Posts by bilderbuch

    Das Gebiet um die Prager Straße war ja eine Stadterweiterung des 19. Jahrhundert und sah entsprechend aus. Aufgrund der damaligen Finanz- und Eigentumsstruktur hatte man zwar noch eine gewisse Kleinteiligkeit, diese ging allerdings zu Lasten von Funktionalität und Komfort. Ansonsten waren die durchaus kleinteiligen und reich geschmückten Fassaden auch nur Ware von der Stange und kunsthistorisch von eher minderer Qualität.
    Nichtsdestotrotz ist bei den heute hier entstehenden Strukturen in meinen Augen die extrem vergröberte Maßstäblichkeit das Hauptproblem. In der Dresdner Stadtplanung hat man es bisher nicht verstanden, dass man statt einen ganzen Block an einen Großinvestor verkauft und diesen auch entsprechend erschließen lässt, ihn lieber wieder in einzelne Parzellen von funktionaler Größe unterteilt und zu versucht, ihn vielleicht sogar an regionale Investoren zu verkaufen, die die entstehenden Bauten sogar selbst nutzen.
    Dies könnte zu neuem Leben auch abseits der Hauptachsen führen und würde trotz durchschnittlicher Architektur zu einem charmanten Eindruck von städtischer Dichte beitragen. Schlechte Lösungen haben wir schon genug, wie etwa die Kramergasse am Altmarkt beweist, die einfach nur die Rückseite von gesichtslosen Kaufhäusern ist und keinen Passanten einlädt.
    Froh muss man da schon bei aller Kritik sein, dass die Centrum-Galerie aus zwei Gebäudeteilen besteht und dazwischen hoffentlich eine nette Gasse mit kleinen Läden und Kaffees entsteht. Man wird sehen.


    @ Wrba: Dein Foto ist aber auch ein bisschen verzerrt.

    Wenn man aus der Seestraße kommend Richtung Prager unterwegs ist, bietet sich meiner Meinung nach ein immer wieder recht ansprechendes Bild. Karstadt, Esders und Haus des Buches bieten ein, wenn auch die Einzelarchitekturen recht schwach sein mögen, interessantes und angenehm wohltuendes Bild von Dichte in der überall spürbaren zugigen Dresdner Weite. Dass dieses Bild, spätestens wenn wann auf dem Ring steht nicht hält was es verspricht, da man auf der einen Seite die Brache des Ferdinandplatzes und auf der anderen den noch immer ungefassten Dippser Platz sieht mag ja stimmen, dennoch sehe ich Potential. Hier können durchaus abwechslungsreiche Räume mit einem gewissen Charme entstehen. Man denke einmal an das geplante Wasserbecken entlang der Marienstraße, das bisher dem Individualverkehr geopfert wurde, oder die alten Bäume entlang des Külz-Ringes. Ich denke zudem, dass gerade der Abwechslungsreichtum hier ein besonderer Pluspunkt ist. Es könnten sich eines Tages ganz unterschiedliche spannungsreiche Räume bieten, so wie wir es schon jetzt am Eingang der Prager Straße sehen und die neue Ringstraße könnte, aufgrund ihrer ansprechenden Großzügigkeit, der des Alten Dresden durchaus überlegen sein.

    Wenn dieses Hotelprojekt nun an Dresden vorbei zu gehen scheint, wie sieht es denn dann am Külz-Ring aus? Der Entwurf für diesen Bau (Wörner?) war in meinen Augen gar nicht schlecht bzw. der Beste im damaligen Wettbewerb. Außerdem würde an dieser Stelle eine bedeutende Lücke im Stadtbild geschlossen werden und somit könnte langsam, wenn es denn auch mal am Ferdiandplatz weiter geht, eine recht atmosphärische Ringstraße entstehen. Potential wäre auf jeden Fall vorhanden, auch wenn der starke Individualverkehr sicher keine allzu hohe Aufenthaltsqualität wird zulassen können. In diesem Zusammenhang ist auch der Rathausplatz mit seiner Gelenkfunktion von enormer Bedeutung und man wird sehen müssen, wie man das Robotron-Areal wieder besser an der Stadt anbindet. Der vergangene Workshop hat ja dazu einige neue Ergebnisse geliefert.

    Hi Leute,
    habt ihr euch eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was mit diesen Bauten passieren wird, wenn sich die Stadt in ein bis zwei Jahrzehnten dazu durchringen sollte, die Riegel an der Wilsdruffer abzubrechen? Schon heute scheinen ja dieser vertanen Chance nachzutrauern.
    Jedenfalls wäre dann doch auch die rückwertige Bebauung an der Frauenstraße obsolet und solche Gebäude wie der Anbau am Schützhaus würden gewiss fallen. So gesehen müssen wir uns langfristig doch keine Sorgen machen, oder?