Posts by Helmut

    Quote from "erbsenzaehler"

    Schon richtig. Ich setze da viele Hoffnungen in die schwarzgelbe Regierung, die bitteschön ab September das Ruder übernimmt. Die Große Koalition war in keinster Weise handlungs- und reformfähig, das wird sich ändern. Allerdings wird die BRD auch sehr an den Aufwendungen der Konjunkturpakete zu knabbern haben. Aber sicher bringt die FDP mal etwas frischen Wind in dieses verstaubte Kabinett!


    Und? Bist du nun zufrieden mit dem Lüftchen, welches die FDP ins Kabinett gebracht hat? :augenrollen:


    Ob sich die holde Maid von dem braven Ritter aus dem fernen Nürnberg bis nach Dresden hat geleiten lassen? Zumindest ziert die Kutsche ein Wappen der fränkischen Reichsstadt! ;-)


    Auch von mir vielen dank für die Bilder!

    Quote from "thommystyle™"

    Greding, gehörte genauso wie Berching und Beilngries zum Hochstift Eichstätt das hat sich sicher auch in der Architektur niedergeschlagen.


    In Greding ist auf jeden Fall schon ein fränkischer Einschlag zu hören, während in Berching oberpfälzisch und in Beilngries ein etwas abgemildertes oberpfälzisch gesprochen wird


    Danke für die Antwort! Ich hatte mich nur gewundert, dass Greding als mittelfränkischer Ort so ganz anders anmutet – so zumindest mein Eindruck - als z.B. Hersbruck oder Lauf im Nürnberger Land. Von Amberg aus Richtung (Mittel)-Franken ist Hersbruck das erste Städtchen - sehr sehenswert übrigens – aber schon mit einer erkennbar anderen Erscheinung als die historischen Stadtkerne in der Oberpfalz!


    Quote from "Zeno"

    Moanst, unsre Norddeutschen verstengan di? :lachentuerkis:
    Da muss man ja in Greding schon langsam aufpassen, ob die uns überhaupt noch verstehen.


    Is scho recht!

    Quote from "rakete"

    aber auch als nicht-leipziger kann man froh darüber sein, dass die fördergelder in dieser kleinen, überschaubaren stadt sinnvoll investiert werden.


    Nun, das ist natürlich vor allem eine Frage der Perspektive. Von Berlin, Hamburg oder auch von München aus betrachtet, wirkt Leipzig wohl tatsächlich überschaubar. Aber neben diesen drei Millionenstädten, fällt mir jetzt keine weitere deutsche Stadt ein, neben der Leipzig unbedingt klein und überschaubar wirken würde.


    Quote

    urbanität fernab von touri-trampelpfaden


    Eben, (mein) Leipzig lob ich mir!
    Es ist nun gerade diese Urbanität, manifestiert u.a in Straßenzügen wie der Karl-Liebknecht- oder der August-Bebel-Straße etc., welche mich schon bei meinem ersten Leipzig-Besuch 1995 faszinierte.


    Quote

    - wo gibt es das sonst im osten?


    Und wo im Westen?

    Quote from "Klassiker"

    Helmut. Einig, aber Berlin hat doch noch immer Potential.


    Wenn das dann alles da steht kann Berlin DOCH bestimmt mit Leipzig konkurieren.


    ;-) Deswegen schrieb ich ja auch von Leipzig als schönster deutscher Stadt ihrer Größe. Dass Berlin noch immer Potential hat, ist unbestritten und ohne, dass ich näheres über die von dir aufgeführten Projekte weiß, klingen sie doch sehr interessant!


    Quote from "Reikianer"

    Spacecowboys Bilder dieser kleinen überschaubaren Stadt ...


    Ich vermute mit klein und überschaubar meintest du nicht die gesamte Stadt sondern lediglich die Leipziger Innenstadt, welche tatsächlich überschaubar aber immerhin als geschlossene Innenstadt auch wahrnehmbar ist!


    Hinzufügen möchte ich, dass ich zu jenen gehöre, die an beiden sächsischen Metropolen Gefallen finden.

    Ich finde die Marktgalerie für einen Neubau durchaus gelungen! Ganz im Gegensatz zu den "Galeria-Kaufhof" oder dem Petersbogen!


    So oder so ist Leipzig für mich die schönste deutsche Stadt ihrer Größenordnung und hat nach wie vor enormes Potential.

    Quote from "ursus carpaticus"

    Hm, ich weiß nicht, ob ich Augsburg mögen würde.
    Irgendwie hab ich in meiner Jugend genug solche Städte über mich ergehen lassen, und will mir heute eigentlich nur mehr angenehme, schöne ansehen, von denen es ja nach wie vor genug gibt.
    irgendwie ist dieser inferiore Wiederaufbau unerträglich, ich kann das nicht mehr sehen...

    ( http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?p=97968#p97968">viewtopic.php?p=97968#p97968)


    Da muss ich beipflichten. Obwohl ich das heutige Augsburg nicht wirklich kenne und mir die einstige herausragende Positon dieser Stadt durchaus bewusst ist, hatte diese Stadt bei mir bisher kein allzu grosses Ansehen, in Hinblick auf ihre Strahlkraft als grosse Stadt innerhalb Bayerns. Meiner Einschätzung nach haben Regensburg und auch Würzburg, beide nur halb so gross wie die bayerisch-schwäbische Metropole, in Punkto Flair und Lebensqualität deutlich die Nase vorn. Mag vielleicht daran liegen, dass Augsburg sich im Schatten Münchens befindet und dorthin kreatives Potential verliert, zumal auch Stuttgart nicht weit entfernt ist.

    Bei der Durchsicht der hier geposteten Bilder blitzt hie und da die einstige Pracht und Grösse auf, allerdings ist die Häufung uninspirierter Nachkriegsarchitektur höchst ärgerlich und lässt mich daher ein wenig indifferent dieser Stadt gegenüber.



    Moderationshinweis (Zeno):
    Fundstelle des Zitats aufgenommen, um infolge der Umordnung von Beiträgen verlorengegangene Bezüge wiederherzustellen

    Schöne Bilder. Obwohl ich noch nie dort war, wirkt das Städtchen sehr vertraut, d.h. oberpfälzisch auf mich. Berching und auch Beilngries, bis 1972 Oberpfalz und seither Oberbayern, sind ja nicht weit entfernt. Mich würde mal interessieren wie die Leute dort sprechen!

    Kindvon2dresdnern:
    Gut hätten wir das also geklärt. Demnach sind wir beide branchenfremd unbedarft aber auch unvoreingenommen in Sachen Architektur. ;-)


    spacecowboy:
    Persönlich würde ich zwar niemals von verbohrten Rentnern sprechen, wenn diese nicht so ohne weiteres ihr Heim aufgeben wollen, allerdings begrüsse ich auf jeden Fall den Abriss der Platten am Brühl!


    Die von dir aufgezählten positiven Aspekte zu den Höfen am Brühl klingen alle recht schlüssig und sicherlich ungewöhnlich „vielschichtig“ für ein Einkaufszentrum. Einerseits erscheinen mir die Höfe auf den Visualisierungen doch arg klobig und „fett“ und andererseits bin ich dennoch davon überzeugt, dass mit der Realisierung und der Schliessung der Brache die Innenstadt weiter aufgewertet wird.


    Aber ist es denn jetzt endlich in trockenen Tüchern, dass die Höfe tatsächlich so gebaut werden?
    Zuletzt vernahm ich etwas von einem Baubeginn erst im nächsten Jahr!

    Quote from "rakete"

    alles in allem - und auch trotz aller fehlentscheidungen und geplatzter blasen - steht die stadt heute besser da, als man es vor 20 oder auch vor 10 jahren für möglich gehalten hätte. ganz konkret: es gibt im osten keine lebendigere innenstadt. und das ganz ohne - mehr oder weniger gelungene - kopien von im krieg zerstörten gebäuden.


    Gewiss hat sich Leipzig seit der Wende prächtig entwickelt und verfügt wohl tatsächlich über die lebendigste Innenstadt aller ostdeutschen Städte. Aber man muss diesbezüglich auch die Relationen sehen, denn Leipzig ist einerseits die einwohnerstärkste Stadt der neuen Bundesländer und wurde zudem am wenigsten im Krieg zerstört. Hingegen müssen Städte wie Chemnitz, Magdeburg aber auch Dresden erst mal wieder Stadtzentren schaffen. Es ist demnach kein allzu großes Kunststück wenn Leipzig womöglich über die attraktivste Innenstadt im Osten verfügt.


    Quote from "rakete"

    altes bewahren, störendes beseitigen und neues hinzufügen - dieser Ansatz hat sich bewährt. und er wird sich auch in zukunft bewähren.


    Dieses bewahren, beseitigen, hinzufügen sollte allerdings gemäß bestimmten Qualitätsstandards erfolgen. Manche Neubauten wie die Marktgalerie (Breuninger) können überzeugen aber einige wiederum auch nicht, zum Teil auch ganz und gar nicht. Vom der Galeria-Kaufhof denke ich tatsächlich, dass diese mich nicht allzu lange überleben wird.


    Natürlich steht die Funktion und die Aufwertung und Belebung der Innenstadt und anderer Stadtquartiere im Vordergrund bei der Errichtung neuer Gebäude. In diesem Zusammenhang sind z.B. der Uni-Neubau und die Erweiterung des Campus der HTWK zu begrüßen, allerdings weisen beide Projekte deutliche Schwächen in der äußeren Wahrnehmung auf.


    Quote from "Kindvon2dresdnern"

    Denk_mal
    Eigentlich alle Leipziger im Alter zwischen 20 und 40, die ich gesprochen habe, sind der Meinung, dass ein "Disneyland" a la Dresden doch kein Mensch braucht.


    Aha, wenn dem so ist, dann erübrigt sich ja jede weitere Diskussion. Ein Architekturstudent oder junger Architekt, so nehme ich an, hat Kommilitonen, Professoren, Architekten und Bekannte „wertneutral“ befragt, ob sie der Auffassung wären, dass die Stadt ein „Disneyland a la Dresden“ benötige. Diese Frage wurde ganzheitlich und sicherlich keineswegs überraschend von diesem Personenkreis verneint und somit ist für den Fragesteller im Umkehrschluss jede Diskussion über mögliche Rekonstruktionen einzelner Leitbauten obsolet.

    Also die Visualisierungen des Katharinenwinkels sehen tatsächlich einigermaßen viel versprechend aus! (im Gegensatz freilich zum stadtgeschichtlichen Museum)


    Gibt es denn für die noch fehlenden Winkel bereits Entwürfe, bzw. etwaige Vorgaben seitens der Stadt?

    Quote from "LE Mon. hist."

    Und warum gerade erste Hälfte 20. Jh.? Warum nicht um 1200, um 1500 oder nach dem Dreißigjährigen Krieg, vor den gewaltigen Umbauten des Historismus und der Gründerzeit?


    Nun ich bin gewiss nicht berufen hierzu eine profunde Antwort zu geben. Dafür sind andere weitaus qualifizierter und Argumente zu dieser Thematik wurden sicherlich in wiederkehrenden Abständen rauf und runter diskutiert.


    Mir ist durchaus bewusst, dass Ihre Frage, sagen wir ein wenig überspitzt formuliert ist. Selbstverständlich hat niemand ein Interesse mittelalterliche Museumsdörfer zu rekonstruieren. Leipzig hatte um das Jahr 1200 ca. 500 Einwohner, um 1500 ungefähr 9000 usw. Dies verdeutlicht, dass diese Versionen von Leipzig wenig bis nichts zu tun haben, mit der heutigen Stadt. Im Gegensatz hierzu steht die Übereinstimmung mit der Stadt von vor z.B. 70 Jahren.


    Generell, so möchte ich anfügen, hat Europa seine größte Entfaltung und auch Bedeutung (wirtschaftlich, politisch, kulturell) eben im ausgehenden 19. und frühen 20. jahrhundert erreicht. Insbesondere in Deutschland kam es in dieser Zeit zu einer bis dato nicht erreichten Bautätigkeit.


    Im 2. Weltkrieg haben dann fast alle größeren deutschen Städte enorme Verluste hinsichtlich ihrer gewachsenen Bausubstanz hinnehmen müssen. Das was dann anschließend in Ost und West an Neubauten entstand war oftmals aus der Not heraus geboren Wohnraum zu schaffen, bzw. auch einem mitunter ideologisch motiviertem Modernismus geschuldet, unbedingt mit Traditionen zu brechen und in neue Zeiten aufbrechen zu wollen, oder einfach nur um autogerechte Städte zu konstruieren.


    Aber schon in den ausgehenden 70ern begann man verstärkt historische Substanz in deutschen Innenstädten (zumindest in Bayern) als schützenswert zu erachten. Man geht heute behutsamer mit gewachsener Bausubstanz vor als es jemals der Fall gewesen ist und es hat sich gewissermaßen bereits ein Dogmenwechsel vollzogen über die Notwendigkeit zur Erhaltung historischer Gebäude.


    Leipzig hatte im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten geringere Zerstörungen zu verzeichnen und kann sich somit glücklich schätzen über den Erhalt eines großen Teils seiner Gründerzeitviertel und auch historischer Häuser in der Innenstadt. Andere Städte wurden komplett ihrer Struktur und ihrem Stadtbild beraubt. Um solchen Städten wieder einen Teil ihrer Seele zurück zu geben und um sie lebenswerter zu machen, würde ich mich für den Wiederaufbau einzelner, zu definierenden Leitbauten aussprechen.


    Der Umstand, dass Leipzig bundesweit zunehmend als schöne und lebenswerte Stadt wahr genommen wird ist gewiss nicht den Bauten seit Kriegsende inklusive der Nachwendezeit geschuldet. Persönlich würde ich sicherlich auf keinen Fall so an dieser Stadt hängen, wenn z.B. nur ein fünftel der Vorkriegsbebauung den Krieg überstanden hätte und der Rest mit DDR-Bauten und Nachwendebauten aufgefüllt wäre!


    Dies hat etwas mit emotionaler Bindung an ein Stadtbild zu tun. Als ich 2004 im französischen Fernsehen einen Bericht über die Frauenkirche sah - wenn ich mich noch richtig erinnere wurde wohl das Kreuz auf die Kuppel gehievt - jedenfalls werde ich nie vergessen wie mich der Anblick der aufgebauten Frauenkirche berührt hat!

    Quote from "DrZott"

    Beim Thema "Rekonstruktion" ist es selbtsverständlich zu fragen, WELCHES Jahrhundert man rekonstruiert


    Nun ich denke, dass die Antwort einfach - ja sogar offensichtlich ist, denn meines Erachtens wünschen sich Verfechter von Rekonstruktionen den Zustand vor dem 2. Weltkrieg, also erste Hälfte des 20. Jahrhunderts!

    Quote from "DrZott"

    Abgesehen davon, war das Thema "Rekonstruktion" in Leipzig nie auf der Tagesordnung


    Immerhin wurde die Albertina wieder aufgebaut, was ich persönlich seinerzeit als überaus erfreulich empfand und nach wie vor tue!

    Quote from "Dase"

    Ein reiner Quader ohne die Winkelbebauung hätte nie den Wettbewerb gewonnen.


    Im Deutschen-Architektur-Forum sind gerade Visualisierungen verschiedener Ansichten des Katharinenwinkels gepostet worden. Sehr interessant, sieht nach einer deutlichen Verbesserung der gegenwärtigen Situation aus!

    Quote from "rakete"

    meinungen wie "zu gross", "bunker/atomkrafterk" oder "hässliche fassade" zeugen daher eher davon, dass das konzept (noch) nicht begriffen wird… dann fehlt offenbar der wille zur auseinandersetzung mit dem konzept.


    Bei allem Respekt, aber mir als zugegebenermaßen blutigen Laien in Sachen Architektur, welcher aber dennoch sehenden Auges und interessiert durch Städte spaziert, will sich nicht erschließen, warum man zuerst ein etwaiges Konzept begreifen müsse, um ein Gebäude, noch dazu an historischer und exponierter Stelle, hinsichtlich seiner ästhetischen Qualität beurteilen zu können! (Und inwieweit sich das Bauwerk harmonisch in die Umgebung einfügt.)


    Möglicherweise würde ich das Museum auch ansprechender finden, wenn ich ein paar Semester Architektur studiert hätte. Dies ist aber nicht der Fall und ich sage, dass ich mich mit diesem Bau, bzw. seiner Außenwirkung, wenig anfreunden kann. Bleibt abzuwarten wie das ganze Ensemble wirkt, wenn die Winkelbebauung komplett abgeschlossen sein wird.


    Grundsätzlich finde ich es, aus Gründen der innerstädtischen Belebung, durchaus begrüßenswert, dass das Museum am Sachsenplatz gebaut worden ist. Gleiches gilt für die Vergrößerung der Universität im Stadtzentrum.

    Es ist auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung zum direkten Vorgängerbau aus DDR-Zeiten und für mich vielleicht einer der am besten gelungenen Nachwende-Neubauten in Leipzig!

    Nun sind zwar schon schlappe vier Jahre seit dem letzten Eintrag vergangen, aber da mir dieses Gebäude in der Kritik zu schlecht wegkommt, möchte ich doch meinen Senf dazu geben und anmerken, dass es meiner Meinung nach ein gelungener Neubau ist!

    ;-)


    Wenn ich es richtig weiss, dann kommt Radon wohl hautpsächlich in Mittelgebirgen aus Granitgestein vor (z.B. Erzgebirge und Bayerischer Wald).


    Kallmünz liegt hingegen im "Bayerischen oder Oberpfälzer Jura" (= der in der Oberpfalz gelegenen Teil des Fränkischen Jura) und dieser besteht hauptächlich aus Kalkstein.

    Bronze in Kallmünz an der Vils / Bootsleute –„Treidler“


    Von Amberg wurde Eisenerz auf Plätten flussabwärts nach Regensburg transportiert, dort entladen und beim "Amberger Stadel" an der Steinernen Brücke neben dem Brückentor mit Salz aus Reichenhall wieder beladen. Flussaufwärts wurden die Boote gezogen (getreidelt), zunächst von Menschen, den sogenannten Treidlern und später von Pferden!
    In Amberg wurde die Ware dann am Salzstadelplatz entladen. Mit diesem Salz handelte die Stadt quasi konkurrenzlos in der Oberpfalz, im östlichen Mittelfranken, in südöstlichen Oberfranken und im Egerland.


    Bild: wikipedia

    Quote from "Georg Friedrich"

    Der Städtereichtum und die frühere territoriale Zersplitterung Frankens


    Vielem Dank für die Antwort! Dass auch Franken reich an Städten sein muss, hatte ich mir schon gedacht, als ich hier zum ersten Mal von der städtereichen Oberpfalz las.


    Quote

    dass die spätere Oberpfalz im Mittelalter verhältnismäßig reich war


    Das wissen die wenigsten. Zumindest bis in die kürzere Vergangenheit war den Leuten die Oberpfalz oftmals nur als Armenhaus Bayerns ein Begriff. Die Blütezeit hatte diese Region und mit ihr die Stadt Amberg im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit. Mit den Folgen des 30jährigen Krieges: Einerseits mehrfache Verwüstungen aber auch die (Wieder-)Eingliederung in das Fürstentum Bayern und die daraus resultierende Rekatholisierung schwächten die Region, da viele gut ausgebildete Bürger in die freien Reichstädte Regensburg oder Nürnberg auswanderten oder auch nach Sachsen. Zudem wurde auch Amberg als Verwaltungs- und Bildungszentrum zurechtgestutzt und Einrichtungen nach München verlagert. Immerhin zog dieser Prozess der Rekatholisierung eine rege Bautätigkeit nach sich insbesondere barocker kirchlicher Bauwerke.


    Ab Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte dann beispielsweise die Stadt Weiden einen erheblichen Aufschwung. So vergrößerte sich die Einwohnerzahl von 10'000 im Jahr 1900 auf 38'000 im Jahr 1950. In dieser Zeit hatte die Stadt die grösste Zuwachsrate aller bayerischen Städte.


    In den letzten 20 Jahren hat sich insbesondere Regensburg sehr dynamisch entwickelt


    Quote from "Wikipedia"

    Der wirtschaftliche Aufschwung Regensburgs nach dem Zweiten Weltkrieg begann relativ spät… So erreicht Regensburg heute die höchste Arbeitsplatzdichte in Deutschland nach Frankfurt am Main mit 720 je 1.000 Einwohner


    Alles in allem ist die Situation im Regierungsbezirk sehr unterschiedlich. Der Landkreis Tirschenreuth wird wohl weiterhin mit grösseren Abwanderungstendenzen zu tun haben, wohingegen Regensburg weiterhin eine wirtschaftlich potente Region innerhalb Bayerns bleiben wird. Amberg, Weiden und Neumarkt sind meines Erachtens auch relativ gut positioniert für die Zukunft.


    So genug gelabert. Wenn du demnächst wieder in die Region kommst, möchte ich dir empfehlen Kallmünz im nördlichen Landkreis Regensburg anzusehen. Dieser Ort liegt am Zusammenfluss von Vils und Naab, auf dem alten Handelsweg von Amberg nach Regensburg


    Da ich in der Schweiz bin, kann ich so schnell keine eigenen Aufnahmen von Kallmünz präsentieren.
    Daher vorab einige Bilder von Wikipedia, auch wenn auf diesen der Reiz des Ortes nur zum Teil eingefangen wurde:


    Blick von der Burgruine auf die Steinerne Brücke über die Naab


    St. Michael / Marktplatz


    Steinerne Brücke & Rathaus


    Silbermannsches Schlösschen


    Das Haus ohne Dach