Und das Sachthema waere? 
Aber um nochmal auf die Liste zurueck zu kommen:
- Abriß der Lindenstraße zwischen Gutenberg Str. und Hegelallee als
Verwirklichung der Abrissbeschlüsse der DDR im UNESCO-Welterbegebiet
noch 1990 / 1991
-- Tatsaechlich ein trauriger Verlust, aber aufgrund der ansonsten erhaltenen und restaurierten Substanz verschmerzbar. Die Gebaeude waren unbestritten in einem vernachlaessigtem Zustand.
- Abriß O&K Werk, (zu DDR Zeiten Karl-Marx-Werk) in Babelsberg ca. 1995
-- Nicht das gesamte Werk wurde abgerissen (s. Lok-Zirkus). Ansonsten bestand das Gelaende zumeist aus obsolet gewordenen lndustriebrachen.
- Abriß Standbahnhof Potsdam und RAW (das älteste zusammenhängende
Bahnausbesserungswerk Europas, 150 Jahre Industrie- und Baugeschichte)
1997 / 2007
-- Hier wurden im damaligen Potsdamer Groessenwahn tatsaechlich einige Fehler beim Abriss des Bahnhofs und vor allem bei der Neubebauung getan. Bzgl. des RAWs gilt hauptsaechtlich das gleiche wie beim O&K Werk. Auch hier wurden wenige Relikte belassen.
- Abriß / Entkernung der Speicherstadt 1993 / 2011 (300 Jahre
Baugeschichte, aus jedem Jahrhundert mindestens ein Speicher, der
älteste Wurde zuerst abgerissen)
-- Auch hier gilt, dass signifikante Gebaeude belassen wurden. Da die Grundrisse der Speicher eine andere Nutzung - ob Gewerbe oder Wohnungen - nahezu unmoeglich machen, ist eine Entkernung nun wirklich nichts anklagenswertes. Andererseits waere die Substanz vollends verloren gewesen.
Welche Persius-, Schinkel- und Schlueterspeicher, die sanierungswuerdig gewesen waeren, wurden denn abgerissen? Kenne nicht die Architekten eines jeden Gebaeudes der Speicherstadt/Schlachthof.
- Entkernung des Karstadt-Kaufhauses (Jugendstil) 2003
-- Warst Du mal im Horten drin nachdem (unter welchen Umstaenden auch immer) es ausgebrannt war? Das wichtigste ist, dass der Lichthof, wenn auch leicht versetzt erhalten blieb. Die alte Raumaufteilung und das ausladende Treppenhaus, nicht zuletzt der kleine Grundriss haetten eine zukuenftige Kaufhausnutzung unmoeglich gemacht.
- diverse Entkernungen in der 2. Barocken Stadterweiterung (besagtes UNESCO Welterbe) und der weiteren Innenstadt
-- Das die barocke Raumaufteilung in diesem Bereich nicht mit modernen Anforderungen der Einwohner und Gewerbetreibenden vereinbar ist, sollte einleuchtend sein. lch sehe hier keinen Frevel.
- Abriß Alter (1903) und bald auch Neuer (1930) Straßenbahnhof (man hat ja nun einen Nagelneuen auf der grünen Wiese
-- Von welchen Bahnhoefen sprichst Du hier? Einen "Strassenbahnhof" gibt und gab es meines Wissens nach nicht in Potse.
Das zeigt doch schon, dass die Aussage, dass Landesregierung und Stadtverwaltung "den großflächigen Abriss der Bauten, die die DDR mangels Ressourcen nicht durchführen konnte, nun zu vollenden" versuchen, nicht stimmt.
Zusammenfassend moechte ich noch sagen, dass ich hier gar nicht als Kontrapunkt auftreten moechte, aber es auch nicht verstehen kann, wie ein Abriss einer jeden lndustriebrache (drei davon sind oben vorgestellt) bis auf's letzte verteidigt wird. Die Gesellschaft und auch Architektur entwickelt sich weiter. ln jedem der angebrachten drei Beispiele wurden signifikante Reste belassen und zum Teil liebevoll saniert - dies muesste meiner Meinung nach auch einmal wertgeschaetzt werden, da es keine Selbstverstaendlichkeit in Zeiten von ROls ist.