete, diesen dominierende Architektur suggerierten. Statt dessen verschwindet sie in einer Gasse; die Fassadenwirkung entfaltet sich eigentlich nur zum Kulturpalast und zum Altmarkt hin, und in dieser Richtung finde ich sie völlig anmessen. Als störend empfinde ich nur das Flachdach. Aber wenn man bedenkt, dass es sich bei dem Q IV (Hotel de Saxe) um einen einzigen Flachdach-Komplex handelt, kann man bei diesem dezidiert zeitgenössischen Bauprojekt schon damit leben, finde ich...

Blick aus der Zentralbibliothek im Kulturpalast durch die Frauenstraße zum Neumarkt:

