Posts by bilderbuch

    Warum sollte man diese einmalige Aktion nicht ausweiten und mit weiteren Kloschüsseln auf Fehlentwicklungen innerhalb der Stadt aufmerksam machen? Ich könnte mir eine Armada von Kloschüsseln gut an den Elbwiesen (WSB) vorstellen. Aber auch die Rampische Straße oder der Altmarkt wären "lohnende" Orte.
    So wäre es unter Umständen möglich, national Aufmerksamkeit für Dresden zu erregen und vielleicht zu einem Umdenken bei unseren "Provinzlern" beizutragen.

    Immer wenn ich auf dem Altmarkt stehe wundere ich mich, dass dieser große Platz, der ausdrücklich als Marktplatz gestaltet wurde, nicht seiner Funktion dienen darf. Warum finden hier keine Märkte statt, die den Platz beleben, seine Aufenthaltsqualität steigern und vielleicht sogar die Versorgung mit frischen Lebensmitteln abseits von Lidl und Aldi verbessern? Hier hat doch Dresden eigentlich Bedarf und man muss sich fragen, warum die Stadt hier, wie so oft, eigentlich nicht handelt.
    In diesem Zusammenhang ist es in meinen Augen also sinnlos über Blumenkübel und Co. zur Aufwertung des Platzes nachzudenken, da doch die eigentliche Lösung auf der Hand liegen sollte.

    Mit der jetzigen Lösung können wir beim Betrachten der Visualisierung absolut zufrieden sein. Ich empfinde den Raumeindruck des kleinen Schlosshofes als grandios. Auch von der Straße aus betrachtet wirkt die Kuppel nicht aufdringlich, da sie meist die Farbe des Himmels wiederspiegelt. Nur aus der Froschperspektive bietet Kulkas Überdachung einen unangenehmen hegemonialen Eindruck, der negativ ins Auge sticht und einen schlechten Eindruck auf die ganze Schlossanlage ausübt.
    So gesehen kann man also durchaus zwiegespalten sein und sich fragen, ob vielleicht keine Überdachung die beste Alternative gewesen wäre. Allerdings braucht ein Museumskomplex von solcher Größe ein zentrales Foyer, das sicher nirgendwo anders unterzubringen war.

    Wenn ich das richtig gesehen habe, stand das Gebäude am Maximilians-Ring am Eingang zur Johann-Georgen-Allee.
    Ich habe ein Buch über die Zerstörung Dresdens ("Martha Heinrich Acht, Dresden 1945"), dessen Einband ein Panorama der zerstörten Stadt vom Rathausturm aus zeigt. Darauf kann man sehr gut erkennen, dass besagter Bau 1945 stark zerstört und sicherlich mit den anderen Häusern schnell abgetragen wurde. An der Ruine kann man aber noch erkennen, dass die Aufstockung in Stahl-Skelett-Konstruktion ausgeführt wurde.

    In einer ähnlichen bilderstürmerischen Aktion ging auch das Reiterstandbild für König Albert vor dem Ständehaus verloren. Bis heute weiß wohl keiner was mit diesem eindrucksvollen Monument geschehen ist.

    @ Wrba


    Das ist leider nicht korrekt. Der Alternativentwurf von Schmalz zeigt die Hauptfassade an der gleichen Stelle wo sie auch jetzt ist, nämlich zwischen den Bahnbögen. Dies ist durch die Führung der Bahnstrecke so vorgegeben. Wahrscheinlich war im Endeffekt der Bauplatz zu klein, um noch ein prachtvolles Empfangsgebäude am Wiener Platz zu errichten, der dadurch wohl noch weniger als Platz zu erkennen gewesen wäre.


    In meinen Augen leidet der Just leider nicht unter "Profilneurose", sondern was er anspricht entspricht voll und ganz den Tatsachen. Wer den Bahnhof fast täglich zu sehen bekommt, kann das bestimmt bitter nachfühlen.

    Ich bin kein Gegner des Hotel Stadt Rom, da es eines der wertvollsten Gebäude des Neumarktes war und städtebaulich für den Platz von enormer Bedeutung ist. Ohne den Bau zerfließt die Süd-West-Ecke im Nirgendwo. Allerdings sieht man an dieser Stelle sehr gut, was eine schlechte Stadtplanung mit fehlenden Bebauungsplänen anrichten kann. Ein abermaliges Armutszeugnis für Dresden!

    Ich bin weit davon entfernt von "Herz" zu sprechen, da ich mir der fatalen Wirkung marodierenden Kapitals durchaus bewusst bin.
    Abgesehen davon hat der Martinshof das Grundstück Anfang 2006 erworben und ein Wiederaufbau des Hotel Stadt Rom wurde erst Anfang 2007 durch die CDU ins Gespräch gebracht. Vorher wurde eine Rekonstruktion als nicht vereinbar mit den Wohnzeilen an der Wilsdruffer angesehen und deshalb eine Baumpflanzung an Stelle des Hotels favorisiert.

    Und das scheint mir einfach nur Zynismus zu sein.
    Irgendwie ist es traurig, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Vor ein paar Monaten waren noch alle voll des Lobes ob der großartigen Rekonstruktionsleistung der Martinshof und nun sollen sie plötzlich Grund allen Übels sein?!

    Wenn man allerdings einmal ganz ehrlich in sich geht, muss man zu dem Schluss kommen, dass wohl niemand in einer derart hochpreisigen Wohnung leben möchte, wo die Lichverhältnisse derart schlecht sind. So gesehen kann man jeden Mieter der Schütz-Residenz verstehen, der nicht mit einer solchen Bebauung zufrieden ist und dies auch seinem Vermieter kommuniziert.
    Nicht umsonst war der Dredner Stadtkern vor dem Krieg größtenteils entvölkert, ehemalige Wohnungen zu Büros und Geschäftsräumen umgestaltet worden. Und der Rest des noch vorhandenen Wohnraums war in einem schlechten Zustand und entsprechend billig. Alles in allem verträgt sich eine Altstadt nicht in jedem Fall mit hohen Wohnansprüchen, leider!

    Weder der Vorschlag von Zitronenpresse, noch die jetzt hier in Errichtung befindliche Bebauung, berücksichtigt und behebt eines der größten Probleme der Dredner Innenstadt, die fehlende Kleinteiligkeit mit der dazugehörigen Abfolge von engen Straßen und Gassen und rhythmisch "eingestreuten" Plätzen. Statt der wichtigen Querverbindungen ins Blockinnere entsteht hier an der Wilsdruffer wieder eine geschlossene Wand.

    Ich finde es immer wieder interessant, wenn hier auf der einen Seite von der "abgehalfterten Moderne" und auf der anderen von einer sogenannten neuen Generation gesprochen wird. Da stellt sich für mich die Frage, wer diese neue Generation von Architekten ist und wie sie ihre Bauten gestalten wird.
    In meinen Augen ist die Moderne noch lange nicht am Ende. Sie wird sich mit Sicherheit einmal mehr neu erfinden und bestimmt in nächster Zeit einen Weg beschreiten, der Rekonstruktionen nicht mehr verteufelt, sondern generell zulässt. Das wird allerdings nichts an der Verflachung unserer Baukultur ändern, die die Peripherie vernichtet, Ressourcen verschlingt und immer kurzlebigere Produkte hervorbringt. Das ist allerdings kein Fehler der Architekten, sondern unser pervertierter Umgang mit der Stadt an sich.

    Wie ich (glaube ich) schon mindestens einmal geschrieben habe, halte ich die Verdichtung der Prager-Straße-Nord mit einem Einkaufszentrum der vorliegenden Größe für verfehlt. Eigentlich war an dieser Stelle eine Folge von schmalen Gassen und Plätzen geplant, die so nie entstehen werden.
    Ansonsten freue ich mich über jede Straße, die in Dresdens Innenstadt neu baulich gefasst wird, so auch über die Trompeterstraße an der Centrum-Galerie oder eben die Gassen rund um den Neumarkt. Diese sind mir sogar wichtiger, als alle verlogenen Rekonstruktionen, wie die der VVK, die keiner ob der nicht entstandenen Leitbauten und der Dachformen kritisiert, weil sie so liebevolle Fassaden zeigen. Bei dem ganzen "Investorenschrott" weiß man zumindest woran man ist und muss sich nicht voll Dankbarkeit für eine nicht immer gelungene Altstadtreko verneigen.

    Exilwiener hat glaube ich so schon recht mit seiner Theorie. Der große Unterschied zum Zeughaus, wo der Innenhof größer als in Dresden ist, ist der, dass dort wohl die Kuppel direkt an der Traufkante ansetzt und die Kräfte somit nicht in den Dachstuhl, sondern gleich ins Mauerwerk abgeleitet werden können.