Posts by Philoikódomos

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021

    Da ist niemandem etwas "aufgeschwatzt" worden sondern die Denkmalpflege hat die übliche Methode angewandt: Zubauten müssen als modern erkennbar sein. Darüber kann man denken wie man will, ist aber Mehrheitsansicht in der Denkmalpflege.

    Dass der Funktionsbau "modern" zu gestalten war, ist ja auch nicht das eigentliche Problem; das Problem ist das Versagen des Architekten als eines Vertreters einer missgeleiteten "Moderne", die es verlernt hat, einen Neubau ästhetisch in ein vorhandenes Ensemle einzufügen. Es bedeutet geradezu eine Verunglimpfung einer gesamten Architekturepoche, die auch viel Respektables geschaffen hat, wenn die Forderung nach "moderner" Ergänzung einen funktionalen Container entstehen lässt, der auch nicht das geringste Bemühen erkennen lässt, in seiner Formensprache auf das Vorhandene, auf die mit viel Liebe und Aufwand nach altem Muster wiedergeschaffene Matrosenstation Bezug zu nehmen, der ebensogut ein Toilettencontainer auf einem Campingplatz oder eine Transformatorenstation in beliebig schäbiger Vorstadtumgebung sein könnte. Man fühlt sich geradezu herausgefordert, die Architekturmoderne gegenüber einer solchen Missgeburt zu verteidigen. .

    Das E-Book ist in Kürze verfügbar.








    Sehr geehrter Herr Dr. Streck,



    wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass wir die Titelmeldung Ihres E-Books
    Der Wert stilgeprägter Architektur an unsere Handelspartner verschickt haben.



    Das E-Book wird in Kürze in E-Book-Shops wie dem Amazon Kindle Shop,
    den Tolino Shops, Apple iBooks oder Google Play erhältlich sein, sowie
    in vielen anderen Online-Shops und bei über 2.000 Online-Buchhändlern.
    Wir vertreiben über zahlreiche Händler in 30 europäische Länder und über
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    Bitte beachten Sie, dass aufgrund sehr unterschiedlicher Händlervorgaben
    und Sortimente nicht alle Titel überall erhältlich sind.



    Ihr E-Book erscheint mit der ISBN 9783744853187. Es wird für 56 Tage zum
    Promotionpreis von 4.99 EUR und danach zum Verkaufspreis von 5.49 EUR
    angeboten.



    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihr Buch.



    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.




    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr BoD-Team

    Ich finde, wenn man heute traditionell baut sollte man zumindest bei genauem Hinsehen ablesen können, aus welcher Zeit die Architektur stammt, ein gutes Beispiel hierfür ist das neue Hotel Adlon. Ein Gebäude, das im 21. Jhd gänzlich ironiefrei den Eindruck erwecken will als stamme es aus der Kaiserzeit, mich gezielt über seine Entstehungszeit täuschen will, kann ich nicht wirklich respektieren.

    Da gebe ich Dir recht. Das Hotel Adlon lässt, obgleich man in polemischer Absicht das Gegenteil behauptet hat, durchaus seine Entstehungszeit erkennen, ist also aufgrund der sensibel, aber gekonnt gesetzten Abstrahierungsmomente ein Musterbeispiel für das, was eine zukünftige Architektur anstreben sollte. Die hier gezeigten ukrainischen Beispiele dagegen halte ich für eher abschreckende Beispiele, die dem Trend zu einer künftigen ornamentbejahenden Architekur eher im Wege stehen - nicht weil sie zu nah am gründerzeitlichen Vorbild wären, sondern weil sie Zucht und Maß, wie sie auch in der Gründerzeit im allgemeinen noch beachtet wurden, außer Kraft setzen. Ich finde nicht, dass man diese mit originalen Gründerzeitbauten verwechseln kann, sie erfüllen vielmehr die Entstehungsvoraussetzungen des Kitschs, der bestimmte Wirkungen erzielen will, ohne über die geistigen und künstlerisch-handwerklichen Voraussetzungen seiner Vorbilder zu verfügen. Man muss genau hinschauen. Echte gründerzeiliche Gebäude sind um Längen besser als diese neumodischen "Hochzeitstorten".

    Es ist so weit. Die neueste Veröffentlichung in der Schriftenreihe unseres Vereins kann erworben werden, übers Internet (Amazon) oder über den Buchhandel. Ladenpreis 6,07 €. Die Publikation trägt den Titel "Der Wert stilgeprägter Architektur", die Verfasser sind Nicolai Alexander Mader (Investment Manager) und Friedrich Thießen (Doktorvater von Nicole Küster an der Uni Chemnitz).


    Die Studie bestätigt mit überraschender Eindeutigkeit, dass die Bevölkerung einer klassischen, stilgeprägten Architektur bei weitem den Vorzug gibt gegenüber dem z.Zt. noch tonangebenden Minimalismus, wie er an den Hochschulen propagiert wird. Sie macht anhand mehrerer Bildfolgen deutlich, dass die Bevölkerung eine Architektur bevorzugt, die von der Architektenschaft, der deutschen zumal, noch immer wenig ernstgenommen wird. Immerhin dürfte die Immobilienwirtschaft und auch die private Bauherrschaft sich zunehmend diesem wissenschaftlichen Befund stellen, zumal die Autoren auch nachweisen, dass stilgeprägte Gebäude bei Käufern und Mietern die Zahlungsbereitschaft steigern.


    Wir sollten diese Schrift (zusammen mit anderen) bei verschiedenen Veranstaltungen mit einschlägiger Thematik zum Kauf anbieten, z.T. auch verschenken. Wenn jemand für einen speziellen Anlass und Zweck eine größere Anzahl zur Verfügung haben möchte, können wir auch eine größere Menge bestellen.

    In der Tat schockierend und zutiefst symptomatisch für den unermesslichen Verlust, den unser Volk seit dem 2. Weltkrieg hat hinnehmen müssen, nicht nur durch zerstörerische Kriegshandlungen, sondern auch durch emsiges eigenes Mittun, dies wiederum als Folge eines zerstörerischen Selbstbildes, das bis zur Stunde weiterwirkt. Die grandiosen Raumschöpfungen des Großen und des Kleinen Lesesaals wurden anscheinend als durchaus unverträglich mit dem neuen Selbstverständnis dieses Volkes empfunden; eine rekonstruierende Wiederherstellung wäre durch alle Nachkriegsjahrzehnte unvorstellbat gewesen und wäre es bis heute. Würden diese Säle eines Tages rekonstruiert, müsste dem ein fundamentaler Wandel in der Selbsteinschätzung dieses Volkes vorausgehen, ein Bekenntnis zur eigenen Großartigkeit an der Seite anderer großartiger Nationen!

    Man könnte doch meinen, dass gerade das hippodamische System die großen ostdt. Zentralmärkte erst ermöglicht hat, dh anders als "natürlich" entstandene Straßenmündungen oder -kreuzungen

    Das mag schon ein funktionaler Vorteil sein (in unseren Breiten ist etwa der Mannheimer Marktplatz der idealtypische Fall eines von Bebauung ausgesparten Häuserblocks), aber Camillo Sitte hat uns gelehrt, gerade in dem unregelmäßigen Straßen- und Platzgefüge der deutschen, aber auch der italienischen, französischen, spanischen usw. Altstädte einen überragenden ästhetischen Wert zu erkennen, vor allem, was Raumbildung und Wechsel der Raumszenerien betrifft. Vor dieser Zielsetzung versagt natürlich das hippodamische System.

    Wiederum möchte ich betonen, dass sich mein Beeindrucktsein auf die Architektur bezieht, nicht auf Städtebau, Stadtplanung, Siedlungsstruktur. Nur durch Architektur drückt sich das unbewusst eine Nation prägende Selbstbild aus´, und da läuft in Amerika vieles ganz anders als hierzulande. Darum bitte ich darum, meine Architekturbewertungen nicht immer wieder durch den Hinweis auf die chaotischen und tristen Entwicklungen in den Siedlungsstrukturen zu relativieren. Die Tendenz zur gestaltlosen Zivilisationssteppe ist heute weltweit zu beobachten, wenn auch mit länderspezifischen Merkmalen.

    Und man weiß eigentlich nie, wo denn der Mittelpunkt der Stadt sein soll. In europäischen Städten ist das zumeist ein zentraler, repräsentativer Platz oder historischer Altstadtkern. In New York gibt es sowas nicht.

    Das ist eben das Ergebnis der sog. hippodamischen Stadtanlage, die schon in der Antike für alle Kolonialstädte üblich war und in der Neuzeit in den Kolonialstädten der Neuen Welt angewamdt wurde (übrigens auch schon im ausgehenden Mittelalter für die Städte der deutschen Ostkolonisation). Dieses hippodamische Straßenrastersystem folgt einem vordergründigen, leicht verstehbaren Rationalismus, aber verursacht auch eben die von Königsbau beschriebenen Defizite. Was man schon in der Barockzeit bei der Anlage von Mannheim oder der Berliner Friedrichstadt erfahren konnte, das potenziert sich in den amerikanischen Riesenstädten: Platzbildungen sind nur schwer zu realisieren, am ehesten durch das Unbebaut-Lassen eines Häuserblocks; es gibt keine Zentrumsbildung, keine Hierarchisierung der Straßen als Orientierungshilfe, keinen repräsentativen Stadtmittelpunkt. Darum ist natürlich die Abneigung gegen diese Stadt auch aus diesem Grunde nachvollziehbar, auch wenn man ihre architektonische Ausstrahlung überwältugend findet.

    Diese Stadt strahlt eine ungeheure, atemberaubende architektonische Potenz aus, an die keine deutsche (oder gar europäische?) Stadt auch nur im entferntesten heranreicht. Man beginnt beim Anblick dieser Galerien von erbse zu verstehen, warum Deutschland seit 70 Jahren zu Amerika aufschaut. Man beginnt auch zu verstehen, was neben dem Mammon erste Voraussetzung für Architektur ist, nämlich Selbstbewusstsein, die tiefe Überzeugung, ein Volk zu sein, dessen Großartigkeit sich der Welt über majestätische Architektur mitteilen darf, ja muss. Selbst wenn man Überkommenes opfert, dürfte das hier immer in dem Bewusstsein geschehen, dass es durch noch Faszinieerenderes ersetzt werden kann.

    Leider geht immer mehr verloren oder wird durch Umbauten (Dachaufbauten, Entstuckung etc.) verwässert.


    Wäre es da nicht an der Zeit für einen Wiener Stadtbild-Ortsverband?

    Ob sich die Wiener Foristen der Vereinigung Stadtbild Deutschland eingliedern wollen, das sollten sie selbst entscheiden.


    Was aber Wiener Architekturverluste betrifft, habe ich seit langem den Eindruck, als würde eine Entwicklung parallel zu derjenigen in Berlin ablaufen, also seit langem keine Entstuckung mehr, sondern nach und nach Wiedergewinnung des Fassadenstucks und sensible eher auf architektonische Aufwertung zielende Dachaufbauten. Es würde mich sehr überraschen, wenn die Entwicklung so deutlich ins Negative verliefe, wie du schreibst.

    Schon 1917(!) gab es diesen Entwurf zur Reduktion des Domes rechts

    Also gab es schon damals, ein gutes Jahrzehnt nach Fertigstellung Stimmen, welche die Gestalt der Haupt- und Nebenkuppeln überladen fanden und eine Vereinfachung anstrebten, wie sie in DDR-Zeiten dann auch erfolgte. Interessant aber, dass man eine vollwertige Laterne für unerlässlich hielt. Eben diese Laterne aus der rechts gezeigten Variante sollte dem heutigen Dom anstelle der derzeitigen verkümmerten Version aufgesetzt werden. Dann hätte der Dom für mein Empfinden eine stimmige Gestalt - natürlich unter Einbeziehung der Denkmalkirche.

    Es ist unbegreiflich, dass mit dem Oprncafé eines der letzten Berliner Kaffeehäuser endgültig verschwunden ist, so wie schon vor Jahrzehnten am Kurfürstendamm solche dichtmachten. Kaffeehauskultur, für die Wien oder Budapest weltberühmt sind, gilt hier anscheinend als etwas Genierliches, Gestriges, was sich mit dem forciert jugendlichen, hippen Image dieser Stadt angeblich nicht verträgt, obgleich eine echte Metropole eigentlich allen Bevölkerungssparten gerecht werden sollte. Dabei ist das ewige Rekurrieren unserer Architekten und Designer auf minimalistische Kargheit, selbst für ein Café mitten im historischen Kernbereich der Stadt, der Gipfel des Stumpfsinns und eine Bankrotterklärung gestalterischer Potenz. Dass vor solchem Geschmacksdiktat sogar der sonst allgegenwärtige ökonomische Sinn kuscht, ist unbegreiflich; denn welcher Cafébetreiber will schon mitansehen, wie Touristen, die voller Erwartung dieses schmucke Gebäude betreten, nach dem ersten Augenschein des Ambientes wieder kehrtmachen.

    Schade, dass du diesen eigentlich unerheblichen Dissens nicht ertragen möchtest. Ich bin mir nicht mal sicher, ob wirklich das ganze Forum die gegenwärtige Domkuppel verfehlt findet. Ich zum Beispiel erkenne in der Wiederaufbauleistung der DDR-Architekten eine achtbare, wohlproportinierte und bestens eingepasste Lösung, die durchaus original sein könnte. Lediglich die Laterne fand ich stets eine Spur zu modern und in der Gesamterscheinung störend. Ein genialer Architekt, der wie einst Günter Stache (?) sich nicht scheut, aus der Architektursprache des Doms heraus anderes, aber nicht weniger stimmiges zu schaffen, könnte mit einer stilistisch passenden Laterne durchaus das Gesamtbild heilen.


    Die neue Kuppelgestalt fügt sich bestens in das gewohnte Bild berühmter Kuppelkirchen europaweit, während die Raschdorff-Kuppel eine etwas übertreibende eklektizistische Neuinterpretation einer Kirchenkuppel darstellt, was auch für die Nebenkuppeln gilt. Man kann m.E. gut nachvollziehen, dass die Architekten des Wiederaufbaus davor zurückschreckten, diese üppige und dem Geschmacksempfinden der Wiederaufbauzeit zuwiderlaufende Kuppelgestalt zu rekonstruieren, was auch einen gewaltigen finanziellen Kraftakt erfordert hätte. Heute würde man wahrscheinlich anders entscheiden, aber sicher bin ich mir da nicht.

    Und der Stralsunder, Greifswalder, Lübecker, Wismarer oder Rostocker hat das Ostseebad gleich vor der Tür, und tolle Altstädte gleich dazu.

    Ist ja klar: wenn man an der Ostsee urlaubt oder wohnt, erwartet man natürlich Sandstrände. Wenn man in Leipzig mit dem OPNV an den südlichen Stadtrand fährt, ist man verblüfft über weite Wasserflächen und herrliche Sandstrände, vor allem an der "Costa Cospuda" dem Cospudener See, aber auch an dem sich touristisch entwickelnden Markkleeberger See.

    Schon weil es von Rem Kolhaas entworfen wurde, und der gilt als Inbegriff architektonischer Avantgarde und damit als Inbegriff zeitgeistig-linker Gesinnung. Wer das kritisiert, ist a priori verdächtig, auf der falschen Seite zu stehen. (sorrry, für den politischen Ausrutscher!)

    Der "moderne" Container dokumentiert die künstlerische Bankrotterklärung eines Alltagsentwerfers, der die derzeitge Architektenmode, ohne Rücksicht auf das Vorhandene einen Quader in die Landschaft zu setzen, als Vorwand gebrauchte, sich geistig-künstlerische Unkosten zu ersparen. Man wählte einen Entwurf, mit dem man aus heutiger Architektensicht nichts falsch machen kann. Zu wünschen wäre, dass die Brutalität dieser "funktionalen" Lösung bei vielen Betrachtern - Architekten eingeschlossen - ein ästhetisches Aufwacherlebnis auslösen wird.

    Leipzig sollte sich wieder an seiner historisch gewachsenen und auch symbolisch überschaubaren Stadtsilhouette orientieren.

    Zu bedenken ist aber, dass es der Leipziger Silhuette an markanten Kirchtürmen fehlt, vergleicht man es etwa mit dem siebentürmigen Lübeck oder den Turmfamilien der Hamburger oder Münchner Innenstadt. Da könnte man einige bewusst gesetzte Hochhäuser, etwa das geplante am Gördelerring durchaus als interessante Bereicherung empfinden.

    Diesem hätte ich wohl den Vorzug gegeben, denn Wagner war einer der genialsten wenn nicht der genialste Baumeister dieser Epoche. Aber man wollte sich wohl nicht in künstlerische Abhängigkeit von Österreich begeben.