Posts by PhilippK

    Habe das selbst gerade bei der PNN gelesen und mir schon gedacht, dass ich hier dazu was finde.
    lch bin geteilter Meinung - sicherlich liesse sich der Staudenhofkomplex in den historischen Stadtgrundriss integrieren, jedoch muessten dafuer ein paar Stockwerke fallen, das ganze Ding kernsaniert werden und entsprechend der historischen Parzellierung gestaltet werden. Wer das aber machen sollte bleibt mehr als fraglich. Wenn man die Kiste da stehen laesst, kann man das Gesamtensemble vergessen.


    Stimme im Uebrigen Saxonia zu, dass lnnenstadtwohnraum nicht zum Sozialwohnungspreis zu haben sein muss. Ja, Durchmischung der Quartiere ist richtig, aber nicht um jeden Preis. Dann lieber staatlich gefoerderter Wohnungsbau mit Mietzinsobergrenze. (Dazu auch ein interessantes lnterview mit Semmelhaak in der PNN - der windet sich wie ein schleswig-holsteinischer Fisch...;) )

    Das mit den Tunneln ist ja eine ehrbare Sache, aber beim Potsdamer morastigen Boden eher unwahrscheinlich. Wie man das statisch hinkriegen will, bleibt mir verschlossen. Der finanzielle Aspekt ist da noch nicht mal mit eingerechnet. Was Potsdam braucht ist diese verdammte ISES vom Strandbad Templin nach Pirschheide. Alles andere ist IMHO Mumpitz.


    Teile des "Altstadtkerns" in Potsdam (Brandenburger Str.) sind im Uebrigen verkehrsberuhigt. Dies koennte man ruhig bis Charlottenstrasse und Gutenbergstrasse sowohl ueber das Hollaendische Viertel mit angrenzendem Bassinplatz erweitern - auch die Friedrich-Ebert-Strasse sollte vom Nauener Tor bis zur Charlottenstrasse (bis auf den OPNV) fuer den Verkehr gesperrt werden. Der Alte Markt soll meines Wissens auch verkehrsberuhigt bleiben. Vielleicht gibt es eine Vorfahrt (durch die Humboldtstrasse) zum Palais Barberini, aber ich glaube kaum das hier viel Durchgangsverkehr geplant ist. Die Breite Strasse zu sperren geht aber per se nicht, da Potse sonst nur noch die Humboldtbruecke als Haveluebergang haette.

    Haben hier in Pittsburgh ein Hofbraeuhaus und es ist schrecklich. Nicht nur haben sie da einen billigen Pseudo - Brauhof hingestellt, nein, saemtliche Gaeste berufen sich dort auf ihre deutsche Herkunft und tanzen im Kollektiv zu nervtoetender Polka den Chickendance...schade, dass sowas jetzt auch ins preussische Kernland kommt.


    Als die vor 2 Jahren geoeffnet hatten, musste ich die Kellner erstmal auf die zahlreichen Rechtschreibfehler in derem Menue aufmerksam machen. Echt peinlich.


    Hofbräuhaus Pittsburgh

    Heute wurde in der Maerkischen Allgemeinen Zeitung berichtet, dass die ersten Mittel fuer die Sanierung der Schaeper Schinkel-Kirche bereit gestellt wurden.
    Das Dorf ist ein kleines Nest in der Naehe von Beelitz (ca. 25km sw von Potsdam) und die Kirche ist wirklich in einem bemitleidenswertem Zustand.


    Anbei ein paar Infos zu dem Projekt:
    "Schinkel-Kirche kann saniert werden - Bauen Geld für Turmhaube ist da" MAZ - 12.08.2011
    Homepage des Foerdervereins mit aktuellen Nachrichten und Ansichten


    Hier noch ein paar Bilder:

    Copyright: Beelitz - Herzlich Willkommen!



    Copyright: Beelitz - Herzlich Willkommen!

    Vielen Dank fuer die Erlaeuterung, so kann ich es mir sparen diesen "Bloedsinn" zu erklaeren. Aber was dann hier als "neoliberale Fantasterei" herhalten muss, ist grundsaetzlich doch wieder nur Neid...

    Mir zumindest nicht bekannt. Zuerst ging es wohl um die Betreiberkonzepte (und natuerlich ums liebe Geld). Nun sollen Kaufvertraege mit zT strengen Auflagen festgezurrt werden. Kann man nur hoffen, dass die Stadt das weder vergeigt noch sich ueber den Tisch ziehen laesst.


    Bei einigen Gebaueden bedarf es ja keiner "Entwuerfe", da zumindest die Fassaden, beim Palast Barberini auch die Innengestaltung, historisch erfolgen soll. Beim ehemaligen Palasthotel und den drei ehemaligen einfachen Buergerhaeusern an der Brauerstrasse wird es hingegen interessant. Ich hoffe auf ein paar dezente Patschkes o.Ae.

    Dann haben wir die Loesung gefunden. ;)
    Obwohl das auch nur die halbe Wahrheit ist. Bei wirklich denkwuerdigen Gebaeuden sehe ich den Denkmalschutz in jenem Sinne als absolut relevantes Mittel. Das kann aber nicht bei jedem Profanbau gelten, nur weil er alt ist.

    Du wirst mir zu aufbauschend und persoenlich, da steige ich aus. Muss hier ja nicht im Zank enden.


    Eine Sache aber noch hinterher geschoben: Ich habe durchaus ein anderes Architektur- und Denkmalverstaendnis als Du. Fuer mich zaehlt es, dass eine historische Struktur auch in der Zukunft einen Sinn und einen Nutzen hat. Dementsprechend muessen auch historische Gebaeude umgebaut werden, um modernen Anfordernissen gerecht zu werden. Ein 150 Jahre altes Warenhaus entspricht naehmlich nichtmehr modernen Begebenheiten. Ein alter Ringlokschuppen mit Drehschreibe wird heute eben nicht mehr benoetigt und kleine, einzelne Geschaefte mit minimaler Lagerkapazietaet passen naemlich nicht mehr in das Konzept der Filialisten.


    Um historische Gebaeude ueberleben zu lassen - und sei es nur die Huelle - habe ich absolut gar nichts gegen eine Umstrukturierung der inneren Begebenheiten des Gebaeudes. Denkst Du das war frueher anders? Schon immer wurden Gebaeude umgebaut um sie dem jeweiligen zeitgenoessischen Geschmack gerecht bzw. nutzbar zu machen.


    Ganz konkretes Beispiel: Ich komme urspruenglich von einem kleinen Dorf aus der Naehe von Beelitz. Unser Gehoeft steht dort seit 1837 und wurde seitdem zahllose Male umgebaut, angebaut, abgerissen und wieder umgebaut. Wir haben aus dem Rinderstall die Traenken rausgerissen, den alten Ruebenkeller verfuellt und den Stall sammt Heuboden zu Bueros ausgebaut. Im Haus wurden die alte Backstube und das Waeschetrockenzimmer nebst der alten Raeucherkammer zu Gaestezimmern und einem weiteren Bad ausgebaut. Die zwei Maegdezimmer und die Kutscherstube wurden zusammen gefasst, um einen grossen Raum fuer Familienfeiern zu haben.
    In deinen Augen mag das jetzt alles (und es sind nur ein paar Beispiele) Frevel sein, aber um das Gehoeft weiterhin nutzen zu koennen und lebenswert zu gestalten, sind solche Eingriffe einfach mal notwendig.


    Zeiten aendern sich und so aendern sich auch Gebaeude.

    Und das Sachthema waere? ;)


    Aber um nochmal auf die Liste zurueck zu kommen:


    - Abriß der Lindenstraße zwischen Gutenberg Str. und Hegelallee als
    Verwirklichung der Abrissbeschlüsse der DDR im UNESCO-Welterbegebiet
    noch 1990 / 1991
    -- Tatsaechlich ein trauriger Verlust, aber aufgrund der ansonsten erhaltenen und restaurierten Substanz verschmerzbar. Die Gebaeude waren unbestritten in einem vernachlaessigtem Zustand.



    - Abriß O&K Werk, (zu DDR Zeiten Karl-Marx-Werk) in Babelsberg ca. 1995
    -- Nicht das gesamte Werk wurde abgerissen (s. Lok-Zirkus). Ansonsten bestand das Gelaende zumeist aus obsolet gewordenen lndustriebrachen.



    - Abriß Standbahnhof Potsdam und RAW (das älteste zusammenhängende
    Bahnausbesserungswerk Europas, 150 Jahre Industrie- und Baugeschichte)
    1997 / 2007
    -- Hier wurden im damaligen Potsdamer Groessenwahn tatsaechlich einige Fehler beim Abriss des Bahnhofs und vor allem bei der Neubebauung getan. Bzgl. des RAWs gilt hauptsaechtlich das gleiche wie beim O&K Werk. Auch hier wurden wenige Relikte belassen.



    - Abriß / Entkernung der Speicherstadt 1993 / 2011 (300 Jahre
    Baugeschichte, aus jedem Jahrhundert mindestens ein Speicher, der
    älteste Wurde zuerst abgerissen)
    -- Auch hier gilt, dass signifikante Gebaeude belassen wurden. Da die Grundrisse der Speicher eine andere Nutzung - ob Gewerbe oder Wohnungen - nahezu unmoeglich machen, ist eine Entkernung nun wirklich nichts anklagenswertes. Andererseits waere die Substanz vollends verloren gewesen.
    Welche Persius-, Schinkel- und Schlueterspeicher, die sanierungswuerdig gewesen waeren, wurden denn abgerissen? Kenne nicht die Architekten eines jeden Gebaeudes der Speicherstadt/Schlachthof.



    - Entkernung des Karstadt-Kaufhauses (Jugendstil) 2003
    -- Warst Du mal im Horten drin nachdem (unter welchen Umstaenden auch immer) es ausgebrannt war? Das wichtigste ist, dass der Lichthof, wenn auch leicht versetzt erhalten blieb. Die alte Raumaufteilung und das ausladende Treppenhaus, nicht zuletzt der kleine Grundriss haetten eine zukuenftige Kaufhausnutzung unmoeglich gemacht.



    - diverse Entkernungen in der 2. Barocken Stadterweiterung (besagtes UNESCO Welterbe) und der weiteren Innenstadt
    -- Das die barocke Raumaufteilung in diesem Bereich nicht mit modernen Anforderungen der Einwohner und Gewerbetreibenden vereinbar ist, sollte einleuchtend sein. lch sehe hier keinen Frevel.



    - Abriß Alter (1903) und bald auch Neuer (1930) Straßenbahnhof (man hat ja nun einen Nagelneuen auf der grünen Wiese
    -- Von welchen Bahnhoefen sprichst Du hier? Einen "Strassenbahnhof" gibt und gab es meines Wissens nach nicht in Potse.


    Das zeigt doch schon, dass die Aussage, dass Landesregierung und Stadtverwaltung "den großflächigen Abriss der Bauten, die die DDR mangels Ressourcen nicht durchführen konnte, nun zu vollenden" versuchen, nicht stimmt.


    Zusammenfassend moechte ich noch sagen, dass ich hier gar nicht als Kontrapunkt auftreten moechte, aber es auch nicht verstehen kann, wie ein Abriss einer jeden lndustriebrache (drei davon sind oben vorgestellt) bis auf's letzte verteidigt wird. Die Gesellschaft und auch Architektur entwickelt sich weiter. ln jedem der angebrachten drei Beispiele wurden signifikante Reste belassen und zum Teil liebevoll saniert - dies muesste meiner Meinung nach auch einmal wertgeschaetzt werden, da es keine Selbstverstaendlichkeit in Zeiten von ROls ist.

    Ich muss Breslau06 uneingeschraenkt Recht geben.


    Der User "Luftpost" versteift sich absolut auf die in seinen Augen negativen Aspekte der Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte. Selbst obige Liste ist doch zum Teil nur ein schlechter Witz.
    Kaum jemand in Potsdam oder auch anderswo erwartet eine 100%ige Wiederherstellung der alten historischen Mitte. Wir leben schliesslich nicht mehr im 17./18. Jahrhundert, sondern im Jahre 2011. Daher ist es nur logisch, dass bsplw. eine Strassenbahn in den Umplanungen der Potsdamer Mitte integriert wird und nicht jeder alte Schuppen (s. RAW oder Speicherstadt) erhalten bleibt.


    Ja, dabei geht hin und wieder - manchmal sicherlich auch mutwillig - historisch wertvolle Bausubstanz den Bach runter, aber ansich kann man mit der derzeitigen Stadtregierung noch zufrieden sein, da sie sich darauf festgelegt hat, im groben Rahmen die Potsdamer Innenstadt wieder aufleben zu lassen.


    Wuerde man eine konsequente und kompromisslose Linie wie von Luftpost gefordert und bsplw. von den Gruenen und der FDP im Stadtparlament verteten durchsetzen, wuerde dies nur in die Haende des Gegners eines historischen Wiederaufbaus auch nur eines Gebaeudes spielen - der Linken. Von daher sind die Kompromissloesungen, die in Potsdam gefunden werden, mehr als in vielen anderen deutschen Staedten ueberhaupt erreichbar waeren. Luftposts Gejammer ist dementsprechend auch auf sehr hohem Niveau.

    Riccardo:
    Woher weisst Du, dass mehr genutzt werden koennte? Hast Du einen so guten Einblick in den, Ueberblick und die bau- und kunsthistorische Kenntnis ueber den entsprechenden Katalog?
    "Haette" wuerde so oder so erst zutreffen, wenn der Bau steht. Das sind bisher doch eh zum groessten Teil nur Schaetzungen.

    Bin die Tage jetzt schon ein paar mal vorbei gefahren. Der Schinkelspeicher wurde schon saniert und sah in Ordnung aus. Ganz schoen geleckt, aber das ist vielleicht auch noch der Unterschied zu der anderen Bausubstanz. Am Persiusspeicher stehen jetzt Gerueste und es sieht so aus, als wenn dort langsam losgelegt wird.
    Der Boehlckespeicher befindest sich im Endstadium der Sanierung. Wie sich da ein ganzes neues Stadtviertel eingliedern soll, wird spannend. Ich hoffe, es wird nicht so eine billige Investorenarchitektur wie auf dem gegenueberliegenden RAW-Gelaende...

    Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Aber vielleicht ist Dir auch entgangen, dass seit der Schröder-Ära ein Kulturstaatsministeramt eingerichtet wurde. welches momentan Bernd Neumann inne hat.


    Nein, ist es mir nicht. Kultur ist qua Grundgesetz grundsaetzlich (noch) Laendersache. Daher heisst der "Kulturstaatsminister" auch nicht offiziell so, sondern "Staatsminister beim Bundeskanzler" und (dies vor allem, da praeziser) "Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien". Seine Aufgaben - und da gebe ich dir mit dem zahnlosen Tiger Recht - beziehen sich auf die wenigen nationalen Kulturbelange, wie bsplw. DHM, Nationalbibliothek oder Bundesarchiv.
    Man muss aufpassen, dass man Staatsminister nicht mit dem ordinaeren Minister vertauscht - die Titel sind grundverschieden.


    Heimdall: Ich sehe das jedem nach, egal ob deutsch oder auslaendisch - es ist ja letztens auch egal, nur aergerlich, wenn Halbwissen oder Unwissen verbreitet wird. Daher habe ich ja auch rein sachlich darauf hingewiesen.