Posts by bilderbuch

    Ja, ich habe es auch bereits gesehen.
    Was soll man zum Ergebnis sagen? Es ist nicht nur ein zusätzliches Vollgeschoss in den Bau gequetscht, sondern auch noch eine unmögliche Achseinteilung vorgenommen worden. So ist der Bau nun im Verhältnis 4-3-5 geteilt, da eine Achse der "Blobel-Bude" zugeschlagen wurde und mit dem Mitteltrakt nichts mehr zu tun hat. Das und vieles andere finde ich hier wenig erträglich. Insgesamt handelt es sich meiner Ansicht nach um eines der schwächsten Quartiere am Neumarkt.

    Also eine Sanierung wird es hier sicherlich nicht in 20-30, sondern spätestens in 10 Jahren geben (dann ist nämlich die jetzige Dämmung verrottet), aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch wieder nur mit Glaswolle oder Styropor.

    Nun übertreibe mal bitte nicht; oder steht beim Hotel de Saxe etwa auch schon eine Rundumsanierung an?

    Soll es denn in der Liste um die Pirnaische Vor- oder etwa die Gesamtstadt Dresden gehen?
    So Letzteres zuträfe, stellt sich mir widerum die Frage, welches Gebiet konkret gemeint wäre. Immerhin dürfte in der südlichen Pirnaischen Vorstadt, die in den nächsten Jahren neu bebaut wird, der "RekoZug" - abgesehen vom Palais Oppenheim - mehr oder minder abgefahren sein. In der nördlichen Pirnaischen Vorstadt hingegen wird auf absehbare Zeit nichts entstehen. Hier kann man vorausschauend ansetzen.
    Abgesehen davon ist die Frage, was für Gebäude man auf eine solche Liste setzen sollte. Sollen es Gebäude sein, die für das Stadtbild relevant, kunsthistorisch bedeutsam oder für das Bewusstsein der Bevölkerung wichtig sind? Sollen sie etwa vielleich alles in sich vereinen?


    Ganz frei von der Leber weg und ohne Einschränkungen würde ich folgende Liste aufstellen:


    - Palais Wackerbarth
    - Palais de Saxe
    - Palais Moszinska
    - Villa Cara
    - Villa Rosa
    - Villers Villa
    - "Antons"
    - Leipziger Tor
    - Belvedere auf der Terrasse


    usw.

    Soll das ein Ableger des Berliner Flughafens werden? Oder Stuttgart 21 - 2.0? Die Geschosshöhen und "Gefahren" für das Polizeipräsidium hätten sie auch vorher durchdiskutieren können. Das ganze wirkt auf mich entweder dilettantisch oder als undurchsichtiges Pokerspiel.


    Sicherlich waren die Probleme mit dem Polizeipräsidium am Anfang nicht im vollkommenen Umfang klar und haben sich erst im Laufe der Genehmigungsplanung herausgestellt. Nunmehr scheinen diese Probleme aber gelöst zu sein und eine Baugenehmigung unmittelbar bevor zu stehen. Aufgrund der Tatsache, dass das Invest bereits veräußert wurde, kann man auch mit einer schnellen Realisierung rechnen. Vergleiche mit Flughäfen oder Bahnhöfen sind hier also kaum angebracht.


    Das Quartier ist vor gut 10 Jahren entstanden, und besser ist es am Neumarkt seitdem hinsichtlich der Dachgestaltung nicht geworden, sondern schlechter.


    Das ist mir viel zu pauschal. Bitte vergleiche die Ansicht mit dem Quartier VIII der Baywobau oder dem jüngst erst realisierten Quartier VII/2 der Kimmerles. Dort wurde keinesfalls schlechter gearbeitet.

    Es liegen aktuell drei Angebote für den Wiederaufbau des Narrenhäusels am Neustädter Markt vor. Frank Wießner habe das höchste abgegeben und hoffe auf einen zeitnahen Vertragsabschluss, um das Baufenster an der Augustusbrücke zum Verlegen der Versorgungsleitungen nutzen zu können. Einem raschen Baubeginn steht damit nicht mehr viel im Wege.


    Die DNN berichten:


    http://www.dnn.de/Dresden/Loka…s-Dresdner-Narrenhaeusels

    Es fällt mir schwer, den Stab über das Bauwi-Projekt zu brechen. Einerseits scheint es architektonisch und von der baulichen Umsetzung her betrachtet wahrlich eine Katastrophe zu sein. Auf der anderen Seite jedoch passt es sich, vor allem aus einer gewissen Entfernung betrachtet, sehr gut und gleichsam selbstverständlich in sein Umfeld ein. Allein das kann man nur von recht wenigen Neubauprojekten behaupten. Jedoch der Turm; der geht gar nicht.

    Anlässlich des Richtfestes für die Blobel-Bude sprach Torsten Kulke von der GHND einen bemerkenswerten Satz aus, der da lautete: „(d)a fehlt noch ein ganz entscheidender Bau: das Hotel Stadt Rom. Und das werden wir jetzt auch in Kürze angehen“.


    Man darf also gespannt sein, wann und was sich hier konkret ereignen wird.

    Schon hier sieht man, wie man fern ab der Altmarktbebauung nicht mehr zu dieser Qualität Willens oder in der Lage war


    Das hat vor allem etwas mit der sich im Zuge der Entstalinisierung "abrupt" ändernden Kulturpolitik zu tun.


    Bis ca. 1950 herrschte in der jungen DDR noch ein gewisser Pluralismus in der Kulturpoltik, der an den berühmten Ulbricht-Satz: "Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben", anknüpfte.
    Dies änderte sich mit der schrittweisen Konsolidierung des SED-Regimes, das die DDR nach sowjetischem Vorbild aufzubauen gedachte. 1950 fand die berühmte Reise in die SU statt, an der die führenden DDR-Architekten und Stadtplaner teilnahmen, um sich an den Bauten des berüchtigten Stalin-Stils zu schulen. Fortfolgend wurde dieser zur Architektur-Doktrin in der DDR und schlug sich in den 16 Grundsätzen des Städtebaues nieder.
    Erst 1953 - nach dem Tode Stalins - begann die Bebauung des Altmarktes, die sich bis 1956 erstreckte. Ab etwa 1955 jedoch setzte bereits eine schrittweise Diskreditierung dieser Art Architektur ein, die schließlich zur Berufung Gerhard Kosels führte, der die Industrialisierung des Bauwesens in der DDR vorantreiben sollte. 1961 wurde er sogar Präsident der Deutschen Bauakademie. Bis dahin führten die "Traditionalisten" sozusagen nur noch Rückzugsgefechte aus, die sich wunderbar an der Altmarkt-Westseite ablesen lassen. Der Anschluss an die Internationale Moderne erfolgte.

    Die Neubauten an der Ecke Hauptstraße/Heinrichstraße stammen übrigend vom gleichen Büro, das auch die durchaus gelungenen Sanierungen der Plattenzeilen in der Hauptstraße übernommen hat: Knerer und Lang.


    Ein Wiederaufbau des Neustädter Rathauses dürfte leider Gottes Wunschdenken bleiben. Aktuell führt die Vonovia einen Wettbewerb für die Sanierung der Plattenbauten am Neustädter Markt durch. In diesem Zusammenhang wird auch ein Durchbruch der Rähnitzgasse und Kasernenstraße geprüft. Diese von der Stadt geforderte Maßnahme dürfte den status quo auf absehbare Zeit weiter zementieren, zumal sich der geplante städtebauliche Wettbewerb für den Neustädter Markt an diesem Bestand in irgendeiner Weise wird orientieren müssen.

    Ungeachtet dieses (sehr gelungenen) Zynismus: das hatte schon was!

    Die gezeigte Situation besteht bis heute unverändert fort.


    Die Plattenbauten wurden übrigens erst 1989/90 errichtet. Rund um den bis heute unbebauten Ferdinandplatz waren damals drei große Quartiere geplant, von den nur eines teilweise fertig gestellt wurde. Die im Entstehen begriffenen Erdgeschossbereiche eines weiteren direkt an der Prager Straße wurden zu Beginn der 90er abgebrochen.

    Herzlichen Dank für diese niveauvolle Einlassung. Du hast dir auch schon einmal mehr Mühe gegeben, lieber Saxonia.


    Die Baugesetzgebung ist Ländersache. Da kann die Stadt nichts vorschreiben.


    Ansonsten wäre es in meinen Augen fraglich, ob bei einer Vielzahl an zusätzlichen Vorschriften für Rekonstruktionsvorhaben nicht viele Projektentwickler einen Bogen um Neumarkt und Co. machen würden. Private Bauherren stehen als Ersatz in diesen Dimensionen ja nun leider nicht gerade Schlange. Aber diese Frage hatte ich bereits gestern aufgeworfen.