Posts by Querido

    Der Ring für die Laterne ist vor dem Eosander-Portal eingetroffen!


    http://cam01.berlinerschloss-webcam.de/

    Der Ring sitzt mittlerweile sogar in seiner endgültigen Position in luftiger Höhe (wenn ich das richtig erkenne - oder ist das nur eine Hilfskonstruktion?).


    Außerdem ist die erste Fensterumrahmung auf der Westseite fertig (direkt rechts vom Hauptportal) und man hat auch am Portal II auf der Südseite begonnen. Also es wird doch langsam...

    Ich glaube, die Architektur des Leipziger Platzes ist gar nicht mal das Hauptproblem. Und belebt ist die Ecke mit Potsdamer Platz und der Mall ja grundsätzlich auch. Es fehlt am Platz selbst eben eine Attraktion, die die Menschen nicht nur durchgehen lässt, sondern zum Verweilen einlädt.


    Mein Traum wäre ja ein riesiger Brunnen in der Mitte, vielleicht noch mit abendlicher Illumination wie in Wien oder Barcelona.


    Dann wäre der Platz ganz sicher ein Treffpunkt; Bars oder Cafes würden sich ganz von selbst ansiedeln. Wenn die Bäume dann noch ein bisschen wachsen, wäre der Leipziger Platz ein echter Treffpunkt.


    Die Straße könnte man außen herum verschwenken, der U-Bahn-Zugang müsste evtl. verlegt werden, aber der will in der bestehenden Lage sowieso nicht recht zur Platzanlage passen.

    @ Schortschibähr

    Wieso keine Ziegelwand?

    Die Konstruktion ist eine andere. Beim Berliner Schloss handelt es sich um eine Ziegelwand, in die die Sandsteinelemente eingefügt, sozusagen eingemauert, sind. Dort, wo die Ziegel am Ende noch sichtbar sind, wird verputzt. Direkt hinter den Sandsteinelementen gibt es in der Regel auch kein Ziegelmauerwerk (im Einzelfall hängt das natürlich von der Einbindetiefe der Sandsteinelemente in die Mauer ab: die Gesimse gehen durch, einige kleinere Zierlemente eben nicht).


    Beim Pompei hingegen handelt es sich um eine vollflächige Sandsteinverkleidung, entsprechend massiv. Dort noch ein Ziegelmauerwerk dahinter zu setzen, macht also keinen Sinn. Es könnte aber sein, dass im 1. OG ein Ziegelmauerwerk folgt, denn es scheint dort ebenfalls nur verputzt zu werden, ebenfalls wie in Berlin mit einzelnen Sandsteinlementen wie die Balustrade unter den Fenstern. Ich meine auf den Fotos auch erkennen zu können, dass die Betonfassade im 1. OG zurückspringt (natürlich auch, weil sie noch die Säulen aufnehmen muss).

    Zu der Fugenthematik: Ich finde es immer wieder lustig, wie schnell hier die Pferde scheu gemacht werden. Wartet doch erst einmal ab, die Fassade ist doch noch lange nicht fertig. Ich bin überzeugt davon, dass die Fugen noch gefüllt werden. Es handelt sich ja nicht um eine hinterlüftete Fassade, sondern nur um eine normale Dämmung hinter dem Sandstein. (Der im übrigen so dick ist, dass eine weitere Ziegelmauerung dahinter keinen Sinn ergeben würde). Da man mit Sicherheit nicht will, dass die Dämmung von irgend welchen Krabbeltieren zerfressen wird oder sie durch eindringendes Wasser aufgeweicht und schimmelig wird, wodurch die Dämmfunktion nicht mehr gegeben wäre, wird man ganz sicher noch verfugen. Alles andere wäre bautechnischer Pfusch.

    ^^ Wurde dieses Bild nach oder während des Krieges aufgenommen? Die Notdächer auf den Ecktürmen lassen auf ersteres schließen.


    Umso erstaunlicher, dass auf diesem Bild die Ecktürme und die Balustrade noch komplett erhalten waren und man sie offenbar erst mit dem Wiederaufbau entfernt hat.


    Und nebenbei: Sind die heutigen Ecktürme und die Balustrade tatsächlich aus Beton? Dass die Konstruktion aus Beton ist, mag ja sein, aber sie haben doch trotzdem eine Verkleidung aus rotem Mainsandstein, oder nicht? Klar weicht der Stein von dem übrigen ab, aber das lässt sich oft nicht vermeiden. Den Steinbruch von 1910 gibt es vermutlich gar nicht mehr. Trotzdem finde ich die Rekonstruktion an sich sehr positiv (während man über die Glasrotunde natürlich geteilter Meinung sein kann).

    Da ich heute zufällig in Mainz war und durch eure interessanten Beiträge aufmerksam geworden bin, habe ich mir das Theater mal näher angesehen. Dass der ursprüngliche Bau von Moller war und das Foyer später angebaut wurde, wusste ich zum Beispiel nicht. Moller scheint ja überhaupt eine Vorliebe für runde Baukörper gehabt zu haben wie beim ehem. Hessischen Landtag/Ständehaus am Darmstädter Luisenplatz (leider nicht erhalten) mit seiner runden Ecklösung, die er am Wiesbadener Stadtschloss (von 1837/40, heute hessischer Landtag) mit seiner "runden Ecke" gleich noch einmal nachbaute. Und natürlich auch die Ludwigskirche in Darmstadt (von 1822/27), die er dem römischen Pantheon nachempfand.


    Diese ehemals runde Form beim Mainzer Theater sieht man ihm von außen durch den Anbau gar nicht mehr unbedingt an, betritt man allerdings das Foyer, so schmiegen sich die beiden Treppenläufe rechts und links an die ehemalige Außenwand an. Es gibt dort auch zwei Stellen, an denen sie zum Vorschein kommt, da dort der Putz entfernt wurde (oder nie vorhanden war?).


    Das Schild am Theater ("Historisches Mainz"), das die Baugeschichte des Hauses widergibt, spricht auch etwas bedauernd davon, dass der ehemals Mollersche klassizistische Charakter durch den Anbau verloren gegangen sei. Aber ich finde, obwohl der Baustil des Anbaus vom Ursprungsgebäude doch deutlich abweicht, wirkt er nicht als Fremdkörper, sondern fügt sich gut an.

    Erst einmal ein großes Lob an Portalis für seine Initiative und seine tollen Überlegungen. Ich denke auch immer, dass man aus Darmstadt trotz seiner großen Zerstörung im 2. Weltkrieg eigentlich viel mehr machen könnte. Allerdings habe ich immer den Eindruck, dass man in der Stadt nicht gewillt ist, das Stadtbild sinnvoll zu verbessern, auch wenn es manchmal gar nicht so schwer wäre.


    Die Dinge, die Portalis vorschlägt, wären natürlich der große Wurf, aber das größte Problem im Bereich der ehemaligen Altstadt ist wirklich der City-Ring, der gerade am Schloss und an der Stadtkirche jegliche urbane Aufenthaltsqualität verhindert. Leider lässt er sich aber auch nicht verlegen ohne das komplette Verkehrskonzept in der östlichen Innenstadt zu ändern. Hinzu kommen zwei Gebäude, nämlich das Liebighaus mit der Stadtbibliothek und das gerade erst neu gebaute Kongresszentrum Darmstadtium, die an dieser Stelle zwar völlig deplaziert sind, weil sie jeglichen Maßstab der ehemaligen Altstadt sprengen, allerdings für sich genommen nicht so schlecht sind und deswegen noch Jahrzehnte überdauern werden.


    Aber gerade um das Schloss herum besteht eigentlich akuter Handlungsbedarf. Vielleicht könnte man ja mit kleinen Schritten beginnen: an dieser Stelle vor allem eine Aufwertung des Friedensplatzes, angelehnt an den historischen Zustand sowie eine Verringerung der Fahrspuren auf dem Cityring am Karolinenplatz vor dem Landesmuseum und dem ehem. Landestheater.


    Außerdem denke ich z. B. an einen Abriss der Kunstgalerie und des DGB-Hauses an der Rheinstraße, um anschließend die Landgraf-Philipps-Anlage beidseits wieder herstellen zu können und als neues Entree zur Mollerstadt das alte Rheintor wieder aufzubauen (ein Teil steht ja sogar noch). Außerdem verdienen natürlich insbesondere der Luisenplatz und der Marktplatz als die beiden wichtigsten Plätze der Innenstadt eine Aufwertung, und damit meine ich vor allem die umliegende Bebauung. Die Idee mit dem Kollegiengebäude als Rathaus ist super. Wichtig wären auch kleinere Projekte, wie z. B. die Wiederherstellung des Eckgebäudes am Ludwigsplatz zwischen Ludwigstraße und Ernst-Ludwig-Straße (ja, die Großherzöge hießen nun mal alle Ludwig).


    Leider ist die Stadt Darmstadt aber ziemlich pleite. Aber für ein Treffen wäre ich gerne zu haben, falls es sich einrichten lässt.

    @ Exilwiener


    Ja, das Haus steht noch: am Ende der Langgasse, gegenüber der Einmündung zur Goldgasse und direkt an die Kaiser-Friedrich-Therme angrenzend.


    Allein (und das ist mir beim wiederholten Betrachten des Videos aufgefallen): die Adler-bekrönten Türmchen hat man offensichtlich noch erheblich gestutzt... (gut zu erkennen, wenn man ein Schrägluftbild auf bing mit Minute 0:44 des Films vergleicht)

    Quote from "Braunbär"

    Wiesbaden im September 1947
    Amateur-Filmaufnahmen aus Wiesbaden vom September 1947.


    Zur Orientierung: Der Film zeigt offensichtlich die Zerstörungen an der Ecke Langgasse/Webergasse/Kranzplatz. Zu erkennen ist u. a. das Kaiser-Friedrich-Bad (mit zerstörtem Dachstuhl) und das Hotel "Schwarzer Bock". Wie man erkennt, war die Zerstörung gerade Richtung Osten (Dreililien bis zur Wilhelmstraße) recht vollständig. Hier stand auch das Hotel "Vier Jahreszeiten". Heute befindet sich in diesem ganzen Bereich folgerichtig recht belanglose 50er-Jahre-Architektur.

    Dass dieses relativ kleine und für Wiesbadener Verhältnisse schmucklose Gebäude verschwinden soll, ist ja gar nicht mal das Schlimmste. Viel schlimmer ist, dass der Neubau - wie man auf dem Schrägluftbild erkennen kann - sich überhaupt nicht in die fast geschlossene Gründerzeitbebauung einfügt. Dieser Glaskasten wirkt wie ein Fremdkörper und zeigt einmal mehr, wie fahrlässig die Stadt Wiesbaden mit seinem außergewöhnlichen historischen Stadtbild umgeht: hier ein Ufo namens [url=http://www.wiesbadener-kurier.de/fm/819/thumbnails/wiesbaden,_luisenf.jpg.7162357.jpg]Luisenforum[/url] in den Gründerzeitblock gesetzt, dort einen unproportionierten Neubau anstelle des alten Polizeipräsidiums am Dernschen Gelände, am Schlossplatz einen zwar für sich genommen gelungenen Kindergarten-Neubau, aber diesem (Bild 6 und 7) Vorkriegszustand in keinster Weise gerecht werdend und dieser viel zu lange Riegel verbessert die trostlose Situation am Platz der deutschen Einheit auch nicht wirklich.


    Das positive am geplanten Neubau der EBS ist einzig, dass er die Blockrandbebauung aufnimmt und der westliche 60-Jahre (?)-Anbau verschwindet. Aber das Material Glas zu verwenden ist dabei einfach der falsche Weg. Dabei wäre es eigentlich so einfach, das alte großartige dreiflügelige Gerichtsgebäude durch ein spiegelbildlich auf der anderen Seite des Blocks angeordneten angepassten Neubau zu ergänzen, der vielleicht mit gläsernen Übergängen an den Altbau angeschlossen wird. Da der zum Abriss stehende Altbau ziemlich in der Mitte der einen Seite des Blocks steht, wäre es doch m E. auch sehr einfach, diesen als Verbindungsbau umzufunktionieren.


    Was übrigens im Zusammenhang mit dem EBS-Neubau nicht unerwähnt blieben darf, ist die Tatsache, dass die Millionen-Unterstützung mit Steuergeldern für eine - wohlgemerkt - private Elite-Uni doch in der Stadt auf großen Widerstand oder zumindest Unverständnis stößt, da gleichzeitig die städtischen Schulen mehr und mehr verkommen. Hier geht es allein darum, der Landeshauptstadt den Titel "Universitätsstadt" zu verschaffen - und dem Wähler wird es dann als löbliche Investition in das wertvolle Gut "Bildung" verkauft... :kopfschuetteln:

    Mein LV-Besuch ist leider schon über 10 Jahre her, aber es hat mich doch sehr fasziniert. Natürlich ist LV keine Stadt zum Leben, sondern, wie hier schon gesagt wurde, ein riesiges Disney-Land für Erwachsene. Ich glaube auch nicht, dass jemand (zumindest kein Europäer) dies mit Kultur in herkömmlichen Sinne gleichsetzt, sondern schon als das, was es ist: eine gut gemachte Illusion, die unterhalten soll. Dabei ist es auch nicht so schlimm, wenn Marmorsäulen aus Pappmachee sind.


    Andererseits sind auch in echten europäischen Barockschlössern die Marmorsäulen schon mal nicht aus echtem Marmor, auch nicht in der (wieder aufgebauten) Dresdner Semperoper. Und das Beeindruckende und Gewaltige der LV-Hotels kann man ihnen auch nicht absprechen: man darf ja nicht vergessen, dass Hotels wie das Caesar's Palace und das Bellagio knapp 4.000 Zimmer haben, das MGM Grand sogar über 5.000 und z. T. mehrere Milliarden US-Dollar gekostet haben. Und der Eiffelturm beim "Paris Las Vegas" ist immerhin im Maßstab 1:2, d. h. ca. 150 m hoch (obwohl er auf den Bildern wirkt, wie ein Spielzeug).

    Oh Mann - das kommt mir ja fast vor wie "Ärzte haben versehentlich falsches Bein amputiert"... Anstatt den rechten Klotz abzureißen und dort einen an den Altbau angepassten Neubau hinzusetzten macht man es genau umgekehrt und ersetzt den schönen Altbau durch einen an Hässlichkeit kaum zu überbietenden "60er-Jahre-Bau". :kopfschuetteln:
    Aber man sieht daran mal wieder: wir sind in Deutschland nicht allein :prosit:

    Nachdem ich nun schon ziemlich lange in diesem Forum mitlese, habe ich mich jetzt endlich mal angemeldet. Danke in diesem Zusammenhang an alle eifrigen Schreiber für die meist sehr interessanten Beiträge.


    Aber zum Thema: aus meiner Sicht hat Wiesbaden sehr wohl ein adäquates Zentrum, dass man die "Krönung" nennen könnte: dies ist vor allem der Schlossplatz. Auf diesem Bild kann man seine Wirkung erahnen:
    Moderationshinweis: Ungültigen Bildverweis gelöscht.
    [Quelle: Wikipedia]


    Der Platz wird umrahmt vom Alten Rathaus (ältestes Gebäude der Stadt), dem Neuen Rathaus (entworfen von Georg Hauberisser, auch Architekt des Neuen Münchner Rathauses), dem ehemaligen Stadtschloss der nassauischen Herzöge (heute Sitz des hessischen Landtags) und der fünftürmigen Marktkirche (erbaut als "Nassauer Landesdom" nach Vorbild von Schinkels Friedrichswerderscher Kirche in Berlin). Leider hat der Platz im 2. Weltkrieg zwei wichtige Elemente verloren: einerseits wurde die Schlossplatz-Fassade des Neuen Rathauses vereinfacht wiederhergestellt, d. h. der einst imposante Mittelgiebel fehlt und zweitens wurde der nördliche Abschluss des Platzes, die Höhere Töchterschule von Felix Genzmer, zerstört. Hier ein Bild des Vorkriegszustandes: http://www.heimatsammlung.de/topo_unter/65/wiesbaden_125.jpg (mit rotem Stadtschloss links)


    Zweites imposantes Zentrum von Wiesbaden nach dem Schlossplatz ist das Bowling Green, umgeben von (neuem) Kurhaus, Hessischem Staatstheater (mit Theaterkolonnaden), den gegenüberliegenden Brunnenkolonnaden, dem Hotel Nassauer Hof und dem Kaiser-Friedrich-Denkmal dem Kurhaus gegenüber und in seiner Mitte die beiden großen Brunnen: Hier zu sehen: http://www.wiesbadenunddrumherum.de/ (unter 2007 --> Wiesbaden --> 04.03.2007 --> Bild 05) und auf folgendem Luftbild zu erahnen:
    Moderationshinweis: Ungültigen Bildverweis gelöscht.
    [Quelle: Wikipedia]


    Als dritter Höhepunkt der Innenstadt wäre noch der klassizistische Luisenplatz mit der Bonifatiuskirche zu nennen: http://de.wikipedia.org/wiki/Luisenplatz_(Wiesbaden)
    Aber weil es so schön ist, hier noch ein Luftbild der südwestlichen City mit seiner ausgedehnten Gründerzeitbebauung mit Rheinstraße (gerade, links) und Kaiser-Friedrich-Ring (Viertelkreisförmig, rechts): http://www.cs-taxi.de/kfr%20us.htm