Posts by Ein_Hannoveraner

    die "Antennen" sind übrigens Telefonleitungsträger, die früher zunächst noch überall als Freileitungen kreuz und quer über die Häuserblöcke geführt wurden (relativ dünne Drähte, daher nicht/ schwer zu erkennen). Habe ich schon auf vielen historischen Fotos gesehen. Deshalb hatten Postgebäude auch oft Türme mit großen Öffnungen - dort liefen die Leitungen zusammen und waren an den Vermittlungsstellen angeschlossen.

    Dann mal offtopic:

    Es gab in jeder Stadt ein gut organisiertes Feuerwach- und Löschwesen. In Hannover z. B. mit einer ständigen Turmwache auf dem Marktkirchturm sowie Nachtwächtern. Bei Ausbruch eines Brandes wurde vom Turmwächter die Feuerglocke (mit besonders schrillem Klang) geschlagen und am Turm in Richtung des Brandes ein codiertes Licht- (nachts) bzw. Flaggensignal (tagsüber) gesetzt. Dadurch war für jeden Stadtbewohnbar erkennbar, wo genau ein Brand ausgebrochen war (Straßenabschnitt bzw. Block). Jeder Haushalt musste mindestens einen Ledereimer zur Brandbekämpfung vorhalten und bei Ertönen der Feuerglocke zur Brandstelle eilen, dann wurden die bekannten "Eimerketten" zur nächsten Wasserentnahmestelle bzw. Brunnen gebildet. Die Brunnen und - über hölzerne "Pipen", also Röhren - aus dem Fluss Leine mittels eines Wasserrades gespeisten Wasserentnahmestellen mussten regelmässig durch dafür angestellte Wärter überprüft werden. Ein Versagen aufgrund mangelnder Wartung wurde mit drastischen Strafen geahndet. Es gab ab Anfang des 18. Jahrhunderts auch erste, handbetriebene Spritzenwagen, die natürlich weit effizienter arbeiteten als ausgeschüttete Eimer... War ein Brand schwer unter Kontrolle zu bringen, so wurden kurzerhand die Nachbarhäuser eingerissen, um Brandschneisen herzustellen. Dafür gab es für die Hauseigentümer Entschädigungen von der Stadtverwaltung, wogegen die Brandschäden selbst ab Mitte des 18. Jahrhunderts meistens von der Landschaftlichen Brandkasse versichert waren (anderenorts auch "Feuersozietät" genannt).

    Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden dann die Berufsfeuerwehren in den Städten - in Hannover 1880, davor gab es bereits Freiwillige Spritzenmannschaften - die Feuerwehr wurde dann zunächst über öffentliche Feuermelder benachrichtigt, später dann über Telefon. Der Wächterdienst auf dem Marktkirchturm endete erst 1906.

    Die Feuerwehren verfügten zunächst über von Pferden gezogene Dampfspritzenwagen, Hannover erhielt dann 1902 den ersten automobilen Feuerlöschzug der Welt (übrigens moderner als heute - mit Elektroantrieb!).

    Es gab Anfang Oktober eine Ausstellung, an der Künstler aus dem Rechenzentrum beteiligt waren. Am 3. Oktober gab es Führungen durch die Ausstellung, die in drei Etagen aufgebaut war. Ich hatte das Glück, im Rahmen meiner dritten diesjährigen Berlin/Potsdam-Kurzreise zufällig 5 Minuten vor Beginn einer Führung an der Baustelle einzutreffen und es war noch ein Platz frei, "nebenbei" war natürlich viel Gelegenheit, den inneren Rohbau zu bestaunen... die künstlerischen Beiträge fand ich überwiegend ganz gut gelungen, die "gotischen Fenster" aus Sperrholz und bemalten Bauplanen in den eigentlich barocken Fensterhöhlen fand ich sogar ganz witzig...

    Weiß ein Forist ,wieviel Meter der Turm in etwa ist?Hat er die 25 Meter überschritten?

    Die am Freitag, dem 13.11. betonierte Decke hat eine Höhe von 26,20 m (Oberkante) über dem Bodenniveau des Erdgeschosses. Quelle: Planzeichnung (Turmschnitt) im Spendenflyer für Treppenstufen, Stiftung Garnisonkirche Potsam 2019

    Innenaufnahme der Glockenstube im Campanile der Friedenskirche beim Läuten:

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    Hier können die Glocken der Friedenskirche einzeln odere beliebig kombiniert geläutet angehört werden:

    https://createsoundscape.de/ht…=68122&m=29976&tab=detail

    (nach unten scrollen...)


    Das Geläut ist besonders wertvoll, da alle vier Glocken noch von der Erstausstattung 1849 stammen und beide Weltkriege überstanden haben. Viele anderen Glocken und Geläute des 19. Jahrhunderts wurden dagegen 1917 oder 1942 für die Kriegswaffenproduktion beschlagnahmt und eingeschmolzen (die in der Glockenbronze enthaltenen Metalle Kupfer und Zinn wurden z. B. zur Produktion von Geschosshülsen benötigt).

    Mit dem Gitterchen wird dann allerdings rechtlich eindeutig ein nichtöffentlicher Bereich markiert. Ein Betreten dieses Bereiches könnte dann als Haus- bzw. Landfriedensbruch geahndet werden. Sollten dann zukünftig "Übertretungen" stattfinden, könnte das Denkmal z. B. durch Bewegungssensoren mit akustischem Alarm oder durch eine Videoüberwachung als Abschreckung gesichert werden, je nach Sicherungsrelevanz auch mit Meldeverbindung zu einer Polizeiwache oder einem Sicherheitsdienst. So werden z. B. größere Bereiche um wertvolle Altarbilder gesichert, um die Kirchen auch ohne ständige Aufsicht öffnen zu können.

    Ja, das ist der veröffentlichte Planungsstand. Am Pfingstmontag ergab sich anlässlich eines Besuchs - mit Glocken- und Orgelinteressierten Bekannten - in Potsdam ein Gespräch mit einem Mitglied der Planungskommission für das Glockenspiel und das Geläut. Dabei kam heraus, dass für das Geläut nun eine g° statt einer g' geplant sei, um dem Stadtgeläut der Innenstadt Potsdams ein tieferes Fundament zu geben. Also g° b° c' es' - das wäre dem wuchtigen Turm durchaus angemessen, und Platz ist genug da - die beiden langgestreckten oberen massiven Turmgeschosse sind bis auf den Aufzug und die Treppe komplett hohl - ohne Zwischendecke - geplant, was ja resonanztechnisch gesehen auch nicht ganz unkritisch sein wird...

    Im Bezug auf das Turminnere? Oder im Bezug auf ein hypothetisches Schiff?

    Gab es früher eigentlich jenseits des Glockenspieles einen Glockenstuhl mit großen Glocken?

    Erst im April/Mai 1939 erhielt der Turm der Garnisonkirche erstmals ein schwingendes Geläut, bestehend aus vier Glocken mit den Schlagtönen as° c' es' und f', Gewichte 6.628 kg, 3.116 kg, 1.805 kg und 1.200 kg ( Gießerei Schilling in Apolda). Vorher wurde seit 1857 ein spezieller Mechanismus verwendet, mit dem drei der Glockenspielglocken in einer Weise mit Hämmern angeschlagen wurden, dass damit ein Geläut imitiert werden sollte. Dieser Mechanismus musste von einem Wärter per Handkurbel bedient werden. ( Quelle: Andreas Kitschke: Die Garnisonkirche Potsdam - Krone der Stadt und Schauplatz der Geschichte. be.bra Verlag Berlin 2016) - Ich habe Hintergrundinformationen, dass die vorgesehenen neuen Glocken sogar noch tiefer klingen werden als das Geläut von 1939 - sofern genug Spenden eingehen...

    Den Fotos nach zu urteilen, die ich im Oktober 2016 vom Probeaufbau der Südostbekrönung aufgenommen habe, müssten es Sandsteinplatten sein.

    Probeaufbau Garnisonkirche Potsdam 2016

    Probeaufbau Garnisonkirche Potsdam 2016

    Probeaufbau Garnisonkirche Potsdam 2016

    Ganz nebenbei ist hier auch die Ursache zu sehen, warum an der Attika der Südostecke manche Steine nun dunkler erscheinen, sie wurden von diesem Probeaufbau wiederverwendet. Die helleren Steine dazwischen ersetzten vermutlich jene, die beim Abbruch des Probeaufbaus zu stark beschädigt wurden, oder aber einer etwaigen Qualitätsprüfung vor dem jetzigen Wiedereinbau nicht genügten.